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Welche Faktoren beeinflußen das Relevanz-Ranking der Bildagenturen? 18 Kriterien unter der Lupe

Was beein­flusst das Ranking von Bildern bei Bildagenturen?

Auf den ers­ten Blick ist es ganz ein­fach: Der Kunde tippt einen Begriff in die Suchmaske einer Agentur ein und erhält etli­che Treffer. Nun gibt es dort meist deut­li­ch mehr Bilder als auf einer Seite ange­zeigt wer­den kön­nen (Fotolia warb da mal sinn­ge­mäß mit „Suchen sie nicht nach ‚Frau‘ bei uns, wir haben da über eine Million Treffer“). Nach wel­chen Kriterien ent­schei­den die Agenturen, wel­che Bilder ganz vor­ne lan­den?

Die Suche nach "Frau" bei Fotolia liefert knapp 10 Millionen Ergebnisse. Welche Faktoren sorgen dafür, welche Bilder jeweils ganz oben erscheinen?
Die Suche nach „Frau“ bei Fotolia lie­fert knapp 10 Millionen Ergebnisse. Welche Faktoren sor­gen dafür, wel­che Bilder jeweils ganz oben erschei­nen?

Ähnlich wie bei Google sind die­se Suchalgorithmen das gro­ße Betriebsgeheimnis jeder Bildagentur und an der „Relevanz-Sortierung“ wird regel­mä­ßig geschraubt. Basierend auf per­sön­li­chen Erfahrungen, Gesprächen mit Agentur-Mitarbeitern und ande­ren Stockfotografen haben sich im Laufe der Jahre jedoch etli­che Faktoren die­ser kom­ple­xen Mischung her­aus­ge­schält, die – oft unter­schied­li­ch gewich­tet – eine Rolle für das Ranking eines Bildes spie­len.

Das Bilderranking ent­schei­det, in wel­cher Reihenfolge Bilder ange­zeigt wer­den, wenn alle die Suchbegriffe ent­hal­ten, die ein Kunde bei der Suche ein­ge­ben hat. An unter­schied­li­chen Stellen der Webseiten wer­den manch­mal auch nur eini­ge der Ranking-Faktoren her­an­ge­zo­gen, um bei­spiels­wei­se die Sortierung der „ähn­li­chen Bilder“ oder im per­sön­li­chen Portfolio eines Fotografen fest­zu­le­gen.

Welche Faktoren ent­schei­den über das Ranking eines Bildes? Diese Faktoren kön­nen gene­rell für einen Fotografen oder für ein­zel­ne Bilder gel­ten. Ich wei­se dar­auf hin, dass die fol­gen­den Angaben meist nur begrün­de­te oder nicht nach­weis­ba­re Vermutungen sind. Nur ganz sel­ten las­sen sich Bildagenturen dazu hin­rei­ßen, offi­zi­ell Einflussfaktoren für das Ranking zu nen­nen. Schauen wir uns in loser Folge eini­ge bekann­te oder ver­mu­te­te Faktoren an.

Alter des Bildes:
Neue Bilder erhal­ten oft einen Bonus. Je älter hin­ge­gen ein Bild wird, desto mehr fällt es im Ranking. Damit wol­len die Bildagenturen ver­mei­den, dass die Stammkunden, vor allem die mit gro­ßen Bilder-Abos, stän­dig die glei­chen Bilder sehen, wel­che sie even­tu­ell in der Vergangenheit sowie­so schon gekauft haben. Auch steigt die tech­ni­sche Qualität neu­er Bilder meis­tens (mehr Megapixel) und so wei­ter, was eben­falls ein Grund sein könn­te.

Dieser Effekt war beson­ders deut­li­ch der der Abo-Agentur Shutterstock zu sehen, wo sich Bilder ca. drei Monate stark ver­kauft haben und die Verkäufe dana­ch rapi­de abfie­len. Irgendwann 2011 wur­de der Algorithmus jedoch umge­stellt und seit­dem haben auch älte­re Bilder wie­der mehr Chancen.

Die Tatsache, dass fast alle Agenturen zusätz­li­ch zur Standard-Sortierung auch eine Sortierung nach den „neus­ten Bildern“ anbie­ten, betont die Wichtigkeit die­ses Faktors.

Exklusivität des Bildes oder Fotografen:
Wenn es zu einem Thema mehr Bilder als Plätze bei den Suchergebnissen gab, wur­den oft exklu­si­ve Bilder oder die Bilder exklu­si­ver Fotografen bevor­zugt. Das beka­men vor allem die nicht-exklusiven Fotografen bei iSto­ck zu spü­ren, die bei den belieb­tes­ten Themen wenig Chancen auf die vor­de­ren Plätze hat­ten. Auch der gene­rel­le Anteil von Exklusivbildern in einem Portfolio könn­te rele­vant für das Ranking sein, wenn man sich wie bei Fotolia zum Beispiel nicht für eine kom­plet­te Exklusivität ent­schei­den muss.

Ich glau­be jedoch, dass die­ser Faktor wei­ter abneh­men wird, weil die Agenturen immer weni­ger Wert auf Exklusivität legen. Der Erfolg von Shutterstock, wel­che Exklusivität kon­se­quent ableh­nen, scheint dabei eine Rolle zu spie­len.

Ablehnungsquote:
Irgendwie logi­sch: je mehr Bilder eines Fotografen abge­lehnt wer­den, desto „schlech­ter“ scheint sein foto­gra­fi­sches Können oder zumin­dest sein Gespür für ver­käuf­li­che Themen zu sein. Da liegt es nahe, ihn im Ranking her­ab­zu­stu­fen, bis sei­ne Ablehnungsquote sinkt. Gerade für Anfänger ist die­ser Faktor kri­ti­sch, weil Neulinge oft eine Ablehnungsquote von 50% oder mehr haben und sie damit gleich am Anfang „bestraft“ wer­den.

Anfänger-Bonus:
Vielleicht als Ausgleich zum vori­gen Punkt ver­mu­ten eini­ge Fotografen, dass neue Portfolios am Anfang einen Schub ver­passt bekom­men, der eine bes­se­re Platzierung bei den Suchergebnissen erwirkt. Das kann zum einen dar­an lie­gen, um neue Fotografen zu moti­vie­ren und bei der Stange zu hal­ten, um mehr und bes­se­re Bilder zu lie­fern. Es könn­te aber auch nur dazu die­nen, nach­tei­li­ge Faktoren wie die Ablehnungsquote oder schlech­ter Verschlagwortung aus­zu­glei­chen, bei denen sich der Fotograf nach eini­ger Zeit von selbst ver­bes­sern soll­te.

