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Ist Stockfotografie wirklich passives Einkommen?

Auf eini­gen Seiten wie die­ser oder die­ser hier wird Stockfotografie als beque­mes pas­si­ves Einkommen dar­ge­stellt.

Bei letz­te­rer wer­de ich sogar als Inspiration ver­linkt, obwohl ich in mei­nem Buch „Stockfotografie – Geld ver­die­nen mit eige­nen Fotos“* den Begriff „pas­si­ves Einkommen“ kein ein­zi­ges Mal ver­wen­de.

Was ist passives Einkommen überhaupt?

Passives Einkommen bezeich­net die Einnahmen, wel­che über einen lan­gen Zeitraum regel­mä­ßig erzielt wer­den, ohne nach einer Anfangsinvestition oder Arbeitsleistung noch tätig wer­den zu müs­sen.

Als Beispiel wer­den Tantiemen oder Lizenzgebühren genannt, die zum Beispiel bei Songs durch die GEMA anfal­len. Filmisch wur­de das Beispiel durch „About A Boy“ mit Hugh Grant umge­setzt.

Auf den ers­ten Blick könn­te die Stockfotografie in der Tat dazu gehö­ren, weil es eine Art des Lizenzgeschäfts ist, bei der nach der Erstellung der Bilder nichts mehr getan wer­den muss.

Halbwertszeit von Stockfotos

Leider sieht die Praxis anders aus: Wie hier sehr aus­führ­lich geschil­dert, unter­lie­gen auch Stockfotos einer „Halbwertszeit“. Das heißt, deren Wert nimmt im Laufe der Jahre ab. Die Halbwertszeit beträgt übli­cher­wei­se ca. 2–3 Jahre, das ist also die Zeitspanne, in der die Bilder die Hälfte ihres Gewinnes erwirt­schaf­ten.

Hier als Beispiel mal die Umsatzentwicklung mei­nes ers­ten Microstock-Shootings von 2008:

Screenshot von Stock Performer

Das Shooting hat 65% des bis­he­ri­gen Umsatzes bis Ende 2010 erzielt.

Hier eine ande­re Darstellung eines wei­te­ren Shootings, bei der die Jahre grup­piert wur­den:

Auch hier wur­de 68% des Umsatzes in den ers­ten drei Jahren erzielt (also bis Ende 2012).

Selbst wenn wir alle mei­ne Uploads eines Jahres auf die­se Weise dar­stel­len wür­den (was mit Stock Performer unter „Sales Breakdown by Year“ mög­lich ist), sehen wir die­se Wellenkurve, wobei jede „Welle“ ein Upload-Jahr dar­stellt:

Dargestellt sind hier die Werte für Fotolia, wo die Wellen inter­es­san­ter­wei­se deut­lich höher aus­schla­gen, dafür aber viel schnel­ler abfla­chen als bei Shutterstock zum Beispiel. Das heißt, dass man bei Fotolia häu­fi­ger neue Bilder nach­le­gen muss als bei Shutterstock, um kei­ne Umsatzeinbußen zu haben. Interessant ist das des­halb, weil es ca. bis Mitte 2010 anders­rum war, bis Shutterstock sei­nen Algorithmus geän­dert hat­te.

Aber egal wie man es dreht und wen­det, wer ein regel­mä­ßi­ges Einkommen durch die Stockfotografie erzie­len will, darf nicht „pas­siv“ sein, son­dern muss kon­ti­nu­ier­lich neu­es Material hoch­la­den.

Stockfotografie ist also kein „gehei­mer Investment-Trick“, mit dem man bequem reich wer­den kann, son­dern ein Business wie vie­le ande­re auch, wo Können, Ausdauer und Disziplin belohnt wer­den.

Ich ver­mu­te jedoch, dass auch die Tantiemen der meis­ten Musiker und Songschreiber ähn­lich abfla­chen, wenn sie nicht gera­de das Glück haben, einen Evergreen wie „Last Christmas“ geschrie­ben zu haben, der jedes Jahr aufs Neue in die Heavy Rotation der Mainstream-Radiosender auf­ge­nom­men wird.

Was sagt ihr?
Wie pas­siv ist euer Stockfotografie-Einkommen?

* Affiliate

Fotos online verkaufen ohne Stock-Bildagenturen

Manchmal erhal­te ich Anfragen von Leuten, die Geld mit ihren Bildern ver­die­nen wol­len, ohne sie über „klas­si­sche“ Bildagenturen anzu­bie­ten. Die Antwort fällt mir etwas schwer, weil ich das sel­ten mache. Um die Neugier trotz­dem etwas zu befrie­di­gen, habe ich mit Hilfe eini­ger Kolleginnen und Kollegen eine Auswahl an Alternativen erstellt.

Mein „etwas ande­rer“ Look über eine ande­re Bildagentur

Im Gegensatz zu mei­nen sons­ti­ge  Artikeln flie­ßen hier deut­lich weni­ger per­sön­li­che Erfahrungen von mir ein, dafür ver­su­che ich, auf die Erfahrungen ande­rer zu ver­lin­ken.

