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Podcast eines Fotoproduzenten Folge 29 – Interview mit dem Photocase-​CEO Dittmar Frohmann

Es gibt ver­mut­lich nur sehr weni­ge Personen in der Stockfotografie-​Branche, die einen Einblick in so vie­le Bildagenturen und Firmen haben wie Dittmar Frohmann, aktu­ell CEO der Berliner Bildagentur Photocase.

CEO der Bildagentur Photocase: Dittmar Frohmann

Zuvor hat er unter ande­rem bei Fotolia, iStock, Getty Images, Image Source, EyeEm, 123rf und 500px gear­bei­tet. Ich rede mit Dittmar aus­führ­lich über sei­ne ver­schie­de­nen Stationen und sei­ne Ernennung als Geschäftsführer von Photocase. Außerdem erklärt er die damit ver­bun­de­nen Entscheidungen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Bildagentur:

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BEISPIELE aus dem Photocase-PORTFOLIO:

DramaQueen von Mr. Nico
Climate sys­tem chan­ge von markusspiske
Schwein gehabt von Z2sam
Junge Frau auf Sessel neben Fernseher von AlexAlex
Treppenpodest von Osawa

SHOWNOTES:
Webseite der Agentur Photocase

Photocase: Schuldenschnitt, neues Beteiligungssystem und neue Preise

Vor eini­gen Wochen kün­dig­te Photocase weit­rei­chen­de Änderungen an, dar­un­ter eine Umstellung des Honorarsystems.

Heute wur­den nun die Details per Email an die Fotografen bekannt­ge­ge­ben:
Kai Schneider gibt die Geschäftsführung von Photocase an Dittmar Frohmann und Christopher Kraft ab. Dittmar Frohmann war vor­her bei iStock, Fotolia, Getty Images, 500px und Eyeem beschäf­tigt. Nun soll er die Agentur auf Vordermann brin­gen. Wie und war­um? Dittmar Frohmann erklärt es in der Mail:

Ich hei­ße Dittmar Frohmann und habe schon vie­le Bildagenturen gese­hen. Doch hier bei Photocase fin­de ich das ers­te Mal ein fast per­fek­tes und vor allem sehr sym­pa­thi­sches Set-​Up vor: pri­ma Website, tol­le Künstlerportfolios, eine star­ke Community! Manche Korrekturen sind zwar schon erfor­der­lich, aber das meis­te wird hin­ter den Kulissen statt­fin­den und des­halb kaum auffallen.

Eine Sache lässt sich aller­dings weder ver­ber­gen noch schön schmin­ken, daher nen­nen wir das Kind doch gleich beim Namen: Die finan­zi­el­le Schieflage der Firma macht dras­ti­sche Maßnahmen erforderlich:

Schuldenschnitt
Für alle bis heu­te nicht aus­ge­zahl­ten Einnahmen bie­ten wir 50% an. Diese Maßnahme ist Grundvoraussetzung für das Überleben der Agentur. Ja, alle ver­lie­ren 50% der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen, aber bedenkt bit­te auch, wie viel Ihr bis­lang mit Photocase ver­dient habt und auch noch ver­die­nen wer­det. Das aktu­el­le Guthaben wird hier angezeigt.

Neues Beteiligungssystem
Bislang zah­len wir bis zu 60 % Beteiligung aus. Das ist nicht nur weit über dem Industriedurchschnitt,  son­dern ange­sichts der hohen Kosten für den Betrieb einer Agentur sowie der geplan­ten Marketingausgaben lei­der auch nicht rea­lis­tisch. Es wird statt­des­sen zukünf­tig ein erfolgs­ori­en­tier­tes Royalty-​System geben, in dem neue Künstler bei 20 % anfan­gen und dann suk­zes­si­ve über meh­re­re Stufen bis zu 50 % Umsatzbeteiligung erhalten. 