Lokalität:
In Ermangelung eines bes­se­ren Wortes nen­ne ich die­sen Faktor „Lokalität“, der beschreibt, dass Käufer eines bestimm­ten Landes bevor­zugt Bilder von Fotografen des glei­chen Landes ange­zeigt bekom­men. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Bilder bei den dar­ge­stell­ten Ethnien der Models, den loka­len Besonderheiten wie Architektur, Kleidung, Schrift und ande­ren Details wie Steckdosen oder Baumarten im Hintergrund bes­ser zu den Vorstellungen der Bildsucher pas­sen als bei aus­län­di­schen Fotografen.

Indirekt spielt hier auch die Sprache eine Rolle, denn die Übersetzungsprogramme der Bildagenturen arbei­ten nicht immer kor­rekt. Wenn der Fotograf die glei­che Sprache wie der Bildkäufer benutzt, kommt es zu weni­ger Missverständnissen und etwai­ge Übersetzungsfehler sind aus­ge­schlos­sen. Lange hat Fotolia zum Beispiel „Team“ mit „Gespann“ über­setzt oder „boy“ mit „Bengel“.

Initialranking durch den Reviewer:
Über die­sen Punkt spricht kei­ne Agentur ger­ne, weil er zeigt, wel­che Macht die Bildredaktion hat und wie will­kür­li­ch und unkon­trol­liert Bildredakteure den Erfolg neu­er Bilder beein­flus­sen kön­nen. Es gibt etli­che Agenturen bei denen die Bilder nicht nur ent­we­der abge­lehnt oder ange­nom­men wer­den. Die ange­nom­me­nen Bilder wer­den dann zusätz­li­ch dem Bildredakteur ent­we­der zum Beispiel noch auf einer Skala von 1–10 bewer­tet oder es kön­nen bis zu fünf Sterne oder was auch immer ver­ge­ben wer­den. Je bes­ser die Bewertung, desto bes­ser das Ranking. Nur sel­ten machen Agenturen das inter­ne Ranking sicht­bar durch Zeichen wie „Empfehlung“ oder „Hot Pick“.

Regelmäßigkeit der Uploads:
Ein Punkt, den vie­le Fotografen unter­schät­zen, ist die gleich­mä­ßi­ge Verteilung der hoch­ge­la­de­nen Bilder. Statt unre­gel­mä­ßig vie­le Bilder auf ein­mal an eine Agentur zu schi­cken, soll­ten lie­ber weni­ger, aber dafür regel­mä­ßi­ger Bilder gelie­fert wer­den. Regelmäßige Uploads ver­bes­sern das Ranking, ver­mut­li­ch, weil die Agenturen dadurch mer­ken, dass der Fotograf noch aktiv ist. Das gilt vor allem auch, wenn Fotografen zusätz­li­ch eine neue Agentur belie­fern wol­len. Statt 5.000 Bilder auf ein­mal hoch­zu­la­den, soll­ten statt­des­sen eher – je nach Menge – meh­re­re Monate lang ein bis zwei Mal die Woche klei­ne­re Tranchen hoch­ge­la­den wer­den.

Portfolio-Größe:
Nur teil­wei­se im Gegensatz zum vori­gen Faktor spielt die Portfolio-Größe eine Rolle für das Ranking. Je mehr Bilder im Portfolio, desto bes­ser oft das Ranking eines Fotografen. Das ist lei­der auch einer der Gründe für die unsäg­li­chen Portfolios mit vie­len Bildern, die mit mini­ma­len Unterschieden mehr­fach hoch­ge­la­den wer­den. Besonders nach­tei­lig betrof­fen sind hier Videografen, die es natur­ge­mäß deut­li­ch schwe­rer als Fotografen oder auch Illustratoren haben, ein grö­ße­res Portfolio auf­zu­bau­en.

Past Performance:
Wie gut hat der Fotograf in der Vergangenheit Bilder ver­kauft? Wie viel haben wir durch den Fotografen ver­dient? Was ist er also wert? Solche Fragen spie­len eine Rolle bei der Beurteilung des Erfolgs eines Fotografen und sind ein wich­ti­ger Faktor für das Ranking. Im Detail kann es hier gro­ße Unterschiede geben: Wird die abso­lu­te Zahl der Verkäufe ver­wen­det oder die rela­ti­ve Zahl in Abhängigkeit von Portfolio-Größe und/oder der Dauer der Mitgliedschaft? Werden die Verkäufe oder die Umsätze betrach­tet oder bei­des? Das macht einen Unterschied, weil die Aboquoten stark schwan­ken kön­nen und in Deutschland deut­li­ch nied­ri­ger als bei­spiels­wei­se in Russland sind.

Die Performance kann zum einen für das gesam­te Portfolio eines Fotografen betrach­tet wer­den, aber auch für jedes Bild ein­zeln. Sprich: Die Anzahl der Verkäufe und/oder Einnahmen eines Bildes spielt eben­falls eine Rolle für das Ranking in den Suchergebnissen. Bei der Sortierung nach „Downloads“ ist s sogar das ein­zi­ge Kriterium. Allein die Tatsache, dass die­se Sortierung von fast allen Agenturen ange­bo­ten wird, zeigt wie beim Bildalter die Relevanz die­ses Faktors.

Verkäufe pro Zeit:
Dieser Wert wird meist für jedes Bild indi­vi­du­ell bestimmt. „Zeit pro Verkauf“ besagt, wie oft sich ein Bild sagen wir inner­halb einer Woche im Vergleich zu ande­ren Bildern ver­kauft hat. Mit die­ser Methode kön­nen unter­schied­li­ch alte Bilder etwas bes­ser ver­gli­chen wer­den, weil ein drei Jahre altes Bild natür­li­ch viel mehr Zeit hat­te, abso­lut gese­hen mehr Verkäufe anzu­sam­meln als ein zwei Wochen altes Bild. Wenn ers­te­res mit 100 Verkäufen zwar beein­dru­cken­der wirkt, wäre das zwei­te Bild mit nur 7 Verkäufen rela­tiv betrach­tet ver­käuf­li­cher. Je mehr Verkäufe in ver­gleich­ba­rer Zeit, desto bes­ser für das Ranking.

Verkäufe pro Views:
Wie hoch ist das Verhältnis von Verkäufen pro View? Ein Bild, was nach je vier Views ver­kauft wird, ist bes­ser als eins, was zehn Mal ange­se­hen wer­den muss, bevor es ver­kauft wird. Mit die­sem Wert kann die Agentur erken­nen, wie gut die Suchbegriffe zu Bild pas­sen. Je mehr unpas­sen­de Begriffe dabei sind, desto mehr wer­den die Views, die aber nicht zu Verkäufen füh­ren. Das signa­li­siert der Agentur, dass das Bild für bestimm­te Begriffe weni­ger pas­send ist und stuft es im Ranking her­un­ter. Einige Agenturen bre­chen die­sen Wert auf jedes ein­zel­ne Keyword her­un­ter, ande­re neh­men den gesam­ten Wert. Auch ein schwer zu fas­sen­des Konzept wie die gestal­te­ri­sche Qualität eines Fotos kann so not­dürf­tig ope­ra­tio­na­li­siert wer­den. Je mehr Leute ein Bild kau­fen, wenn sie es ange­zeigt bekom­men, desto gelun­ge­ner muss es auf die Kunden wir­ken.

