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Praxis-Bericht: Smartphone-Fotos auf Reisen machen

Manchmal habe ich das Gefühl, ich ent­wick­le mich rück­wärts bei mei­ner Kameraauswahl für Reisen.

2010 habe ich auf einer Trekkingtour durch die fran­zö­si­schen Alpen noch mei­ne kom­plet­te DSLR (1,8 Kilo mit Objektiv) mit­ge­schleppt. 2013 war ich für eine Wanderung in den ita­lie­ni­schen Alpen bei einer Olympus E-PM2 (knapp 225 Gramm) ange­langt.

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Nach lan­gen Überlegungen habe ich es 2014 beim Trekking in den Dolomiten das ers­te Mal gewagt, nur das iPho­ne 5 (ca. 140 Gramm mit Hülle) mit­zu­neh­men. Aufgrund eines Wanderunfalls lan­de­ten wir dann eini­ge Tage in Venedig, was dazu führ­te, dass ich jetzt knapp 50 Handyfotos aus Venedig in mei­nem Portfolio habe.

Am bes­ten ver­kauf­ten sich die Panoramaaufnahmen. Mit etwas Übung gelin­gen mit dem Smartphone inner­halb von Sekunden beein­dru­cken­de Panoramafotos mit teil­wei­se mehr Megapixeln als mei­ne digi­ta­le Spiegelreflexkamera.

Zwar habe ich 2015 auf mei­ner Reise zur Adobe MAX nach Los Angeles wie­der mei­ne – damals brand­neue –  Canon 5DS* mit­ge­nom­men (1,7 Kilo mit Objektiv), aber die mus­s­te ich auch nicht meh­re­re Tage am Stück schlep­pen.

robert_kneschke_IMG_1091_kleinTrotzdem habe ich damit in L.A. sowie einen Monat spä­ter in mei­ner Heimatstadt Berlin etli­che sehr beein­dru­cken­de Panoramaaufnahmen gemacht mit­tels des Stitching-Verfahrens. Diese Bilder hat­ten dann bis zu 350 Megapixel, aber: Online ist bis­her kein ein­zi­ges die­ser Panoramafotos, weil der Workflow deut­li­ch „hakli­ger“ ist als mit dem Smartphone in Kombination mit einer Bildagentur-App.

Trotz aller Liebe zur Fotografie zählt unter dem Strich der Umsatz: Wenn ich ein Bild, egal aus wel­chen Gründen, nicht ver­kau­fe, bringt es mir nicht viel. Darum lie­be ich die Kamera in mei­nem Smartphone. Sie ist immer dabei und die Bilder sind deut­li­ch schnel­ler online.

Deshalb habe ich 2016 nicht gezö­gert, als wir uns für eine Kanuwanderung auf der Oder im Unteren Odertal ent­schie­den haben. Als Kamera pack­te ich mein iPho­ne 6 (ca. 170 Gramm mit Hülle) ein.

Aufgrund des vie­len Wassers, was uns umge­ben wür­de, schie­den die ande­ren Kameras dies­mal nicht (nur) wegen des Gewichts aus, son­dern auch wegen der Wasserempfindlichkeit. robert_kneschke_IMG_1092_klein

Für das iPho­ne habe ich zwei was­ser­dich­te Hüllen ver­gli­chen, wel­che sich haupt­säch­li­ch in der „Menge“ des Wasserschutzes unter­schie­den.

Die ers­te war die­se hier aus Hartplastik*, wel­che bis zu 40 Meter tief was­ser­dicht sein soll. Getestet habe ich es nicht, weil ich schon zu Hause gese­hen habe, dass die­se klo­bi­ge Ding alles ande­re als prak­ti­sch für mei­ne Zwecke war. Weitwinkel-Plastiklinse im Gehäuse (weil sie für Unterwasseraufnahmen kon­zi­piert ist), das Handy muss immer an sein, Touch-ID funk­tio­niert nicht mehr, Öffnen der Hülle nur mit Werkzeug mög­li­ch, Auslösen schwer etc. Der Batterie wäre das nicht zuträg­li­ch gewe­sen, doch dazu spä­ter mehr.

Die zwei­te war deut­li­ch bes­ser geeig­net: Es ist die­ses hier aus Weichplastik*. Zwar „nur“ bis zu 30 Meter was­ser­dicht, dafür aber sind alle Funktionen genauso nutz­bar wie ohne Hülle, mei­ne „nor­ma­le“ iPhone-Hülle mit Kreditkartenfach (ähn­li­ch wie die­se hier*) pass­te auch mit rein und den Fotos seht ihr (sie­he oben) nicht an, wel­che durch das Plastik foto­gra­fiert wur­den und wel­che nicht. Tipp: Je mehr Wasser auf dem Bild, desto höher die Wahrscheinlichkeit ;-).

Der größ­te Pluspunkt für die Verwendung des Smartphones als Reisekamera ist für mich das Gewicht: Es fällt kein Extragewicht an, weil wohl jeder sein Handy mit in den Urlaub nimmt. Vor allem, wenn man kei­nen Hotel-Stadt-Urlaub macht, son­dern meh­re­re Tage kom­plett sein Gepäck tra­gen muss, macht ein Kilo mehr oder weni­ger einen gro­ßen Unterschied aus. Im Gegensatz zu mei­ner DSLR sind die GPS-Geodaten eben­falls gleich in den Fotos gespei­chert, das Stitching ver­läuft voll­au­to­ma­ti­sch, HDR kann ich mit den ent­spre­chen­den Apps wie vividH­DR eben­falls gut steu­ern und so wei­ter.

Der größ­te Nachteil jedoch ist der Akku. Bei fast jeder Reise und egal, bei wel­cher Kamera, mach­te der Akku zum Schluss schlapp. Bei der DSLR hät­te ich einen extra Akku ein­pa­cken müs­sen (Anfängerfehler), beim Smartphone bleibt nur der Griff zum Akkupack. Ich hat­te eins von Anker (ähn­li­ch wie die­ses*) dabei, was super funk­tio­nie­ren wür­de, wenn nicht das exter­ne Lightning-Kabel gebro­chen wäre.

Die Lektion für die nächs­te Reise: Zubehör vor­her noch mal aus­führ­li­ch tes­ten!

Mit wel­cher Kamera foto­gra­fiert ihr auf Reisen?
Was sind eure Erfahrungen?

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Die 6 wichtigen Unterschiede zwischen dem Smartphone und einer DSLR-Kamera

Schon vor einem Jahr habe ich an die­ser Stelle eine Lanze für das pro­fes­sio­nel­le Fotografieren mit dem Smartphone gebro­chen.

Da ich trotz­dem wei­ter­hin mit mei­ner „rich­ti­gen“ digi­ta­len Spiegelreflexkamera foto­gra­fie­re, fal­len mir die Unterschiede zwi­schen bei­den Welten deut­li­ch auf.

Wer die­se Unterschiede kennt und zur rich­ti­gen Zeit ein­zu­set­zen weiß, kann sei­ne Fotos deut­li­ch ver­bes­sern.

Immer dabei

Der wohl wich­tigs­te Punkt. Das Smartphone habe ich immer in der Hosentasche, die min­des­tens zwei Kilo schwe­re DSLR nicht. Motive wie die­sen vol­len Mülleimer* in einer öffent­li­chen Toilette hät­te ich son­st nicht auf­ge­nom­men.

Gewicht und Größe

Die Smartphone-Kamera ist leich­ter und klei­ner. Paradoxerweise führt eine leich­te­re und klei­ne­re Kamera zu unschär­fe­ren Bildern durch mehr Verwackelungen, weil das Kameragewicht die Körperbewegungen nicht mehr aus­glei­chen kann. Das bedeu­tet: Beim Fotografieren das Smartphone bewusst ruhig hal­ten.

Smartphones sind unauffällig

Das gerin­ge­re Gewicht und die kom­pak­te Bauweise der Smartphones bringt als Vorteil jedoch die Unauffälligkeit. Manchmal hät­te ich mich ein­fach nicht getraut, mei­ne rie­si­ge Kamera aus­zu­pa­cken, das dicke Objektiv anzu­schrau­ben, um dann erst fünf Minuten mit Leuten dis­ku­tie­ren zu müs­sen, die mei­nen, mir das Fotografieren ver­bie­ten oder ein­fach fach­sim­peln zu wol­len.

Als ich mit einem Model unter­wegs war, um test­wei­se bewusst nur Smartphone-Fotos zu machen, war ich erstaunt, wie wenig wir bei­de wahr­ge­nom­men wur­den, wäh­rend die glei­chen Situationen mit mei­ner DSLR oft eine klei­ne Menschentraube erzeu­gen wür­den.

Ungewöhnlichere Perspektiven möglich

Größe und Gewicht der Smartphones ermög­li­chen mir auch unge­wöhn­li­che Perspektiven, die aus ver­schie­de­nen Gründen mit einer DSLR nicht oder nur schwer umsetz­bar wären.

Beim Foto die­ser Seerose* von oben habe ich mei­ne Hand am Teichrand so weit aus­ge­streckt, dass mein Handy fast ein Meter in den Teich rein rag­te, so hät­te ich die DSLR nie hal­ten kön­nen.

Seerose von obenBei der Aufnahme die­ses Wollschweins* habe ich durch einen eng­ma­schi­gen Zaun foto­gra­fie­ren müs­sen, das ging nur, weil die Linse der Smartphone-Kamera deut­li­ch klei­ner ist. Bei der DSLR hät­te ich unscharf den Zaun mit auf dem Foto gehabt.

