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Sales Report von iStock übersichtlich darstellen lassen

Vor eini­gen Wochen hat iSto­ck die gesam­te Buchhaltung rüber zur Mutterfirma Getty Images trans­fe­riert.

Wie lei­der fast schon übli­ch, ging das nicht ohne Probleme, Bugs und Verzögerungen über die Bühne.

Es ist auch nicht über­trie­ben zu behaup­ten, dass die Änderung kei­ne Verbesserung, son­dern defi­ni­tiv eine Verschlechterung ist. So las­sen sich bei­spiels­wei­se Verkaufsdaten nicht mehr in Echtzeit betrach­ten, son­dern nur gebün­delt nach jedem Monat.

Und selbst das wird den Fotografen nicht leicht gemacht. Auf der offi­zi­el­len „Account Management“-Seite von Getty Images gibt es nur eini­ge Balken- und Tortendiagramme im 1990er-Jahre-Look.

Wer eine Aufschlüsselung der ein­zel­nen Verkäufe haben will, muss tief in die Trickkiste grei­fen.

Ich ver­ra­te euch heu­te drei Wege, wie ihr mehr nütz­li­che Informationen aus den „Sales Reports“ extra­hie­ren könnt.

Für eini­ge der genann­ten Methoden ist es erfor­der­li­ch, eine Textdatei mit allen not­wen­di­gen (und vie­len unnö­ti­gen) Informationen her­un­ter­zu­la­den.

Dazu loggt ihr euch auf der ESP-Getty Webseite mit euren Login-Daten ein. Klickt auf „My Performance -> Royalties“. Dann in der Spalte links auf „Export“ kli­cken und in der Mitte den gewünsch­ten Monate und das Jahr aus­wäh­len. Als „File Type“ wählt ihr die mitt­le­re Text-Variante (im Screenshot ist die drit­te Connect-Variante mar­kiert, dazu spä­ter mehr).

  1. Todayis20
    Todayis20 ist eine kos­ten­lo­se Webseite, die von eini­gen Getty-Fotografen ins Leben geru­fen wur­de, die eben­so genervt wie etli­che ande­re von den unüber­sicht­li­chen Spreadsheets waren, die Getty zum Download bereit stellt.
    Der Name rührt daher, dass am 20. Tag eines Monats meist die Daten des Vormonats von Getty bereit gestellt wer­den soll­ten.
    Auf der Webseite könnt ihr die Textdateien hoch­la­den und visu­ell aus­wer­ten las­sen, unge­fähr so, wie man es von der alten iStock-Seite gewohnt war und sogar mit eini­gen Features mehr:
  2. Stock Performer*
    Über Stock Performer habe ich im Blog schon mehr­mals geschrie­ben, weil es DAS (kos­ten­pflich­ti­ge) Analysetool mei­ner Wahl für alle mei­ne Microstock-Verkäufe ist.
    Neben ganz vie­len ande­ren sta­tis­ti­schen Auswertungen erlaubt Stock Performer ähn­li­ch wie Todayis20 die Darstellung der ein­zel­nen Verkäufe sowie sehr viel mehr Analysen:
  3. Selbst Spreadsheets aus­wer­ten
    Es ist weni­ger bequem und erfor­dert mehr Arbeit, aber es ist mög­li­ch. Die unle­ser­li­che Textdatei kann in ein etwas hand­li­che­res Format gebracht wer­den.
    Dazu öff­net ihr zum Beispiel Microsoft Excel (oder die kos­ten­lo­se Variante von OpenOffice) und es öff­net sich bei Excel der „Textkonvertierungs-Assistent“:
    Dort klickt ihr wie im Screenshot zu sehen auf „Getrennt“, weil die Daten per Semikolon von­ein­an­der getrennt sind und auf „Die Daten haben Überschriften“, dann auf „Fertig stel­len“.
    Nun erhal­tet ihr vie­le Spalten mit den Infos, von denen jedoch vie­le Infos irrele­vant sind. Am span­nends­ten sind die Zeilen P (Bildnummer), R (Bildtitel) und AB (Umsatz pro Verkauf). Wenn ihr die Umsätze der Verkäufe addie­ren wollt, müsst ihr die Punkte in der Spalte durch Kommata erset­zen sowie die Zeile for­ma­tie­ren als „Währung“ mit 5 Dezimalstellen.
    Im Blog von Michael Zwahlen fin­det ihr auch hier eine Anleitung, wie ihr die Textdatei mit Google Docs aus­wer­ten könnt und eine Art Übersicht erstellt.

