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Stockfotografie: Sich reinknien oder Zurücktreten?

Kürzlich sah ich einen Artikel in der Washington Post von Michele Norris, in dem das Konzept des „Zurücktretens“ (Step Back) dis­ku­tiert wur­de, das von Prinz Harry und sei­ner Frau Meghan benutzt wur­de, um ihren Rückzug von ihren vol­len könig­li­chen Pflichten anzu­kün­di­gen.

Wir haben alle vom „Reinknien“ (Lean In) gehört, das sug­ge­riert, dass sich jemand auf einem idea­li­sier­ten Weg vor­wärts bewegt. Brust raus. Kinn hoch. Finde es auf dem Weg her­aus. Aufgepasst, Welt – ich kom­me. Wie Norris es beschrie­ben hat, ist „Step Back“: „Ich wer­de die Landschaft beur­tei­len und her­aus­fin­den, wie ich mich auf mei­nem eige­nen Weg vor­wärts bewe­gen kann – oder her­aus­fin­den, ob der vor­ge­schrie­be­ne Weg über­haupt am bes­ten passt.“ In der heu­ti­gen Welt ist der bes­te Rat, den ich jedem in der Fotobranche – ins­be­son­de­re der Stockfotografie – geben kann, zurück­zu­tre­ten und die aktu­el­le Situation rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen.

Sie mögen die Fotografie lie­ben und groß­ar­ti­ge, krea­ti­ve Bilder pro­du­zie­ren, aber wenn die­se Tätigkeit ein wich­ti­ger Teil Ihres Lebensunterhalts ist, ist es an der Zeit, „Step Back“ zu machen und das lang­fris­ti­ge Potential die­ses Geschäfts rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen.

Es ist natür­lich, dass sich unab­hän­gi­ge, selbst­stän­di­ge Geschäftsleute (was die meis­ten Fotografen sind), in das Geschäft ein­glie­dern wol­len. Fotografen nei­gen dazu, zu glau­ben, dass ihr Geschäft flo­rie­ren wird, wenn sie nur ein wenig här­ter arbei­ten, ihre Kosten sen­ken und noch bes­se­re, mehr Bilder mit immer höhe­ren krea­ti­ven Werten pro­du­zie­ren. Es gab eine Zeit – vor eini­gen Jahren – in der das funk­tio­nier­te, aber das Geschäft hat sich ver­än­dert.

Nicht nur das Geschäft hat sich ver­än­dert, son­dern es ist auch kein vor­über­ge­hen­der Rückgang. Wenn Sie ein­fach nur da rein­hän­gen und hart durch­grei­fen, wird nicht alles irgend­wann bes­ser wer­den. Wenn das Geld, das Sie mit Ihrer Fotografie ver­die­nen, wich­tig für Ihren Lebensunterhalt ist, und wenn Sie einen Rückgang der Einnahmen fest­stel­len, kön­nen Sie ziem­lich sicher sein, dass die Dinge schlech­ter wer­den. Es ist an der Zeit, sich zurück­zu­zie­hen und ande­re Möglichkeiten zu erkun­den, um die Einnahmen zu erzie­len, die Sie für Ihr täg­li­ches Leben benö­ti­gen.

Es gibt ein­fach zu vie­le gute Bilder, und die Zahl wächst astro­no­misch schnell. Was das Lager betrifft, so wird alles, was Sie pro­du­zie­ren, eine sehr kur­ze Lebensdauer haben, weil es bald in einer Flut von ähn­li­chen Bildern ver­lo­ren gehen wird. Viele die­ser neu­en Bilder sind viel­leicht nicht so gut wie Ihre, aber sie wer­den leich­ter zu fin­den sein.

Wir müs­sen auch die Tatsache akzep­tie­ren, dass die Leute, die unse­re Bilder kau­fen, an einem ein­zi­gen Tag an viel mehr Projekten arbei­ten müs­sen als noch vor eini­gen Jahren. Einige Art Directors sagen, dass sie bis zu zehn­mal mehr Projekte bear­bei­ten und pro­du­zie­ren müs­sen als noch vor einem Jahrzehnt. Dadurch haben sie immer weni­ger Zeit, um genau das rich­ti­ge Bild zu suchen.

Ein wei­te­rer Trend ist der zuneh­men­de Einsatz von Illustration statt Fotografie. Viele Illustratoren und Grafikdesigner wen­den sich mehr der Illustration als der Fotografie zu, um ihre Probleme zu lösen. Es ist für sie oft ein­fa­cher, etwas zu zeich­nen, das das Konzept, an dem sie arbei­ten, illus­triert, als ein Foto zu fin­den. Wenn sie Elemente benö­ti­gen, kön­nen sie zu Canva oder Freepik gehen und schnell und fast ohne Geld etwas bekom­men, das für ihr Projekt funk­tio­niert. Oder sie kön­nen sich ein­fach etwas aus dem Internet holen.

Es gibt weni­ger Bedarf an Standfotos als frü­her. Einer der Vorteile, die Fotografien frü­her boten, war, dass sie eine „ech­te“ Darstellung von etwas waren, das tat­säch­lich exis­tier­te oder tat­säch­lich geschah. Jetzt ist es so ein­fach gewor­den, ein visu­el­les Bild zu mani­pu­lie­ren und zu fäl­schen, dass der Betrachter nicht mehr erken­nen kann, ob das ihm prä­sen­tier­te visu­el­le Bild eine ech­te Fotografie oder eine Illustration ist.

