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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 56

Heute gibt es eine span­nen­de Folge von „Pimp My Stock“, weil der Einsender Holger ein gutes Händchen für Fotomontagen hat und von mir eini­ge Tipps haben möch­te.

Wer neu hier ist: In der Serie „Pimp My Stock“ beur­tei­le ich ein­ge­sand­te Bilder kos­ten­los auf ihre Verkäuflichkeit und gebe Tipps, wie man die­se even­tu­ell ver­bes­sern könn­te. Wer selbst mit­ma­chen will, fin­det hier alle not­wen­di­gen Informationen.

Holger schrieb mir die­se län­ge­re Email:

Hallo Robert,
 
ich habe vor ein paar Tagen in dei­ner Rubrik „Pimp My Stock“ gele­sen und bewer­be mich hier­mit für eine Teilnahme dazu.
 
Ich stel­le mich erst mal vor: Ich bin Holger aus Bremen. Ich mache seit den 80er Jahren Fotos. Meine ers­te Kamera war eine Rollei Cord, die qua­dra­ti­sche 6x6 Fotos gemacht hat. 12 Fotos waren auf so einer Spule. Die Belichtungszeit wur­de noch mit einem exter­nen Handbelichtungsmesser bestimmt. Bald kauf­te ich mir die ers­te Spiegelreflexkamera, die Minolta X‑300. Weitere Minoltas folg­ten: X‑GM und X‑700. Mit letz­te­rer foto­gra­fie­re noch heu­te ab und zu.

Ich mach­te vie­le Fotos auf mei­nen Reisen in die gan­ze Welt und expe­ri­men­tier­te auch viel. Schwarz-​Weiß-​Fotos habe ich zu Hause im eige­nen Fotolabor ent­wi­ckelt.
Eine Ausbildung mach­te ich als „Druckvorlagenhersteller“, wel­che heu­te als „Mediengestalter“ bezeich­net wird. Damals wur­den die Fotos über Masken, Pinsel und unter­schied­li­che Belichtungszeiten bear­bei­tet. Die Repros wur­den als Film her­ge­stellt (sepa­riert in die Druckfarben CMYK ). Entweder mit der Reprokamera oder dem Trommelscanner. Heute ist Photoshop mein Werkzeug.
 
In der Firma, in der ich heu­te arbei­te, ist die Bildbearbeitung mein Schwerpunkt. Wir bear­bei­ten aber haupt­säch­lich Bilder, wel­che uns gelie­fert wer­den. Ich gebe den Daten sozu­sa­gen den letz­ten Schliff. Ich pas­se Farben an gelie­fer­te Muster (Textilien, Kunststoffe, Metalle…) an und mache auch diver­se Bildmontagen. Mit den Stockagenturen hat­te ich eher sel­ten zu tun und wuß­te nicht viel dar­über.

Im Frühjahr 2017 habe ich an einem Photoshop Kurs von Lasse Behnke teil­ge­nom­men. Unter ande­rem erzähl­te er auch eini­ges zum Thema Stockfotografie. Dieser Tag war für mich der Auslöser mit der Stockfotografie zu begin­nen. Ich wuss­te nun, dass ich mein fun­dier­tes Wissen auch außer­halb mei­ner Arbeitsstelle, für mich selbst ein­set­zen kann. An die­ser Stelle geht auch ein gro­ßer Dank an Lasse! Dieser Abend war mei­ne Initialzündung!

Aber ich war immer noch ana­log unter­wegs. Also muss­te eine Digitalkamera her. Zunächst habe ich mir die Kamera mei­ner Freundin aus­ge­lie­hen. Eine Canon EOS500 mit dem 18–55 Standard-​Objektiv (schät­zungs­wei­se 10 Jahre alt). Ich fing an in mei­ner schö­nen Heimatstadt zu foto­gra­fie­ren: Bremen. Das ers­te Ergebnis waren schö­ne tou­ris­ti­sche Fotos. Die ver­kau­fen sich auch ganz gut.

