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Das erfolgreiche „Zwischendurch-Stock-Portfolio“ (Gastartikel)

Während ich haupt­be­ruf­li­ch an mei­nem Stock-Portfolio arbei­te, gibt es auch vie­le Anbieter, wel­che nur „neben­bei“ eini­ge Fotos hoch­la­den, vor allem Urlaubsbilder und manch­mal auch exklu­siv sind, weil ihnen die Zeit fehlt, nach ihrem Hauptberuf mehr Zeit in die Stockfotografie zu ste­cken.

Einer die­ser Leute, Tim David Müller-Zitzke aus Bremerhaven, ist einer davon und sogar sehr erfolg­reich.  Deshalb habe ich ihn gebe­ten, mal zu schrei­ben, wie er an die Sache her­an­geht. Hier sein Artikel:

Der 01. Mai 2012 ist der Tag, an dem mein Account bei Fotolia akti­viert wor­den ist. Von dort an hat sich für mich aus einer Freizeitbeschäftigung eine Tätigkeit ent­wi­ckelt, die mein Dasein als Fotograf, Filmproduzent und Digital Artist um ein wei­te­res finan­zi­el­les Standbein ergänzt hat.

Dieses Bild ist auf dem Rückweg von einem Segeltörn auf der Nordsee entstanden
Dieses Bild ist auf dem Rückweg von einem Segeltörn auf der Nordsee ent­stan­den.

Was beim Betrachten mei­nes Portfolios ver­mut­li­ch auf­fällt, ist, dass es sehr bunt gemischt ist und es äußer­st weni­ge Fotos von Personen beinhal­tet. Es ist so gemischt, dass es sich fast anneh­men lässt, dass zumin­dest eini­ge mei­ner Fotos, „zwi­schen­durch“ ent­stan­den sein müs­sen. Diese Annahme ist zutref­fend und gilt sogar für eini­ge mei­ner Bestseller. Dennoch konn­te ich schon eini­ge tau­send Lizenzverkäufe mit mei­nem Fotolia-Account errei­chen. Robert bat mir an, ein wenig über die­se „etwas ande­re“ Art der Stockfotografie zu berich­ten und das mache ich natür­li­ch ger­ne.

Vor kur­zem erst habe ich mit einer Gestalterin gespro­chen, die eine kom­plet­te Webseite aus­schließ­li­ch mit Bildern aus mei­nem Portfolio illus­triert hat­te. Zu unter­schied­lichs­ten Themen war sie bei mir fün­dig gewor­den – mal mit reprä­sen­ta­ti­ven Darstellungen, mal mit kon­zep­tio­nel­len Symbolbildern. Dies war wohl mög­li­ch, weil ich mei­ne Stockfotografie bis­her weder vom foto­gra­fi­schen Stil her noch the­ma­ti­sch einer bestimm­ten Richtung ver­pflich­tet habe. Darüber hin­aus bie­te ich fast nur Einzelbilder und somit wenig Serien an. Das kann aber durch­aus auch ein Nachteil sein, wenn ein Kunde Motiv-Variationen braucht oder meh­re­re ähn­li­che Themen im glei­chen Stil abde­cken möch­te. Dass ich kaum Serien pro­du­zie­re, liegt auch dar­an, dass ich mei­ne ein­zel­nen Fotos rela­tiv lan­ge und auf­wän­dig bear­bei­te, teil­wei­se inklu­si­ve Compositing, und somit auch aus Effizienzgründen ein­fach weni­ger auf „Serienproduktionen“ set­ze.

Am Tag meines Umzugs habe ich dieses Foto aufgenommen, bevor ich den Raum später mit Kisten und Einrichtungsgegenständen vollgestellt habe.
Am Tag mei­nes Umzugs habe ich die­ses Foto auf­ge­nom­men, bevor ich den Raum spä­ter mit Kisten und Einrichtungsgegenständen voll­ge­stellt habe.

Zu Anfang mei­ner Zeit bei Fotolia habe ich häu­fig Urlaubsfotos hoch­ge­la­den. Doch auch jetzt noch zei­gen vie­le mei­ner ange­bo­te­nen Fotos Städte und Landschaften, ande­re zei­gen Gegenstände, die ich im Studio oder anders­wo foto­gra­fiert habe, z.B. auf Jahrmärkten. Personen hin­ge­gen sind kaum zu fin­den. Ich bin bis­her eher sel­ten wirk­li­ch los gezo­gen, um direkt für mein Stock-Portfolio zu pro­du­zie­ren – was ein ziem­li­ches Alleinstellungsmerkmal zu mei­nen haupt­be­ruf­li­chen Stock-Kollegen dar­stel­len dürf­te.

Dafür aber habe ich im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür ent­wi­ckelt, wel­che Motive in Stockagenturen gefragt sind und behal­te das im Hinterkopf, wann immer ich die Kamera irgend­wo hin ein­pa­cke.
Die meis­ten mei­ner bis­he­ri­gen Stockfotos sind auf Städtetouren, in Urlauben oder aber am Rande von Aufträgen ent­stan­den. Viele mei­ner Fotos neh­me ich für Tourismus-Unternehmen, Hotelerie oder ande­re Business-Kunden auf. Andere bie­te ich spä­ter erst zum Direktkauf an und neh­me nach dem Shoot Kontakt mit poten­ti­el­len Abnehmern, z.B. Postkarten-Verlagen auf. Man kann also bei eini­gen mei­ner Fotolia-Motive durch­aus auch von einer Zweitverwendung spre­chen.

Ein Städtetrip nach Hamburg geht immer! Ebenso gut ver­kauft sich die­ses Motiv.

Im Vergleich zu einem „typi­schen“ Stock-Shooting – zum Beispiel von Robert – mit aus­ge­such­ten Models, Locations und viel, viel Vorbereitung, hält sich mein Aufwand für Fotolia bis­her eher in Grenzen. Auch finan­zi­ell. Da ich für mei­ne Motive sowie­so an Ort und Stelle bin, muss ich oft­mals kei­ne grö­ße­ren Investitionen täti­gen als bei­spiels­wei­se den Eintrittspreis zu einer Aussichtsplattform. Entsprechend mini­miert sich somit auch mein Risiko für den Fall, dass ich spä­ter auf den Bildern „sit­zen blei­be“.

Im Austausch mit ande­ren Stockfotografen hat sich die the­ma­ti­sche Streuung auch im Verkauf immer wie­der als vor­teil­haft her­aus gestellt. Ich bin sowohl von aktu­el­len Themen-Trends als auch von den Jahreszeiten sehr viel weni­ger abhän­gig als mei­ne Kollegen. Und dann wäre da noch der künst­le­ri­sche Faktor: Ich nut­ze bei der Aufnahme mei­ner Bilder ger­ne erwei­ter­te Fotografe-Techniken, wie zum Beispiel die Langzeitbelichtung oder ich erstel­le Compositings in Photoshop. Diese Bilder ver­kau­fen sich erfah­rungs­ge­mäß beson­ders gut. Wohl aber abhän­gig bin ich natür­li­ch von der all­ge­mei­nen Kauflaune der Bildkäufer, die zum Beispiel im Sommer deut­li­ch gerin­ger aus­fällt.