Neues Ranking-​System bei Photocase

Für Bestandskünstler wer­den die Aktivitäten der letz­ten bei­den Jahre nach einem Punktesystem ange­rech­net, das auf den Verkäufen und der Anzahl der in den letz­ten zwölf Monaten ange­nom­me­nen Bildern basiert. Das System beinhal­tet neun Stufen, die jeweils einem höhe­ren Anteil ent­spre­chen. Das aktu­el­le Ranking und der Punktestand wer­den im Account angezeigt. 

Neue Preise
Gleichzeitig sen­ken wir die Rabatte und erhö­hen in einem Monat auch noch die Bildpreise – teil­wei­se sogar dras­tisch, was dann wie­der euch, den Urhebern zugu­te kommt. Niedrigere Beteiligung, aber an einem höhe­ren Preis ergibt in vie­len Konstellationen eine attrak­ti­ve­re Ausschüttung pro Bildverkauf.

Beispielrechnung 1AltNeu
Standard-​Größe                                  15€25€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €7,50 €7,50 €
Beispielrechnung 2AltNeu
Standard-​Größe15€25€
Nutzung ohne Bildnachweis50€100€
Bildpreis65€125€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €33€38€

Das Zusammenspiel der neu­en Bildpreise mit den neu­en Royalties

Keine Frage, ich hät­te gern als ers­tes eine posi­ti­ve­re Botschaft über­bracht. Der Schuldenschnitt ist dras­tisch und wird sicher­lich vie­len weh­tun, doch er ist not­wen­dig. Nur so lässt sich lang­fris­tig der Bestand der Agentur sichern. Die ange­kün­dig­ten Maßnahmen erfor­dern auch einer Änderung der Upload-​Bedingungen. Wer nicht mehr dabei sein will, kann das per E‑Mail mit­tei­len. Alle Änderungen grei­fen in vier Wochen, also am 16. Juli 2019. Die Upload-​Bedingungen, der Schuldenschnitt und die ande­ren Änderungen gel­ten als ange­nom­men, wenn vom Widerspruch kei­nen Gebrauch gemacht wird.
Ich bit­te alle Künstler*innen, uns trotz oder viel­leicht sogar wegen obi­ger Maßnahmen wei­ter die Treue zu halten. 

Photocase bleibt grund­sätz­lich wie es ist und wird sich zukünf­tig sogar noch mehr in Richtung Qualität und Premium-​Markt bewe­gen. Wir wer­den uns inter­na­tio­na­ler und auch pro­fes­sio­nel­ler auf­stel­len, akti­ver in der Vermarktung und noch anspruchs­vol­ler im Repertoire wer­den. Die Community wird wie­der gestärkt, u.a. mit Forumsmoderator*innen, einer Event-Koordinator*in und mehr Teilhabe an der Bildauswahl.

Neue Selektionsstrategie
Nicht zu früh freu­en. Die Tür bleibt hart, aber wir wer­den weni­ger nach ein­zel­nen Bildern im Heuhaufen suchen, son­dern nach Künstler*innen, die dem Photocase-​Gedanken und ‑Anspruch ent­spre­chen. Unsere Vision ist es, ein plau­si­bles und attrak­ti­ves Gegenmodell zu all den belie­bi­gen Stock-​Sites zu wer­den, indem wir ohne Tamtam die gesell­schaft­li­che Vielfalt und ein dif­fe­ren­zier­tes Bild die­ser Erde darstellen.“

Das ist eine sel­ten ehr­li­che Mail mit viel Klartext, der trotz allem für Fotografen eines bedeu­tet: Weniger Umsatzbeteiligung (bei mir 33%-Kürzung von 45 auf 30%) und eine Halbierung der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen. Ob die­se Maßnahmen, kom­bi­niert mit höhe­ren Bildpreisen den Umsatz der Fotografen und der Agentur sichern wer­den, bleibt abzu­war­ten. Ähnliches haben in der Vergangenheit auch Alamy, Pond5, 123rf, Imagebroker und Clipcanvas versucht.

Die Meinungen hier im Forum von Photocase sind durch­aus gespalten.

