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4 Strategien zum Verteilen von Stockfotos auf Bildagenturen

In letz­ter Zeit habe ich eini­ge Mails und Kommentare wie die­sen hier von Ben bekom­men, in dem er zusam­men­ge­fasst fragt: „Wie ent­schei­det ihr, wo ihr was hoch­la­det? […] Was ist eure Strategie beim Platzieren eurer Bilder?

Bevor ich mei­nen Ansatz erklä­re, will ich kurz die vier Strategien vor­stel­len, die mei­ner Ansicht nach die vor­herr­schen­den Modelle auf dem Bildermarkt sind, zwei davon sind eher auf eine exklu­si­ve Verteilung der Bilder aus­ge­rich­tet und zwei auf die nicht­ex­klu­si­ve Verteilung, mit all den Vorteilen bzw. Nachteilen.

Die beiden exklusiven Strategien

1. Vollexklusivität

Die Vollexklusivität ist recht schnell erklärt: Der Fotograf bin­det sich kom­plett an eine Bildagentur und arbei­tet aus­schließ­lich mit ihr zusam­men. Das ist zum Beispiel bei Agenturen wie Getty Images üblich (wenn auch nicht unbe­dingt not­wen­dig) oder ver­trag­lich ver­pflich­tend, wenn man als Fotograf exklu­siv zum Beispiel für die Microstock‐Tochter von Getty, iStock, arbei­ten möch­te.

Das hat den Vorteil, das man sich als Fotograf nur auf eine Agentur kon­zen­trie­ren muss und deren Mechanismen, Algorithmen und Mitarbeiter bes­ser ken­nen­ler­nen kann. Der Nachteil ist jedoch offen­sicht­lich: Die Abhängigkeit ist bei die­sem Modell am größ­ten. Wenn iStock zum Beispiel ent­schei­det, die Honorare zu kür­zen, bleibt einem wenig übrig als das zu schlu­cken oder die Zusammenarbeit zu been­den.

2. Bildexklusivität

Eine Variante der Exklusivität ist es, sich nicht als Fotograf kom­plett einer Agentur zu ver­schrei­ben, son­dern nur jedes Bild exklu­siv zu einer Agentur zu geben, zum Beispiel sei­ne Foodbilder nur zu Stockfood, sei­ne People‐Bilder nur die Westend61 und sei­ne Landschaftsfotos nur zu Plainpicture.

Der Gedanke dahin­ter ist, dass sich eini­ge Agenturen auf bestimm­te Looks und Themen spe­zia­li­siert haben und des­halb die­se Bilder bes­ser ver­kau­fen könn­ten als eine Universalagentur, die alles anbie­tet. Das erfor­dert jedoch mehr Erfahrung, um rea­lis­tisch ein­schät­zen zu kön­nen, wel­che Bilder wo am bes­ten auf­ge­ho­ben sind und macht mehr Arbeit. Dafür ist die Abhängigkeit von einer Agentur gerin­ger.

Die beiden nichtexklusiven Strategien

3. leich­te Bilderstreuung

Es gibt auch etli­che gute Gründe gegen Exklusivität. Deshalb ist dir drit­te Strategie, sei­ne Bilder leicht zu streu­en. Was jemand unter „leicht“ ver­steht, ist ver­schie­den. Das sind in der Regel meist Shutterstock und Adobe Stock als Platzhirsche unter den Microstock‐Agenturen, dann meist noch 2–6 ande­re Agenturen, wel­che alle die glei­chen Bilder bekom­men. Ein guter Ausgangspunkt ist die­se Umfrage zu den bes­ten Bildagenturen, wel­che nach Fotografenumsatz sor­tiert ist.

Da die zu erwar­ten­den Umsätze sich je nach Agentur stark unter­schei­den, kon­zen­triert sich der Fotograf hier auf die sei­ner Ansicht nach lukra­tivs­ten Agenturen, um sei­nen Arbeitsaufwand gering zu hal­ten bei best­mög­li­chen Umsatzchancen. Die Abhängigkeit gegen­über einer Bildagentur ist sehr gering, weil es genug ande­re Agenturen gibt, die even­tu­ell weg­fal­len­de Umsätze abfe­dern kön­nen.

