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Bildagentur Westend61 startet Direktverkauf

Die Münchner Bildagentur Westend61 ist seit 15 Jahren als Zulieferer für gro­ße Vertriebspartner wie Getty Images, AGE Fotostock und ande­re Bildagenturen tätig.

Woman taking bath © Westend61/Rainer Berg

Nun star­tet Westend61 den Versuch, auch im Direktgeschäft Fuß zu fas­sen und mit­tels des eige­nen Online-Shops selbst Bilder an Kunden zu ver­kau­fen, statt die­se nur an ande­re Agenturen zu lie­fern.

Zum Start sind ca. 13.000 hand­s­e­lek­tier­te und exklu­si­ve People- und Lifestyle-Bilder im Portfolio, wel­ches ste­tig wächst.

Happy Couple © Westend61/Jo Kirchherr

Einer der bei­den Inhaber von Westend61, Stephan Bock, erklärt: „Wenn du im Markt neben all den Großen exis­tie­ren willst, musst du irgend­was anders machen. Gerade weil wir klein sind, kön­nen wir das Angebot sehr scharf umrei­ßen und uns auf People und Lifestyle kon­zen­trie­ren. Unser Herzstück ist die Kreativabteilung, die das Bilderportfolio extrem auf­wen­dig kura­tiert und stän­dig auf der Suche nach neu­en Trends ist.“

Die Bildsprache soll sich von den übli­chen Stock-Angeboten abhe­ben mit einem Fokus auf einer euro­päi­schen, sehr authen­ti­schen Bildsprache und einem fri­schen Look.

Happy Family © Westend61/Mareen Fischinger

Martine Präßl, Creative Director, erklärt, was dahin­ter­steht: „Wir den­ken kon­se­quent von Kundenseite und neh­men nur Bilder ins Programm, die kam­pag­n­en­taug­lich sind und im werb­li­chen Umfeld funk­tio­nie­ren kön­nen.“

Mit Eröffnung des eige­nen Webshops nimmt Westend61 auch Bildproduktionen ande­rer Partner ins Programm auf: Bisher wur­den zum Beispiel Verträge mit Caia Images aus London, Cavan Images aus New York und Maskot aus Stockholm abge­schlos­sen.

Bildunion stellt zum Ende des Monats den Betrieb ein

In die immer län­ger wer­den­de Liste der ster­ben­den deut­schen Bildagenturen gesellt sich nun auch Bildunion.

Vor 13 Jahren wur­de die Agentur gegrün­det, nun ist Schluss. Die Webseite wird zum Ende des Monats Februar 2018 abge­schal­tet.

Offene Guthaben aus dem 2. Halbjahr 2017 und 2018 sol­len bis Ende des Monats Februar aus­be­zahlt wer­den.

Die besten Bildagenturen 2017 (Auswertung meiner Umfrage)

Nach dem Erfolg mei­ner Bildagentur-Umfrage letz­tes Jahr habe ich auch die­ses Jahr wie­der eine Umfrage auf mei­ner Facebook-Seite gestar­tet, um zu fra­gen, bei wel­chen Bildagenturen mei­ne Leserinnen und Leser im Jahr 2017 die meis­ten Umsätze erzielt hat­ten.

Die Ergebnisse soll­ten sie nach Umsatz abstei­gend sor­tiert als Kommentar hin­ter­las­sen. Insgesamt haben sich über 50 Leute betei­ligt, wes­halb ich erneut ger­ne die Ergebnisse aus­wer­ten möch­te.

Die besten Bildagenturen 2017

  1. Adobe Stock (Fotolia)* (391) (-)
  2. Shutterstock* (370) (-)
  3. iStock (225) (-)
  4. 123rf* (104) (-)
  5. Dreamstime* (97) (-)
  6. Eyeem (96) (+4)
  7. Westend61 (71) (+1)
  8. Bigstock (54) (-)
  9. Getty Images (51) (neu)
  10. Pond5 (48) (-4)
  11. Depositphotos (46) (-4)
  12. Alamy (40) (neu)
  13. Colorbox (35) (neu)
  14. Photocase (27) (-3)
  15. Chromorange (17) (neu)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel-Tabelle eine Liste gemacht und in die ers­te Spalte jede Agentur ein­ge­tra­gen, die genannt wur­de. In den nächs­ten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte ver­ge­ben, basie­rend auf der Sortierung der genann­ten Agenturen. Die ers­te Agentur, also die mit dem meis­ten Umsatz bekam 10 Punkte, die als zwei­tes genann­te Agentur bekam 9 Punkte und so wei­ter.
Die Werte habe ich pro Agentur sum­miert und die Liste dann nach den Punkten sor­tiert. Das Ergebnis sehr ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jewei­li­gen Agentur.
Insgesamt wur­den 33 ver­schie­de­ne Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ers­ten 15 Agenturen beschränkt, weil das sta­tis­ti­sche Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel grö­ßer ist.