WollschweinÄhnlich schwie­rig wäre die­se Aufnahme aus dem Flugzeugfenster* mit einer DSLR weil durch die grö­ße­re Linse die Gefahr viel höher wäre, Kratzer oder Reflexionen des Fensters mit auf das Bild zu bekom­men.

Über den Wolken von Texas, USA

Verstehe den kleinen Sensor

Der Bildsensor in einem iPho­ne 6 ist ca. 4,9 x 3,7 mm groß. Zum Vergleich: Meine Canon 5 D Mark III hat einen Bildsensor, der 36x 24 mm groß ist. Damit hat die­ser eine mehr als 47x grö­ße­re Fläche.

Mehr Fläche heißt oft auch: Der Sensor ist licht­emp­find­li­cher, weil mehr Platz da ist, auf den das Licht fal­len kann.

Im Umkehrschluss heißt es: Bei ungüns­ti­gen Lichtverhältnissen muss das Smartphone immer noch oft genug kapi­tu­lie­ren. Vor allem, wenn die Fotos ver­kauft wer­den sol­len, weil die Bildagenturen streng gegen zu viel Bildrauschen sind. Will ich also abends auf einer Party foto­gra­fie­ren oder in einem Raum ohne Tageslicht, las­se ich das Smartphone ste­cken und bemü­he doch die DSLR.

Der Vorteil des klei­ne­ren Sensors ist jedoch die deut­li­ch gerin­ge­re Naheinstellgrenze. Während das „Standardobjektiv“ 24–70mm f.2.8 von Canon erst ab 38 cm scharf stel­len kann, sind es beim iPho­ne 6 nur 8 cm. Übersetzt: Ich kann fast fünf mal dich­ter an das Motiv ran­ge­hen. Das ist ide­al für Makroaufnahmen.

Auch die Schärfentiefe ändert sich deut­li­ch mit der Sensorgröße. Bei den Mini-Smartphone-Sensoren ist viel mehr vom Hintergrund scharf. Auch das kommt Makro-Fotografen ent­ge­gen. Ungünstig ist es hin­ge­gen für Portraits. Hier heißt es, beson­ders stark auf einen ruhi­gen Hintergrund* zu ach­ten, der nicht vom Gesicht der foto­gra­fier­ten Person ablenkt.

Mobiler Workflow

Wenn ich von einem Fotoshooting mit mei­ner DSLR unter­wegs nach Hause fah­re, kann ich auf dem Weg höchs­tens schon mal eini­ge Fotos löschen oder als beson­ders gut mar­kie­ren, um sie spä­ter zu Hause am Computer wei­ter bear­bei­ten zu kön­nen.

Habe ich hin­ge­gen mit mei­nem Smartphone Fotos gemacht, bear­bei­te die­se manch­mal mit eini­gen Apps und lade ich das Foto oft schon Sekunden spä­ter über Apps wie Fotolia Instant oder EyeEm zum Verkauf hoch.

Fazit

Ich bin weit davon ent­fernt, mei­ne DSLR ein­stau­ben zu las­sen, nur weil ich immer mein Smartphone bei mir habe. Je nach Situation ent­schei­de ich mich jedoch auch mal bewusst für das Handyfoto, wenn es, wie oben beschrie­ben, Vorteile mit sich bringt.

Welche Vorteile sieht ihr bei Smartphone-Fotos?

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Die besten 22 Smartphone-Apps für Profi-Fotografen

Seit dem Start der Smartphone-App „Fotolia Instant“ ver­kau­fe ich regel­mä­ßig mei­ne Handy-Bilder und ver­su­che, mei­nen kom­plet­ten Workflow auf dem Handy zu las­sen, also auch die Bearbeitung und das Hochladen der Bilder unter­wegs vom Smartphone aus machen zu kön­nen.

Im Laufe der Zeit haben sich eini­ge Apps her­aus­kris­tal­li­siert, die dafür deut­li­ch bes­ser geeig­net sind als ande­re.

Bevor sich jemand über den Titel auf­regt, eine Definition:
Als Profi bezeich­ne ich Leute, wel­che mit ihren Smartphone-Fotos Geld ver­die­nen (wol­len). Ich kon­zen­trie­re mich außer­dem auf Apps, die für die Entstehung und den Vertrieb der Fotos nötig sind. Ich bespre­che hier also kei­ne Hilfsmittel wie Sonnenstand-Rechner oder Auftragsverwaltung.

Eine Auswahl von Fotografie-Apps auf meinem Smartphone
Eine Auswahl von Fotografie-Apps auf mei­nem Smartphone

Die genann­ten Apps nut­ze ich alle auf mei­nem iPho­ne. Wenn ver­füg­bar, gebe ich auch die Quelle für Android an, kann aber nicht garan­tie­ren, dass der Funktionsumfang oder die Qualität die glei­che ist.

Was sind gute Smartphone-Apps für professionelle Fotografen?

Wer sei­ne Fotos ver­kau­fen will, möch­te die Bilder in der höchst­mög­li­chen Auflösung anbie­ten. Zum einen weil so mehr Kunden erreicht wer­den, die zum Beispiel gro­ße Bilder für den Druck brau­chen und zum ande­ren, weil Verkäufe einer höhe­ren Auflösung je nach Agentur oft auch bes­ser ver­gü­tet wer­den.

Das bedeu­tet, dass alle Apps nutz­los sind, wel­che das Originalfoto zwar pro­blem­los impor­tie­ren, aber nur einen Export in Webgrößen erlau­ben. Außerdem gibt es vie­le Apps, die zwar coo­le Filter anbie­ten, aber kei­ne vol­le Kontrolle über die Stärke des Filters erlau­ben oder ein­fach das Bild zu stark fil­tern, sodass es zum Schluss zu künst­li­ch aus­sieht.

Apps zur Aufnahme

Es gibt eini­ge Apps, wel­che die eher rudi­men­tä­ren Funktionen der Smartphone-internen Kamera-App deut­li­ch aus­wei­ten, zum Beispiel „Camera+“ (iPho­ne) oder „Pro Camera“ (iPho­ne). Camera+ kann zum Beispiel beim Exportieren der Fotos auch die Geodaten ent­fer­nen, was hilf­reich ist, wenn die Käufer nicht sehen sol­len, wie die GPS-Koordinaten des eige­nen Gartens sind. Pro Camera hin­ge­gen kann als eine der sehr weni­gen Apps Fotos als TIFF spei­chern, um Qualitätsverluste durch Komprimierung zu ver­mei­den.

Ich geste­he jedoch, dass ich fast immer die nor­ma­le Kamera-App nut­ze, weil ich die­se schon direkt vom Sperrbildschirm mit einer Bewegung akti­vie­ren kann. Bei Schnappschüssen unter­wegs zählt ja jede Sekunde, bevor der „ent­schei­den­de Moment“ wie­der vor­bei ist.

Eine Spezial-Anwendung ist „Cycloramic“ (iPho­ne/Windows Phone), wel­che Panoramafotos und –Videos auf­neh­men kann und dabei mehr Einstellungsmöglichkeiten sowie eine noch höhe­re Auflösung als die nati­ve Kamera-App bie­tet.

Wer ger­ne nachts foto­gra­fiert oder Langzeitbelichtungen machen will, wird „SlowShutter“ (iPho­ne/Android) zu schät­zen ler­nen. Damit kann die Belichtungszeit manu­ell ver­län­gert wer­den.

Universal-Apps zur Bearbeitung

Fast kein Foto von mir kommt in den Verkauf, ohne nicht vor­her durch „Snapseed“ (iPho­ne/Android) gewan­dert zu sein. Hier kann ich Bilder dre­hen, zuschnei­den, schär­fen, „stür­zen­de Linien“ behe­ben, Farbton, Helligkeit, Kontrast und vie­les mehr anpas­sen. Es gibt vie­le ande­re Apps, die das eben­falls kön­nen, aber Snapseed ist leicht bedien­bar, dezent in der Effektstärke und hat eine aus­führ­li­che Undo-Funktion. Einziges Manko: Bei der Auswahl der Bilder aus dem Fotoalbum kann nicht durch die Vollbilddarstellungen gescrollt wer­den.

Bild direkt aus dem iPhone und nach der Bearbeitung mit Snapseed
Bild direkt aus dem iPho­ne und nach der Bearbeitung mit Snapseed

Eine ande­re Universal-App ist „Afterlight“ (iPho­ne/Android), die zusätz­li­ch auch Doppelbelichtungen, Silhouetten sowie künst­li­che Light Leaks anbie­tet.

Vom Schwergewicht Adobe gibt es „PS Express“ (iPho­ne/Android) als Bearbeitungs-App, die lei­der eini­ge nütz­li­che Funktionen (Stempel-Werkzeug) der iPad-Version nicht auf dem iPho­ne anbie­tet.

Apps für Retusche

Wer Bilder kom­mer­zi­ell anbie­tet, muss dar­auf ach­ten, dass kei­ne Logos zu sehen sind. Wer Fotos von Personen macht, möch­te auch ab und zu eini­ge Pixel oder ande­re Unzulänglichkeiten ver­schwin­den las­sen. Einige Apps bie­ten das an, was unter Photoshop als „Heilstempel“ bekannt ist. Da wird auf eine uner­wünsch­te Stelle (Pickel) getippt und das Programm füllt die Stelle mit Informationen aus den umlie­gen­den Flächen. Das funk­tio­niert manch­mal sehr gut, manch­mal aber über­haupt nicht.