Einer meiner Bestseller: Dieses Motiv entstand im Winterurlaub in Davos, Schweiz bei einer Wanderung.
Einer mei­ner Bestseller: Dieses Motiv ent­stand im Winterurlaub in Davos, Schweiz bei einer Wanderung.

Ebenso deut­li­ch macht sich bemerk­bar, wenn Fotolia Änderungen an den Preismodellen oder der Verkaufsstrategie vor­nimmt, die uns Anbieter logi­scher­wei­se immer direkt mit betref­fen. Dazu zählt auch das Abo-Modell, das immer ver­brei­te­ter ist – was bei vie­len Stockfotografen für erheb­li­che Umsatzeinbrüche sorgt.

Eine wei­te­re Schwierigkeit für mich stellt die Selektion der Bildagentur dar: Landschaftsbilder haben es erfah­rungs­ge­mäß schwe­rer, ange­nom­men zu wer­den. Doch wenn sie es dann durch die Selektion schaf­fen, wer­den sie meist sehr gut ange­nom­men.
Man muss jedoch auch fest­hal­ten, dass mein aktu­el­les Portfolio bei Fotolia bis­her nur 851 Aufnahmen beträgt und die Stockfotografie wie gesagt immer noch eine Nebeneinnahme für mich dar­stellt.

Ein extra für Fotolia erstelltes Compositing: Mein Kumpel Matthieu mit Virtual Reality Brille, im Hintergrund die Skyline von Los Angeles.
Ein extra für Fotolia erstell­tes Compositing: Mein Kumpel Matthieu mit Virtual Reality Brille, im Hintergrund die Skyline von Los Angeles.

Ich bin Student der Digitalen Medienproduktion im 6. Semester und arbei­te, wie schon erwähnt, par­al­lel im Bereich Fotografie und Film. Dennoch ste­he ich kurz vor dem Fotolia Status „Gold“ (10.000 ver­kauf­te Lizenzen) und bin voll exklu­siv. Falls das jeman­den inter­es­sie­ren soll­te: Die Exklusivität ist schlicht­weg der Einfachheit geschul­det – bis­lang fehl­ten mir die zeit­li­chen Ressourcen, um mich um meh­re­re Agenturen küm­mern zu kön­nen.

Über mei­nen Verdienst kann ich mich, obwohl ich ja nur ein „klei­ner Fisch“ bin, nicht beschwe­ren. Mit 11,4 Verkäufen pro Bild lie­ge ich leicht über dem Durchschnitt. Mit den Einnahmen von Fotolia konn­te ich zum Beispiel schon seit Anfang des Studiums mei­ne Miete bezah­len – also nur 1,5 Jahre nach mei­nem Debüt in der Stockfotografie. Dadurch blieb mir ein „Themen-entfernter“ Nebenjob erspart und ich konn­te mich trotz Uni wei­ter auf die Fotografie und somit auch wie­der auf Stockfotografie kon­zen­trie­ren.

Mein bisheriger Bestseller. Inzwischen schon ein paar Jahre alt doch noch immer vielseitig einsetzbar zum Thema Fotografie.
Mein bis­he­ri­ger Bestseller. Inzwischen schon ein paar Jahre alt doch noch immer viel­sei­tig ein­setz­bar zum Thema Fotografie.

Momentan berei­te ich mich dar­auf vor, mein Stock Portfolio wei­ter aus­zu­bau­en und das Modell dann auch im grö­ße­ren Rahmen zu tes­ten. Da ich in den ver­gan­ge­nen vier Jahren ein Gefühl dafür ent­wi­ckeln konn­te, wel­che Motive sich im Stockbereich ver­kau­fen, wer­de Ich wohl in Zukunft auch direk­ter für mein Portfolio pro­du­zie­ren. Doch den Anfang macht die Postproduktion: Auf mei­nen Festplatten war­tet ein rie­si­ges Foto-Archiv mit unan­ge­tas­te­ten Rohdateien aus den 2 letz­ten Jahren, für deren Bearbeitung ich auf­grund ande­rer Projekte zuletzt kei­ne Zeit mehr hat­te. Außerdem habe ich durch mei­ne Arbeit mit Film und Bewegtbild ein wei­te­res Verkaufsfeld für mein Portfolio ent­deckt. Gerne berich­te ich in Zukunft ein­mal, wie es damit wei­ter geht.

Hier noch der Link zu mei­nem Fotolia-Portfolio und der Link zu mei­ner Website und mei­ner Facebook-Seite.

Wie viel verdient ein Fotoassistent oder ein Digital Operator?

Das Portal fotoassistent.de befragt jedes Jahr sei­ne Mitglieder über ihre Perspektiven.

Wie sehen die dort ange­mel­de­ten Fotoassistenten und Digital Operators ihre Auftragslage, was sind ihre Kunden und ihre Umsätze?

Insgesamt haben ca. knapp 500 akti­ve und ehe­ma­li­ge Fotoassistenten und Externe an der Umfrage teil­ge­nom­men.

Bevor wir uns die Ergebnisse anschau­en, eine kur­ze Begriffsklärung.

Was unterscheidet einen Fotoassistenten von einem „Digital Operator“?

Ein Fotoassistent hilft dem eigent­li­chen Fotografen bei sei­ner Arbeit: Je nach Shooting hilft er bei der Vorbereitung (Reisebuchung, Transport, Miete und Aufbau von Geräten, Batteriewechsel, etc.), er reicht Dinge an, kann aber auch Aufgaben wie das Chauffieren von Team-Mitgliedern oder eben das Kaffeekochen über­neh­men. Je nach Können bau­en sie auch Kamera und Licht-Setups eigen­stän­dig auf und dür­fen teil­wei­se selbst mit foto­gra­fie­ren.

Ein Digital Operator ist nur für die digi­ta­le Komponente am Set zustän­dig. Er küm­mert sich dar­um, dass die Kamera und Computer funk­tio­nie­ren, dass Datenverbindungen ste­hen, die Monitore kali­briert sind. Während das Shootings sichert er die Daten, wan­delt sie ggf. für Auftraggeber oder Kunden um und ver­schickt sie an die­se und erstellt Foto-Collagen, damit das geplan­te Ergebnis schon wäh­rend des Shootings bes­ser beur­teilt wer­den kann.

Für wen eignet sich der Job als Fotoassistent?