4. tota­le Bilderstreuung

Das kom­plet­te Gegenteil zur Vollexklusivität ist die tota­le Bilderstreuung. Das bedeu­tet, dass ein Fotograf die glei­chen Bilder bei (fast) jeder Agentur hoch­lädt, die er fin­den kann. Das geschieht meist auto­ma­ti­siert über Upload‐Dienste wie StockSubmitter oder picWorkflow.

Der Gedanke dahin­ter ist, auf mög­lichst vie­len Märkten prä­sent zu sein und so die maxi­mal mög­li­chen Verkäufe zu erzie­len. Das Nachteil ist jedoch ein Kontrollverlust über sei­ne Bilder, weil eini­ge Agenturen die­se wie­der­um an Partneragenturen lie­fern und so wei­ter.

Kriterien für die Auswahl einer Strategie

Nicht jede Agentur unter­stützt jedes Modell. Einige Agenturen ver­lan­gen eine Bildexklusivität beim Upload, ande­re bie­ten die Wahl, ob der Fotograf bzw. nur die Bilder exklu­siv sein wol­len oder nicht. Manche Agenturen neh­men nur bestimm­te Themen an oder wün­schen sich eine bestimm­te Bildsprache, die ande­re Agenturen wie­der­um ableh­nen.

Bei eini­gen Agenturen wie iStock oder EyeEm ist der Uploadprozess so kom­plex und unter­schei­det sich von den ande­ren, dass sich der Upload nur schwer auto­ma­ti­sie­ren lässt. Je nach­dem, wel­che Sprache bei der Verschlagwortung eine Agentur ver­langt, kann es not­wen­dig sein, die­se über­set­zen zu müs­sen, um meh­re­re Agenturen zu belie­fern.

Welche Strategie verfolge ich warum?

Früher habe ich mei­ne Bilder nicht­ex­klu­siv zu ziem­lich vie­len Bildagenturen hoch­ge­la­den, laut mei­ner Liste gab es schon mehr als 35 Agenturen, die ich aus­pro­biert habe. Etliche davon gibt es schon gar nicht mehr und im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass der Aufwand für das Hochladen oft nicht die gerin­gen Erträge lohnt, wel­che die Agentur erwirt­schaf­tet.

Deswegen bin ich mitt­ler­wei­le deut­lich selek­ti­ver bei der Auswahl der Bildagenturen. Meine übli­chen Fotos lade ich regel­mä­ßig bei neun Agenturen hoch: Adobe Stock, Shutterstock, 123rf, Dreamstime, Zoonar, Pitopia, Canva, Alamy und Mostphotos. Shutterstock wie­der­um ver­sorgt noch Bigstock, das sind also 10 Agenturen, was schon recht viel ist.

Jedes Jahr schaue ich, wel­che Agenturen die gerings­ten Umsätze erzie­len, wie viel Arbeit der Upload dort­hin macht und stel­le dann auch den Upload zu einer Agentur ein, wenn die Erlöse zu gering wer­den.

Damit schwan­ke ich bei den beschrie­be­nen Strategien zwi­schen Nummer 3 und 4. Von der tota­len Streuung hal­ten mich zwei Faktoren ab. Zum einen sehe ich an mei­nen Erlösen, dass selbst vie­le klei­ne Agenturen nicht mal ansatz­wei­se einen rele­van­ten Zusatzbetrag erwirt­schaf­ten wür­den. Geheimtipps unter den Agenturen gibt es kaum.

Selbst wenn ich durch eine Automatisierung des Uploads kei­ne zusätz­li­chen Kosten oder Zeitaufwand bei einer Erhöhung der Agenturanzahl hät­te (Stocksubmitter unter­stützt bei­spiels­wei­se ca. 30 Agenturen), spricht mei­ner Ansicht nach etwas ande­res dage­gen: Die Käuferanzahl ist begrenzt.

