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Fotos online verkaufen ohne Stock‐Bildagenturen

Manchmal erhal­te ich Anfragen von Leuten, die Geld mit ihren Bildern ver­die­nen wol­len, ohne sie über „klas­si­sche“ Bildagenturen anzu­bie­ten. Die Antwort fällt mir etwas schwer, weil ich das sel­ten mache. Um die Neugier trotz­dem etwas zu befrie­di­gen, habe ich mit Hilfe eini­ger Kolleginnen und Kollegen eine Auswahl an Alternativen erstellt.

Mein „etwas ande­rer“ Look über eine ande­re Bildagentur

Im Gegensatz zu mei­nen sons­ti­ge  Artikeln flie­ßen hier deut­lich weni­ger per­sön­li­che Erfahrungen von mir ein, dafür ver­su­che ich, auf die Erfahrungen ande­rer zu ver­lin­ken.

Kalender verkaufen

Statt Fotos kann man auch Kalender mit eige­nen Bildern ver­kau­fen. 2012 star­te­te in die­sem Bereich der Anbieter Calvendo, wel­cher mitt­ler­wei­le im Bereich der „Self Publishing“-Kalender der Marktführer ist. Der Vorteil einer Zusammenarbeit mit Calvendo ist, dass die fer­ti­gen Kalender eine ISBN‐Nummer erhal­ten und damit bei allen Buchhändlern gelis­tet sind. Der Nachteil ist der zusätz­li­che Aufwand der Kalender‐Gestaltung, immer ver­bun­den mit even­tu­el­len Ablehnungen der Kalender sei­tens Calvendo, wenn die Motive nicht gut genug oder das Thema schon über­lau­fen ist. Einer der aus­führ­lichs­ten und lesens­wer­tes­ten Erfahrungsberichte gibt es hier von Tommaso Maiocchi.
Andere Anbieter, wo man sei­ne eige­nen Kalender anbie­ten kann, sind zum Beispiel der Shop‐Bereich von meinbildkalender.de oder lulu.com.

Print‐On‐Demand Webseiten

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff voll­kom­men pas­send ist, ich mei­ne jeden­falls Webseiten, wo Leute alle mög­li­chen Produkte mit dei­nen Motiven bestel­len kön­nen. Üblicherweise sind das T‐Shirts, Tassen oder Poster, es gibt auch aber alle mög­li­chen ande­ren Produkte wie Brotdosen, Handyhüllen und so wei­ter.

Bekannte Anbieter sind hier zum Beispiel Zazzle, Redbubble, Cafépress, Society6Spreadshirt, Fineartprint und eini­ge mehr. Während die ers­ten vier Firmen fast alles bedru­cken, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, haben sich ande­re Anbieter etwas spe­zia­li­siert, Spreadshirt zum Beispiel auf T‐Shirts (und ande­re Kleidung) oder Fineartprint auf Kunstdrucke.

Der Vorteil die­ser Firmen ist, dass hier eine ganz ande­re Zielgruppe als bei Bildagenturen ange­spro­chen wird: Weniger die Firmenkunden, son­dern vor allem Privatkunden, die Geschenke suchen oder Dekoration für die eige­ne Wohnung. Der Nachteil ist, dass man bei den Firmen oft jedes Produkt für die unter­schied­li­chen Produkte anpas­sen muss. Mit „ein­fach zig Bilder hoch­la­den und fer­tig“ ist hier meist nicht getan. Außerdem muss je nach Anbieter und Produkt das Druckverfahren berück­sich­tigt wer­den, weil zum Beispiel ganz dün­ne Linien meist nicht gut gedruckt wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen.

Wer sich einen Eindruck von den Verkaufsmöglichkeiten machen will, fin­det bei Fineartprint eine Liste der „Top 100 Verkäufer“ mit Verkaufszahlen zu jedem Bild ange­zeigt. Demnach haben die Top‐Verkäufer mit ca. 1000–2000 Bildern online bis­her knapp 3000 Verkäufe ins­ge­samt erzielt. Eine der Top‐Verkäuferinnen bei Zazzle teilt hier aus­gie­bi­ge Zahlen zu ihren Einnahmen.

DIY‐Webseiten

Wer eine stär­ke­re Kontrolle über die ange­bo­te­nen Produkte und deren Qualität behal­ten will, kann kom­plett eige­ne (Foto-)Produkte über Webseiten wie Etsy anbie­ten. Der offen­sicht­li­che Nachteil ist hier, dass man die Produkte selbst vor­rä­tig haben und dann auch ver­schi­cken muss. Deswegen eig­net sich die­ser Kanal mei­nes Erachtens weni­ger gut für Fotoprodukte. Wer es den­noch wagen will, fin­det hier eine Gebührenübersicht von Etsy.

Nicht ganz tref­fend, aber als ers­ter Einblick viel­leicht nütz­lich sind die­se Beispiele erfolg­rei­cher DIY‐Schmuckanbieter bei Etsy. Hier ist ein wei­te­rer Umsatzbericht einer erfolg­rei­chen Etsy‐Verkäuferin.

Digitale Marktplätze für Kreative

Mit „digi­ta­len Kreativ‐Marktplätzen“ mei­ne ich Webseiten wie Creative Market, Gumroad oder TheHungryJPEG. Diese Webseiten kom­men Bildagenturen schon sehr nahe, mit dem Unterschied, dass hier die Künstler deut­lich mehr Einfluss auf die Präsentation ihrer Produkte und der Angebote haben. Außerdem ist das Angebot weni­ger stan­da­ri­siert, es kön­nen neben Fotos oder Illustrationen zum Beispiel auch Fonts, Templates, Photoshop‐Pinsel, Layer Styles und vie­les mehr ange­bo­ten wer­den. Gerne wer­den dort ein­zel­ne Produkte zu „Bundles“ zusam­men­ge­fasst, die zusam­men güns­ti­ger als die ein­zel­nen Produkte sind.