In der Praxis macht der über­wie­gen­de Teil der Fotoassistenten (62%) die­sen Job maxi­mal vier Jahre, bevor es in die eige­ne foto­gra­fi­sche Selbständigkeit geht.

So kön­nen Fotografen ler­nen, wie es bei den Profis zugeht und ihre tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fähigkeiten ver­bes­sern, bevor sie kom­plett auf eige­nen Beinen ste­hen. Außerdem knüp­fen sie wert­vol­le Kontakte, die sie spä­ter im Berufsleben brau­chen kön­nen.

Deshalb sagen auch 70% der Fotoassistenten, dass die­se Station not­wen­dig sei vor der eige­nen Selbständigkeit.

Notwendig sind auf jeden Fall die Sympathie zwi­schen Fotoassistent und Fotograf, um vie­le Aufträge zu erhal­ten, gefolgt von Belastbarkeit und einem Führerschein. Wer dann noch Referenzen als Assistent mit­brin­gen kann, liegt schon gut im Rennen.

Wie viel verdienen Fotoassistenten oder ein Digital Operator?

Laut der Umfrage von fotoassistent.de ver­dien­ten 75% der Fotoassistenten 200–250 Euro als Tagessatz.tagessatz-fotoassistent-2016Wer neben den Aufgaben eines Fotoassistenten noch Aufgaben eines Digital Operators über­nahm, bekam etwas mehr:

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Der Tagessatz für rei­ne Digital Operators lag noch etwas höher. Hier ver­dien­te die Mehrzahl min­des­tens 300 Euro pro Tag:

tagessatz-digital-operator-2016

Traditionell weni­ger Geld gibt es bei redak­tio­nel­len Jobs, also zum Beispiel Shootings für Modestrecken in Zeitschriften o.ä. Knapp die Hälfte der Befragten erhielt hier nur 150 Euro pro Tag:

tagessatz-redaktionelle-jobs-2016

Die kom­plet­ten Ergebnisse der Umfrage mit noch mehr Fragen und Antworten könnt ihr euch hier run­ter­la­den.

Wer selbst einen Fotoassistenten sucht oder einer wer­den will, kann es bei www.fotoassistent.de ver­su­chen.

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr auch schon assis­tiert? War es hilf­reich für euch?

Geld verdienen mit dem Verkauf von Fotos? Umsätze und Erfahrungen von Microstock-Anfängern

Eine der am häu­figs­ten gestell­ten Fragen zur Stockfotografie lau­tet: „Wie viel Geld kann man damit ver­die­nen?“

Ich habe meh­re­re Jahre lang mei­ne Umsätze und Verkaufszahlen hier ver­öf­fent­licht. Aber da ich nun schon seit über zehn Jahren in der Branche tätig bin (mein ers­tes Foto habe ich online am 22. Juli 2005 ver­kauft) und das zudem haupt­be­ruf­li­ch mache, bin ich nicht mehr der idea­le Vergleich für Leute, die erst jetzt mit der Stockfotografie oder Microstock anfan­gen.

Zum einen hat sich der Markt in den letz­ten Jahren stark gewan­delt und ist schwie­ri­ger gewor­den, zum ande­ren wer­den die wenigs­ten Anfänger gleich Vollzeit Fotos pro­du­zie­ren.

Deshalb möch­te ich hier eini­ge Artikel aus dem Internet vor­stel­len von Leuten, wel­che die Stockfotografie noch nicht so lan­ge und nicht so inten­siv wie ich betrei­ben.

Dadurch kön­nen Neueinsteiger bes­ser abschät­zen, wie sie im Vergleich zu ihren Kollegen abschnei­den.

  1. Marco Herrndorff
    Marco ist eigent­lich­selb­stän­di­ger Unternehmensfotograf und seit ca. einem Jahr lädt er Bilder zu ins­ge­samt acht Microstock-Agenturen hoch. In die­sem Jahr hat er knapp 500 Bilder erstellt, die – je nach Annahmequote – bei den Agenturen online sind.
    Hier bei­spiel­haft sein Portfolio bei Fotolia, wo hauptäch­li­ch People-Bilder online sind. Unter den Bestsellern sind jedoch auch vie­le Industrie-Aufnahmen aus sei­ner Foto-Tätigkeit für Unternehmen.
    Umsatzauswertung 2015 von Marco Hernsdorff
    Umsatzauswertung 2015 von Marco Hernsdorff (Klicken für grö­ße­re Version)

    2015 hat Marco ins­ge­samt ca. 2000 Verkäufe gehabt, mit denen er ca. 1350 Euro Umsatz erziel­te, das wären ca. 112 Euro pro Monat im ers­ten Jahr, wobei er sicher auch Ausgaben für Model-Honorare, Requisiten etc. hat­te. Ca. 90% der Einnahmen wur­den von Fotolia und Shutterstock gene­riert, die rest­li­chen sechs Agenturen tru­gen nur mage­re 10% bei. Sein RPI (Revenue per Image, also Umsatz pro Bild) lag bei ca. 2,48 Euro im Jahr.

  2. Florian Blümm
    Florian ist stu­dier­ter Informatiker, reist aber seit 2011 als digi­ta­ler Nomade in der Welt her­um. Im Januar 2014 fing er an, Bilder über Bildagenturen zu ver­kau­fen. Er fing mit 13 Agenturen an, im März 2015 sind noch mal 7 Agenturen dazugekommen.Die Fotos macht er auf sei­nen Reisen, in den zwei Jahren hat er ca. 2150 Bilder hoch­la­den kön­nen, hier bei­spiel­haft sein Portfolio bei iSto­ck. Dafür bedient er sich des kos­ten­pflich­ti­gen Services von Stocksubmitter.
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    Umsatzentwicklung von Florian Blümm

    Während Florian in den ers­ten acht Monaten „nur“ ca. 362 US-Dollar Umsatz erziel­te, waren es im zwei­ten Jahr (August 2014-August 2015) schon ca. 2900 USD Umsatz. Das wären pro Monat ca. 242 USD, allein im August 2015, zuge­ge­be­ner­ma­ßen gene­rell einer der umsatz­stärks­ten Monate) waren es über 400 USD. Übers Jahr gerech­net ergibt das einen RPI von 1,35 USD.