Kalender verkaufen

Statt Fotos kann man auch Kalender mit eige­nen Bildern ver­kau­fen. 2012 star­te­te in die­sem Bereich der Anbieter Calvendo, wel­cher mitt­ler­wei­le im Bereich der „Self Publishing“-Kalender der Marktführer ist. Der Vorteil einer Zusammenarbeit mit Calvendo ist, dass die fer­ti­gen Kalender eine ISBN-Nummer erhal­ten und damit bei allen Buchhändlern gelis­tet sind. Der Nachteil ist der zusätz­li­che Aufwand der Kalender-Gestaltung, immer ver­bun­den mit even­tu­el­len Ablehnungen der Kalender sei­tens Calvendo, wenn die Motive nicht gut genug oder das Thema schon über­lau­fen ist. Einer der aus­führ­lichs­ten und lesens­wer­tes­ten Erfahrungsberichte gibt es hier von Tommaso Maiocchi.
Andere Anbieter, wo man sei­ne eige­nen Kalender anbie­ten kann, sind zum Beispiel der Shop-Bereich von meinbildkalender.de oder lulu.com.

Print-On-Demand Webseiten

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff voll­kom­men pas­send ist, ich mei­ne jeden­falls Webseiten, wo Leute alle mög­li­chen Produkte mit dei­nen Motiven bestel­len kön­nen. Üblicherweise sind das T-Shirts, Tassen oder Poster, es gibt auch aber alle mög­li­chen ande­ren Produkte wie Brotdosen, Handyhüllen und so wei­ter.

Bekannte Anbieter sind hier zum Beispiel Zazzle, Redbubble, Cafépress, Society6Spreadshirt, Fineartprint und eini­ge mehr. Während die ers­ten vier Firmen fast alles bedru­cken, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, haben sich ande­re Anbieter etwas spe­zia­li­siert, Spreadshirt zum Beispiel auf T-Shirts (und ande­re Kleidung) oder Fineartprint auf Kunstdrucke.

Der Vorteil die­ser Firmen ist, dass hier eine ganz ande­re Zielgruppe als bei Bildagenturen ange­spro­chen wird: Weniger die Firmenkunden, son­dern vor allem Privatkunden, die Geschenke suchen oder Dekoration für die eige­ne Wohnung. Der Nachteil ist, dass man bei den Firmen oft jedes Produkt für die unter­schied­li­chen Produkte anpas­sen muss. Mit „ein­fach zig Bilder hoch­la­den und fer­tig“ ist hier meist nicht getan. Außerdem muss je nach Anbieter und Produkt das Druckverfahren berück­sich­tigt wer­den, weil zum Beispiel ganz dün­ne Linien meist nicht gut gedruckt wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen.

Wer sich einen Eindruck von den Verkaufsmöglichkeiten machen will, fin­det bei Fineartprint eine Liste der „Top 100 Verkäufer“ mit Verkaufszahlen zu jedem Bild ange­zeigt. Demnach haben die Top-Verkäufer mit ca. 1000–2000 Bildern online bis­her knapp 3000 Verkäufe ins­ge­samt erzielt. Eine der Top-Verkäuferinnen bei Zazzle teilt hier aus­gie­bi­ge Zahlen zu ihren Einnahmen.

DIY-Webseiten

Wer eine stär­ke­re Kontrolle über die ange­bo­te­nen Produkte und deren Qualität behal­ten will, kann kom­plett eige­ne (Foto-)Produkte über Webseiten wie Etsy anbie­ten. Der offen­sicht­li­che Nachteil ist hier, dass man die Produkte selbst vor­rä­tig haben und dann auch ver­schi­cken muss. Deswegen eig­net sich die­ser Kanal mei­nes Erachtens weni­ger gut für Fotoprodukte. Wer es den­noch wagen will, fin­det hier eine Gebührenübersicht von Etsy.

Nicht ganz tref­fend, aber als ers­ter Einblick viel­leicht nütz­lich sind die­se Beispiele erfolg­rei­cher DIY-Schmuckanbieter bei Etsy. Hier ist ein wei­te­rer Umsatzbericht einer erfolg­rei­chen Etsy-Verkäuferin.

Digitale Marktplätze für Kreative

Mit „digi­ta­len Kreativ-Marktplätzen“ mei­ne ich Webseiten wie Creative Market, Gumroad oder TheHungryJPEG. Diese Webseiten kom­men Bildagenturen schon sehr nahe, mit dem Unterschied, dass hier die Künstler deut­lich mehr Einfluss auf die Präsentation ihrer Produkte und der Angebote haben. Außerdem ist das Angebot weni­ger stan­da­ri­siert, es kön­nen neben Fotos oder Illustrationen zum Beispiel auch Fonts, Templates, Photoshop-Pinsel, Layer Styles und vie­les mehr ange­bo­ten wer­den. Gerne wer­den dort ein­zel­ne Produkte zu „Bundles“ zusam­men­ge­fasst, die zusam­men güns­ti­ger als die ein­zel­nen Produkte sind.

Es gibt etli­che Erfahrungsberichte und Tipps zu Creative Market online, hier einer als Beispiel. Zu Gumroad gibt es hier oder hier gemisch­te Berichte.

Für rei­ne Fotos sind die­se Webseiten nicht unbe­dingt die bes­ten Anlaufstelle, wer aber neben Fotos ande­re digi­ta­le Kreativprodukte her­stel­len kann, für den kön­nen die­se Marktplätze durch­aus loh­nend sein.

