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Fotos online verkaufen ohne Stock‐Bildagenturen

Manchmal erhal­te ich Anfragen von Leuten, die Geld mit ihren Bildern ver­die­nen wol­len, ohne sie über „klas­si­sche“ Bildagenturen anzu­bie­ten. Die Antwort fällt mir etwas schwer, weil ich das sel­ten mache. Um die Neugier trotz­dem etwas zu befrie­di­gen, habe ich mit Hilfe eini­ger Kolleginnen und Kollegen eine Auswahl an Alternativen erstellt.

Mein „etwas ande­rer“ Look über eine ande­re Bildagentur

Im Gegensatz zu mei­nen sons­ti­ge  Artikeln flie­ßen hier deut­lich weni­ger per­sön­li­che Erfahrungen von mir ein, dafür ver­su­che ich, auf die Erfahrungen ande­rer zu ver­lin­ken.

Kalender verkaufen

Statt Fotos kann man auch Kalender mit eige­nen Bildern ver­kau­fen. 2012 star­te­te in die­sem Bereich der Anbieter Calvendo, wel­cher mitt­ler­wei­le im Bereich der „Self Publishing“-Kalender der Marktführer ist. Der Vorteil einer Zusammenarbeit mit Calvendo ist, dass die fer­ti­gen Kalender eine ISBN‐Nummer erhal­ten und damit bei allen Buchhändlern gelis­tet sind. Der Nachteil ist der zusätz­li­che Aufwand der Kalender‐Gestaltung, immer ver­bun­den mit even­tu­el­len Ablehnungen der Kalender sei­tens Calvendo, wenn die Motive nicht gut genug oder das Thema schon über­lau­fen ist. Einer der aus­führ­lichs­ten und lesens­wer­tes­ten Erfahrungsberichte gibt es hier von Tommaso Maiocchi.
Andere Anbieter, wo man sei­ne eige­nen Kalender anbie­ten kann, sind zum Beispiel der Shop‐Bereich von meinbildkalender.de oder lulu.com.

Print‐On‐Demand Webseiten

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff voll­kom­men pas­send ist, ich mei­ne jeden­falls Webseiten, wo Leute alle mög­li­chen Produkte mit dei­nen Motiven bestel­len kön­nen. Üblicherweise sind das T‐Shirts, Tassen oder Poster, es gibt auch aber alle mög­li­chen ande­ren Produkte wie Brotdosen, Handyhüllen und so wei­ter.

Bekannte Anbieter sind hier zum Beispiel Zazzle, Redbubble, Cafépress, Society6Spreadshirt, Fineartprint und eini­ge mehr. Während die ers­ten vier Firmen fast alles bedru­cken, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, haben sich ande­re Anbieter etwas spe­zia­li­siert, Spreadshirt zum Beispiel auf T‐Shirts (und ande­re Kleidung) oder Fineartprint auf Kunstdrucke.

Der Vorteil die­ser Firmen ist, dass hier eine ganz ande­re Zielgruppe als bei Bildagenturen ange­spro­chen wird: Weniger die Firmenkunden, son­dern vor allem Privatkunden, die Geschenke suchen oder Dekoration für die eige­ne Wohnung. Der Nachteil ist, dass man bei den Firmen oft jedes Produkt für die unter­schied­li­chen Produkte anpas­sen muss. Mit „ein­fach zig Bilder hoch­la­den und fer­tig“ ist hier meist nicht getan. Außerdem muss je nach Anbieter und Produkt das Druckverfahren berück­sich­tigt wer­den, weil zum Beispiel ganz dün­ne Linien meist nicht gut gedruckt wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen.

Wer sich einen Eindruck von den Verkaufsmöglichkeiten machen will, fin­det bei Fineartprint eine Liste der „Top 100 Verkäufer“ mit Verkaufszahlen zu jedem Bild ange­zeigt. Demnach haben die Top‐Verkäufer mit ca. 1000–2000 Bildern online bis­her knapp 3000 Verkäufe ins­ge­samt erzielt. Eine der Top‐Verkäuferinnen bei Zazzle teilt hier aus­gie­bi­ge Zahlen zu ihren Einnahmen.

DIY‐Webseiten

Wer eine stär­ke­re Kontrolle über die ange­bo­te­nen Produkte und deren Qualität behal­ten will, kann kom­plett eige­ne (Foto-)Produkte über Webseiten wie Etsy anbie­ten. Der offen­sicht­li­che Nachteil ist hier, dass man die Produkte selbst vor­rä­tig haben und dann auch ver­schi­cken muss. Deswegen eig­net sich die­ser Kanal mei­nes Erachtens weni­ger gut für Fotoprodukte. Wer es den­noch wagen will, fin­det hier eine Gebührenübersicht von Etsy.

Nicht ganz tref­fend, aber als ers­ter Einblick viel­leicht nütz­lich sind die­se Beispiele erfolg­rei­cher DIY‐Schmuckanbieter bei Etsy. Hier ist ein wei­te­rer Umsatzbericht einer erfolg­rei­chen Etsy‐Verkäuferin.

Digitale Marktplätze für Kreative

Mit „digi­ta­len Kreativ‐Marktplätzen“ mei­ne ich Webseiten wie Creative Market, Gumroad oder TheHungryJPEG. Diese Webseiten kom­men Bildagenturen schon sehr nahe, mit dem Unterschied, dass hier die Künstler deut­lich mehr Einfluss auf die Präsentation ihrer Produkte und der Angebote haben. Außerdem ist das Angebot weni­ger stan­da­ri­siert, es kön­nen neben Fotos oder Illustrationen zum Beispiel auch Fonts, Templates, Photoshop‐Pinsel, Layer Styles und vie­les mehr ange­bo­ten wer­den. Gerne wer­den dort ein­zel­ne Produkte zu „Bundles“ zusam­men­ge­fasst, die zusam­men güns­ti­ger als die ein­zel­nen Produkte sind.