Es gibt eine stei­gen­de Nachfrage nach Filmmaterial im Vergleich zu Standbildern und es gibt ein viel klei­ne­res Angebot an Filmmaterial-​Clips im Vergleich zu Fotos. Es scheint jedoch wahr­schein­lich, dass in sehr naher Zukunft auch das Angebot an Footage-​Clips die Nachfrage bei wei­tem über­stei­gen wird und die Preise für die Nutzung eben­so wie für Standbilder sin­ken wer­den.

Es gab eine Zeit in den 1980er und frü­hen 1990er Jahren, als ich Fotografen riet, Stockbilder zu pro­du­zie­ren. Viele nah­men die­sen Rat an und eini­ge bau­ten gro­ße, sehr erfolg­rei­che Sammlungen auf, die erheb­li­che Einnahmen gene­rier­ten. Das war zu einer Zeit, als die Nachfrage im Verhältnis zum Angebot stieg. Darüber hin­aus fand es eine zuneh­men­de Anzahl von Käufern akzep­ta­bel, Stock-​Bilder zu ver­wen­den, anstatt einen Fotografen mit der Aufnahme der benö­tig­ten Bilder zu beauf­tra­gen. Jetzt ist die Angebots-​/​Nachfragesituation völ­lig umge­kehrt.

Das war auch der Zeitpunkt, an dem wir Fotografen rie­ten, ihre Stockfoto-​Archive auf­zu­bau­en, weil es eine anhal­ten­de Nachfrage nach den Bestsellern geben wür­de. Sie wür­den sich immer wie­der ver­kau­fen und eine wich­ti­ge Altersversorgung für den Fotografen dar­stel­len. Das stell­te sich aus meh­re­ren Gründen als sehr schlech­ter Ratschlag her­aus.

  1. Wir hat­ten kei­ne Vorstellung davon, wie die digi­ta­le Technologie und die Verfügbarkeit des Internets den Markt ver­än­dern wür­de.
  2. Wir hat­ten kei­ne Ahnung oder Erwartung, dass letzt­end­lich jeder Amateur auf der Welt in der Lage sein wür­de, am Markt teil­zu­neh­men.
  3. Wir wuss­ten nicht, dass unend­lich vie­le Fotografen die erfolg­reichs­ten Konzepte und visu­el­len Ideen kopie­ren wür­den und dass die neue­re Illustration eines Konzepts am ehes­ten zum Einsatz kom­men wür­de, auch wenn sie den Punkt nicht so gut ver­an­schau­licht, weil das älte­re Bild nun schwie­ri­ger zu fin­den ist.
  4. Dass die Nutzungshonorare so dra­ma­tisch sin­ken wür­den, obwohl die tat­säch­li­chen Kosten für die Fotografen bei der Herstellung der Bilder, wenn über­haupt, nur sehr gering sind.

Infolgedessen erzie­len heu­te nur noch sehr weni­ge der vor 10, 20 oder 30 Jahren pro­du­zier­ten Bildsammlungen ein nen­nens­wer­tes Einkommen für ihre Schöpfer.

Es gibt eini­ge weni­ge pro­fes­sio­nel­le Fotografen, die schon seit eini­gen Jahren im Geschäft sind und deren Jahreseinkommen nach Ausgaben sta­bil ist oder noch wächst. Oftmals sind die­se Fotografen ver­sucht, einen gro­ßen Teil ihrer Gewinne wie­der in das Geschäft zu ste­cken, um es zu ver­grö­ßern. Dies ist ein natür­li­cher Instinkt von Geschäftsleuten.

Aber es ist sehr wich­tig für die­se Fotografen, einen bedeu­ten­den Prozentsatz die­ser Gewinne in IRA’s (Pensionsrücklagen) oder ande­re Arten von Unternehmen zu inves­tie­ren, um ihre Risiken zu streu­en, wenn sie erwar­ten, etwas übrig zu haben, wenn sie ihre Produktion ver­lang­sa­men wol­len oder sich voll­stän­dig aus dem Geschäft zurück­zie­hen wol­len.

Persönlich gab es Zeiten in mei­ner Karriere, in denen ich jeden zusätz­li­chen Dollar zurück in das Geschäft gesteckt habe, um bes­se­re Ausrüstung zu bekom­men und mei­ne Produktion zu stei­gern. Ich ken­ne eine Reihe von ande­ren Fotografen und Bildagenturen, die das Gleiche getan haben und am Ende nur wenig oder gar nichts in ande­re Bereiche inves­tiert haben.

Glücklicherweise habe ich in mei­nem Fall schon ange­fan­gen, Geld in ande­re Dinge zu inves­tie­ren, wäh­rend mein Geschäft noch wuchs, und habe jetzt ein Polster für den Ruhestand.

Dieser Geschäftslebenszyklus pas­siert bei jeder Art von Unternehmen, nicht nur bei der Fotografie. Laut Professor Richard Foster von der Universität Yale ist die durch­schnitt­li­che Lebensdauer eines Unternehmens, das im S&P 500-​Index der füh­ren­den US-​Unternehmen gelis­tet ist, im letz­ten Jahrhundert um mehr als 50 Jahre gesun­ken, von 67 Jahren in den 1920er Jahren auf nur noch 15 Jahre heu­te. Und es ist wahr­schein­lich, dass sich in Zukunft ein Unternehmenstyp noch schnel­ler her­aus­bil­den und wie­der zurück­ge­hen wird.