Wer noch mehr Kontrolle haben will, kann mit Diensten wie Sellfy, Shopify oder Xmstore auch einen eige­nen Shop oder eine eige­ne Bildagentur auf­bau­en.

Bildagenturen, die anders sein wollen

Wer das Konzept von Bildagenturen schon ganz attrak­tiv fin­det, sich aber nur nicht mit dem bevor­zug­ten Bildstil anfreun­den kann, soll­te sich „alter­na­ti­ve“ Bildagenturen anschau­en, die meist nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip arbei­ten, aber je nach Agentur einen ganz ande­ren Bildlook bevor­zu­gen.

Dazu gehö­ren zum Beispiel Firmen wie Photocase, Stocksy, 500px, Twenty20 oder EyeEm, wel­che oft aus Fotocommunites her­vor­ge­gan­gen sind. Bei Photocase haben zum Beispiel eini­ge Fotografen gute Erfahrungen gemacht, wenn sie gezielt die Bilder dort hoch­ge­la­den haben, wel­che ihnen bei Shutterstock oder Adobe Stock abge­lehnt wur­den. Mein Kollege Michael Zwahlen hat über sei­ne Einnahmen bei EyeEm hier berich­tet. Über die Einnahmen bei Photocase im Vergleich zu Microstock-Agenturen schreibt hier Werner Rebel.

Generelle Unterschiede zu Bildagenturen

Der Hauptunterschiede der oben beschrie­be­ne­nen alter­na­ti­ven Vertriebswege ist mei­nes Erachtens die ande­re Bildsprache. Da im Gegensatz zu den Microstock-Agenturen Privatkunden abge­spro­chen wer­den, sind „schö­ne­re“ Motive gefragt, die sich gut als Wandschmuck eig­nen wür­den. Wer also ger­ne Blümchen, Sonnenuntergänge oder nied­li­che Kätzchen foto­gra­fiert, hat damit dort sicher mehr Erfolg als bei den übli­chen Bildagenturen. Einige mei­ner Bestseller-Motive wie Business-Teams hin­ge­gen hät­ten bei Photocase oder Calvendo sicher kei­ne Chance.

Der zwei­te Unterschied ist, dass jede die­ser Seiten wie­der ganz ande­re Anforderungen an die hoch­ge­la­de­nen Dateien hat und je nach Seite deut­lich mehr zusätz­li­che Informationen (wie z.B. Vorschaubild oder Produktbeschreibung) ver­langt. Teilweise wer­den auch nicht mal IPTC-Daten aus­ge­le­sen. Das alles macht es schwer, einen uni­ver­sel­len Workflow zu fin­den, mit dem meh­re­re die­ser Agenturen gleich­zei­tig belie­fert wer­den könn­ten.
Unter dem Strich bleibt aber eine Gemeinsamkeit mit den gro­ßen Bildagenturen: Nur weni­ge Fotografen schaf­fen es, dort viel zu ver­die­nen. Das sind meist auch die, die regel­mä­ßig hohe Qualität lie­fern. Wer sich nicht aus­gie­big mit einer Webseite beschäf­tigt und am Ball bleibt, wird bald wegen zu gerin­ger Umsätze frus­triert auf­ge­ben.

Podcast eines Fotoproduzenten Folge 08 – Interview mit Stockfotograf Leander Baerenz

Heute kommt der zwei­te Teil der Doppelfolge. Diesmal sitzt Leander Baerenz neben mir, das „Stockfotografie-Alter Ego“ von Jan von Holleben, des­sen Bilder ihr garan­tiert schon mal in gro­ßen Werbekampagnen gese­hen habt.

Wir reden über den Bilderverkauf, die Agenturentwicklung, die Unterschiede in sei­ner Arbeitsweise, Plagiate und Kopien sowie die Gründe für das bal­di­ge Ende sei­nes Projekts:


Wenn euch die Folge gut unter­hal­ten hat, lasst bit­te auch eine Bewertung zum Podcast bei iTunes da und ver­gesst nicht, den Podcast zu abon­nie­ren, um kei­ne der nächs­ten Folgen zu ver­pas­sen!

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Hier ein Querschnitt der Arbeiten von Leander Baerenz:

SHOWNOTES:
Webseite von Leander Baerenz
Portfolio von Leander Baerenz bei Westend61

Geld mit Fotos verdienen? Mehr Umsätze und Erfahrungen von Microstock-Anfängern

Anfang letz­ten Jahres habe ich hier den Artikel „Geld ver­die­nen mit dem Verkauf von Fotos? Umsätze und Erfahrungen von Microstock-Anfängern“ ver­öf­fent­licht.

Darin habe ich die Umsätze von eini­gen Fotografen vor­ge­stellt, wel­che die Stockfotografie erst seit kur­zem oder nur neben­bei betrei­ben.

In den letz­ten Monaten erreich­ten mich eini­ge Mails mit der Frage, ob ich nicht eine Fortsetzung schrei­ben kön­ne. Soweit es mir mög­lich war, habe ich dies­we­gen geschaut, wie 2016 für die Fotografen ver­lau­fen ist:

Florian Blümm

2016 war das drit­te Microstock-Jahr von Florian, in dem er jedoch kei­ne neu­en Bilder hoch­ge­la­den hat. Für uns inso­fern inter­es­sant, um zu sehen, wie sich die Umsätze der vor­han­de­nen ca. 2100 Bilder ent­wi­ckelt haben.

