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Yuri Arcurs ist zurück! peopleimages.com Portfolio seit vier Monaten auf Adobe Stock

Vor knapp 9 Jahren gab Yuri Arcurs, der wohl größ­te Microstock-​Superstar, bekannt, dass er nur noch exklu­siv mit Getty Images/​iStock zusam­men­ar­bei­ten wür­de. Für alle, die spä­ter dazu­ge­kom­men sind und den Namen nicht ken­nen soll­ten: Yuri war einer der ers­ten, der Microstock pro­fes­sio­nell auf­ge­zo­gen hat­te und damit schnell zu dem meist­ver­kau­fends­ten Fotografen welt­weit wur­de. Auch mit sei­ner Produktionsqualität setz­te er neue Maßstäbe, an der sich bis heu­te sei­ne Kollegen und Kolleginnen mes­sen müssen.

Die „Exklusivität“ war zwar von Anfang an ein eher wacke­li­ges Konstrukt, da er wei­ter­hin unter sei­ner neu­en Webseite peopleimages.com sei­ne Bilder ver­kau­fen durf­te, aber von den gro­ßen Agenturen wie Shutterstock, Adobe Stock (damals noch Fotolia) Dreamstime usw. lösch­te er sein rie­si­ges Portfolio von knapp 100.000 Top-​Bildern. Die Chronologie von Yuris Karriere bis 2013 könnt ihr hier nachlesen.

Das Portfolio von peopleimages.com auf Adobe Stock

Ca. Anfang Dezember 2021 ist jedoch fast unbe­merkt der neue Account mit der Benutzernummer „210716081″ und dem Benutzernamen „peopleimages.comhier bei Adobe Stock auf­ge­taucht. In den knapp vier Monaten wur­den dort von sei­nem gro­ßen Fotograf*innen-Team über 41.000 neue Werke (ca. 40800 Bilder und 675 Videos) hoch­ge­la­den. Das ältes­te Bild im Portfolio, was ich gefun­den habe, hat die Bildnummer 272773501 (was einem Upload um die ers­te Dezemberwoche ent­spre­chen müss­te, wenn ich das mit dem Upload mei­ner eige­nen Bildnummern abgleiche).

[Update 25.03.2022: Auch bei Dreamstime hat er ein neu­es Portfolio mit über 51.000 Bildern und 233 Verkäufen seit dem 17.12.201.]

Zu sehen sind die alt­be­kann­ten Microstock-​Themen wie das erfolg­rei­che Business-​Team, die sport­li­che jun­ge Frau oder das Ärzte-​Team, foto­gra­fiert in einer moder­nen Bildsprache mit deut­lich mehr Model-​Diversität als frü­her (sie­he Screenshot), aber auch ganz alte Fotos wie der Klassiker „Frau mit Waage und Apfel“. Die Bilder sind alle­samt in der Standard-​Collection zu den übli­chen Preisen.

Das ist aus ver­schie­de­nen Gründen über­ra­schend. In sei­nem Blog arcurs.com hat sich Yuri Arcurs im Juli 2013 aus­führ­lich über die Gründe für sei­ne Exklusivität aus­ge­las­sen. Demnach sei Microstock nicht mehr pro­fi­ta­bel, er sehe die Zukunft in der Smartphone-​Fotografie, wes­halb er 1,2 Mio. USD in die Firma Scoopshot inves­tiert habe und der Aktienkurs von Shutterstock sei nach sei­nem Abgang um 12% in die Tiefe gerutscht (auf unter 54 USD pro Aktie).
Im Oktober 2015 nach der Umstellung von Fotolia auf Adobe Stock trat Yuri noch mal gegen sei­ne Ex-​Agentur nach und bewer­te­te die neue Adobe-​Seite kata­stro­phal und mein­te in einem Kommentar, die 40%, die er bei iStock erhal­te, sei­en viel bes­ser als die 33% bei Adobe Stock:

I am cur­r­ent­ly get­ting 40% at iStock and have my eyes on 45% in the near future. That is a heck of a lot bet­ter than 33%.“

Nun, Scoopshot düm­pelt unbe­merkt vor sich hin, deren App ist unge­pflegt und die letz­ten Social Media Beiträge sind vom August 2015 (Instagram) oder Mai 2016 (Twitter), bei Facebook immer­hin vom Mai 2020.