Jeder soll­te sich regel­mä­ßig von sei­nem Geschäft zurück­zie­hen und eine rea­lis­ti­sche Einschätzung dar­über abge­ben, was die Zukunft für sei­ne Branche bereit­hält. Nichts ist von Dauer. Diversifizieren.

Über den Autor:
Jim Pickerell ist seit über 50 Jahren als Stockfotograf und Macrostock-​Agentur-​Betreiber aktiv und betreibt seit über 20 Jahren den Stockfotografie-​Newsletter selling-stock.com.
Dieser Artikel ist eine Übersetzung die­ses Artikels mit freund­li­cher Genehmigung des Autors.

Die Lizenzgebühren bei iStock

Es wird immer schwie­ri­ger für Fotografen, höhe­re Lizenzgebühren für ihre Bilder in der iStock Signature Collection zu erhal­ten. Die Tantiemen stei­gen in Abhängigkeit von der Gesamtzahl der Downloads der Bilder eines Anbieters wäh­rend des Jahres.

Download-​Ziele für exklu­si­ve Anbieter gibt es seit 2017. Zu Beginn des Jahres beginnt der Anbieter mit dem Lizenzsatz des Vorjahres. Am 1. Januar beginnt iStock mit der Zählung der Downloads für das Jahr. Bild-​Downloads aus der „Essential Collection“ wer­den als einer gezählt, wäh­rend „Signature Plus“-Downloads als zwei gezählt wer­den. Einige, aber nicht alle Downloads von Signature-​Bildern über Gettyimages.com zäh­len eben­falls als zwei. Andere, wahr­schein­lich haupt­säch­lich Premium Access Verkäufe, zäh­len nur als einer.

Wenn zu einem bestimm­ten Zeitpunkt im Jahr die Downloads des Beitragenden die Zielvorgabe für die bereits erhal­te­nen Tantiemen über­schrei­ten, dann steigt sei­ne Tantiemenrate im fol­gen­den Monat. Überschreitet er bei­spiels­wei­se am 5. Juni die Zahl, so erhöht sich sei­ne Lizenzgebühr am 1. Juli.

Beginnt der Beitragszahler hin­ge­gen das Jahr mit 35% und erreicht er das neue Ziel bis zum Jahresende nicht, sinkt sein Satz am 1. Januar des Folgejahres auf 30%.

Diese Grafik zeigt, wie die Download-​Ziele für Fotos in den letz­ten 3 Jahren gestie­gen sind. iStock hat unter­schied­li­che Ziele für Illustrationen und Video, die die glei­chen Trends auf­wei­sen.

Jahr25% Anteil30% Anteil35% Anteil40% Anteil45% Anteil
2017Default5005,00020,000300,000
2018Default5505,50022,000330,000
2019Default6506,50026,500396,000
2020Default8008,50034,500515,000

Man könn­te mei­nen, dass dies ein Hinweis dar­auf ist, dass sich iStock-​Bilder bes­ser ver­kau­fen als in der Vergangenheit, aber das bedeu­tet nicht unbe­dingt, dass die­se Verkäufe mehr Einnahmen für den Fotografen oder für Getty Images gene­rie­ren.

Die iStock Preistabelle für U.S.-Lizenzen zeigt, dass die Preise für Signature-​Bilder 3 Mal höher sind als die für Essentials-​Bilder. In eini­gen Ländern hat iStock jedoch den Preis für Signature-​Bilder auf den Preis von Essentials redu­ziert.

Darüber hin­aus wer­den vie­le Bilder aus der Signature-​Sammlung von iStock jetzt im Rahmen von Premium-​Access-​Angeboten lizen­ziert, bei denen der Preis pro Nutzung sogar nied­ri­ger sein kann als der Preis für Essentials auf iStock.

Dadurch ist es mög­lich, viel mehr Nutzungen zu lizen­zie­ren, wäh­rend der Gesamtumsatz im Laufe des Jahres noch immer zurück­geht. Wahrscheinlich hat Getty des­halb fest­ge­stellt, dass die Anzahl der Downloads, die not­wen­dig sind, um eine höhe­re Lizenzgebühr zu errei­chen, im Jahr 2019 um 20% gegen­über 2018 und im Jahr 2020 um wei­te­re 30% gegen­über 2019 erhöht wer­den muss.

Sie haben ent­deckt, wie sie mehr Bilder ver­kau­fen kön­nen, nur nicht, wie sie mehr Geld für die Bilder, die sie ver­kau­fen, ver­die­nen kön­nen.

Könnten alle Fotografen bit­te här­ter arbei­ten, mehr von ihrer Zeit und ihrem Geld aus­ge­ben und mehr Bilder pro­du­zie­ren, nur damit Getty den glei­chen Betrag – oder viel­leicht etwas weni­ger – als in der Vergangenheit ver­die­nen kann?

Das ist ein über­setz­ter Beitrag von Jim Pickerell, mit freund­li­cher Genehmigung des Autors, zuerst ver­öf­fent­licht hier auf selling-stock.com.

Canva Unlimited: Ernüchternde Analyse der Ersten Umsätze

Im Mai 2019 gab es bei der aus­tra­li­schen Bildagentur Canva zwei gro­ße Änderungen.

