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Datensicherung und Online-​Backups: Mein Erfahrungsbericht

Vor ca. einem Jahr habe ich mir einen neu­en Computer gekauft. Zeitgleich pas­sier­ten meh­re­re Dinge, die mein Vertrauen in mei­ne Datensicherung und mei­ne Backups stark auf die Probe gestellt haben.

Alle Unglücke kamen fast zeit­gleich bzw. bau­ten auf­ein­an­der auf und erfor­der­ten ver­schie­de­ne Arten der Datensicherung, wel­che ich glück­li­cher­wei­se umge­setzt habe.

Meine Geschichte soll euch zei­gen, was pas­sie­ren kann und wie ihr euch dage­gen absi­chern könnt.

Die Ausgangslage

Für mei­ne Foto-​Daten nut­ze ich als Datensicherung zwei exter­ne „My Book Duo* „-Gehäuse mit 16 TB Kapazität, jeweils im RAID-​1-​Modus. Das heißt, die je zwei Festplatten in den Gehäusen spei­chern die iden­ti­schen Daten, damit die­se gesi­chert sind, soll­te eine davon kaputt gehen. Deshalb ist die tat­säch­lich nutz­ba­re Kapazität nur die Hälfte, in mei­nem Fall jeweils 8 TB.

Darüber hin­aus nut­ze ich einen Online-​Backup-​Service, wel­cher sowohl die Daten die­ser exter­nen Gehäuse als auch alle mei­ne inter­nen Festplatten in der Cloud sichert.

Meine exter­nen RAID-1-Speicher

Nach vier Jahren Dienst wur­de mein bis­he­ri­ger PC etwas schwach auf der Brust und ich gönn­te mir einen neu­en. Ich bau­te die Festplatten aus dem alten Rechner aus und setz­te sie in den neu­en ein, um die Daten auf die zwei neu gekauf­ten 4TB-​SSD*  (ich gönn mir ja sonst nix) zu kopieren.

Die vier Fehler und Probleme

Nach der Installation des neu­en Rechners mel­de­te mir jedoch eine der nun dort ange­schlos­se­nen „My Duo“-Festplatten einen Fehler (Fehler 1). Ich konn­te noch auf die Daten zugrei­fen, aber das System mel­de­te, dass eine der bei­den Platten nicht mehr les­bar sei. Also zog ich alle Daten sicher­heits­hal­ber sofort auf eine ande­re exter­ne Festplatte, bestell­te mir eine neue Festplatte, setz­te die­se in das „My Duo“-Gerät ein und ließ die Daten (wie­der im RAID‑1) raufkopieren.

Im Zuge der Prüfungen merk­te ich jedoch erschro­cken, dass mei­ne ande­re „My Duo“-Platte gar nicht im RAID-​1-​Modus lief, son­dern nur im RAID‑0 (Fehler 2). Das heißt, ich hat­te zwar den Speicherplatz von zwei Festplatten im Gehäuse, aber kei­ne Redundanz der Daten.

Panisch kopier­te ich alle Daten auf zwei wei­te­re exter­ne Festplatten (weil ich nicht genug Speicherplatz auf einer hat­te), denn um den Modus zu wech­seln, muss das „My Duo“ kom­plett neu for­ma­tiert werden.

Also Gerät for­ma­tiert, auf RAID‑1 gestellt und die Daten rüber­ko­piert. Dann kam mir jedoch etwas komisch vor. Im Vergleich zu vor­her waren plötz­lich ca. 520 GB an RAW-​Daten weni­ger vor­han­den (Fehler 3). Glücklicherweise nut­ze ich den Online-​Backup-​Service Backblaze*, der mir schon mehr­mals den Arsch geret­tet hat­te, wenn ich zum Beispiel eine wich­ti­ge Photoshop-​Datei mit einer unpas­sen­den Version über­schrie­ben hatte.

Backblaze bie­tet die Dateiwiederherstellung per Download oder durch die Zusendung eines USB-​Sticks oder einer exter­nen Festplatte an. Für die von mir benö­tig­te Datenmenge (256 GB bis 8 TB) kam sei­tens Backblaze nur die exter­ne Festplatte als Option in Frage. 

Diese Festplatte kos­te­te 189 USD, wel­che erstat­tet wür­den, wenn man die Festplatte inner­halb von 30 Tage nach Erhalt wie­der zurück schickt. Das klapp­te bei mir ganz gut, ich muss­te also nur die Zoll-​Einfuhrsteuer und das Porto für den Rückversand tra­gen (immer­hin ca. 30–40 Euro zusam­men, aber hey, 520 GB Daten). Die Festplatte wird übri­gens ver­schlüs­selt ver­schickt und kann nur mit dem Decryption-​Key ent­schlüs­selt wer­den, der im eige­nen Backblaze Kundenbereich hin­ter­legt wird. So sind die Daten auch sicher, falls die Fesplatte beim Transport in die fal­schen Hände gerät.

Erschwerend kam hin­zu, dass ich mei­nen neu­en Computer wegen eines Defekts am Kühlsystem noch mal zur Reklamation ein­schi­cken muss­te. Die Reparatur dau­er­te eini­ge Wochen, in denen jedoch mein Online-​Backup nicht akti­viert wer­den konn­te (Fehler 4).