Spezialfall Connect-Sales:

Vor ca. vier Jahren hat Getty Images eine soge­nann­te „Getty Connect“-Schnittstelle ein­ge­rich­tet, mit der Webseiten wie Pinterest o.ä. legal Getty-Bilder oder deren Metadaten anzei­gen dür­fen und dafür eine mini­ma­le Gebühr bezah­len.

Wie gen­au die­se Gebühren aus­se­hen und wel­che Bilder ver­wen­det wur­den, seht ihr im Detail, wenn ihr im Export-Bereich der ESP-Seite von Getty Images die drit­te statt die zwei­te Datei run­ter­la­det (sie­he ers­ter Screenshot).

Diese Textdatei könnt ihr zum Beispiel mit Todayis20 aus­le­sen. Stock Performer bie­tet das nicht an, weil „Connect Sales nur ein paar Cent pro Monat aus­ma­chen“. Wenn ihr wie in Punkt 3 beschrie­ben selbst die Excel-Tabelle anse­hen wollt, braucht ihr eben auch die fünf Stellen hin­ter dem Komma (Klicken zum Vergrößern):
Wie kor­rekt über­haupt die Abrechnungen sind, wird im Netz wild dis­ku­tiert, weil da eini­ge Daten nicht zu pas­sen schei­nen. Bei mir steht zum Beispiel in Spalte J mehr als die Hälfte der Verkäufe als „exklu­siv“ mar­kiert, obwohl ich kein ein­zi­ges Bild exklu­siv über iSto­ck anbie­te.

Was sagt ihr zum neu­en Abrechnungsformat von iSto­ck?

* Affiliate-Link

Microstock-Analysedienst Stock Performer führt Bilderkennung ein

Ach, ich hin­ke schon wie­der hin­ter­her, obwohl ich als Beta-Tester schon seit eini­gen Wochen die neu­en Features nut­zen darf.

Die Rede ist von Stock Performer, dem Analysedienst für Bildagenturen, wel­cher Ende Juli eine bahn­bre­chen­de Funktion ein­ge­führt hat.

Am lau­tes­ten und längs­ten wur­de von den Fotografen die Bilderkennung gewünscht. Stock Performer ist jetzt end­li­ch in der Lage, ein Bild über meh­re­re Agenturen hin­weg zu erken­nen und somit auch die Umsätze, Verkäufe und so wei­ter agen­tur­über­grei­fend anzu­zei­gen. Falls in eini­gen Fällen die Bilderkennung fal­sch sein soll­te oder kein pas­sen­des Bild fin­det, kön­nen Fotografen die Ergebnisse auch per Hand im „File Manager“ über­prü­fen und kor­ri­gie­ren.

SP 08-08-2015 17-01-01Damit wur­den auch ande­re Funktionen mög­li­ch, die vor­her nicht umsetz­bar waren. „Collections“ müs­sen jetzt nur ein­mal (und nicht wie bis­her pro Agentur) ange­legt wer­den. Dank  der Bilderkennung weiß Stock Performer, wel­che Bilder davon in wel­chen Agenturen zu fin­den sind und bün­delt die Daten. Auch das Kopieren, Verschieben oder Verschmelzen von Collections ist mög­li­ch.

Übersichtsseite mit verschiedenen Collections
Übersicht mit ver­schie­de­nen Collections

Darüber hin­aus wir­den die Auswertungen über­sicht­li­cher und infor­ma­ti­ver gestal­tet. Zum Beispiel las­sen sich jetzt die Verkäufe von bestimm­ten Tagen oder Monaten ein­fa­cher sehen und es gibt mehr Informationen über die Performance im Vergleich zum Vormonat oder Vorjahr.

Viele kleine Details wie diese Prognosen für die Monatsauswertung wurden ergänzt.
Viele klei­ne Details wie die­se Prognosen (anony­mi­siert) für die Monatsauswertung wur­den ergänzt.

Insgesamt ist Stock Performer um so vie­le Längen bes­ser als die Umsatzstatistiken der Bildagenturen selbst, dass nicht ohne Grund vie­le Microstock-Größen wie Monkey Business, Andres Rodriguez, Wavebreakmedia, Pixdeluxe oder Uberstock die­sen Dienst nut­zen.