Vor allem die­ser Faktor ist ein Grund, war­um „Keyword-Spamming“, also das Vollstopfen eines Bildes mit unpas­sen­den, aber häu­fig gesuch­ten Begriffen, einem Fotografen mitt­ler­wei­le eher scha­det als nützt. Andersrum könn­te die­ser Punkt auch „Qualität der Suchbegriffe“ genannt wer­den, denn je pas­sen­der die Suchbegriffe ver­ge­ben wer­den, desto höher ist die­ser Wert.

Sortierung der Suchbegriffe:
Bei eini­gen Bildagenturen wie Fotolia, 123rf oder Alamy wer­den die Suchbegriffe nicht alpha­be­ti­sch sor­tiert, son­dern nach Relevanz. Fotolia sagt zum Beispiel, dass die ers­ten sie­ben Begriffe stär­ker bei der Suche berück­sich­tigt wer­den als die fol­gen­den Keywords. Das heißt, dass zwei Bilder mit den iden­ti­schen Suchbegriffen unter­schied­li­ch ange­zeigt wer­den kön­nen, je nach­dem, an wel­cher Stelle das Keyword in den Metadaten auf­taucht. Je wei­ter vor­ne das Wort steht, desto höher ist die Relevanz für die Suche.

Ranking-Boost durch Ranking-Elemente:
Das ist etwas spe­ku­la­tiv, aber eini­ge Fotografen berich­ten immer wie­der von Einkommenssprüngen, wenn sie eine neue Rankingstufe bei bestimm­ten Bildagenturen geschafft haben. Bei Fotolia reicht die­ses Ranking bei­spiels­wei­se von Weiß über Bronze, Silber und Gold bis hin zu Diamant, aber auch Agenturen wie 123rf und ande­re haben unter­schied­li­ch aus­ge­stal­te­te Belohnungssysteme. Ich ver­mu­te jedoch, dass die­ser Faktor, wenn vor­han­den, eher gering ist und die beob­ach­te­ten Einkommenssteigerungen durch mehr Prozentpunkte bei den Umsätzen sowie klei­ne Verbesserungen bei ande­ren Faktoren wie der Ablehnungsquote, der Portfoliogröße, der Past Performance etc. erklär­bar sind.

Bildgröße:
Ebenfalls spe­ku­la­tiv ist die­ser Faktor, der besagt, dass Bilder mit mehr Megapixeln in der Suche bevor­zugt wer­den. Falls vor­han­den, hat die­ser Faktor sicher eben­falls nur einen mini­ma­len Einfluss, aber es wäre logi­sch, den Kunden die grö­ße­ren Bilder zuer­st anzu­zei­gen, wenn genug Suchtreffer zur Auswahl ste­hen, weil er sich ärgern wür­de, wenn er ein gro­ßes Plakat dru­cken will, aber anfangs nur Bilder in gerin­ger Auflösung fän­de.

Bild-Kollektion:
Neben der „nor­ma­len“ Bildkollektion haben vie­le Bildagenturen noch zusätz­li­che ande­re Kollektionen, zum Beispiel eine Premium-Kollektion („Infinite“ bei Fotolia, „Offset“ bei Shutterstock“, „Signature“ bei iSto­ck usw.) oder eine Smartphone-Collection wie „Fotolia Instant“. Für die­se Bilder sind meist eine bestimm­te Anzahl an Slots reser­viert, die zwi­schen die nor­ma­len Suchergebnisse gestreut wer­den. Als fik­ti­ves Beispiel: Wenn pro Suchergebnis-Seite 50 Bilder ange­zeigt wer­den, sind davon nur 40 Bilder für die nor­ma­le Kollektion reser­viert und 5 für die Premium-Kollektion und 5 für die Smartphone-Kollektion.

Lightbox-Menge:
Es könn­te sein, dass Bilder, die häu­fi­ger in Kunden-Lightboxen zur spä­te­ren Verwendung gespei­chert wur­den, als rele­van­ter ange­se­hen wer­den als ande­re Bilder, auch wenn sie noch nicht gekauft wur­den.

Bildpreis:
Um sowohl für die preis­emp­find­li­chen Kunden als auch die­je­ni­gen, die ger­ne mehr Geld für ein gutes Motiv aus­ge­ben, zufrie­den­zu­stel­len, könn­ten die Suchtreffer auch so gemischt wer­den, dass bei unter­schied­li­chen Bildpreisen von jeder Preiskategorie eine Auswahl dabei ist. Das wür­de ähn­li­ch wie bei den „Bild-Kollektionen“ funk­tio­nie­ren, wo der Effekt meist sicht­ba­rer ist.

Freigabe für Abonnements und ande­re Vertriebskanäle:
Neben „nor­ma­len“ Lizenzen ver­kau­fen Agenturen immer mehr Bilder also Abos, ver­kau­fen sie wei­ter über „Vertriebspartner“ oder mit „sen­si­ti­ven Lizenzen“. Als Vermutung liegt nahe, dass Bilder von Fotografen, die bei allem mit­spie­len, ein bes­se­res Ranking erhal­ten, als Bilder , die nur beschränkt ver­kauft oder ver­trie­ben wer­den kön­nen.

Was gen­au drin ist und wie das Mischungsverhältnis ist, das ist natür­li­ch ein Geschäftsgeheimnis. Auch je nach Bildagentur kann sich die Auswahl die­ser Faktoren und deren Gewichtung stark unter­schei­den. Auch inner­halb einer Agentur wird oft häu­fig an den Algorithmen geschraubt.

Was sagt ihr? Kennt ihr wei­te­re Faktoren, wel­che das Relevanz-Ranking beein­flu­ßen (könn­ten)?

Auszahlungen schwierig bei der Bildagentur Clipdealer

Letzte Woche hat die Bildagentur Adpic aus Bonn den Laden dicht gemacht. Vorausgegangen waren tech­ni­sche Probleme sowie aus­ste­hen­de Zahlungen an Fotografen, wel­che teil­wei­se erst nach meh­re­ren Monaten begli­chen wur­den.

Meine Umsatzentwicklung bei Clipdealer in den letz­ten 25 Monaten (mit poly­no­mi­scher Trendlinie)

Ähnliches scheint seit über einem Jahr bei der Bildagentur Clipdealer aus München zu pas­sie­ren.