Bildagentur Photocase ändert Upload-​Bedingungen und kürzt Honorare

Die Berliner Bildagentur Photocase ändert ihre Upload-​Bedingungen. Leider schrei­ben sie nicht, was sich genau im Detail ändert und ver­wei­sen nur auf den kom­plet­ten Text mit über 2000 Wörtern.

Was genau hat sich bei Photocase geändert?

Das Wichtigste in Kürze: Wie so oft in letz­ter Zeit wird hier eine Honorarkürzung ver­steckt, von aktu­ell 40–60% auf 20–60%.

Wer kei­ne Zeit hat, die neu­en mit den alten Upload-​Bedingungen vom September 2016 zu ver­glei­chen, fin­det hier alle wich­ti­gen Änderungen im Überblick:

  • 2.3 Neu: Fotografen müs­sen nun neben ihrem Namen und der Adresse auch ihre Telefonnummer ange­ben und aktu­ell halten.
  • 3.6 Dieser Absatz ent­fällt: „Die FotografIn räumt PHOTOCASE fer­ner das Recht ein, das jewei­li­ge Foto auf Bestellung einer EndkundIn als Fotodruck (Print) in der gewünsch­ten Größe zu lie­fern und es zu die­sem Zweck selbst oder durch eine ent­spre­chen­de DienstleisterIn zu ver­grö­ßern, durch Druck oder ver­gleich­ba­re Verfahren zu ver­viel­fäl­ti­gen und den gefer­tig­ten Print im Wege der kör­per­li­chen Verbreitung an die EndkundIn zu ver­kau­fen. Aus die­ser Verwertung erziel­te Erlöse wer­den der FotografIn ent­spre­chend den Regelungen in Ziffer 5 vergütet.“
  • 3.6 Neu ist der Satz „Eine Urhebernennung bei der Lizenzierung DrittanbieterInnen [sic] wird jeder­zeit ange­strebt, kann aber nicht immer gewähr­leis­tet werden“.
  • 5.2: Die Honorierung sinkt von 40–60% auf 20–60%. Inwieweit sich das zugrun­de lie­gen­de Punktesystem für die Verteilung der Kommissionen eben­falls geän­dert, ist noch nicht bekannt.
  • 5.7 (alt): Der Satz: „Auf aus­drück­li­chen Wunsch der FotografIn kann die Auszahlung des Guthabens im Einzelfall auch schon bei einem Guthaben ab 10,00 EUR erfol­gen.“ ent­fällt ersatz­los.
  • 5.5 (bzw. 5.8 alt): Der alte Satz „Hat die FotografIn bei Beendigung der Nutzungsvereinbarung noch ein Guthaben, wird die­ses unge­ach­tet der jewei­li­gen Höhe 14 Tage nach Beendigung des Nutzungsverhältnisses aus­ge­zahlt.“ ändert sich in „Das Guthaben aus dem jewei­li­gen Beteiligungssatz (Ziffer 5 Abs. 2) ver­jährt mit einer Frist von drei (3) Jahren und im Falle einer gewerb­li­chen FotografIn (§ 14 BGB) mit einer Frist von einem (1) Jahr – begin­nend mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entsteht.“
  • 6.2 Neu ist der Satz „Bei Freigabe eines hoch­ge­la­de­nen Fotos durch die Bildredaktion muss die FotografIn vor Veröffentlichung alle nöti­gen Model- und Eigentumsfreigaben erteilen.
  • 9.2 Neu ist der Satz „Erfolgt ein Widerspruch [gegen die­se Upload-​Bedingungen] durch die FotografIn, wird das Vertragsverhältnis mit sofor­ti­ger Wirkung beendet.“

Diese neu­en Upload-​Bedingungen gel­ten ab dem 1. April 2019. In den nächs­ten zwei Wochen haben Fotografen Zeit, den Upload-​Bedingungen zu wider­spre­chen. Das kann per E‑Mail an info@photocase.com gesche­hen. Die Upload-​Bedingungen gel­ten als ange­nom­men, wenn vom Widerspruch kein Gebrauch gemacht wird.