Es gibt etli­che Erfahrungsberichte und Tipps zu Creative Market online, hier einer als Beispiel. Zu Gumroad gibt es hier oder hier gemisch­te Berichte.

Für rei­ne Fotos sind die­se Webseiten nicht unbe­dingt die bes­ten Anlaufstelle, wer aber neben Fotos ande­re digi­ta­le Kreativprodukte her­stel­len kann, für den kön­nen die­se Marktplätze durch­aus loh­nend sein.

Wer noch mehr Kontrolle haben will, kann mit Diensten wie Sellfy, Shopify oder Xmstore auch einen eige­nen Shop oder eine eige­ne Bildagentur auf­bau­en.

Bildagenturen, die anders sein wollen

Wer das Konzept von Bildagenturen schon ganz attrak­tiv fin­det, sich aber nur nicht mit dem bevor­zug­ten Bildstil anfreun­den kann, soll­te sich „alter­na­ti­ve“ Bildagenturen anschau­en, die meist nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip arbei­ten, aber je nach Agentur einen ganz ande­ren Bildlook bevor­zu­gen.

Dazu gehö­ren zum Beispiel Firmen wie Photocase, Stocksy, 500px, Twenty20 oder EyeEm, wel­che oft aus Fotocommunites her­vor­ge­gan­gen sind. Bei Photocase haben zum Beispiel eini­ge Fotografen gute Erfahrungen gemacht, wenn sie gezielt die Bilder dort hoch­ge­la­den haben, wel­che ihnen bei Shutterstock oder Adobe Stock abge­lehnt wur­den. Mein Kollege Michael Zwahlen hat über sei­ne Einnahmen bei EyeEm hier berich­tet. Über die Einnahmen bei Photocase im Vergleich zu Microstock‐Agenturen schreibt hier Werner Rebel.

Generelle Unterschiede zu Bildagenturen

Der Hauptunterschiede der oben beschrie­be­ne­nen alter­na­ti­ven Vertriebswege ist mei­nes Erachtens die ande­re Bildsprache. Da im Gegensatz zu den Microstock‐Agenturen Privatkunden abge­spro­chen wer­den, sind „schö­ne­re“ Motive gefragt, die sich gut als Wandschmuck eig­nen wür­den. Wer also ger­ne Blümchen, Sonnenuntergänge oder nied­li­che Kätzchen foto­gra­fiert, hat damit dort sicher mehr Erfolg als bei den übli­chen Bildagenturen. Einige mei­ner Bestseller‐Motive wie Business‐Teams hin­ge­gen hät­ten bei Photocase oder Calvendo sicher kei­ne Chance.

Der zwei­te Unterschied ist, dass jede die­ser Seiten wie­der ganz ande­re Anforderungen an die hoch­ge­la­de­nen Dateien hat und je nach Seite deut­lich mehr zusätz­li­che Informationen (wie z.B. Vorschaubild oder Produktbeschreibung) ver­langt. Teilweise wer­den auch nicht mal IPTC‐Daten aus­ge­le­sen. Das alles macht es schwer, einen uni­ver­sel­len Workflow zu fin­den, mit dem meh­re­re die­ser Agenturen gleich­zei­tig belie­fert wer­den könn­ten.
Unter dem Strich bleibt aber eine Gemeinsamkeit mit den gro­ßen Bildagenturen: Nur weni­ge Fotografen schaf­fen es, dort viel zu ver­die­nen. Das sind meist auch die, die regel­mä­ßig hohe Qualität lie­fern. Wer sich nicht aus­gie­big mit einer Webseite beschäf­tigt und am Ball bleibt, wird bald wegen zu gerin­ger Umsätze frus­triert auf­ge­ben.

Die wichtigsten neuen Features bei Adobe Stock

Heute hat Adobe eini­ge wich­ti­ge Veränderungen bei Adobe Stock bekannt gege­ben. Da Adobe Stock ja zu den drei wich­tigs­ten Bildagenturen zählt, wol­len wir uns die Neuerungen genau anschau­en.

Die neue Editorial‐Landing‐Page bei Adobe Stock

Editorial Content bei Adobe Stock

Ein Paukenschlag zuerst: Es gibt jetzt redak­tio­nel­les Material bei Adobe Stock zu kau­fen! Nicht nur Bilder, son­dern auch Videos.

Zum einen lie­fert eine der welt­weit größ­ten Nachrichtenagenturen Reuters zum Start 12 Millionen Bilder und 300.000 Videos des aktu­el­len Zeitgeschehens und his­to­ri­scher Momente. Abgedeckt wer­den haupt­säch­lich die Bereiche News, Sport und Entertainment.

Bald soll als wei­te­re Quelle auch USA Today Sports Images fol­gen, unter ande­rem mit zig­tau­send Bildern aus den us‐amerikanischen Sport‐Ligen wie NFL (Football), NBA (Basketball), MLB (Baseball), NHL (Eishockey), NCAA (Athletik), MLS (Fußball), Golf und mehr.

Ob bis­he­ri­ge Fotografen eben­falls eige­ne redak­tio­nel­les Material ein­rei­chen dür­fen, steht noch in den Sternen und muss lei­der noch abge­war­tet wer­den.