Die Top 11 der meistverkauften Musik-Tracks in 2014 bei Pond5

Welche Medien haben sich im letz­ten Jahr am meis­ten ver­kauft?

Bisher hat­ten wir: Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken, Editorial-Fotos, Videos und heu­te kom­men als sechs­ter und letz­ter Teil der Serie die Musik-Tracks an die Reihe. Damit sind musi­ka­li­sche Kompositionen gemeint, die über rei­ne Sound Effekts hin­aus gehen.

Die Agentur Pond5* war so freund­li­ch, mir die Verkaufszahlen für das letz­te Jahr raus­zu­su­chen.

Die Buchstabenkürzel hin­ter den Autoren bezeich­nen die Verwertungsorganisation, wel­cher der Musiker ange­hört, falls das der Fall ist, gefolgt von den gesam­ten Downloadzahlen (nicht nur des letz­ten Jahres) sowie der Geschwindigkeit des Tracks, gemes­sen in Schlägen pro Minute (bpm).

Hier ist die Liste:

  1. Optimistic and Upbeat* von LNDNSounds (1978 Downloads) (117 bpm)
    Im Jahr 2013 noch auf dem fünf­ten Platz, letz­tes Jahr schon an der Spitze mit einem Mainstream-Pop/Rock-Sound.
  2. Sunny Side* von ZingDog (ASCAP) (2656 Download) (100 bpm)
    Vom ers­ten auf den zwei­ten Platz abge­rutscht ist die­ser fröh­li­che Track mit Glockenspiel und Ukulele.
  3. Inspiring And Motivating Theme* von Twisterium (1529 Downloads) (116 bpm)
    Auch im Musikbereich ver­kau­fen sich „Business-Themen“ hör­bar gut, gestie­gen von Platz 7 auf Platz 3.
  4. Pulse (Full Track)* von sound­road (PRS) (1592 Downloads) (128 bpm)
    Energisch und trei­bend kommt die­ser Kraftmacher daher, der sich das zwei­te Jahr in Folge auf dem vier­ten Platz behaup­ten kann.
  5. Elevation* von AudioQuattro (1716 Downloads) (100 bpm)
    Der etwas ruhi­ge­re Business-Track ist vom zwei­ten auf den fünf­ten Platz gefal­len.
  6. Acoustic & Ukulele Fun* von JHunger (1450 Download) (86 bpm)
    Schon wie­der die Ukulele, zusam­men mit dem Glockenspiel. Könnte auch als Weihnachtssong durch­ge­hen, gefal­len von Platz 3 auf 6.
  7. Motivation To Win* von music­forho­pe­pro­duc­tion (BMI) (706 Downloads) (118 bpm)
    Pompös kommt die­ser Neueinsteiger daher, der die wich­ti­gen Keywords schon im Titel ver­eint.
  8. Corporate Ideas* von ThatBeat (1095 Download) (105 bpm)
    Von Platz 6 auf die 8 gefal­len ist die­ser Business-Track, der ähn­li­ch wie die Nummer 5 klingt.
  9. Family Underscore* von cur­tis­schweit­zer (ASCAP) (603 Downloads) (47 bpm)
    Auf dem neun­ten Platz neu ein­ge­stie­gen ist die­se lang­sa­me Hintergrundmusik mit viel Piano.
  10. Realisation (Inspirational Positive Piano And Strings)* von mar­co­zan­no­ne (796 Downloads) (70 bpm)
    Ebenfalls mit Piano, aber zusätz­li­ch mit Streichern ist die­ser moti­vie­ren­de Track.
  11. Breathe Some Life* von sweet­waveau­dio (498 Downloads) (136 bpm)
    Ein schnel­ler Synthie-Pop-Track belegt den letz­ten Platz.

In der Auswertung vom letz­ten Jahr hat­te ich geschätzt, dass alle die­se Bestseller in der Liste über 500 Downloads in einem Jahr erzielt haben. Daran hat sich auch die­ses Jahr nichts geän­dert, weil bei­spiels­wei­se der Track auf Platz 8 erst Mitte Oktober 2013 hoch­ge­la­den wur­de und bis jetzt über 600 Downloads erzielt hat.

