Archiv der Kategorie: Technik

Das sind die wichtigsten Neuerungen der Creative Cloud von Adobe

Jedes Jahr auf der „Adobe Max“-Veranstaltung wer­den Neuerungen für das „Creative Cloud“-Software-Paket* vor­ge­stellt. Immer gespickt mit eini­gen Superlativen prä­sen­tiert Adobe dort stolz neue Features oder Programme.

Damit ihr den Überblick behal­tet, stel­le ich euch die span­nends­ten Änderungen hier vor.

Lightroom wird mobil

Für Fotografen sicher am span­nends­ten: Das Bildverwaltungs-Tool Lightroom wird auf­ge­teilt. Die bis­he­ri­ge Lightroom-Variante nennt sich nun „Lightroom Classic“. Neu hin­zu kommt „Lightroom CC“, wo der Fokus stark auf den mobi­len Workflow gelegt wird sowie eine kom­plett neue Benutzeroberfläche vor allem Anfänger an das Programm ran­füh­ren soll.

Aufgeräumte Oberfläche in Lightroom CC

Lightroom CC ist cloud-basiert und spei­chert auf Wunsch Fotos in Originalgröße online und syn­chro­ni­siert dann alle Änderungen über ver­schie­de­ne Geräte hin­weg. Ich kann also zum Beispiel wäh­rend eines Shootings die Bilder mit einer WLAN-fähigen Kamera nach Lightroom sen­den, die bes­ten RAW-Dateien auf dem Nachhauseweg auf dem iPhone (oder Android-Handy) aus­wäh­len, die­se dann abends auf dem Tablet bear­bei­ten und am nächs­ten Tag im Büro am Desktop-Computer ver­schi­cken oder nach mal in Photoshop eini­ge Logos retu­schie­ren etc.

Cool ist auch, dass mit Hilfe der „Adobe Sensei“ genann­ten künst­li­chen Intelligenz die Bilder in Lightroom nach Keywords durch­sucht wer­den kön­nen, OHNE dass ich die­se vor­her ver­schlag­wor­ten muss.

Wer also in sei­ner Fotosammlung alle Bilder mit einem Hund sehen will, tippt ein­fach „Hund“ ein und Lightroom CC zeigt die Ergebnisse an, auch ohne vor­he­ri­ge Verschlagwortung.

Zusätzlich gibt es ein gan­zes Set neu­er Presets, wo die Nutzer bei jedem Preset die genaue Regler-Stellung sehen kön­nen und die­se so bes­ser bei Bedarf an die eige­nen Bedürfnisse anpas­sen kön­nen.

Das neue Lightroom CC soll 9,99 USD im Monat kos­ten mit 1 TB Speicherplatz oder 19,99 USD im Monat mit Photoshop und Lightroom Classic dazu. Wer den Speicherplatz nicht braucht, kann Photoshop und Lightroom Classic wei­ter­hin für 9,99 USD im Monat erwer­ben. Wem 1 TB nicht rei­chen, kann bis zu 10 TB dazu buchen. Hier eine Übersicht der ver­schie­de­nen Abo-Modelle*.

Aber auch Lightroom Classic wur­de ver­bes­sert und soll zum Beispiel vor allem beim Bilder-Import und der Thumbnail-Generierung schnel­ler sein.

Neue Apps

Adobe hat eini­ge neue Apps vor­ge­stellt, zum Beispiel den „Character Animator“, der in Photoshop oder Illustrator erstell­te 2D-Figuren ani­miert durch Live-Körperbewegungen und -Gesichtsausdrücke des Benutzers mit­tels Videoeingabe.

Für Fotografen etwas span­nen­der dürf­te „Adobe Spark“ sein. Mit den neu­en „Premium Features“ für CC-Kunden kön­nen noch „Corporate Identity“-Elemente wie Logos, Farben oder Fonts hin­ter­legt wer­den, mit denen auf Knopfdruck Webseiten, Bilder, Videos und vie­le ande­re Arten von Content erstellt wer­den kön­nen.