Es gibt etli­che Erfahrungsberichte und Tipps zu Creative Market online, hier einer als Beispiel. Zu Gumroad gibt es hier oder hier gemisch­te Berichte.

Für rei­ne Fotos sind die­se Webseiten nicht unbe­dingt die bes­ten Anlaufstelle, wer aber neben Fotos ande­re digi­ta­le Kreativprodukte her­stel­len kann, für den kön­nen die­se Marktplätze durch­aus loh­nend sein.

Wer noch mehr Kontrolle haben will, kann mit Diensten wie Sellfy, Shopify oder Xmstore auch einen eige­nen Shop oder eine eige­ne Bildagentur auf­bau­en.

Bildagenturen, die anders sein wollen

Wer das Konzept von Bildagenturen schon ganz attrak­tiv fin­det, sich aber nur nicht mit dem bevor­zug­ten Bildstil anfreun­den kann, soll­te sich „alter­na­ti­ve“ Bildagenturen anschau­en, die meist nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip arbei­ten, aber je nach Agentur einen ganz ande­ren Bildlook bevor­zu­gen.

Dazu gehö­ren zum Beispiel Firmen wie Photocase, Stocksy, 500px, Twenty20 oder EyeEm, wel­che oft aus Fotocommunites her­vor­ge­gan­gen sind. Bei Photocase haben zum Beispiel eini­ge Fotografen gute Erfahrungen gemacht, wenn sie gezielt die Bilder dort hoch­ge­la­den haben, wel­che ihnen bei Shutterstock oder Adobe Stock abge­lehnt wur­den. Mein Kollege Michael Zwahlen hat über sei­ne Einnahmen bei EyeEm hier berich­tet. Über die Einnahmen bei Photocase im Vergleich zu Microstock‐Agenturen schreibt hier Werner Rebel.

Generelle Unterschiede zu Bildagenturen

Der Hauptunterschiede der oben beschrie­be­ne­nen alter­na­ti­ven Vertriebswege ist mei­nes Erachtens die ande­re Bildsprache. Da im Gegensatz zu den Microstock‐Agenturen Privatkunden abge­spro­chen wer­den, sind „schö­ne­re“ Motive gefragt, die sich gut als Wandschmuck eig­nen wür­den. Wer also ger­ne Blümchen, Sonnenuntergänge oder nied­li­che Kätzchen foto­gra­fiert, hat damit dort sicher mehr Erfolg als bei den übli­chen Bildagenturen. Einige mei­ner Bestseller‐Motive wie Business‐Teams hin­ge­gen hät­ten bei Photocase oder Calvendo sicher kei­ne Chance.

Der zwei­te Unterschied ist, dass jede die­ser Seiten wie­der ganz ande­re Anforderungen an die hoch­ge­la­de­nen Dateien hat und je nach Seite deut­lich mehr zusätz­li­che Informationen (wie z.B. Vorschaubild oder Produktbeschreibung) ver­langt. Teilweise wer­den auch nicht mal IPTC‐Daten aus­ge­le­sen. Das alles macht es schwer, einen uni­ver­sel­len Workflow zu fin­den, mit dem meh­re­re die­ser Agenturen gleich­zei­tig belie­fert wer­den könn­ten.
Unter dem Strich bleibt aber eine Gemeinsamkeit mit den gro­ßen Bildagenturen: Nur weni­ge Fotografen schaf­fen es, dort viel zu ver­die­nen. Das sind meist auch die, die regel­mä­ßig hohe Qualität lie­fern. Wer sich nicht aus­gie­big mit einer Webseite beschäf­tigt und am Ball bleibt, wird bald wegen zu gerin­ger Umsätze frus­triert auf­ge­ben.

Die besten Bildagenturen 2017 (Auswertung meiner Umfrage)

Nach dem Erfolg mei­ner Bildagentur‐Umfrage letz­tes Jahr habe ich auch die­ses Jahr wie­der eine Umfrage auf mei­ner Facebook‐Seite gestar­tet, um zu fra­gen, bei wel­chen Bildagenturen mei­ne Leserinnen und Leser im Jahr 2017 die meis­ten Umsätze erzielt hat­ten.

Die Ergebnisse soll­ten sie nach Umsatz abstei­gend sor­tiert als Kommentar hin­ter­las­sen. Insgesamt haben sich über 50 Leute betei­ligt, wes­halb ich erneut ger­ne die Ergebnisse aus­wer­ten möch­te.

Die besten Bildagenturen 2017

  1. Adobe Stock (Fotolia)* (391) (-)
  2. Shutterstock* (370) (-)
  3. iStock (225) (-)
  4. 123rf* (104) (-)
  5. Dreamstime* (97) (-)
  6. Eyeem (96) (+4)
  7. Westend61 (71) (+1)
  8. Bigstock (54) (-)
  9. Getty Images (51) (neu)
  10. Pond5 (48) (-4)
  11. Depositphotos (46) (-4)
  12. Alamy (40) (neu)
  13. Colorbox (35) (neu)
  14. Photocase (27) (-3)
  15. Chromorange (17) (neu)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel‐Tabelle eine Liste gemacht und in die ers­te Spalte jede Agentur ein­ge­tra­gen, die genannt wur­de. In den nächs­ten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte ver­ge­ben, basie­rend auf der Sortierung der genann­ten Agenturen. Die ers­te Agentur, also die mit dem meis­ten Umsatz bekam 10 Punkte, die als zwei­tes genann­te Agentur bekam 9 Punkte und so wei­ter.
Die Werte habe ich pro Agentur sum­miert und die Liste dann nach den Punkten sor­tiert. Das Ergebnis sehr ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jewei­li­gen Agentur.
Insgesamt wur­den 33 ver­schie­de­ne Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ers­ten 15 Agenturen beschränkt, weil das sta­tis­ti­sche Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel grö­ßer ist.