Die ers­te Änderung betraf den Kauf der Gratis-​Bilderplattformen Pixabay und Pexels. Canva kauf­te die bei­den Webseiten für einen unge­nann­ten Betrag. Die über eine Million kos­ten­lo­sen Bilder sind nun auch über die Webseite von Canva ver­füg­bar. Pixabay und Pexels sol­len angeb­lich als unab­hän­gi­ge Webseiten in vol­ler Funktionalität bestehen blei­ben.

Die zwei­te Änderung betraf die Einführung des Abo-​Plans „Photos Unlimited“. Wie der Name schon andeu­tet, soll das Abonnement Zugriff auf die kom­plet­te Canva-​Bibliothek inklu­si­ve der kos­ten­lo­sen Bilder für 12,95 USD im Monat erlau­ben, bzw. 9,95 USD für Canva Pro Accounts mit Jahreszahlung.

Für die Kunden ist das zwei­fel­los ein ver­lo­cken­der Deal. Solange die kos­ten­lo­sen Bilder bei Pixabay und Pexels jedoch erhält­lich blei­ben, ist unklar, war­um die Kunden dafür plötz­lich bereit sein sol­len, Geld aus­zu­ge­ben. Vielleicht ist es die Bequemlichkeit, Gratis- und Premium-​Inhalte auf einer Seite mit inte­grier­ten Layout-​Templates nut­zen zu kön­nen? Vermutlich des­we­gen bewirbt Canva „Photos Unlimited“ auch mit dem Slogan „Netflix für Stockfotografie“.

Aber was bedeutet das für die Fotografen?

Ich habe schon im Mai gefragt, wie die Kommission kon­kret aus­se­hen und was das Minimum pro ver­kauf­ten Bild sein wird. Darauf gab es trotz meh­re­rer Nachfragen bis heu­te kei­ne genaue Antwort, nur die Angabe, dass die Einnahmen pro­zen­tu­al ver­teilt wer­den:

Earnings from the sub­scrip­ti­on will be com­pu­ted based on a sha­re method, whe­re reve­nue is dis­tri­bu­t­ed pro­por­tio­nal­ly based on num­ber of down­loads. We do have a safe­ty net in place, as per our Photos Unlimited terms of use. The Reasonable Use Policy is put in place to pro­tect you as a con­tri­bu­tor.“

Email vom Canva

Im Fotografen-​FAQ von Canva steht es etwas genau­er:

The Canva royal­ty rate is 35% of the sale pri­ce of the various Canva licen­ses. Even whe­re sales of the licen­ses occur in a cur­ren­cy other than USD, your royal­ties will be paid in USD.

For images sold in the Photos Unlimited sub­scrip­ti­on, the royal­ty rate paid to con­tri­bu­tors is 50% of net reve­nue ear­ned by Photos Unlimited (less taxes and pay­ment pro­ces­sing fees). That 50% sha­re is paid pro­por­tio­nal­ly to each con­tri­bu­tor, based on the total num­ber of down­loads of a contributor’s images as a pro­por­ti­on of the total num­ber of down­loads.

For examp­le: If 50% of net reve­nue (less taxes and pay­ment pro­ces­sing fees) ear­ned by Photos Unlimited during a calen­dar month is $1 mil­li­on, and the total num­ber of down­loads during that accoun­ting peri­od was 2,000,000 down­loads, then the amount attri­bu­t­ed to each down­loa­ded image would be 50c. If a con­tri­bu­tor had 100 down­loads of their images as part of the sub­scrip­ti­on during that month they would earn $50.“

Auch das ist alles sehr hypo­the­tisch, da bis­her unklar war, wie vie­le Bilder im Monat Kunden nut­zen wür­den.

Heute gab es ein Update für das Canva-​Backend, mit dem end­lich die ers­ten Verkaufszahlen und Erlöse von Canva sicht­bar sind.

Analyse der Verkäufe und Umsätze bei Canva inklusive Photos Unlimited

Ich tei­le mei­ne Verkaufszahlen und Umsätze aus ver­schie­de­nen Gründen seit einer Weile nicht mehr, aber um etwas mehr Transparenz in das neue und stark beob­ach­te­te Geschäftsmodell von Canva zu brin­gen, mache ich hier eine Ausnahme.

My sales at Canva in the last 12 month

Im obi­gen Diagramm seht ihr die Entwicklung mei­ner Verkäufe bei Canva in den letz­ten zwölf Monaten. Im Mai 2019 gab es einen Einbruch bei den regu­lä­ren Verkäufen, der jedoch schnell durch die neu­en Unlimited-​Verkäufe auf­ge­fan­gen wur­de.

Da die Erlöse beim Unlimited-​Plan pro Verkauf deut­lich nied­ri­ger sein müss­ten, ist die span­nen­de Frage: Wie wir­ken sich die Verkäufe auf die Umsätze aus? Dazu hier mei­ne Grafik:

In den 12 Monaten vor Beginn die­ser Grafik hat­te ich im Schnitt 590 USD Umsatz pro Monat bei Canva. In letz­ten 12 Monaten ist die­ser Durchschnittswert um 40,5% auf 351 USD gefal­len.

Betrachten wir nur die letz­ten 5 Monate mit den Unlimited-​Umsätze mit den 5 davor ohne Unlimted-​Verkäufe, sind es „nur noch“ ca. 3% weni­ger.

Wie viel ist nun ein Bildverkauf im „Photos Unlimited“-Plan für den Fotografen wert?