Photoshop-Verbesserungen

Lange habe ich dar­auf gewar­tet, end­lich ist es soweit: Es gibt eine bes­se­re Pinsel-Verwaltung in Photoshop! Pinsel kön­nen end­lich in Ordner und Unterordner sor­tiert wer­den und erhal­ten eine intui­ti­ve­re Preview. Zusätzlich gibt es nun die Option, Pinselstriche auto­ma­ti­siert zu glät­ten, damit die Ergebnisse nicht so „kra­ke­lig“ aus­se­hen. Adobe legt euch noch etli­che ver­bes­ser­te eige­ne neue Pinselspitzen oben­drauf:

Neue Pinsel-Spitzen und bes­se­re Pinsel-Verwaltung in Photoshop CC

Neu ist die Unterstützung varia­bler Font-Stärken. Die „Dicke“ von Fonts kann also nun varia­bel stu­fen­los ver­stellt wer­den, ohne ent­spre­chen­de Font-Typen instal­liert haben zu müs­sen.

Ebenfalls neu ist das „Curvature Pen Tool“, mit dem intui­ti­ver als mit dem her­kömm­li­chen Zeichenstift Pfade gezeich­net wer­den kön­nen.

Für Anfänger gibt es in Photoshop auch ein ganz neu­es Tutorial-System, wo in Photoshop selbst inter­ak­tiv klei­ne Aufgaben erle­digt wer­den kön­nen, um die ein­zel­nen Funktionen von Photoshop bes­ser erler­nen zu kön­nen.

Was ist mit Adobe Stock?

Während Adobe Stock die letz­ten bei­den Jahre auf der Adobe Max ein gro­ßes Thema war, gab es dazu dies­mal wenig Neues.

Angekündigt wur­den vie­le neue „Motion Graphic Templates“ in Adobe Stock, auf die Nutzer von „Adobe Première“ zugrei­fen kön­nen. Diese wer­den jedoch wie die 3D-Modelle sowie die Photoshop-Templates zur Zeit nur hän­disch kura­tiert.

Neu ist auch, dass Medien bei Adobe Stock jetzt nicht nur im Abo, son­dern auch über Credits gekauft wer­den kön­nen. Aktuell kos­tet ein Credit ca. 7,99 Euro und dafür bekommt man z.B. ein Bild aus der Standard-Kollektion in vol­ler Auflösung.

In Photoshop wird Adobe Stock immer tie­fer inte­griert. Sind im letz­ten Update schon Filter-Funktionen hin­zu gekom­men, so sind jetzt auch alle Bilddetails eines Bildes direkt in Photoshop sicht­bar:

Bilddetails von Adobe Stock direkt in Photoshop

Was nicht gesagt wur­de, aber auf der Hand liegt, ist fol­gen­des:
Wenn Lightroom CC in der Lage ist, Bilder zu fin­den, ohne vor­her Keywords ver­ge­ben zu müs­sen, war­um soll­te die­ses System nicht auch bald in Adobe Stock Anwendung fin­den?

Wenn ein Fotograf also ein wich­ti­ges Keyword ver­gisst, könn­te das ent­spre­chen­de Bild viel­leicht trotz­dem den Kunden bei einer Suche ange­zeigt wer­den. Die Technik dazu ist da, ob die Umsetzung erfolgt, kann aktu­ell nur ver­mu­tet wer­den.

* Affiliate-Link

Der Kampf um die Wasserzeichen

Vor eini­gen Wochen hat ein Team des Google „Research Team“ einen Aufsatz mit dem Titel „Über die Effektivität von sicht­ba­ren Wasserzeichen“ (im Original „On the Effectiveness of Visible Watermarks“) auf der CVPR2017-Konferenz vor­ge­stellt.

In die­sem YouTube-Video wird die Methode noch mal visu­ell ver­deut­licht:

Wer mehr Bildbeispiele sehen will, fin­det hier den Bildanhang mit den Ausgangsbildern und den Ergebnissen.

Die genaue Formel, mit der die Wissenschaftler die Wasserzeichen aus den Bildern bekann­ter Bildagenturen wie Adobe Stock oder 123rf ent­fernt haben, lau­tet:

Für allen wie mir, denen die Formeln nichts sagen, als umgangsprach­li­che Erklärung:
Im Grunde wer­den vie­le Bilder über­ein­an­der gelegt und es wird geschaut, wel­che Bereiche iden­tisch blei­ben. Als Ergebnis erhält man das „rei­ne“ Wasserzeichen, wel­ches dadurch durch Umkehrung ent­fernt wer­den kann.