Im Internet häu­fen sich seit Monaten die Meldungen ver­schie­de­ner Fotografen, die eine Auszahlung bean­tragt haben und dann mona­te­lang nichts mehr von der Agentur gehört haben.

Zu den tech­ni­schen Schwierigkeiten kann ich nichts aus ers­ter Hand berich­ten, weil ich mei­ne Uploads dort­hin schon seit Januar 2015 ein­ge­stellt habe. In den unten ver­link­ten Forumthreads wird aber auch über strei­ken­de FTP-Server berich­tet.

Wie lan­ge es dau­ern kann, bis Fotografen ihr Geld von Clipdealer erhal­ten, konn­te ich jedoch mehr­mals selbst erfah­ren. Meinem Auszahlungswunsch vom 01.02.2016 wur­de erst am 27.07.2016 (nach über fünf Monaten) ent­spro­chen. Meine am 15.07.2016 bean­trag­te Auszahlung wur­de am 31.01.2017 (nach über sechs Monaten!) bear­bei­tet, nach­dem ich sowohl im August 2016 tele­fo­ni­sch nach­ge­hakt hat­te und im Januar 2017 per Email und per Post.

Die Erfahrungen ande­rer Fotografen könnt ihr in Forumthreads wie „Zahlungsschwierigkeiten bei Clipdealer“ (Stockfotoforum) oder „Clipdealer refu­se to send pay­out and never reply to email“ (Microstockgroup) nach­le­sen sowie in eini­gen geschlos­se­nen Facebook-Gruppen wie „Stock“. Zusätzlich lie­gen mir ähn­li­ch lau­ten­de Nachfragen und Berichte ande­rer Fotografen via Email vor.

Wer noch Guthaben von Clipdealer offen hat, soll­te das anfor­dern und vor­her auf jeden Fall einen Screenshot machen für den Fall, dass die Seite nicht erreich­bar ist.

Es ist scha­de, dass eini­ge klei­ne­re Bildagenturen Schwierigkeiten zu haben schei­nen. Damit scheint sich jedoch lei­der mei­ne Prognose zu bestä­ti­gen, dass das Sterben klei­ne­rer Agenturen wei­ter­ge­hen wird, wie ich es hier vor zwei Jahren ana­ly­siert habe.

Verbotene Nutzungen von Stockfotos (Update 2017)

Eine Sorge von Models ist, dass ihre Fotos, wel­che über Bildagenturen ange­bo­ten wer­den, auf für sie nach­tei­li­ge Arten genutzt wer­den könn­ten.

Deshalb hat­te ich schon vor ca. 8 Jahren hier einen Artikel ver­öf­fent­licht mit einer Übersicht über die ver­bo­te­nen Nutzungen von Bildagentur-Material.

Diesen möch­te ich nun aktua­li­sie­ren, um der geän­der­ten Agenturlandschaft Rechnung zu tra­gen. Ich habe alle Top-10-Agenturen mei­ner Umfrage mit ein­be­zo­gen sowie eini­ge ande­re, bei denen ich selbst mei­ne Bilder anbie­te, damit mei­ne Models auch für die­se Agenturen die Nutzungsbedingungen ken­nen.

Welche Nutzungen sind durch die Bildagenturen verboten?

Auch wenn sich die Lizenzbedingungen im Detail etwas unter­schei­den, ist doch leicht erkenn­bar, dass die Regeln bei allen Agenturen grob die glei­chen sind.

Dort gekauf­te Bilder dür­fen nicht für ille­ga­le, dif­fa­mie­ren­de oder por­no­gra­fi­sche Zwecke ein­ge­setzt wer­den.

Die ent­spre­chen­den Lizenzeinschränkungen der Agenturen im Wortlaut der ein­zel­nen Agenturen klin­gen so:

Fotolia / Adobe Stock

Fotolia schreibt hier bei „Größen und Verwendungen“ unter ande­rem:

Bitte beach­ten Sie, dass die Verwendung unse­rer Dateien für die fol­gen­den Zwecke unter­sagt ist:

  • Pornografie

  • Erwachsenenunterhaltung oder Escort Services

  • Politische Unterstützung

  • Logos, Markenzeichen oder Dienstleistungsmarken“

In der Lizenzvereinbarung steht noch aus­führ­li­cher:

3. Einschränkungen

3.1 Allgemeine Einschränkungen. Der Missbrauch der Werke ist unter­sagt. Mit Ausnahme der aus­drück­li­chen Genehmigungen in obi­gem Abschnitt 2 ist Ihnen Folgendes unter­sagt:

[…] e. Verwendung, Wiedergabe, Verteilung, Aufführung, Änderung oder Zurschaustellung des Werks (ins­be­son­de­re allein oder in Kombination mit ande­ren Urheberwerken) auf ver­leum­de­ri­sche oder ehren­rüh­ri­ge oder ander­wei­tig ruf­schä­di­gen­de, anstö­ßi­ge oder sit­ten­wid­ri­ge Weise.
[…] h. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die gegen gel­ten­des Recht ver­sto­ßen.
[…] j. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die das geis­ti­ge Eigentum oder ande­re Rechte einer natür­li­chen oder juris­ti­schen Person ver­let­zen oder dage­gen ver­sto­ßen, ins­be­son­de­re die mora­li­schen Rechte des Schöpfers des Werks und die Rechte einer jeden Person, die selbst oder deren Eigentum im Werk erscheint.
k. Handlungen im Zusammenhang mit dem Werk, die zu der ver­nünf­ti­gen Annahme ver­lei­ten könn­ten, dass der Schöpfer des Werks oder die Personen oder das Eigentum, die im Werk erschei­nen (falls zutref­fend), poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che oder ande­re mei­nungs­ba­sier­te Bewegungen oder Parteien unter­stüt­zen.
l. Gebrauch des Werks auf eine Art und Weise, die eine auf dem Bild dar­ge­stell­te Person in ein schlech­tes Licht rückt oder belei­di­gen könn­te, ins­be­son­de­re:
I. Pornografische Verwendung von Werken
II. Tabakwerbung;
III. Werbung für Striptease-Lokale oder ähn­li­che Geschäfte, so auch Begleitservice oder ähn­li­che Dienste
IV. Unterstützung poli­ti­scher Kandidaten
V. Verleumderischer Gebrauch oder ander­wei­tig wider­recht­li­che, belei­di­gen­de oder unmo­ra­li­sche Inhalte.[…]“

Shutterstock / Bigstock

In der Lizenzvereinbarung von Shutterstock steht:

Teil I Lizenzen für visu­el­le Inhalte

c. EINSCHRÄNKUNGEN FÜR DIE VERWENDUNG VISUELLER INHALTE

FOLGENDES IST IHNEN NICHT GESTATTET:
[…] ii. Die Portrait-Wiedergabe in visu­el­len Inhalten abge­bil­de­ter Personen (ein „Model“) auf eine Art und Weise, die von einem ver­nünf­tig den­ken­den Menschen als belei­di­gend oder anstö­ßig emp­fun­den wer­den könn­te, dar­un­ter zum Beispiel auch die Abbildung eines Models:
a) im Zusammenhang mit Pornografie, „Videos nur für Erwachsene“, Unterhaltungsveranstaltungen für Erwachsene, Begleitservice, Partnerschaftsdiensten oder Ähnlichem;
b) im Zusammenhang mit Werbung für Tabakwaren;
c) in einem poli­ti­schen Kontext wie etwa der Förderung von, Werbung für oder Unterstützung von Parteien, Kandidaten oder gewähl­ten Amtsinhabern sowie im Zusammenhang mit poli­ti­schen Programmen oder Meinungen
d) als an einer kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Krankheit lei­dend oder als Empfänger einer medi­ka­men­tö­sen Behandlung oder
e) bei unmo­ra­li­schen oder kri­mi­nel­len Handlungen.
iii. Die Verwendung visu­el­ler Inhalte in por­no­gra­fi­schem, ver­leum­de­ri­schem oder irre­füh­ren­dem Kontext bzw. auf eine Art und Weise, die als belei­di­gend, obszön oder ille­gal zu erach­ten sein könn­te. […]“

Bei der Tochteragentur Bigstock steht hier das Gleiche wie bei Shutterstock, nur in eng­li­sch.

Getty Images / iStock

In den EULA (End-User-License-Agreement) von Getty Images sowie in der Lizenzvereinbarung von iSto­ck steht wort­gleich:

3. Eingeschränkte Verwendungen.

a. Keine wider­recht­li­che Verwendung.
Die Inhalte dür­fen nicht auf por­no­gra­fi­sche, dif­fa­mie­ren­de oder ande­re rechts­wid­ri­ge Weise oder unter Verletzung der gel­ten­den Vorschriften (bei Sportinhalten ein­schließ­li­ch sämt­li­cher von Sportligen und Verbänden her­aus­ge­ge­be­ner Einschränkungen und Zugangsbeschränkungen) oder bran­chen­in­ter­nen Regelungen ver­wen­det wer­den.
[…]
e. Keine sen­si­ble Nutzung ohne Hinweis.
Wenn Sie Inhalte ver­wen­den, bei denen Models oder Objekte in Verbindung mit einem Thema dar­ge­stellt wer­den, das für einen gewöhn­li­chen Betrachter unvor­teil­haft oder über Gebühr kon­tro­vers wirkt (wie etwa Geschlechtskrankheiten), müs­sen Sie Folgendes ange­ben: (1) Dass die Inhalte nur zur Veranschaulichung ver­wen­det wer­den und (2) es sich bei allen ggf. in den Inhalten abge­bil­de­ten Personen um Models han­delt. Eine mög­li­che Formulierung wäre: „Stock-Foto. Mit Model gestellt.“ […]

123rf

In der Lizenzvereinbarung von 123rf steht unter ande­rem fol­gen­des:

10. Beschränkungen. Es sei denn, es ist laut den Ziffern 7 und 8 hier aus­drück­li­ch zuge­las­sen, dür­fen Sie NICHT:
[…]

Inhalte ille­gal ver­wen­den:
Sie dür­fen Inhalte nicht ver­wen­den, die in irgend­ei­ner Art und Weise, gegen Gesetze , Bestimmungen oder Rechtsvorschriften in den gel­ten­den Gerichtsbarkeiten ver­sto­ßen

Inhalte für unmo­ra­li­sche, obszö­ne, ille­ga­le, oder dif­fa­mie­ren­de Zwecke ver­wen­den:
Inhalte und lizen­zier­te Werke dür­fen in kei­ner Art und Weise in por­no­gra­fi­schen belei­di­gen­den, poli­ti­sch befür­wor­te­ten , ras­sis­ti­schen, eth­ni­sch oder kul­tu­rel­len belei­di­gen­den, obszö­nen oder unan­stän­di­gen, sexu­ell ein­deu­ti­gen, unmo­ra­li­schen, ver­leum­de­ri­schen, die Privatsphäre ver­let­zend oder ille­ga­len Zusammenhang gebracht wer­den; oder in einer Weise, die Gewalt oder ter­ro­ris­ti­sche Handlungen befür­wor­tet, dis­kri­mi­nie­rend gegen­über Rasse, Geschlecht, Religion, des Glaubens, oder der sexu­el­len Ausrichtung ist.

Verwendung von Inhalten um Personen oder Gebäude zu scha­den:
Inhalte dür­fen nicht ver­wen­det wer­den, wenn sie Personen oder eine Sache in irgend­ei­ner Weise in ein schlech­tes Licht stel­len, sie abfäl­lig oder anstö­ßig dar­stel­len. Dem Urheber dür­fen kei­ne poli­ti­schen, unmo­ra­li­schen oder anstö­ßi­ge Neigungen unter­stellt wer­den.

Dreamstime

In den Bedingungen von Dreamstime heißt es:

Unauthorized Use
Without limi­ta­ti­on, Media may not be used as a trade­mark or ser­vice mark (unless the appro­pria­te exten­ded licen­se is being used), for any por­no­gra­phic or unla­w­ful pur­po­se, to defa­me a per­son, to vio­la­te a person‚s right to pri­va­cy or publi­ci­ty, to infrin­ge upon any copy­right, tra­de name, trade­mark, or ser­vice mark of any person/entity.

Sensitive Subjects
Any licen­se gran­ted by Dreamstime shall not con­sti­tu­te a repre­sen­ta­ti­on that a Media is com­pa­ti­ble for use with any other mate­ri­al. You are sole­ly res­pon­si­ble for the use of any Media in com­bi­na­ti­on with any other mate­ri­al, and you agree not to use Media with sen­si­ti­ve topics without Dreamstime‚s sepa­ra­te writ­ten agree­ment. Such sen­si­ti­ve topics inclu­de, but are not limi­ted to: models with men­tal or phy­si­cal health issu­es, soci­al issu­es, sexu­al activi­ty, sexu­al ori­en­ta­ti­on or rela­ted, sub­stan­ce abu­se, cri­me or other sub­jects that can be con­side­red to be offen­si­ve or unflat­te­ring to any of the models inclu­ded in the image. You must con­tact Dreamstime for addi­tio­nal infor­ma­ti­on prior to any use of an Media with any sen­si­ti­ve topic. […]“

Pond5

In der Lizenzvereinbarung von Pond5 steht:

4. Restrictions

h. Sensitive Use:
You may not use any Content that fea­tures any per­son or pro­per­ty in a man­ner that would be unflat­te­ring or undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son, inclu­ding use in a politi­cal con­text, such as the pro­mo­ti­on, adver­ti­se­ment or endor­se­ment of any par­ty, can­di­da­te, or elec­ted offi­ci­al, or in con­nec­tion with any politi­cal poli­cy or view­point, or as suf­fe­ring from, or medi­ca­ting for, a phy­si­cal or men­tal ail­ment (each of the fore­go­ing, „Sensitive Use“). For avo­idan­ce of doubt, use of Content in a sati­ri­cal Production that is not an Advertisement or use of Editorial Content in an accu­ra­te edi­to­ri­al way (e.g., not in an Advertisement or other com­mer­ci­al Production) would not be pro­hi­bi­ted by the pro­hi­bi­ti­on on Sensitive Use or offen­si­ve use.

i. No Unlawful Use:
You may not use any Content in a por­no­gra­phic, unla­w­ful or defa­ma­to­ry con­text or man­ner, inclu­ding use
(i) in con­nec­tion with por­no­gra­phy, adult videos, adult enter­tain­ment venues, escort ser­vices, dating ser­vices, or the like;
(ii) in con­nec­tion with the adver­ti­se­ment or pro­mo­ti­on of tobac­co pro­ducts; or
(iii) depic­ting a per­son in the Content as enga­ging in acts of moral tur­pitu­de or cri­mi­nal activi­ty.

Depositphotos

In der Lizenzvereinbarung von Depositphotos ist fol­gen­des fest­ge­hal­ten:

6. UNZULÄSSIGE NUTZUNG VON DATEIEN
6.1 Sie dür­fen nicht: […]

h. die Datei auf eine Weise ver­wen­den, die die Rechte des geis­ti­gen Eigentums der Datei oder die Handelsmarke Dritter ver­letzt, sowie auf eine Weise, die zu einer Beschwerde über irre­füh­ren­de Werbung oder unfai­ren Wettbewerb füh­ren wür­de;

i. die Datei für SPAM-Mail ver­wen­den;

j. die Datei auf eine Weise nut­zen, die mit den Geschäften von Depositphotos in Wettbewerb steht;

k. die Datei auf eine Weise dar­stel­len, nut­zen oder pos­ten, dass dies zu der Schlussfolgerung füh­ren könn­te, das Fotomodell in der Datei bil­li­ge oder unter­stüt­ze die Artikel oder Services eines Unternehmens oder einer Handelsmarke;

l. eine in der Datei dar­ge­stell­ten Person in einer hei­kel­en Situation zei­gen, die als belei­di­gend oder unvor­teil­haft betrach­tet wer­den könn­te (z. B. in Bezug auf geis­ti­ge und kör­per­li­che Gesundheitsprobleme, sozia­le Probleme, sexu­el­le oder impli­zier­te sexu­el­le Aktivitäten oder Vorlieben, Verbrechen, kör­per­li­che oder psy­chi­sche Misshandlungen oder Leiden);

m. die Datei für por­no­gra­fi­sche, ille­ga­le oder unmo­ra­li­sche Zwecke ver­wen­den;

n. die Datei in Artikeln oder Produkten ver­wen­den, die eine Person oder ein Modell in der Datei bla­mie­ren oder demü­ti­gen könn­te;

o. Verwendung der Datei für die Werbung oder die Promotion von Tabak oder alko­ho­li­schen Produkten;

p. Display, Verwendung oder das Posten der Datei auf eine Art und Weise, die zu dem Schluss füh­ren könn­te, dass das Model in der Datei eine poli­ti­sche Partei, eine Handlungsweise, einen Kandidaten oder gewähl­ten Politiker bil­ligt oder befür­wor­tet.

 Westend61

In den EULA der Bildagentur Westend61 steht:

2. License Restrictions and Warranties[…]
2.5 It is for­bid­den to use the Images or por­ti­ons of them for the pro­duc­tion of por­no­gra­phic, defa­ma­to­ry, libell­ous or defa­ma­to­ry mate­ri­als, or allow this to other par­ties, whe­ther direct­ly or in con­text or jux­t­a­po­si­ti­on with other mate­ri­als. In con­nec­tion with a sub­ject that would be unflat­te­ring or undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son, inclu­ding but not only: sexu­al issu­es, AIDS, serious phy­si­cal or men­tal disea­ses, drug abu­se, etc., the Licensee must accom­pany each such use with a state­ment that indi­ca­tes that the per­son is a model and that the Images are being used for illus­tra­ti­ve pur­po­ses only. If the Licensee intends to use the Images for such sen­si­ti­ve issu­es, then he is obli­ged to inform and ask for per­mis­si­on of such app­li­ca­ti­on with Westend61 beforehand.“

EyeEm

Bei EyeEm heißt es bei den License Agreements hier als PDF:

„2. RESTRICTED USE.
The Licensed Photo may not:
[…]
- be used in con­nec­tion with con­tent that is ille­gal, offen­si­ve, defa­ma­to­ry, racist, por­no­gra­phic, you­th pro­tec­tion law
- infrin­ging or glo­ri­fies vio­len­ce. It may also not be used in con­nec­tion with any other man­ner that affects the inte­gri­ty or ori­gi­nal con­text of the Licensed Photo, or ille­gal con­tent. This app­lies in par­ti­cu­lar with regard to the per­sons depic­ted in the Licensed Photo; […]“

Alamy

Bei den ein­ge­räum­ten Rechten und Pflichten heißt es bei Alamy:
„3.1.5. Sie dür­fen das Bild-/Filmmaterial nicht auf por­no­gra­phi­sche, defa­mie­ren­de, betrü­ge­ri­sche, unzüch­ti­ge, obzö­ne oder sonst­wie ille­ga­le Art und Weise nut­zen, ein­schließ­li­ch, aber nicht beschränkt auf, zum Zweck des Verstoßes gegen das geis­ti­ges Eigentum oder die Persönlichkeitsrechte Dritter, sei es direkt oder im Zusammenhang oder durch Gegenüberstellen mit ande­rem Material.
3.1.6. Wenn Bild-/Videomaterial mit einem Modell in einer Weise ver­wen­det wird, (i) aus der nach all­ge­mei­ner Auffassung ange­nom­men wer­den könn­te, dass das Modell ein Produkt oder eine Dienstleistung per­sön­li­ch nutzt oder emp­fiehlt oder (ii) wenn die Darstellung des Modells nach all­ge­mei­ner Auffassung unschmei­chel­haft ist oder über­mä­ßig kon­tro­vers erscheint, ist bei sol­ch einer Nutzung ein Hinweis anzu­brin­gen, dass es sich bei die­ser Person um ein Modell han­delt und das Bild-/Videomaterial nur zu Illustrationszwecken dient.“