Hinweise:
Bei der Auswertung haben vier Leute ins­ge­samt drei ver­schie­de­ne Agenturen ange­ge­ben (2x Fotolia, 1x Eyeem, 1x Chromorange), wel­che sie exklu­siv belie­fern. Würde man die­se Punkte raus­rech­nen, wür­de sich an der Reihenfolge jedoch nichts ändern, nur Chromorange wür­de hin­ten raus­fal­len.
Außerdem wur­de bei der Umfrage nicht unter­schie­den, ob die Leute Videos oder Fotos oder bei­des ver­kau­fen, wie vie­le Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hoch­la­den. Die hohe Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch ver­mut­lich nicht aus deren Fotoverkäufen.

Meine bes­ten Agenturen 2017
Wer die obi­ge Liste nach­rech­nen oder anders aus­wer­ten will, kann das eben­falls machen, mei­ne Datenbasis ist ja (fast) frei ein­seh­bar. (Hier könnt ihr auch direkt mei­ne Excel‐Tabelle run­ter­la­den). Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2017 am meis­ten Umsatz erzielt habe und die ich eben­falls in obi­ge Rechnung habe ein­flie­ßen las­sen. In Klammern wie­der die Veränderung zum Vorjahr:

  1. Adobe Stock (Fotolia) (-1)
  2. Shutterstock (-1)
  3. 123rf (-1)
  4. Dreamstime (-1)
  5. Canva (+1)
  6. Bigstock (-1)
  7. Eyeem (+2)
  8. Pond5 (-1)
  9. Alamy (+1)
  10. Westend61 (-1)

Was sagt uns diese Auswertung?

Ganz oben ran­geln sich Adobe Stock und Shutterstock um die Spitzenposition, wobei Shutterstock etwas auf­ge­holt hat. Dann gibt sich iStock Mühe, den Anschluss nicht zu ver­lie­ren und das Mittelfeld mit 123rf, Dreamstime und EyeEm ist schon weit abge­schla­gen, von den rest­li­chen Agenturen ganz zu schwei­gen.

Überraschungssieger ist die­ses Jahr EyeEm, wel­che sich um vier Plätze nach oben kämp­fen konn­te. Verlierer sind dies­mal Pond5 und Depositphotos mit je vier Plätzen Abstieg. Canstock, Canva, Zoonar und Stocksy als Tabellenletzte im Vorjahr sind dies­mal gar nicht mehr dabei.

Wer als Einsteiger in die Stockfotografie wis­sen will, wel­che Agenturen er belie­fern soll­te, kann im Grunde die obi­ge Liste von oben nach unten durch­ar­bei­ten, wobei der zu erwar­ten­de Umsatz stark mit der Höhe der Balken im Diagramm kor­re­liert.

Überrascht euch die Liste? Oder hät­tet ihr ähn­li­ches erwar­tet?

Die 6 wichtigen Unterschiede zwischen dem Smartphone und einer DSLR‐Kamera

Schon vor einem Jahr habe ich an die­ser Stelle eine Lanze für das pro­fes­sio­nel­le Fotografieren mit dem Smartphone gebro­chen.

Da ich trotz­dem wei­ter­hin mit mei­ner „rich­ti­gen“ digi­ta­len Spiegelreflexkamera foto­gra­fie­re, fal­len mir die Unterschiede zwi­schen bei­den Welten deut­lich auf.

Wer die­se Unterschiede kennt und zur rich­ti­gen Zeit ein­zu­set­zen weiß, kann sei­ne Fotos deut­lich ver­bes­sern.

Immer dabei

Der wohl wich­tigs­te Punkt. Das Smartphone habe ich immer in der Hosentasche, die min­des­tens zwei Kilo schwe­re DSLR nicht. Motive wie die­sen vol­len Mülleimer* in einer öffent­li­chen Toilette hät­te ich sonst nicht auf­ge­nom­men.

Gewicht und Größe

Die Smartphone‐Kamera ist leich­ter und klei­ner. Paradoxerweise führt eine leich­te­re und klei­ne­re Kamera zu unschär­fe­ren Bildern durch mehr Verwackelungen, weil das Kameragewicht die Körperbewegungen nicht mehr aus­glei­chen kann. Das bedeu­tet: Beim Fotografieren das Smartphone bewusst ruhig hal­ten.

Smartphones sind unauffällig

Das gerin­ge­re Gewicht und die kom­pak­te Bauweise der Smartphones bringt als Vorteil jedoch die Unauffälligkeit. Manchmal hät­te ich mich ein­fach nicht getraut, mei­ne rie­si­ge Kamera aus­zu­pa­cken, das dicke Objektiv anzu­schrau­ben, um dann erst fünf Minuten mit Leuten dis­ku­tie­ren zu müs­sen, die mei­nen, mir das Fotografieren ver­bie­ten oder ein­fach fach­sim­peln zu wol­len.