Wenn ich mei­ne Bilder bei Agenturen hoch­la­de, die direk­te Konkurrenten sind, kann es pas­sie­ren, dass die­se sich gegen­sei­tig durch Rabatte oder das gene­rel­le Drücken von Bildpreisen die­se Käufer abspens­tig machen wol­len. Vor allem Depositphotos hat­te da in der Vergangenheit eini­ge Skandale. Es klingt para­dox, kann aber pas­sie­ren: Bei der Belieferung von zu vie­len Bildagenturen könn­ten die Einnahmen sin­ken, weil der Kunde das gewünsch­te Bild bei der bil­ligs­ten Agentur kauft, statt bei der, die für die Fotografen die bes­ten Konditionen hat. Siehe bei­spiel­haft dazu die Diskussion zur neu­en Agentur Onepixel.

Meine Tipps für Einsteiger

Anfängern wür­de ich drei Dinge emp­feh­len:
Erstens nie exklu­siv zu gehen, um erst mal einen Marktüberblick zu erhal­ten und zu ver­ste­hen, wel­che Unterschiede es zwi­schen den Agenturen gibt. Außerdem ist Exklusivität mei­ner Ansicht nach eh ein aus­ster­ben­des Modell, wie auch die voll­ex­klu­si­ven Fotolia‐Nutzer letz­te Woche schmerz­lich erfah­ren muss­ten.

Zweitens sich am Anfang auf 3–4 umsatz­star­ke Agenturen zu kon­zen­trie­ren (z.B. Adobe Stock, Shutterstock, 123rf und Alamy), um sich nicht zu ver­zet­teln und unnö­ti­ge Zeit und Energie in Agenturen zu inves­tie­ren, die sich spä­ter doch nicht loh­nen.

Drittens infor­miert zu blei­ben über neue Entwicklungen auf dem Bildermarkt und ggf. spä­ter doch 2–3 wei­te­re Agenturen aus­zu­pro­bie­ren, ob die­se lukra­tiv sind, aber auch den Mut haben, die Geschäftsbeziehung zu einer Agentur zu been­den, wenn sich die­se nicht mehr lohnt. Hier lege ich euch natür­lich die­sen Blog hier oder mei­ne Facebook‐Seite ans Herz oder das Branchenforum MicrostockGroup.

Welche Strategie ver­folgt ihr und war­um?

Adobe gibt Zeitplan für Abschaltung von Fotolia bekannt – Was ändert sich für Fotografen und Kunden?

Gestern gab Adobe den Zeitplan für die Abschaltung der Fotolia-Webseite bekannt.

Dieser wird dem­nach in zwei Etappen statt­fin­den. Am 5.2.2019, also in drei Monaten wird der Upload zu Fotolia ein­ge­stellt wer­den. Neue Bilder müs­sen dann direkt im Contributor‐Portal von Adobe Stock hoch­ge­la­den wer­den.

In einem Jahr, am 5.11.2019 wird dann die Fotolia‐Webseite kom­plett ein­ge­stellt. Bis dahin müs­sen alle Fotolia‐Kunden ihren Account zu Adobe Stock migrie­ren, wenn sie wei­ter­hin dort Bilder ein­kau­fen wol­len.

Nachdem Adobe die Firma Fotolia Anfang 2015 für ca. 800 Mio. US‐Dollar auf­ge­kauft hat­te, endet dann nach unge­fähr 5 Jahren die Übergangsfrist, in der zwei Webseiten betreut wur­den.

Dieser Schritt war abseh­bar, weil es lang­fris­tig finan­zi­ell nicht sinn­voll ist, zwei Plattformen mit qua­si iden­ti­schen Inhalten zu betrei­ben. Jetzt, da das Ende fest­steht, soll­ten wir uns genau­er anschau­en, was das sowohl für Fotografen als auch für Kunden bedeu­tet.

Was ändert sich für Fotografen?

Bis zum 5.2.2019 müs­sen Fotografen ihren Fotolia‐Account mit einem Adobe‐Account syn­chro­ni­siert haben, damit sie wei­ter­hin ihre Bilder bei Adobe Stock ver­kau­fen kön­nen. Wer das schon gemacht hat, wie hier beschrie­ben, braucht nichts mehr zu tun, auch wenn man im Anbieterkonto oben noch dazu auf­ge­for­dert wird. Mehr Antworten dazu fin­det ihr hier.

