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Shutterstock ändert Vergütungsstruktur: Honorarkürzungen durch die Hintertür?

Gestern abend erhiel­ten alle Shutterstock-​Lieferanten eine Email, in der die Bildagentur eine neue Honorarstruktur ab dem 1. Juni 2020 ankün­dig­te.

Diese sieht wie folgt aus für Bilder (Fotos, Illustrationen, Vektoren):

Image Level Verkaufte Lizenzen im Jahr Auszahlungsrate
Level 1weni­ger als 10115%
Level 2101 – 25020%
Level 3251 – 50025%
Level 4501 – 2,50030%
Level 52,501 – 25,00035%
Level 6mehr als 25,00040%

und so für Videos:

Image Level Verkaufte Lizenzen im Jahr Auszahlungsrate
Level 1weni­ger als 1115%
Level 211 – 5020%
Level 351 – 25025%
Level 4251 – 5,00030%
Level 55,001 – 25,00035%
Level 6mehr als 25,00040%

Neu ist dem­nach, dass der Honoraranteil abhän­gig ist von der Menge der jewei­li­gen Verkäufe des aktu­el­len Jahres, statt wie bis­her von den gesam­ten Verkäufen seit Beginn der Mitgliedschaft.

Am 1. Januar eines jeden Jahres wird jeder Anbieter auf Level 1 zurück­ge­setzt und muss sich durch vie­le Verkäufe in den Leveln hoch­ar­bei­ten, um mehr Prozentpunkte zu erhal­ten.

Die Level für Bilder und Videos wer­den getrennt berech­net, kön­nen also unter­schied­lich für den glei­chen Anbieter aus­fal­len.

Was bedeuten diese Änderungen für die Anbieter?

Um ein­schät­zen zu kön­nen, wie sich die Änderung an der Vergütungsstruktur auf die Anbieter aus­wirkt, müs­sen wir zuerst wis­sen, wie die Honorarverteilung aktu­ell gere­gelt wird.

Diese sieht bis­lang laut die­ser Tabelle so aus und wird hier im Detail erklärt:

Demnach erhal­ten Anbieter je nach bis­he­ri­gem Gesamtumsatz 25–38 US-​Cent pro Abo-​Download, 0,81–2,85USD für On-​Demand-​Verkäufe je nach Größe und Umsatz und 20–30% für jede erwei­ter­te Lizenz. Für Video-​Verkäufe gibt es pau­schal 30%.

Im Dezember 2019 hat­te Shutterstock bekannt gege­ben, wie viel Geld sie bis­her an ihre Anbieter aus­ge­schüt­tet hat­ten. Mit deren öffent­li­chen Quartalszahlen kom­bi­niert konn­te man dar­aus die durch­schnitt­li­che Anbieter-​Kommission errech­nen. Diese liegt dem­nach bei ca. 25,5%. Da Videos mit deren 30%-Anteil sowie höher­prei­si­ge Dienste wie Offset schon mit ein­ge­rech­net sind, dürf­te die durch­schnitt­li­che Anbieter-​Kommission für Bilder dar­un­ter lie­gen, ver­mut­lich bei ca. 20%.

Mit die­sem Wissen lässt sich die Änderung bes­ser ein­ord­nen. Wer es also schafft, das Level 3 zu errei­chen, soll­te ver­mut­lich ähn­lich viel Umsatz erzie­len wie bis­her. Wer es dar­über hin­aus schafft, viel­leicht sogar mehr.

Nur für die Leute, die sich auf Videos spe­zia­li­siert haben, ist das eine sehr schlech­te Nachricht, denn die­se müs­sen erst (jedes Jahr!) 250 Videos ver­kau­fen, bevor sie wie­der in Level 4 auf ihren alten Prozentsatz kom­men.