Ich habe ähn­lich gute Fotos in London und Porto gemacht. Diese ver­kau­fen sich aber nur sel­ten. Wahrscheinlich hat man doch einen „Heimvorteil“, da man sei­ne eige­ne Stadt noch am bes­ten kennt und auch weiß, zu wel­cher Tageszeit das Licht geeig­net ist.
Gerne erstel­le ich auch „wil­de“ Montagen. Wenn ich aus dem Flugzeug die Tragfläche foto­gra­fie­re, fällt mir in die­sem Moment bereits ein, dass ich mich selbst als „Superheld“ durch die Wolken im Hintergrund flie­gen las­sen kann. Den Vollmond, den ein Freund Fotografiert hat und mir net­ter­wei­se über­las­sen hat, nutz­te ich für für eine Bildmontage über dem nächt­li­chen Meer (wel­ches bei Tageslicht foto­gra­fiert wur­de).

In Cinema 4D erstel­le ich Objekte, wel­che ich in der Realität schwer vor die Linse bekom­men könn­te. Ein U‑Boot unter Wasser, oder eine Rakete.
Diese baue ich dann auch wie­der­um in Montagen ein. Zum Beispiel rei­te ich selbst auf der Rakete wie Münchhausen durch die Lüfte. Manchmal arbei­te ich auch mit Spielzeugmodellen, wie im Fall des Passagierflugzeuges. Teilweise drif­ten mei­ne Montagen auch etwas in eine „Comicrichtung“ ab. Vielleicht hebt es sie des­halb aber wie­der­um von den vie­len, sehr rea­lis­ti­schen Darstellungen ab. Mein Portfolio ist also bunt gemischt und nicht spe­zia­li­siert.

Letztes Jahr habe ich mir dann einen eige­ne Kamera zuge­legt. Eine Fuji X‑T3, mit einem 18–55 Objektiv. Weitere Objektive gibt es, sobald ich mehr ver­kau­fe ;-). Die Sony Alpha gefiel mir auch sehr gut. Das ist eine Vollformat-​Kamera, aber die Fuji lag bes­ser in der Hand – jeden­falls in mei­ner.

Die neue Kamera war auf jeden Fall ein Qualitätssprung. Zum Beispiel gibt es bei die­sem Objektiv nicht das Problem der sphä­ri­schen Aberration, wel­ches bei der Canon Kamera des öfte­ren zu mehr Nachbearbeitung geführt hat.

Ich lade seit knapp zwei Jahren Fotos bei Adobe Stock hoch und nicht ganz so lan­ge bei Shutterstock und 123rf.
Mein Portfolio umfaßt bei Adobe 400 Bilder und bei Shutterstock 300. Bei 123rf könn­ten es auch schon 350 sein, aber lei­der mode­riert 123rf momen­tan nur ca. eine Abbildung im Monat.

Da ich meis­tens Bilder anfer­ti­ge, die viel Retusche und Montage erfor­dern, wächst mein Bestand nur lang­sam, dafür kon­ti­nu­ier­lich. Ablehnungen habe ich eher sel­ten. Wenn, dann geht es meis­tens um den Urheberschutz, weni­ger um die Qualität.
Bei Adobe ver­die­ne ich, im Monat (in 2019) ca. 50 Euro. Bei Shutterstock sind es bis­her ca. 100 Dollar in die­sem Jahr. 123rf kann man ver­nach­läs­si­gen. Im Sommer gin­gen die Verkaufszahlen etwas run­ter, aber momen­tan geht es wie­der berg­auf. Bei Shutterstock sind es mitt­ler­wei­le 1–3 Verkäufe pro Tag. Leider meis­tens nur für 25cent/​Bild.