  3. Selbstbestimmer Attila
    Inspiriert durch Floran begann Attila, im Oktober 2015, 350 Bilder bei 16 Agenturen hoch­zu­la­den. Bei Shutterstock zum Beispiel wur­den jed­ch nur 79 davon ange­nom­men.
    Im November erziel­te einen Umsatz von ca. 25 USD mit den Bildern. Im Dezember waren es schon knapp 32 USD Umsatz, bei ca. 500 Bildern online bei Fotolia.Sein Thema sind eben­falls „typi­sche“ Reisefotos wie Landschaften, Tiere und Architektur. Auch er ver­wen­det StockSubmitter für sei­ne Uploads.
  4. Thomas Zagler
    Thomas ist Mediengestalter und Fotograf und lädt seit Mitte 2012 halb­wegs regel­mä­ßig Bilder (Fotos und fast eben­so­vie­le Vektoren) zu fünf Agenturen hoch. Bei Fotolia hat er mitt­ler­wei­le ca. 380 Bilder online, im Schnitt spricht er von 250 Bildern online.Damit erzielt er nach eige­nen Angaben ca. 200 Euro Umsatz im Monat, das wären 2400 Euro pro Jahr. Zu berück­sich­ti­gen ist, dass sich Vektoren in der Regel bes­ser ver­kau­fen als Fotos.Seine Motive sind bunt gemischt, von Landschaften, Food und Konzaptbildern ist immer etwas dabei.
  5. Bernd Schmidt
    Fast schon ein alter Hase in die­ser Reihe ist Bernd, der 2008 begon­nen hat, bei Microstock-Agenturen hoch­zu­la­den und die­ses Hobby seit 2011 etwas inten­si­ver betreibt.Im Oktober 2015 hat­te Bernd knapp 2700 Fotos bei Fotolia online, der Schwerpunkt liegt bei ihm bei Foodfotos. Insgesamt belie­fert er 11 Bildagenturen.Im 3. Quartal 2015 erziel­te er ins­ge­samt ca. 1216 Euro Umsatz, das wären ca. 400 Euro pro Monat. Diesen Wert konn­te er rela­tiv lan­ge hal­ten, auch wenn er mal eini­ge Monate kei­ne Fotos hoch­lud.
  6. Glenn Nagel
    Glenn ist eben­falls etwas län­ger dabei: Seit Ende 2009 lädt er Bilder hoch, bei Shutterstock ist er mitt­ler­wei­le bei knapp 5000 Fotos ange­langt. Daneben belie­fert er noch iSto­ck, Dreamstime und Bigstock, also vier Agenturen. Die Themen wie bei vie­len hier in der Liste: Reisefotos, Tierbilder und Architektur.2010 bekam er ca. 235 USD pro Monat, 2011 dann über 320 USD pro Monat, 2012 schon über 580 USD pro Monat, 2013 folg­ten mit 790 USD/Monat. 2014 waren es erst­mals über 1000 US-Dollar im Monat.2015 erziel­te er ca. 15.000 USD Umsatz, also ca. 1250 USD pro Monat.
  7. Steven Heap
    Unter dem Namen „Backyard Productions“ belie­fert Steven unglaub­li­che 29 Bildagenturen. Begonnen hat er im Januar 2010, er ist also auch schon sechs Jahre dabei. Bei Fotolia hat er knapp 4.300 Bilder online, bei 123rf sind es ca. 6500 Bilder. Da er auch vie­le redak­tio­nel­le Bilder hat, sind es bei Zoonar am meis­ten mit fast 8400 Fotos. Auch bei ihm über­wie­gen Reisefotos, Landschaften und Architekturaufnahmen.
    Verteilung der Umsätze bei Bildagenturen bei Steven Heap
    Verteilung der Umsätze bei Bildagenturen bei Steven Heap

    2015 erziel­te Steven ins­ge­samt 28.700 USD Umsatz, was durch­schnitt­li­ch ca. 2392 USD pro Monat ent­spricht. 2014 lag der Umsatz sogar etwas höher bei 29.980 USD.Mit mehr als 11.000 USD kam der größ­te Teil des Umsatzes von Shutterstock, gefolgt mit deut­li­chem Abstand und ca. 3.500 USD durch iSto­ck.

  8. Richard Waters
    Der bri­ti­sche Fotograf bie­tet neben­bei eher halb­her­zig seit 2011 ca. 100 Tier- und Reisebilder über Bildagenturen zum Kauf an, hier zum Beispiel bei Shutterstock. Damit hat er immer­hin 2015 ca. 170 Euro Umsatz gemacht, 2012 waren es noch ca. 370 Euro.

Nur wenige Agenturen lohnen den Aufwand

Allen Fotografen in die­ser Liste ist eines gemein­sam: Der Löwenanteil des Umsatzes wird von weni­gen Agenturen erwirt­schaf­tet. Die Fotografen, wel­che 20 oder gar mehr Ageenturen belie­fern, könn­ten pro­blem­los die Hälfte er Agenturen igno­rie­ren, ohne gro­ße Umsatzeinbußen zu haben.

Ich bin es ana­ly­ti­sch ange­gan­gen: Ich habe die jeweils vier Bestseller-Agenturen für 2015 der oben genann­ten Fotografen in eine Liste ein­ge­tra­gen und Punkte ver­ge­ben. Die Agentur mit dem meis­ten Umsatz bekam vier Punkte, die mit dem zweit­meis­ten Umsatz drei Punkte und so wei­ter.

Das Ergebnis sieht so aus:

  1. Shutterstock: 28
  2. Fotolia: 18
  3. iSto­ck: 15
  4. Dreamstime: 6
  5. Alamy: 5
  6. 123rf: 4

Zu berück­sich­ti­gen ist, dass vie­le der Fotografen in der Liste Reisefotos anbie­ten und dadurch oft auch redak­tio­nel­le Fotos anbie­ten, wel­che nur von einem Teil der Agenturen ver­kauft wer­den.

Insgesamt gibt die Liste jedoch einen recht aku­ra­ten Überblick, wel­che Agenturen für die Belieferung durch Anfänger sinn­voll sind.

Langer Atem ist gefragt

Die zwei­te Lehre, die sich mir aus den Umsatzmeldungen erschließt, ist für alte Hasen kei­ne Überraschung, für Einsteiger jedoch oft schwer durch­zu­hal­ten: Ein lan­ger Atem ist bei der Stockfotografie gefragt. Microstock ist kein Zaubertrick, um „schnell reich zu wer­den“.

Die meis­ten Fotografen erzie­len nach 1–2 Jahren signi­fi­kan­te Umsatzschübe, wel­che aus einer Kombination von meh­ren Faktoren ein­ste­hen: Die Fotografen ver­ste­hen und ler­nen, wel­che Bilder ver­ä­kuf­li­cher sind, sie wer­den tech­ni­sch bes­ser und ver­mei­den mehr Ablehnungen. Die Bilder wer­den mit zuneh­men­den Verkäufen wei­ter vor­ne bei den Suchergebnissen ange­zeigt und die Fotografen wer­den mit der Zeit und mit mehr Verkäufen im Ranking hoch­ge­stuft.

Kennt ihr noch mehr Blogs, wel­che ihre Microstock-Umsätze tei­len?
Welche Lehren zieht ihr aus den Erfahrungen der vor­ge­stell­ten Fotografen?