Deswegen ist in eini­gen Fällen ein Stempel-Filter deut­li­ch nütz­li­cher, wo der Fotograf bestimmt, von wo die Informationen her­kom­men sol­len und in wel­cher Größe und wie weich der Übergang sein soll. Das kön­nen nur weni­ge Apps. Eine App, die das kann (und den High-Resolution-Export erlaubt), ist „HandyPhoto“ (iPho­ne/Android). Leider ist sie etwas umständ­li­ch zu bedie­nen. Vom glei­chen Anbieter tes­te ich gera­de auch die App „TouchRetouch“ (aktu­ell noch in der Beta), wel­che sich kom­plett auf das Retuschieren von Bildern spe­zia­li­siert hat und einen logi­sche­ren Workflow hat.

Objekte entfernen mit HandyPhoto (vorher/nachher)
Objekte ent­fer­nen mit HandyPhoto (vorher/nachher)

Für Portraits bie­tet sich „Facetune“ (iPho­ne/Android) an, wel­ches lei­der kein Stempel-Werkzeug hat, dafür aber Weichzeichnungsfunktionen für die Haut und auch „Verflüssigen“-Werkzeuge anbie­tet.

Apps für Filter und Looks

Seit Instagram ist es hip, jedes bana­le Foto mit einem Filter zu ver­se­hen. Aber: Manchmal wir­ken dadurch Fotos ein­fach bes­ser. Die oben erwähn­ten Universal-Apps Snapseed und Afterlight haben bei­de auch eini­ge nütz­li­che Filter-Sets an Bord, die ich ab und an nut­ze.

Zusätzlich gibt es „VSCOcam“ (iPho­ne/Android), die vie­le orga­ni­sch aus­se­hen­de Filter anbie­ten, teil­wei­se lei­der zu hap­pi­gen Preisen.

An Flexibilität kaum zu über­bie­ten hin­ge­gen ist „Stackables“ (iPho­ne). Wie der Name schon andeu­tet, kön­nen hier belie­big vie­le Filter, Verlaufsmasken, Einstellungsebenen und so wei­ter mit­ein­an­der kom­bi­niert und über­ein­an­der gelegt („stacked“) wer­den. Zusätzlich gibt es vie­le fer­ti­ge Presets und die eige­nen Kombinationen kön­nen eben­falls als Presets gespei­chert wer­den. Leider ist das Programm nicht intui­tiv und erfor­dert viel Einarbeitungszeit, um wirk­li­ch alle Möglichkeiten aus­schöp­fen zu kön­nen.

Ausgangsbild (mit Snapseed bearbeitet) und nach der Bearbeitung in Stackables
Ausgangsbild (mit Snapseed bear­bei­tet) und nach der Bearbeitung in Stackables

Einige Fotografen lie­ben auch „Hipstamatic“ (iPho­ne), aber mir ist das zu „retro“, auf Bilder war­ten zu müs­sen.

Apps für Collagen

Manchmal ist es sinn­voll, meh­re­re Bilder „als eins“ anzu­bie­ten, also Collagen zu erstel­len. Hier ist die Hürde, Apps zu fin­den, wel­che den Export in hoher Auflösung erlau­ben. Zwei Apps, die das gut machen, sind „Diptic“ (iPho­ne) und „Tiled“ (iPho­ne). Während ers­te­re nur qua­dra­ti­sche Endformen erlaubt, dafür aber auch vie­le unge­wöhn­li­che Layoutformen anbie­tet, kann die zwei­te App auch hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le, sowie Panoramaformate erstel­len.

"Bildgeschichte" erstellt mit Diptic
„Bildgeschichte“ erstellt mit Diptic

Apps für Spezialeffekte

Früher mus­s­te man für „Tiny Planet“-Bilder umständ­li­che Aufnahmereihen mit sei­ner Kamera machen und viel Zeit für die Bearbeitung am Computer ein­pla­nen. Heute reicht eine Panoramaaufnahme mit dem Handy und eine App. Ich nut­ze ent­we­der „Living Planet“ (iPho­ne) oder „RollWorld“ (iPho­ne). Kann auch mit den Cycloramic-Aufnahmen (sie­he oben) kom­bi­niert wer­den. Die Auflösung der fer­ti­gen Bilder liegt bei „Living Planet“ lei­der nur bei 4 MP (2000 x 2000 Pixel), bei „RollWorld“ hin­ge­gen bei 9 MP (3000 x 3000 Pixel).

"Tiny Planet" erstellt mit RollWorld
„Tiny Planet“ erstellt mit RollWorld

Es kommt nur sel­ten vor, aber manch­mal möch­te ich ein Bild aus Wörtern oder Smileys bestehen las­sen. Dafür gibt es „WordFoto“ (iPho­ne), hier wird beim Export jedoch sogar hoch­s­ka­liert.

Apps zur Information

Leider gibt es kei­ne Möglichkeit, sich bestimm­te wich­ti­ge Dateiinformationen zu den Bildern ohne eine zusätz­li­che App anzei­gen zu las­sen. Deswegen nut­ze ich „ExifWizPro“ (iPho­ne), wel­che mir sämt­li­che EXIF-Daten eines Bildes anzei­gen kann, zum Beispiel Blende, Belichtungszeit, Aufnahmezeit, die Pixelgröße oder die GPS-Daten, auch auf einer Karte.

Wer Models foto­gra­fiert, kann mitt­ler­wei­le sogar die Modelverträge per Smartphone aus­fül­len las­sen. Die am meis­ten akzep­tier­te App ist hier „Easy Release“ (iPho­ne/Android), mit der sogar die Verträge auch indi­vi­du­ell ange­passt wer­den kön­nen.

Apps zum Fotoverkauf

Vor einer Weile hat­te ich hier schon einen Artikel geschrie­ben über Apps zum Fotoverkauf. In der Praxis nut­ze ich haupt­säch­li­ch „Instant“ (iPho­ne/Android) sowie seit eini­gen Wochen auch „Eyeem“ (iPho­ne/Android). Bei Instant wer­den die Fotos über die „Instant Collection“ von Fotolia ver­kauft, bei Eyeem über die „Eyeem Collection“ von Getty Images.

kneschke-eyeem 27-07-2015 11-22-00Bei Instant muss man die Fotos selbst ver­schlag­wor­ten, hat dafür aber die kom­plet­te Kontrolle über die­sen Prozess, wäh­rend Eyeem selbst ver­schlag­wor­tet, die Qualität dafür jedoch manch­mal zu wün­schen übrig lässt. Eyeem hat auch selbst etli­che Filter im Angebot, die ich auch ger­ne nut­ze statt einer sepa­ra­ten App.

Andere Bildagenturen, die eige­ne Apps für den Upload von Smartphone-Fotos haben, sind Alamy („Stockimo“), 123rf („On The Go“), Dreamstime („Companion“) oder Shutterstock („Contributor“).

Nachteile der Smartphone-Fotografie

So bequem es auch ist, unter­wegs paar Schnappschüsse mit dem Handy zu machen und die­se noch auf dem Weg nach Hause zu ver­kau­fen, hat die Smartphone-Fotografie lei­der eini­ge Nachteile.

Ich habe lei­der noch kei­ne gute Möglichkeit gefun­den, mei­ne Fotos zu sichern und zu ver­wal­ten. Aktuell mache ich es so, dass ich alle paar Wochen die neu­en Fotos von mei­nem iPho­ne auf eine exter­ne Festplatte zie­he und irgend­wann die ältes­ten lösche. Das ist lei­der nicht ide­al, weil ich auf ganz alte Fotos nicht spon­tan zugrei­fen kann, wenn ich zum Beispiel eine neue App aus­pro­bie­re. Außerdem spei­chert das iPho­ne die Fotos in kryp­ti­sche ver­schie­de­ne Ordner, die ich alle ein­zeln nach Datum sor­tie­ren muss, um die noch nicht gespei­cher­ten Fotos zu fin­den.

Auch die Verschlagwortung lässt sich nicht wie am PC in den Metadaten spei­chern und ich müss­te sie für jede Agentur, die das ver­langt, neu ein­tip­pen. Das ist auch einer der Gründe, war­um ich nur mit zwei Apps regel­mä­ßig hoch­la­de.

Welche Foto-Apps nutzt ihr regel­mä­ßig pro­fes­sio­nell? Und war­um?

Die 10 meistverkauftesten Smartphone-Bilder 2014 aus der Instant Collection von Fotolia

Smartphone-Fotos sind der neue Trend.

Fast alle der gro­ßen Bildagenturen haben eine eige­ne Collection mit Handybildern. Aber wel­che davon ver­kau­fen sich am bes­ten?

Ich habe die Bildagentur Fotolia gefragt, wel­che Smartphone-Bilder sich im Jahr 2014 aus deren Instant Collection am meis­ten ver­kauft haben.

Hier sind die Top 10 der meist­ver­kauf­ten Handyfotos 2014:

  1. @ robimhl - Fotolia.com
    © robin­mhl – Fotolia.com

    Auf Platz eins lan­det ein Foto von einem Color Run mit Holi-Pulver in Melbourne, Australien. Erstaunlich dar­an ist auch, dass es nur acht Suchbegriffe hat, die kaum etwas mit dem Lauf oder den Holi-Farben selbst zu tun haben: „color, colors, hap­pi­ness, you­th, color­ful, sum­mer, fes­ti­val, music“. Ich ver­mu­te stark, dass neben dem Suchbegriff „Farben“ vor allem „Festival“ und „Jugend“ die aus­schlag­ge­ben­den Begriffe für die gan­zen Verkäufe waren.