Insgesamt erziel­te er 2016 einen Umsatz von 2.395 Euro, was im Schnitt knapp 200 Euro pro Monat sind. Die umsatz­stärks­ten Agenturen sind Shutterstock, iStock und Fotolia. Zusammen machen sie 63% vom Gesamtumsatz aus.

Marco Herrndorff

Marco ist Unternehmensfotograf und 2016 war sein zwei­tes Microstock-Jahr. Hatte er im ers­ten Jahr 545 Fotos hoch­ge­la­den, waren es am Ende des zwei­ten Jahres dann ins­ge­samt 892 Fotos.

Damit hat er 2016 ins­ge­samt 3.254 Euro Umsatz erzielt, im Vergleich zu 1.901 Euro im Vorjahr, also eine Steigerung von ca. 140%. Der Umsatz im Monatsdurchschnitt lag also bei ca. 271 Euro.

Die drei bes­ten Agenturen in abstei­gen­der Umsatzfolge waren für ihn Fotolia, Shutterstock und iStock, alle Umsätze seht ihr in die­ser Tabelle:

Umsatzauswertung 2016 von Marco Herrndorff (Klicken für grö­ße­re Version)

Gabi Wolf
Eine mei­ner Leserinnen, wel­che nach die­ser Fortsetzung hier gefragt hat, hat sich bereit erklärt, auch ihre Zahlen zu nen­nen.

Gabi ist Illustratorin und hat sich 2012 bei Fotolia und Shutterstock ange­mel­det, aber die fol­gen­den drei Jahre nur spo­ra­disch eini­ge Natur- und Tierfotos bei Fotolia hoch­ge­la­den. Ende 2014 hat­te sie bei Fotolia ca. 250 Bilder online und ca, 4x im Jahr die Auszahlungsgrenze von 50 Euro erreicht.

Richtig los ging es bei ihr Anfang 2015 mit Illustrationen. Bis Ende 2015 waren bei Fotolia und Shutterstock ca. 400 Vektorgrafiken online. Im Laufe des Jahres kamen noch ande­re Agenturen hin­zu und Ende 2015 war sie bei 15 Agenturen aktiv und hat 1771 Euro Umsatz dort gemacht.

2016 sind noch 4 Agenturen dazu­ge­kom­men und Ende des Jahres waren 1193 Bilder (meist Grafiken, eini­ge Fotos) online. Der Umsatz lag bei 4103 Euro, das wären ca. 341 Euro pro Monat im Schnitt.

Bis 2016 hat Gabi noch Vollzeit gear­bei­tet, ist dann aber wegen der stei­gen­den Gewinne auf Teilzeit gegan­gen, um mehr Zeit für ihre Grafiken zu haben. Ihre drei bes­ten Agenturen sind Fotolia, Shutterstock und iStock.

Bernd Schmidt

Bernd ist jetzt schon seit ca. 9 Jahren dabei und hat­te Anfang des Jahres ca. 3200 Bilder online, eine Steigerung von ca. 500 Bildern im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt erziel­te er ca. 5000 Euro Umsatz letz­tes Jahr, was einem Monatsschnitt von ca. 416 Euro ent­spricht (im Vergleich zu 400 Euro im Vorjahr).
Die drei mit Abstand best­ver­kau­fends­ten Agenturen sind auch hier Fotolia, Shutterstock und iStock.

Glenn Nagel

Glenn ist fast so lan­ge dabei wie Bernd und hat im letz­ten Jahr ca. 600 Bilder hoch­ge­la­den, hat­te also Anfang die­sen Jahres ca. 5600 Bilder online.
Damit erziel­te er ca. 12.000 US-Dollar, also ca. 1.000 USD pro Monat.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das etwas rück­läu­fig, trotz wach­sen­dem Portfolio und der Tatsache, dass er seit dem letz­ten Jahr auch zusätz­lich Fotolia belie­fert.
Seine drei umsatz­stärks­ten Agenturen waren 2016 Shutterstock, iStock und Dreamstime, wobei ich mir sicher bin, dass Dreamstime 2017 von Fotolia abge­löst wer­den wird, wenn wir uns sei­ne aktu­el­le Entwicklung (sie­he Link oben) anschau­en.

Steven Heap

Seit 7 Jahren ist Steven in der Stockfotografie aktiv.
Aktuell hat er bei Fotolia 5600 Bilder online, im Januar 2016 waren es noch 4300. Bei 123rf sind es aktu­ell über 7700 Bilder.
Auch bei ihm ist der Umsatz rück­läu­fig, seit 2014 sogar.
2016 erziel­te er ca. 25.600 US-Dollar Umsatz bei den Bildagenturen, im Vorjahr waren es noch über 28.000 USD. Im Monatsdurchschnitt waren es 2016 dem­nach ca. 2133 US-Dollar.
Wie bei den meis­ten ande­ren Fotografen sind auch hier die Haupt-Umsatzbringer Shutterstock, iStock und Fotolia.