Mein „Revenue per Download“ (RPD) bei Canva wird im obi­gen Diagramm gezeigt. In den letz­ten 5 Monaten lag er im Schnitt bei 0,43 USD für die „One-​Time“ und „Multi-Use“-Verkäufe, davor bei 0,45 USD.

Der RPD nur für die Unlimited-​Verkäufe liegt aktu­ell bei 0,17 USD, ohne den „Ausrutscher“ von 0,08 USD im Mai wären es 0,19 USD.

Das ist weni­ger als halb so viel wie für die ande­ren Verkäufe, aber mehr, als ich ver­mu­tet hat­te.

Rechne ich den RPD von bei­den Kurven zusam­men, erhal­te ich einen RPD von 0,34 USD in den letz­ten 5 Monaten (mit Unlimited) im Vergleich zu einem RPD von 0,42 USD in den 5 Monaten davor. Das ist ein Verlust von 20% und abso­lut gese­hen der nied­rigs­te Wert aller belie­fer­ten Bildagenturen.

Mein „Return per Image“ (RPI) in den letz­ten 12 Monaten lag im Schnitt bei ca. 0,020 USD, nur in den letz­ten 5 Monaten mit den Unlimited-​Verkäufen bei 0,016 USD. Der Vollständigkeit hal­ber: In den 12 Monaten stieg mein Bildbestand bei Canva von ca. 16.000 auf 20.000 Bilder an.

Lohnt sich das?

Das ist die schwie­ri­ge Frage, die ich heu­te sicher noch nicht abschlie­ßend beant­wor­ten kann. Eindeutig ist jedoch, dass die Umsätze als auch der RPD und der RPI alle seit der Einführung von „Photos Unlimited“ gefal­len sind.

Aber schau­en wir uns das mal von der ande­ren Seite an: Wenn „Photos Unlimited“ 12,95 bzw. 9,95 USD pro Monat kos­tet, kommt der RPD von 0,19 nur zustan­de, wenn ein Kunde nur 26 bzw. 34 Bilder im Monat run­ter­lädt. Würde er mehr nut­zen, wür­de der RPI wei­ter sin­ken.

Aus Kundensicht sind die­se ca. 30 Bilder sehr attrak­tiv, da die­se Bildmenge bei den meis­ten ande­ren Agenturen deut­lich teu­rer ist. Für den Fotografen ist das jedoch sehr bedroh­lich, es durch­aus im Bereich des Möglichen liegt, dass Kunden deut­lich mehr Bilder nut­zen.

Auch mit den oben dar­ge­stell­ten Werten liegt der RPI, also der Bildertrag, deut­lich unter dem vie­ler ande­rer Bildagenturen.

Auch wenn die Zahlen auf den ers­ten Blick nicht so schlecht aus­se­hen, befürch­te ich einen Dammbruch, wenn die Entwicklung in die­ser Richtung wei­ter­geht, denn ein Verlust von 20% pro Verkauf mag bei Canva kaum ins Gewicht fal­len, bei den gro­ßen Agenturen wie Shutterstock, Adobe Stock oder iStock deut­lich mehr. Würden die­se auch so ein Modell ein­füh­ren und die Umsatzentwicklung ver­hiel­te sich wie oben skiz­ziert, wäre das ein ernst­zu­neh­men­der Umsatzeinbruch.

Zumal Canva nicht die ein­zi­ge Agentur ist, die mit einer „Bilder-​Flatrate“ expe­ri­men­tiert: Auch „Envato Elements“ sowie „Freepik Premium“ und die neue Seite „Scopio“ funk­tio­nie­ren nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip.

Die Ankündigung von Canva:

Soon, we’ll begin ram­ping up mar­ke­ting efforts, which we expect will lead to signi­fi­cant growth in sub­scrip­ti­on sales and ulti­mate­ly an increa­se in your ear­nings.“

wirkt da wie eine Drohung, denn da der Markt ins­ge­samt kaum wächst, wer­den die­se zusätz­li­chen Einnahmen von ande­ren Agenturen (mit höhe­rem RPD) abge­zo­gen.

Welche Rolle spielen die Gratis-​Bilder in der Rechnung?

Bisher uner­wähnt blieb die Rolle der neu­en Million Gratis-​Bilder bei Canva. Erhalten deren Fotografen eben­falls Kommissionen?

Dem obi­gen FAQ-​Zitat zufol­ge berech­nen sich die Kommissionen, indem die Hälfte der Netto-​Einnahmen aus „Photos Unlimited“ durch die run­ter­ge­la­de­nen Fotos in die­sem Zeitraum geteilt wer­den.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Variante 1: Canva ver­gü­tet auch die Fotografen der Gratis-​Bilder. Das hal­te ich jedoch für unwahr­schein­lich, da die­se meist nicht mal einen Canva-​Account haben und weder auf Pexels noch auf Pixabay auf sol­che Verdienstmöglichkeit hin­ge­wie­sen wird.

Bleibt Variante 2: Canva ver­gü­tet nur die Premium-​Bilder. Das wür­de bedeu­ten, dass Canva sich einen gro­ßen Teil vom Umsatz selbst ein­steckt, der nicht im tat­säch­li­chen RPD berück­sich­tigt wird. (Update 15.10.2019: Habe von Canva die Bestätigung erhal­ten, dass die Fotografen der kos­ten­lo­se Bilder nicht ver­gü­tet wer­den.)