Außerdem soll­te sich jeder mit dem Contributor‐Portal von Adobe Stock anfreun­den und sich dar­an gewöh­nen, nur noch dort sei­ne Bilder und Videos hoch­zu­la­den. Wir machen das schon seit über einem Jahr aus­schließ­lich so und es ist gene­rell schnel­ler. Das Einstellen von Start‐Credits ist dort zwar nicht mög­lich, aber die­se Notwendigkeit wird mit dem Ende von Fotolia sowie­so obso­let, weil bei Adobe Stock alle Standard‐Bilder den glei­chen Preis haben.

Auch das Einstellen von „Bildexklusivität“ ist bei Adobe Stock nicht mög­lich und momen­tan scheint auch kei­ne Option für Exklusivität geplant zu sein (sie­he dazu mein fünf Jahre alter Artikel „Exklusivität – eine aus­ster­ben­de Praxis im Microstock‐Bereich“).

Das trifft lei­der voll‐exklusive Fotografen bei Fotolia beson­ders stark, da die­se deut­lich höhe­re Prozente von den Verkaufspreisen bekom­men haben als bei Adobe Stock und die Verkaufspreise auch noch manu­ell durch die Start‐Credits höher set­zen konn­ten.

Im Umkehrschluss heißt es aber auch, dass bis­her exklu­si­ve Fotolia‐Fotografen dann ihre Bilder bei ande­ren Bildagenturen hoch­la­den dür­fen. Um damit nicht bis November 2019 war­ten zu müs­sen, emp­feh­le ich des­halb exklu­si­ven Fotolia‐Fotografen, ihre Exklusivität jetzt schon auf­zu­ge­ben, um sich früh­zei­tig mit den ande­ren Agenturen ver­traut machen zu kön­nen. Eine Liste der belieb­tes­ten Agenturen fin­det ihr hier.

Reden wir auch nicht um den hei­ßen Brei her­um: Vor allem für alt­ein­ge­ses­se­ne Fotolia‐Fotografen mit einem Fotolia‐Ranking von Smaragd oder höher wird es Umsatzverluste geben, wenn die Fotolia‐Käufer bei Adobe Stock kau­fen, weil es weni­ger Prozentpunkte Kommission gibt. Auch durch den erhöh­ten Abo‐Anteil kann es für ande­re Fotolia‐Fotografen zu einem Umsatzrückgang kom­men. Hoffen wir stark, dass Adobe die­se Entwicklung im Auge behält und da gege­be­nen­falls gegen­steu­ert. Ein Anzeichen, dass Adobe die­sen Punkt im Blick hat, ist die mini­ma­le Kommissionserhöhung vom September 2018.

ich selbst fin­de auch das Navigieren im Backend von Adobe Stock noch weni­ger intui­tiv und ver­mis­se eini­ge wich­ti­ge Funktionen, von denen ich aber hof­fe, dass da in den nächs­ten Monaten noch inten­siv nach­ge­bes­sert wird.

Die Ranking‐Informationen (Wochenranking und Gesamtranking) sind bei Adobe Stock aktu­ell auch noch nicht sicht­bar, dar­an wird aber laut einem Adobe‐Mitarbeiter gear­bei­tet, um die­se Funktion zu inte­grie­ren.

Was ändert sich für Fotolia‐Kunden?

Schon in den letz­ten Monaten hat Adobe durch vie­le Pop‐Ups, Email‐Kampagnen und Nag‐Screens ver­sucht, Fotolia‐Kunden zu Adobe Stock zu kon­ver­tie­ren. Das ist nicht so ein­fach, wie es scheint, weil die Preisstruktur bei Adobe Stock in einem wich­ti­gen Punkt ganz anders funk­tio­niert.

Während das Abo‐Modell weit­ge­hend iden­tisch ist und ver­blie­be­ne Abo‐Downloads bei Fotolia im Verhältnis 1:2 (für einen Abo‐Download bei Fotolia bekom­men Wechsel‐Kunden 2 Abo‐Downloads bei Adobe Stock) getauscht wer­den, ist es bei den Credit‐Käufern schwie­ri­ger.