Die Verkaufspreise der hier vor­ge­stell­ten Musikstücke rei­chen von 15–40 US-Dollar, wobei der Mittelwert gen­au bei 25 US-Dollar liegt. Im Vorjahr lag der Wert etwas höher bei 26,72 US-Dollar. Bei einem Split von 50% wür­de jeder der Topseller min­des­tens 6250 US-Dollar im Jahr ein­ge­spielt haben.

Die Länge der Tracks reicht von 1:29 Minuten bis 5:08 Minuten Spielzeit, bei einem Mittelwert von 2:40 Minuten. Damit sind die Topseller im Vergleich zum Vorjahr ca. eine hal­be Minute län­ger gewor­den.

Die Schnelligkeit der Songs ist von durch­schnitt­li­ch 199 bpm auf 102 bpm gefal­len, vor allem wegen des lang­sa­men Piano-Stückes auf Platz 9. Ohne die­sen Song läge der Durchschnitt-bpm bei 108 bpm, also immer noch lang­sa­mer als im Vorjahr.

Die Keywords lie­gen zwi­schen 20 und 51 Wörtern, im Durchschnitt bei 40 Wörtern (im Vorjahr 36 Wörter).

Wer von euch ver­kauft auch Stock-Audio?
Was sind eure Erfahrungen?

* Affiliate

Die 10 Vektor-Topseller 2014 bei Shutterstock

Im Rahmen mei­ner jähr­li­chen Serie, wel­che Motive sich letz­tes Jahr am bes­ten ver­kauft haben, geht es nach den Smartphone-Fotos dies­mal um die Vektoren. Vektoren sind im Gegensatz zu Illustrationen als JPG Grafiken, wel­che sich ohne Qualitätsverlust belie­big ska­lie­ren las­sen und meist auch in Form, Farbe etc. leicht ändern las­sen, was sehr Grafiker zu schät­zen wis­sen.

Beim Verkauf die­ser Vektoren hat Shutterstock* die Nase vorn und die Agentur war so freund­li­ch, mir die zehn Vektordateien raus­zu­su­chen, wel­che sich 2014 am meis­ten ver­kauft haben. Hier sind die Topseller:

  1. © Sky Designs/Shutterstock
    © Sky Designs/Shutterstock*

    Den ers­ten Platz belegt nicht ein Bild, son­dern 1000 Icons, zu vie­len Themen wie Büro, Medizin, Medien, Lebensmittel, Polizei, und so wei­ter. Der Nutzen die­ser Unmenge an Icons und Symbolen soll­te klar erkenn­bar sein. Aber dazu spä­ter noch mehr.

  2. PureSolution/Shutterstock
    © PureSolution/Shutterstock*

    Den zwei­ten Platz tei­len sich deut­li­ch weni­ger Icons, und zwar „nur“ 70, aus den Bereichen Web, Business, Finanzen und Kontakt.

  3. Romanova Ekatarina/Shutterstock
    © Romanova Ekatarina/Shutterstock

    Beim drit­ten Platz müs­sen mir eini­ge Grafiker unter den Lesern hel­fen: Warum sind die­se kal­li­gra­fi­schen Rahmen so beliebt bei Designern? Meine Vermutung ist, dass die­se Schnörkel ger­ne für Hochzeits- und ande­re Einladungen benutzt wer­den, aber ich las­se mich ger­ne eines Besseren beleh­ren.

  4. PureSolution/Shutterstock
    © PureSolution/Shutterstock

    Auf dem vier­ten Platz lie­gen wie­der 600 Icons, dies­mal mit dün­nen Linien. Wenn ich rich­tig sehe, wer­den eini­ge die­ser Icons auch im Shutterstock-Trend-Report 2015 unter „Gradliniges Design“ gezeigt.

  5. graphixmania/Shutterstock
    © graphixmania/Shutterstock

    Im Vergleich zu den ande­ren Vektoren ist Platz fünf rela­tiv sim­pel: Ein Infografik-Element vier Mal in ver­schie­de­nen Farben.