Die 29 belie­fer­ten Bildagenturen von Steven und deren Umsatz 2016 (Klicken zum Vergrößern)

Von den 8 Fotografen, die ich hier im letz­ten Jahr vor­ge­stellt hat­te, sind dies­mal 3 nicht mehr dabei, weil sie kei­ne aktu­el­len Zahlen ver­öf­fent­licht haben. Ihren öffent­lich ein­seh­ba­ren Portfolios bei den Bildagenturen zufol­ge schei­nen fast alle auch kei­ne (oder nur sehr weni­ge) neue Bilder hoch­ge­la­den zu haben.

Beste Bildagenturen? Konzentration und Marktbewegung

Wie auch im letz­ten Jahr sind es drei Agenturen, wel­che für die meis­ten Agenturen den mit Abstand größ­ten Umsatz erwirt­schaf­ten: Shutterstock, Fotolia/Adobe Stock und iStock.

Einige Fotografen beob­ach­ten schwä­cheln­de Verkäufe bei Shutterstock und stei­gen­den Umsatz bei Fotolia, was wie­der mal zeigt, dass der Markt in Bewegung bleibt, sich grund­sätz­lich aber zum Vorteil der 3–4 gro­ßen Agenturen zu bewe­gen scheint.

Wie im letz­ten Jahr woll­te ich schau­en, wel­che Agenturen bei den teil­neh­men­den Fotografen gesamt am bes­ten abschnei­den. Dazu habe die jeweils fünf Bestseller-Agenturen für 2016 der oben genann­ten Fotografen in eine Liste ein­ge­tra­gen und Punkte ver­ge­ben. Die Agentur mit dem meis­ten Umsatz bekam fünf Punkte, die mit dem zweit­meis­ten Umsatz vier Punkte und so wei­ter.

Das Ergebnis (Vorjahresplatz in Klammern):

  1. Shutterstock: 28 (1)
  2. Fotolia: 22 (2)
  3. iStock: 21 (3)
  4. 123rf: 6 (6)
  5. Dreamstime: 5 (4)
  6. Alamy: 3 (5)
  7. Canva: 2 (-)
  8. Bigstock: 1 (-)

Die Ergebnisse decken sich übri­gens ziem­lich gut mit mei­ner Umfrage zu den bes­ten Bildagenturen Anfang des Jahres.

Return per Image

Um zu erken­nen, wie vie­le Bilder man braucht, um ein bestimm­tes Einkommen zu erzie­len, ist der „Return per Image“ (RPI) hilf­reich. Er besagt, wie viel Umsatz man pro Bild gemacht hat.

Hier mal die Werte für die oben genann­ten Fotografen, auch wenn sie teil­wei­se nur annä­hernd sind, weil ich nicht immer über­prüft habe, bei wel­cher Agentur die meis­ten Bilder online sind (Vorjahreswert in Klammern).

Marco: 3,75 Euro (2,48 Euro)
Gabi: 3,44 Euro (-)
Florian: 1,14 Euro (1,35 USD)
Bernd: 1,56 Euro (1,77 Euro)
Glenn: 2,14 USD (3 USD)
Steven: 3,32 USD (4,41 USD)

Bis auf Marco muss­ten alle Fotografen einen Rückgang beim RPI ver­bu­chen, was bedeu­tet, dass sie ihr Portfolio stär­ker gewach­sen ist als ihr Umsatz.

Im Schnitt liegt der RPI bei knapp 2,50 Euro pro Bild und Jahr.

Wie haben sich eure Umsätze ent­wi­ckelt? Habt ihr ähn­li­che Eerfahrungen gemacht?

Interview mit einem Stockfotografie-Aussteiger

Viele Leute ver­su­chen ihr „Glück“ mit der Stockfotografie. Es wird von den Bildagenturen ja auch manch­mal etwas zu leicht dar­ge­stellt: „Verdiene ein­fach Geld mit dei­nen Urlaubsfotos“ oder „Hochladen und Kasse machen“.

Nicht jeder hat dabei Erfolg und etli­che hören wie­der auf. Über die Gründe dafür spre­che ich heu­te mit dem Fotografen Axel Lauer. Einige Schimpfwörter habe ich euch erspart, denkt euch da euren Teil.

Axel Lauer
Axel Lauer

Robert Kneschke: Wie bist du zur Fotografie und dann zur Stockfotografie gekom­men?

Axel Lauer: Zur Fotografie bereits wäh­rend mei­ner Schulzeit Ende der 1970er Jahre für unse­re Schülerzeitung. Dann habe ich fast zwei Jahrzehnte pau­siert, um 1997 wie­der damit zu begin­nen.

1999 bin ich zu einer ein­jäh­ri­gen Reise nach Asien auf­ge­bro­chen, die für mich eine Art selbst­ge­wähl­te Gesellenprüfung war. Ich hat­te mir vor­ge­nom­men, Fotografie beruf­lich zu betrei­ben, sofern es mir gelän­ge, von der Reise genug taug­li­che Aufnahmen mit­zu­brin­gen.
Zur Stockfotografie kam ich erst eini­ge Zeit spä­ter. Ich den­ke das wird so 2008/2009 gewe­sen sein.

Wie wür­dest Du Deinen Stil beschrei­ben?