Dieser Prozess wird voll­kom­men auto­ma­ti­siert von der künst­li­chen Intelligenz (AI) über­nom­men, Nutzereingaben sind nicht erfor­der­lich.

Der Beitrag der Google-Forscher lässt lei­der offen, war­um Wasserzeichen, die dem Schutz des geis­ti­gen Eigentums die­nen, ent­fernt wer­den soll­ten.

Ich befürch­te, die Antwort lau­tet ein­fach: Weil sie es kön­nen.

Wer opti­mis­ti­scher denkt, kann sagen, dass die­ser Nachweis einer Angreifbarkeit zu siche­re­ren Wasserzeichen füh­ren wird, weil durch die Veröffentlichung nun Gegenmaßnahmen ergrif­fen wer­den kön­nen.

So wur­de zum Beispiel die Bildagentur Shutterstock von Google vor der Veröffentlichung des Aufsatzes infor­miert und Shutterstock hat schnell reagiert. Das neue Wasserzeichen von Shutterstock ent­hält zufäl­li­ge Elemente an unter­schied­li­chen Stellen, sodass die AI nicht genug Gemeinsamkeiten erken­nen kann.

Was ändert sich nun in der Praxis?

Für Fotografen, die ihre Bilder auf der eige­nen Webseite mit Wasserzeichen ver­se­hen, wird die beschrie­be­ne Angriffsmethode deut­lich weni­ger effek­tiv sein, weil eine gewis­se Menge an Ausgangsbildern vor­han­den sein muss, um das Wasserzeichen zuver­läs­sig iden­ti­fi­zie­ren zu kön­nen. Im oben ver­link­ten Beispiel waren es min­des­tens 285 Bilder bei Fotolia und im Video wirk­te es so, als wäre das System erst ab ca. 70–80 Bildern genau genug.

Vor Jahren hat­te ich hier eini­ge Argumente für und gegen Wasserzeichen auf­ge­führt, von denen die meis­ten immer noch gül­tig sind.

Für Stockfotografen ändert sich fak­tisch wenig. Bilderdiebe haben bis­her sel­ten direkt auf den Agenturwebseiten geklaut, son­dern ihre Bilder über die Google Bildersuche gefun­den. Dort sind unse­re Bilder auch jetzt schon ohne Wasserzeichen auf den Webseiten der zah­len­den Kunden zu sehen.

Außerdem nei­gen immer mehr Bildagenturen dazu, indi­vi­du­el­le Informationen wie Fotografenname und Bildnummer ins Wasserzeichen zu inte­grie­ren. Der Marktführer Getty Images hat sol­che Wasserzeichen schon vor über fünf Jahren ein­ge­führt, was ver­mut­lich auch der Grund ist, dass die­se Agentur in der Studie nicht berück­sich­tigt wur­de (oder die Bilder waren zu teu­er, weil alle Testbilder lizen­ziert wur­den):

Für die Bildnutzer an die­ser Stelle ist nun viel­leicht ein Hinweis ange­bracht:
Auch Bilder ohne sicht­ba­re Wasserzeichen kön­nen urhe­ber­recht­lich geschützt sein und dür­fen nicht ohne Rechteklärung ein­ge­setzt wer­den!

Ich bin mir nicht sicher, wie die juris­ti­sche Sachlage ist, aber ich könn­te mir auch vor­stel­len, dass das uner­laub­te Entfernen von sicht­ba­ren Wasserzeichen im Bild schon jetzt ver­bo­ten ist. Zumindest im deut­schen Urheberrechtsgesetz steht in §12 Veröffentlichungsrecht:

Der Urheber hat das Recht zu bestim­men, ob und wie sein Werk zu ver­öf­fent­li­chen ist.“

Zusätzlich wäre es jetzt viel­leicht für Bildagenturen emp­feh­lens­wert, die uner­laub­te Entfernung von Wasserzeichen expli­zit in den Nutzungsbedingungen der Webseiten zu unter­sa­gen.