Leider gibt eine gro­ße Unsicherheit. Denn die fes­ten Vergütungen für die Abo-​Verkäufen fal­len weg. Auch dort wird nun pro­zen­tu­al abge­rech­net, es gibt aber ein mini­ma­le Vergütung von 10 US-​Cent. Zum Vergleich: Die Minimalvergütung bei Adobe Stock beträgt 33 US-​Cent!

Da sich die wenigs­ten vor­stel­len kön­nen, wie viel sie nun pro Verkauf erhal­ten wer­den, habe ich basie­rend auf die­ser Vorlage von Dinesh Hukmani eine Liste über die poten­ti­ell mög­li­chen Verkaufserlöse erstellt (Klicken zum Vergrößern):

Die roten Zahlen sind die Werte, die ohne die mini­ma­le Vergütungsgrenze von 10 US-​Cent dar­un­ter lie­gen wür­den.

Darin wird deut­lich, dass man selbst im höchs­ten Level 6 im schlimms­ten Fall deut­lich weni­ger bekom­men kann als bis­her, wenn man die 10.000 US „Lifetime-​Earnings“ erreicht hat­te, um 38-​US-​Cent pro Abo-​Download zu erhal­ten.

Bei einem 750-​Bilder-​Paket mit jähr­li­cher Zahlung bekä­me man statt 38 US-​Cent nur noch 10 US-​Cent, also fast ein Viertel!

Auch akti­ve Anfänger erhal­ten in der Regel weni­ger. Wer noch nicht die ers­te Hürde von 500 US-​Dollar Umsatz erreicht hat, bekam bis­her 25 US-​Cent pro Abo-​Download, ab Juni wer­den es in sechs Fällen 10–24 US-​Cent sein, nur bei zwei Abo-​Modellen bekä­me man mit 30 bzw. 38 US-​Cent mehr.

Fast schon müßig zu erwäh­nen ist es, dass Shutterstock natür­lich bei der Honorarberechnung davon aus­geht, dass ein Bildkunde alle Bilder sei­nes Abos aus­nutzt. Tut der das nicht, streicht Shutterstock – wie aber auch schon bis­her – die Differenz ein.

Die Abo-​Verkäufe machen ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Meinung jedoch nur einen Teil der Gesamtumsätze bei Shutterstock aus. Laut dem Analyse-​Tool Stock Performer habe ich zum Beispiel in den letz­ten Jahren halb­wegs kon­stant ca. 44% Abo-​Umsätze gehabt, der Rest waren 30% On-​Demand-​Downloads, 20% Single&Other und 6% Erweiterte Lizenzen. Für eini­ge die­ser Lizenzen gibt es ggf. mehr Prozente, für ande­re wie­der­um weni­ger.

Das Rätselraten also bleibt, wie sich die Umsätze ent­wi­ckeln. Die Vermutung ist jedoch, dass auch Shutterstock rech­nen kann und die mög­li­chen Folgen basie­rend auf deren kon­kre­ten Zahlen vor­aus­ge­hen hat, um sicher­zu­ge­hen, dass sie unter dem Schnitt weni­ger zah­len wer­den als bis­her.

Die ver­än­der­te Honorarstruktur ist des­halb ver­mut­lich als Reaktion auf die sta­gnie­ren­de Umsatzentwicklung des Unternehmens zu sehen, um wei­ter­hin – für eine Weile zumin­dest – mehr Gewinn aus­wei­sen zu kön­nen.

Da jeder Anbieter sich jedes Jahr aufs neue ein hohes Level erst erar­bei­ten muss, wird das ers­te Quartal eines jeden Jahres für Shutterstock nun beson­ders lukra­tiv wer­den. Vor allem die­se Regel emp­fin­den vie­le alt­ein­ge­ses­se­ne Anbieter als ein Schlag ins Gesicht, weil sie jedes Jahr aufs Neue wie Anfänger behan­delt wer­den.