Der Aktienkurs von Shutterstock liegt aktu­ell bei über 95 USD/​Aktie. Wer also damals Shutterstock-​Aktien gekauft hät­te, hät­te bis heu­te jedes Jahr im Durchschnitt über 8% Rendite erwirtschaftet.

Auch die 33% Kommission schei­nen ihn nicht mehr abzu­schre­cken, denn ich bezweif­le stark, dass er in den letz­ten Monaten bes­se­re Konditionen bei Adobe raus­han­deln konnte.

Was heißt das alles?

Ich muss geste­hen, dass ich mir etwas Schadenfreude nicht ver­knei­fen kann, weil Yuri damals mit gro­ßem Knall die Agenturen ver­las­sen hat und dabei nicht nur freund­li­che Worte in alle Richtungen gefal­len sind.

Dass aller­dings Getty Images und iStock nicht gera­de dabei sind, Shutterstock und Adobe Stock den Rang abzu­lau­fen, ist kein Branchengeheimnis und wird auch durch (nicht-​repräsentative) Umfragen sicht­bar. Das Marktumfeld hat sich viel­leicht ein­fach zu sei­nen Ungunsten geän­dert. Wahrscheinlich hat­te Yuri in sei­nem Vertrag mit Getty Images auch ein­fach eine Sperrfrist von ca. neun Jahren drin, die nun aus­ge­lau­fen ist.

Yuris Entscheidung, die Exklusivität wie­der auf­zu­ge­ben, bestärkt mich immer­hin in mei­ner Ansicht, dass sich die­se lang­fris­tig nicht aus­zahlt. Sie bedeu­tet aber auch, dass mein und alle ande­ren Portfolios bei Adobe Stock wie­der eine star­ke Konkurrenz bekommen.

Yuris Schritt zeigt auch, dass er trotz allem ein kühl kal­ku­lie­ren­der Geschäftsmann ist, der sich nicht scheut, ungüns­ti­ge Entscheidungen ggf. nach Jahren zu kor­ri­gie­ren. Und ich spü­re Motivation, auch wie­der mehr an mei­nem Business zu arbei­ten, jetzt wo der unbe­strit­te­ne Star wie­der den Ring betre­ten hat.

Wie sehr ihr das?

Der Ausstieg aus dem Agenturgeschäft – Ein Erfahrungsbericht (Gastartikel)

[Der fol­gen­de Text wur­de mir freund­li­cher­wei­se vom Journalisten Pressebüro Peter Jobst zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!]

Als frei­er (Text)journalist (Finanzen, Börse) hat­te ich mich im Jahr 2006 ent­schie­den, auch in das Agenturgeschäft ein­zu­stei­gen. Denn mit der Zeit hat­te sich man­ches Material ange­sam­melt, ins­be­son­de­re aus dem Finanzbereich.

Ich schloss Verträge mit Alamy, Panthermedia und den übli­chen Billigpreis-​Agenturen. Durchaus mit Erfolg, die Umsätze stan­den in einem ange­mes­se­nen Verhältnis zum Aufwand. Zwar nicht so viel, dass man davon leben konn­te, aber immer­hin ein net­tes Zubrot.

Doch mit fort­schrei­ten­dem Alter und auf­grund gesund­heit­li­cher Probleme ent­schloss ich mich im Jahr 2013, mei­ne Berufstätigkeit her­un­ter­zu­fah­ren und auch kein neu­es Bildmaterial mehr zu pro­du­zie­ren und einzuliefern.

Mit Spannung blick­te ich auf die wei­te­re Umsatzentwicklung des ein­ge­lie­fer­ten Materials. Und schon hier gab es Überraschungen: Die Zahlen bra­chen kei­nes­wegs so abrupt ein wie oft­mals prophezeit.

Nach drei Jahren war ledig­lich ein Rückgang um durch­schnitt­lich 20 % vom Spitzenwert 2013 fest­zu­stel­len, nach sechs Jahren (also 2019) flos­sen immer noch rund 50 % des Spitzenumsatzes. Erst 2021 war dann ein mar­kan­ter Rückgang auf unter 20 % der frü­he­ren Spitzenhonorare zu verbuchen.