Hier wer­den die vor­han­de­nen Fotolia‐Credits im Verhältnis 1:5 umge­tauscht (und ggf. auf­ge­run­det). Wer also z.B. 16 Fotolia‐Credits hat, erhält nun 4 Adobe Stock‐Credits (16/5 = 3,2, auf­ge­run­det 4). Da es bei Adobe Stock aber nur die größt­mög­li­che Auflösung für je einen Credit gibt, erhält der Käufer nun maxi­mal 4 Bilder (in vol­ler Auflösung), selbst wenn er lie­ber wie bei Fotolia viel­leicht 16 Bilder in kleins­ter Auflösung genutzt hät­te.

Dadurch fällt übri­gens auch für Fotografen die Motivation weg, mög­lichst gro­ße Bilder hoch­zu­la­den. Wenn die Größe weder im Abo noch bei den Credits eine Rolle spielt, könn­ten 3D‐Renderings oder Fotos auch klei­ner gerech­net wer­den, um Zeit zu spa­ren oder bes­se­re Bildqualität bei 100% zu lie­fern.

Das ist beson­ders ärger­lich für klei­ne Kunden, die ger­ne klei­ne Web‐Bilder für Webseiten oder Flyer gekauft haben und auf­grund ihrer gerin­gen Mengen kein Abonnement abschlie­ßen wol­len. Diese Kunden könn­ten ggf. ver­lo­ren gehen.

Andererseits bie­tet Adobe Stock bes­se­re Suchergebnisse und neue KI‐basierte Suchfunktionen (sie­he z.B. hier). Ich habe die Hoffnung, dass Adobe dar­auf ach­tet, die vie­len Kleinkunden an Bord zu hal­ten. An deren Credit‐Käufen haben die Fotografen näm­lich deut­lich mehr pro Verkauf ver­dient als an einem Abo‐Verkauf.

Hinweise für Nutzer vom Partnerprogramm und der API

Das Fotolia‐API‐Programm wird zum 6. Mai 2019 deak­ti­viert und ein­ge­stellt. Wer will, kann dann auf die Adobe Stock‐API umstel­len.

Ähnliches gilt für das Partnerprogramm. Dieses wird auch zum 6. Mai 2019 ein­ge­stellt, danach erhal­ten Partner kei­ne Kommissionen mehr. Wer will, kann sich für das Affiliate‐Programm von Adobe Stock bewer­ben.

Ich hof­fe stark, dass Adobe den Wechsel mit Fingerspitzengefühl meis­tert. Ob das gelingt, wer­den wir Fotografen wohl an unse­ren Einnahmen in den nächs­ten Monaten mer­ken.

Was sagt ihr zu der Umstellung?

Neue Funktion bei Adobe Stock: Anbieter der Woche

Im Rahmen der jähr­lich statt­fin­den­den Adobe MAX Konferenz hau­en die Entwickler jedes Mal eini­ge neue coo­le Features für ihre Produkte raus.

Dazu gehört mitt­ler­wei­le natür­lich auch Adobe Stock. Die Funktion, wel­che in weni­gen Tagen vor­ge­stellt wird, aber jetzt schon live ist, heißt „Anbieter der Woche“.

Anbieter der 41. Kalenderwoche bei Adobe Stock

Dieses Feature soll eine Mischung aus Bestseller‐Statistik und Trend‐Inspiration sein. Es zeigt die je zehn bes­ten Anbieter der Woche aus den Bereichen Foto, Illustration und Vektor.

Im Gegensatz zu eini­gen Trend‐Reports von Bildagenturen, wel­che hän­disch kura­tiert und damit auch sub­jek­tiv gefärbt sind, wer­den die „Anbieter der Woche“ bei Adobe Stock nur auf­grund von Verkaufszahlen berech­net.

Aktuell wer­den die Anbieter so ermit­telt:
Für jeden der drei genann­ten Bereiche wer­den die 400 Anbieter raus­ge­fil­tert, die in der Vorwoche die meis­ten Verkäufe gehabt haben mit Werken, die inner­halb der letz­ten sechs Monate hoch­ge­la­den wur­den. Damit soll gewähr­leis­tet sein, dass auch neue Anbieter die Chance haben, in der Bestseller‐Liste auf­zu­tau­chen.