Beispiel von Bilddetails eines Editorial‐Fotos bei Adobe Stock

Stocksy in der Premium Collection

Ca. 400.000 Bilder und Videos der Bildagentur Stocksy sind nun auch in der Premium Collection von Adobe Stock erhält­lich.

Neue visuelle Suchfunktionen mittels Adobe Sensei

Adobe Sensei heißt die künst­li­che Intelligenz von Adobe. Adobe Stock‐Nutzer ken­nen sie viel­leicht schon von Features wie der auto­ma­ti­schen Verschlagwortung sowie der auto­ma­ti­schen Kategorie‐Zuordnung.

Doch Adobe Sensei lernt immer noch dazu und des­halb kom­men jetzt eini­ge neue Funktionen hin­zu. So gibt es nun die „visu­el­le Suche“, bei der Kunden ein belie­bi­ges Bild per Drag & Drop in das Suchfenster schie­ben kön­nen, um visu­ell ähn­li­che Bilder aus dem Adobe Stock Portfolio ange­bo­ten zu bekom­men.

Sehr span­nend fin­de ich auch die „ästhe­ti­schen Filter“, die noch in der Beta‐Phase sind, aber schon getes­tet wer­den kön­nen. Aktuell gibt es zwei Schieberegler.
Einen für „Depth Of Field“, also die Tiefenschärfe, mit der Bildkäufer ein­stel­len kön­nen, wie unscharf der Hintergrund in den Suchergebnissen sein soll und einen für „Vivid Colors“, also leuch­ten­de Farben, mit der die Bildsucher bestim­men kön­nen, ob sie Suchtreffer mit knal­li­gen Farben oder eher einen mono­chro­men Look bevor­zu­gen. Weitere ästhe­ti­sche Filter sol­len fol­gen.

Microsoft PowerPoint Add‐in

Was wäre eine gute Präsentation ohne aus­sa­ge­kräf­ti­ge Bilder?
Deshalb gibt es nun für Microsoft PowerPoint ein kos­ten­lo­ses Add‐in (sowohl für Mac als auch Windows), mit dem direkt in der Datenbank von Adobe Stock gesucht wer­den kann, inklu­si­ve der neu­en visu­el­len Suche. Die Bilder kön­nen auf die­sem Wege auch direkt lizen­siert wer­den.

#AdobeStockNacht am 21.6.2017 auf YouTube

Die neue Features von Adobe Stock könnt ihr auch live erle­ben am Mittwoch, dem 21.6.2017 ab 19:30 Uhr bei YouTube. Achtet ein­fach auf den Hashtag #AdobeStockNacht oder holt euch mehr Informationen zum Livestream beim gleich­na­mi­gen Facebook‐Event.

Es gibt keine geheimen Bildagenturen (oder doch?)

Ab und zu wer­de ich gefragt, wel­che Bildagenturen ich emp­feh­len kön­ne. Oder ob ich eine Bildagentur ken­nen wür­de, wel­che für die­ses oder jenes Thema beson­ders geeig­net sei.

Fotografin mit Kamera und ComputerIch kom­me mir da oft blöd vor bei mei­ner Antwort, denn: „Es gibt kei­ne gehei­men Bildagenturen!

Was meine ich damit?

Den Bildermarkt tei­len sich vor allem eine klei­ne Handvoll gro­ßer Bildagenturen, die jedoch in der Regel selbst den Anfängern schon bekannt sind. Oft belie­fern die Neulinge schon 5–6 Agenturen und ver­su­chen, durch die Belieferung wei­te­rer Agenturen noch mehr Geld zu ver­die­nen. Das führt jedoch sel­ten zum Erfolg, weil eben jene 5–6 Agenturen schon mit Abstand den Löwenanteil der Umsätze erwirt­schaf­ten, die rea­lis­tisch zu erwar­ten sind.

Im Microstock-Bereich sind das: Fotolia, Shutterstock, 123rf und iStock. In zwei­ter Reihe fol­gen viel­leicht noch Dreamstime, Bigstock und eini­ge ande­re, die ich nicht aus­pro­biert habe oder emp­feh­len wür­de. Vollständiger ist die­se Umsatz‐Übersicht.

Im Macrostock-Bereich gibt es Getty Images, viel­leicht noch Alamy und dann ganz lan­ge… nichts. Corbis, jah­re­lang größ­ter Rivale von Getty, exis­tiert prak­tisch nicht mehr und die vie­len klei­nen, inha­ber­ge­führ­ten Bildagenturen ver­die­nen mitt­ler­wei­le ihren größ­ten Umsatzanteil eben­falls über Getty Images und ggf. die Premium‐Kollektionen der Microstock‐Agenturen wie Offset (Shutterstock) oder Infinite (Fotolia). In die­sem Bereich ist es des­halb wich­tig, zu wis­sen, ob die­se Vertriebskanäle von der jewei­li­gen Agentur belie­fert wer­den oder nicht. Ich selbst habe zum Beispiel eini­ge Bilder bei Westend61 und Stockfood, ver­kauft wer­den sie vor allem von Getty oder Fotolia.

Die meis­ten Fotografen schei­nen es ähn­lich zu sehen: Kürzlich hat­te ich hier mei­ne Facebook‐Follower gefragt, bei wel­chen Agenturen sie den meis­ten Umsatz machen wür­den und – mit ganz weni­gen Ausnahmen – wur­den aus­schließ­lich schon im Artikel genann­ten Agenturen erwähnt.