  2. © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
    © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

    Auf dem zwei­ten Platz eine Treppe hin zur strah­len­den Sonne. Vermutlich wur­de das Bild jedoch nicht wegen dem Sonnenuntergang (oder Sonnenaufgang) ein Bestseller, son­dern wegen der gut gewähl­ten kon­zep­tio­nel­len Suchbegriffe, die mit 50 Wörtern voll aus­ge­reizt wur­den und mit Begriffen wie „Glaube, Vision, Zukunft, Ostern, etc.“ sehr kon­zep­tio­nell besetzt sind.

  3. © robinmhl - Fotolia.com
    © robin­mhl – Fotolia.com

    Was sich ein­mal gut ver­kauft, könn­te sich doch in einer Variation eben­falls ver­kau­fen? Stimmt bei die­sem Foto vom Festival sehr gut, weil es neben dem ers­ten auch gleich den drit­ten Platz bele­gen konn­te, dies­mal nur mit sie­ben Suchbegriffen. Mir gefällt beson­ders, wie unten die gan­zen Smartphones zu sehen sind, mit denen ande­re Leute eben­falls Fotos machen.

  4. © Christianmutter - Fotolia.com
    © Christianmutter – Fotolia.com

    Auf dem vier­ten Platz ein jun­ger Mann beim Springen. Nicht ganz scharf, aus­ge­fres­se­ner Himmel, egal, das Motiv ist stim­mig und mit nur neun Suchbegriffen kna­ckig und pas­send ver­schlag­wor­tet. Solche Fotos zei­gen mir immer wie­der, dass die Bildagenturen auch bei Fotos einer DSLR mal ein Auge zudrü­cken könn­ten, wenn es um Chromatische Abberation und ande­re Bildfehler geht, solan­ge das Motiv gut ver­käuf­li­ch wäre.

  5. © samantoniophoto - Fotolia.com
    © saman­to­nio­pho­to – Fotolia.com

    Auf dem fünf­ten Platz lan­det die­ses Bild: Surfer im Sonnenuntergang. Ein nahe­zu per­fek­ter Sonnenuntergang bil­det hier die Kulisse für das kali­for­ni­sche Urlaubs- und Strandfeeling.

  6. © uliner - Fotolia.com
    © uli­ner – Fotolia.com

    Die Skyline von Chicago lan­de­te auf Platz 6 der am häu­figs­ten ver­kauf­ten Smartphone-Bilder. Mit dabei nur sechs Suchbegriffe: „sun­ri­se, sky­line, chi­ca­go, city, sky, clouds“. Knapper hät­te ich es auch nicht for­mu­lie­ren kön­nen.

  7. © eelarson - Fotolia.com
    © eel­ar­son – Fotolia.com

    Diese Schuhe an der Bordsteinkante in New York City sind mein per­sön­li­cher Favorit in der heu­ti­gen Liste. Es ist eine opti­sche Täuschung, hier wird der Himmel auf den Kopf gestellt und es ver­mischt sich der Sprung ins kal­te Wasser mit Selbstmordgedanken. Ihr seht schon, Konzepte ste­cken vie­le im Bild, zusätz­li­ch zum lus­ti­gen ers­ten Eindruck.

  8. © Patrizia Tilly - Fotolia.com
    © Patrizia Tilly – Fotolia.com

    Der Platz acht mit den sprin­gen­den Kindern am See scheint inhalt­li­ch eine Kombination der obi­gen Themen zu sein: Strand, Sonnenuntergang, Jugend, Sprung. Ich ver­mu­te, hier wur­de mit Filtern leicht nach­ge­hol­fen, aber wenn es dem Gesamteindruck zuträg­li­ch ist, war­um nicht?

  9. © chrispinmx - Fotolia.com
    © chris­pin­mx – Fotolia.com

    Dieses Foto von Yoga am Meer hält den Rekord der heu­ti­gen Serie: Nur gan­ze vier Suchbegriffe führ­ten hier zu den gan­zen Verkäufen, die das Bild zu einem Bestseller mach­ten: „Sonnenaufgang, Meer, Yoga, medi­tie­ren“. Genau das ist auch auf dem Bild zu sehen.

  10. © omarparguera - Fotolia.com
    © omar­par­guera – Fotolia.com

    Das letz­te Bild zeigt Angeln beim Hochseefischen. Auch hier rei­chen sechs Keywords, um die Szene zu beschrei­ben: „fis­hing, oce­an, sea, boat, wave, off­shore“.

Warum ich so auf den Suchbegriffen und deren Anzahl her­um­rei­te? Weil es ers­tens gen­au das ist, was über den Erfolg eines Fotos ent­schei­det und weil es hier zwei­tens zeigt, dass weni­ger, aber sehr gen­au tref­fen­de Suchbegriffe zu mehr Verkäufen füh­ren kön­nen. Wenn 6 der 10 gezeig­ten Bilder weni­ger als zehn Keywords nut­zen, wird das schon sei­nen Grund haben.

Was können wir sonst noch lernen?

Alle Fotos sind im Freien ent­stan­den. Naheliegend bei Smartphones, weil die Qualität bei wenig Licht oft noch nicht aus­reicht, viel­leicht aber auch ein Zeichen, dass Bilder von Spaß und Freizeit (sie­ben der zehn Bilder zei­gen Freizeitaktivitäten) sehr gefragt sind.

Erstaunt hat mich der hohe Anteil von Sonnenauf- oder unter­gän­gen. Bei der Hälfte der Bestseller ist die Sonne ein wich­ti­ger Faktor im Bild. Dabei hat­te ich das Motiv gedank­li­ch schon abge­schrie­ben, weil Bildagenturen frü­her gebets­müh­len­ar­tig wie­der­holt hat­ten, dass sie genug Bilder von Sonnenuntergängen hät­ten. Vermutlich ist der Kniff dabei, die Sonne mit Menschen zu kom­bi­nie­ren: Auf sie­ben der zehn Bilder sind Menschen zu sehen, wenn oft auch nicht indi­vi­du­ell erkenn­bar.

Smartphone-Bilder haben 2014 ein­deu­tig Einzug in die pro­fes­sio­nel­le Stockfotografie gehal­ten. Ich selbst habe letz­tes Jahr mit ca. 400 Bildern knapp 1000 Dollar Umsatz erzie­len kön­nen, was mich zum Jahresende moti­viert hat, ver­stärkt Handybilder anzu­bie­ten.

Wer noch mehr Bilder aus der Instant Collection von Fotolia sehen will, fin­det hier eine Zusammenstellung der schöns­ten Bilder.

Was war euer Smartphone-Bestseller 2014?

Gast-Geschichte: Al Quaida™ von Andreas Eschbach

Wenn ich nicht gera­de foto­gra­fie­re, lese ich sehr gern. Mit Abstand mein Lieblingsautor ist dabei Terry Pratchett mit sei­ner Scheibenwelt-Saga, gefolgt von Klassikern wie Mark Twain, Erich Fried, aber auch Autoren wie T.C. Boyle, John Scalzi und Andreas Eschbach. Von letz­te­rem habe ich den Großteil sei­ner Romane mit Vergnügen gele­sen und mei­ne letz­te Lektüre von ihm war sein Kurzgeschichten-Band „Eine unbe­rühr­te Welt“*.

Darin befin­det sich auch die Kurzgeschichte „Al QuaidaTM“, wel­che ich sehr gelun­gen fand. Sie kann auf meh­re­ren Ebenen gele­sen wer­den, als Medienkritik oder als Kommentar zum Umgang mit dem Markenrecht. Vor allem letz­te­res fand ich span­nend, weil das ein Punkt ist, der uns Stockfotografen bei der täg­li­chen Arbeit eben­falls oft berührt, wenn wir unzäh­li­ge Logos, Markennamen und erkenn­ba­re Elemente aus unse­ren Bildern retu­schie­ren müs­sen, bevor wir sie zur Lizenzierung anbie­ten kön­nen.

Deshalb habe ich den Autor kon­tak­tiert, um die Geschichte für euch – sozu­sa­gen als Weihnachtsgeschenk zum Lesen – zu lizen­zie­ren.

Ich wün­sche euch viel Spaß beim Lesen, fro­he Weihnachten, erhol­sa­me Feiertage und einen guten Rutsch uns Neue Jahr!

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Al QuaidaTM (Andreas Eschbach)

Der »meist­ge­such­tes­te Terroristenführer«, wie ihn man­che Zeitungen eben­so gern wie gram­ma­ti­ka­li­sch fal­sch bezeich­ne­ten, hielt sich nicht wirk­li­ch in einer unzu­gäng­li­chen Höhle an einem unbe­kann­ten Ort ver­steckt, wie besag­te Zeitungen hart­nä­ckig kol­por­tier­ten. Bei dem Unterschlupf Usama Bin Ladens han­del­te es sich viel­mehr um ein klei­nes Gehöft im stei­ni­gen Niemandsland des Hindukusch, um das her­um Ziegen gras­ten – oder es jeden­falls ver­such­ten – und über dem sich ein wei­ter Himmel von unglaub­li­chem Blau spann­te. Und zumin­dest den Geheimdiensten war die­ser Aufenthaltsort auch nicht ganz so unbe­kannt, wie der Öffentlichkeit gegen­über behaup­tet wur­de. In ganz Afghanistan und Pakistan zusam­men gab es kein Anwesen, auf dem so vie­le Hirten so weni­ge Ziegen hüte­ten – das fiel sogar auf Satellitenbildern auf.

