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Wie hat Covid-​19 die Verkäufe bei Bildagenturen verändert?

Die Covid-​19-​Pandemie ist das domi­nie­ren­de Thema welt­weit seit über einem hal­ben Jahr. Das wirkt sich auch auf die Bildsprache der Bildagenturen aus.

Wie genau die­se Veränderungen aus­se­hen, wol­len wir uns heu­te ansehen.

Schon am 1. April (ohne Scherz) habe ich in die­sem Artikel von mir eini­ge Prognosen auf­ge­stellt: Der Bildbedarf wer­de sin­ken und es wür­den haupt­säch­lich Motive mit direk­tem oder indi­rek­tem Coronavirus-​Bezug verkauft.

Ersteres wür­de ich nicht mehr behaup­ten, denn zumin­dest in mei­nem Portfolio konn­te ich kei­nen Rückgang der Downloadzahlen bemer­ken, im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stie­gen mei­ne Downloads um 8% an.

Die zwei­te Vorhersage ist aber ein­ge­tre­ten, und wie. Schon Anfang September hat­te ich hier bei Facebook gepos­tet, dass sich 18 Bilder mei­ner Top-​20-​Bestseller des letz­ten Halbjahres rund um Covid-​19 drehen:

Seien es Medizin-​Bilder, Videokonferenzen oder 3D-​Renderings, immer war der Corona-​Bezug deut­lich bemerkbar.

Das betraf nicht nur mein Portfolio, son­dern gan­ze Agenturen.
Adobe Stock hat kürz­lich die­sen „Creativity Insights“-Report ver­öf­fent­licht mit vie­len span­nen­den Zahlen (aus den USA).

Die Bildsuchen nach dem Begriff „vir­tu­al“ sind nach dem 14. März 2020 im Vergleich zum Zeitraum seit Jahresbeginn um das 5,7fache gestie­gen. Virtuelle Welten sind dem­nach deut­lich belieb­ter gewor­den als per­sön­li­che Treffen.

Wandel bei den Bestsellern

Sichtbar wird die­ser Corona-​Wandel sehr gut im Vergleich der monat­li­chen Adobe-​Stock-Bestseller von 2019 und 2020 in der Kategorie „People“:

Bestseller der Kategorie „People“ bei Adobe Stock nach Monaten sortiert

Wie ihr seht, sind seit März fast aus­schließ­lich Videokonferenzen bzw. Leute mit Mundschutz als Bildthema der Bestseller im Vergleich zu den glück­li­chen Gruppen oder gesta­pel­ten Händen.

Ein Ausreißer ist der Juni, wo die „Black Lives Matter“-Bewegung stark im Fokus der Nachrichten war.

Ähnlich sieht es in der Kategorie „Business“ aus: 

Bestseller der Kategorie „Business“ bei Adobe Stock nach Monaten sortiert

Seit März gibt es fast nur „Home Office“-Bilder in den Bestsellern, ger­ne kom­bi­niert mit der Videokonferenz, wäh­rend vor­her der Handschlag das belieb­tes­te Motiv war.

Auch in der „Wissenschaft“-Kategorie gab es im März 2020 nur Corona-​bezogene Bilder in den Top 10 Bestsellern, was sich aktu­ell auf „nur“ 6 von 10 Bildern der Top 10 abge­senkt hat.

Im Rahmen der „Black Lives Matter“-Proteste konn­te Adobe auch einen sehr deut­li­chen Anstieg der Suchbegriffe „diver­si­ty“„African American“, “Black Lives Matter“ und „pro­test“ verzeichnen.

Vor weni­gen Tagen ver­öf­fent­lich­te auch die Bildagentur EyeEm ihren „Visual Trends 2021“-Report und kommt zu ähn­li­chen Erkenntnissen wie Adobe.

Sie pro­gnos­ti­zie­ren einen Zuwachs bei den Themen „Social Rebellion“ und „Environmental Urgency“ und erwar­ten eine erhöh­te Nachfrage nach Natur- und Reise-​Bildern. Hier zäh­len jedoch nicht Massentourismus am Ballermann, son­dern ein­sa­me Orte, aus­ge­tre­te­ne Wanderwege und bei Personen im Bild natür­lich Abstand und ggf. Gesichtsmaske.