Zoonar

Zoonar schreibt in deren Lizenzbedingungen:

[…] Gänzlich und aus­nahms­los unter­sagt sind Bildnutzungen,
a) für ras­sis­ti­sche, Gewalt ver­herr­li­chen­de oder dis­kri­mi­nie­ren­de Zwecke,
b) für Diffamierende, unrecht­li­che, belei­di­gen­de und/oder mora­li­sch anstö­ßi­ge Verwendungsarten;
c) die gegen Gesetz, Bestimmungen oder Rechtsvorschriften in einer gel­ten­den Gerichtsbarkeit ver­sto­ßen;
d) die gegen das geis­ti­ge Eigentum oder Rechte irgend­ei­ner Person oder Körperschaft ver­sto­ßen;
e) die den Urheber des Bildmaterials oder die abge­bil­de­te Person im Zusammenhang mit Pornografie (ein­schließ­li­ch Herrenclubs, Nacktbars und/oder Escort-Services,
ero­ti­sche Partnervermittlungen oder ähn­li­che Dienstleistungen),
f) Zigaretten- oder Tabakwerbung und/oder
g) Politische Unterstützung  dar­stel­len.“

Mostphotos

Bei den Terms & Conditions steht bei Mostphotos unter ande­rem:

5 THE CONTENT

[…] 5.4 Sensitive Use may requi­re dis­clai­mer. If using con­tent that fea­tures models or pro­per­ty in con­nec­tion with a situa­ti­on that would be deemed undu­ly con­tro­ver­si­al to a rea­sonable per­son (for exam­ple sexu­al­ly trans­mit­ted disea­ses, men­tal ill­ness or politi­cal opi­ni­ons), it must be made clear that: (1) that the con­tent is being used for illus­tra­ti­ve pur­po­ses only and (2) any per­son depic­ted in the con­tent is a model. For exam­ple sta­ting: “Stock pho­to. Posed by model.”

5.5 Regardless of any other pro­vi­si­ons in this Agreement the fol­lo­wing use of Content shall always be con­side­red pro­hi­bi­ted:
a) any use in bre­ach of app­lica­ble law, inclu­ding but not limi­ted to
(i) inci­te­ment to raci­al hat­red,
(ii) child por­no­gra­phy,
(iii) slan­der,
(iv) insult,
(v) ins­ti­ga­ti­on of rebel­lion,
(vi) unla­w­ful descrip­ti­on of vio­len­ce;

b) any use that may in any other way be con­cei­ved as
(i) threa­ten­ing,
(ii) insul­ting,
(iii) racist,
(iv) vul­gar,
(v) inde­cent,
(vi) sexist or
(vii) use which vio­la­tes the per­so­nal sphe­re or digni­ty of a pri­va­te indi­vi­dual, inclu­ding but not limi­ted to adver­ti­se­ments in rela­ti­on to dating, por­no­gra­phy or
viii) any other use that Mostphotos, in its own dis­cre­ti­on, views as harm­ful to eit­her the sub­ject of the Content or the repu­ta­ti­on and brand of Mostphotos; […]“

Canva

In den Nutzungsbedingungen von Canva fin­det sich die­ser Absatz:

„The fol­lo­wing Prohibited Uses are not avail­able under this or any other Canva licen­se:
[…]
l. use the Stock Media in a fashion that is con­side­red by Canva or under app­lica­ble law to be por­no­gra­phic, obs­ce­ne, immo­ral, infrin­ging, defa­ma­to­ry or libe­lous in natu­re, or that would be rea­son­ab­ly likely to bring any per­son or pro­per­ty reflec­ted in the Stock Media into dis­re­pu­te;
m. use the Stock Media in a way that pla­ces any per­son depic­ted in the Stock Media in a bad light or in a way that they may find offen­si­ve – this inclu­des, but is not limi­ted to, the use of images:
a) in por­no­gra­phy, “adult videos” or the like;
b) in ads for tobac­co pro­ducts;
c) in ads or pro­mo­tio­nal mate­ri­als for adult enter­tain­ment clubs or simi­lar venues, or for escort, dating or simi­lar ser­vices;
d) in con­nec­tion with politi­cal endor­se­ments;
e) in adver­ti­se­ments or pro­mo­tio­nal mate­ri­als for phar­maceuti­cal or health­ca­re, her­bal or medi­cal pro­ducts, inclu­ding, but not limi­ted to diet­a­ry sup­ple­ments, diges­ti­ve aids, her­bal sup­ple­ments, per­so­nal hygie­ne or bir­th con­trol pro­ducts; and
f) uses that are defa­ma­to­ry, or con­tain other­wi­se unla­w­ful, offen­si­ve or immo­ral con­tent. You may not use Stock Media con­tai­ning the liken­ess of a per­son if such use implies that the model enga­ges in any immo­ral or ille­gal activi­ty or suf­fers from a phy­si­cal or men­tal infir­mi­ty, ail­ment or con­di­ti­on;[…]“
Alle Zitaten aus den Nutzungsbedingungen wur­den von der jeweils ver­link­ten Webseite am 29.01.2017 abge­ru­fen.
Diese hier auf­ge­zähl­ten Einschränkungen sind teil­wei­se nicht die ein­zi­gen, es kann also noch ande­re Beschränkungen geben. Zum Beispiel ver­bie­ten die Bildagenturen die Nutzung von Stockfotos als ein­ge­tra­ge­nes Logo, Warenzeichen und so wei­ter.
Die recht­li­chen Bedingungen kön­nen sich auch ändern, die hier dar­ge­stell­ten Informationen sind dem­nach nur zur Information gedacht, recht­li­ch ver­bind­li­ch ist die jeweils gül­ti­ge Lizenzvereinbarung der anbie­ten­den Bildagenturen.

Die 15 Bildertrends-Bestseller von Westend61 in 2016

Anfang letz­ten Jahres hat­te die Bildagentur Westend61 (Platz 8 mei­ner Bildagentur-Auswertung) fünf zukünf­ti­ge Trends vor­ge­stellt, wel­che in den nächs­ten Monaten visu­ell nach­ge­fragt wür­den: Nonkonformität, Science-Reality, Achtsamkeit, Mobilität und YOUNIVERSE.

Eine genaue Umschreibung die­ser visu­el­len Trends könnt ihr hier im Bilderheimat-Blog der Agentur nach­le­sen.