Als ich mit einem Model unter­wegs war, um test­wei­se bewusst nur Smartphone‐Fotos zu machen, war ich erstaunt, wie wenig wir bei­de wahr­ge­nom­men wur­den, wäh­rend die glei­chen Situationen mit mei­ner DSLR oft eine klei­ne Menschentraube erzeu­gen wür­den.

Ungewöhnlichere Perspektiven möglich

Größe und Gewicht der Smartphones ermög­li­chen mir auch unge­wöhn­li­che Perspektiven, die aus ver­schie­de­nen Gründen mit einer DSLR nicht oder nur schwer umsetz­bar wären.

Beim Foto die­ser Seerose* von oben habe ich mei­ne Hand am Teichrand so weit aus­ge­streckt, dass mein Handy fast ein Meter in den Teich rein rag­te, so hät­te ich die DSLR nie hal­ten kön­nen.

Seerose von obenBei der Aufnahme die­ses Wollschweins* habe ich durch einen eng­ma­schi­gen Zaun foto­gra­fie­ren müs­sen, das ging nur, weil die Linse der Smartphone‐Kamera deut­lich klei­ner ist. Bei der DSLR hät­te ich unscharf den Zaun mit auf dem Foto gehabt.

WollschweinÄhnlich schwie­rig wäre die­se Aufnahme aus dem Flugzeugfenster* mit einer DSLR weil durch die grö­ße­re Linse die Gefahr viel höher wäre, Kratzer oder Reflexionen des Fensters mit auf das Bild zu bekom­men.

Über den Wolken von Texas, USA

Verstehe den kleinen Sensor

Der Bildsensor in einem iPhone 6 ist ca. 4,9 x 3,7 mm groß. Zum Vergleich: Meine Canon 5 D Mark III hat einen Bildsensor, der 36x 24 mm groß ist. Damit hat die­ser eine mehr als 47x grö­ße­re Fläche.

Mehr Fläche heißt oft auch: Der Sensor ist licht­emp­find­li­cher, weil mehr Platz da ist, auf den das Licht fal­len kann.

Im Umkehrschluss heißt es: Bei ungüns­ti­gen Lichtverhältnissen muss das Smartphone immer noch oft genug kapi­tu­lie­ren. Vor allem, wenn die Fotos ver­kauft wer­den sol­len, weil die Bildagenturen streng gegen zu viel Bildrauschen sind. Will ich also abends auf einer Party foto­gra­fie­ren oder in einem Raum ohne Tageslicht, las­se ich das Smartphone ste­cken und bemü­he doch die DSLR.

Der Vorteil des klei­ne­ren Sensors ist jedoch die deut­lich gerin­ge­re Naheinstellgrenze. Während das „Standardobjektiv“ 24–70mm f.2.8 von Canon erst ab 38 cm scharf stel­len kann, sind es beim iPhone 6 nur 8 cm. Übersetzt: Ich kann fast fünf mal dich­ter an das Motiv ran­ge­hen. Das ist ide­al für Makroaufnahmen.

Auch die Schärfentiefe ändert sich deut­lich mit der Sensorgröße. Bei den Mini‐Smartphone‐Sensoren ist viel mehr vom Hintergrund scharf. Auch das kommt Makro‐Fotografen ent­ge­gen. Ungünstig ist es hin­ge­gen für Portraits. Hier heißt es, beson­ders stark auf einen ruhi­gen Hintergrund* zu ach­ten, der nicht vom Gesicht der foto­gra­fier­ten Person ablenkt.

Mobiler Workflow

Wenn ich von einem Fotoshooting mit mei­ner DSLR unter­wegs nach Hause fah­re, kann ich auf dem Weg höchs­tens schon mal eini­ge Fotos löschen oder als beson­ders gut mar­kie­ren, um sie spä­ter zu Hause am Computer wei­ter bear­bei­ten zu kön­nen.

Habe ich hin­ge­gen mit mei­nem Smartphone Fotos gemacht, bear­bei­te die­se manch­mal mit eini­gen Apps und lade ich das Foto oft schon Sekunden spä­ter über Apps wie Fotolia Instant oder EyeEm zum Verkauf hoch.

Fazit

Ich bin weit davon ent­fernt, mei­ne DSLR ein­stau­ben zu las­sen, nur weil ich immer mein Smartphone bei mir habe. Je nach Situation ent­schei­de ich mich jedoch auch mal bewusst für das Handyfoto, wenn es, wie oben beschrie­ben, Vorteile mit sich bringt.

Welche Vorteile sieht ihr bei Smartphone‐Fotos?

* Affiliate

Die besten 22 Smartphone‐Apps für Profi‐Fotografen

Seit dem Start der Smartphone-App „Fotolia Instant“ ver­kau­fe ich regel­mä­ßig mei­ne Handy‐Bilder und ver­su­che, mei­nen kom­plet­ten Workflow auf dem Handy zu las­sen, also auch die Bearbeitung und das Hochladen der Bilder unter­wegs vom Smartphone aus machen zu kön­nen.

Im Laufe der Zeit haben sich eini­ge Apps her­aus­kris­tal­li­siert, die dafür deut­lich bes­ser geeig­net sind als ande­re.

Bevor sich jemand über den Titel auf­regt, eine Definition:
Als Profi bezeich­ne ich Leute, wel­che mit ihren Smartphone‐Fotos Geld ver­die­nen (wol­len). Ich kon­zen­trie­re mich außer­dem auf Apps, die für die Entstehung und den Vertrieb der Fotos nötig sind. Ich bespre­che hier also kei­ne Hilfsmittel wie Sonnenstand‐Rechner oder Auftragsverwaltung.