Adobe Stock veröffentlicht große kostenlose Kollektion mit Fotos, Vektoren und Videos

Kostenlose Bilddatenbanken wie Unsplash ent­wi­ckeln sich immer mehr zur Gefahr für Bildagenturen. Konnte Unsplash noch im Februar ca. 24 Downloads pro Sekunde ver­zeich­nen, sind es jetzt Mitte Oktober schon 42.

Die gro­ßen Microstock-​Agenturen wie Shutterstock oder Adobe Stock beob­ach­ten die­sen Trend natür­lich genau, lan­ge blieb jedoch unklar, wie genau sie dar­auf reagie­ren wollen.

Für Adobe Stock ist nun die Antwort bekannt, denn Adobe hat eben den Start einer kos­ten­lo­sen Bild-​Kollektion bekannt gege­ben.

Screenshot der Startseite der free collec­tion bei Adobe Stock

Diese Kollektion soll anfangs ca. 70.000 Dateien (Fotos, Vektoren, Illustrationen und Videos) umfas­sen und auf bis zu ca. 100.000 Bilder anwach­sen. Diese Bilder sind bis­her von weni­ger als 50 aus­ge­wähl­ten Top-​Fotografen gelie­fert wor­den, wel­che ihr Einverständnis dafür gege­ben haben, der Großteil kommt von Anbietern wie RAWpixel und Wavebreakmedia.

Der Senior Product Manager bei Adobe Stock, Morgan David de Lossy, war so freund­lich, mir mehr Auskünfte über die Ziele und Hintergründe der Gratis-​Kollektion zu geben.

Drei sich widersprechende Ziele der Gratis-Kollektion

Der Aufbau der kos­ten­lo­sen Bildersammlung dau­er­te mehr als ein Jahr, weil meh­re­re sich wider­spre­chen­de Werte und Ansichten von Adobe ver­ei­nen las­sen mussten:

  • den Adobe-​Nutzern die bes­te Nutzererfahrung (UX) bieten
  • die Interessen der Urheber zu berück­sich­ti­gen, auch in Zukunft neue Werke pro­du­zie­ren zu können
  • die Gratis-​Kollektion pro­fi­ta­bel zu machen

Die Nutzererfahrung soll ähn­lich wie bei der Suche nach bezahl­ten Inhalten funk­tio­nie­ren, die tie­fe­re Einbettung in die Creative Cloud wird noch überlegt.

Bei der Bildauswahl wur­de auf „Breite, nicht Tiefe“, wert gelegt, das heißt, so mög­lichst vie­len belieb­ten Themen sol­len Bilder ver­füg­bar sein, aber nicht zu vie­le unter­schied­li­che Varianten, damit Nutzer mit spe­zi­el­le­ren Bildwünschen wei­ter­hin Geld bei Adobe Stock ausgeben.

Ob das anfangs so gut funk­tio­niert, ist frag­lich, da zum Beispiel die Suche nach „Business Team“ fast 1.900 Treffer lie­fert, „Kinder“ sogar schon über 6.100 Treffer und „Hintergrund“ fast 20.000 Ergebnisse.

Morgan gibt auch zu, dass die­ser „Breite, nicht Tiefe“-Teil sehr schwer zu errei­chen ist und dass täg­lich beob­ach­tet wer­den soll, wie sich die Zahlen ent­wi­ckeln, um ggf. schnell gegen­steu­ern zu können.

Die Interessen der Urheber will Adobe haupt­säch­lich durch zwei Anreize berück­sich­ti­gen. Zum einen zahlt Adobe den Fotografen der Gratis-​Kollektion tat­säch­lich Geld für ihre Zustimmung an dem Projekt. Als gro­ber Richtwert wur­de hier der dop­pel­te RPI (Revenue per Image) pro Jahr und Bild genannt, wobei die Werte ein­zeln ver­han­delt wur­den, weil vor allem die gro­ßen Portfolios in der Regel nied­ri­ge­re RPIs haben.

Außerdem sol­len unter den Gratis-​Bilder wei­te­re Bilder der glei­chen Serie vom Fotografen aus der bezahl­ten Kollektion ange­zeigt wer­den, um mög­lichst oft „Upselling“-Effekte zu erzielen.