Rechnen wir das mal test­hal­ber durch: 100 Leute kau­fen in einem Monat ein Unlimited-​Abo für 12,95 USD. Das wären 1295 USD.
Nach Abzug von Steuern und Zahlungsgebühren blei­ben ca. 1200 USD (ca. 7% Abzug). Wenn wir den ermit­tel­ten RPD von 0,19 USD neh­men, der sich aus 50% der Nettoerlöse durch die Downloads zusam­men­set­zen soll, wären das 3158 Downloads, wel­che die­se 100 Kunden im Monat erzielt haben, also ca. 31 Downloads pro Monat und Kunde.

Nun tei­len wir die­se 3158 Downloads auf, je nach­dem, wie vie­le davon auf die nicht ver­gü­te­ten kos­ten­lo­sen Bilder ent­fal­len. Hier seht ihr die Rechnung.

free DLsPremium DLsPayout PremiumCanva ear­ningsoffi­ci­al RPD (net earnings/​downloads„real RPD“
0% Premium DLs3158001200,020,19$0,00
10% Premium DLs284231660,041139,980,19$0,02
50% Premium DLs15791579300,01900,010,19$0,10
90% Premium DLs3162842539,98660,040,19$0,17
100% Premium DLs03158600,026000,19$0,19

Egal, wie viel Gratis-​Bilder der Unlimited-​Kunde ver­wen­det, der offi­zi­el­le RPD bleibt gleich (da Gesamtdownloads und Gesamtumsatz gleich blei­ben).

Stark unter­schied­lich ist jedoch der „ech­te RPD“. Der sinkt umso mehr, je mehr Gratis-​Bilder ein Kunde nutzt, weil Canva weni­ger Premium-​Bilder aus­zah­len muss, der ermit­tel­te offi­zi­el­le RPD jedoch gleich bleibt. Damit steigt auch der Gewinn von Canva deut­lich an (Spalte „Canva Earnings“).

Anders for­mu­liert: Canva hat ein gro­ßes Interesse dar­an, die kos­ten­lo­sen Bilder in der Suche zu bevor­zu­gen, damit sie mehr ver­die­nen.

Noch mal anders for­mu­liert: Wenn die Anzahl der run­ter­ge­la­de­nen Premium-​Bilder gleich bleibt, ver­die­nen deren Fotografen mit jedem zusätz­lich run­ter­ge­la­de­nen Gratis-​Bild noch weni­ger.

Damit kan­ni­ba­li­sie­ren die Gratis-​Angebote nicht mehr nur indi­rekt, indem weni­ger weni­ger Verkäufe ent­ste­hen, son­dern ganz direkt, indem der Verkaufserlös selbst geschmä­lert wird.

Was tun?

Mein Erlös pro Verkauf (RPD) bei Canva ist im letz­ten Jahr von allen belie­fer­ten Agenturen am nied­rigs­ten gewe­sen. Ich beob­ach­te das sehr genau. Wenn sich in den kom­men­den Monaten kei­ne deut­li­che Steigerung des RPD abzeich­net, wer­de ich die Reißleine zie­hen, und mei­ne Bilder bei Canva löschen.

Etliche ande­re Fotografen haben die­sen Schritt eben­falls schon ange­kün­digt oder längst erle­digt.

Wie sehen eure Verkaufszahlen und Werte bei Canva aus?
Wie schätzt ihr die Analyse ein?

Photocase: Schuldenschnitt, neues Beteiligungssystem und neue Preise

Vor eini­gen Wochen kün­dig­te Photocase weit­rei­chen­de Änderungen an, dar­un­ter eine Umstellung des Honorarsystems.

Heute wur­den nun die Details per Email an die Fotografen bekannt­ge­ge­ben:
Kai Schneider gibt die Geschäftsführung von Photocase an Dittmar Frohmann und Christopher Kraft ab. Dittmar Frohmann war vor­her bei iStock, Fotolia, Getty Images, 500px und Eyeem beschäf­tigt. Nun soll er die Agentur auf Vordermann brin­gen. Wie und war­um? Dittmar Frohmann erklärt es in der Mail:

Ich hei­ße Dittmar Frohmann und habe schon vie­le Bildagenturen gese­hen. Doch hier bei Photocase fin­de ich das ers­te Mal ein fast per­fek­tes und vor allem sehr sym­pa­thi­sches Set-​Up vor: pri­ma Website, tol­le Künstlerportfolios, eine star­ke Community! Manche Korrekturen sind zwar schon erfor­der­lich, aber das meis­te wird hin­ter den Kulissen statt­fin­den und des­halb kaum auf­fal­len.

Eine Sache lässt sich aller­dings weder ver­ber­gen noch schön schmin­ken, daher nen­nen wir das Kind doch gleich beim Namen: Die finan­zi­el­le Schieflage der Firma macht dras­ti­sche Maßnahmen erfor­der­lich:

Schuldenschnitt
Für alle bis heu­te nicht aus­ge­zahl­ten Einnahmen bie­ten wir 50% an. Diese Maßnahme ist Grundvoraussetzung für das Überleben der Agentur. Ja, alle ver­lie­ren 50% der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen, aber bedenkt bit­te auch, wie viel Ihr bis­lang mit Photocase ver­dient habt und auch noch ver­die­nen wer­det. Das aktu­el­le Guthaben wird hier ange­zeigt.