Eine Auswahl von Fotografie-Apps auf meinem Smartphone
Eine Auswahl von Fotografie‐Apps auf mei­nem Smartphone

Die genann­ten Apps nut­ze ich alle auf mei­nem iPhone. Wenn ver­füg­bar, gebe ich auch die Quelle für Android an, kann aber nicht garan­tie­ren, dass der Funktionsumfang oder die Qualität die glei­che ist.

Was sind gute Smartphone‐Apps für professionelle Fotografen?

Wer sei­ne Fotos ver­kau­fen will, möch­te die Bilder in der höchst­mög­li­chen Auflösung anbie­ten. Zum einen weil so mehr Kunden erreicht wer­den, die zum Beispiel gro­ße Bilder für den Druck brau­chen und zum ande­ren, weil Verkäufe einer höhe­ren Auflösung je nach Agentur oft auch bes­ser ver­gü­tet wer­den.

Das bedeu­tet, dass alle Apps nutz­los sind, wel­che das Originalfoto zwar pro­blem­los impor­tie­ren, aber nur einen Export in Webgrößen erlau­ben. Außerdem gibt es vie­le Apps, die zwar coo­le Filter anbie­ten, aber kei­ne vol­le Kontrolle über die Stärke des Filters erlau­ben oder ein­fach das Bild zu stark fil­tern, sodass es zum Schluss zu künst­lich aus­sieht.

Apps zur Aufnahme

Es gibt eini­ge Apps, wel­che die eher rudi­men­tä­ren Funktionen der Smartphone‐internen Kamera‐App deut­lich aus­wei­ten, zum Beispiel „Camera+“ (iPhone) oder „Pro Camera“ (iPhone). Camera+ kann zum Beispiel beim Exportieren der Fotos auch die Geodaten ent­fer­nen, was hilf­reich ist, wenn die Käufer nicht sehen sol­len, wie die GPS‐Koordinaten des eige­nen Gartens sind. Pro Camera hin­ge­gen kann als eine der sehr weni­gen Apps Fotos als TIFF spei­chern, um Qualitätsverluste durch Komprimierung zu ver­mei­den.

Ich geste­he jedoch, dass ich fast immer die nor­ma­le Kamera‐App nut­ze, weil ich die­se schon direkt vom Sperrbildschirm mit einer Bewegung akti­vie­ren kann. Bei Schnappschüssen unter­wegs zählt ja jede Sekunde, bevor der „ent­schei­den­de Moment“ wie­der vor­bei ist.

Eine Spezial‐Anwendung ist „Cycloramic“ (iPhone/Windows Phone), wel­che Panoramafotos und –Videos auf­neh­men kann und dabei mehr Einstellungsmöglichkeiten sowie eine noch höhe­re Auflösung als die nati­ve Kamera‐App bie­tet.

Wer ger­ne nachts foto­gra­fiert oder Langzeitbelichtungen machen will, wird „SlowShutter“ (iPhone/Android) zu schät­zen ler­nen. Damit kann die Belichtungszeit manu­ell ver­län­gert wer­den.

Universal‐Apps zur Bearbeitung

Fast kein Foto von mir kommt in den Verkauf, ohne nicht vor­her durch „Snapseed“ (iPhone/Android) gewan­dert zu sein. Hier kann ich Bilder dre­hen, zuschnei­den, schär­fen, „stür­zen­de Linien“ behe­ben, Farbton, Helligkeit, Kontrast und vie­les mehr anpas­sen. Es gibt vie­le ande­re Apps, die das eben­falls kön­nen, aber Snapseed ist leicht bedien­bar, dezent in der Effektstärke und hat eine aus­führ­li­che Undo‐Funktion. Einziges Manko: Bei der Auswahl der Bilder aus dem Fotoalbum kann nicht durch die Vollbilddarstellungen gescrollt wer­den.

Bild direkt aus dem iPhone und nach der Bearbeitung mit Snapseed
Bild direkt aus dem iPhone und nach der Bearbeitung mit Snapseed

Eine ande­re Universal‐App ist „Afterlight“ (iPhone/Android), die zusätz­lich auch Doppelbelichtungen, Silhouetten sowie künst­li­che Light Leaks anbie­tet.

Vom Schwergewicht Adobe gibt es „PS Express“ (iPhone/Android) als Bearbeitungs‐App, die lei­der eini­ge nütz­li­che Funktionen (Stempel‐Werkzeug) der iPad‐Version nicht auf dem iPhone anbie­tet.

Apps für Retusche

Wer Bilder kom­mer­zi­ell anbie­tet, muss dar­auf ach­ten, dass kei­ne Logos zu sehen sind. Wer Fotos von Personen macht, möch­te auch ab und zu eini­ge Pixel oder ande­re Unzulänglichkeiten ver­schwin­den las­sen. Einige Apps bie­ten das an, was unter Photoshop als „Heilstempel“ bekannt ist. Da wird auf eine uner­wünsch­te Stelle (Pickel) getippt und das Programm füllt die Stelle mit Informationen aus den umlie­gen­den Flächen. Das funk­tio­niert manch­mal sehr gut, manch­mal aber über­haupt nicht.

Deswegen ist in eini­gen Fällen ein Stempel‐Filter deut­lich nütz­li­cher, wo der Fotograf bestimmt, von wo die Informationen her­kom­men sol­len und in wel­cher Größe und wie weich der Übergang sein soll. Das kön­nen nur weni­ge Apps. Eine App, die das kann (und den High‐Resolution‐Export erlaubt), ist „HandyPhoto“ (iPhone/Android). Leider ist sie etwas umständ­lich zu bedie­nen. Vom glei­chen Anbieter tes­te ich gera­de auch die App „TouchRetouch“ (aktu­ell noch in der Beta), wel­che sich kom­plett auf das Retuschieren von Bildern spe­zia­li­siert hat und einen logi­sche­ren Workflow hat.