Nunmehr ent­schloss ich mich, einen Schlussstrich zu zie­hen. Alle Agenturverträge wur­den am 2. Februar 2022 per sofort, spä­tes­tens aber zum 30.6.2022 gekün­digt und um Auszahlung des Restguthabens gebeten.

Bei man­chen war dies pro­blem­los, bei ande­ren nicht gera­de einfach.

Hier nun mein Fazit über mei­ne Erfahrungen mit der Kündigung bei Bildagenturen:

  • Alamy: Bereits am Tag der Kündigung bekam ich eine Mail des Bedauerns. Der Vertrag wird wunsch­ge­mäß per 30.6.2022 auf­ge­löst. Ich wur­de auf­ge­for­dert, noch mal mein Zahlungskonto zu über­prü­fen, die Zahlung zum Auflösungstermin wur­de angekündigt.
  • Zoonar: Auch hier lief alles recht geschmei­dig. Mir wur­de ein Link geschickt, über den ich den Vertrag kün­di­gen konn­te und seit­dem wer­den die Bilder von den zahl­rei­chen Partneragenturen zurück­ge­ru­fen. Vertragsende ist der 2.8.2022, also nach sechs Monaten, was völ­lig okay ist. Verbunden war der Schriftwechsel mit einem Ausdruck des Bedauerns und guten Wünschen – sehr nett.
  • Panthermedia: Kurz nach mei­ner Mail kam die Bestätigung der Kontolöschung zum 3.8.2022, was ver­trag­lich so fest­ge­legt ist. Auch hier ein Dank für die Zusammenarbeit und gute Wünsche für die Zukunft.
  • Pitopia: Sehr net­te Bestätigungsmail, die Kündigung wird ent­spre­chend mei­nen Wünschen zum 30.6.2022 wirk­sam. Zu die­sem Zeitpunkt soll alles noch mal bestä­tigt und das Restguthaben aus­ge­zahlt werden.
  • Depositphotos: Kurze Bestätigung am Tag nach mei­ner Kündigung auf deutsch. Das Konto wer­de geschlos­sen und das Guthaben aus­ge­zahlt – kurz und schmerzlos.
  • Dreamstime: Dass es auch anders gehen kann, hat Dreamstime bewie­sen. Man kön­ne dies nur machen, wenn alle Bilder von mir manu­ell ein­zeln gelöscht wer­den, Ausnahmen wer­den nicht gemacht. So war es mei­ne Aufgabe (unter­stützt von mei­ner Frau) die 3200 Bilder ein­zeln auf­zu­ru­fen und zu löschen – eine stun­den­lan­ge Beschäftigung. Gleichzeitig wur­de mir mit­ge­teilt, dass Guthaben unter­halb der Auszahlungsgrenze von 100 $ ersatz­los ver­fal­len („We do not make any excep­ti­on regar­ding the account clo­sure rules“). Ich ver­wies dar­auf, dass dies doch nicht ange­hen kön­ne und ich dies recht­lich über­prü­fen las­sen will. Recht rüde ant­wor­te­te man mir, dass das Konto nun­mehr durch Dreamstime geschlos­sen wur­de. Zudem schrieb Dreamstime: „You are wel­co­me to have your attor­ney view the terms“. Gut, es ging ledig­lich um 50 USD, aber recht eigen­ar­tig sind der­ar­ti­ge Geschäftsmethoden schon. Sicherlich hät­te ich das Konto bestehen las­sen kön­nen, aber ange­sichts der letz­ten Umsätze hät­te es wohl Jahre gedau­ert, bis die 100 $ erreicht gewe­sen wären.
  • 123rf: Hier war zumin­dest der Umgangston freund­li­cher und die Bilder wur­den von der Agentur (Antwortzeit auf jede Mail: ca. 1 Woche) selbst­stän­dig gelöscht. Wie bei Dreamstime jedoch: kein Geld, da Limit nicht erreicht. Hier sind es 20 $, die verlorengehen.
  • Fotolia/​Adobe: Bei die­ser Agentur herrsch­te wie­der ein ent­ge­gen­kom­men­der Ton. Ich konn­te wäh­len, ob die Auflösung per sofort oder zum 30.6.2022 erfol­gen soll. Ich ent­schied mich für die schnel­le Auflösung und ein paar Tage spä­ter war das Geld ausgezahlt.
  • Istock/​Getty: Hier schrieb man mir eben­falls sehr freund­lich („We are sor­ry to see you go“). Die Löschung wur­de umge­hend vor­ge­nom­men und inner­halb von 90 Tagen soll das noch auf­lau­fen­de Restguthaben aus­ge­zahlt werden.
  • Shutterstock: Wiederum ein sehr posi­ti­ves Beispiel unter den Agenturen („We aim for your extre­me satis­fac­tion“). Der Kundendienst hat mei­ne Bilder sofort aus dem Verkauf genom­men und das Auszahlungslimit von sich aus auf 1 $ her­ab­ge­setzt. Sobald die Restzahlung im März erfolgt ist, soll ich den ent­spre­chen­den Kündigungsbutton akti­vie­ren und die Geschäftsbeziehung ist been­det. Verbunden war die Mail mit guten Wünschen („I hope each new day brings you clo­ser to a full and spee­dy reco­very!”) – dankeschön.