Da mir die gan­ze Sache sehr viel Spaß macht hof­fe ich, dass sich der Verdienst wei­ter stei­gert. Momentan freue ich mich über ein klei­nes Nebeneinkommen. Langfristig wün­sche ich mir, dass die Fotografie so viel abwirft, dass ich mei­ne regu­lä­re Stelle von 40 auf 30 Stunden redu­zie­ren kann, um noch inten­si­ver an mei­nem Portfolio zu arbei­ten. Die Frage ist, ob so etwas heu­te noch mög­lich ist. Ich bin auch gespannt, wie du mein Portfolio bewer­test. Ich freue mich über jede Art von Kritik!

Ich wüss­te ger­ne was ich noch ver­bes­sern könn­te und wie ich recht­zei­tig aktu­el­le Themen erken­nen kann. Vielleicht gibt es auch eine ganz ande­re Agentur, für die mei­ne Fotos sehr geeig­net wären?

Und eine Frage habe ich noch. Ich habe ein Archiv mit Dias, wel­ches tau­sen­de von Fotos beinhal­tet. Fotos aus Neuseeland und den USA, Ägypten, … Lohnt es sich die­se zu digi­ta­li­sie­ren und zum Verkauf anzu­bie­ten? Oder soll­te man dar­auf von vorn­her­ein ver­zich­ten?

Mein Name bei Adobe Stock ist „pixel­schoen“. Du kannst an die­ser Stelle ger­ne zu Adobe ver­lin­ken. Vielen Dank fürs Lesen! Vielleicht kannst du mei­ne Infos ja für dei­nen Blog ver­wen­den. Ich wür­de mich sehr freu­en!

Viele Grüße aus Bremen, Holger“

Schauen wir uns mal sei­ne ein­ge­sand­ten Bilder an:

Das ers­te Bild zeigt einen Mann auf einer Rakete flie­gend. Das lässt sich bestimmt irgend­wo gewinn­brin­gend ein­set­zen. Ich fin­de, der Rakete und dem Feuerstrahl sieht man ihre digi­ta­le Herkunft noch etwas zu deut­lich an, aber da ich es nicht bes­ser machen könn­te, will ich mich an die­ser Stelle nicht zu weit aus dem Fenster hän­gen. Insgesamt ein geeig­ne­tes Stockfoto.

Das zwei­te Bild zeigt einen lila Oldtimer bei Nacht auf einer Straße. Hier rei­chen mei­ne Autokenntnisse lei­der nicht, um beur­tei­len zu kön­nen, von wel­cher Marke das Auto ist und ob das Design des­halb geschützt sein könn­te oder ob es ein fik­ti­ves Design ist.
Abgesehen davon ist das Auto etwas zu weit rechts, da es so mehr aus dem Bild „raus­fährt“ als „rein­fährt“, was ver­mie­den wer­den soll­te. Ansonsten ist das Bild aber stim­mig und auch als Stockfoto nütz­lich.

Hier sehen wir zwei abs­trak­te Köpfe, die durch einen Laserstrahl zwi­schen den Augen ver­bun­den sind. Laut Bildtitel soll die Aussage „Zwillinge“ und „Verbundenheit“ sein, für mich wirkt es eher wie der Versuch einer futu­ris­ti­schen Vision. Ich glau­be, wenn der Laserstrahl blau gewe­sen wäre und der Hintergrund statt schwarz auch einen bläu­li­chen Hintergrund bekom­men hät­te, wäre das die bes­se­re Wahl gewe­sen. So wirkt es etwas düs­ter und bedroh­lich.

Hier sehen wir eine Boje auf dem Meer. Dieses Bild ist super, der Himmel ist per­fekt, das Wasser mit den Wellen auch und die Boje ist gut plat­ziert. Ein super Stockfoto zum Thema „Seereise“ oder „Sicherheit“. Ohne die Boje wäre das Bild eben­falls uni­ver­sell ein­setz­bar.

Hier sehen wir die Weser in Bremen. Nüchtern betrach­tet ist es ein gutes, gelun­ge­nes Foto, aber in Zeiten der Hochglanz-​HDR-​Reisefotos wird so ein „nor­ma­le­res“ Bild eher unter­ge­hen bei den Bildagenturen. Ich emp­feh­le, den HDR-​Regler etwas mehr aus­zu­rei­zen und die Sättigung hoch­zu­dre­hen.