Das Ziel ist, die „free“ Kollektion haupt­säch­lich für neue Kunden attrak­tiv zu machen, die sich sonst bei Gratis-​Plattformen bedient hät­ten und ihnen zu zei­gen, dass sie bei Adobe auf der siche­ren Seite sind, weil Adobe Model Releases, Property Releases und ande­re Schutzrechte (Markenrecht, Designschutz) prüft. So sol­len die Nutzer erfah­ren, wel­chen Vorteil die Agentur tat­säch­lich hat, um sie spä­ter bei Bedarf zu zah­len­den Kunden kon­ver­tie­ren zu können.

Adobe Stock bewirbt die kos­ten­lo­se Kollektion mit Rechtssicherheit (Screenshot)

Die Gratis-​Bilder ent­hal­ten die glei­che Standard- bzw. Enhanced-​Lizenz wie die Bilder aus der bezahl­ten Kollektion.

Die Zukunft der Gratis-Kollektion

Geplant ist auch, mehr Fotografen die Teilnahme an der Gratis-​Kollektion zu ermög­li­chen, was aber mit meh­re­ren Herausforderungen ver­bun­den ist: Die Größe der Kollektion soll nicht unend­lich wach­sen und bei ca. 100.000 Bildern sta­gnie­ren und eine gleich­mä­ßi­ge Verteilung nach Themen und Kategorieren gewähr­leis­tet blei­ben. Die Bildauswahl soll auch regel­mä­ßig wechseln.

Außerdem soll die Kollektion einen Mehrwert für die Nutzer bie­ten, ohne die Verkäufe von Adobe und den Fotografen zu schaden.

Im Grund geht Adobe mit die­sem Experiment eine Wette ein: Führt ein Gratis-​Angebot zu mehr Käufern und mehr (bezahl­ten) Downloads?

Bisher nut­zen auch Adobe-​Projekte wie „Spark Post“ Unsplash-​Bilder, was idea­ler­wei­se durch die eige­ne Gratis-​Kollektion ersetzt oder zumin­dest ergänzt wer­den soll.

Gratis-​Bilder mit Ethik?

Laut Morgan David de Lossy soll die kos­ten­lo­se Kollektion der Versuch sein, einen „ethi­schen Weg bei kos­ten­lo­sen Bildern ein­zu­schla­gen, bei dem sich der Produktionskreislauf schließt und die Urheber Geld erhal­ten, um mehr Bilder pro­du­zie­ren zu können“.

Er betont auch:

Die Künstler sind der Hauptfokus bei Adobe und wir bau­en die kos­ten­lo­se Kollektion mit Rücksicht zuerst auf die Künstler. Um Stock als nach­hal­ti­ges Geschäftsmodell zu erhal­ten, wer­den wir stark jeden Einfluss ana­ly­sie­ren, den die Kollektion auf die Künstler-​Community hat, denn unser Ziel ist es, den Künstlern mehr Geld zu bringen“.

Riskante Wette

Die Wette, die Adobe ein­geht, ist in der Tat ris­kant. Dem Wildwuchs an kos­ten­lo­sen Bildern mit noch mehr kos­ten­lo­sen Bildern zu ent­geg­nen, ist mei­ner Meinung nach gewagt. Der Vorteil für Kunden durch die geklär­ten Rechte Dritter soll­te leicht nach­voll­zieh­bar sein, der Vorteil für die teil­neh­men­den Fotografen (im Vergleich zu Unsplash-​Fotografen) eben­falls durch die Bezahlung aus Adobes Taschen.

Das Risiko ist jedoch sehr hoch, dass vor allem die klei­nen Kunden, wel­che nur sehr sel­ten Bilder brau­chen, auf das neue kos­ten­lo­se Angebot aus­wei­chen. Diese Kunden kau­fen kein Abo und haben bis­her das im Verhältnis deut­lich teu­re­re Credit-​Paket gekauft. Meine Vermutung ist, dass die­se Kunden sich nun lie­ber mit Gratis-​Bildern zufrie­den geben, auch wenn die­se viel­leicht im Detail nicht ganz so gut pas­sen wie die käuf­li­chen Alternativen.