Die Ausnahmen wie Stocksy oder Pond5 erklä­ren sich so: Stocksy hat zwar durch eine eige­ne Bildsprache eine pro­fi­ta­ble Nische in der Branche gefun­den, durch die sehr restrik­ti­ve Fotografenselektion mit Aufnahmebeschränkung bringt es jedoch nichts, die­se ande­ren Fotografen zu emp­feh­len. Pond5 ist haupt­säch­lich für Leute pro­fi­ta­bel, wel­che Videos ver­kau­fen und hier soll es heu­te eher um Fotos gehen.

Auch Empfehlungen für „Spezialagenturen“ fal­len mir schwer. Das Thema hat ja zwei Seiten: Welche Agentur inter­es­siert sich für mei­ne Bilder und wel­che ver­kauft sie am bes­ten? Die Antwort ist lei­der nicht immer deckungs­gleich. Zwar gibt es für vie­le sehr spe­zi­el­le Themen Nischen‐Bildagenturen, aber viel Umsatz machen dort noch weni­ger Fotografen als bei den „Universal‐Agenturen“. Das liegt unter ande­rem auch dar­an, dass die gro­ßen Microstock‐Agenturen wie Shutterstock oder Fotolia mit ihren mehr als 50 Millionen Bildern selbst zu den Nischenthemen mitt­ler­wei­le oft mehr Bilder im Angebot haben als die Nischenagentur selbst.

Kurzes Beispiel: Zum Suchbegriff „Salat“ lie­fert Fotolia über 900.000 Treffer, Shutterstock über eine Million und die Food‐Bildagentur Stockfood nur knapp 35.000. Das heißt, die Universalagenturen haben mehr als 25x so vie­le Bilder im Angebot.

Hier kön­nen sich die Nischenagenturen nur mit einem extre­men Service und unglaub­li­chem Detailwissen über Wasser hal­ten, indem die Food‐Agenturen bei­spiels­wei­se neben den Fotos auch die dazu pas­sen­den Rezepte lie­fern kön­nen oder Tier‐Bildagenturen garan­tie­ren kön­nen, dass die Fotos der gezeig­ten Tiere auch in jedem Fall zu den latei­ni­schen Namen pas­sen.

Wie viele Agenturen sollte ich nun beliefern?

Ich bin der Meinung, dass die Belieferung von 6–7 Agenturen voll­kom­men aus­rei­chend ist. Vor fünf Jahren noch habe ich über 14 Agenturen belie­fert, im Laufe der letz­ten Jahre sind davon sind eini­ge wie Coverpicture oder Digitalstock auf­ge­kauft wor­den, ande­re wie Waldhäusl oder Polylooks wur­den geschlos­sen.

Wer nüch­tern betrach­tet den Zeitaufwand für das Hochladen der Bilder mit den erziel­ten Erträgen in Relation setzt, wird mer­ken, dass er bei der sieb­ten Agenturen schon meist drauf­zahlt, wenn er sei­nen Stundenlohn ver­nünf­tig ansetzt. Neben den 6–7 „klas­si­schen“ Agenturen belie­fe­re ich mitt­ler­wei­le nur noch eini­ge aus­ge­wähl­te Agenturen wie zum Beispiel Zoonar, weil ich deren 80% Fotografenkommission unter­stüt­zens­wert fin­de oder Agenturen wie Canva mit einem neu­en, erfolgs­ver­spre­chen­den Geschäftsmodell, deren Mitarbeiter ich per­sön­lich ken­ne.

Zwar ist der Zeitaufwand für das Hochladen mit­tels Tools wie Picworkflow o.ä. gerin­ger gewor­den, aber auch die­se Dienste ver­lan­gen meist Geld. Dazu kommt, dass mit der sehr brei­ten Streuung des eige­nen Portfolios auch ein Kontrollverlust ein­her­geht. Die brei­te Streuung macht es ungleich schwe­rer, Urheberrechtsverstöße zu kon­trol­lie­ren. Auch steigt so der Preisdruck, weil irgend­ei­ne Agentur die nied­rigs­ten Preise anbie­ten will und ande­re Agenturen dann mit­zie­hen wol­len oder müs­sen. Ähnliches gilt für die Kommissionen der Fotografen.

Andererseits bestärkt eine Limitierung auf die ohne­hin schon umsatz­stärks­ten Bildagenturen die Konzentration am Markt, was zur Bildung eines Oligopols füh­ren könn­te, bei dem die Anbieter eben­falls einen Nachteil haben. Für mich über­wie­gen jedoch die Vorteile der limi­tier­ten Streuung.

Wie seht ihr das?

Neue Funktionen bei Microstock‐Analyse‐Tool Stockperformer

Vor ca. zwei­ein­halb Jahren habe ich in die­sem Blogartikel das neue Microstock‐Analyse‐Tool Stock Performer* vor­ge­stellt. Seitdem nut­ze ich das Tool ohne Übertreibung täg­lich und es ist so einem wich­ti­gen Werkzeug in mei­ner täg­li­chen Arbeit gewor­den.

Stockperformer erlaubt mitt­ler­wei­le die Auswertung von Verkäufen von neun (!) Bildagenturen: iStock, Shutterstock, Fotolia, Dreamstime, 123rf, Pond5, Depositphotos, Stocksy, Getty Images, sowie das Partnerprogramm und die Getty‐Verkäufe über iStock.