Jetzt nach Ablauf des Jahres möch­te ich die jeweils drei Topseller der Bereiche vor­stel­len, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wel­che Themen und Bildsprachen aktu­ell gefragt sind:

  1. Nonkonformität:
    © Rainer Holz / Westend61
    © TeKa / Westend61
    © Team-Up / Westend61

    Individuelle Typen, unge­wöhn­li­che Perspektiven oder Abkehr vom Mainstream-Konsum: Alles dabei.

  2. Science-Reality
    © Mareen Fischinger / Westend61
    © zero­crea­ti­ves / Westend61
    © Florian Küttler / Westend61

    Wie sind Tablet-PCs und ande­re Bildschirme in der Praxis ange­kom­men? Die bes­ten Beispiele ver­kau­fen sich gut.

  3. Achtsamkeit
    © Reiner Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Mareen Fischinger / Westend61

    Rückbesinnung auf das, was einem selbst gut tut: Gesundheit, Zeit für die Familie oder den Partner: Solche Bilder sind gefragt.

  4. Mobilität
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Rik Rey / Westend61

    Ob Auto, Fahrrad oder Umzugswagen: In Bewegung blei­ben, fle­xi­bel sein und sich wohl füh­len dabei, dar­auf kommt es an.

  5. YOUNIVERSE
    © Rainer Berg / Westend61
    © Uwe Umstätter / Westend61
    © Jo Kirchherr / Westend61

    Das trau­te Familienglück hat­te schon in den 1950er Jahren einen hohen Stellenwert und dabei ist es immer geblie­ben: Familie und Eltern mit ihren Kindern ste­hen bei Bildkäufern nach wie vor hoch im Kurs.

Auffällig ist, dass sich bei vie­len die­ser Bestseller sogar zwei oder mehr der genann­ten Trends im Bild wie­der­fin­den: Das letz­te Bild zum Beispiel könn­te neben dem YOUNIVERSE auch in den Kategorien Achtsamkeit oder Science-Reality lan­den.

Bei vie­len Bildern ist auch der Freiraum groß­zü­gig bemes­sen, sodaß Kunden noch Platz für Logos, Text oder ande­re Gestaltungselemente haben. Gegenlicht wird ger­ne genom­men und meist schau­en die Models auch nicht in die Kamera.

Fallen euch son­st noch Gemeinsamkeiten der Bestseller auf?

Die besten Bildagenturen 2016 (Auswertung meiner Umfrage)

Vor paar Tagen habe ich hier auf mei­ner Facebook-Seite mei­ne Leserinnen und Leser gefragt, bei wel­chen Bildagenturen sie im Jahr 2016 die meis­ten Umsätze erzielt hat­ten.

Die Ergebnisse soll­ten sie nach Umsatz abstei­gend sor­tiert als Kommentar hin­ter­las­sen. Insgesamt haben sich über 35 Leute betei­ligt, wes­halb ich heu­te ger­ne die Ergebnisse aus­wer­ten möch­te.

Die besten Bildagenturen 2016

  1. Fotolia* (301)
  2. Shutterstock* (270)
  3. iSto­ck (175)
  4. 123rf* (141)
  5. Dreamstime* (115)
  6. Pond5* (56)
  7. Depositphotos (51)
  8. Westend61 (48)
  9. Bigstock (37)
  10. Eyeem (35)
  11. Photocase (29)
  12. Stocksy (25)
  13. Zoonar* (24)
  14. Canva (19)
  15. Canstock (17)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel-Tabelle eine Liste gemacht und in die ers­te Spalte jede Agentur ein­ge­tra­gen, die genannt wur­de. In den nächs­ten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte ver­ge­ben, basie­rend auf der Sortierung der genann­ten Agenturen. Die ers­te Agentur, also die mit dem meis­ten Umsatz bekam 10 Punkte, die als zwei­tes genann­te Agentur bekam 9 Punkte und so wei­ter.
Die Werte habe ich pro Agentur sum­miert und die Liste dann nach den Punkten sor­tiert. Das Ergebnis sehr ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jewei­li­gen Agentur.
Insgesamt wur­den 28 ver­schie­de­ne Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ers­ten 15 Agenturen beschränkt, weil das sta­tis­ti­sche Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel grö­ßer.

Hinweise:
Bei der Auswertung haben drei Leute ange­ge­ben, dass sie Fotolia exklu­siv belie­fern. Würde man die­se 30 Punkte raus­rech­nen, wäre Fotolia immer noch an ers­ter Stelle.
Außerdem wur­de bei der Umfrage nicht unter­schie­den, ob die Leute Videos oder Fotos oder bei­des ver­kau­fen, wie vie­le Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hoch­la­den. Die hohe Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch ver­mut­li­ch nicht aus deren Fotoverkäufen.

Meine bes­ten Agenturen 2016
Wer die obi­ge Liste nach­rech­nen oder anders aus­wer­ten will, kann das eben­falls machen, mei­ne Datenbasis ist ja frei ein­seh­bar. (Hier könnt ihr auch direkt mei­ne Excel-Tabelle run­ter­la­den). Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2016 am meis­ten Umsatz erzielt habe und die ich eben­falls in obi­ge Rechnung habe ein­flie­ßen las­sen:

  1. Fotolia
  2. Shutterstock
  3. 123rf
  4. Dreamstime
  5. Bigstock
  6. Canva
  7. Pond5
  8. Westend61
  9. Eyeem
  10. Alamy

Was sagt uns diese Auswertung?

Letztes Jahr hat­te ich einen Artikel mit dem Titel „Es gibt kei­ne gehei­men Bildagenturen (oder doch?)“ geschrie­ben. Diese Aussage wird durch die Umfrage noch mal erhär­tet.

Ganz oben ran­geln sich Fotolia und Shutterstock um die Spitzenposition, gefolgt von 3 Agenturen (iSto­ck, 123rf, Dreamstime) im Mittelfeld und dann geht es schon steil berg­ab.

Wer als Einsteiger in die Stockfotografie wis­sen will, wel­che Agenturen er belie­fern soll­te, kann im Grunde die obi­ge Liste von oben nach unten durch­ar­bei­ten, wobei der zu erwar­ten­de Umsatz nach der den ers­ten bei­den Agenturen und dann noch mal nach der fünf­ten Agentur stark abnimmt.

Das letz­te Drittel ist vor allem noch für Leute inter­es­sant, die auf eine ande­re Bildsprache set­zen, zum Beispiel Westend61 als Macrostock-Agentur, Stocksy, Eyeem und Photocase als Agenturen für Fotos, die eben nicht nach „typi­schen“ Microstock-Fotos aus­se­hen oder Pond5 für Videos.

Überrascht euch die Liste? Oder hät­tet ihr ähn­li­ches erwar­tet?

P.S.:
Eine viel aus­führ­li­che­re Umfrage wird jedes Jahr von der MicrostockGroup ver­an­stal­tet, da könnt ihr hier noch teil­neh­men.

* Affiliate-Link