Auch die ohne­hin schon stark ver­wäs­ser­te Lizenzsprache mit Begriffen wie „lizenz­frei“, wel­ches vie­le Bildsucher mit „kos­ten­los“ ver­wech­seln wird nicht trenn­schär­fer, wenn Adobe die­se Wörter nun wild durch­ein­an­der mixt.

Mehr als unglück­lich gewählt ist die Formulierung am Ende der Seite.
Deshalb sicher­heits­hal­ber schon vor­ab die Klarstellung: Lizenzfrei bedeu­tet nicht auto­ma­tisch „kos­ten­los“ und nicht alle Dateien auf Adobe Stock sind kos­ten­los erhältlich!

Meine Hoffnung hin­ge­gen ist, dass Adobe so stark in der Datenanalyse ist, dass sie tat­säch­lich schnell erken­nen, falls die Gratis-​Kollektion in die fal­sche Richtung läuft und ent­spre­chen­de Gegenmaßnahmen einführen.

Mehr Informationen zur „free collec­tion“ fin­det ihr in die­sem FAQ.

Wie schätzt ihr das ein?

Adobe Stock verkauft nun auch Audio und gewinnt u.a. Jamendo als Partner

Seit fast fünf Jahren gibt es nun schon Adobe Stock und gab es anfangs nur Fotos, Bilder und Videos, sind im Laufe der Zeit auch 3D Modelle, Templates, redak­tio­nel­le Bilder und mehr hinzugekommen.

Die neus­te Erweiterung lag auf der Hand: Endlich gibt es auch Adobe Stock Audio.

Als Partner wur­den unter ande­rem die gro­ßen Soundanbieter Epidemic Sound und Jamendo gewon­nen, um eine brei­te Auswahl an Soundeffekten und Songs anbie­ten zu können.

Wie auch bei den ande­ren Medienarten wur­de das Angebot sogleich in die bestehen­den Creative Cloud Applicationen ein­ge­bun­den: Deshalb kann direkt von Adobe Première aus in Adobe Stock Audio mit intel­li­gen­ten Suchfiltern und Funktionen wie Timeline Sync gesucht wer­den und wie auch bei den Adobe Stock Bildern in Photoshop kön­nen die Audiodaten direkt in Première lizen­ziert werden.

Ihr fin­det das ent­spre­chen­de Panel in Première unter „Essential Sounds/​Browse“:

Adobe Stock Audio Integration in Première Pro (Klicken zum Vergrößern)

Die Preise für die Adobe Stock Musik-​Titel wer­den in Credits berech­net und kön­nen mit den ent­spre­chen­den Credit-​Paketen oder Abos run­ter­ge­la­den werden.

Adobe Stock Audio & YouTubes Content-ID

Wer Audio-​Dateien für die Nutzung in YouTube-​Videos ver­wen­det, kann Bekanntschaft mit dem Content-​ID-​System von YouTube machen. Hierbei wer­den auto­ma­ti­siert im Hintergrund urhe­ber­recht­lich geschütz­te Werke gescannt und – falls vor­han­den – wird das betref­fen­de Video als „Urheberrechtsverstoß“ (Copyright Claim) markiert.

Wer eine Lizenz für sei­ne Video-​Musik bei Adobe Stock erwor­ben hat, kann die­se Markierung bei YouTube leicht selbst ent­fer­nen. Adobe erklärt das hier in die­ser Schritt-​für-​Schritt-​Anleitung:

Ich habe lei­der noch kei­ne Informationen, ab wann alle Anbieter eige­ne Musikdateien bei Adobe Stock Musik anbie­ten kön­nen und wie die Kommissionstruktur dafür ist. Meine Anfrage dies­be­züg­lich läuft, wenn ich mehr weiß, wer­de ich es hier aktualisieren.

Neue Features for Adobe Photoshop

Wo wir schon mal dabei sind, sol­len auch eini­ge sehr span­nen­de neue Features für Adobe Photoshop nicht uner­wähnt blei­ben: So wur­de die „Motiv freistellen“-Funktion (Select Subject) deut­lich ver­bes­sert und es gibt nun die Möglichkeit, Schriften in einem Bild mit einem Font zu matchen.