Podcast eines Fotoproduzenten Folge 33 – Interview mit dem Shop-​Betreiber Knut Hebstreit

Eine häu­fi­ge Frage, die Stockfotografen umtreibt, ist, ob sie ihre Werke nicht auch direkt über eine eige­ne Webseite ver­kau­fen könn­ten, anstatt sie nur bei Bildagenturen anzu­bie­ten, wel­che den Großteil des Verkaufspreises als Kommission einstreichen.

Einer, der das in die Praxis umge­setzt hat, ist der Illustrator Knut Hebstreit. Er hat sogar gleich zwei Shops: Einmal einen, in dem er sei­ne digi­ta­le Dateien ver­kauft und einen „Print-On-Demand“-Shop, wo Endkunden sei­ne Bilder auf gedruck­ten Produkten wie Postern etc. erwer­ben können.

Deshalb rede ich in der aktu­el­len Folge vom „Podcast eines Fotoproduzenten“ mit Knut über sei­ne bei­den Shops, die Unterschiede zu Bildagenturen, wel­che Tools er emp­feh­len und wel­che Tipps er geben kann. Außerdem erzählt er, wie er es geschafft hat, mit sei­nen Shops mehr Umsatz als bei den Microstock-​Agenturen zu gene­rie­ren und wel­che Marketing-​Kanäle für ihn dafür beson­ders wich­tig sind:

Leider hat mein High-​Tech-​Aufnahmegerät eine Macke gehabt, wes­halb die Aufnahme unbrauch­bar war. Immerhin hat­te ich als Backup mein Smartphone mit­lau­fen, wes­halb ihr trotz­dem das Interview hören könnt, wenn auch lei­der mit leich­ten Abstrichen bei der Soundqualität.

PORTFOLIO:

Webshop Design for Microstock Illustrations by Knut Hebstreit
Licensable Map Design by Knut Hebstreit with help from @ Opentreetmap Contributors
Fleamarket booth by Knut Hebstreit
Documentation of Microstock Illustration Workflow by Knut Hebstreit with Sets of Vegetables and Breads
Scribbles for Customer Website by Knut Hebstreit
Clinical Workflow Paths Iconographic Illustraiton, Abstract Stakeholders

SHOWNOTES:

Die besten Bildagenturen 2021 (Auswertung meiner Umfrage)

Dies ist nun schon die sechs­te Auswertung mei­ner jähr­li­chen Umfrage unter mei­nen Leser:innen, wel­che Agenturen ihnen im Vorjahr, also dies­mal 2021, den meis­ten Umsatz gebracht haben.
Die Agenturen soll­ten sie nach Umsatz abstei­gend sor­tiert als Kommentar hin­ter­las­sen. Zusammen mit mir haben sich 54 Fotograf:innen betei­ligt. Vielen Dank dafür!