Danach wird die­se Liste nach dem Verhältnis von Uploads zu Verkäufen sor­tiert. Wer also gleich vie­le Verkäufe, aber weni­ger Uploads hat, steigt in der Liste und umge­kehrt. Damit haben auch Anbieter, die weni­ger, aber ver­käuf­li­che­re Bilder erstel­len, bes­se­re Chancen.

Die Reihenfolge der je zehn ange­zeig­ten Anbieter erfolgt zufäl­lig, eben­so wie die Sortierung von deren Bestseller‐Bildern. Ein Anbieter kann aktu­ell auch höchs­tens ein­mal in fünf Wochen vor­ge­stellt wer­den.

Die Anzeige der Video‐Anbieter der Woche ist geplant, even­tu­ell auch nach Regionen, wenn genug posi­ti­ves Feedback der Anbieter vor­han­den ist.

Die Anzeige der gesam­ten Downloads unter dem Anbieter‐Namen ist nur eine num­me­ri­sche Übersetzung des alten Fotolia‐Rankings, sie­he hier unter „Minimum Payouts“. Diese Zahlen basie­ren also nicht aus­schließ­lich auf den Verkäufen der Kategorie, son­dern von allen Bildtypen des Anbieters zusam­men.


Als Profilbild des Anbieters wird das Profil‐Titelbild aus­ge­le­sen, wer es also noch nicht aus sei­nem Profil aus­ge­wählt hat, soll­te es machen, wie im Screenshot oben zu sehen. Dort, wo aktu­ell noch der Anfangsbuchstabe des Anbieters im Kreis zu sehen ist, soll auch bald das Profil‐Bild der jewei­li­gen Adobe‐ID aus­ge­le­sen wer­den.

Die #AdobeNacht zur Photokina mit AdobeStock‐Fokus im Rückblick

Im Rahmen der unzäh­li­gen Events rund um die Photokina gab es eins, was mich als Stock‐Produzenten natür­lich beson­ders inter­es­siert hat.

Lasse Behnke prä­sen­tiert ein Composing mit Robert Kneschke

Am 27.9.2018 wur­de ich von Adobe auf die gro­ße #AdobeNacht in Köln ein­ge­la­den, um bei der Aufnahme des Live‐Streams dabei zu sein und mich anschlie­ßend bei der #CreativeConnection mit vie­len illus­tren Kollegen aus­tau­schen zu kön­nen. Von die­ser Möglichkeit habe ich reich­lich Gebrauch gemacht, nicht zuletzt des­halb, weil man nicht alle Tage die Möglichkeit bekommt, Lasse Behnke (aka las­se­de­si­gnen*) oder Olaf Giermann in Echtzeit dabei zuse­hen zu kön­nen, wie sie einen selbst und ande­re Besucher in ihre Composings ein­bau­en.

Doch vor­her gab es die #AdobeNacht, wel­che sich in der Jubiläumsfolge 10 aus der #AdobeFotoNacht und der #AdobeStockNacht zusam­men­setz­te. Im Live‐Stream gab es zahl­rei­che Interviews mit Branchengrößen wie Guido Karp (Konzertfotografie), Max Muench (German Roamers) oder Uli Staiger (Bildbearbeitung) zu hören sowie ein Live‐Shooting von Food‐Fotografin Corinna Gissemann* zu ver­fol­gen.

Sven Doelle und Murat Erimel im Gespräch mit den Stockfotografen Laura Hoffmann, Ralf Cornesse, Stefan Karg und Diana Drubig

Selbst die sonst eher im Schatten der Social‐Media‐Stars ste­hen­den Stockfotografen waren gut ver­tre­ten: Im Interview‐Panel saßen Diana Drubig*, Ralf Cornesse (con­trast­werk­statt*), Stefan Karg (Xtravagant*) und Premium‐Anbieterin Laura Hoffmann*, die mit dem Head of Marketing von Adobe Stock, Murat Erimel und Sven Doelle spra­chen. Das Ganze könnt ihr nach­träg­lich hier anschau­en, ich habe schon mal vor­ge­spult zum Stock‐Interview:

Es war schön zu sehen, dass die Stock‐Stars mit der glei­chen Ernsthaftigkeit wie die ande­ren Foto‐Künstler behan­delt wur­den und ins­ge­samt das Thema Stock bei der #AdobeNacht eine wich­ti­ge Rolle spielt.