Getty Images löscht EyeEm-​Accounts von Fotografen mit iStock-Accounts

Mitte Mai beka­men eini­ge „aus­ge­wähl­te Fotografen“ von der Bildagentur EyeEm die­se Email:

Getty Images has infor­med us that they will be remo­ving all dupli­ca­te assets from the EyeEm Getty collec­tion, whe­re the con­tri­bu­tor pro­vi­des the con­tent direct­ly to Getty (or iStock), as well. We know that many pho­to­graph­ers, inclu­ding yourself, also hold accounts with iStock.

Why is Getty Images taking this step?

There are cur­r­ent­ly many dupli­ca­tes of images avail­ab­le on Getty Images at dif­fe­rent pri­ce points due to con­tri­bu­tors sub­mit­ting images via part­ners such as EyeEm or via iStock. This dama­ges the buy­ing expe­ri­ence and leads to con­fu­si­on on behalf of cli­ents.

What opti­ons do you have now as an EyeEm Contributor?

If you do not take any fur­ther action, all your images will be remo­ved from the EyeEm Getty Collection. Alternatively, should you wish to dele­te your iStock account and not sup­ply images via iStock, you can con­ti­nue to sup­ply images via EyeEm to Getty.

What is the time­li­ne?

The chan­ges will hap­pen asap hence we are relay­ing this infor­ma­ti­on to you now.“

Kurz zusam­men­ge­fasst und über­setzt heißt das, dass Getty Images bemerkt hat, dass es vie­le dop­pel­te Bilder in deren Portfolio zu unter­schied­li­chen Preisen gibt, die ein­mal hoch­prei­sig über die EyeEm Kollektion zu Getty Images kom­men (aktu­ell ins­ge­samt ca. 28,5 Mio. Bilder in den bei­den EyeEm-​Kollektionen) und ein­mal nied­rig­prei­sig über die Getty-​Tochter iStock.

In der ers­ten Mail hieß es noch, dass die Fotografen die Wahl haben, ob sie ihren iStock-​Account löschen wol­len, um der Löschung des EyeEm-​Portfolios bei Getty Images zuvorzukommen.

In der zwei­ten Mail von EyeEm vom 5.6.2020 hieß es dann jedoch schon:

Dear EyeEm Contributor,

We hope you are well and healt­hy. As one of our most valued pho­to­graph­ers and EyeEm con­tri­bu­tors, we are reaching out to you today to let you know about some chan­ges we have been made awa­re of, con­cer­ning a limi­ted num­ber of accounts, inclu­ding yours.

Getty Images has infor­med us that they will be dele­ting your port­fo­lio wit­hin the EyeEm Getty collec­tion. Getty have infor­med us that they will be remo­ving high volu­me accounts with dupli­ca­te assets from the EyeEm Getty collec­tion, whe­re the con­tri­bu­tor pro­vi­des the con­tent direct­ly to Getty (via iStock), as well. As you are one of the com­pa­ra­b­ly few EyeEm users who also holds an iStock account with a signi­fi­cant volu­me, you are also affected.

We under­stand the dif­fi­cul­ty this might put you in and reg­ret the decisi­on that Getty Images has taken. Of cour­se this affects us in the same ways as it does affect you. 

Who is affected?

This is the second round of com­mu­ni­ca­ti­on we are doing to let affec­ted con­tri­bu­tors know about the chan­ges. Only a small por­ti­on of high volu­me accounts from EyeEm’s con­tri­bu­tor base is affected. 

Why is Getty Images taking this step?

There are cur­r­ent­ly many dupli­ca­tes of images avail­ab­le on Getty Images at dif­fe­rent pri­ce points due to con­tri­bu­tors sub­mit­ting images via part­ners such as EyeEm or via iStock. This dama­ges the buy­ing expe­ri­ence and leads to con­fu­si­on on behalf of their clients. 

What is the timeline?

The chan­ges will hap­pen wit­hin a few days, hence we are relay­ing this infor­ma­ti­on to you right now. Remember that only a few peop­le, who we are reaching out with this email direct­ly, are affected.

Here to support. 

Feel free to ping me direct­ly by reply­ing to this email. I’ll keep you updated, should we have news from our con­ver­sa­ti­ons with Getty. For fur­ther infor­ma­ti­on and ques­ti­ons plea­se reach out to your iStock or Getty Images sup­port team.“

Wer sich also inner­halb die­ser drei Wochen nicht ent­schie­den hat­te, sein iStock-​Account zu löschen, ver­liert nun sein EyeEm-​Portfolio auf Getty Images.