  6. HAKKI ARSLAN/Shutterstock
    © HAKKI ARSLAN/Shutterstock

    Noch simp­ler hin­ge­gen ist das ein­fa­che weiß gepunk­te­te Hintergrund. Beachtet, wie in der Mitte die Punkte aus­lau­fen und damit Platz für Text geschaf­fen wird. Außerdem sor­gen die fei­nen Schwingungen der Punkte für eine Dynamik, die Bewegung sug­ge­riert. Gerade das trägt ver­mut­li­ch zur Verkäuflichkeit bei, dann „nor­ma­le“ wei­ße Punkte auf grau­em Hintergrund sym­me­tri­sch anzu­ord­nen, dürf­ten vie­le Designer noch selbst schaf­fen. Die „Schwingungen“ ins Bild zu bekom­men, ist schon schwie­ri­ger.

  7. PureSolution
    © PureSolution/Shutterstock

    Auf Platz 7 liegt wie­der der Anbieter „PureSolution“* und ist damit men­gen­mä­ßig der Sieger. Hier ist es eine Mischung aus Icons und Design-Konzept zu vier Themen, die alle­samt sehr gut ver­käuf­li­ch sind: Webdesign, SEO, Social Media und Online-Zahlung.

  8. © Sky Designs/Shutterstock
    © Sky Designs/Shutterstock

    Auf Platz 8 begeg­nen wir wie­der dem Erstplatzierten „Sky Designs“*, der noch mal nach­ge­legt hat und die ers­te Icon-Sammlung um 50% auf 1500 Icons erwei­tert hat. Mittlerweile hat er die­se Sammlung jedoch schon ver­dop­pelt: Hier gibt es 3000 Icons* von ihm zum Preis von einem. Allein dafür wür­de sich der Kauf eines Bildpakets loh­nen.

  9. © Cienpies Design/Shutterstock
    © Cienpies Design/Shutterstock

    Wenn sich ein Feiertag gut ver­kauft, ist es Weihnachten. Deshalb liegt die­se weih­nacht­li­che Grußkarte als ein­zi­ger Feiertagsvektor auf Platz 9. Wobei ich mir gut vor­stel­len kann, dass sich die­ses Motiv (neben Platz 6) nicht nur als Vektor, son­dern auch als ein­fa­che JPG-Datei gut ver­kauft.

  10. © Leonid Zarubin/Shutterstock
    © Leonid Zarubin/Shutterstock

    Auf dem zehn­ten Platz liegt wie­der ein Bild mit Infografik-Thema. Ich ver­ste­he in der Praxis zwar nicht ganz, wie man damit viel Zeit spa­ren kann, wenn man die Grafiken sowie­so an die Werte der eige­nen Daten anpas­sen muss, aber ent­we­der igno­rie­ren eini­ge Designer die­sen Umstand oder die Erstellung von Infografiken geht trotz­dem leich­ter, wenn zumin­dest Farbe und gro­be Form vor­ge­ge­ben wer­den. Ich habe es noch nicht aus­pro­biert. Vielleicht hat von euch jemand Praxiserfahrung mit sol­chen Infografik-Templates?

Der Überblick – Was sagen uns die Top-Seller?

Zunächst ein­mal: Viel hilft viel. Während bei Fotos und (zu einem gerin­ge­ren Teil auch bei) Illustrationen nur weni­ge Variationen der Verwendung mög­li­ch sind, zum Beispiel durch Beschnitt, Farbänderung oder Textzugabe, sieht das bei Vektoren anders aus. Durch das Vektorformat kön­nen nicht nur Farbe und Größe ver­än­dert wer­den, auch die Anordnung der Objekte, der Zusammenhang, Elemente kön­nen weg­ge­las­sen wer­den, anders kom­bi­niert wer­den und so wei­ter.

Zusätzlich jedoch ist ein Verkaufsargument offen­sicht­li­ch: „Viel zum Preis von einem“. Ob Icons, Templates oder Rahmen, die Käufer schei­nen es zu schät­zen, wenn die Anbieter nicht gei­zen und so viel Inhalte wie mög­li­ch in eine Datei packen. Bei Platz 5 mit dem iden­ti­schen Element in ver­schie­de­nen Farben bricht dem Anbieter kein Zacken aus der Krone, aber die ande­ren Elemente bie­ten schon ech­ten Mehrwert. Am bes­ten erkenn­bar ist es beim Vergleich von ach­ten mit dem ers­ten Platz. Hier bekommt der Käufer 50% mehr Inhalt zum glei­chen Preis.