Weitere Honorarkürzungen durch die Hintertür möglich

iStock und 123rf haben es vor­ge­macht. Die Bindung der Anbieterkommissionen an jähr­li­che Verkaufszahlen ist ein guter Weg (aus Agentursicht), um eher unauf­fäl­lig Honorarkürzungen vor­neh­men zu kön­nen. So hat­te 123rf im Februar 2018 lei­se eini­ge Level ersatz­los gestri­chen und so eini­gen Anbietern Honorarkürzungen von bis zu 14% beschert.

Der Vorreiter in die­ser Hinsicht ist jedoch iStock. Diese haben schon 2010 die Anbieterhonorare pau­schal auf 15% gesenkt, nur für die Exklusivfotografen wur­de ein ähn­li­ches Ranking-​System ein­ge­führt, wo jedoch die das erreich­te Ranking des Vorjahres ins nächs­te Jahr mit über­nom­men wird. Erfahrungsgemäß schaf­fen es exklu­si­ve Anbieter bei iStock ganz gut, ihr Level zu hal­ten, auch wenn iStock ab und zu die Downloadzahlen für die Level erhöht.

Auch Preissenkungen der Abo-​Pakete wir­ken sich bei Shutterstock nun im Gegensatz zu vor­her direkt auf die Anbieter aus.

Was belohnt das neue Level-​System?

Bisher galt bei Shutterstock: Je län­ger du dabei bist, des­to mehr ver­dienst Du. Ähnlich war die Vergütungsstruktur bei Fotolia, die Adobe Stock eben­falls Schritt für Schritt zurück­ge­fah­ren hat­te.

Der Nachteil für die Agenturen bei sol­chen Modellen ist, dass alte Anbieter, die gar nicht mehr aktiv Material lie­fern, wei­ter­hin eine hohe Bezahlung bekom­men, wäh­rend neue Anbieter, die noch kein gro­ßes Portfolio haben, aber regel­mä­ßig pro­du­zie­ren, weni­ger erhal­ten.

Mit dem neu­en Level-​System, wel­ches Aktivität belohnt und Loyalität igno­riert, ist die Motivation für Anfänger und alte Hasen gleich groß, neu­es Material zu pro­du­zie­ren. Außerdem spielt das neue System die Fotografen mehr gegen­ein­an­der aus, weil das gesam­te Agentur-​Portfolio immer grö­ßer wird, es für den ein­zel­nen Fotografen allein rech­ne­risch jedes Jahr schwie­ri­ger wird, die fest­ge­leg­te Downloadgrenze zu errei­chen.

Persönlich ver­arscht kom­me ich mir aber vor, wenn Shutterstock mehr­mals das Wort „fair“ in den Mund nimmt, um die neue Änderung zu begrün­den:

We aim to pro­vi­de an ave­nue for con­tri­bu­tors to be fair­ly rewar­ded for con­tent that is per­forming well at the cur­rent time. The adjust­ments are being made to align with chan­ges we have been see­ing in the glo­bal mar­ket for crea­ti­ve con­tent. They also help to crea­te fair oppor­tu­nities for all our con­tri­bu­tors, and reward per­for­mance with grea­ter ear­nings poten­ti­al.“

Quelle: Shutterstock-​Forum (Hervorhebung von mir)

Sammel-​Accounts als Alternative?

Es gibt Modelle wie „BlackBox“, bei der ver­schie­de­ne Anbieter zusam­men in einen gro­ßen Account hoch­la­den. Dafür müs­sen sie eini­ge Prozentpunkte an den Accountverwalter abge­ben, pro­fi­tie­ren aber durch das höhe­re Verkaufsvolumen des Accounts von einem schnel­le­ren Aufstieg inner­halb des Level-​Systems.

Ob sich das mit den feh­len­den Prozentpunkten und dem Kontrollverlust über die eige­nen Bilder aus­gleicht, muss jeder selbst ent­schei­den.