Bisher habe ich übri­gens vor allem unbe­rech­tig­te Bildnutzungen von mir mit Wasserzeichen im Bild abmah­nen las­sen, weil dort die Wahrscheinlichkeit einer ille­ga­len Nutzung deut­lich höher war. Durch den Tipp eines Kollegen habe ich jedoch ein­fach mal stich­pro­ben­ar­tig drei Firmen ange­schrie­ben, wel­ches eins mei­ner Bestseller-Bilder ohne Wasserzeichen ver­wen­det haben und zu mei­nem Erstaunen scheint bei zwei der drei Firmen kei­ne oder die fal­sche Lizenz vor­han­den zu sein.

Was sagt ihr zu die­ser Entwicklung?

Review der RoundFlash Strip Lights Lichtformer (mit Verlosung)

Schon seit fünf Jahren benut­ze ich ger­ne das leich­te und por­ta­ble falt­ba­re Ringlicht für Aufsteckblitze der Firma RoundFlash, vor allem als Aufhelllicht für Outdoor-Portraits.

Nach dem falt­ba­ren Beautydish* für Aufsteckblitze (mehr dazu sie­he unten) folgt nun das drit­te Teil in der RoundFlash-Produktfamilie: Das falt­ba­re „Strip Light“.

Ich habe freund­li­cher­wei­se zwei Exemplare zum Testen bekom­men und mir ein Model ein­ge­la­den, um zu sehen, wie sie sich in der Praxis machen.

Konstruktion

Wie bei allen RoundFlash-Produkten ist auch das Strip Light mit ca. 240 Gramm sehr leicht und kann schnell und ein­fach trans­por­tiert, auf­ge­baut und zusam­men­ge­fal­tet wer­den. Ein Transportbeutel (ca. 22 x 15 cm) mit Kordel ist dabei.

Da die­se bei allen drei Lichtformern (Ringblitz, Beauty Dish und Strip Light) eine ähn­li­che Form und Maße haben, sind sie prak­ti­scher­wei­se farb­lich unter­schied­lich, um beim Einsatz ver­schie­de­ner Lichtformer gleich den rich­ti­gen zu fin­den.

Aufbau

Die Montage ist schnell und ein­fach: Einfach das gefal­te­te Strip Light „aus­klap­pen“ las­sen, oben an einem Stativ, einem Haken oder wo auch immer befes­ti­gen und von unten den Aufsteckblitz in die dafür vor­ge­se­he­ne Öffnung schie­ben und mit dem gel­ben Gummizug fixie­ren.

Wie auf dem Foto zu sehen, habe ich die Standhalterung, wel­che bei mei­nen Canon Speedlite 600EX-II-RT* dabei ist, auf das Stativ geschraubt, um das Gummiband dar­an zu hän­gen. Als Stativ ver­wen­de ich die Manfrotto Mini Compact 1051BAC*, da die­se eben­falls leicht, kom­pakt und platz­spa­rend sta­pel­bar sind und trotz­dem auf über 2 Meter aus­ge­fah­ren wer­den kön­nen. Und es geht ja schließ­lich um eine trans­por­ta­ble Blitzlösung.

Hier ist gut zu sehen, wie der Blitz unten fixiert wird. Da ich draht­los aus­lö­se, habe ich bei mir noch einen Pocket Wizard FlexTT5* unten dran. Damit die Richtung des Strip Lights bes­ser fixiert wer­den kann, habe ich das Gummiband an das Stativ gehakt.

Vollständig und wäh­rend des Auslösens sieht das Strip Light dann so aus:
Die Waben sind übri­gens mit Klettverschluss ange­bracht und kön­nen auch schnell ent­fernt oder ange­bracht wer­den.

Lichtwirkung

Striplights als Softbox-Lichtformer wer­den ger­ne als Streiflicht für die Beleuchtung der Haare oder von Körperkanten ver­wen­det, eig­nen sich auf­grund der Mischung von wei­chem, aber den­noch gerich­te­ten Licht auch als Hauptlicht. Ich habe bei­des aus­pro­biert.