Oh, das ist schwer und gern wür­de ich das ande­ren über­las­sen. Da ich mich in recht unter­schied­li­chen Genres umtue, müs­sen auch die Stilmittel recht unter­schied­lich aus­fal­len.
Ich kann Dir was zu mei­nem foto­gra­fi­schen Grundsatz sagen:
1: Jeder Mensch hat das Recht auf eine posi­ti­ve Darstellung sei­ner selbst.
2: Fuck Photoshop. Get it right in came­ra!

Two young beautyful women with luxurios fantasy headdress wich contains horns of a ram and venetian art-work in a vintage style with lensflare and beautyful bokeh in front of blue lit smoke.
Two young beau­ty­ful women with luxu­ri­os fan­ta­sy head­dress which con­ta­ins horns of a ram and vene­ti­an art­work in a vin­ta­ge style with lens­fla­re and beau­ty­ful bokeh in front of blue lit smo­ke.

Grundsätzlich bin ich ger­ne „nah dran“, was aber meist die emo­tio­na­le Nähe zum Subjekt meint und nicht unbe­dingt den Betrachtungsabstand. Ausserdem hal­te ich nichts von Pixelschubsereien. Obwohl ich digi­tal foto­gra­fie­re, den­ke und hand­le ich ana­log. Ansätze wie „Das kann man doch mit Photoshop machen / repa­rie­ren“ (die ich lei­der immer wie­der bei mei­nen Auszubildenden in der Anfangszeit ihrer Ausbildung erle­be), sind mir ein Graus.

Welche Agenturen hast Du belie­fert?

Früher hat­te ich alle Großen belie­fert. Shutterstock, iStock, Pond5, Envato, 123rf, Dreamstime und vie­le ande­re mehr. Am Ende belie­fer­te ich nur noch eine Agentur, die sich unter all den mora­lisch höchst frag­wür­di­gen Ausbeutern als die „Einäugige“ unter den „Blinden“ her­vor­ge­tan hat­te. Das war Revostock, die aber nun auch Ende 2015 das Zeitliche geseg­net hat.

Beschreibe bit­te dei­ne Motivation, bei Bildagenturen hoch­zu­la­den und wel­che Ziele Du Dir dabei gesetzt hast.

Ruhm und Ehre? Broterwerb natür­lich! Aber nach­dem man sich inzwi­schen soweit bücken muss, dass einem die Sonne auch zur Mittagszeit im August dort­hin scheint, wo sie übli­cher­wei­se nicht hin­kommt, habe ich einer „Agentur“ nach der ande­ren den Laufpass gege­ben. Ich wei­ge­re mich den „Stockfoto-[Schimpfwort]“ zu geben. Wer unbe­dingt auf deren Baumwollfeldern ackern und den Ast, auf dem er sitzt, absä­gen will, darf das ger­ne tun. Ich hin­ter­trei­be nur ungern mei­ne eige­ne beruf­li­che Existenz. Dafür bin ich zu intel­li­gent.

Du hat­test irgend­wann 25.000 Bilder online. Wie lan­ge hast Du dafür gebraucht, was für Motive, Themen etc. waren das?

Ich habe nie expli­zit für Stockagenturen pro­du­ziert, son­dern Photostock (ins­be­son­de­re Microstock) immer als wei­te­res „Abfallprodukt des Kapitalismus“ gese­hen, das ich en pas­sant mit­ge­nom­men habe. Die 25.000 Bilder waren also Produkte aus ca. 15 Jahren Berufsleben. Die Themen waren sehr unter­schied­lich. Man kann sagen, dass sie aus allem bestan­den, was ich ohne­hin so foto­gra­fie­re und dar­über gibt unse­re Website ganz gut Auskunft.

portrait of a strong punk couple gripping each other by their necks
por­trait of a strong punk coup­le grip­ping each other by their necks

Welche Bilder haben sich am bes­ten ver­kauft?

Schrott & Kap Verde. Klingt komisch, ist aber so.

lonely street at night-time on Cape Verde
lonely street at night-time on Cape Verde

Bilder von den Kapverden haben sich des­we­gen gut ver­kauft, weil zu der Zeit die gan­zen Reiseveranstalter wie die Heuschrecken über die­se tou­ris­tisch eini­ger­ma­ßen uner­schlos­se­ne Inselgruppe her­fie­len und Bildmaterial brauch­ten.

Schrott? Jawohl, und damit mei­ne ich kei­ne Bilder von Lost Places und ver­rot­te­ten Industrieanlagen, son­dern Mist, Müll, belang­lo­ser schlecht foto­gra­fier­ter Dreck.