Warum liegt dann die­se Datei nicht auf dem ers­ten Platz?
Zuerst hat­te ich ver­mu­tet, dass die­se deut­li­ch spä­ter hoch­ge­la­den wur­de. Aber das stimmt nur bedingt. Die Datei vom ers­ten Platz wur­de der Bildnummer nach ca. im März 2013 hoch­ge­la­den, die vom ach­ten Platz im Juni 2013. Beide hat­ten also genug Zeit, bis zum Beginn des Jahres 2014 genug Downloads zu gene­rie­ren. Die Datei mit den 3000 Icons hin­ge­gen stammt erst vom Januar 2015.

Meine Vermutung ist des­halb eine ande­re: Shutterstock ist eine der weni­gen gro­ßen Bildagenturen, die noch kei­ne Zoom-Funktion anbie­tet, bei der die Kunden das Bild vor dem Kauf an einer belie­bi­gen Stelle ver­grö­ßern kön­nen. Das bedeu­tet, dass die Kunden bei gleich­blei­ben­der Thumbnail-Größe umso weni­ger erken­nen kön­nen, je mehr Icons zum Beispiel ange­zeigt wer­den (Zum Vergleich: Das Thumbnail bei Shutterstock ist ca. 67% klei­ner auf die Topseller-Bilder in die­sem Artikel). Der Kunde kauft gewis­ser­ma­ßen die Katze im Sack, weil er bei mehr als 1000 Icons nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, ob das Gesuchte mit dabei ist.

Interessante Anmerkung neben­bei: Bei Fotolia funk­tio­niert die Zoom-Funktion nur bei Fotos und Illustrationen, nicht bei Vektoren. Das Grundproblem ist also iden­ti­sch, der Effekt jedoch ein ande­rer. Weil bei Shutterstock mehr Kunden mit einem Abonnement kau­fen, den­ken sich die­se viel­leicht eher: „Ach, lade ich trotz­dem mal run­ter und schaue es mir an, bevor mein Guthaben am Ende des Tages oder Monats ver­fällt“. Allein, die Illusion lie­fern zu kön­nen, dass etwas Brauchbares dabei sein könn­te, wür­de dann schon gewinn­brin­gend wir­ken.

Die feh­len­de Zoom-Funktion ist ver­mut­li­ch – wenn bestimmt auch nicht allein – für eine ande­re Auffälligkeit ver­ant­wort­li­ch. Die Designer in den Bestsellern haben sich meist die Mühe gemacht, zusätz­li­ch zum eige­nen Inhalt Elemente ein­zu­fü­gen, die als „Verpackung“ oder „Kaufhilfe“ bezeich­net wer­den könn­ten. Damit mei­ne ich die rosa Balken rechts bei Platz 1 und 8, wo die Art der Icons und die Menge ange­zeigt wer­den, die bun­te Titelleiste vom zwei­ten Platz mit Farbcodierung und so wei­ter. Damit soll ers­tens das Thumbnail als sol­ches opti­sch attrak­ti­ver gestal­tet wer­den (stellt euch den ers­ten Platz ein­fach mal ohne den rosa rech­ten Teil vor), zwei­tens den Käufern Informationen gege­ben wer­den, die er ohne Zoom-Funktion nicht sehen kann und drit­tens wer­den dem Kunden teil­wei­se Gestaltungsvorschläge gemacht durch gene­ri­schen „Blindtext“, wel­cher mit einem Vektorprogramm leicht durch eige­ne Inhalte aus­ge­tauscht wer­den kann.

Welche Vektoren ver­kau­fen sich bei euch am bes­ten?
Was lernt ihr aus die­sen 10 Vektor-Bestsellern?

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Das Sterben der kleinen Bildagenturen wird weitergehen

Zum Jahresanfang habe ich mich hin­ge­setzt und mei­ne Zahlen etwas aus­führ­li­cher ana­ly­siert.

Diesmal ging es vor allem um die Performance der vie­len klei­nen Bildagenturen, die ich par­al­lel zu den „Big Playern“ im Microstock-Business belie­fe­re. Gibt es eine Veränderung bei den klei­nen Agenturen? Ins Positive oder Negative?

Dazu habe ich die umfang­rei­che Liste mei­ner eige­nen Umsatzzahlen zur Hilfe genom­men.