Neben den Verkaufszahlen zu ein­zel­nen Bildern gibt es eine monat­li­che Gesamtauswertung, die Anzeige der Bestseller in wähl­ba­ren Zeiträumen bei den ein­zel­nen Agenturen, eine Collection‐Verwaltung, mit der der Umsatz und die Verkäufe ein­zel­ner Bildserien zusam­men­ge­fasst ana­ly­siert wer­den kön­nen und vie­les mehr.

In den über zwei Jahren haben Luis und Oliver flei­ßig dar­an gear­bei­tet, neue Funktionen ein­zu­bau­en. So gibt es jetzt bei­spiels­wei­se eine Prognose der monat­li­chen Umsätze, mit der man schon Mitte des Monats abschät­zen kann, wie sich die Verkäufe bis zum Monatsende ent­wi­ckeln wer­den, ent­we­der für alle Agenturen gesamt oder die ein­zel­nen Agenturen:

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Dazu gibt es eine detail­lier­te Verkaufsaufschlüsselung, wel­che die Verkäufe und Umsätze nach Medientyp (Bilder, Videos, Vektoren, …), run­ter­ge­la­de­ner Bildgröße, Credits vs. Abo, Upload‐Jahr etc. aus­wer­tet:

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Am häu­figs­ten nut­ze ich Stockperformer aber, um genau zu sehen, wie viel Umsatz ich bei den ver­schie­de­nen Agenturen mit einem Shooting gesamt gemacht habe. Dafür las­sen sich bequem dich Kollektionen, Lightboxen oder Collections von Fotolia, Shutterstock, 123rf und Dreamstime mit einem Klick impor­tie­ren, wenn die­se bei den Agenturen ange­legt wur­den. Die Bilder kön­nen aber auch bei Stockperformer mit dem „Collection Manager„selbst zu Serien zusam­men­ge­fügt wer­den. So sieht das unge­fähr aus, unten folgt dann die Auflistung der dazu­ge­hö­ri­gen Thumbnails, die nach Datum, Medientyp, Umsatz, Verkäufen oder RPD (Revenue per Download) sor­tiert wer­den kön­nen:

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Ganz neu ist die Funktion der „Supplier Accounts“: Die ermög­licht Nutzern, eine oder meh­re­re Collections mit einer ande­ren Person zu sein. Das kön­nen zum Beispiel Models, Visagisten, Location‐Eigentümer, Assistenten, Verschlagworter, Grafikdesigner oder ande­re Mitarbeiter einer Fotosession sein. Vor allem, wenn Personen antei­lig am Umsatz der Fotosession betei­ligt wer­den sol­len, sind die Supplier Accounts eine sinn­vol­le Lösung, damit meh­re­re Leute die glei­chen Daten sehen kön­nen und die Abrechnung trans­pa­rent geschieht. Für die Fotografen kos­tet zum Beispiel ein sol­cher zusätz­li­cher Account 24 Euro im Monat. Die ande­re Person erhält dann Zugangsdaten zu Stockperformer und sieht dann im Nutzerbereich nur die Daten der Collections, wel­che der Fotograf dafür frei­ge­schal­tet hat.

Mit die­sen Funktionen ist Stockperformer ein „Must‐Have“ für alle, die haupt­be­ruf­lich bei den genann­ten Bildagenturen Fotos ver­kau­fen. Und auch wer das neben­be­ruf­lich macht und – sagen wir – mehr als 400 Euro monat­lich damit ver­dient, soll­te sich Stockperformer genau anschau­en.

Mich wür­de inter­es­sie­ren: Welche Agenturen soll­ten eben­falls von Stockperformer aus­ge­wer­tet wer­den?

* Affiliate‐Link

Kann ich nicht‐exklusiv gleich viel Geld verdienen wie ein exklusiver iStock‐Fotograf? (Gastartikel)

Vor paar Wochen hat der Hobby‐Fotograf Michael Zwahlen in sei­nem Blog die­sen eng­li­schen Artikel über die Exklusivität bei iStock ver­öf­fent­licht. Auf mei­nen Wunsch war Michael so freund­lich, den Text etwas aus­zu­bau­en und ins Deutsche zu über­set­zen. Los geht’s, ab jetzt schreibt Michael:

Ich habe vor 15 Monaten den für mich gros­sen Schritt gewagt, nach sechs Jahren mei­ne Exklusivität bei iStockphoto zu kün­di­gen. Da ich stets akti­ves Mitglied der Community bei iStock war, wer­de ich seit­dem regel­mä­ßig gefragt, wel­che Erfahrungen ich seit­dem gemacht habe.

Michael Zwahlen - Selbstportrait zum Verkauf über Stocksy
Michael Zwahlen – Selbstportrait zum Verkauf über Stocksy

Eine der häu­figs­ten Fragen ist natür­lich: Kann ich als Nicht‐Exklusiver ähn­lich viel Geld ver­die­nen wie als Exklusiver?

Meine ein­fa­che Antwort: Ja. Zumindest ist mir das sehr schnell gelun­gen. Die etwas kom­pli­zier­te­re Antwort: Es kommt dar­auf an.

Meine persönliche Vorgeschichte

Als ehe­ma­li­ger Software‐Entwickler und Projektleiter habe ich die Fotografie für mich Ende der 1990er Jahre eher aus dem Interesse an Kameras als „Gadgets“ ent­deckt: Meine ers­te Digitalkamera war eine Olympus mit VGA‐Auflösung, als 640x480 Pixel (0,3 Megapixel!). Die Bildqualität war im wahrs­ten Sinne be„rauschend“. Ende 2001 habe ich mir eine Sony F505V zuge­legt, die mit einem fest ein­ge­bau­ten Zeiss‐Objektiv und 2,6 Megapixel schon brauch­ba­re Bilder pro­du­zier­te.