Hinweise:
Bei der Auswertung haben vier Leute ins­ge­samt drei ver­schie­de­ne Agenturen ange­ge­ben (2x Fotolia, 1x Eyeem, 1x Chromorange), wel­che sie exklu­siv belie­fern. Würde man die­se Punkte raus­rech­nen, wür­de sich an der Reihenfolge jedoch nichts ändern, nur Chromorange wür­de hin­ten raus­fal­len.
Außerdem wur­de bei der Umfrage nicht unter­schie­den, ob die Leute Videos oder Fotos oder bei­des ver­kau­fen, wie vie­le Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hoch­la­den. Die hohe Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch ver­mut­lich nicht aus deren Fotoverkäufen.

Meine bes­ten Agenturen 2017
Wer die obi­ge Liste nach­rech­nen oder anders aus­wer­ten will, kann das eben­falls machen, mei­ne Datenbasis ist ja (fast) frei ein­seh­bar. (Hier könnt ihr auch direkt mei­ne Excel-Tabelle run­ter­la­den). Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2017 am meis­ten Umsatz erzielt habe und die ich eben­falls in obi­ge Rechnung habe ein­flie­ßen las­sen. In Klammern wie­der die Veränderung zum Vorjahr:

  1. Adobe Stock (Fotolia) (-1)
  2. Shutterstock (-1)
  3. 123rf (-1)
  4. Dreamstime (-1)
  5. Canva (+1)
  6. Bigstock (-1)
  7. Eyeem (+2)
  8. Pond5 (-1)
  9. Alamy (+1)
  10. Westend61 (-1)

Was sagt uns diese Auswertung?

Ganz oben ran­geln sich Adobe Stock und Shutterstock um die Spitzenposition, wobei Shutterstock etwas auf­ge­holt hat. Dann gibt sich iStock Mühe, den Anschluss nicht zu ver­lie­ren und das Mittelfeld mit 123rf, Dreamstime und EyeEm ist schon weit abge­schla­gen, von den rest­li­chen Agenturen ganz zu schwei­gen.

Überraschungssieger ist die­ses Jahr EyeEm, wel­che sich um vier Plätze nach oben kämp­fen konn­te. Verlierer sind dies­mal Pond5 und Depositphotos mit je vier Plätzen Abstieg. Canstock, Canva, Zoonar und Stocksy als Tabellenletzte im Vorjahr sind dies­mal gar nicht mehr dabei.

Wer als Einsteiger in die Stockfotografie wis­sen will, wel­che Agenturen er belie­fern soll­te, kann im Grunde die obi­ge Liste von oben nach unten durch­ar­bei­ten, wobei der zu erwar­ten­de Umsatz stark mit der Höhe der Balken im Diagramm kor­re­liert.

Überrascht euch die Liste? Oder hät­tet ihr ähn­li­ches erwar­tet?

Bildagentur Mauritius Images übernimmt Pitopia

Die alt­ein­ge­ses­se­ne deut­sche Bildagentur Mauritius Images hat bekannt gege­ben, dass sie die klei­ne deut­sche Bildagentur Pitopia über­nimmt. Dafür wur­de im Dezember 2017 die Tochtergesellschaft Pitopia UG mit Mark Ostermayr und Stefan Ploghaus als Geschäftsführer gegrün­det, wel­che die Bildagentur wei­ter­füh­ren wird.

Der Bildbestand soll erhal­ten blei­ben und ver­mut­lich in der einen oder ande­ren Form als „Budget“-Kollektion dem Bestand von Mauritius Images hin­zu­ge­fügt wer­den.

Pitopia wur­de 2004 von Ute Jansing und Michael Hubschneider in Karlsruhe gegrün­det und ging 2005 online.

Was bedeutet das für die Fotografen?

Leider wird der Honoraranteil der Fotografen von bis­her 50% auf 40% gekürzt wer­den.

Mit der Übernahme wird außer­dem ein sofor­ti­ges Sonderkündigungsrecht bis zum 28.02.2018 ein­ge­räumt. Die bis­he­ri­ge kur­ze Kündigungsfrist bleibt wei­test­ge­hend unver­än­dert bestehen, sodass auch nach Ablauf des Sonderkündigungsrechts eine Kündigung inner­halb von fünf Werktagen mög­lich ist.