Objekte entfernen mit HandyPhoto (vorher/nachher)
Objekte ent­fer­nen mit HandyPhoto (vorher/nachher)

Für Portraits bie­tet sich „Facetune“ (iPhone/Android) an, wel­ches lei­der kein Stempel‐Werkzeug hat, dafür aber Weichzeichnungsfunktionen für die Haut und auch „Verflüssigen“-Werkzeuge anbie­tet.

Apps für Filter und Looks

Seit Instagram ist es hip, jedes bana­le Foto mit einem Filter zu ver­se­hen. Aber: Manchmal wir­ken dadurch Fotos ein­fach bes­ser. Die oben erwähn­ten Universal‐Apps Snapseed und Afterlight haben bei­de auch eini­ge nütz­li­che Filter‐Sets an Bord, die ich ab und an nut­ze.

Zusätzlich gibt es „VSCOcam“ (iPhone/Android), die vie­le orga­nisch aus­se­hen­de Filter anbie­ten, teil­wei­se lei­der zu hap­pi­gen Preisen.

An Flexibilität kaum zu über­bie­ten hin­ge­gen ist „Stackables“ (iPhone). Wie der Name schon andeu­tet, kön­nen hier belie­big vie­le Filter, Verlaufsmasken, Einstellungsebenen und so wei­ter mit­ein­an­der kom­bi­niert und über­ein­an­der gelegt („sta­cked“) wer­den. Zusätzlich gibt es vie­le fer­ti­ge Presets und die eige­nen Kombinationen kön­nen eben­falls als Presets gespei­chert wer­den. Leider ist das Programm nicht intui­tiv und erfor­dert viel Einarbeitungszeit, um wirk­lich alle Möglichkeiten aus­schöp­fen zu kön­nen.

Ausgangsbild (mit Snapseed bearbeitet) und nach der Bearbeitung in Stackables
Ausgangsbild (mit Snapseed bear­bei­tet) und nach der Bearbeitung in Stackables

Einige Fotografen lie­ben auch „Hipstamatic“ (iPhone), aber mir ist das zu „retro“, auf Bilder war­ten zu müs­sen.

Apps für Collagen

Manchmal ist es sinn­voll, meh­re­re Bilder „als eins“ anzu­bie­ten, also Collagen zu erstel­len. Hier ist die Hürde, Apps zu fin­den, wel­che den Export in hoher Auflösung erlau­ben. Zwei Apps, die das gut machen, sind „Diptic“ (iPhone) und „Tiled“ (iPhone). Während ers­te­re nur qua­dra­ti­sche Endformen erlaubt, dafür aber auch vie­le unge­wöhn­li­che Layoutformen anbie­tet, kann die zwei­te App auch hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le, sowie Panoramaformate erstel­len.

"Bildgeschichte" erstellt mit Diptic
„Bildgeschichte“ erstellt mit Diptic

Apps für Spezialeffekte

Früher muss­te man für „Tiny Planet“-Bilder umständ­li­che Aufnahmereihen mit sei­ner Kamera machen und viel Zeit für die Bearbeitung am Computer ein­pla­nen. Heute reicht eine Panoramaaufnahme mit dem Handy und eine App. Ich nut­ze ent­we­der „Living Planet“ (iPhone) oder „RollWorld“ (iPhone). Kann auch mit den Cycloramic‐Aufnahmen (sie­he oben) kom­bi­niert wer­den. Die Auflösung der fer­ti­gen Bilder liegt bei „Living Planet“ lei­der nur bei 4 MP (2000 x 2000 Pixel), bei „RollWorld“ hin­ge­gen bei 9 MP (3000 x 3000 Pixel).

"Tiny Planet" erstellt mit RollWorld
„Tiny Planet“ erstellt mit RollWorld

Es kommt nur sel­ten vor, aber manch­mal möch­te ich ein Bild aus Wörtern oder Smileys bestehen las­sen. Dafür gibt es „WordFoto“ (iPhone), hier wird beim Export jedoch sogar hoch­ska­liert.

Apps zur Information

Leider gibt es kei­ne Möglichkeit, sich bestimm­te wich­ti­ge Dateiinformationen zu den Bildern ohne eine zusätz­li­che App anzei­gen zu las­sen. Deswegen nut­ze ich „ExifWizPro“ (iPhone), wel­che mir sämt­li­che EXIF‐Daten eines Bildes anzei­gen kann, zum Beispiel Blende, Belichtungszeit, Aufnahmezeit, die Pixelgröße oder die GPS‐Daten, auch auf einer Karte.

Wer Models foto­gra­fiert, kann mitt­ler­wei­le sogar die Modelverträge per Smartphone aus­fül­len las­sen. Die am meis­ten akzep­tier­te App ist hier „Easy Release“ (iPhone/Android), mit der sogar die Verträge auch indi­vi­du­ell ange­passt wer­den kön­nen.