Es gibt hier eine schö­ne Geschichte: Irgendwann haben wir mal aus Spaß 100 Bilder eines unse­rer Azubis zu Shutterstock hoch­ge­la­den, die wir nor­ma­ler­wei­se im Papierkorb ver­senkt hät­ten.  Wir hat­ten auf ein­mal eine sehr hohe Annahmequote und sie­he da… der Kram wur­de sogar ver­kauft.
Da Azubis ja in ihrer Anfangszeit immer die­sel­ben foto­gra­fi­schen Kinderkrankheiten durch­lau­fen (Graffiti, platt­ge­fah­re­ne Getränkedosen, abge­fuck­te Gebäudefassaden etc.), hat­ten wir genug „Bilder“, mit denen wir Shutterstock & Co ver­sor­gen konn­ten. Von da an haben wir all das, was wir nor­ma­ler­wei­se gelöscht hät­ten, zu Agenturen hoch­ge­la­den. Ich den­ke, die letz­ten 2.000 der 25.000 Bilder bestan­den größ­ten­teils aus „Papierkorbkunst“.
Einer der Bestseller war das hier, da fragt man sich doch, wer so einen Mist kauft und wo das zum Einsatz kommt.

one white egg
one white egg

Bietest Du neben Fotos auch Videos an? Wenn ja, bei wel­chen Agenturen und gibt es da für Dich Unterschiede?
Ja. Kurz bevor wir auch der letz­ten Agentur Shutterstock (mal abge­se­hen von Dreamstime, die trotz Aufforderung zur Löschung unse­rer Bilder durch unse­ren Anwalt unse­re Bilder immer noch ver­kauft) den Laufpass gaben, hat­ten wir ca. 5.000 Videos online.

Auch hier waren wir bei allen rele­van­ten Agenturen ver­tre­ten, die Videos anbo­ten. Da wir vor ca. zwei Jahren bereits aus­ge­stie­gen sind, kann ich Dir zur aktu­el­len Situation kei­ne Angaben machen. Ich wür­de mich jedoch sehr wun­dern, wenn sich hier irgend­et­was zum Besseren ver­än­dert hät­te.

Damals lag für mich der wesent­li­che Unterschied in fol­gen­den Punkten:

  • Qualität & Einfachheit des Upload-Prozesses
  • Redaktion
  • Preisgestaltung

Natürlich ist eine Agentur bes­ser, die es einem Fotografen erlaubt, sei­ne Preise selbst zu defi­nie­ren. Besser noch ist eine Agentur, die Mindestpreise defi­niert, die den Markt schützt und nicht zum Preisverfall bei­trägt.

Es nützt nichts, wenn ein Fotograf sei­ne Preise selbst bestim­men kann, wenn nicht gleich­zei­tig ver­hin­dert wird, dass irgend­wel­che [Schimpfwort] „Kollegen“ Dumping betrei­ben.

Wie waren Deine Umsätze bei den Agenturen, wel­che Agenturen lie­fen bes­ser, wel­che schlech­ter?
Wie bereits gesagt: Stock war nie mein Business. Die gan­ze Verwaltung wur­de von einem Angestellten erle­digt mit einem Aufwand von ca. 20 Stunden / Monat. Eingenommen haben wir ca. 1200€ / Monat.

Die Verteilung der Einnahmen ent­sprach so ziem­lich dem Schlüssel, der hier zu sehen ist.

Wie unter­schei­den sich für Dich Auftragsfotografie und Stockfotografie?

Sorry, aber die Frage kann ich Dir nicht beant­wor­ten da, ich nie „Stockfotografie“ betrie­ben habe.cIch scou­te kei­ne Trends, foto­gra­fie­re nicht nach den Bedürfnissen des Marktes, son­dern das, was mich inter­es­siert.

Large floating blue icebergs in the glacier lagoon Jokulsarlon in Austurland in Eastern Iceland reflected in the calm water
Large floa­ting blue ice­bergs in the gla­cier lagoon Jokulsarlon in Austurland in Eastern Iceland reflec­ted in the calm water

Was macht für Dich eine gute Bildagentur aus?

  1. Sie schützt den Markt, sei­ne Preise und damit auch ihre eige­ne Existenz.
  2. Sie ver­tritt die Interessen ihrer Fotografen, denn ohne Fotografen wäre sie nur eine lee­re Website.
  3. Sie erlaubt einem Fotografen, sei­ne Preise selbst zu defi­nie­ren.
  4. Sie sorgt für ein­fa­che Upload & Tagging-Möglichkeiten.
  5. Sie sorgt für kom­pe­ten­te Reviewer.
  6. Sie sorgt für Verkäufe (z.B. auch durch eine gut durch­dach­te Website nach Usability-Prinzipien).

Wie hat sich aus Deiner Sicht der Stockfotografie-Markt in den letz­ten Jahren ent­wi­ckelt?

Dass selbst Adobe, selbst­er­nann­ter Freund aller Fotografen, Fotolia gekauft hat und damit nun selbst im „Lasst uns ein paar Fotografen aus­beu­ten Business“ mit­spielt, sagt doch alles. Immer höhe­re Ansprüche an Fotografen bei gleich­zei­tig immer mie­se­rer Bezahlung. Als Fotograf wirst Du behan­delt wie ein recht­lo­ser Bittsteller, der froh sein kann, wenn er bei „Agenturen“ auf Gnade stößt und dort sei­ne Bilder „ver­kau­fen“ darf.

Wie glaubst Du, wird sich der Stockfotografie-Markt ent­wi­ckeln?

Professionelle Fotografen wer­den sich aus dem Bereich zurück­zie­hen (wenn es dort über­haupt noch wel­che gibt). Die Bilderflut wird immer grö­ßer. Der Stockmarkt wird vor allem von unpo­li­ti­schen und unso­zi­al han­deln­den Handybesitzern & Amateuren belie­fert, die auch bereit sind für „expo­sure“ und einen feuch­ten Händedruck zu pro­du­zie­ren.