Neues Beteiligungssystem
Bislang zah­len wir bis zu 60 % Beteiligung aus. Das ist nicht nur weit über dem Industriedurchschnitt,  son­dern ange­sichts der hohen Kosten für den Betrieb einer Agentur sowie der geplan­ten Marketingausgaben lei­der auch nicht rea­lis­tisch. Es wird statt­des­sen zukünf­tig ein erfolgs­ori­en­tier­tes Royalty-​System geben, in dem neue Künstler bei 20 % anfan­gen und dann suk­zes­si­ve über meh­re­re Stufen bis zu 50 % Umsatzbeteiligung erhal­ten. 

Neues Ranking-​System bei Photocase

Für Bestandskünstler wer­den die Aktivitäten der letz­ten bei­den Jahre nach einem Punktesystem ange­rech­net, das auf den Verkäufen und der Anzahl der in den letz­ten zwölf Monaten ange­nom­me­nen Bildern basiert. Das System beinhal­tet neun Stufen, die jeweils einem höhe­ren Anteil ent­spre­chen. Das aktu­el­le Ranking und der Punktestand wer­den im Account ange­zeigt. 

Neue Preise
Gleichzeitig sen­ken wir die Rabatte und erhö­hen in einem Monat auch noch die Bildpreise – teil­wei­se sogar dras­tisch, was dann wie­der euch, den Urhebern zugu­te kommt. Niedrigere Beteiligung, aber an einem höhe­ren Preis ergibt in vie­len Konstellationen eine attrak­ti­ve­re Ausschüttung pro Bildverkauf.

Beispielrechnung 1AltNeu
Standard-​Größe                                  15€25€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €7,50 €7,50 €
Beispielrechnung 2AltNeu
Standard-​Größe15€25€
Nutzung ohne Bildnachweis50€100€
Bildpreis65€125€
Künstleranteil in %50%30%
Künstleranteil in €33€38€

Das Zusammenspiel der neu­en Bildpreise mit den neu­en Royalties

Keine Frage, ich hät­te gern als ers­tes eine posi­ti­ve­re Botschaft über­bracht. Der Schuldenschnitt ist dras­tisch und wird sicher­lich vie­len weh­tun, doch er ist not­wen­dig. Nur so lässt sich lang­fris­tig der Bestand der Agentur sichern. Die ange­kün­dig­ten Maßnahmen erfor­dern auch einer Änderung der Upload-​Bedingungen. Wer nicht mehr dabei sein will, kann das per E‑Mail mit­tei­len. Alle Änderungen grei­fen in vier Wochen, also am 16. Juli 2019. Die Upload-​Bedingungen, der Schuldenschnitt und die ande­ren Änderungen gel­ten als ange­nom­men, wenn vom Widerspruch kei­nen Gebrauch gemacht wird.
Ich bit­te alle Künstler*innen, uns trotz oder viel­leicht sogar wegen obi­ger Maßnahmen wei­ter die Treue zu hal­ten. 

Photocase bleibt grund­sätz­lich wie es ist und wird sich zukünf­tig sogar noch mehr in Richtung Qualität und Premium-​Markt bewe­gen. Wir wer­den uns inter­na­tio­na­ler und auch pro­fes­sio­nel­ler auf­stel­len, akti­ver in der Vermarktung und noch anspruchs­vol­ler im Repertoire wer­den. Die Community wird wie­der gestärkt, u.a. mit Forumsmoderator*innen, einer Event-Koordinator*in und mehr Teilhabe an der Bildauswahl.

Neue Selektionsstrategie
Nicht zu früh freu­en. Die Tür bleibt hart, aber wir wer­den weni­ger nach ein­zel­nen Bildern im Heuhaufen suchen, son­dern nach Künstler*innen, die dem Photocase-​Gedanken und ‑Anspruch ent­spre­chen. Unsere Vision ist es, ein plau­si­bles und attrak­ti­ves Gegenmodell zu all den belie­bi­gen Stock-​Sites zu wer­den, indem wir ohne Tamtam die gesell­schaft­li­che Vielfalt und ein dif­fe­ren­zier­tes Bild die­ser Erde dar­stel­len.“

Das ist eine sel­ten ehr­li­che Mail mit viel Klartext, der trotz allem für Fotografen eines bedeu­tet: Weniger Umsatzbeteiligung (bei mir 33%-Kürzung von 45 auf 30%) und eine Halbierung der nicht abge­ru­fe­nen Einnahmen. Ob die­se Maßnahmen, kom­bi­niert mit höhe­ren Bildpreisen den Umsatz der Fotografen und der Agentur sichern wer­den, bleibt abzu­war­ten. Ähnliches haben in der Vergangenheit auch Alamy, Pond5, 123rf, Imagebroker und Clipcanvas ver­sucht.

Die Meinungen hier im Forum von Photocase sind durch­aus gespal­ten.

Wohin bewegt sich die Stockfotografie 2019?

Vor kur­zem wur­de ich nach mei­nen Vorhersagen gefragt, wohin sich die Fotoindustrie im Jahr 2019 ent­wi­ckeln wird.

Die Anzahl der Bilder, die zu den wich­tigs­ten Bildersammlungen hin­zu­ge­fügt wer­den, wird wei­ter­hin mas­siv zuneh­men. Ein zuneh­men­der Prozentsatz wird von Amateuren pro­du­ziert, nicht von Profis, die ver­su­chen, einen Teil ihres Lebensunterhalts mit den von ihnen pro­du­zier­ten Bildern zu ver­die­nen.
(In den letz­ten zwei Jahren wuch­sen die zur Getty Creative-​Sammlung hin­zu­ge­füg­ten Bilder von EyeEm/​Moment/​foap um 189%, wäh­rend das Wachstum der Bilder von den 139 Fachagenturen nur 2,5% betrug, die der­zeit 25% der Sammlung von Getty bereit­stel­len. Diese Agenturen stell­ten frü­her 50% der Sammlung bereit.)