Update 17:40 Uhr:
Photocase hat mir auf mei­ne Nachfragen geant­wor­tet und schreibt: „Im Moment ändert sich das Punktesystem nicht. Es wird aber sicher­lich in der Zukunft Anpassungen geben. Zukünftig müs­sen Modelrelease mit hoch­ge­la­den wer­den. Das füh­ren wir nicht gleich mit der Änderung ein, wol­len aber in den AGB schon mal dafür die Grundlage legen. Was pas­siert, wenn ein Fotograf den neu­en Upload-​Bedingungen wider­spricht? Dann müs­sen wir lei­der sei­nen Account löschen.“

Fotos online verkaufen ohne Stock-Bildagenturen

Manchmal erhal­te ich Anfragen von Leuten, die Geld mit ihren Bildern ver­die­nen wol­len, ohne sie über „klas­si­sche“ Bildagenturen anzu­bie­ten. Die Antwort fällt mir etwas schwer, weil ich das sel­ten mache. Um die Neugier trotz­dem etwas zu befrie­di­gen, habe ich mit Hilfe eini­ger Kolleginnen und Kollegen eine Auswahl an Alternativen erstellt.

Mein „etwas ande­rer“ Look über eine ande­re Bildagentur

Im Gegensatz zu mei­nen sons­ti­ge  Artikeln flie­ßen hier deut­lich weni­ger per­sön­li­che Erfahrungen von mir ein, dafür ver­su­che ich, auf die Erfahrungen ande­rer zu verlinken.

Kalender verkaufen

Statt Fotos kann man auch Kalender mit eige­nen Bildern ver­kau­fen. 2012 star­te­te in die­sem Bereich der Anbieter Calvendo, wel­cher mitt­ler­wei­le im Bereich der „Self Publishing“-Kalender der Marktführer ist. Der Vorteil einer Zusammenarbeit mit Calvendo ist, dass die fer­ti­gen Kalender eine ISBN-​Nummer erhal­ten und damit bei allen Buchhändlern gelis­tet sind. Der Nachteil ist der zusätz­li­che Aufwand der Kalender-​Gestaltung, immer ver­bun­den mit even­tu­el­len Ablehnungen der Kalender sei­tens Calvendo, wenn die Motive nicht gut genug oder das Thema schon über­lau­fen ist. Einer der aus­führ­lichs­ten und lesens­wer­tes­ten Erfahrungsberichte gibt es hier von Tommaso Maiocchi.
Andere Anbieter, wo man sei­ne eige­nen Kalender anbie­ten kann, sind zum Beispiel der Shop-​Bereich von meinbildkalender.de oder lulu.com.

Print-​On-​Demand Webseiten

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff voll­kom­men pas­send ist, ich mei­ne jeden­falls Webseiten, wo Leute alle mög­li­chen Produkte mit dei­nen Motiven bestel­len kön­nen. Üblicherweise sind das T‑Shirts, Tassen oder Poster, es gibt auch aber alle mög­li­chen ande­ren Produkte wie Brotdosen, Handyhüllen und so weiter.

Bekannte Anbieter sind hier zum Beispiel Zazzle, Redbubble, Cafépress, Society6Spreadshirt, Fineartprint und eini­ge mehr. Während die ers­ten vier Firmen fast alles bedru­cken, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, haben sich ande­re Anbieter etwas spe­zia­li­siert, Spreadshirt zum Beispiel auf T‑Shirts (und ande­re Kleidung) oder Fineartprint auf Kunstdrucke.

Der Vorteil die­ser Firmen ist, dass hier eine ganz ande­re Zielgruppe als bei Bildagenturen ange­spro­chen wird: Weniger die Firmenkunden, son­dern vor allem Privatkunden, die Geschenke suchen oder Dekoration für die eige­ne Wohnung. Der Nachteil ist, dass man bei den Firmen oft jedes Produkt für die unter­schied­li­chen Produkte anpas­sen muss. Mit „ein­fach zig Bilder hoch­la­den und fer­tig“ ist hier meist nicht getan. Außerdem muss je nach Anbieter und Produkt das Druckverfahren berück­sich­tigt wer­den, weil zum Beispiel ganz dün­ne Linien meist nicht gut gedruckt wie­der­ge­ge­ben wer­den können.