Für die Nutzung als Streiflicht habe ich bei­de Strip Lights im 45°-Winkel schräg hin­ter das Model auf bei­de Seiten gestellt, wel­che nun die Haare beleuch­ten, wie auf die­sem Bild zu sehen:Ca. 30° neben der Kamera und leicht über­haupt des Kopfes wur­de von mei­ner Assistentin das mobi­le RoundFlash Beauty-Dish gehal­ten, was so aus­sieht:

Ich hät­te es auch auf ein Galgenstativ mon­tie­ren kön­nen, aber ers­tens sind wir so fle­xi­bler beim Positionieren und zwei­tens wol­len wir ja mobil blei­ben und Gewicht spa­ren (ein Galgenstativ weni­ger ein­pa­cken). Nur das Beauty Dish ergibt fol­gen­des Bild:

Sehr schön erkennt ihr auf dem drit­ten Bild, wie sich bei­de Lichtquellen addie­ren, um sowohl das Gesicht als auch die Haare zu beleuch­ten und einen leich­ten Lichtreflex auf den Wangen zu erzeu­gen.Hier noch mal Lichtaufbau mit Strip Lights als Diagramm mit den Kamerawerten (Brennweite 60mm):Alternativ kann ein ein­zel­nes Striplight als Hauptlicht ver­wen­det wer­den, in dem fol­gen­den Beispiel 45° von vor­ne:Um 180° gedreht, als wenn die ein­zi­ge Lichtquelle schräg von hin­ten käme (mit einem Abschatter dazwi­schen, um Streulicht zu ver­mei­den), sieht es unge­fähr so aus:

Eine wei­te­re Möglichkeit der Positionierung wäre, das Striplight hori­zon­tal zu hal­ten. Das ist in die­sem Fall zuge­ge­be­ner­ma­ßen nicht ganz so ein­fach, weil die Strip Lights durch ihre Faltkonstruktion nicht starr sind. Wir haben es so gelöst, dass mei­ne Assistentin die Seite mit dem Blitz ange­ho­ben hat und ich das Stativ auf der ande­ren Seite (wo das Strip Light oben befes­tigt ist), unten mit mei­nem Fuß beschwert habe. Unter der Kamera schräg war ein California Sunbounce Mini-Reflektor* zum Aufhellen auf ein Stativ mon­tiert. Das Ergebnis?

Fazit

Wer wie ich die Vorteile einer sehr leich­ten, trans­por­ta­blen Ausrüstung zu schät­zen weiß, wird die­se Lichtformer lie­ben. Sie sind schnell ein­satz­be­reit, uni­ver­sell nutz­bar und hal­ten auch rabia­ten Umgang aus.

Die Lichtverteilung ist nicht ganz so gleich­mä­ßig wie bei einem Strip Light mit Studioblitz, nimmt also nach oben hin etwas ab (kann man auf dem Bild oben, wo der Strip Light aus­löst, ganz biß­chen sehen). Das konn­ten wir aber ein biß­chen dadurch aus­glei­chen, dass wir das Gesicht des Models eher im unte­ren Drittel des Strip Lights plat­ziert haben.

So nütz­lich die Strip Lights auch sind, wer­den sie für mei­ne kon­kre­te Arbeitsweise lei­der nicht so oft zum Einsatz kom­men. Bei der Stockfotografie geht es dar­um, in kur­zer Zeit vie­le ver­wert­ba­re Bilder zu erhal­ten, was mit flä­chi­gem, wei­chen Licht (gro­ße Softboxen) bes­ser geht, da Positionsänderungen des Models nicht sofort einen Umbau der Lichtquellen erfor­der­lich machen.

Es gibt jedoch genug ande­re Verwendungszwecke in der Portrait- oder Produktfotografie, wo trans­por­ta­ble Strip Lights eine deut­li­che Erleichterung sind. Damit ihr es selbst aus­pro­bie­ren könnt, gibt es auch eine:

Verlosung

Mariusz vom Roundflash-Team war so nett, mir 2x einen neu­en Strip Lights für eine Verlosung zur Verfügung zu stel­len.

Was müsst ihr dafür tun, um einen der Strup Lights zu gewin­nen? Hier die Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen dür­fen alle, die mei­ner Facebook-Seite fol­gen (lohnt sich sowie­so, da ich dort vie­le aktu­el­le Infos pos­te) und hier im Blog einen Kommentar hin­ter­las­sen, was sie mit dem Strip Light am liebs­ten foto­gra­fie­ren wür­den.
  • Teilnahmeschluss ist Sonntag, der 19.02.2017.
  • Die Gewinner ermitt­le ich aus den Kommentaren mit­tels random.org.
  • Die Gewinner wer­den von mir per Email kon­tak­tiert (ach­tet dar­auf, dass eure Kommentar-Emailadresse gül­tig ist). Wer sich nicht inner­halb von drei Tagen zurück mel­det, ver­liert sei­nen Anspruch.
  • Der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen.