Darüber hin­aus wer­den immer mehr Bilder auf „kos­ten­lo­sen Stockfoto-​Webseiten“ hoch­ge­la­den, was es ein­fa­cher für die Benutzer ein­fa­cher macht, pas­sen­de Bilder kos­ten­los zu fin­den. In unse­rer Social Media-​Wirtschaft erwar­ten immer mehr Menschen, alle Informationen und Bilder, die sie benö­ti­gen, kos­ten­los zu erhal­ten. Sie glau­ben, dass es ihr Recht ist.

Insgesamt wird erwar­tet, dass die Anzahl der lizen­zier­ten Bilder nicht zunimmt und sich vor­aus­sicht­lich auf das Niveau von 2018 beläuft. Leser müs­sen ledig­lich die Umsätze von Shutterstock in den letz­ten 2 ½ Jahren über­prü­fen, um fest­zu­stel­len, dass die Anzahl der Downloads pro Quartal rela­tiv gleich geblie­ben ist bei rund 43 Millionen für den gesam­ten Zeitraum. Die jüngs­ten Zahlen von Alamy zei­gen eine Abflachung des Umsatzes im Jahr 2018 nach einem deut­li­chen Anstieg zwi­schen 2015 und 2017. Es wird erwar­tet, dass die­ses Umsatzplateau bis 2019 bestehen bleibt.

Getty hat 2018 mög­li­cher­wei­se eine grö­ße­re Anzahl von Bildern lizen­ziert als 2017, jedoch zu erheb­lich nied­ri­ge­ren Preisen. Die von Getty erwirt­schaf­te­ten Bruttoerlöse für „Creative Content“ waren und sind daher vor­aus­sicht­lich in etwa gleich hoch oder nied­ri­ger als in den letz­ten Jahren. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Anzahl der lizen­zier­ten Bilder in Adobe Stock leicht zunimmt. Aber jedes Wachstum, das Adobe rea­li­siert, resul­tiert wahr­schein­lich dar­aus, dass es den ande­ren gro­ßen Anbietern Marktanteile abnimmt.

Aufgrund der Verwendung von Videoclips ist mög­li­cher­wei­se ein gering­fü­gi­ges Umsatzwachstum zu ver­zeich­nen. Dies dürf­te jedoch durch einen Rückgang der Verwendung von Bildern und Illustrationen aus­ge­gli­chen wer­den.

Die Nutzungsgebühren dürf­ten ihren lan­gen, lang­sa­men, aber ste­ti­gen Rückgang fort­set­zen, da die gro­ßen Agenturen um Marktanteile kon­kur­rie­ren. Agenturen der zwei­ten Reihe wer­den es häu­fig für not­wen­dig hal­ten, die­se nied­ri­ge­ren Preise zu zu unter­bie­ten, um über­haupt viel Umsatz zu erzie­len.

Kunden

Die Kunden wer­den wei­ter­hin unzu­frie­de­ner sein mit der Zeit, die sie brau­chen, sich durch die zuneh­men­de Anzahl von Suchergebnissen zu kli­cken. Dies mag eini­gen der klei­ne­ren, gut kura­tier­ten Spezialsammlungen zugu­te kom­men.

Eine zuneh­men­de Anzahl von Grafikdesignern wird sich der Erstellung von Grafiken selbst wid­men, anstatt Zeit mit der Suche nach Bildern zu ver­schwen­den. Darüber hin­aus laden mehr Designer bil­li­ge oder kos­ten­lo­se Fotos her­un­ter, die Elemente ent­hal­ten, die sie als Teil ihrer eige­nen Kreationen ver­wen­den kön­nen. An die­sem Punkt kön­nen sie ver­schie­de­ne Elemente von ver­schie­de­nen Fotos neh­men und ein völ­lig neu­es Bild ihrer eige­nen Vision erzeu­gen.

Fotografen

Eine zuneh­men­de Anzahl von Fotografen, die ver­sucht haben, einen Teil ihres Lebensunterhalts durch Lizenzierung der von ihnen pro­du­zier­ten Bilder zu ver­die­nen, wird vom Markt ver­schwin­den. Die meis­ten der neu­en Bilder wer­den von Amateuren gelie­fert, die mehr dar­an inter­es­siert sind, ihre Arbeit ande­ren zu zei­gen und „Likes“ zu erhal­ten, als genug zu ver­die­nen, um ihre Zeit und Kosten für die Herstellung der Bilder zu decken.

Für Bildproduzenten wird die Wirtschaftlichkeit des Geschäfts immer schwie­ri­ger. Angesichts der Zeit, der Kosten und des Aufwands für die Produktion und Vermarktung neu­er Bilder kön­nen die meis­ten Fotografen mehr ver­die­nen, wenn sie etwas ande­res tun.

Über den Autor:
Jim Pickerell ist seit über 50 Jahren als Stockfotograf und Macrostock-​Agentur-​Betreiber aktiv und betreibt seit über 20 Jahren den Stockfotografie-​Newsletter selling-stock.com.
Dieser Artikel ist eine Übersetzung die­ses Artikels mit freund­li­cher Genehmigung des Autors.