Die Hirten waren in Wirklichkeit natür­li­ch Wachen, und die kamen eines Tages auf­ge­regt an. Da sei ein Mann, ein ame­ri­kans­ki, und er wol­le den sheikh spre­chen!

»Kennen wir ihn?«, frag­te Usama Bin Laden und strich sich nach­denk­li­ch durch den lan­gen Bart.

»Nein, sheikh. Ein Fremder.«

Der Terroristenführer mit den sanf­ten Augen über­leg­te einen Moment, dann befahl er: »Bringt ihn her. Bleibt an der Tür ste­hen. Wenn ich mich an den Turban fas­se, hier­her« – er zeig­te die Stelle –, »dann erschießt ihn sofort.«

Es wür­de wohl nicht nötig wer­den. Der Mann sah harm­los aus und wirk­te in sei­nem anthra­zit­far­be­nen drei­tei­li­gen Anzug und mit dem dün­nen Aktenkoffer in der Hand aus­ge­spro­chen deplat­ziert in die­ser Gegend der Welt. Er schien eine erheb­li­che Strecke zu Fuß zurück­ge­legt zu haben, jeden­falls waren sei­ne Schuhe stau­big und zer­kratzt, sein Hemd durch­ge­schwitzt, der Kragen ver­färbt und der Anzug an eini­gen Stellen ein­ge­ris­sen.

»Guten Tag, Scheich«, begrüß­te er den Terroristenführer mit einer knap­pen Verbeugung. Sein schwar­zes, geschei­tel­tes Haar kleb­te ihm am Kopf, das jun­gen­haf­te Gesicht wirk­te matt. Er griff in sei­ne Brusttasche (was die Zeigefinger der Wachen an der Tür ner­vös zucken ließ) und brach­te eine Visitenkarte zum Vorschein. »Gestatten Sie? Mein Name ist Waits. Eduard Earnest Waits. Ich bin Rechtsanwalt.«

Usama Bin Laden stu­dier­te die Karte. »Aus Boston, USA.«

»So ist es. Studium in Washington, dana­ch Partner einer New Yorker Sozietät, seit eini­gen Jahren allei­ni­ger Inhaber einer Kanzlei, die sich auf Marken- und Urheberrecht spe­zia­li­siert hat – und dies, wie ich in aller Bescheidenheit hin­zu­fü­gen möch­te, über­aus erfolg­reich.«

»Marken- und Urheberrecht«, wie­der­hol­te der Terroristenführer mit nicht gerin­ger Verwunderung. Beinahe hät­te er sich am Kopf gekratzt, unter­ließ es aber recht­zei­tig, weil ihn der Mann zu neu­gie­rig gemacht hat­te, als dass er ein Missverständnis hät­te ris­kie­ren wol­len. »Und was führt Sie dann hier­her, wenn ich fra­gen darf?«

»Ja. Das wür­de ich Ihnen gern erklä­ren. Wenn ich mich viel­leicht –«

»Selbstverständlich«, nick­te der Mann mit dem Turban hoheits­voll und deu­te­te ein­la­dend auf die Teppiche vor sich. »Nehmen Sie bit­te Platz.«

»Danke.« Der Anwalt ließ sich merk­li­ch unge­übt auf den Boden nie­der, zog sei­nen Koffer neben sich und öff­ne­te ihn, was die Wachen ein wei­te­res Mal die Waffen heben ließ. Doch der ame­ri­kans­ki zog nur eini­ge mit bun­ten Diagrammen bedruck­te Papiere her­aus. »Um gleich zum Kern der Sache zu kom­men: Meines Erachtens ist Ihnen, Scheich, nicht in vol­lem Umfang klar, wie viel Geld die Medien über­all auf der Welt mit Ihrem Namen ver­die­nen. Hier habe ich eine Statistik von Absatzzahlen, Einschaltquoten und Werbeeinnahmen, auf­ge­glie­dert dana­ch, ob Ihr Name oder die Bezeichnung al-Qaida in den Schlagzeilen auf­taucht oder nicht.« Er leg­te das Blatt vor den Terroristenführer hin. »Bitte sehr. Wie Sie sehen, bewir­ken Sie Gewinnsteigerungen von bis zu fünf­zig Prozent. Ohne dass Sie etwas davon hät­ten, wohl­ge­merkt!«

Usama – der Vorname bedeu­te­te so viel wie »der Löwe« – Bin Laden nick­te. »Das ist der ver­ach­tungs­wür­di­ge Kapitalismus, wie er im Land des Satans gepflegt wird.«

»Kapitalismus, gen­au.« Der Anwalt nick­te eben­falls. »Was ich Ihnen drin­gend raten möch­te, ist, die Markenrechte an Ihrem Namen sowie an dem von Ihnen popu­lär gemach­ten Begriff al-Qaida zu erwer­ben. Das wür­de Ihnen ermög­li­chen –«

Der Terroristenführer hob die Hand. »Sind Sie nur gekom­men, um mir die­sen Vorschlag zu unter­brei­ten?«

Der Anwalt nick­te. »In der Tat.«

»Dann haben Sie eine gro­ße Mühe ver­ge­bens auf sich genom­men.«

»Vielleicht«, erwi­der­te der Mann, »soll­ten Sie mich erst ein­mal aus­re­den las­sen. Es geht nur vor­der­grün­dig um Geld. Sollten Sie, Scheich, geneigt sein, mei­nen Ausführungen noch eini­ge Minuten Ihr Ohr zu lei­hen, wer­den Sie erken­nen, dass es sich beim ame­ri­ka­ni­schen Rechtssystem im Grunde um die wir­kungs­volls­te Waffe han­delt, die es gibt.«

Bei dem Wort »Waffe« hoben sich die aus­drucks­vol­len Augenbrauen des Terroristenführers. Er strich sich mit gespreiz­ten Fingern durch den Bart und sag­te schließ­li­ch: »Sprechen Sie wei­ter.«

»Beginnen wir«, erläu­ter­te der Anwalt, sei­ne Ausführungen mit spar­sa­men Gesten unter­strei­chend, »mit Ihrem Namen. Faktisch – und das ist in Fragen des Wettbewerbsrechts von ent­schei­den­der Bedeutung – ist Ihr Name heu­te ein Markenzeichen von hoher Prägungskraft, ver­gleich­bar mit Namen wie Walt Disney, McDonald’s oder Hewlett-Packard. All dies sind als Markenzeichen ein­ge­tra­ge­ne Namen, die seit­her von Dritten nicht oder nur ein­ge­schränkt ver­wen­det wer­den dür­fen. Bei dem Begriff ›al-Qaida‹ wird sich mit Aussicht auf Erfolg argu­men­tie­ren las­sen, dass es sich hier­bei um Ihr geis­ti­ges Eigentum han­delt, mit­hin also die Bestimmungen des inter­na­tio­nal gül­ti­gen Urheberrechts zur Anwendung kom­men müs­sen. Sowohl das Wettbewerbswie auch das Urheberrecht – und damit sind wir bei dem Punkt, der für Ihre Anliegen von Interesse ist – erlau­ben es, sich gegen miss­bräuch­li­che Benutzung geschütz­ter Begriffe zur Wehr zu set­zen. Konkret wür­den wir mit Abmahnungen und straf­be­wehr­ten Unterlassungserklärungen gegen alle vor­ge­hen, die die dann Ihnen marken- und urhe­ber­recht­li­ch gehö­ren­den Begriffe in ent­stel­len­dem, her­ab­wür­di­gen­dem oder sonst­wie zu bean­stan­den­dem Sinne ver­wen­den. Wir wür­den die not­wen­di­gen Prozesse durch­fech­ten, um Schadensersatzzahlungen, Strafgebühren und eben die Unterlassung der­ar­ti­ger Äußerungen zu errei­chen.«

»Das hie­ße, wenn jemand etwas über uns und unse­re Absichten berich­tet, das uns nicht gefällt –?«

»Kriegt er einen Prozess an den Hals, dass ihm schwarz vor Augen wird.«

»Das wür­de funk­tio­nie­ren?«

»Ohne Zweifel.« Der Anwalt spreiz­te die Finger. »Was Ihren Namen anbe­langt, ist offen­sicht­li­ch, dass er von Medien in Gewinnerzielungsabsicht ver­wen­det wird. Zeitungen und Fernsehsender sind schließ­li­ch kom­mer­zi­el­le Unternehmen und daher kom­mer­zi­el­len Regeln unter­wor­fen. Es ist aller­dings nötig, deren Einhaltung ein­zu­kla­gen – von selbst geschieht es nicht.«

»Und was ist mit dem in Ihrem Land angeb­li­ch so hoch geschätz­ten«, begann Usama Bin Laden und ver­zog das Gesicht zu einem Ausdruck des Abscheus, »Recht auf freie Meinungsäußerung?«

Der Anwalt unter­zog den Zustand sei­ner Fingernägel einer ein­ge­hen­den Betrachtung. »Nun, ich gebe zu, frü­her wäre das ein Problem gewe­sen. Aber inzwi­schen hat sich in die­ser Hinsicht sehr viel sehr grund­le­gend gewan­delt. Das Markenrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung haben mit­ein­an­der gerun­gen, und das Markenrecht ist dabei, zu gewin­nen.«

Der Terroristenführer ließ sich das alles durch den Kopf gehen. »Was ist Ihr Interesse dar­an?«, frag­te er schließ­li­ch. »Ich mei­ne, was hät­ten Sie davon?«

»Ich arbei­te auf Provisionsbasis. Üblicherweise erhal­te ich drei­ßig Prozent von allen erstrit­te­nen Entschädigungszahlungen.«

Der Mann mit dem Turban strich sich durch den Bart. »Zehn Prozent«, erwi­der­te er.