Wer die Teile lie­ber sofort aus­pro­bie­ren will, hier sind die Kauflinks für die Strip Lights*, das falt­ba­re Beauty Dish* oder den Ringblitz-Aufsatz*.

* Affiliate (Ich erhal­te eine klei­ne Provision beim Kauf, ihr habt kei­ne Nachteile dadurch)

Kostenloses Linux-Skript zur Verschlagwortung (Gastartikel)

Vor eini­gen Wochen hat mir der Hobbyfotograf Malte Flender eine Email geschickt mit dem Hinweis auf ein von ihm geschrie­be­nes klei­nes Skript für Linux, wel­ches die Verschlagwortung von Bildern ver­ein­fa­chen soll.

Er erklärt es so:script-code

Als Informatik-Student möch­te ich ger­ne die Bilderverwaltung mit Linux-Bordmitteln erle­di­gen. Aus die­sem Grund habe ich mir ein klei­nes Shellscript geschrie­ben, um die Metadaten der Bilder zu bear­bei­ten.

Ich weiß, dass kaum jemand Linux zur Bildverarbeitung benut­zen wird, aber weil es ja trotz der klei­nen Nutzergemeinde jeman­dem hel­fen könn­te, wür­de ich das Script auch ger­ne ande­ren zukom­men las­sen.

Deswegen fin­den sie das Script unter die­ser URL:
https://bitbucket.org/snippets/mflender/KBrre

Die Idee von dem Skript ist es, die Verschlagwortung der Bilder unter Linux auf der Kommandozeile zu ver­ein­fa­chen:

Dazu ruft man es mit­tels ./meta <Dateiname> auf.
Weil sich der „Copyright Owner“ in der Regel nicht ändert wird er in Zeile 18 fix ein­ge­setzt (muss für den jewei­li­gen Anwender geän­dert wer­den).

Als ers­tes wird der Dateiname aus­ge­ge­ben, damit man weiß, wel­che Datei man gera­de bear­bei­tet.
Nun wird man gefragt, wie denn der Titel des Bildes lau­ten soll, z.B. „Rote Rose auf grü­nem Feld“.
Als nächs­tes fragt das Skript nach den Keywords, z.B. „Rot, Rose, Idylle, Feld, Sommer, u.s.w.“
Zum Schluss wer­den alle Metadaten des Bildes aus­ge­ge­ben, so das man sie kon­trol­lie­ren kann.

Soviel zur Benutzung, tech­nisch pas­siert dabei Folgendes:
Zeile 23 bis 35 sind nur dazu da, die Eingaben zu prü­fen und im Fehlerfalle abzu­bre­chen.
Zeile 38 gibt den Dateinahmen aus.
Zeile 41 und 42 fra­gen den Benutzer nach Title und Keywords und spei­chern die­se in den Variablen IPTC_Caption und IPTC_Keywords ab.
Danach wird exif­tool (genia­les Tool von Phil Harvey) auf­ge­ru­fen, um zunächst alle Metadaten bis auf das ICC-Farbprofil zu löschen (Zeile 45).
Anschließend wer­den die Adobe-Metadaten noch­mals expli­zit gelöscht, da die­se sonst erhal­ten blei­ben (Zeile 46).
In die fast lee­re Datei wird nun das IPTC-Feld head­line und caption-abstract (not­wen­dig für Alamy) auf den abge­frag­ten Wert des Titels gesetzt (Zeile 49 und 50).
Mit den IPTC-Keywords wird in Zeile 53 genau­so ver­fah­ren.
Zeile 56 fügt noch den Copyright Owner hin­zu und Zeile 59 und 61 geben das Ergebnis aus.

Damit erhält man am Ende eine JPG-Datei, die nur noch die für die Anbieter gedach­ten und wich­ti­gen Informationen ent­hält,

  • das ICC-Profile (also ob das Bild im sRGB, AdobeRGB, u.s.w. Farbraum vor­liegt) und
  • den Titel und die Keywords als IPTC-Daten.