Ein Flugzeug mit bren­nen­den Triebwerken im Gewitter: Als Thema sicher gut geeig­net als Stockfotos, weil es davon kaum Bilder gibt. Die Umsetzung der Fotomontage könn­te beim Feuer sicher ver­bes­sert wer­den, das ist mir etwas zu gelb und der Rauch müss­te deut­lich dunk­ler sein.

Ein abend­li­cher Blick auf die Stadt Kassel: Im Gegensatz zum Bremen-​Foto oben fin­de ich hier die Farben deut­lich anspre­chen­der und hal­te es für ein sehr gutes Stockfoto. Gut, Kassel wird von Kunden sicher weni­ger nach­ge­fragt wer­den als ande­re euro­päi­sche Großstädte, aber dafür gibt es von Kassel auch weni­ger Bilder.

Das Foto zeigt Kräne am Hafen von Bremerhaven. Eine schö­ne Abendstimmung mit (ver­mut­lich) künst­li­chem Lens Flare, was dem Bild aber zuträg­lich ist. Eine gelun­ge­ne Hafenaufnahme, die auch als Stockfoto ihre Zwecke erfüllt.

Ein rie­si­ger Mond über dem Meer: Die Größenverhältnisse stim­men natür­lich nicht, aber das soll ver­mut­lich Absicht sein und passt hier auch, um die Wirkung zu unter­strei­chen. Vielleicht leh­ne ich mich phy­si­ka­lisch etwas aus dem Fenster, aber da der Mond selbst nicht leuch­tet, soll­te er kei­ne Reflexion auf dem Wasser erzeu­gen, neh­me ich an. Um die mär­chen­haf­te Stimmung des Bildes zu unter­strei­chen, hät­te ich einen Holsteg unten statt des Betons pas­sen­der gefun­den, aber ins­ge­samt trotz­dem ein Bild, was sich gut ver­kau­fen las­sen soll­te.

Als letz­tes Bild Plastikmüll im Meer: Definitv ein aktu­el­les Konzept, hier tech­nisch gut und pla­ka­tiv umge­setzt. Kann man nix gegen sagen, auf jeden Fall ein gelun­ge­nes Stockfoto!

Insgesamt zeich­nen sich die Bilder von Holger durch gut erkenn­ba­re Konzepte und brauch­ba­re Motive aus, die in der Ausführung ggf. etwas opti­miert wer­den könn­ten. Ich bin aber zuver­sicht­lich, dass das nur eine Frage der Übung und even­tu­ell eini­gen Tutorials ist, dann passt das. Insofern: Weiter so!

Wer eben­falls eini­ge sei­ner Fotos für eine kos­ten­lo­se Bildbesprechung ein­rei­chen will, fin­det auf die­ser Seite alle Informationen zur Teilnahme.

Podcast eines Fotoproduzenten Folge 25 – Interview mit Stockproduzent Lev Dolgachov (Syda Productions)

Zur Jubiläumsfolge gibt es wie­der einen pro­mi­nen­ten Gast: Lev Dolgachov hat mehr als eine Million Bilder bei Fotolia bzw. Adobe Stock ver­kauft und damit als einer von drei Fotografen welt­weit das Diamant-​Ranking erreicht. Auch bei Shutterstock dürf­te er mit sei­nen knapp 300.000 Dateien (Fotos und Videos) zu den Top 30 gehö­ren.

Lev hat (nicht nur wegen mir) den wei­ten Weg aus Tallinn in Estland auf sich genom­men, um mit mir im Podcast über den Aufbau sei­ner Produktionsfirma Syda Productions und sei­ne Erfahrungen in den 14 Jahren sei­ner Zeit in der Stockfotografie-​Branche zu reden.