Meine Liste umfasst aktu­ell 37 Agenturen, die ich im Laufe der Jahre belie­fert habe. Dazu zäh­len auch zwei Agenturen, die ich dop­pelt mit unter­schied­li­chem Material zu ver­schie­de­nen Preispunkten (Micro/Macro) belie­fert habe bzw. hat­te sowie mein mitt­ler­wei­le auf­ge­ge­be­ner eige­ner Bildershop. Außerdem sind da noch eini­ge Agenturen ent­hal­ten, wel­che schon längst nicht mehr auf dem Markt sind, zum Beispiel StockXpert, Polylooks oder Fotocent.

Weggelassen habe ich außer­dem Agenturen, wel­che ich nur mit Videos belie­fe­re (z.B. Pond5, Revostock oder Clipcanvas) sowie Agenturen, wel­che ich erst seit weni­ger als fünf Jahren belie­fe­re (z.B. Canva, Mostphotos oder Alamy).

Übrig geblie­ben ist eine Liste mit 20 Agenturen. Ich habe lan­ge über­legt, ob ich kon­kre­te Namen oder Zahlen nen­ne, aber mich aus ver­schie­de­nen Gründen dage­gen ent­schie­den. Die Motivation, mei­ne Umsatzzahlen nicht mehr zu nen­nen, habe ich hier dar­ge­legt und da die Kurven eini­ger Agenturen nicht zu posi­tiv aus­se­hen, möch­te ich nicht noch mal einen Rechtsstreit vom Zaun bre­chen.

Ich fin­de jedoch, dass die Diagramme trotz­dem eine gewis­se Aussagekraft haben.

Wichtig war mir, lang­fris­ti­ge Trends zu erken­nen, ohne von sai­so­na­len Ausreißern wie dem Weihnachtsgeschäft oder der Sommerflaute abge­lenkt zu wer­den. Deswegen habe ich von jeder Agentur den Monatsumsatz als Jahresmittelwert genom­men, also wie viel Geld ich bei die­ser Agentur über das Jahr gerech­net (und durch zwölf geteilt) ein­ge­nom­men habe.

Insgesamt sieht das dann so aus:

jahresschnitt-alle-agenturenDas Pareto-Prinzip ist hier sofort erkenn­bar. Zwei der zwan­zig Agenturen lie­fern den größ­ten Teil mei­ner Umsätze. Da es ohne­hin kein gro­ßes Geheimnis ist, kann ich die bei­den Namen auch nen­nen: Fotolia* (grün) und Shutterstock* (lila). Leider ver­zer­ren die bei­den Ausreißer nach oben die Aussagekraft, wes­halb ich die bei­den Agenturen in der fol­gen­den Grafik weg­ge­las­sen habe:

jahresschnitt-ohne-ft-shsSchon bes­ser. Die rest­li­chen 18 Agenturen sind fast alle als Linie zu erken­nen. Die bei­den Ausreißer nach oben dies­mal sind Dreamstime* (tür­kis) und 123rf* (gelb).

Wenn wir die­se weg­las­sen, ver­tei­len sich die rest­li­chen 16 Agenturen so:

jahresschnitt-ohne-ft-shs-dt-123rf

Endlich kommt Licht in das, was auf der ers­ten Grafik noch wie ein dicker bun­ter Strang aus­sah. Gut zu erken­nen ist, dass fast alle der 16 Agenturen müh­sam vor sich hin vege­tie­ren oder ganz klar jedes Jahr weni­ger Umsatz für mich erwirt­schaf­ten. Es gibt nur zwei Ausnahmen: Die hell­graue Linie (wur­de vor eini­gen Jahren von einer gro­ßen Agentur auf­ge­kauft) sowie die oran­ge­ne Linie, die sich müh­sam auf den drit­ten (bzw. ins­ge­samt sieb­ten Platz) hoch­ge­ar­bei­tet hat. Auch die­se Agentur gehört einer ande­ren gro­ßen Agentur.

Fairerweise muss ich an die­ser Stelle ein­wer­fen, dass ich bei eini­gen die­ser Agenturen das Hochladen von Bildern schon eine Weile ein­ge­stellt habe, weil der zeit­li­che Aufwand grö­ßer war als der Umsatz auf die­ser Seite. Eine gleich­blei­ben­de Portfolio-Größe wird in der Microstock-Branche oft als Faktor für einen lang­fris­ti­gen Umsatzrückgang gewer­tet, weil die Bilder „ver­al­ten“ und irgend­wann weni­ger gekauft wer­den.