Warten auf Zahlen

Ob sich das neue Shutterstock-​Modell für den ein­zel­nen Anbieter eine Verbesserung oder Verschlechterung ist, wer­den wir frü­hes­tens Anfang Juli sehen, wenn die die Juni-​Verkäufe im neu­en System aus­ge­wer­tet wer­den kön­nen.

Bis dahin ver­mu­te ich jedoch, dass Shutterstock das Level-​System als Chance sieht, sich auf Kosten der Anbieter Geld für deren Aktionäre zu spa­ren.

Was sagt ihr zu der Shutterstock-​Ankündigung?

Analyse der neusten Quartalszahlen von Shutterstock und CEO-​Wechsel

Jedes vier­tel Jahr muss eine bör­sen­no­tier­te Firma ihre Quartalszahlen offen­le­gen, so auch die Bildagentur Shutterstock.

Heute wur­den die Geschäftszahlen für das vier­te Quartal 2019 ver­öf­fent­licht. Auf den ers­ten Blick sehen sie ganz gut aus, weil es bei drei rele­van­ten Kennzahlen leich­te Steigerungen zu ver­mel­den gibt:

Die bezahl­ten Downloads stie­gen um 2% auf 47,7 Mio. Downloads.
Der Erlös pro Download wuchs um 1% auf 3,44 USD.
Der Umsatz stieg um 3% auf 166,4 Mio. USD.

Bei der vier­ten Kennzahl, dem Netto-​Einkommen ist jedoch ein Abstieg um 71% auf 4,4 Millionen USD zu ver­zeich­nen.

Klingt erst mal okay?
Klar, aber wenn wir uns die Diagramme mal lang­fris­tig anschau­en, sind die­se win­zi­gen Prozentpunktzuwächse eher trau­rig:

So sehen die Downloads pro Quartal für die letz­ten neun Jahre aus:

Hier sehen wir den Download-​Umsatz der letz­ten neun Jahre, wie­der in Quartalschritten:

Die Stagnation im letz­ten Jahr ist trotz mar­gi­na­ler Prozenzzuwächse gut sicht­bar. Noch auf­fäl­li­ger wird es, wenn wir das im Vergleich zum Portfolio neh­men:

Das Bild-​Portfolio bei Shutterstock ist expo­nen­ti­ell gewach­sen, allein im Vergleich zum 4. Quartal 2018 von 242 Mio. um 30% auf ins­ge­samt 314 Mio. Bilder.

Bei den Videos mel­det Shutterstock zwar eben­falls ein 30%-Wachstum auf 17 Mio. Videos, aber ein expo­nen­ti­el­les Wachstum ist hier nicht in Sicht:

Seit 2016 wächst das Video-​Portfolio lang­sam, aber ste­tig mit ca. 1 Mio. neu­er Videos pro Quartal, also ca. 4 Mio. neu­en Videos pro Jahr.

Vergleichen wir damit die neu­en Bilder-​Uploads, gibt es sogar einen Rückgang zu ver­zeich­nen:

Es ist nach­voll­zieh­bar, dass weni­ger Bilder hoch­ge­la­den wer­den, wenn der Umsatz nicht so schnell steigt wie das Portfolio, denn das führt zwangs­läu­fig zu einem gerin­ge­ren Umsatz pro Bild. Dieser sinkt seit Jahren kon­ti­nu­ier­lich:

Dieser hat sich in den letz­ten sechs Jahren zwei Mal hal­biert: Von ca. 2 USD pro Bild und Quartal auf 1 USD von 2014 bis 207 und dann von 1 USD auf 0,50 USD bis Ende 2019. Auch der pro­zen­tua­le Anzahl der lizen­zier­ten Bilder sinkt kon­ti­nu­ier­lich.

Jon Oringer tritt als CEO zurück

Diese beschei­de­nen Zuwächse mögen ein Grund dafür sein, dass der Shutterstock-​Gründer Jon Oringer nach Bekanntgabe der Zahlen sei­nen Rücktritt als CEO für den 1. April 2020 ange­kün­digt hat.