Die Ergebnisse will ich euch hier ger­ne vor­stel­len. Zuerst die ein­deu­ti­ge Grafik (Klick zum Vergrößern):

Die besten Bildagenturen 2021

  1. Adobe Stock* (478) (-)
  2. Shutterstock* (389) (-)
  3. iStock (225) (-)
  4. Dreamstime* (156) (-)
  5. Alamy (151) (+2)
  6. 123rf* (139) (-)
  7. Depositphotos (110) (-2)
  8. EyeEm (105) (-)
  9. Wirestock (53) (neu)
  10. Westend61 (42) (-1)
  11. Getty Images (37) (+2)
  12. Pond5* (36) (-1)
  13. Photocase (31) (-1)
  14. Panthermedia (28) (neu)
  15. Zoonar* (25 (neu)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel-​Tabelle eine Liste gemacht und in die ers­te Spalte jede Agentur ein­ge­tra­gen, die genannt wur­de. In den nächs­ten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte ver­ge­ben, basie­rend auf der Sortierung der genann­ten Agenturen. Die ers­te Agentur, also die mit dem meis­ten Umsatz, bekam 10 Punkte, die als zwei­tes genann­te Agentur bekam 9 Punkte und so wei­ter.
Die Werte habe ich pro Agentur sum­miert und die Liste dann nach den Punkten sor­tiert. Das Ergebnis seht ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jewei­li­gen Agentur.
Insgesamt wur­den 34 ver­schie­de­ne Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ers­ten 15 Agenturen beschränkt, weil das sta­tis­ti­sche Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel grö­ßer ist.

Hinweise:
Bei der Umfrage wur­de nicht unter­schie­den, ob die Leute Videos oder Fotos oder bei­des ver­kau­fen, wie vie­le Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hoch­la­den. Die Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch ver­mut­lich nicht aus deren Fotoverkäufen. In der letz­ten Klammer sehr ihr die Veränderung zum Vorjahr.

In der Liste oben sind iStock und Getty zwar getrennt auf­ge­führt, ganz trenn­scharf las­sen sich die­se jedoch nicht aus­ein­an­der­hal­ten, da iStock ja auch über Getty Images ver­kauft und bei­de Agenturen zusam­men­ge­hö­ren. Aber selbst wenn ich Getty zu iStock addiert hät­te, hät­te sich an der Platzierung von iStock auf dem drit­ten Platz nicht geän­dert, dafür wäre hin­ten nur Bigstock auf Platz 15 auf­ge­taucht, wenn Getty ent­fal­len wäre.

Meine bes­ten Agenturen 2021
Wer die obi­ge Liste nach­rech­nen oder anders aus­wer­ten will, kann das eben­falls machen, mei­ne Datenbasis ist frei ein­seh­bar. Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2021 am meis­ten Umsatz erzielt habe und die ich eben­falls in obi­ge Rechnung habe ein­flie­ßen las­sen. In Klammern wie­der die Veränderung zum Vorjahr:

  1. Adobe Stock (-)
  2. Shutterstock (-)
  3. Canva (-)
  4. 123rf (-)
  5. Zoonar (+3)
  6. EyeEm (+1)
  7. Dreamstime (-2)
  8. Alamy (+1)
  9. Pond5 (neu)
  10. Westend61 (neu)

Was sagt uns diese Auswertung?

Adobe Stock hat sei­ne Spitzenposition im Vergleich zum Vorjahr noch wei­ter aus­ge­baut, Shutterstock bleibt wei­ter­hin auf dem zwei­ten Platz.

Mit deut­li­chem Abstand führt iStock das Mittelfeld an, in dem sich noch Dreamstime, Alamy, 123rf, Depositphotos und EyeEm tum­meln. Die rest­li­chen Agenturen sind kaum noch der Rede wert. Diese Formulierung fand sich auch deut­lich häu­fi­ger in den Kommentaren der Teilnehmer.

Wie im letz­ten Jahr pro­phe­zeit, hat Depositphotos, ver­mut­lich wegen deren Honorarkürzung, eini­ge Plätze verloren.

Hier könnt die auch die Ergebnisse von 2021, 2020, 2019, 2018 und 2017 nachlesen.

Interessante Auffälligkeit

Auffällig ist der höchs­te Neueinstieg auf Platz 9 von Wirestock, wel­che kei­ne Bildagentur im klas­si­schen Sinne ist, son­dern nur ein Verteiler, über den Fotograf:innen ihre Bilder gleich­zei­tig an ver­schie­de­ne Bildagenturen streu­en kön­nen, ohne sich dar­um extra küm­mern zu müs­sen. Dafür ver­langt Wirestock natür­lich einen Anteil an der ohne­hin schon küm­mer­li­chen Provision.