Apps zum Fotoverkauf

Vor einer Weile hat­te ich hier schon einen Artikel geschrie­ben über Apps zum Fotoverkauf. In der Praxis nut­ze ich haupt­säch­lich „Instant“ (iPhone/Android) sowie seit eini­gen Wochen auch „Eyeem“ (iPhone/Android). Bei Instant wer­den die Fotos über die „Instant Collection“ von Fotolia ver­kauft, bei Eyeem über die „Eyeem Collection“ von Getty Images.

kneschke-eyeem 27-07-2015 11-22-00Bei Instant muss man die Fotos selbst ver­schlag­wor­ten, hat dafür aber die kom­plet­te Kontrolle über die­sen Prozess, wäh­rend Eyeem selbst ver­schlag­wor­tet, die Qualität dafür jedoch manch­mal zu wün­schen übrig lässt. Eyeem hat auch selbst etli­che Filter im Angebot, die ich auch ger­ne nut­ze statt einer sepa­ra­ten App.

Andere Bildagenturen, die eige­ne Apps für den Upload von Smartphone‐Fotos haben, sind Alamy („Stockimo“), 123rf („On The Go“), Dreamstime („Companion“) oder Shutterstock („Contributor“).

Nachteile der Smartphone‐Fotografie

So bequem es auch ist, unter­wegs paar Schnappschüsse mit dem Handy zu machen und die­se noch auf dem Weg nach Hause zu ver­kau­fen, hat die Smartphone‐Fotografie lei­der eini­ge Nachteile.

Ich habe lei­der noch kei­ne gute Möglichkeit gefun­den, mei­ne Fotos zu sichern und zu ver­wal­ten. Aktuell mache ich es so, dass ich alle paar Wochen die neu­en Fotos von mei­nem iPhone auf eine exter­ne Festplatte zie­he und irgend­wann die ältes­ten lösche. Das ist lei­der nicht ide­al, weil ich auf ganz alte Fotos nicht spon­tan zugrei­fen kann, wenn ich zum Beispiel eine neue App aus­pro­bie­re. Außerdem spei­chert das iPhone die Fotos in kryp­ti­sche ver­schie­de­ne Ordner, die ich alle ein­zeln nach Datum sor­tie­ren muss, um die noch nicht gespei­cher­ten Fotos zu fin­den.

Auch die Verschlagwortung lässt sich nicht wie am PC in den Metadaten spei­chern und ich müss­te sie für jede Agentur, die das ver­langt, neu ein­tip­pen. Das ist auch einer der Gründe, war­um ich nur mit zwei Apps regel­mä­ßig hoch­la­de.

Welche Foto‐Apps nutzt ihr regel­mä­ßig pro­fes­sio­nell? Und war­um?

Stockfotografie‐News 2014‐03‐14

Was schon seit über zwei Monaten kei­ne News‐Sammlung mehr? Eigentlich woll­te ich die neus­te Zusammenstellung der Nachrichten schon letz­ten Freitag brin­gen, aber dann kam die Aufregung um „Getty Embed“ dazwi­schen. Aber heu­te:

  • Shutterstock-CEO Jon Oringer blickt auf das erfolg­rei­che Jahr 2013 für Shutterstock zurück.
  • Auch Alamy ver­öf­fent­lich­te eini­ge span­nen­de Zahlen als Rückblick auf das Jahr 2013. Am span­nends­ten ist wohl, dass letz­tes Jahr 12,2 Millionen USD an Fotografen aus­ge­zahlt wur­den.
  • Die letz­ten Jahre schon hat Tyler Olson von der Microstockgroup.com eine Umfrage unter den Microstock‐Fotografen gemacht. Die  Ergebnisse für das Jahr 2013 zeigt er hier als kur­ze Infografik oder hier etwas aus­führ­li­cher.
  • Fotolia star­tet den „Dollar Photo Club“, bei dem sich die Mitglieder aus dem glei­chen Angebot wie bei Fotolia direkt bedie­nen kön­nen. Der Vorteil scheint daher eher der Preis von einem Dollar pro Foto zu sein.
  • Noch mal Shutterstock: Hier stellt die Agentur welt­wei­te Design‐Trends für 2014 vor. Auch im Hinblick auf Fotoproduktionen inter­es­sant.
  • Getty Images stellt die neue iPhone‐App „Getty Moments“ vor, mit der regis­trier­te Fotografen Kunden‐Briefings direkt aufs Handy bekom­men und umset­zen kön­nen. Damit macht die Agentur Firmen wie Scoopshot oder Imagebrief direk­te Konkurrenz.
  • Fast gleich­zei­tig erklärt Getty Images die Partnerschaft mit Flickr für been­det. Die alten Verträge gel­ten (noch) wei­ter­hin, neue Bilder sol­len dann über Getty Moments und EyeEm (sie­he unten) kom­men.
  • iStock hat indi­rekt die Preise erhöht, indem die kleins­te Bildgröße XS ersatz­los gestri­chen wur­de und Kunden nun die nächst­grö­ße­re (und teu­re­re) Bildgröße kau­fen müs­sen.
  • Noch mal iStock: Die Agentur führt ein neu­es Abo‐Modell ein, wel­ches auch viel exklu­si­ves Material ent­hal­ten soll (im Gegensatz zum Thinkstock‐Abo). Den Fotografen wer­den für das Abo aber kei­ne „Redeemed Credits“ (RC) ange­rech­net. Das ist wie­der einer der Änderungen, die absicht­lich an ver­schie­de­nen Stellschrauben gleich­zei­tig dre­hen, damit es sehr kom­plex und kom­pli­ziert wird, die Folgen zu erklä­ren. Wer sich reinar­bei­ten will, kann hier anfan­gen.
  • Getty Images hat zusam­men mit der Nichtregierungsorganisation LeanIn.org die „Lean In Collectiongestar­tet, wel­che Bilder von moder­nen Frauen abseits von Klischees dar­stel­len soll. Die aktu­ell knapp 2.800 Bilder zei­gen mir jedoch, dass das gar nicht so ein­fach ist. Über das Thema hat­te ich ja schon im Dezember hier geschrie­ben.
  • In die­sem Interview erklärt der Gründer Florian Meissner der Bilder‐Community EyeEm, dass er jetzt auch Smartphone‐Bilder ver­kau­fen will.
  • Kurz dar­auf kün­dig­ten EyeEm und Getty Images einen Vertriebsdeal an, bei dem aus­ge­wähl­te Bilder von EyeEm über iStock und Getty ver­kauft wer­den sol­len. Die Fotografen sol­len 50% des Erlöses erhal­ten, aber nur von dem Betrag, den EyeEm von Getty erhält. Da Getty übli­cher­wei­se nur ca. 20% des Verkufspreises an Partner aus­zahlt, wären das dann 10%. Die genau­en Zahlen sind aber lei­der nicht bekannt. Aber viel­leicht will Getty nur auch mehr Bilder haben, die es – ver­ziert mit Werbebotschaften – im Rahmen von Getty Embed ver­schenkt.
  • Auch der Flickr‐Konkurrenz 500px will jetzt in den Bildermarkt ein­stei­gen und Bilder lizen­zie­ren. Ich bin mir nicht sicher, wo deren Alleinstellungsmerkmal lie­gen soll und ver­mu­te, dass sie eher „Print on Demand“-Plattformen als Vorbild haben denn die übli­chen Microstock‐Agenturen.
  • Ach ja, Alamy stellt eben­falls eine App für den Bilderverkauf namens Stockimo vor. Die Wertschätzung der Fotografen liest sich am Umsatzanteil ab: Bisherige Alamy‐Fotografen erhal­ten 50% Kommission, wer neu ist und sich bis zum 30. April anmel­det, erhält 40%, der Rest bekommt nur 20%.
  • Pond5 stellt ihr neu­es Plugin für Adobe Première Pro vor und ver­schenkt zu die­sem Anlass Videos und Audio‐Files im Wert von ca. 1.000 USD.
  • Panthermedia hat die Webseite neu gestal­tet, bie­tet jetzt auch Vektoren an und hat eine „Social Media“-Lizenz in ihre Erweiterten Lizenzen inte­griert. Wer das nicht will, muss die­se also deak­ti­vie­ren.
  • Vor paar Wochen wur­de in den Mainstream‐Medien pla­ka­tiv über das Urteil des Landesgerichts Köln berich­tet, wonach – ver­kürzt wie­der­ge­ge­ben – bei jeder Bildnutzung im Internet ein Urheberrechtshinweis direkt am Bild ste­hen müs­se. Konkret bezog sich der Fall auf den User PiJay bei der kos­ten­lo­sen Bilderdatenbank Pixelio, die wie­der­um hier zum Fall Stellung genom­men hat und die Nutzungsbedingungen über­ar­bei­ten will.
  • Shutterstock hat ein schö­nes neu­es Feature: „Undiscovered“. Das ist eine wei­te­re Suchoption neben „Popular“ oder „Newest“, bei der nur Bilder ange­zeigt wur­den, die noch kei­ne Verkäufe hat­ten. Eine Win‐Win‐Situation: Käufer kön­nen unver­brauch­te Bilder kau­fen und die alten Bilder der Fotografen bekom­men viel­leicht einen Schub.
  • Kleckern, kos­ten, Krümmel: So könn­te man den neu­en Trend „Perfectly Imperfect“ beschrei­ben, wel­chen die Bildagentur Stockfood als neu­en visu­el­len Trend in der Foodfotografie aus­ge­macht hat. Das Rezept kann auch mal miss­lin­gen, der Keks bre­chen oder die Sauce auf die Tischdecke trop­fen. Sieht sym­pa­thisch aus, fin­de ich.
  • Diese Tage star­tet Fotolia die drit­te Staffel der TEN Collection, bei der dies­mal je ein Fotograf und ein Grafikdesigner zusam­men an einem Werk arbei­ten. Außerdem wer­den seit ges­tern bis 30. Mai 2014 die bes­ten Werke der ers­ten bei­den Staffeln im fotoliaLAB in der Lychener Straße 74, 10437 Berlin aus­ge­stellt. Öffnungszeiten sind Mo‐Fr 10–18 Uhr.
  • Noch mal Fotolia: Die Agentur führt eine Auflagenbeschränkung von 500.000 Stück bei der Standardlizenz ein und lässt gleich­zei­tig die Möglichkeit ent­fal­len, die Erweiterte Lizenz deak­ti­vie­ren zu kön­nen.

Mein Angebot: Von der News zur Story!

Ich hat­te kürz­lich eine Idee, von der ich schau­en will, ob sie bei euch gut ankommt: Ich möch­te euch anbie­ten, dass ihr in jeder Folge mei­ner „Stockfotografie‐News“ bis – sagen wir mal – fünf Tage nach Veröffentlichung (also dies­mal bis ein­schließ­lich dem 19.3.2014) eine der News in den Kommentaren nen­nen könnt, über die ihr euch eine aus­führ­li­che Story wünscht. Diese wür­de ich dann in den fol­gen­den Tagen recher­chie­ren, ana­ly­sie­ren, zusam­men­fas­sen und dar­über berich­ten. Gerne könnt ihr in eurem Kommentar auch schrei­ben, war­um Euch die Nachricht inter­es­siert oder wel­che wei­ter­füh­ren­den Aspekte genau.

Wenn das inter­es­sant für euch klingt:
Welcher Nachricht soll­te ich tie­fer auf den Grund gehen?