Das Microstock Geschäft: Wie viel lässt sich damit verdienen?

Kürzlich pos­te­te der Fotograf Luis Alvarez (und Stock Performer Gründer) eini­ge Rechenbeispiele auf sei­ner Facebook-Seite, wo er vor­rech­ne­te, wie viel man mit Stockfotos ver­die­nen könn­te. Ich frag­te ihn, ob er das nicht aus­führ­li­cher als Gastbeitrag für die­sen Blog erklä­ren will. Zusammen mit sei­nem Kollegen Oliver Rivo hat er für euch die­sen Artikel geschrie­ben:

Vor kur­zem unter­hielt ich mich mit einem Freund, der in das Microstock Geschäft ein­stei­gen woll­te. “Hast du das wirk­li­ch vor?”, frag­te ich ihn. “Warum nicht?”, ant­wor­te­te er.

Seine Frage war durch­aus berech­tigt: Warum soll­te er nicht in die Microstock-Welt ein­stei­gen? Viele von uns haben mit­er­lebt, wie es in die­ser Industrie enger und die Konkurrenz här­ter gewor­den ist. Aber bedeu­tet das gleich­zei­tig, dass Newcomer kei­ne Chance mehr haben?

Als wir uns mit die­ser Frage beschäf­tig­ten, ent­stand die Idee eines ein­fa­chen Business Plan Rechners, der uns hel­fen kann, unse­re Ziele zu defi­nie­ren sowie Strategien zu ent­wi­ckeln, sie zu errei­chen. Im Spiel mit dem Rechner wur­de uns bewusst, dass es tat­säch­li­ch mög­li­ch ist, als Neuling in das Microstock-Business ein­zu­stei­gen. Und je nach Zielsetzung gibt es ver­schie­de­ne Wege, das zu tun.

stock-photography-business-plan-rechnerZur Verdeutlichung schau­en wir uns ein paar bei­spiel­haf­te Strategien an.

Dein Business-Plan

Bevor du dich auf dein Microstock-Abenteuer begib­st, müs­sen vier wich­ti­ge Entscheidungen getrof­fen wer­den:

  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?

Die Antworten auf die­se Fragen defi­nie­ren dei­ne Strategie. Ob du mit einem Team zusam­men­ar­bei­test, ob du Menschen oder Stillleben foto­gra­fier­st oder ob du ein Studio mie­test oder nicht – all die­se Fragen müs­sen beant­wor­tet wer­den.

Dein monat­li­cher Umsatz pro Bild (RPI/m)

Der zweit­wich­tigs­te Einflussfaktor ist der zu erwar­ten­de durch­schnitt­li­che Monatsumsatz für jedes Bild, das du pro­du­zier­st. Es mag zwar unmög­li­ch erschei­nen, die­sen Wert zu bestim­men, aber ob du’s glaub­st oder nicht, man hat einen Einfluss auf den monat­li­chen Umsatz pro Bild, auch RPI/m (eng­li­sch für “Revenue per Image per Month”) genannt.

Der RPI/m defi­niert den Betrag, den du im Durchschnitt monat­li­ch mit all dei­nen Bildern ver­dienst. Wenn zum Beispiel 500 dei­ner Bilder online sind und sie monat­li­ch EUR 1.000 ein­brin­gen, dann liegt dein RPI/m bei EUR 2. Es geht immer um einen durch­schnitt­li­chen Wert, das heißt dass wenn du in einem Monat EUR 1.200 ein­nimmst und im nächs­ten Monat EUR 800, bleibt der RPI/m immer noch bei EUR 2.

Wenn du in gro­ßen Mengen Bilder min­der­wer­ti­ger Qualität pro­du­zier­st, von denen sich vie­le ähneln, wirst du mit Sicherheit einen nied­ri­gen RPI/m haben. Eine Ausrichtung auf Nischenthemen mit hoher Nachfrage und einer hohen Qualität dage­gen wird zu hohen Umsätzen pro Bild füh­ren.

Und natür­li­ch gibt es jede Menge Varianten zwi­schen die­sen zwei Extremen.

Der Business Plan Rechner

Um an die­sen Geschäftsmodellen zu arbei­ten, haben wir einen Business Plan Rechner ent­wi­ckelt, der uns auf einen Blick zeigt, wie sich ver­schie­de­ne Strategien ent­wi­ckeln. Öffne ihn in dei­nem Browser und fin­de her­aus, wie gut dein Business für dich funk­tio­niert: https://www.stockperformer.com/calculator

Drei Beispielstrategien für den Einstieg in die Microstock-Welt

Der Business Plan Rechner hilft uns dabei, Strategien zum Einstieg in das Geschäft  mit Microstock zu unter­su­chen. Wir haben drei unter­schied­li­che Beispiele gewählt, alle bezo­gen auf die Produktion von Lifestyle Fotografie:

  • Die Microstock-Produktionsfirma
  • Der Vollzeit Solo-Fotograf
  • Der Freizeit Amateur-Fotograf

Strategie 1: Die Microstock-Produktionsfirma

Der Aufbau einer Microstock Produktionsfirma ist zeit­in­ten­siv und teu­er, aber er erlaubt die Produktion einer gro­ßen Menge an Bildern. Wie wür­de so etwas aus­se­hen?

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© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    800 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings kön­nen teu­er sein. Geliehenes Equipment, Kleidung und Requisiten, Location-Miete, gute Models, all das kos­tet Geld. Dank eines gro­ßen Teams und guter Vorbereitung soll­te es jedoch mög­li­ch sein, pro Shooting vie­le Bilder zu pro­du­zie­ren. Wir set­zen die Kosten pro Bild bei EUR 25 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Eine Microstock-Produktionsfirma hat Angestellte, z.B. einen Produktionsleiter, der alles orga­ni­siert, einen Produktionsassistenten und eine Vollzeitkraft für die Retusche. Wir mie­ten außer­dem ein Studio. Das kann EUR 6.000 kos­ten.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Da die Startkosten sehr hoch sind, wol­len wir min­des­tens 5 Jahre dabei blei­ben. Wir set­zen die Länge des Business Plans auf 60 Monate.

Welchen monat­li­chen Umsatz pro Bild kön­nen wir erwar­ten? Unser Produktionsbüro inves­tiert hohe Summen in die Shootings, um die best­mög­li­che Qualität zu erzie­len. Gute Vorbereitung erlaubt uns die Auswahl gefrag­ter Themen. Für die­se Strategie set­zen wir als Beispiel einen RPI/m von EUR 1,50 an. Der Business Plan Rechner lie­fert fol­gen­de Ergebnisse:

  • Wir müs­sen EUR 268.800 inves­tie­ren, bevor wir zum ers­ten Mal Geld ver­die­nen!
  • Erst im vier­ten Jahr bekom­men wir unse­re Investition wie­der her­ein und sind unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach fünf Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 636.000. Das ist ein Return on Investment von 237%.