Relevant ist die­se Nachricht des­halb, weil wie in der Email geschrie­ben nur eine klei­ne Gruppe von Leuten infor­miert wur­de, obwohl das Problem im Grunde alle EyeEm-​Lieferanten betrifft.

Wer Bilder nicht-​exklusiv zu EyeEm hoch­lädt und die­se eben­falls bei iStock anbie­ten will, ris­kiert dem­nach, sein EyeEm-​Portfolio bei Getty Images gelöscht zu bekommen.

Etwas wei­ter gedacht kann das Problem auch an wei­te­ren Ecken auf­tau­chen, da zum Beispiel auch 500px eine Partnerschaft mit Getty Images hat. Wer also sei­ne Bilder sowohl zu 500px als auch zu iStock schickt, soll­te aufpassen.

Ähnliches gilt für die Zusammenarbeit von EyeEm und Adobe Stock: Wer sei­ne Bilder sowohl bei EyeEm als auch bei Adobe Stock hoch­lädt, soll­te sich Gedanken machen. Leider blieb mei­ne Anfrage an Adobe Stock, wie die­se mit Duplikaten im Portfolio umge­hen, bis­her unbe­ant­wor­tet. Wer sehen will, wel­che Bilder von EyeEm aktu­ell in der Premium Collection von Adobe Stock mit knapp 900.000 Bildern sind, kann hier schau­en.

Persönlich habe ich übri­gens auch Videos bei Adobe Stock gefun­den, die (immer­hin zum sel­ben Preis) dop­pelt dort vor­han­den waren, weil sie ein­mal direkt und ein­mal über Pond5 hoch­ge­la­den wurden.

Auch bei Alamy fin­den sich über 4,2 Millionen Bilder von EyeEm, die eben­falls dop­pelt vor­han­den sein könn­ten, wenn Fotografen Alamy direkt beliefern.

Was sagt diese Aktion über die Bildagenturen?

Technologisch ist es heut­zu­ta­ge kein Problem, iden­ti­sche Bilder auf­zu­spü­ren. Getty Images warb schon vor fünf Jahren mit „sei­ner fort­ge­schrit­te­nen Such- und Image-​Recognition-​Technologie“. Da wirkt es ein­fach nur pein­lich, dass sie nun nicht in der Lage zu sein schei­nen, zu über­prü­fen, ob ein neu­es Bild schon im Portfolio vor­han­den ist und es auto­ma­ti­siert abzulehnen.

Auszug aus den „Terms of Service“ von EyeEm vom April 2016.

Seitens EyeEm kann sich die Aktion zu einem Imageschaden aus­wach­sen, wenn sie nicht in kur­zer Zeit ange­mes­sen dar­auf reagieren. 

Im Januar 2016 hat EyeEm ihre Nutzungsbedingen geän­dert und ist von der vor­ma­lig gefor­der­ten Exklusivität abge­rückt, ver­mut­lich um das glei­che Material auch ande­ren „Premium-​Partnern“ anbie­ten zu können.

Wenn sich nun her­aus­stellt, dass die­se „Nicht-​Exklusivität“ ver­gif­tet ist, weil sie bedeu­ten kann, dass der gesam­te Account gelöscht wird, hat EyeEm mei­nes Erachtens die Pflicht alle Fotografen dar­über öffent­lich zu infor­mie­ren, um sie davor zu bewahren.

Wohlgemerkt: Es geht bei der Löschung nicht um ein­zel­ne Bilder, son­dern Getty Images löscht gleich den gesam­ten Account der betrof­fe­nen Fotografen, ohne abzu­glei­chen, wie vie­le Bilder davon dop­pelt vor­han­den sind.

Außerdem soll­te EyeEm drin­gend abklä­ren, ob ande­re Premium-​Partner wie Adobe Stock oder Alamy eben­falls doch eine Exklusivität ver­lan­gen. Ich kann mir zum Beispiel kaum vor­stel­len, dass Adobe erfreut dar­über wäre, EyeEm-​Premium-​Material auch in der güns­ti­ge­ren Core-​Collection wiederzufinden.

Wie lösche ich betroffene Bilder bei iStock?

