Archiv der Kategorie: Bildbearbeitung

Photocase: Schuldenschnitt, neues Beteiligungssystem und neue Preise

Vor eini­gen Wochen kün­dig­te Photocase weit­rei­chen­de Änderungen an, dar­un­ter eine Umstellung des Honorarsystems.

Heute wur­den nun die Details per Email an die Fotografen bekannt­ge­ge­ben:
Kai Schneider gibt die Geschäftsführung von Photocase an Dittmar Frohmann und Christopher Kraft ab. Dittmar Frohmann war vor­her bei iStock, Fotolia, Getty Images, 500px und Eyeem beschäf­tigt. Nun soll er die Agentur auf Vordermann brin­gen. Wie und war­um? Dittmar Frohmann erklärt es in der Mail:

Ich hei­ße Dittmar Frohmann und habe schon vie­le Bildagenturen gese­hen. Doch hier bei Photocase fin­de ich das ers­te Mal ein fast per­fek­tes und vor allem sehr sym­pa­thi­sches Set‐Up vor: pri­ma Website, tol­le Künstlerportfolios, eine star­ke Community! Manche Korrekturen sind zwar schon erfor­der­lich, aber das meis­te wird hin­ter den Kulissen statt­fin­den und des­halb kaum auf­fal­len.

Eine Sache lässt sich aller­dings weder ver­ber­gen noch schön schmin­ken, daher nen­nen wir das Kind doch gleich beim Namen: Die finan­zi­el­le Schieflage der Firma macht dras­ti­sche Maßnahmen erfor­der­lich:

Schuldenschnitt
Für alle bis heu­te nicht aus­ge­zahl­ten Einnahmen bie­ten wir 50% an. Diese Maßnahme ist Grundvoraussetzung für das Überleben der Agentur. Ja, alle ver­lie­ren 50% der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen, aber bedenkt bit­te auch, wie viel Ihr bis­lang mit Photocase ver­dient habt und auch noch ver­die­nen wer­det. Das aktu­el­le Guthaben wird hier ange­zeigt.

Neues Beteiligungssystem
Bislang zah­len wir bis zu 60 % Beteiligung aus. Das ist nicht nur weit über dem Industriedurchschnitt,  son­dern ange­sichts der hohen Kosten für den Betrieb einer Agentur sowie der geplan­ten Marketingausgaben lei­der auch nicht rea­lis­tisch. Es wird statt­des­sen zukünf­tig ein erfolgs­ori­en­tier­tes Royalty‐System geben, in dem neue Künstler bei 20 % anfan­gen und dann suk­zes­si­ve über meh­re­re Stufen bis zu 50 % Umsatzbeteiligung erhal­ten. 

Neues Ranking‐System bei Photocase

Für Bestandskünstler wer­den die Aktivitäten der letz­ten bei­den Jahre nach einem Punktesystem ange­rech­net, das auf den Verkäufen und der Anzahl der in den letz­ten zwölf Monaten ange­nom­me­nen Bildern basiert. Das System beinhal­tet neun Stufen, die jeweils einem höhe­ren Anteil ent­spre­chen. Das aktu­el­le Ranking und der Punktestand wer­den im Account ange­zeigt. 

Neue Preise
Gleichzeitig sen­ken wir die Rabatte und erhö­hen in einem Monat auch noch die Bildpreise – teil­wei­se sogar dras­tisch, was dann wie­der euch, den Urhebern zugu­te kommt. Niedrigere Beteiligung, aber an einem höhe­ren Preis ergibt in vie­len Konstellationen eine attrak­ti­ve­re Ausschüttung pro Bildverkauf.

Beispielrechnung 1AltNeu
Standard‐Größe                                  15€25€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €7,50 €7,50 €
Beispielrechnung 2AltNeu
Standard‐Größe15€25€
Nutzung ohne Bildnachweis50€100€
Bildpreis65€125€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €33€38€

Das Zusammenspiel der neu­en Bildpreise mit den neu­en Royalties

Keine Frage, ich hät­te gern als ers­tes eine posi­ti­ve­re Botschaft über­bracht. Der Schuldenschnitt ist dras­tisch und wird sicher­lich vie­len weh­tun, doch er ist not­wen­dig. Nur so lässt sich lang­fris­tig der Bestand der Agentur sichern. Die ange­kün­dig­ten Maßnahmen erfor­dern auch einer Änderung der Upload‐Bedingungen. Wer nicht mehr dabei sein will, kann das per E‐Mail mit­tei­len. Alle Änderungen grei­fen in vier Wochen, also am 16. Juli 2019. Die Upload‐Bedingungen, der Schuldenschnitt und die ande­ren Änderungen gel­ten als ange­nom­men, wenn vom Widerspruch kei­nen Gebrauch gemacht wird.
Ich bit­te alle Künstler*innen, uns trotz oder viel­leicht sogar wegen obi­ger Maßnahmen wei­ter die Treue zu hal­ten. 