Der Aufbau einer Microstock-Produktionsfirma ist teu­er und bedeu­tet har­te Arbeit. Aber wenn man es rich­tig macht, kann man doch immer noch gutes Geld ver­die­nen.

Strategie 2: Der Vollzeit Solo-Fotograf

Für unser zwei­tes Strategie-Beispiel stel­len wir uns vor, du bist ein ein­zel­ner Fotograf, der alles selbst orga­ni­siert und Vollzeit arbei­tet. Hin und wie­der gib­st du Verschlagwortung und Photoshop-Arbeit an ande­re wei­ter.

© Foto: Luis Alvarez
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    200 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings wer­den zwar so güns­tig wie mög­li­ch pro­du­ziert, aber den­no­ch mit einem Fokus auf Qualität. Für eini­ge dei­ner Bilder bezahl­st du exter­ne Dienstleister für die Verschlagwortung und Retusche. Wir set­zen die Kosten bei EUR 10 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Wir gehen davon aus, dass du wei­test­ge­hend allei­ne arbei­test und kein Studio mie­test. Da du Vollzeit arbei­test, mus­st du von Microstock leben. Gehen wir davon aus, dass du mit einem ein­fa­chen Leben zufrie­den bist und EUR 1.800 brauchst, um all dei­ne Rechnungen zu bezah­len.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Als ein Solo-Fotograf kann­st du nur 3 Jahre für die­ses Business ris­kie­ren.

Angenommen du bist talen­tiert und kann­st mit dei­nen begrenz­ten Möglichkeiten einen RPI/m von EUR 1,20 erzie­len. Unser Business Plan Rechner kommt dann zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Du mus­st EUR 28.200 inves­tie­ren, bevor du zum ers­ten Mal Geld ver­dienst!
  • Erst in der Mitte des drit­ten Jahres bekommst du dei­ne Investition wie­der her­ein und bist unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach drei Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 23.040 und beziehst ein monat­li­ches Gehalt von EUR 4.840.

Mit die­ser Strategie wirst du ein paar Jahre lang kämp­fen müs­sen, aber wenn du durch­hält­st, kann­st du dich auf ein Monatsgehalt von knapp EUR 5.000 ein­stel­len!

Strategie 3: Der Freizeit Amateur-Fotograf

Jeder von uns kennt einen Fotografen, der sei­ne Urlaubs- und Hochzeitsbilder bei ein paar Agenturen hoch­lädt. Ist das eine sinn­vol­le Strategie oder nur Zeitverschwendung? Das kön­nen wir mit dem Rechner leicht über­prü­fen:

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© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    100 pro Monat. Einfach die gesam­te Karte hoch­la­den.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Unser Amateur-Fotograf macht nur Urlaubs-, Familien- und Haustierbilder, so dass die Kosten pro Bild sehr nied­rig sind. Wir wäh­len EUR 0.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Unser Amateur-Fotograf lebt haupt­be­ruf­li­ch von etwas ande­rem, so dass von Microstock kei­ne regel­mä­ßi­gen Rechnungen bezahlt wer­den müs­sen. Fixkosten EUR 0.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Um die­se Strategie mit dem zwei­ten Szenario ver­glei­chen zu kön­nen, wäh­len wir auch hier 36 Monate.

Bilder von Amateuren ver­kau­fen sich auf dem heu­ti­gen Microstock-Markt nur schlecht. Mit Glück kann man einen RPI/m von 15 Euro-Cent erzie­len.

Mit die­ser Strategie kommt unser Business Plan Rechner zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Unser Amateur-Fotograf muss kein Geld inves­tie­ren und macht von Beginn an Gewinn.
  • Nach drei Jahren kon­stan­ter Produktion hat unser Amateur-Fotograf ins­ge­samt knapp EUR 10.000 ein­ge­nom­men und ver­dient monat­li­ch EUR 540.

Wenn dei­ne Erwartungen nicht zu hoch gesteckt sind und du etwas Zeit hast und extra Taschengeld ver­die­nen möch­test, kann die Arbeit als Amateur Microstocker durch­aus ein net­tes Nebeneinkommen bie­ten.

Unsere Tipps für dei­nen Erfolg

Alle drei Strategien zei­gen, dass man mit Geduld und har­ter Arbeit im Microstock-Business auch heu­te noch ein gutes monat­li­ches Einkommen erzie­len kann. Der Business Plan Rechner ver­deut­licht die ver­schie­de­nen Variablen, die dei­nen Erfolg beein­flus­sen.

Vor allem aber zeigt er, dass eine Variable den höchs­ten Einfluss auf dei­nen Gewinn hat: der monat­li­che Umsatz pro Bild (RPI/m). Du kann­st noch so vie­le Bilder mehr pro­du­zie­ren oder dei­ne Kosten pro Bild noch so sen­ken: Ein schlech­ter RPI/m wird die­se Anstrengungen immer zunich­te machen. Andererseits, wenn du dich dar­auf kon­zen­trier­st, dei­nen RPI/m zu erhö­hen, kann dei­ne Microstock-Karriere sehr lukra­tiv sein. Finde es her­aus! Spiele mit dem Business Plan Rechner selbst her­um!

Wir bei Stock Performer haben es uns zum Ziel gesetzt, unse­ren Kunden zu hel­fen ihre Umsätze pro Bild zu erhö­hen und damit ihren Gewinn zu maxi­mie­ren. Ein paar wich­ti­ge Tipps, die wir unse­ren Kunden geben:

  • Konzentriere dich auf Agenturen, die gut dar­in sind, den Content zu ver­kau­fen, den du pro­du­zier­st.
  • Nutze Analytics Tools wie Stock Performer, um den Erfolg dei­ner Bilder zu mes­sen und mehr von den Gewinnbringern zu pro­du­zie­ren. Verschwende kei­ne Zeit an Bildern, die sich nicht ver­kau­fen.
  • Nutze sol­che Analytics Tools, um her­aus­zu­fin­den, wel­cher Content auf wel­chen Agenturen gut läuft. Biete Bilder an der rich­ti­gen Stelle exklu­siv an, um dei­nen Umsatz zu erhö­hen.
  • Identifiziere Nischen, auf die du Zugriff hast.
  • Verfolge den Markt und wel­che Themen und Stile gefragt sind. Stock Performer hilft dir dabei, die kom­men­den und gehen­den Trends zu erken­nen, bevor die ande­ren Fotografen sie ent­de­cken.