Sein Nachfolger wird der bis­he­ri­ge Shutterstock-​COO Stan Pavlovsky.

Außerdem ver­teilt Shutterstock erst­ma­lig eine Dividende von 0,17 USD pro Aktie, was wohl ange­sichts der nied­ri­gen Wachstumswerte als Beruhigung für die Aktionäre gese­hen wer­den kann.

Die bis­he­ri­gen Quartalszahlen von Shutterstock könnt ihr hier nach­schla­gen.

Shutterstock versteckt Änderungen in neuen Nutzungsbedingungen

Heute beim Einloggen in mei­nen Shutterstock-Account muss­te ich die­sen neu­en Nutzungsbedingungen („Terms Of Service“) zustim­men.

Da ich immer sofort miss­trau­isch wer­de, wenn die erfolg­ten Änderungen nicht offen kom­mu­ni­ziert wer­den, habe ich mir die Änderungen zu die­ser vor­he­ri­gen Version mal genau­er ange­schaut.
Alle bis­he­ri­gen Nutzungsbedingungen von Shutterstock fin­det ihr übri­gens hier.

Den kom­plet­ten Vergleichsbericht könnt ihr hier run­ter­la­den, die aus mei­ner Sicht wich­tigs­ten Änderungen stel­le ich hier kurz vor, ohne Gewähr oder Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Der größ­te neu ein­ge­füg­te Textblock beschäf­tigt sich mit der Forderung, dass Streitigkeiten nun in einem Schlichtungsverfahren statt vor Gericht gelöst wer­den soll­ten.
  • Der größ­te ent­fern­te Textblock beschäf­tig­te sich mit Nutzungseinschränkungen. Die „Opt-Out“-Klausel für Erweiterte Lizenzen oder „sen­si­ble Nutzungen“ wur­de ent­fernt, es scheint mir also, dass die Anbieter sol­chen Verwendungen nicht mehr wider­spre­chen kön­nen.
  • Gleich am Anfang räumt sich Shutterstock nun das Recht ein, die hoch­ge­la­de­nen Werke zum Zwecke der Verbesserung von Shutterstock zu inde­xie­ren, ana­ly­sie­ren, kate­go­ri­sie­ren und archi­vie­ren. Ich ver­mu­te, damit sol­len bes­se­re „Big Data“-Analysen oder KI-​Szenarien erlaubt wer­den, die über das rei­ne Lizenzieren von Bildern hin­aus­ge­hen.
  • Neu ist die Formulierung, dass Shutterstock nun auch nach dem Löschen von Bildern die­se für einen „ange­mes­se­nen Zeitraum“ lizen­zie­ren darf. Wie lan­ge die­ser Zeitraum ist, steht da lei­der nicht.
  • Weg fällt hin­ge­gen die Formulierung, dass man inner­halb eines Zeitraums von 90 Tagen nur ent­we­der 100 Dateien oder 10% sei­ner Dateien löschen darf, je nach­dem, wel­ches mehr wären.
  • Die Auszahlung per Scheck scheint weg­ge­fal­len zu sein.
  • Unklar ist mir der zwei­te Teil des Passus 18.e, in dem neu steht:
    Shutterstock haf­tet nicht für Schäden, ein­schließ­lich unmit­tel­ba­rer, indi­rek­ter, kon­kre­ter oder Folgeschäden, die aus der Einreichung oder Verwendung Ihrer Inhalte, ent­we­der durch Shutterstock oder einen sei­ner Sublizenznehmer, oder aus der Kündigung Ihres Anbieter-​Accounts ent­stan­den sind. Sie stim­men jeder mög­li­chen Nutzung Ihres hier ent­hal­te­nen Inhalts aus­drück­lich zu und sind nicht dazu berech­tigt, eine beson­de­re Vergütung für die ein­zel­ne oder gesam­mel­te Nutzung zu ver­lan­gen.„
    Kann mir das jemand erklä­ren, was Shutterstock damit meint, dass ich kei­ne Vergütung für Nutzung mei­ner Werke ver­lan­gen kann?