Photocase bleibt grund­sätz­lich wie es ist und wird sich zukünf­tig sogar noch mehr in Richtung Qualität und Premium‐Markt bewe­gen. Wir wer­den uns inter­na­tio­na­ler und auch pro­fes­sio­nel­ler auf­stel­len, akti­ver in der Vermarktung und noch anspruchs­vol­ler im Repertoire wer­den. Die Community wird wie­der gestärkt, u.a. mit Forumsmoderator*innen, einer Event-Koordinator*in und mehr Teilhabe an der Bildauswahl.

Neue Selektionsstrategie
Nicht zu früh freu­en. Die Tür bleibt hart, aber wir wer­den weni­ger nach ein­zel­nen Bildern im Heuhaufen suchen, son­dern nach Künstler*innen, die dem Photocase‐Gedanken und -Anspruch ent­spre­chen. Unsere Vision ist es, ein plau­si­bles und attrak­ti­ves Gegenmodell zu all den belie­bi­gen Stock‐Sites zu wer­den, indem wir ohne Tamtam die gesell­schaft­li­che Vielfalt und ein dif­fe­ren­zier­tes Bild die­ser Erde dar­stel­len.“

Das ist eine sel­ten ehr­li­che Mail mit viel Klartext, der trotz allem für Fotografen eines bedeu­tet: Weniger Umsatzbeteiligung (bei mir 33%-Kürzung von 45 auf 30%) und eine Halbierung der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen. Ob die­se Maßnahmen, kom­bi­niert mit höhe­ren Bildpreisen den Umsatz der Fotografen und der Agentur sichern wer­den, bleibt abzu­war­ten. Ähnliches haben in der Vergangenheit auch Alamy, Pond5, 123rf, Imagebroker und Clipcanvas ver­sucht.

Die Meinungen hier im Forum von Photocase sind durch­aus gespal­ten.

Shutterstock führt Änderungen beim Vector‐Upload ein, erzeugt Frustration bei Illustratoren

Shutterstock hat nach mona­te­lan­ger Ankündigung und eben­so­lan­gen Protesten dage­gen Änderungen beim Vektor‐Upload ein­ge­führt.

Seit ges­tern brau­chen nur noch die Vektordateien selbst als EPS 10‐Dateien hoch­ge­la­den wer­den, das Hochladen einer dazu­ge­hö­ri­gen JPG‐Datei wie bis­her ist nun nicht mehr not­wen­dig. Diese wird nun auto­ma­tisch aus der EPS‐Datei gene­riert.

Shutterstock‐Anleitung zum kor­rek­ten Speichern von EPS 10‐Grafiken

Neu ist aber auch, dass die EPS‐Dateien min­des­tens 4 Megapixel groß sein müs­sen und maxi­mal 100 MB groß sein dür­fen. Metadaten wie Schlagworte und Bildbeschreibung kön­nen in die EPS‐Datei ein­ge­bet­tet wer­den.

Shutterstock preist die­se Änderung als Vereinfachung des Upload‐Prozesses an. Viele Illustratoren sind jedoch ande­rer Meinung und haben sogar eine Petition gegen die Änderung gestar­tet. Denn Vektorgrafiken mit auf­wän­di­ger Schattierung, Farbverläufen und kom­ple­xen Formen kön­nen bei der Hochskalierung auf 4 Megapixel schnell mal eini­ge hun­dert Megabyte groß wer­den.

Dabei ist genau das ja der Vorteil von Vektor‐Grafiken: Dass unab­hän­gig von der tat­säch­li­chen Bildgröße die­se ver­lust­frei belie­big ska­liert wer­den kann.

Shutterstock selbst bie­tet jedoch hier eine aus­führ­li­che Anleitung, wie die EPS‐Dateien gespei­chert wer­den sol­len, damit die Dateigröße mög­lichst gering ist. Wer sich genau dar­an hält, soll­te auch bei hoch­kom­ple­xen Grafiken mit Transparenzen, Farbverläufe und Schnittmasken kei­ne Probleme haben, unter 100 MB zu blei­ben.