»Fünfundzwanzig«, schlug der Anwalt vor. »Bedenken Sie, ich muss die Gehälter mei­ner Mitarbeiter bezah­len. Das sind alles hoch­qua­li­fi­zier­te Experten mit ent­spre­chend hoch dotier­ten Anstellungsverträgen.«

»Fünfzehn Prozent«, hielt der Mann mit dem Turban dage­gen. »Wenn das Geschäft so pro­fi­ta­bel ist, wie Sie sagen, machen Sie trotz­dem einen guten Schnitt.«

Sie einig­ten sich schließ­li­ch auf acht­zehn Prozent. Während Usama Bin Laden die Vollmacht aus­füll­te und unter­schrieb, frag­te er: »Warum machen Sie das? Sie sind doch Amerikaner?«

»In ers­ter Linie«, erwi­der­te Eduard E. Waits, »bin ich Anwalt.«

* * *

Die Kanzlei Eduard E. Waits & Partners bean­trag­te die Eintragung der Namen ›Usama Bin Laden‹ (in allen Schreibweisen der Transkription aus dem Arabischen) sowie ›al-Qaida‹ (dito, was die Schreibweisen anbe­lang­te) als Markenzeichen im wett­be­werbs­recht­li­chen Sinne.

Die Anträge wur­den abge­lehnt. Daraufhin klag­te die Kanzlei Eduard E. Waits & Partners, sehr zur Erheiterung diver­ser Kommentatoren und Leitartikler füh­ren­der Tageszeitungen.

Doch die USA waren ein Land, in dem man einer Frau Schadensersatz in Millionenhöhe zuge­spro­chen hat­te, weil sie sich sel­ber hei­ßen Kaffee über die Hose geleert hat­te, in dem flüch­ten­de Verbrecher die sie ver­fol­gen­den Polizisten mit Erfolg ver­klagt hat­ten, weil die­se sie unsanft zu Boden gewor­fen hat­ten, und in dem Richter Klägern Glauben geschenkt hat­ten, die beteu­er­ten, nicht gewusst zu haben, dass Rauchen schäd­li­ch für die Gesundheit sei: War zu irgend­ei­nem Zeitpunkt ernst­haft zu befürch­ten, dass in einem sol­chen Land die Klage eines welt­weit gesuch­ten Terroristenführers auf Eintragung sei­nes Namens als Markenzeichen schei­tern wür­de? Natürlich nicht. Das Verfahren ging durch sämt­li­che Instanzen, und jedes Mal gab das Gericht der Kanzlei Eduard E. Waits & Partners recht. Den Schlussstrich zog eine Entscheidung des Supreme Court: Der Antrag sei rech­tens, ihm sei statt­zu­ge­ben.

Ein Kommentator mein­te, nun sei wohl damit zu rech­nen, dass mas­sen­haft T-Shirts, Kaffeetassen und Bettwäsche mit dem Konterfei des bär­ti­gen Hasspredigers auf den Markt kämen, und er sei gespannt auf die Reaktion des ame­ri­ka­ni­schen Verbrauchers dar­auf.

Ein Late-Night-Showstar pro­phe­zei­te, nun wür­den die Erben Che Guevaras auch vor ame­ri­ka­ni­sche Gerichte zie­hen und im Nachhinein Lizenzgebühren in Millionenhöhe für die zahl­lo­sen Plakate des bär­ti­gen Revoluzzers ver­lan­gen, die seit den Sechzigern die Wände von Studentenbuden geziert hat­ten.

Sie irr­ten sich bei­de.

* * *

Kurz dar­auf kam es zu dem Anschlag auf die U-Bahn von Kopenhagen. In der Station Christianshavn explo­dier­ten zwei Bomben, meh­re­re Dutzend Menschen star­ben, vie­le Hundert wur­den ver­letzt, und auf Überwachungsvideos iden­ti­fi­zier­te man Angehörige einer isla­mis­ti­schen Terrorzelle als Urheber des Attentats. Reporter aus aller Welt drän­gel­ten sich in dem viel zu klei­nen Presseraum der däni­schen Staatsanwaltschaft, jede sich öff­nen­de Tür auf den Fluren davor zog ein Blitzlichtgewitter nach sich, und eine Flut von E-Mails und Telefonaten spül­te die aktu­ells­ten Nachrichten in die Redaktionen von Zeitungen und Fernsehsendern über­all auf dem Planeten.

Nachrichten, in denen die Bezeichnungen ›al-Qaida‹ und ›Usama Bin Laden‹ frei­zü­gig ver­wen­det wur­den, wie man sich den­ken konn­te.

Auch Eduard E. Waits dach­te sich das. Deswegen klin­gel­te er auf die ers­te Meldung hin sein gesam­tes Kanzleipersonal aus dem Bett und eine Hundertschaft Richter dazu, und inner­halb weni­ger Stunden gin­gen bei allen nam­haf­ten Zeitungen, Sendern und sons­ti­gen Medien einst­wei­li­ge Verfügungen ein, wonach jeg­li­che Berichterstattung über den Anschlag von Kopenhagen zu unter­las­sen sei, inso­weit dar­in mit Gewinnerzielungsabsicht Gebrauch von besag­ten mar­ken­recht­li­ch geschütz­ten Bezeichnungen gemacht wer­de, unter Androhung von Ordnungsgeldern sowie Ordnungshaft in schwe­ren Fällen.

Die Reaktionen dar­auf fie­len unter­schied­li­ch aus. Manche Zeitungen brach­ten vor­sichts­hal­ber erst ein­mal nur neu­tral gehal­te­ne Berichte, ande­re Medien igno­rier­ten die Verfügungen und räum­ten mit groß auf­ge­mach­ten Berichten ab. Die Inhaber der Letzteren waren es, die sich kurz dar­auf vor Gericht wie­der­fan­den und mit detail­lier­ten Aufstellungen kon­fron­tiert sahen, wie viel Gewinn sie mit der wider­recht­li­chen Verwendung geschütz­ter Markenzeichen erzielt hat­ten: Der Vergleich mit den Absatzzahlen und Einschaltquoten jener Zeitungen und Sender, die den vor­sichts­hal­ber erlas­se­nen einst­wei­li­gen Verfügungen gefolgt waren, ermög­lich­te eine über­zeu­gen­de Vergleichsrechnung. So folg­ten die Gerichte in den meis­ten Fällen den Anträgen der kla­gen­den Partei und ver­ur­teil­ten die beklag­ten Medien zur nach­träg­li­chen Zahlung von Lizenzgebühren und dar­über hin­aus zu Geldstrafen wegen Verstoßes gegen das Marken- und Urheberrecht sowie Zuwiderhandlung gegen eine rechts­gül­ti­ge einst­wei­li­ge Verfügung.

Die betrof­fe­nen Zeitungen und Sender reagier­ten dar­auf­hin damit, nicht mehr über den Terroranschlag zu berich­ten, son­dern statt­des­sen über das Tun und Treiben der Kanzlei E. E. Waits & Partners. »Der Anwalt des Teufels« lau­te­te die Schlagzeile einer Illustrierten, in der es Eduard E. Waits auf die Titelseite schaff­te.

Doch wie sich kurz dar­auf her­aus­stell­te – die Reporter hat­ten ver­ges­sen, dies zu recher­chie­ren –, hat­te sich Waits in klu­ger Voraussicht auch der Markenrechte an sei­nem eige­nen Namen ver­si­chert und ver­klag­te die betref­fen­den Zeitschriften und Fernsehmagazine sei­ner­seits wegen uner­laub­ter Verwendung, miss­bräuch­li­cher und dis­kri­mi­nie­ren­der Darstellung und so wei­ter. Die Anklageschrift umfass­te sechs­hun­dert Seiten, und die beklag­ten Parteien gin­gen mit Pauken und Trompeten ein zwei­tes Mal unter.

Als die nächs­te Bombe hoch­ging, geschah dies irgend­wo in England. Genaueres erfuhr die Öffentlichkeit aber nicht mehr, denn im Handumdrehen waren in allen Redaktionen wie­der einst­wei­li­ge Verfügungen ein­ge­trof­fen.

Und das war nur der Anfang.

* * *

Der Chefredakteur des SVENSKA DAGBLADET schau­te noch ein­mal unauf­fäl­lig auf sei­nen Notizblock, als der jun­ge Reporter her­ein­kam, schüch­tern grüß­te und artig die Tür hin­ter sich zumach­te. Sven Söderström hieß er. Hatte vor drei Wochen ange­fan­gen, fri­sch von der Journalistenschule. Höchste Zeit, ihm das bei­zu­brin­gen, was sie an den Schulen offen­bar ver­säumt hat­ten.