Wer sich einen Eindruck von den Verkaufsmöglichkeiten machen will, fin­det bei Fineartprint eine Liste der „Top 100 Verkäufer“ mit Verkaufszahlen zu jedem Bild ange­zeigt. Demnach haben die Top-​Verkäufer mit ca. 1000–2000 Bildern online bis­her knapp 3000 Verkäufe ins­ge­samt erzielt. Eine der Top-​Verkäuferinnen bei Zazzle teilt hier aus­gie­bi­ge Zahlen zu ihren Einnahmen.

DIY-​Webseiten

Wer eine stär­ke­re Kontrolle über die ange­bo­te­nen Produkte und deren Qualität behal­ten will, kann kom­plett eige­ne (Foto-)Produkte über Webseiten wie Etsy anbie­ten. Der offen­sicht­li­che Nachteil ist hier, dass man die Produkte selbst vor­rä­tig haben und dann auch ver­schi­cken muss. Deswegen eig­net sich die­ser Kanal mei­nes Erachtens weni­ger gut für Fotoprodukte. Wer es den­noch wagen will, fin­det hier eine Gebührenübersicht von Etsy.

Nicht ganz tref­fend, aber als ers­ter Einblick viel­leicht nütz­lich sind die­se Beispiele erfolg­rei­cher DIY-​Schmuckanbieter bei Etsy. Hier ist ein wei­te­rer Umsatzbericht einer erfolg­rei­chen Etsy-Verkäuferin.

Digitale Marktplätze für Kreative

Mit „digi­ta­len Kreativ-​Marktplätzen“ mei­ne ich Webseiten wie Creative Market, Gumroad oder TheHungryJPEG. Diese Webseiten kom­men Bildagenturen schon sehr nahe, mit dem Unterschied, dass hier die Künstler deut­lich mehr Einfluss auf die Präsentation ihrer Produkte und der Angebote haben. Außerdem ist das Angebot weni­ger stan­da­ri­siert, es kön­nen neben Fotos oder Illustrationen zum Beispiel auch Fonts, Templates, Photoshop-​Pinsel, Layer Styles und vie­les mehr ange­bo­ten wer­den. Gerne wer­den dort ein­zel­ne Produkte zu „Bundles“ zusam­men­ge­fasst, die zusam­men güns­ti­ger als die ein­zel­nen Produkte sind.

Es gibt etli­che Erfahrungsberichte und Tipps zu Creative Market online, hier einer als Beispiel. Zu Gumroad gibt es hier oder hier gemisch­te Berichte.

Für rei­ne Fotos sind die­se Webseiten nicht unbe­dingt die bes­ten Anlaufstelle, wer aber neben Fotos ande­re digi­ta­le Kreativprodukte her­stel­len kann, für den kön­nen die­se Marktplätze durch­aus loh­nend sein.

Wer noch mehr Kontrolle haben will, kann mit Diensten wie Sellfy, Shopify oder Xmstore auch einen eige­nen Shop oder eine eige­ne Bildagentur aufbauen.

Bildagenturen, die anders sein wollen

Wer das Konzept von Bildagenturen schon ganz attrak­tiv fin­det, sich aber nur nicht mit dem bevor­zug­ten Bildstil anfreun­den kann, soll­te sich „alter­na­ti­ve“ Bildagenturen anschau­en, die meist nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip arbei­ten, aber je nach Agentur einen ganz ande­ren Bildlook bevorzugen.