Probleme kann es auch wei­ter­hin mit Vektordateien geben, die mit Corel Draw oder Inkscape erstellt wer­den.

Ob die­se Änderung auch bei den Kunden gut ankommt, wird sich zei­gen, denn zum einen müs­sen die­se nun grö­ße­re Bilddateien run­ter­la­den und ver­wal­ten, zum ande­ren erlaubt Illustrator kei­nen JPG‐Export bei so gro­ßen EPS‐Dateien, wenn die­se zu kom­plex sind. Die Kunden müss­ten sie also manu­ell wie­der run­ter­ska­lie­ren, bevor sie als JPG gespei­chert wer­den kön­nen.

Testbericht: Loupedeck+ Mischpult für Bildbearbeitung (z.B. in Lightroom oder Capture One)

Ende Dezember 2016 gab es die­se erfolg­rei­che Crowdfunding‐Kampagne für ein neu­es Eingabegerät namens Loupedeck.

Das Loupedeck ist eine Art Mischpult, mit der ver­schie­de­ne Software‐Programme, allen vor­an Adobe Lightroom, statt mit der Maus und Tastatur mit Drehknöpfen und ande­ren Reglern bedient wer­den kön­nen. Das soll schnel­ler und intui­ti­ver gehen als mit den genann­ten Alternativen.

Ich bekam schon vor über einem Jahr die Anfrage, ob ich das Gerät tes­ten möch­te. Ich war damals inter­es­siert, muss­te aber absa­gen, da ich mei­ne Bilder nicht mit Lightroom, son­dern mit Capture One (und die­sem Workflow) ent­wick­le.

Nun schrieb mir die Marketingfirma von Loupedeck erneut, aus zwei Gründen. Erstens ist seit eini­gen Monaten eine ver­bes­ser­te Variante des Loupedeck, das Loupedeck+ auf dem Markt, bei der die Regler und Knöpfe eine bes­se­re Haptik bie­ten sol­len und die Funktionsbelegung indi­vi­du­el­ler anpass­bar ist.

Außerdem wird seit kur­zem auch Capture One in einer Beta‐Version unter­stützt und des­halb schick­te mir die Firma ein kos­ten­lo­ses Testgerät zum Ausprobieren.

Hardware

Das Gerät kos­tet 239 Euro inklu­si­ve Versand* und ist ca. 39,5 cm breit und 15 cm lang und hat einen USB 2.0-Anschluss. Zum Vergleich hier auf mei­nem Schreibtisch zwi­schen mei­ner
CODE MX Tastatur und dem alten Grafiktablett „Wacom Intuos Pro M“*.

Je nach Arbeitsschritt kann ich ent­we­der das Loupedeck+ (RAW‐Entwicklung), das Grafiktablett (Retusche) oder die Tastatur (Textverarbeitung) nach vor­ne holen. Es braucht aber schon etwas Platz auf dem Schreibtisch und wer die­sen nicht hat, muss Lightroom oder Capture One schon sehr häu­fig nut­zen, um das in Kauf zu neh­men.

Paradoxerweise bie­tet sich das Loupedeck trotz der Maße vor allem für Reisen mit einem Laptop an, da die Bedienung etli­cher Programme mit Drehknöpfen statt dem Trackpad deut­lich beque­mer ist.

Software

Die Installation ging ein­fach und schnell, anste­cken, Treiber laden und fer­tig. Unterstützt wer­den Windows 10 oder Mac OS 10.12 und höher. Im Loupedeck‐Setup kann ein­ge­stellt wer­den, für wel­ches Programm das Mischpult ein­ge­setzt wer­den soll, ein Wechsel ist mög­lich. Unterstützt wer­den Lightroom, Photoshop, Première Pro, After Effects, Skylum Aurora HDR, Audition, Final Cut Pro X und Capture One (Beta).

Das Loupdeck‐Setup (umran­de­te Regler kön­nen indi­vi­du­ell belegt wer­den, vari­iert je nach Programm)

Außerdem kön­nen vie­le Tasten indi­vi­du­ell kon­fi­gu­riert wer­den, es besteht auch die Möglichkeit, das Programmwechseln auf eine Taste zu legen oder mit einer Funktion Loupedeck auto­ma­tisch auf das zuletzt akti­ve Programm umzu­stel­len.