»Es geht um den Artikel für die mor­gi­ge Ausgabe«, erklär­te er dem blon­den jun­gen Mann, der ihn mit kanin­chen­haf­tem Blick ansah. »Über die Explosion in Malmö, die Sie als Terroranschlag beschrei­ben –«

»Ja. Ist Fakt. Ganz ohne Zweifel«, nick­te der jun­ge Mann hef­tig. Er glüh­te förm­li­ch vor Begeisterung. »Der ers­te Terroranschlag seit lan­gem. Eine Sensation! Wenn wir damit auf­ma­chen, ist die mor­gi­ge Auflage im Nu aus­ver­kauft –«

»Eins nach dem ande­ren«, unter­brach ihn der Chefredakteur. »Darf ich fra­gen, wie Sie zu der Annahme kom­men, dass es sich um eine Bombe han­del­te?«

»Ich habe mit den Leuten von der Spurensicherung gespro­chen. Die sagen, dar­an bestehe kein Zweifel.«

»Hmm«, mach­te der Chefredakteur. »Und was ver­an­lasst Sie, zu schrei­ben, es sei ein Terroranschlag?«

»Die Polizei hat ein ent­spre­chen­des Bekennerschreiben erhal­ten. Der Anschlag galt einem islam­kri­ti­schen Regisseur. Der war aller­dings gar nicht da; er nimmt in den USA gera­de einen Filmpreis ent­ge­gen. Hätten die Täter übri­gens aus dem Internet erfah­ren kön­nen.«

»Hmm«, mach­te der Chefredakteur wie­der. Schade, er hat­te gehofft … Es war immer schwer, einem jun­gen, auf­stre­ben­den Kollegen die Illusionen über ihren Beruf neh­men zu müs­sen. Insbesondere in letz­ter Zeit.

»Die Sache ist die«, begann er wider­stre­bend, »dass unser Haus seit geraum­er Zeit die Linie ver­folgt, grund­sätz­li­ch nicht mehr über Terroranschläge zu berich­ten. Die Explosion: Ja. Dass es eine Bombe war: Eventuell. Aber dass Terroristen dahin­ter­ste­cken: No way. Terroristen kom­men in unse­rem Blatt nicht mehr vor.«

Dem jun­gen Reporter fie­len fast die Augen aus dem Kopf. »Wie bit­te? Wieso das denn?«

Der Chefredakteur seufz­te. »Das letz­te Mal, als wir über Terrorismus berich­tet haben – das war vor Ihrer Zeit, ich weiß nicht, ob Sie es mit­be­kom­men haben …«

»Die Artikelserie über al-Qaida? Zum Jahrestag des 11. September? Klar. Kenne ich. Habe ich auf­be­wahrt.«

Der Chefredakteur seufz­te ein zwei­tes Mal. »Nun – wir hat­ten nicht beach­tet, dass ›Usama Bin Laden‹ und ›al-Qaida‹ damals schon in den USA ein­ge­tra­ge­ne Marken waren. Was uns das an Strafen, Gerichtskosten, Anwaltshonoraren und Lizenzgebühren gekos­tet hat, wol­len Sie nicht wis­sen, glau­ben Sie mir.«

»Sie mei­nen, Sie muss­ten Gegendarstellungen brin­gen?« Der jun­ge Reporter schnapp­te nach Luft. »Von Usama Bin Laden?«

»Keine Gegendarstellungen.« Der Chefredakteur schüt­tel­te betrübt das Haupt. »Das wäre ja Presserecht. Nein – wir durf­ten über­haupt nichts brin­gen. Das ist Markenrecht. Das neue jeden­falls.«

»Aber …« Sein jun­ges Gegenüber ver­stand die Welt nicht mehr. »Aber das ist doch ame­ri­ka­ni­sches Recht! Was geht uns das an?«

Der Chefredakteur schob die Ausdrucke des Artikels wie­der zusam­men. »Ich woll­te es erst auch nicht glau­ben, aber in den letz­ten Jahren ist es anschei­nend übli­ch gewor­den, dass irgend­wel­che Länder sich anma­ßen, ihr Recht auf der gan­zen Welt durch­zu­set­zen. Jedenfalls hat mich der Herausgeber ange­ru­fen und zur Schnecke gemacht, und er wie­der­um ist vom Premierminister ange­ru­fen und zur Schnecke gemacht wor­den, und des­halb« – er reich­te die Papiere über den Tisch – »wird kein Artikel über Terrorismus mehr in die­sem Blatt erschei­nen, solan­ge ich auf mein Gehalt ange­wie­sen bin.«

»Aber das ist ja …« Der jun­ge Mann war blass vor Entrüstung. Ach, die Jugend und ihre Ideale! So war er auch ein­mal gewe­sen. »Und was ist mit der Pressefreiheit? Unserem Informationsauftrag? Der Presse als vier­ter Gewalt?«

»Ich schla­ge vor, Sie den­ken jetzt erst ein­mal dar­über nach, inwie­weit Sie auch auf Ihr Gehalt ange­wie­sen sind«, ent­geg­ne­te der Chefredakteur. »Und dann schrei­ben Sie den Artikel noch ein­mal. Und das alles bis sieb­zehn Uhr, wenn mög­li­ch.«

Der jun­ge Mann schluck­te. Sven Söderström war den Unterlagen zufol­ge fri­sch ver­hei­ra­tet und hat­te einen fünf Monate alten Sohn. »Aber was soll ich denn schrei­ben über die Hintergründe der Tat?«, frag­te er schließ­li­ch.

»Schreiben Sie ein­fach«, riet ihm der Chefredakteur, »dass der Täter ver­mut­li­ch geis­tes­ge­stört war.« Er ver­zog das Gesicht. »Das ist ja zumin­dest nicht fal­sch.«

* * *

Einige Monate spä­ter erhielt Eduard E. Waits einen Anruf des Terroristenführers, über eine Telefonleitung von bemer­kens­wert guter Qualität, wenn man bedach­te, über wie vie­le Satelliten und Zwischenschaltungen sie gehen mus­s­te.

»Mister Bin Laden!«, rief der Anwalt. »Wie geht es Ihnen? Haben Sie die Gelder erhal­ten?« Er hat­te den kom­pli­zier­ten Finanznetzwerken der Terrororganisation inzwi­schen einen drei­stel­li­gen Millionenbetrag an Entschädigungszahlungen anver­traut.

»Ja, ja, das hat alles funk­tio­niert. Deswegen rufe ich nicht an; Geld haben wir sowie­so mehr als genug«, erklär­te der Anrufer. »Es geht um das, was Sie tun. Ich habe gehört, dass Sie neu­er­dings auch Zeitungen ver­kla­gen, wenn die bloß das Wort ›Terror‹ oder ›Anschlag‹ ver­wen­den –«

»Richtig. Das ist not­wen­dig, um Ihre Marke zu schüt­zen«, bestä­tig­te der Anwalt. »Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie auf­ge­weicht wird, wie man sagt, und ver­lo­ren geht. In Ihrem Fall ist es so, dass Sie als welt­weit füh­ren­de Terrororganisation als haupt­säch­li­che gestal­te­ri­sche Kraft die­ser Art Unternehmungen zu betrach­ten sind, sodass hier bereits das Urheberrecht grei­fen muss, um Ihre Investitionen in die­ses Gebiet und Ihr geis­ti­ges Eigentum an den zugrun­de lie­gen­den Konzepten und Verfahrensweisen zu schüt­zen. Oder ein­fach gesagt: Wenn es Sie und Ihre Organisation nicht gäbe, wären Terroranschläge aller Art viel weni­ger berich­tens­wert und damit gewinn­stei­gernd, als sie es heu­te sind – unab­hän­gig davon, ob ein Anschlag im Einzelfall von Ihren Leuten aus­ge­führt wur­de oder nicht.«

»Das ist ver­rückt«, sag­te der Mann am ande­ren Ende der Leitung.

»Das ist ame­ri­ka­ni­sches Recht«, erwi­der­te Edward E. Waits.

»Hören Sie, so habe ich mir das nicht vor­ge­stellt«, kam es aus dem Hörer. »Die meis­ten Zeitungen und Fernsehsender wagen es inzwi­schen über­haupt nicht mehr, über die Hintergründe unse­rer Aktionen zu berich­ten. Das macht alles sinn­los. Was bringt es, Dutzende von Leuten in die Luft zu spren­gen, wenn nach­her nie­mand davon erfährt?«

»Wieso? Man erfährt es doch. ›Explosion in Kandahar tötet 23 Menschen.‹ Ich habe die Zeitung vor mir lie­gen.«

»Ja, aber da steht nicht, dass es ein Anschlag war«, heul­te die wei­che Stimme des Terroristenführers auf. »Wer das liest, muss ja den­ken, es sei ein­fach eine Gasleitung explo­diert oder so was.«

»Ich kann den Zeitungen nicht vor­schrei­ben, was sie berich­ten sol­len. Ich bin schon froh, dass ich ihnen bestimm­te Berichte ver­bie­ten kann.«

Die Stimme im Telefon mur­mel­te etwas, das wie ein ara­bi­scher Fluch klang. »Sie ver­ste­hen nicht. Für uns … Gotteskrieger ist die Presse ein Verbündeter. Wir füh­ren Anschläge aus, um Angst und Schrecken zu ver­brei­ten – aber für die­se Verbreitung sind wir auf die Medien ange­wie­sen! Wenn die Medien es auf­grund Ihrer Aktivitäten gar nicht mehr wagen, zu berich­ten, dann funk­tio­niert das alles nicht mehr. Ein Bombenattentat, über das nicht berich­tet wird …« Er rang nach Worten. »Das ist, als hät­te es über­haupt nicht statt­ge­fun­den. Da kann man das Bombenwerfen genauso gut sein las­sen!«

Ein Beobachter die­ses Telefonats hät­te den Anflug eines Lächelns gese­hen, das über Eduard E. Waits’ Gesicht husch­te. Für einen win­zi­gen Moment. Dann fuhr der Anwalt fort: »Nun, wenn Sie das sagen …«

»Ich brau­che die west­li­chen Medien. Al-Jazeerah und ein paar Blätter in Palästina, Syrien und so wei­ter berich­ten wie gehabt, ja. Aber auf CNN kommt nichts mehr! Das beein­druckt die Jugend nicht! Wenn das so wei­ter geht, krie­gen wir ernst­haf­te Nachwuchsprobleme!«

»Ich ver­ste­he«, sag­te Eduard E. Waits.