Dazu gehö­ren zum Beispiel Firmen wie Photocase, Stocksy, 500px, Twenty20 oder EyeEm, wel­che oft aus Fotocommunites her­vor­ge­gan­gen sind. Bei Photocase haben zum Beispiel eini­ge Fotografen gute Erfahrungen gemacht, wenn sie gezielt die Bilder dort hoch­ge­la­den haben, wel­che ihnen bei Shutterstock oder Adobe Stock abge­lehnt wur­den. Mein Kollege Michael Zwahlen hat über sei­ne Einnahmen bei EyeEm hier berich­tet. Über die Einnahmen bei Photocase im Vergleich zu Microstock-​Agenturen schreibt hier Werner Rebel.

Generelle Unterschiede zu Bildagenturen

Der Hauptunterschiede der oben beschrie­be­ne­nen alter­na­ti­ven Vertriebswege ist mei­nes Erachtens die ande­re Bildsprache. Da im Gegensatz zu den Microstock-​Agenturen Privatkunden abge­spro­chen wer­den, sind „schö­ne­re“ Motive gefragt, die sich gut als Wandschmuck eig­nen wür­den. Wer also ger­ne Blümchen, Sonnenuntergänge oder nied­li­che Kätzchen foto­gra­fiert, hat damit dort sicher mehr Erfolg als bei den übli­chen Bildagenturen. Einige mei­ner Bestseller-​Motive wie Business-​Teams hin­ge­gen hät­ten bei Photocase oder Calvendo sicher kei­ne Chance.

Der zwei­te Unterschied ist, dass jede die­ser Seiten wie­der ganz ande­re Anforderungen an die hoch­ge­la­de­nen Dateien hat und je nach Seite deut­lich mehr zusätz­li­che Informationen (wie z.B. Vorschaubild oder Produktbeschreibung) ver­langt. Teilweise wer­den auch nicht mal IPTC-​Daten aus­ge­le­sen. Das alles macht es schwer, einen uni­ver­sel­len Workflow zu fin­den, mit dem meh­re­re die­ser Agenturen gleich­zei­tig belie­fert wer­den könnten.
Unter dem Strich bleibt aber eine Gemeinsamkeit mit den gro­ßen Bildagenturen: Nur weni­ge Fotografen schaf­fen es, dort viel zu ver­die­nen. Das sind meist auch die, die regel­mä­ßig hohe Qualität lie­fern. Wer sich nicht aus­gie­big mit einer Webseite beschäf­tigt und am Ball bleibt, wird bald wegen zu gerin­ger Umsätze frus­triert aufgeben.

Microstock-​Party in Berlin am Samstag, den 5.11.2011

Nur noch weni­ge Tage, dann ist es soweit: Vom 5–6.11.2011 wird in Berlin die ers­te MicrostockExpo stattfinden.

Obwohl die Veranstaltung noch nicht mal begon­nen hat, kann ich schon jetzt sagen, dass ich eini­ge hilf­rei­che und span­nen­de Kontakte geknüpft habe dank der Teilnehmerliste, wel­che alle Besucher im Vorfeld erhalten.

Wer eben­falls Kontakte knüp­fen und dazu etwas Spaß haben will, ist herz­lich ein­ge­la­den, am Samstag, den 5.11.2011 zum „Photocase Get Together“ in Berlin in der „Bar Babette“ zu kom­men, die im Rahmen der MicrostockExpo statt­fin­det. Das Beste: Der Eintritt ist frei und auch Gäste, die nicht an der Expo teil­neh­men, sind willkommen!

Wer also Interesse dar­an hat, eini­ge hoch­ka­rä­ti­ge Microstock-​Fotografen, Agentur-​Mitarbeiter und ande­re Service-​Firmen (Verschlagwortung, Retusche, Produktion, etc.) ken­nen­zu­ler­nen, kann ger­ne am Samstagabend dazu­sto­ßen. Ich wer­de auf jeden Fall da sein.

Hier ist die Anfahrtsbeschreibung:


Es wäre super, wenn ihr es kurz in den Kommentaren ver­merkt, wenn ihr plant, zu erschei­nen, dann kön­nen die ande­ren schon sehen, wen sie dort erwar­ten können.