Kleine Auswahl der vor­han­de­nen Belegungsmöglichkeiten

Ich habe mir zum Beispiel das Kopieren und Einfügen von CO‐Entwicklungseinstellungen auf L1/L3 gelegt und die Belichtungswarnung auf C1, weil ich dann vie­le mei­ner häu­fig genutz­ten Funktionen bes­ser in Fingernähe (Daumen auf C1, Zeigefinger auf L3, ggf. L1) habe.

Die unschar­fen wei­ßen Kästchen habe ich mir selbst als Beschriftung dazu geklebt.

Hier gab es die ers­te Hürde, dass Loupedeck bei Capture One stän­dig in einen ande­ren Reiter gesprun­gen ist, wenn ich an einem Regler gedreht habe, weil Loupedeck nor­ma­ler­wei­se zu dem Reiter springt, der stan­dard­mä­ßig die­se Funktion anzeigt. Aber auch das kann im Setup ein­ge­stellt wer­den.

Wenn man vie­le Tasten indi­vi­du­ell belegt, kann man leicht den Überblick ver­lie­ren, wel­cher Regler was macht. Da hät­te ich mir eine Art Bildschirm‐Overlay wie beim Wacom‐Tablett gewünscht oder anpass­ba­re LED‐Displays an den Reglern, indi­vi­dua­li­sier­ba­re Tasten‐Aufkleber oder irgend­so­was.

Meine Erfahrungen

In den letz­ten drei Wochen habe ich damit drei kom­plet­te Fotosessions von ca. 200–400 Fotos pro Fotoshooting in Capture One 10 ent­wi­ckelt. Bei der letz­ten Session habe ich auf die Uhr geschaut und für 360 Bilder ziem­lich genau eine Stunde gebraucht, das sind 10 Sekunden pro Bild. (Dieser Wert kann natür­lich je nach per­sön­li­chem Workflow stark schwan­ken.)

Für mich ist das etwas schnel­ler als mit Maus und Tastatur, aber vor allem fühl­te es sich deut­lich spie­le­ri­scher an. Die Arbeit ver­ging viel schnel­ler, ohne davon genervt zu sein, wie­der mit der Maus mehr­mals die win­zi­gen Regler tref­fen zu müs­sen, um einen Wert um 2–3 Punkte zu ändern. Kurz: Die Aufgabe, vie­le Bilder ent­wi­ckeln zu müs­sen, macht mit dem Loupedeck mehr Spaß.

Vor allem beim Einstellen des Weißabgleichs fand ich das Loupedeck+ ange­neh­mer, weil ich die­sen Wert
wegen wech­seln­den Lichtverhältnissen bei der Copy/Paste‐Zuweisung von vor­he­ri­gen Entwicklungseinstellungen nicht berück­sich­ti­ge und ihn nun durch kur­zes Drehen am pas­sen­den Rädchen kor­ri­gie­ren kann.

Angenehm ist auch, dass das Loupedeck eine natür­li­che­re Handhaltung erlaubt und so die geplag­te rech­te Maushand mit stra­pa­zier­ten Sehnen eine Weile ent­las­tet.

Die Drehknöpfe fin­det man nach einer Weile auch ohne Hinschauen, weil sie so ange­ord­net sind, dass man sie auch „erfüh­len“ kann. Verbesserungswürdig fand ich die Haptik der Drehtasten, da die­se sehr leicht­gän­gig und ohne hap­ti­sches Feedback sind, sodass man schnell mal wei­ter gedreht hat als man eigent­lich woll­te.

Die Pfeiltasten unten rechts nutz­te ich im Test zum Blättern durch die Bilder. Das funk­tio­nier­te prin­zi­pi­ell gut, aber aus mir uner­find­li­chen Gründen wech­sel­ten die­se ihre Funktion manch­mal zum Weißabgleich‐Modus und erst wenn ich mit der Maus das nächs­te Bild aus­wähl­te, war die übli­che Funktion wie­der­her­ge­stellt. Das mag an der Beta‐Version der Capture One‐Unterstützung lie­gen und wird hof­fent­lich bald ver­bes­sert.

Preislich liegt das Loupedeck+ im Vergleich zu DIY‐Varianten, wie sie hier im Blog vor fünf Jahren vor­ge­stellt wur­den, ganz gut, zumal eben die zeit­rau­ben­de Einrichtung und der Zusammenbau ent­fällt. Auch im Vergleich zu Alternativen wie dem „Palette Gear Professional Kit“ ist es güns­ti­ger. Das Loupedeck+ kann zum Beispiel hier bei Amazon für 239 Euro* bestellt wer­den.