Anbieterauszahlungen von Shutterstock erreichen 1 Milliarde US-​Dollar

Shutterstock hat heu­te die­sen Bericht über deren Anbieterauszahlungen ver­öf­fent­licht, in dem sie bekannt geben, dass sie seit Bestehen der Plattform ins­ge­samt eine Milliarde US-​Dollar an über eine Million Künstler aus­ge­zahlt haben. Zur Erinnerung: Erst im Mai 2017 wur­de die ers­te hal­be Milliarde abge­zahlt.

Gezählt wer­den dabei jedoch nicht nur die Fotografen, die über 300 Bilder zu Shutterstock, Shutterstock Editorial, Shutterstock Custom, Bigstock und Offset hoch­ge­la­den haben, son­dern auch die Videografen mit ihren mehr als 16 Millionen Videos sowie die Musiker, die mehr als 24 Mio. Songs auf PremiumBeat anbie­ten. Auch Vermittlungsprovisionen sind in die­ser Summe ent­hal­ten.

In die­ser Infografik (Original im Bericht oben) wird die Millarde US-​Dollar nach Jahren und Kontinenten wei­ter auf­ge­schlüs­selt, hier ein Ausschnitt:

Jährliche Höhe der Lizenzgebühren und Vermittlungsprovisionen, die an Anbieter aus dem Markennetzwerk von Shutterstock (inklu­si­ve Bigstock, Offset, PremiumBeat, Shutterstock Editorial und Shutterstock Custom) gezahlt wer­den

Spannend fin­de ich an die­sem Diagramm den Sprung von 33 Mio. US-​Dollar im Jahr 2011 auf 47 Mio. US-​Dollar für 2012, den ich mir nicht erklä­ren kann. Kann aber auch dar­an lie­gen, dass die Grafik augen­schein­lich nicht mit den gezeig­ten Werten über­ein­stimmt (der Abstand zwi­schen 2017 zu 2018 ist höher als zwi­schen 2010 und 2011, obwohl die Summe gerin­ger ist).

Kombiniert mit ande­ren Business-​Zahlen von Shutterstock kön­nen wir jedoch eini­ge ande­re Infos ablei­ten:

Der Vergleich zu den ins­ge­samt erziel­ten Downloads, wel­che Shutterstock in ihren Quartalsberichten ver­mel­det, ist beach­tens­wert: Diese sta­gnier­ten in den letz­ten drei Jahren fast, aber anschei­nend sind durch höhe­re Verkaufspreise die Anbieterkommissionen bis­lang trotz­dem wei­ter­hin gestie­gen. Fraglich ist, ob das im nächs­ten Jahr so wei­ter­ge­hen wird und die Befürchtung bleibt, dass Shutterstock hier irgend­wann zuguns­ten der Aktionäre einen Riegel vor­schiebt und an den Kommissionen schraubt.

Ebenfalls anschau­lich ist der Vergleich der Einnahmen von 2018 zwi­schen den Kontinenten in der Infografik:

Europa: 105,3 Mio. USD
Asien: 26,6 Mio. USD
Nordamerika 23,7 Mio. USD
Südamerika: 1,5 Mio. USD
Ozeanien: 1,2 Mio. USD
Afrika: 700 Tsd. USD

Damit liegt Europa mit wei­tem Abstand vor allen ande­ren Kontinenten und erzielt fast dop­pelt so viel Einnahmen wie der Rest der Welt zusam­men! Auch wenn die Stockfotografie-​Branche glo­bal ist, die Produzenten sit­zen in Europa. Angesichts die­ser Statistik, wonach die größ­ten Shutterstock-​Portfolios aus Russland stam­men, liegt die Vermutung nahe, dass Shutterstock die­ses Land ein­fach mal Europa zuge­schla­gen hat, was mir auf Anfrage bestä­tigt wur­de.