Bitte bewer­tet den Podcast bei iTunes, wenn euch die Folge gefal­len hat. Ihr könnt den Podcast auch abon­nie­ren, damit ihr kei­ne Folge ver­passt:

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Portfolio-​Beispiele von Syda Productions:

SHOWNOTES:
Portfolio von Syda Productions bei Adobe Stock
Facebook-​Seite von Syda Productions
Instagram-​Feed von Syda Productions

Podcast eines Fotoproduzenten Folge 21 – Interview mit dem Stockfotograf Jörg Stöber

Jörg ken­ne ich schon vie­le Jahre. Hauptberuflich ist er eigent­lich Programmierer, aber er hat sich neben­bei als Fotograf unter dem Namen „foto­ge­sto­eber“ ein beacht­li­ches Portfolio auf­ge­baut.

In sei­nem klei­nen Studio reden wir aus­führ­lich über sei­ne per­sön­li­che Entwicklung und die gene­rel­le des Stockmarktes, die Vorteile eines Programmierers als Stockfotograf und sei­nem Abschied aus der Exklusivität:

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Hier eine Auswahl aus sei­nem Portfolio:

SHOWNOTES:
Webseite von foto­ge­sto­eber
Portfolio von foto­ge­sto­eber bei Adobe Stock
Contributors United Forum
Fotogestoeber Youtube-​Kanal
Finanz-​YouTube-​Kanal von Jörg Stöber

Aus welchen Ländern kommen die Bilder von Shutterstock?

Vor eini­gen Wochen hat­te die bör­sen­no­tier­te Bildagentur Shutterstock ihre Geschäftszahlen des zwei­ten Quartals 2018 ver­öf­fent­licht.

Unter die­sen Zahlen gab es auch die bemer­kens­wer­te Zahl von 204,2 Millionen Bildern, wel­che Shutterstock aktu­ell anbie­tet. 41% davon sind allein im letz­ten Jahr hin­zu­ge­kom­men.

Auf mei­ner Facebook-​Seite gab es danach eine ange­reg­te Diskussion, wo genau die­se vie­len Millionen Bilder her­kom­men.
Es gibt eini­ge inof­fi­zi­el­le (und oft lei­der nur kurz­le­bi­ge) Webseiten wie microstock.club oder M‑Rank, wel­che etli­che Portfolio-​Daten von Shutterstock aus­le­sen.

Ich habe mir die Daten (Stand: 11. August 2018) mit einem Fokus auf die Länder ana­ly­siert, aus denen die größ­ten Portfolios kom­men.

Hier das Ergebnis (Klicken zum Vergrößern):
Die zwan­zig Länder, aus denen zusam­men­ge­rech­net die größ­ten Portfolios kom­men, sind dem­nach:

Anzahl von Portfolios Summe der Portfolios
1. Russian Federation 2117 16130814
2. Ukraine 1843 16038288
3. Thailand 2551 13159110
4. United States 805 6356750
5. Poland 347 3016993
6. United Kingdom 344 2801905
7. Germany 458 2767168
8. Belarus 348 2707467
9. Spain 302 2581656
10. Italy 360 2299261
11. Andorra 168 2212945
12. Romania 205 2130330
13. Czech Republic 257 1706167
14. Canada 193 1486789
15. Japan 199 1388036
16. Serbia 225 1381814
17. Latvia 114 1347495
18. Turkey 131 1345765
19. Indonesia 169 1260572
20. France 132 1068509
Gesamtergebnis 11268 83187834

Von den 200 Mio. Bildern wer­den auf der genann­ten Webseite ca. 140 Mio. Bilder erfasst. Davon nen­nen 4130 Portfolios mit ins­ge­samt ca. 39 Mio. Bildern lei­der kein Herkunftsland. In der obi­gen Tabelle sind also ca. 101 Bilder erfasst, immer­hin noch ca. die Hälfte des gesam­ten Shutterstock-​Portfolios.

Ganz klar domi­nie­ren mit Abstand Russland und die Ukraine das Portfolio von Shutterstock.