Meine Schreibtisch‐Anordnung, wenn das Loupedeck nicht benutzt wird

Disclaimer: Testgerät wur­de von der Firma kos­ten­los zur Verfügung gestellt, auf den Inhalt des Testberichts hat­te die­se kei­nen Einfluss.
* Links zu Produkten kön­nen Affiliate‐Links sein (ich erhal­te beim Kauf eine klei­ne Provision, am Preis ändert sich für euch nichts)

Hinweis: Farbraum bei Schwarz‐Weiß‐Bildern beim Upload zu Adobe Stock beachten

Es gibt selbst nach über zehn Jahren Stockfotografie‐Erfahrungen noch neue Details, die ich ler­nen kann.

So habe ich zum Beispiel vor paar Tagen in der Facebook‐Gruppe „Stockfotografie – Gemeinsam erfolg­reich“ den Hinweis dar­auf erhal­ten, war­um eini­ge mei­ner Schwarz‐Weiß‐Bilder bei Adobe Stock nur hell­grau ange­zeigt wer­den.

Am deut­lichs­ten erkenn­bar ist das Problem bei der Gegenüberstellung die­ser zwei Bilder:

Oben seht ihr die ursprüng­li­che Version des Bildes, unten die kor­rek­te neue Version. Bei ande­ren Bildagenturen wird auch die obe­re Version so ange­zeigt wie das unte­re Bild.

Wie unter­schei­den sich die bei­den Dateien?

Ich mache es kurz: Es liegt anschei­nend am sRGB‐Farbraum. Das obe­re Bild hat den „Graustufen“-Farbraum, was bei einem S/W‐Bild irgend­wie nahe­lie­gend ist. Das unte­re Bild habe ich ein­fach in den sRGB‐Farbraum umge­wan­delt.

Über die­ses Detail schwei­gen sich die Upload‐Hinweise von Adobe Stock und auch Fotolia bis­her aus:

Dateiangaben für den Bild‐Upload zu Fotolia

Dateiangaben für den Bild‐Upload bei Adobe Stock

Falls ihr also selt­sam kon­trast­ar­me Schwarz‐Weiß‐Bilder in eurem Adobe Stock‐Portfolio seht, soll­tet ihr den Farbraum die­ser Bilder kon­trol­lie­ren.

RAWexchange – Hintergründe, Texturen und Effekte für Stockfotos nutzen

Wer nicht nur „fer­ti­ge Fotos“ über Bildagenturen ver­kauft,  son­dern öfter auch mal Composings und Fotomontagen erstellt, wird frü­her oder spä­ter über ein Problem stol­pern.

Viele nütz­li­che Bilder‐Quellen schei­den aus, wenn man die fer­ti­gen Bilder bei Bildagenturen zum Verkauf anbie­ten will. Material von den übli­chen Bildagenturen wie Adobe Stock oder Shutterstock darf dafür nicht ver­wen­det wer­den, weil die run­ter­ge­la­de­nen Bilder nicht für den Weiterverkauf bestimmt sind und nicht als eige­ne Arbeiten aus­ge­ge­ben wer­den dür­fen.

Viele Elemente von RAWexchange sind in die­sem Bild ver­steckt.

Andere, meist kos­ten­lo­se, Bilddatenbanken ver­bie­ten schlicht die kom­mer­zi­el­le Nutzung ihrer Bilder oder schrän­ken die­se Nutzung zumin­dest stark ein. Andere Anbieter ver­lan­gen einen Urheberhinweis, wel­chen man bei Bildagenturen nicht unter­brin­gen kann und so wei­ter.

Deshalb ver­brin­ge ich bei der Suche nach Ausgangsmaterial für Fotomontagen viel Zeit mit dem Lesen klein­ge­druck­ter Lizenzbedingungen. Leider sind eini­ge so schwam­mig for­mu­liert, dass unklar ist, ob die von mir geplan­te Nutzung erlaubt ist oder nicht.

Im Zweifel muss ich eben beim Anbieter nach­fra­gen und mir per Mail bestä­ti­gen las­sen, dass ich deren Material für Werke ver­wen­den kann, wel­che ich bei Bildagenturen ver­kau­fe.