Gleichzeitig ent­stan­den die ers­ten Online‐Dienste, über die „jeder­mann“ sei­ne Fotos zur Lizenzierung anbie­ten konn­te. Da ich damals in der Schweiz wohn­te, las ich über die Gründung von ImagePoint, bewarb mich und wur­de akzep­tiert. Ich wuss­te jedoch wenig über Fotografie, bekam wenig Bilder akzep­tiert, freu­te mich aber über zwei oder drei Verkäufe pro Jahr.

Der erste Bildverkauf 2002 von Michael Zwahlen bei ImagePoint
Der ers­te Bildverkauf 2002 von Michael Zwahlen bei ImagePoint

Bis Anfang 2007 wur­de Fotografie dann zu mei­nem Lieblings‐Hobby, und ich begann zu recher­chie­ren, ob ich damit nicht zumin­dest genug Geld ver­die­nen könn­te, um ab und zu eine neue Kamera oder eine Reise zu finan­zie­ren. Ich ent­deck­te Microstock, wur­de bei iStockphoto im 2. Versuch akzep­tiert und bei Shutterstock abge­lehnt. Ich kon­zen­trier­te mich also zunächst auf iStock und lern­te schnell und viel aus der damals sehr akti­ven und unter­stüt­zen­den Community.

Die nächs­ten sechs Jahre habe ich mich dann für die Exklusivität ent­schie­den und hal­te die Entscheidung auch bis heu­te für rich­tig. Als Hobby‐Fotograf habe ich dort mit rela­tiv wenig Bildern und wenig admi­nis­tra­ti­vem Aufwand gutes Geld ver­dient. Bis im Herbst 2011. Damals hat iStock sei­ne Suche umge­stellt, als Ergebnis bra­chen die Umsätze mei­ner Bestseller und damit mein gan­zer Umsatz inner­halb von drei Monaten um über 50% ein.

Ende 2012 habe ich mich zur Kündigung mei­ner Exklusivität ent­schie­den. Damals habe ich noch mit einer Partnerin zusam­men gear­bei­tet, und wir haben mein (klei­ne­res) Portfolio als Testprojekt für die Nicht‐Exklusivität genutzt. Seit Mitte 2013 arbei­te ich Vollzeit dar­an, mein Portfolio aus­zu­bau­en und von der Stock‐Fotografie zu leben.

Die ersten Erfahrungen

Der Schritt in die Nicht‐Exklusivität bedeu­tet zunächst, dass man sein gesam­tes bestehen­des Portfolio zunächst „wie­der­fin­den“, zusam­men­stel­len und even­tu­ell über­ar­bei­ten muss. Als iStock‐Exklusiver ist die Motivation nicht sehr groß, die Metadaten bereits in Lightroom oder Photoshop zu ver­wal­ten, da man anschlie­ßend sowie­so die Arbeit erneut mit Hilfe des „Kontrollierten Vokabulars“ von iStock machen muss. Zwar hat­te ich bereits in knapp der Hälfte mei­ner Bilder die Metadaten ein­ge­tra­gen, bei mehr als 500 Bildern muss­te ich das jedoch noch nach­ho­len.

Zudem muss­te ich von teil­wei­se vier oder fünf Jahre alten Bildern die Model Releases zusam­men­su­chen. Zum Glück war ich in die­ser Hinsicht auch gut genug orga­ni­siert, dass mir dies in kur­zer Zeit gelang. Ich stell­te jedoch fest, dass ich einen Teil mei­nes Portofolios nicht ander­wei­tig ver­wen­den konn­te: Bilder, die ich auf „Minilypses“ oder „iStockalypses“ geschos­sen habe, den von iStock orga­ni­sier­ten und mit­fi­nan­zier­ten Gruppen‐Shootings. Diese Bilder sind auch für Nicht‐Exklusive ver­trag­lich an iStock gebun­den. Da ich die­se Events ger­ne besuch­te, habe ich nach wie vor eini­ge hun­dert Fotos exklu­siv bei iStock, erhal­te jedoch die nicht‐exklusive Bezahlung hier­für. Auch hat­te ich für eini­ge Shootings Model Releases mit dem deutsch­spra­chi­gen Vordruck von iStock ver­wen­det. Als iStock‐Exklusiver natür­lich kein Problem, aber so man­che Agentur will einen nicht‐englischen Vertrag mit einem frem­den Firmenlogo ein­fach nicht akzep­tie­ren.

Da man nach der Kündigung der Exklusivität noch 30 Tage war­ten muss, hat­te ich jedoch aus­rei­chend Zeit, um etwa 500 mei­ner 1.800 Bilder vor­zu­be­rei­ten und hat­te die­se prak­tisch sofort nach Auslaufen die­ser Wartezeit bei Shutterstock, Fotolia, Depositphotos, 123RF, CanStockphotos und GL Stock online. Innerhalb von drei Monaten waren es dann über 1.000 Bilder bei neun Agenturen.