Gab es rück­bli­ckend Fehler, die Du im Stockbereich gemacht hast?

Na sicher.

  1. Überhaupt damit begon­nen zu haben (wohl der Größte).
  2. Zu Beginn haben wir zu weit gestreut.

Was waren die aus­schlag­ge­ben­den Gründe, die zu Deinem Ausstieg aus der Stockfotografie führ­ten?

Abgesehen von mie­ser Bezahlung, Ablehnungsgründen aus „Absurdistan“, Nervereien, immer grö­ße­rem Aufwand wegen irgend­wel­cher abstru­ser neu­er Forderungen, schmut­zi­ge & heim­li­che Deals wie der zwi­schen Depositphotos & Shotshop, der „friss oder stirb“-Mentalität aller (!) Agenturen, dem Abwälzen immer grö­ße­rer Verantwortlichkeiten auf den Fotografen bei gleich­zei­tig immer wei­ter ein­ge­schränk­ten Rechten? Das reicht doch, oder?
Letzten Endes war es jedoch Shutterstock, die mich dazu gebracht haben, der gan­zen Bande den Mittelfinger zu zei­gen.

Shutterstock gilt ja als der „Musterknabe“ im Business. Aber auch nur solan­ge man nicht genau­er hin­sieht. In dem Moment, in dem man als Fotograf sei­ne Rechte wahr­nimmt, zeigt Shutterstock sein wah­res Gesicht.

Eins von vie­len Beispielen: Wer als Fotograf eines sei­ner Bilder auf einer Website fin­det, schaut übli­cher­wei­se nach, ob das Bild recht­mä­ßig erwor­ben wur­de. Dazu schaut man als ers­tes in den Bildmetadaten, unter dem Bild oder in Impressum / Bildnachweis. Was tut man also, wenn man dort kei­nen Hinweis auf einen recht­mä­ßi­gen Erwerb fin­det?

Abmahnung? Nein. Man schreibt ein­fach eine höf­li­che Mail an den Betreiber mit der Bitte für das frag­li­che Bild mit­zu­tei­len, woher er es bezo­gen hat. Was pas­siert, wenn Du als Fotograf genau das tust und so Deine Rechte wahr­nimmst? Shutterstock beginnt Dir zu dro­hen.
Hinweise dar­auf, dass es dein Recht ist zu erfah­ren, woher jemand eines dei­ner Bild bezo­gen hat, wer­den mit wei­te­ren Drohungen beant­wor­tet. Bist du unar­tig, schmei­ßen sie dich raus. Und wer ist schuld dar­an? Shutterstock! Warum? Wenn eine Agentur auf die Angabe eines Urhebervermerks ver­zich­tet (natür­lich nur um noch mehr Kohle abzu­zo­cken)  darf sie sich nicht wun­dern, wenn Fotografen bei ver­meint­li­chen Urheberrechtsverstößen beim Verwerter nach­fra­gen (müs­sen!).

Andererseits lan­den etli­che dei­ner Fotos (Kinderfotos / Portraits & alles Mögliche ) auf übels­ten Pornoseiten, die von Shutterstock gezo­gen wur­den (erkenn­bar am Shutterstock-Wasserzeichen). Informierst du Shutterstock dar­über, wird dir in freund­li­chen Worten ver­spro­chen, dass man etwas dage­gen unter­neh­men wird. Und wird etwas dage­gen getan? Ich bezweif­le es.

Meine Meinung gefragt? Als Fotograf bist Du nichts wei­ter als Melkvieh. Austauschbar, scheiß­egal und recht­los. Ganz beson­ders gilt das für all jene Agenturen, die nichts wei­ter sind als die x-te Yankee-Heuschrecke.

Du bist der [Schimpfwort] auf den Baumwollfeldern von Fotolia, Shutterstock & Co.! Die Hartgeld[Schimpfwort] mit der Leica.

Was rätst Du Leuten, die aktu­ell in die Stockfotografie ein­stei­gen wol­len?

Es nicht zu tun! Verkauft eure Bilder selbst! (Symbiostock etc.) Handelt soli­da­risch!

Darüber hin­aus bin ich auch noch Betreiber einer Agentur für SEO & SEM und kau­fe im Auftrag mei­ner Kunden bei den Heuschrecken all das ein, was ich nicht selbst pro­du­zie­ren kann. Ich ken­ne also bei­de Seiten und kann sagen, dass es aus die­ser Warte auch nicht seriö­ser zugeht. Ständig wider­sprüch­li­che Supportaussagen, nur Verweise auf immer nebu­lö­se­re AGB, die ins Feld geführt wer­den, wenn man ver­sucht, eine kon­kre­te Aussage zum Beispiel zur Nutzung auf Facebook & Co. zu erhal­ten.

Das gan­ze Business ist mora­lisch voll­kom­men ver­rot­tet und man muss schon ent­we­der ziem­lich blö­de, wage­mu­tig oder im Besitz einer vol­len Portokasse sein, wenn man sich heut­zu­ta­ge noch traut, sei­ne Bilder bei Bildagenturen zu bezie­hen. „Kollegen“ wie Benjamin Thorn tra­gen ihren Teil dazu bei.

Vielen Dank für das Interview.