So konn­te ich mich beim anschlie­ßen­den Creative Meetup nicht nur mit den Gästen der #AdobeNacht unter­hal­ten, son­dern auch mit wich­ti­gen Adobe (Stock)-Mitarbeitern wie Thomas Mäder (Senior Manager Business Development für Adobe Stock), dem deut­schen „Contributor Sucess“-Team von Adobe, Kirsten Harris (Director of Contributor Relations bei Adobe Stock) und Morgan de Lossy (Senior Produktmanager von Adobe Stock). Die letz­ten bei­den sind extra für die Veranstaltung aus den USA ein­ge­fol­gen, was noch mal unter­streicht, dass Stock mitt­ler­wei­le einen inte­gra­len Bestandteil der Adobe‐Gedankenwelt dar­stellt.

* Affiliate

Adobe Stock erhöht Anbieter‐Kommissionen

Gesterm gab es eine über­ra­schen­de und posi­ti­ve Nachricht von Adobe Stock: Die als Minimum garan­tier­ten Auszahlungen für Anbieter, also haup­säch­lich für die Abo‐Verkäufe, wur­den je nach Ranking von 3% (Rubin) bis 32% (Weiß) ange­ho­ben.

In der Tabelle seht ihr die genau­en Unterschiede, die Dollar‐Werte las­sen sich 1:1 in Euro über­set­zen, wenn ihr eure Honorare bei Adobe Stock oder Fotolia in Euro aus­ge­zahlt bekommt.

Nicht in der Tabelle zu sehen: Der Rang „Diamant“ (>1.000.000 down­loads), der unver­än­dert bei $0,40 bleibt

Genau nach­le­sen könnt ihr die kom­plet­te aktu­el­le Honorarübersicht für Adobe Stock hier.

Das Ranking basiert auf der Anzahl der bis­he­ri­gen Downloads und gilt sowohl für Fotolia als auch für Adobe Stock. Bei Fotolia ist es in Form ver­schie­den­far­bi­ger Icons sicht­bar, bei Adobe Stock lei­der (noch?) nicht.

Diese Entscheidung rich­tet sich offen­sicht­lich gegen den Hauptkonkurrenten Shutterstock. Bei den höchs­ten „Minimum Payouts“ lie­gen die Summen mit 0,38 USD nun genau­so hoch wie bei Shutterstock bzw. je nach Währung (z.B. in Euro) sogar höher.

Nicht berück­sich­tigt ist dabei der Rang Diamant, (>1.000.000 Downloads), der unver­än­dert bei $0,40 (bzw. Euro) bleibt, in der Praxis bis­her aber nur von einem Anbieter (Monkey Images) erreicht wur­de.

Bei den Neueinsteigern liegt das Level nun deut­lich höher als bei Shutterstock, dort müss­te man erst 500 USD Honorar erwirt­schaf­ten, um die Mindestvergütung von 33 US‐Cent zu errei­chen. Vorher liegt die­se dort bei 25 US‐Cent, wie bis vor­ges­tern bei Adobe Stock.

Wer sich nun bei Adobe Stock anmel­den will, kann das zum Beispiel über die­sen Affiliate‐Link machen.

Damit soll ver­mut­lich vor allem für Anfänger die Entscheidung, bei wel­cher Agentur man sich anmel­den soll­te, zuguns­ten von Adobe Stock ver­scho­ben wer­den.

Zusätzlich gibt es eine ande­re Verbesserung bei Adobe Stock, die ich seit lan­gem gewünscht habe: Beim Indexieren neu­er Uploads über Adobe Stock gibt es nun das kom­plet­te Bild beim Mouse‐Over über das qua­dra­ti­sche Vorschau‐Bild. Das ist zum Beispiel sehr hilf­reich, wenn sich Personen am Bildrand befin­den, wel­che einen Model Release erfor­dern.