In mei­ner Grafik oben habe ich die Portfolios ins Verhältnis zur Einwohnerzahl (geteilt durch 25 wegen bes­se­rer Lesbarkeit) gesetzt, um zu erken­nen, wel­che Länder pro­por­tio­nal dazu mehr oder weni­ger Bilder lie­fern.

Demnach sind vor allem in der Ukraine, Belarus, Andorra, Tschechei, Serbien und Litauen über­pro­por­tio­nal Shutterstock-​Lieferanten aktiv.

Unterrepräsentiert im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind zum Beispiel China und Indien, die bei­den bevöl­ke­rungs­reichs­ten Länder der Welt, sowie Brasilien oder Pakistan.

Wenn wir uns nur die Durchschnittsgröße der Portfolios der jewei­li­gen Länder anschau­en, sieht die Sortierung etwas anders aus und Pakistan ist dies­mal weit oben mit dabei:

Anzahl von Portfolios Summe der Portfolios Mittelwert der Portfolios
1. Pakistan 22 365565 16617
2. Bosnia and Herz. 26 410111 15774
3. Andorra 168 2212945 13172
4. Latvia 114 1347495 11820
5. Estonia 68 798485 11742
6. Azerbaijan 78 871916 11178
7. Hong Kong 31 340685 10990
8. Kazakhstan 66 710504 10765
9. Romania 205 2130330 10392
10. Portugal 56 575848 10283
11. Turkey 131 1345765 10273
12. Korea 37 355758 9615
13. (unbe­kannt) 4130 39186418 9497
14. India 100 877551 8776
15. Ukraine 1843 16038288 8702
16. Poland 347 3016993 8695
17. Spain 302 2581656 8549
18. Belgium 35 289038 8258
19. United Kingdom 344 2801905 8145
20. France 132 1068509 8095

Gezählt habe ich nur Länder, die 20 oder mehr Portfolios auf­wie­sen, um die Werte nicht durch ein­zel­ne Ausreißer zu ver­fäl­schen.

Deutschland ist in der Tabelle schon nicht mehr drin, das „durch­schnitt­li­che“ deut­sche Portfolio bei Shutterstock ent­hält 6042 Bilder.

Wenn ich mir anschaue, aus wel­chen Ländern die meis­ten neu­en Portfolios im Jahr 2017 hin­zu­ge­kom­men sind, ändert sich an der ers­ten Rangliste kaum etwas. Aus Thailand kamen 80 neue Portfolios, aus Russland 55, 42 aus der Ukraine, 24 aus Indonesien und 22 aus den USA und 17 aus Deutschland.

Auffällig ist hin­ge­gen, dass es 2015–2016 eine deut­li­che Steigerung neu ange­leg­ter Portfolios gab. Den gerin­gen Wert bei 2017 wür­de ich jedoch skep­tisch sehen und der inof­fi­zi­el­len Art der Datenerhebung ankrei­den.

Wenn ich mir die Länder anschaue, in denen die aktivs­ten Uploader sit­zen, ist das Ergebnis logi­scher­wei­se sehr ähn­lich wie beim Gesamtportfolio, nur Andorra, Kanada und Großbritannien lie­ger deut­lich höher als ihre Position.

Warum Andorra bei vie­len Punkten so gut abschnei­det, weiß ich nicht, ver­mu­te aber, dass der Firmensitz dort steu­er­li­che Vorteile haben könn­te.

Insgesamt bestä­tigt sich mir das Gefühl: Aus dem Osten Europas kom­men mit Abstand die meis­ten Microstock-​Bilder.

Gibt es wei­te­re Fragestellungen, die ich anhand der vor­han­de­nen Daten ver­su­chen könn­te zu ana­lyisie­ren?

Ist Stockfotografie wirklich passives Einkommen?

Auf eini­gen Seiten wie die­ser oder die­ser hier wird Stockfotografie als beque­mes pas­si­ves Einkommen dar­ge­stellt.