Einer der Anbieter, der ers­tens sehr nütz­li­ches Material anbie­tet, zwei­tens sehr güns­tig ist und drit­tens ziem­lich ent­spannt ist, was die Nutzung der fer­ti­gen Werke bei Bildagenturen angeht, ist RAWexchange*.

Deren Nutzungslizenz* ist ziem­lich kurz, liest sich ver­ständ­lich und erlaubt, dass deren Material „als Teil eines neu­en Werkes unbe­grenzt ver­viel­fäl­tigt und ver­äu­ßert wer­den darf“.

Da ich es genau wis­sen woll­te, schrieb ich eine Email und bekam die­se aus­führ­li­che Antwort:

Ja, Du kannst unse­re Produkte ver­wen­den um Composings zu krei­ie­ren und zu ver­kau­fen.

Unsere Texturen‐Pakete sind ja kei­ne fer­ti­gen Bilder, son­dern die Basis für Bildkompositionen. Wenn Künstler also mit­hil­fe unse­rer Texturen neue Produkte schaf­fen, dann ist dies das Werk des Künstlers. Wir lie­fern „nur“ das Werkzeug, die krea­ti­ve Leistung erbringt der Künstler sel­ber.

Wenn Du also eines unse­rer Pakete kaufst um ein Composing zu erstel­len und dies wie­der­um zu ver­kau­fen, dann ist völ­lig in Ordnung!

Das ist ein­fach aus der Natur der Sache etwas schwam­mig und muss im Ernstfall dann im Einzelfall geprüft wer­den, ob eben ein „neu­es Werk“ vor­liegt oder nicht.

Faustregel bleibt aber: Machst du was neu­es, ist’s ok. Veränderst du nur ein biss­chen unser Zeugs und unser „Rohmaterial“ bleibt mehr oder weni­ger unver­än­dert Hauptteil dei­nes „Werkes“ (Hintergrund umfär­ben, neu­er Schnitt etc.), ist’s nicht ok.“

RAWexchange hat zum einen vie­le coo­le Hintergründe, zum Beispiel aus vie­len Städten*, selbst­ge­mal­te Backdrops* und – spe­zi­el­les Highlight – die Multilight‐Hintergründe*, wo ihr vie­le Ebenen bekommt, mit denen ihr ein­zel­ne Lichter an‐ und aus­schal­ten sowie sogar nach­träg­lich die Tiefenschärfe ver­än­dern könnt.

Außerdem gibt es vie­le Texturen*, Brushes, Looks und Presets* und fer­tig frei­ge­stell­te (oder auf schwarz iso­lier­te) Elemente wie Vögel, Schmetterlinge, Feuer, Rauch, Schnee, Regen, Nebel, Schleim, Staub, Glas, Seifenblasen, Stoff, Blut und so wei­ter.

Wer nich weiß, was er damit alles anfan­gen soll, fin­det in den leicht ver­ständ­li­chen Video‐Tutorials* Hilfestellung und Anregungen.

Ich nut­ze am liebs­ten die „Special Effects“ wie Rauch, Feuer und Lichter, um einem Composing mehr Glaubwürdigkeit zu ver­lei­hen. Bei dem Gabelstapler‐Bild oben sind das zum Beispiel die Lichter vor­ne, die Feuerspur, der Rauch hin­ten und die flie­gen­den Staub‐Partikel.

Auch das Bild mit dem star­ten­den Bürostuhl lebt von den RAWexchange‐Effekten: Das Feuer, der Rauch, die Partikel, alles aus deren Bundles.

RAWexchange hört bald auf, Texturen zu verkaufen

Vor weni­gen Tagen gab RAWexchange* bekannt, dass sie ab dem 28. Februar 2018 kei­ne Texturen mehr ver­kau­fen wer­den, weil sich die Geschäftsausrichtung ändert.

Die letz­ten Tage gibt es jetzt den Coupon‐Code “EndeGutAllesGut”, mit dem ihr 15% Rabatt im Shop erhal­tet.

Das heißt, wenn ihr an die­sen qua­li­ta­tiv sehr hoch­wer­ti­gen Texturen, Overlays oder Backdrops inter­es­siert seid, soll­tet ihr noch die­sen Monat zuschla­gen, sonst kann es sein, dass die Texturen nicht mehr vor­han­den sind. Die gekauf­ten Downloads sind dann noch bis zum 30.6.2018 ver­füg­bar.

Also, schaut hier in den Texturen‐Shop* rein!

* Affiliate