Alle ande­ren Infos, wie Blende, Objektiv, Brennweite, GPS-Position, u.s.w. sind gelöscht.

Ausprobiert habe ich es mit Fotolia, Shutterstock und Alamy, Alle erken­nen die Felder rich­tig.
Bei Fotolia habe ich auch die Umlaute erfolg­reich getes­tet (Alamy ist ja sowie­so auf Englisch).

Eine Idee wäre es, einen „Hinzufügen“ Modus anzu­bie­ten, um schon gesetz­te Keywords zu erwei­tern, denn momen­tan wer­den beim zwei­ten Aufruf auf die glei­che Datei die alten Felder ein­fach ersetzt.

Über „for i in *.JPG ; do meta $i ; done“ kann man das Script auf einen kom­plet­ten Ordner mit meh­ren Bildern anwen­den.

Wie gesagt, ich glau­be nicht, dass es vie­le Anwender für solch ein Skript gibt, aber selbst wenn es nur weni­gen hilft, ist das schon gut.“

DOF-Rechner zeigt Unschärferisiko bei Schärfentiefe

DOF? Was soll die­se Abkürzung? In der Ferienzeit kön­nen wir uns kurz wei­ter­bil­den.

DOF steht für „Depth of Field“ und bedeu­tet auf deutsch „Schärfentiefe“. Sie bezeich­net den Tiefenbereich auf einem Foto, in dem das Motiv scharf abge­bil­det ist. Die Elemente davor und dahin­ter sind unscharf.

Beispiel für ein Foto mit einer geringen Schärfentiefe
Beispiel für ein Foto mit einer gerin­gen Schärfentiefe

Bevor wie­der eine Diskussion auf­kommt, wo der Unterschied zur „Tiefenschärfe“ sei oder ob bei­des syn­onym ver­wend­bar sei, hier zwei Links, die sich dem Thema aus zwei Perspektiven wid­men:

Ein Linguist plä­diert hier dafür, dass bei­de Begriffe das Gleiche bedeu­ten, ein Fotograf hin­ge­gen schreibt hier, dass es sehr wohl Unterschiede gebe. Entscheidet selbst.

Doch zurück zum Thema: Vielen Fotografen ist bekannt, dass die Tiefenschärfe mit immer wei­ter geöff­ne­ter Blende (also abneh­men­der Blendenzahl) abnimmt. Auch die Entfernung zwi­schen Motiv und Kamera spielt eine Rolle: Je wei­ter, des­to grö­ßer die Schärfentiefe. Zwei wei­te­re Faktoren sind die Brennweite (je höher, des­to gerin­ger die Schärfentiefe) und der Zerstreuungskreis.

Wie genau die­se Werte zusam­men­hän­gen, ist selbst für einen Profi-Fotografen schwer in Zahlen zu mes­sen.

Dafü gibt es jedoch hilf­rei­che Online-Tools wie die­sen DOF-Rechner.

dof-rechner-beispielDort könnt ihr die obi­gen Werte wie Blende, Kamera, Brennweite und Motivabstand ein­tra­gen und erhal­tet die Tiefe, in der euer Motiv scharf abge­bil­det wird.

Als Beispiel: Für mei­ne Canon 5D Mark III* mit dem Canon 85mm-Objektiv* bei einer Blende von 1.2 und 100 cm Abstand zum Motiv (Naheinstellgrenze sind 95 cm), erhal­te ich eine Schärfentiefe von 0,9 cm. Ja, 9 mm. Vor und hin­ter dem fokus­sier­ten Bereich sind nur jeweils 4,5 mm scharf. Wenn ich also auf ein Auge fokus­sie­re, kann das Wimpernende schon unscharf sein, wenn die Wimpern lang genug sind.

Wenn man sich das bewusst macht, wird klar, wie schon win­zi­ge Schwankungen des Fotografen und/oder des Models ein Bild unscharf wer­den las­sen kön­nen.

Der Rechner ist auch hilf­reich, um zu ermit­teln, mit wel­cher Blenden/Brennweiten-Kombination gear­bei­tet wer­den müss­te, wenn man eine bestimm­te Schärfentiefe als Minimum benö­tigt (zum Beispiel, weil das Etikett einer Weinflasche vor­ne bis hin­ten scharf dar­ge­stellt wer­den soll).

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