Seit vier Jahren kann man bei iStock lei­der kei­ne indi­vi­du­el­len Bilder mehr selbst löschen. Wer nun sicher­heits­hal­ber eini­ge Dubletten aus sei­nem Portfolio bei iStock löschen will, weil sie bei Getty Images in der EyeEm Collection sind, muss wie folgt vorgehen:

  1. In den Contributor-​Account von iStock via ESP einloggen.
  2. Oben in der Mitte auf „Contact us“ klicken.
  3. Auf der nächs­ten Seite im Dropdown-​Menü „File Editing“ wählen.
  4. Danach „remo­ve a file“ anklicken.
  5. Dann bei „Has your file been accepted/​published?“ auf „yes“ klicken.
  6. Dann auf „remo­ve som files“ klicken.
  7. Im nächs­ten Feld die Bildnummern kom­mage­trennt eingeben.
  8. Danach auf „other rea­son“ klicken.
  9. Bei „Please pro­vi­de a rea­son for remo­ving the file(s):“ ein­ge­ben: „Duplicate images that alrea­dy have been publis­hed through the EyeEm/​Getty Images Partnership“.
    (Danke an Michael Zwahlen für den Walk-​Trough hier in der EyeEm Market Worldwide Facebook-Gruppe)

Habt ihr auch die­se Emails von EyeEm erhal­ten? Wie reagiert ihr darauf?

Adobe Stock ändert Bonus-​Programm und vergibt Creative Cloud kostenlos

In den letz­ten bei­den Jahren hat­te Adobe Stock für sei­ne Anbieter* ein Bonurprogramm ange­bo­ten, mit dem die Teilnehmer kos­ten­los ent­we­der ein Creative Cloud Foto-​Abo oder sogar die gan­ze Creative Cloud kos­ten­los bekom­men konnten.

Wer mehr als 300 Fotos pro Jahr auf Adobe Stock online gestellt hat­te (bei einer Annahmequote von über 50%), bekam das Foto-​Abo, wer mehr als 300 Video akzep­tiert bekom­men hat­te, bekam die kom­plet­te Creative Cloud.

Das Modell hat­te drei Nachteile: Die Anbieter brauch­ten sich um die Verkäuflichkeit ihrer Bilder kei­ne Gedanken zu machen, es zähl­te die rei­ne Masse. Außerdem war es für vie­le Anbieter schwie­rig, Videos zu pro­du­zie­ren und eini­ge Anbieter arbei­ten lie­ber mit Illustrator oder After Effects statt mit Photoshop.

Deshalb gibt es für 2020 fol­gen­de Änderung:

Aktive Anbieter erhal­ten von Adobe Stock kos­ten­los eines der fol­gen­den Jahres-​Abos, wenn sie mehr als 150 Bilder aus ihrem Portfolio im Jahr ver­kau­fen konn­ten: Creative Cloud Foto-​Abo (20 GB), Illustrator, InDesign, Première Pro oder After Effects.

Wer über 5000 Verkäufe im Jahr erzielt, erhält die kom­plet­te Creative Cloud (alle Apps) kos­ten­los für ein Jahr!

Als „akti­ver Anbieter“ zählt man, wenn man min­des­tens zwei Bilder im Jahr 2020 bei Adobe Stock online gestellt hat.

Jeder Video-​Download zählt so viel wie 8 nor­ma­le Downloads. Statt 5000 Bilder-​Downloads rei­chen also auch 625 Video-​Downloads (625 x 8 = 5.000) oder eine Mischung aus Video- und ande­ren Bild-​Downloads, z. B. 100 Video-​Downloads und 4.200 Foto-Downloads.

Premium-​Inhalte, 3D-​Assets, Vorlagen und Animationsvorlagen oder sons­ti­ge zukünf­ti­ge Dateitypen sind von der Zählung aus­ge­schlos­sen.

ich fin­de die­se Änderung nach­voll­zieh­bar und fair, weil jetzt die Anbieter belohnt wer­den, die auch wirk­lich etwas verkaufen.

Das Bonus-​Programm für 2020 wird dann im Januar 2021 aus­ge­wer­tet und die Gutschein-​Codes im Februar 2021 verteilt.

Wer noch kein Anbieter bei Adobe Stock ist, kann sich hier ein­fach kos­ten­los anmel­den*.

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