Wie sich die Einnahmen entwickelten

Wer die Exklusivität bei iStock auf­gibt, sieht sich unmit­tel­bar mit zwei Faktoren kon­fron­tiert: Erstens sinkt der pro­zen­tua­le Anteil an den Einnahmen, in mei­nem Fall von 30% auf 17%. Hinzu kommt jedoch auch, dass die Bilder güns­ti­ger ange­bo­ten wer­den. Ich hat­te nur weni­ge Bilder in Vetta, aber mei­ne Exklusive+ Bilder haben regel­mä­ßig Erträge von $10 bis $20 erzielt. Als exklu­si­ver iStock‐Fotograf ist man eigent­lich kein ech­ter Microstocker mehr, denn vie­le Bilder wer­den eher zu Midstock‐Preisen von $50 oder $200 ange­bo­ten.
Anfang 2013 hat­te ich hier in der Regel nur noch halb so hohe Preise, inzwi­schen wer­den nach einer Preissenkung Mitte 2013 sogar für nur noch 1–7 Credits ange­bo­ten. Der Einbruch bei den Einnahmen bei iStock betrug ins­ge­samt also etwa 75–80%.

Übliche Verkaufspreise bei iStock als exklusiver Fotograf...
Übliche Verkaufspreise bei iStock als exklu­si­ver Fotograf…

Trotzdem hat es in mei­nem Fall nur weni­ge Monate gedau­ert, bis ich wie­der unge­fähr gleich hohe Einnahmen erziel­te wie in mei­nem letz­ten Jahr als exklu­si­ver iStocker: Shutterstock hat hier den größ­ten Teil über­nom­men, aber auch bei Fotolia konn­te ich schnell auf regel­mä­ßi­ge Einnahmen zäh­len. Überraschend schnell und gut sind auch mei­ne Einnahmen aus dem Partner‐Programm von iStock gestie­gen. Als Exklusiver hat­te ich noch die Option, den Großteil mei­nes Portfolios aus dem Vertrieb über Thinkstock und photos.com aus­zu­schlies­sen, als Nicht‐Exklusiver kom­men heu­te etwa die Hälfte mei­ner iStock‐Einnahmen aus dem Partner‐Programm.

...und hier danach als nichtexklusiver Fotograf.
…und hier danach als nicht­ex­klu­si­ver Fotograf.

Im April 2013 – also nach nur drei Monaten – konn­te ich wie­der ähn­li­che Einnahmen erzie­len wie im Vorjahresmonat. Seit Juni 2013 habe ich bis auf eine Ausnahme jeden Monat im Jahresvergleich mehr Lizenzeinnahmen erzielt. Im Jahr 2014 habe ich bis­her jeweils rund 50% mehr Umsatz erzielt als in mei­nem letz­ten Jahr als iStock‐Exklusiver. Für mich per­sön­lich ist die Entscheidung zur Unabhängigkeit also voll auf­ge­gan­gen, und zwar schnel­ler als erwar­tet.

Übliche Verkaufserlöse bei Shutterstock
Übliche Verkaufserlöse bei Shutterstock

Lassen sich diese Erfahrungen auf andere übertragen?

Hier kann man Zweifel anmel­den: Zum einen bin ich kein über­ra­gen­der Fotograf. Ich habe kei­ner­lei for­ma­le Ausbildung, kei­ne ande­ren Erfahrungen im gra­fi­schen Bereich. Etablierte und erfah­re­ne Fotografen haben mög­li­cher­wei­se eine deut­lich höhe­re Qualität. Mir sind die gerin­ge­ren Qualitätsanforderungen (vor allem in Bezug auf die Bildästhetik) der Microstock‐Agenturen also ent­ge­gen gekom­men. In Bezug auf Bildrauschen oder Artefakte zah­len sich die Erfahrungen mit den (frü­he­ren) har­ten Inspektionen bei iStock aus: Meine Akzeptanzquote liegt bei den meis­ten Agenturen bei deut­lich über 90%.

Portfolio-Zuwachs bei den verschiedenen Bildagenturen
Portfolio‐Zuwachs bei den ver­schie­de­nen Bildagenturen

Ich habe jedoch stets gesagt, dass mei­ne Bilder sich ver­mut­lich eher im bil­li­gen Bereich ver­kau­fen. Mit den stän­di­gen Preiserhöhungen bei iStockphoto wur­de es zwar vie­len pro­fes­sio­nel­len Fotografen ermög­licht, auf­wän­di­ge­re Shootings zu finan­zie­ren, mei­ne Bilder konn­ten sich bei den höhe­ren Preisen aber nicht gut behaup­ten. Ich war von weni­gen Ausnahmebildern abhän­gig.

Zudem hat­te ich nur weni­ge Bilder in den Top‐Kollektionen Vetta und The Agency Collection, mit denen sich hohe Lizenzeinnahmen sowohl bei iStock selbst als auch über die Getty‐Seite erzie­len lie­ßen. Meine Einnahmen aus der Partnerschaft mit Getty betru­gen weni­ger als 5%, daher habe ich hier prak­tisch kei­ne Verluste gehabt. Andere iStock‐Fotografen erzie­len teil­wei­se bis zu 20% ihrer Lizenzeinnahmen über die Getty‐Seite und wei­te­re 20% aus den höher­prei­si­gen Kollektionen. Diese Bilder wer­den bei einer Vermarktung über Shutterstock & Co ziem­lich sicher kei­ne ähn­li­chen Umsätze erzie­len.

Auch hat­te ich das Glück, als einer der Gründungs‐Fotografen bei Stocksy United bereits von Anfang an auch eine Agentur zu haben, bei der ich „künst­le­risch höher­wer­ti­ge“ Bilder plat­zie­ren konn­te, die sich zah­len­mä­ßig eher sel­ten ver­kau­fen, bei denen der Kunde aber zumeist auch kein Problem damit hat, $50 oder $100 für eine Lizenz zu bezah­len. Mit Westend61 habe ich außer­dem eine Macrostock‐Agentur gefun­den, die einen Teil mei­ner Bilder über ihre Vertriebskanäle ver­mark­tet. Schließlich habe ich eini­ge Bilder über die (inzwi­schen nicht mehr exis­tie­ren­de) Getty‐Flickr‐Kollektion ver­trie­ben.