Ich bin mir sicher, dass auch die Umsatzverteilung von Wirestock selbst der in der obi­gen Liste ähneln wür­de. Der Blogleser Dennis hat­te noch ergänzt, dass die Umsätze bei Wirestock vor allem auf deren „Instant Pay“-Programm zurück­zu­füh­ren sei­en, was lang­fris­tig aber sicher kei­ne gute Idee ist.

Spaßeshalber hier noch eine Zusammenfassung der Bildagentur-​Ergebnisse der letz­ten fünf Jahre (Klicken zum Vergrößern), bei der die obi­ge Zählweise mit den Platzierungen der jewei­li­gen Jahre addiert wur­de. Die best­mög­li­che Platzierung (5 Jahre x 15 Punkte) wäre dem­nach 90 Punkte:

Habt ihr die Ergebnisse erwar­tet? Oder sind Überraschungen für euch dabei?

* Affiliate-​Link

Frag den Fotograf: Wo kann ich düstere Stockfotos finden?

Vor einer Weile errich­te mich die­se Anfrage, wel­che ich heu­te in einer neu­en Folge von „Frag den Fotograf“ beant­wor­ten will:

Als Bildredakteur einer Tageszeitung suche ich manch­mal Fotos, die sich als Symbol-​Bebilderung für schwie­ri­ge Themen eig­nen. Beispiele sind Depression, Armut, Alkoholexzesse bei Jugendlichen ode­rauch vir­tu­el­le Themen wie Überwachung, Missbrauch, Sicherheit usw.

Es geht dabei vor allem um Fotos, die eine bedroh­li­che, pro­blem­ori­en­tier­te Gestaltung auf­wei­sen. Ich arbei­te mich bei der Suche in den gro­ßen Stockagenturen oft lan­ge und genervt durch Massen an fröhlich-​gestellten Bildern mit gesun­den Menschen, die sich meist sehr ähneln und die ich kom­plett nicht gebrau­chen kann.

Haben Sie einen Tipp, wo ich „düs­te­re“ anspruchs­vol­le Symbolbilder fin­den kann?“

Diese Frage ist nicht so ein­fach zu beant­wor­ten, denn eine Agentur, die sich auf genau sol­che Bilder spe­zia­li­siert hat, gibt es nicht.

Einige Gründe dafür habe ich z.B. in die­sem Blog-​Artikel hier geschil­dert. Generell wird es so sein, dass sie sol­che Fotos eher bei den teu­re­ren oder den Gratis-​Bildagenturen fin­den kön­nen, weil sich die­se Themen für Microstock-​Agenturen nicht oft genug verkaufen.

Bei teu­ren Agenturen wie Getty Images kann sich so ein Motiv auch durch weni­ge Verkäufe ren­tie­ren, bei den Gratis-​Agenturen wie Unsplash oder freeimages.com geht es den Fotografen nicht dar­um, mit den Motiven Produktionskosten wie­der einzuspielen.

Auch bei Webseiten wie DeviantArt fin­den sich etli­che Künstlerinnen und Künstler, die sich „düs­te­ren“ Themen ver­schrie­ben haben, aber das sind meist Illustrationen statt Fotos.

Aber auch auf der Medienseite selbst zu zu düs­te­re, unan­ge­neh­me Fotos sel­ten erwünscht, im werb­li­chen Bereich noch weni­ger. Die Leserinnen und Leser sol­len ja ihr Frühstück noch ver­dau­en kön­nen, wenn sie die Titelseite ihrer Tageszeitung in der Hand haben und vie­le Medien kön­nen nicht kon­trol­lie­ren, von wel­chen Altersgruppen die Bilder gese­hen wer­den, wes­halb sie da lie­ber vor­sich­tig Bilder aus­wäh­len, die mög­lichst wenig Leuten ver­schre­cken, auch bei nega­ti­ven Themen.

Prominentestes Beispiel der letz­ten Jahre war, als BILD und ande­re Medien im September 2015 das Foto des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi am Strand lie­gend ver­öf­fent­licht hat­ten. Das zog unzäh­li­ge Diskussionen und Beschwerden beim Presserat nach sich.

Deshalb: Negative, dunk­le Stockfotos wer­den auch wei­ter­hin eine sehr klei­ne Nische auf dem Bildermarkt sein, da man gezielt mit ent­spre­chen­dem Zeitaufwand suchen muss.