Wenn du mehr dar­über ler­nen will­st, wie Stock Performer dir hel­fen kann, dei­ne Einnahmen zu maxi­mie­ren, mel­de dich zu unse­rem Free Trial an oder schi­cke uns ein­fach eine Email: info@stockperformer.com.

Geld verdienen auf Warez-Seiten? Interview über ein Experiment

Nach die­sem Artikel vor eini­gen Tagen gab es sehr vie­le, teils kon­tro­ver­se Kommentare. Die Leserin Anchan wies mich hier dar­auf hin, dass ich doch ein­fach mal eine der Beteiligten beim Projekt „Stockalliance.org“ fra­gen könn­te, die aus pro­biert hat, ob sie mit ihren Bildern auch auf Warez-Seiten Geld ver­die­nen kön­ne.

Das habe ich ger­ne gemacht und des­we­gen gibt es jetzt ein Interview mit der Illustratorin Elena, die ihre Bilder bei Shutterstock, Dreamstime, 123rf, iSto­ck, Depositphotos und eini­gen ande­ren Bildagenturen ver­kauft über Warez-Seiten und den Ursprung der stockalliance-Webseite.

Robert Kneschke: Kannst Du dich bit­te kurz vor­stel­len?

Elena (art_of_sun): Ich hei­ße Elena (auch bekannt als art_of_sun) und woh­ne in Russland.Ich habe ca. zehn Jahre als Grafikdesignerin gear­bei­tet (Polygraph, Illustrationen, Kinderspiele für das iPad und so wei­ter) und seit den letz­ten andert­halb Jahren bin ich Vollzeit-Stocker.

Portrait von Elena
Portrait von Elena

Wie hast Du mit Microstock begon­nen?

Zuerst lern­te ich dar­über 2007–2008 vom Blog eines Freundes ken­nen. Viele Leute schlu­gen damals vor, deren Referral-Links zur Anmeldung zu benut­zen. Also regis­trier­te ich mich bei eini­gen Bildagenturen und ver­such­te, etwas Geld zu ver­die­nen, aber ohne rich­ti­gen Erfolg. Ich bekam ca. 20–30$ im Monat. Aber vor andert­halb Jahren ver­an­stal­te­te einer der Leute in mei­ner Freundesliste (Oleg SkillUp) einen „Mega-Workshop“ und woll­te allen bei­brin­gen, wie man 1000$ im Monat bei Shutterstock ver­dient, wenn man sich mit sei­nem Referral-Link anmel­det. Ich war unzu­frie­den mit mei­nem Job zu der Zeit, also hör­te ich damit auf und woll­te es ver­su­chen. Und es hat geklappt 🙂

Wie vie­le Bilder hast Du online bei den Microstock-Seiten und wie viel ver­dienst Du damit im Monat?

Bei Shutterstock habe ich aktu­ell 4170 Bilder (ca. 2500 Vektoren plus Rasterkopien davon und eini­ge Fotos), bei den ande­ren Agenturen weni­ger. Bei allen Bildagenturen zusam­men mache ich zwi­schen 2000$ und 3000$ Umsatz im Monat.

Wie kam die Idee, dei­ne Bilder auf Warez-Seiten zu ver­tei­len?

Das war eine gemein­sa­me Idee. Wir waren in einem Chat mit den Leuten, die am Mega-Workshop teil­ge­nom­men haben und vie­le von uns hat­ten Probleme mit den Piraten-Seiten. Also dach­ten wir über einen Weg nach, wie wir das stop­pen könn­ten. Zu der Zeit schrieb ich vie­le DMCA-Meldungen. Nach einer davon mel­de­te sich fot­oram­ka [sie­he die­ser Artikel; Anmerkung R.K.] bei einer von uns im Chat, weil sie so nied­li­che DMCA-Meldungen ver­schick­te mit Bildern, aber ver­ges­sen hat­te, die Links zu erwäh­nen und er half uns, die DMCA-Meldungen kor­rekt aus­zu­fül­len und schlug vor, die Dateien direkt von Letitbit zu löschen ohne DMCA-Meldungen, indem wir ihn ein­fach über Skype anschrei­ben.

Er erzähl­te uns, wie Warez-Seiten funk­tio­nie­ren. Tatsächlich kön­nen die Piraten mit ihren Aktivitäten das glei­che Geld ver­die­nen wie wir im Microstock, des­halb mach­te jemand den Witz, dass wir unse­re Bilder viel­leicht auf den fal­schen Seiten anbie­ten. Dann kam die Idee auf, dass wir ver­such­ten könn­ten, unver­kauf­te Bilder (und eini­ge Bilder, die bei den Warez-Seiten beliebt waren) dort mit unse­rer eige­nen Lizenz anzu­bie­ten (ähn­li­ch wie das Leute machen, die Fonts ver­kau­fen) und mit einem Text und Link in der Art „Dieses Bild ist nur für die nicht-kommerzielle Nutzung. Die kom­mer­zi­el­le Lizenz ist hier erhält­li­ch…“ Ich ent­schied, das zu pro­bie­ren, weil ich ein gro­ßes Portfolio habe und sich vie­le mei­ner Bilder nicht bei Shutterstock ver­kauf­ten.

Warst Du die ein­zi­ge, die das aus­pro­biert hat?

Ja.

Wie vie­le Bilder waren beim Test dabei?

Ich hat­te fünf Posts wie die­sen hier, es waren also ca. 40 Bilder (7–10 in einem Archiv).

Verkleiner Ausschnitt, für eine vollständige Ansicht bitte klicken.
Verkleinerter Ausschnitt, für eine voll­stän­di­ge Ansicht bit­te kli­cken.

Wie gen­au funk­tio­nier­te der Upload-Prozess?

Wir haben mir einen Account bei eini­ge Filehosting-Seiten ange­legt, nicht nur da, wo Fotoramka arbei­tet, son­dern auch bei ande­ren, wo man Geld für Download bekom­men konn­te. Außerdem habe ich mich bei drei Warez-Seiten regis­triert: Gfxtra, Allday and Heroturko, wenn ich mich rich­tig erin­ne­re. Dann habe ich das rote Titelbanner gemacht (sie­he oben) und zusam­men mit fot­oram­ka haben wir eine Lizenz geschrie­ben.

Danach such­te ich die Bilder aus, mach­te Vorschau-Bilder, ein gepack­tes Archive mit den Bildern und der Lizenz und lud die­se zu den Filehostern hoch. Dann haben wir von mei­nem Computer aus die Posts für die Warez-Seiten gemacht (fot­oram­ka schrieb die Posts mit den HTML-Tags, Links und Beschreibungen).

Bei wel­chen Filehostern hast Du Dich regis­triert?

Letitbit, Keep2Share und Rapidgator.

Wie wür­dest Du den Upload-Aufwand gegen­über dem Hochladen bei den Microstock-Agenturen ver­glei­chen?