»Sie müs­sen auf­hö­ren mit all dem«, ver­lang­te der Mann am ande­ren Ende der Telefonverbindung. »Sofort. Unsere Abmachung ist ab sofort null und nich­tig.«

Eduard E. Waits hob die Augenbrauen und erklär­te förm­li­ch: »Sie wer­den ver­ste­hen, dass ich ein mir erteil­tes Mandat nicht auf Grund eines Telefonanrufs been­den kann. Ich kann ja nicht davon aus­ge­hen, dass Sie tat­säch­li­ch der sind, der Sie zu sein behaup­ten.«

»Sie wis­sen gen­au, dass ich es bin. Wer son­st wüss­te über alles Bescheid?«

»Sie miss­ver­ste­hen mich, Mister Bin Laden. Das liegt nicht in mei­nem Ermessen. Ich bin, was die dies­be­züg­li­che Vorgehensweise anbe­langt, an die Standesregeln mei­nes Berufes gebun­den. Würde ich tun, was Sie ver­lan­gen, wür­de ich mich des Vertrauensmissbrauchs schul­dig machen und mei­ne Zulassung als Anwalt ver­lie­ren.«

»Aber Sie müs­sen damit auf­hö­ren!«

»Das kann ich tun, aber ich fürch­te, dazu müss­ten Sie sich in mei­ne Kanzlei bemü­hen, um die Vollmacht hier vor Zeugen zu wider­ru­fen.«

»Sie wis­sen gen­au, dass das unmög­li­ch ist. Man wür­de mich sofort ver­haf­ten.«

»Ich gebe zu, das ist ein Problem. Aber immer­hin wäre ich dana­ch nicht mehr ver­pflich­tet, die Berichterstattung über Ihre Festnahme, Ihren Prozess und Ihre Hinrichtung, zu der es ver­mut­li­ch kom­men wür­de, gericht­li­ch unter­sa­gen zu las­sen.«

»Das ist doch Unsinn. Sie müs­sen wie­der zu mir kom­men.«

»Ich fürch­te, das wird sich so schnell nicht ein­rich­ten las­sen. Sie müs­sen ver­ste­hen – dazu habe ich auf­grund Ihres Mandats ein­fach viel zu viel zu tun.«

* * *

Einige Wochen spä­ter betrat ein bär­ti­ger Mann, der sech­zig Jahre oder älter sein moch­te und einen Anzug pakis­ta­ni­scher Machart trug, das Büro der Kanzlei E. E. Waits & Partners. Er wies ein umfang­rei­ches Schreiben vor, das ihn als bevoll­mäch­tig­ten Abgesandten Usama Bin Ladens aus­wies, berech­tigt, in sei­nem Namen zu spre­chen und Abmachungen zu tref­fen.

Rechtsanwalt Eduard E. Waits prüf­te die Dokumente gen­au. Es hat­te alles sei­ne Richtigkeit. Also emp­fing er den Besucher in sei­nem gro­ßen, reprä­sen­ta­tiv ein­ge­rich­te­ten Büro, in dem der Blick aus zwei gro­ßen Fenstern weit über die City von Boston ging. An einer Wand prang­te ein in Gold gerahm­tes Porträt eines Mannes, der Eduard E. Waits ähn­li­ch sah, aber etwas älter war. Die gegen­über­lie­gen­de Wand wur­de von einem dun­kel­blau­en Vorhang ver­bor­gen. Hinter dem wuch­ti­gen Ledersessel des Anwalts hin­gen Urkunden, Sportabzeichen und ein abge­nutz­ter Baseball-Schläger.

Der grei­se Mann nahm in dem ange­bo­te­nen Sessel Platz und erklär­te ohne Umschweife: »Sie wis­sen, wes­we­gen ich kom­me. Scheich Usama Bin Laden hat mich beauf­tragt und bevoll­mäch­tigt, die Vereinbarung, die zwi­schen ihm und Ihnen getrof­fen wur­de, zu wider­ru­fen.«

Eduard Earnest Waits fal­te­te die Hände. »Das habe ich mir gedacht.«

»Ich soll Ihnen außer­dem aus­rich­ten«, fuhr der Besucher fort, »dass Scheich Usama Bin Laden das Gefühl hat, von Ihnen hin­ter­gan­gen wor­den zu sein. Er glaubt, dass Sie ihm Ihren Plan ein­zig und allein des­halb unter­brei­tet haben, um Geld zu ver­die­nen.«

Eduard Earnest Waits nick­te gelas­sen. »Auch das habe ich mir gedacht.«

»Ich soll Ihnen dar­über hin­aus sagen, dass …« Der alte Mann zöger­te. »Sind wir hier unter uns?«

Eduard Earnest Waits nick­te wie­der. »Sie kön­nen ganz offen spre­chen. Nichts, was in die­sem Raum gespro­chen wird, ver­lässt ihn. Alles ande­re wäre ein Verstoß gegen die anwalt­li­che Schweigepflicht.«

»Gut«, sag­te der Besucher. »Also – ich soll Ihnen sagen, dass Ihr Verhalten unwür­dig ist und geahn­det wer­den wird.«

Eduard Earnest Waits nick­te ein drit­tes Mal. »Ich will eben­falls ganz offen mit Ihnen spre­chen. Erstens: Ich wer­de Ihren Besuch igno­rie­ren und wei­ter­ma­chen wie bis­her –«

»Aber –«, begehr­te der Besucher auf.

»Zweitens«, fuhr Eduard Earnest Waits fort, »irrt sich Ihr Auftraggeber, was mei­ne Motive anbe­langt.«

Er stand auf und zog den Wandvorhang bei­sei­te. Dahinter hing ein gerahm­tes Foto, das das bren­nen­de World Trade Center zeig­te.

»Im Jahre 2001«, fuhr er fort, »gehör­te ich der Sozietät Wayne, Miller and Partners an, die ihren Sitz im 99. Stockwerk des Gebäudes hat­te, das Sie hier bren­nen sehen. Mein Bruder – des­sen Porträt Sie hier drü­ben sehen – gehör­te eben­falls die­ser Sozietät an. Die meis­ten Partner waren mei­ne Freunde. Ich war der Einzige, der am Morgen des 11. September nicht im Büro war. Ein Termin beim Zahnarzt hat mir das Leben geret­tet.«

»Oh«, sag­te der Besucher lei­se.

»Nach die­sem Tag«, fuhr Eduard E. Waits fort, »tat ich mehr oder weni­ger das­sel­be wie unser dama­li­ger Präsident – ich beschloss, den Terror zu bekämp­fen. Doch wäh­rend unser Präsident sich, wie wir heu­te wis­sen, unwirk­sa­mer Mittel bedien­te und ungang­ba­re Wege beschritt, such­te ich nach einer ande­ren Strategie.«

Er kehr­te hin­ter sei­nen Schreibtisch zurück. »Zunächst beweg­ten sich mei­ne Vorstellungen eher in kon­ven­tio­nel­len Bahnen – Rechtsbeistand für Terroropfer, Beschlagnahme von finan­zi­el­len Mitteln und der­glei­chen –, doch dann kam es zu dem Anschlag von Madrid. Hunderte Tote. Ein Massaker.« Er lehn­te sich zurück. »Und ich bekam davon über­haupt nichts mit.«

Der bär­ti­ge Pakistani schnapp­te nach Luft. »Was? Aber wie ist das –?«

»Ich befand mich damals auf einem zwei­wö­chi­gen Urlaub in den Rocky Mountains. Nur ich, ein Rucksack, ein Gewehr und end­lo­se Wälder. Ich mus­s­te vor einem Bären aus­rei­ßen, ver­lief mich mehr­mals und trank Wasser aus Wildbächen. Und als ich zurück in die Zivilisation kam, stell­te ich fest, dass ich einen Terroranschlag ver­passt hat­te.« Der Anwalt fal­te­te die Hände. »Weil mich kei­ner­lei Nachrichten erreicht hat­ten. Erstaunlich, nicht wahr? Ich begann, mich zu fra­gen, was wohl aus dem Terrorismus wer­den wür­de, wenn alle Zeitungen, Fernsehsender und so wei­ter über­ein­kä­men, nicht mehr dar­über zu berich­ten.«

Der grei­se Mann im Besuchersessel hör­te ihm schwei­gend zu, mit Augen, in denen Angst stand. Angst vor dem Zorn sei­nes Auftraggebers, ver­mut­li­ch.

»Eine illu­so­ri­sche Vorstellung, dach­te ich zunächst«, fuhr Eduard E. Waits fort. »Auf frei­wil­li­ger Basis nie­mals zu errei­chen. Doch mus­s­te es denn auf frei­wil­li­ger Basis gesche­hen?« Er lächel­te kalt. »Als ich Mister Bin Laden gegen­über sag­te, das ame­ri­ka­ni­sche Rechtssystem sei die wir­kungs­volls­te Waffe, die es gibt, hat er ein­fach nicht ver­stan­den, dass ich von Anfang an vor­hat­te, sie gegen ihn zu rich­ten. Das ist alles.«

© 2007 Andreas Eschbach

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