Bei letz­te­rer wer­de ich sogar als Inspiration ver­linkt, obwohl ich in mei­nem Buch „Stockfotografie – Geld ver­die­nen mit eige­nen Fotos“* den Begriff „pas­si­ves Einkommen“ kein ein­zi­ges Mal ver­wen­de.

Was ist passives Einkommen überhaupt?

Passives Einkommen bezeich­net die Einnahmen, wel­che über einen lan­gen Zeitraum regel­mä­ßig erzielt wer­den, ohne nach einer Anfangsinvestition oder Arbeitsleistung noch tätig wer­den zu müs­sen.

Als Beispiel wer­den Tantiemen oder Lizenzgebühren genannt, die zum Beispiel bei Songs durch die GEMA anfal­len. Filmisch wur­de das Beispiel durch „About A Boy“ mit Hugh Grant umge­setzt.

Auf den ers­ten Blick könn­te die Stockfotografie in der Tat dazu gehö­ren, weil es eine Art des Lizenzgeschäfts ist, bei der nach der Erstellung der Bilder nichts mehr getan wer­den muss.

Halbwertszeit von Stockfotos

Leider sieht die Praxis anders aus: Wie hier sehr aus­führ­lich geschil­dert, unter­lie­gen auch Stockfotos einer „Halbwertszeit“. Das heißt, deren Wert nimmt im Laufe der Jahre ab. Die Halbwertszeit beträgt übli­cher­wei­se ca. 2–3 Jahre, das ist also die Zeitspanne, in der die Bilder die Hälfte ihres Gewinnes erwirt­schaf­ten.

Hier als Beispiel mal die Umsatzentwicklung mei­nes ers­ten Microstock-​Shootings von 2008:

Screenshot von Stock Performer

Das Shooting hat 65% des bis­he­ri­gen Umsatzes bis Ende 2010 erzielt.

Hier eine ande­re Darstellung eines wei­te­ren Shootings, bei der die Jahre grup­piert wur­den:

Auch hier wur­de 68% des Umsatzes in den ers­ten drei Jahren erzielt (also bis Ende 2012).

Selbst wenn wir alle mei­ne Uploads eines Jahres auf die­se Weise dar­stel­len wür­den (was mit Stock Performer unter „Sales Breakdown by Year“ mög­lich ist), sehen wir die­se Wellenkurve, wobei jede „Welle“ ein Upload-​Jahr dar­stellt:

Dargestellt sind hier die Werte für Fotolia, wo die Wellen inter­es­san­ter­wei­se deut­lich höher aus­schla­gen, dafür aber viel schnel­ler abfla­chen als bei Shutterstock zum Beispiel. Das heißt, dass man bei Fotolia häu­fi­ger neue Bilder nach­le­gen muss als bei Shutterstock, um kei­ne Umsatzeinbußen zu haben. Interessant ist das des­halb, weil es ca. bis Mitte 2010 anders­rum war, bis Shutterstock sei­nen Algorithmus geän­dert hat­te.

Aber egal wie man es dreht und wen­det, wer ein regel­mä­ßi­ges Einkommen durch die Stockfotografie erzie­len will, darf nicht „pas­siv“ sein, son­dern muss kon­ti­nu­ier­lich neu­es Material hoch­la­den.

Stockfotografie ist also kein „gehei­mer Investment-​Trick“, mit dem man bequem reich wer­den kann, son­dern ein Business wie vie­le ande­re auch, wo Können, Ausdauer und Disziplin belohnt wer­den.

Ich ver­mu­te jedoch, dass auch die Tantiemen der meis­ten Musiker und Songschreiber ähn­lich abfla­chen, wenn sie nicht gera­de das Glück haben, einen Evergreen wie „Last Christmas“ geschrie­ben zu haben, der jedes Jahr aufs Neue in die Heavy Rotation der Mainstream-​Radiosender auf­ge­nom­men wird.

Was sagt ihr?
Wie pas­siv ist euer Stockfotografie-​Einkommen?

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