Natürlich gibt es einen wei­te­ren Faktor: Das Arbeitsvolumen. Ich kann heu­te nicht aus­schlie­ßen, dass ich mit ver­gleich­bar viel Arbeit auch als iStock‐Exklusiver wie­der deut­lich mehr ver­die­nen wür­de als zuletzt in 2012. Hatte ich zum Ende mei­ner Exklusivität rund 1.800 Bilder in mei­nem Portfolio, sind es heu­te bereits deut­lich über 3.000.

Meine persönlichen Schlussfolgerungen

Ich glau­be, mit dem wach­sen­den Volumen an Bildern in Microstock wird es schwie­ri­ger, sich aus­schließ­lich und mit allen Bildern in die­sem Markt zu posi­tio­nie­ren. Ausgewählte Bilder soll­ten zu höhe­ren Preisen ange­bo­ten wer­den. Für 2014 erwar­te ich, dass ich in die­sem Bereich rund 10% mei­ner Lizenzeinnahmen erzie­le. Mittelfristig ist es mein Ziel, rund 20% mei­ner Bilder über höher­prei­si­ge Agenturen anzu­bie­ten und ent­spre­chend hohe Einnahmen in die­sem Bereich zu gene­rie­ren.

All dies muss man sich jedoch erar­bei­ten, wenn man die Exklusivität bei iStockphoto auf­gibt. Die Idee, alle Bilder ein­fach bei Shutterstock und Fotolia hoch­zu­la­den, hal­te ich für zu ris­kant. Hier gehen vie­le – auch gute – Bilder ein­fach in der Masse unter. Die Nicht‐Exklusivität soll­te ja gera­de den Vorteil bie­ten, dass man für sich und sei­ne Bilder alle Kanäle und alle Marktsegmente belie­fern kann. Diesen Vorteil muss man nut­zen.

Für mich der wesent­li­che Vorteil nach der Exklusvität war jedoch einer­seits ein gro­ßer Motivationsschub und ande­rer­seits die uner­war­te­ten Möglichkeiten: Als Exklusiver ist man den Änderungen bei einer ein­zi­gen Agentur aus­ge­lie­fert. Zwar kann man iStock und Getty nicht für alle Entwicklungen des Marktes ver­ant­wort­lich machen, aber eini­ge Probleme waren und sind haus­ge­macht. Das kann stark belas­ten, wenn man von den Einnahmen dort abhän­gig ist. Wie bei mir gese­hen, kann eine Änderung im Suchalgorithmus sehr kurz­fris­tig zu einem Einbruch der Einnahmen füh­ren.

Verteilung der Einnahmen auf die verschiedenen Bildagenturen
Verteilung der Einnahmen auf die ver­schie­de­nen Bildagenturen

Zwar lese ich heu­te auch noch auf­merk­sam alle Änderungen bei den ver­schie­de­nen Agenturen. Aber ich bin nicht mehr abhän­gig davon, bei jeder Änderung auf der Seite der Gewinner zu sein. Falls eine Agentur heu­te ihre Suchergebnisse ändert, betrifft dies immer nur einen Teil mei­ner Einnahmen. Ich kann mich all­ge­mei­nen Markttrends zwar nicht ent­zie­hen, aber zumin­dest glei­chen sich Schwankungen leich­ter aus.

Schließlich eröff­nen sich teil­wei­se Möglichkeiten, die man als iStock‐Exklusiver nie auch nur in Erwägung gezo­gen hät­te. Rund 20% mei­ner Einnahmen heu­te erzie­le ich aus­ser­halb der Stock‐Fotografie. Das hät­te ich zwar auch als iStock‐Exklusiver machen kön­nen, jedoch hat man dort ver­ständ­li­cher­wei­se einen sehr ein­ge­schränk­ten Blick.

Insgesamt bin ich mit mei­ner per­sön­li­chen Entwicklung sehr zufrie­den, auch wenn ich ins­ge­samt noch zu wenig Geld ver­die­ne. Neben der finan­zi­el­len Situation hat sich vor allem auch mei­ne Perspektive auf die Fotografie geän­dert: Wenn man aus­schließ­lich für iStock pro­du­ziert, schränkt man sich foto­gra­fisch oft­mals stark ein – man macht ein­fach das, wovon man bereits weiß, dass es akzep­tiert wird und sich ver­kauft. Heute kann ich viel mehr Risiken ein­ge­hen, auch mal unge­wöhn­li­che Motive oder eine neue Bearbeitungstechnik aus­zu­pro­bie­ren. Zwar erhal­te ich dann auch öfter Ablehnungen bei einer Agentur, kann es dann aber auch bei einer zwei­ten oder drit­ten pro­bie­ren.

Meine Zahlen deu­ten dar­auf hin, dass ich im Herbst an mei­ne bes­ten Monate aus den Jahren 2010 und 2011 anknüp­fen kann. Und ich bin über­zeugt, dass ich 2015 neue Rekordeinnahmen ver­mel­den kann. Daher kann ich vol­ler Überzeugung sagen, dass ich den Schritt in die Nicht‐Exklusivität in den letz­ten 15 Monaten nicht ein ein­zi­ges Mal bereut habe.

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?