Rechtlich gese­hen ändert sich auch der bis­he­ri­ge Status der Bildagentur. Bisher war Pitopia nur „Mittler“, wes­halb der direk­te Vertragspartner der Käufer war. Deshalb wur­de die­ser immer auf den Abrechnungen mit Anschrift genannt. Das wird nun auf­ge­ge­ben und das klas­si­sche Agenturmodell kommt zur Anwendung, Pitopia ist also nun nun Vertragspartner für Fotografen und Kunden.

Bilder zu Bildagenturen in voller Auflösung hochladen oder vorher verkleinern?

Ist grö­ßer bes­ser? Kürzlich ver­folg­te ich eine Diskussion unter Stockfotografen, in der es dar­um ging, ob die fer­ti­gen Bilder in der größt­mög­lich ver­füg­ba­ren Größe zu den Bildagenturen hoch­ge­la­den oder lie­ber vor­her ver­klei­nert wer­den soll­ten.

Beide Seiten hat­ten ihre Argumente, die nach­voll­zieh­bar sind.

Auf der Pro-Originalgröße-Seite wur­den fol­gen­de Argumente auf­ge­führt:

  1. Je mehr Pixel ein Bild hat, des­to eher kauft es jemand, der spe­zi­ell ein mög­lichst gro­ßes Bild braucht.
  2. Je grö­ßer ein Bild ist, des­to teu­rer wird es bei den meis­ten Bildagenturen, zumin­dest im Credit-Bereich, ange­bo­ten, also bei einem gro­ßen Verkauf auch mehr Geld ver­dient.
  3. Eine Verkleinerung wäre nur ein zusätz­li­cher, unnö­ti­ger Arbeitsschritt.

Auf der Seite, wel­che die Verkleinerung der Fotos befür­wor­tet, gab es die­se Argumente:

  1. Eine Verkleinerung der Bilder ver­rin­gert die Gefahr, dass Fotos wegen Bildfehler (Rauschen/Unschärfe etc.) abge­lehnt wer­den.
  2. Durch direk­te Kundenanfragen nach einer höhe­ren Auflösung kön­nen teil­wei­se Mehreinnahmen gene­riert wer­den.
  3. Je nach Internetleitung kön­nen klei­ne­re Dateien schnel­ler zu den Agenturen hoch­ge­la­den wer­den.

Ich selbst gehö­re meist zur Fraktion, wel­che die Bilder in Originalgröße hoch­lädt. Es gibt aber auch Fälle, wo ich eben doch Bilder klei­ner ska­lie­re. Das ist manch­mal bei rie­si­gen Panoramaaufnahmen der Fall, die im Original teil­wei­se mehr als 200 Megapixel haben. Davon sind die meis­ten Bildagenturen über­for­dert, wes­halb ich die­se Bilder im Vorfeld ver­klei­ne­re.

Auch wenn eine Bildagentur ein Bild wegen Bildfehlern ablehnt, ver­klei­ne­re ich es manch­mal und lade es erneut hoch, wenn ich mir gute Verkaufschancen des Motivs erwar­te. Aber meist sind mei­ne Ablehnungen eher wegen zu ähn­li­cher Bilder oder ver­steck­ter Logos oder Markennamen, wes­we­gen das kaum vor­kommt.

Ab und zu habe ich auch direk­te Kundenanfragen, ob ein Bild grö­ßer erhält­lich sei oder – bei den Illustrationen oder 3D-Renderings – etwas geän­dert wer­den kön­ne. Meist ver­lau­fen die­se Anfragen jedoch im Sande, weil der dann gefor­der­te Preis deut­lich höher ist als der Microstock-Preis, was vie­le Kunden irri­tiert. Erfahrungsgemäß geht es mei­nen Stock-Kollegen meist ähn­lich, die Kundenanfragen kos­ten also immer Zeit und brin­gen nur manch­mal zusätz­li­che Einnahmen.

Ob es sinn­voll ist, sei­ne Aufnahmen klei­ner zu rech­nen oder nicht, hängt sicher auch von den Motiven ab: Wer Themen foto­gra­fiert, die ger­ne groß­for­ma­tig gekauft wer­den, weil sie für Plakatwände oder Messestände sehr geeig­net sind, hat vom Hochladen der Originalgröße mehr als jemand, des­sen Bilder haupt­säch­lich von Bloggern und Zeitschriftenredaktionen gekauft wer­den.

Wie macht ihr das und was sind eure Gründe dafür?