Wenn wir die Gesamtumsätze aus den Geschäftsberichten von 2018 addie­ren, kom­men wir auf ca. 623,3 Mio. US-​Dollar. Teilen wir die­se nun durch die oben ver­mel­de­ten 159 Mio. US-​Dollar Anbieterkommissionen aus dem glei­chen Zeitraum, kom­men wir übri­gens auf trau­ri­ge 25,5% Anbieterkommission im Schnitt, höher­prei­si­ge Dienste wie Offset oder Shutterstock Custom schon ein­ge­schlos­sen.

Shutterstock fei­ert die Meldung ab heu­te durch eine vor­über­ge­hen­de Erhöhung der Provision für Neukundenempfehlungen. Anbieter erhal­ten 50% Provision (statt 20%) auf alle Neukunden, die sie für einen Zeitraum von 30 Tagen anwer­ben. Hier ist mein Affiliate-​Link für neue Shutterstock-​Kunden.

Was lest ihr aus den Zahlen?

Shutterstock veröffentlicht ihre Analyse der Farbtrends 2020

Die Bildagentur Shutterstock ver­öf­fent­lich­te eben hier ihre Analyse zu den aktu­el­len Farbtrends, basie­rend auf den Verkäufen in ihrem 300-​Millionen-​Bilder-​Portfolio.

Durch die Analyse von Milliarden Pixeldaten der auf Shutterstock her­un­ter­ge­la­de­nen Bilder und die anschlie­ßen­de Zuordnung jedes Pixels zu sei­nem nächst­ge­le­ge­nen Hex-​Code zeigt der Bericht, wel­che Farben zwi­schen 2018 und 2019 das größ­te Wachstum ver­zeich­nen konn­ten. Zudem wur­den welt­weit die loka­len Farb-​Favoriten iden­ti­fi­ziert.

Für Deutschland soll ein sat­tes Moosgrün sehr tren­dy sein, ins­ge­samt schei­nen welt­weit grü­ne und blau Farbtöne sowie Pink und Lila sehr gefragt zu sein:

Im Trendbericht wer­den sowohl die drei welt­weit immer belieb­ter wer­den­den Farben gezeigt als auch die Trendfarben für 24 ver­schie­de­ne Länder. Die iden­ti­fi­zier­ten Trendfarben ver­zeich­nen im Jahresvergleich die stärks­ten Veränderungen.

Mit Blick auf das Jahr 2020 zei­gen die Daten eine deut­li­che Verschiebung von den auf­ge­la­de­nen Neon-​Farben aus dem Jahr 2019 hin zu hoch­wer­ti­gen, kräf­ti­ge­ren und sat­ten Farben, die auf anspruchs­vol­le Weise Aufmerksamkeit erre­gen“, sagt Lou Weiss, Chief Marketing Officer bei Shutterstock.

Ich muss jedoch sagen, dass ich zu die­sen Farbtrends von 2019 aktu­ell kaum einen Unterschied sehe. Selbst bei den Farbtrends von 2015 domi­nier­ten schon vie­le Grün- und Blautöne.

Unklar ist jedoch, was in die­sem Fall Ursache und Wirkung sind. Ist in die­sen Ländern die genann­te Farbe belieb­ter gewor­den und wird des­halb öfter her­un­ter­ge­la­den oder grei­fen Bildanbieter neue Trends auf, wel­che dann erst in den Ländern run­ter­ge­la­den wer­den?

Die Dominanz von Pink könn­te bei­spiels­wei­se mit die­sem „Flamingo“-Trend zusam­men­hän­gen, der noch nicht so alt ist. Pink, Türkis und Lila könn­ten auch dem gene­rel­len 80er-​Jahre-​Hype geschul­det sein.

Warum auch immer wel­che Farben aktu­ell so beliebt sind, der Trendbericht bie­tet einen nütz­li­chen Einblick für Grafikdesigner und Fotografen.