Es braucht fast die glei­che Zeit wie das Vorbereiten von Bildern für CreativeMarket zum Beispiel. Und etwas mehr Zeit beim Hochladen. Deshalb war die zwei­te Idee (wenn das Experiment funk­tio­niert), eine unab­hän­gi­ge Seite zu machen mit den Vorschau-Bildern, Archiven und Postings.

Stockalliance.org?

Ja.

Die Lizenz, die Du ange­bo­ten hast, erlaub­te nur pri­va­te Nutzung, kei­ne kom­mer­zi­el­le Nutzung?

Ja, die Lizenz sieht so aus.

Glaubst Du, die Leute, wel­che Warez-Seiten besu­chen, sche­ren sich um die­sen Unterschied?

Fotoramka arbei­tet ja beim Support eines Filehosters und erzähl­te mir, dass er manch­mal Anfragen von Leuten hat, die etwas „kos­ten­los“ run­ter­ge­la­den hat­ten und dann wis­sen woll­ten, wo sie es legal kau­fen kön­nen. Ich hat­te in der Zeit des Experiments auch eini­ge Verkäufe von Bildern, die ich bei Warez-Seiten ver­öf­fent­licht hat­te und von Bildern aus der glei­chen Serie, die vor­her kei­ne Verkäufe hat­ten.

Meiner Meinung nach dem Experiment ist es nur ein sehr klei­ner Teil der Leute, die Bilder von Warez-Seiten neh­men und sich um Rechte küm­mern. Vielleicht jemand, der wirk­li­ch nicht weiß, dass es nicht kos­ten­los und legal ist und viel­leicht eini­ge, die es wegen der the­ma­ti­schen Zusammenstellung popu­lä­rer Bilder nut­zen, aber die meis­ten inter­es­sie­ren sich wirk­li­ch nicht.

Wie viel Geld kann man mit die­sen kos­ten­lo­sen Downloads ver­die­nen?

Ich habe nichts ernst­haft ver­dient, nur eini­ge Dollar, aber soweit ich weiß, wenn Leute Bilder von Dir run­ter­la­den und dafür den „schnel­len Download“ kau­fen [Premium-Zugang beim Filehoster; Anmerkung R.K.], kann­st Du dafür bis zu 60$ erhal­ten.

Kannst Du sehen, wie vie­le Leute dei­ne Dateien run­ter­ge­la­den haben?

Ja, das kann ich in den Statistiken in mei­nem Account bei den Filehostern sehen.

Wie lan­ge waren Deine Bilder online und wie vie­le Downloads hat­ten sie zusam­men?

Ungefähr einen Monat. Hier ist die Statistik für November 2013, wo wir das Experiment ange­fan­gen haben:

Klicken zum Vergrößern
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Die Spalten sind von links nach rechts: Datum, Downloads, Verkäufe, Rating.

Lese ich das rich­tig, dass das 0,80$ Einnahmen für November 2013 sind?

Ja, das ist rich­tig. Ich habe her­aus­ge­fun­den, dass Du, wenn Du Geld auf Warez-Seiten ver­die­nen will­st, viel Material jeden Tag ver­öf­fent­li­chen müsst. Und es muss unter­schied­li­ches Material sein. Das ist ein­fach, wenn Du vie­le gestoh­le­ne Bilder hast, aber sehr schwer mit dei­nen eige­nen Bildern.

Aber wir haben auch ein ande­res Ergebnis: Die Piraten sahen unser Projekt und in der Zeit, in der ich mei­ne Bilder hoch­ge­la­den habe, haben sie ihre Posts mit mei­nen Bildern gelöscht. So hör­ten sie fast voll­stän­dig auf, mei­ne Bilder zu neh­men.

Das ist ja gut für dich.

Ja, nicht schlecht… 🙂

Warum hast Du auf­ge­hört, bei den Warez-Seiten hoch­zu­la­den?

Es kos­tet eine Menge Zeit, die Bilder, Archive und Posts vor­zu­be­rei­ten und ich has­se es, mei­nen Tag damit zu begin­nen, Warez-Seiten nach gestoh­le­nen Bildern von mir zu durch­su­chen. Und es demo­ti­viert auch irgend­wie. Ich bevor­zu­ge es, neue Bilder zu zeich­nen und sie zu Bildagenturen hoch­zu­la­den, um Geld zu ver­die­nen statt nur für die PR bei sol­chen dubio­sen Seiten zu arbei­ten. Ich mei­ne, das ver­brauch­te fast die gan­ze Zeit, in der ich neue Bilder hät­te machen kön­nen.

Hast Du die Möglichkeit, dei­ne Bilder auf den Warez-Seiten zu löschen?

Klar, ich habe fast alle mei­ne Archive gelöscht nach dem Ende des Experiments im Dezember 2013.

Was waren dei­ne gesam­ten Einnahmen von dem Experiment?

2$, eini­ge Verkäufe der ver­öf­fent­lich­ten Bilder bei Bildagenturen (wobei ich nicht bewei­sen kann, dass das durch das Experiment kam) und 90% weni­ger gestoh­le­ne Bilder aus mei­nem Portfolio auf den Warez-Seiten.

Gab es Verträge, um Deine Bilder auf den Warez-Seiten zu ver­trei­ben?

Nein, nur Veröffentlichungs-Regeln.

Was für Regeln?

Lass sie mich raus­su­chen:

- Benutze das Admin-Panel, um dei­ne News am bes­ten zu desi­gnen.
– Alle Informationen wie Informationen und Bilder müs­sen im Hauptfenster zen­triert sein.
– Benutze nicht radikal.ru, photobucket.com, rapidshare.com als Bild-Hoster.
– Maximale Bildweite ist 500 Pixel. Bitte benut­ze nicht unse­ren Skript-Resizer. Bearbeite dei­ne Bilder mit einem Bildbearbeitungsprogramm, um die Bildweite zu redu­zie­ren.
– Du soll­test unse­re Wasserzeichen bei der Vorbereitung der Vorschaubilder nut­zen, die du hier run­ter­la­den kann­st.

Kennst Du die Leute, mit denen Du gear­bei­tet hast?

Du mein­st die Leute bei Stockalliance? Ja, klar.

Gibt es noch irgend­was, was wich­tig wäre?

Ich den­ke, es ist wich­tig, dass nach­dem Dein Artikel und ein ähn­li­cher Artikel in rus­si­scher Sprache erschie­nen ist, vie­le Leute begon­nen haben, zu den­ken, der Boykott sei von „Warez-Leuten“. Aber das ist fal­sch, nicht nur wegen unse­rem Ruf, son­dern auch weil sie die wirk­li­che Situation nicht sehen und was Fotolia gera­de mit dem Dollar Photo Club macht und war­um das schlecht für die Industrie ist.

Danke für das Interview!