Wenn ich die­se neun Agenturen eben­falls ent­fer­ne, blei­ben sie­ben Agenturen übrig und das Diagramm sieht so aus:

jahresschnitt-ohne-ft-shs-dt-123rf-und-no-uploader

Egal wel­che der letz­ten bei­den Grafiken ich mir anse­he, sie sehen bei­de trau­rig aus. Vor allem, wenn man im Hinterkopf hat, dass sich bei jeder die­ser 7 Agenturen mein Bildbestand min­des­tens ver­dop­pelt, in eini­gen Fällen sogar mehr als ver­zehn­facht hat. Wer als Agentur mit einem zehn­fa­chen Bildbestand trotz­dem fünf Jahre lang umsatz­mä­ßig sta­gniert, wird auch in Zukunft kei­ne rosi­gen Zeiten erwar­ten kön­nen.

Eine der neun nicht mehr belie­fer­ten Agenturen, die öster­rei­chi­sche Agentur Waldhäusl, hat im April 2014 den Betrieb ein­stel­len müs­sen und eine ande­re Agentur die­ser neun wur­de eben­falls 2014 von einer ande­ren Bildagentur auf­ge­kauft und geschlos­sen. Vor weni­gen Wochen wur­de bekannt gege­ben, dass eine der rest­li­chen sie­ben Agenturen in den kom­men­den Monaten das glei­che Schicksal erei­len wird.

Was sagt mir das?

Für mich sind die Zeichen ein­deu­tig: Die klei­nen Bildagenturen ster­ben weg!

Die vier gro­ßen Agenturen haben alle über 30 Millionen Bilder im Portfolio, die wei­te­ren Agenturen mit einem posi­ti­ven Trend haben alle eine ande­re gro­ße Agentur im Rücken. Der Rest erwirt­schaf­tet nur nied­ri­ge drei- oder sogar nur zwei­stel­li­ge Beträge im Monat mit mei­nen teils über 10.000 Fotos. Da ich weiß, dass ich damit in der Regel zu den oberen 10% der Bildlieferanten gehö­re, kann ich über den Daumen gepeilt ver­mu­ten, dass die Gesamtumsätze der jewei­li­gen Bildagenturen beschei­den sind. Da wun­de­re ich mich manch­mal, wie die Agenturen teil­wei­se zwei Geschäftsführer oder Eigentümer bezah­len kön­nen.

Teilweise fin­de ich die mäßi­ge Performance scha­de, weil ich weiß, wie viel Herzblut die Agenturinhaber in ihre Agenturen ste­cken. Nüchtern betrach­tet erleich­tert es mir aber mei­ne Arbeit, mei­ne Bilder nicht mehr bei 15 oder 20 Agenturen zu streu­en, son­dern sich auf die zehn umsatz­stärks­ten zu kon­zen­trie­ren.

Ich ver­mu­te stark, dann in die­sem und dem nächs­ten Jahr noch eini­ge der Agenturen aus den letz­ten bei­den Grafiken den Betrieb ein­stel­len wer­den oder von ande­ren Agenturen über­nom­men wer­den. Erst ges­tern kam zum Beispiel die Info rein, dass Mauritius Images, vor­mals eine der gro­ßen deut­schen Agenturen, vom in der Szene eher unbe­kann­ten Stefan Ploghaus auf­ge­kauft wur­de.

Zwar habe ich in der Vergangenheit viel Zeit (und damit auch Geld) in den Aufbau mei­nes Portfolios bei klei­nen Agenturen gesteckt, aber mitt­ler­wei­le ist es mir lie­ber, wenn weni­ger Agenturen mei­ne Bilder ver­trei­ben, weil es neben der Zeitersparnis auch das Risiko von unse­riö­sen Partneragenturen oder undurch­sich­ti­gen Deals mit ande­ren Agenturen ver­rin­gert. Deshalb wer­de ich in den nächs­ten Monaten begin­nen, mei­ne Bilder aus eini­gen Agenturen abzu­zie­hen und die Accounts schlie­ßen zu las­sen.

Was sind eure Erfahrungen? Wie schätzt ihr die Entwicklung ein?

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