(Nerd-​Begründung: Weil ich das Backup-​System schon auf den neu­en Rechner über­tra­gen hat­te, änder­ten sich dadurch derHash-​Wert der Platte und die vor­han­de­nen wären Daten stan­dard­mä­ßig nach 30 Tagen über­schrie­ben wor­den. Zwar hät­te das System die (alten) Daten auf der neu­en Platte noch mal neu gesi­chert, was aber bei der Datenmenge von eini­gen TB Daten mehr als 30 Tage gedau­ert hätte.)

Wäre mein neu­er Rechner län­ger als 30 Tage in Reparatur gewe­sen, wäre Backblaze davon aus­ge­gan­gen, dass ich die Daten nicht mehr benö­ti­ge und hät­te sie gelöscht. Deshalb habe ich in der Zeit gleich noch die ver­län­ger­te Dateiversion-​Historie dazu­ge­bucht, wel­che die Daten nun ein Jahr lang speichert.

So hat­te ich nach eini­gen Wochen Panik end­lich wie­der Ruhe und neben­bei den Fehler des falsch kon­fi­gu­rier­ten exter­nen „My Duo“-Gehäuses behoben.

Die Analyse

Experten emp­feh­len für die Datensicherung in der Regel min­des­tens eine 3–2‑1-Sicherung. Das bedeu­tet: Sichere dei­ne Daten min­des­tens 3x, auf 2 ver­schie­de­nen Datenmedien, davon 1x an einem ande­ren Ort.

Glücklicherweise hat­te ich genau die­sen Grundsatz beher­zigt, der mir bei der Kombination der auf­tre­ten­den Fehler den Arsch geret­tet hat. Ich hat­te drei Datensicherungen (2x auf den bei­den Festplatten in einem My-​Book-​Duo-​Gehäuse und 1x in der Cloud). Festplatte und Cloud sind zwei ver­schie­de­ne Datenmedien und die Cloud ist auch woan­ders gesi­chert als die Festplatten.

Bei Fehler 1 ist eine der bei­den Fesplatten des RAID-​1-​Verbunds abge­schmiert. Durch die zwei­te Festplatte mit den iden­ti­schen Daten konn­te ich die­se retten.

Bei Fehler 2 hat­te ich Glück, dass ich die­sen früh genug bemerkt habe. Aber selbst wenn das kom­plet­te RAID‑0 plötz­lich weg gewe­sen wäre, hät­te ich alle Daten ja noch in der Cloud gesi­chert gehabt, also genau das, was mir bei Fehler 3 aus der Patsche gehol­fen hat.

Für Fehler 4 griff dann die erwei­ter­te Vorhaltezeit des Online-​Backup-​Dienstleisters, damit ich auch Daten län­ger als 30 Tage wie­der­her­stel­len kann, die ich lokal schon gelöscht, über­schrie­ben oder ver­än­dert habe.

Verbesserungsbedarf

Selbst in so einem kom­ple­xen Problemgemenge wie oben beschrie­ben konn­te ich mich durch mei­ne vor­han­de­ne Datensicherung ganz gut aus der Affäre ziehen.

Ich gebe aber zu, dass mein System nicht per­fekt und ver­mut­lich auch nicht für alle die bes­te Lösung ist. Das liegt an meh­re­ren Details:

Das Hauptproblem bei den My Book-​Duo-​Geräten ist, dass die Daten dort stan­dard­mä­ßig hard­ware­sei­tig ver­schlüs­selt wer­den. Man kann also wie in mei­nem Fall zwar eine neue Festplatte ein­set­zen, um eine defek­te zu erset­zen, aber man kann nicht die funk­tio­nie­ren­de Festplatte aus­bau­en, um sie in einem ande­rem PC aus­zu­le­sen. Sollte also nicht die Festplatte im Gerät einen Fehler haben, son­dern zum Beispiel der Hardware-​Controller vom Gerät selbst, sind bei­de Backups futsch (des­halb ja zusätz­lich das Cloud-​Backup).
Es gibt ande­re Systeme, wie RAID-​1-​Gehäuse von Icy Box*  oder Fantec* , wel­che jedoch etwas weni­ger kom­for­ta­bel sind und man sich selbst um pas­sen­de Festplatten*  küm­mern muss.

Auch beim Cloud-​Backup gibt es Einschränkungen. Der von mir genutz­te Backup-​Dienst Backblaze* ist zwar sehr güns­tig (55 USD pro Jahr für unbe­grenz­ten Speicherplatz), erfor­dert dafür aber, dass die gesi­cher­ten Festplatten über den PC regel­mä­ßig mit dem Internet ver­bun­den sind (stan­dard­mä­ßig min­des­tens alle 30 Tage, mit erwei­ter­ter „Version History“ min­des­tens 1x im Jahr). So soll ver­hin­dert wer­den, dass man die exter­nen Festplatten, wel­che man im Bankschließfach lagert, auch in der Cloud gesi­chert wer­den können.

Außerdem erfor­dert der ers­te Upload der gan­zen Daten je nach Datenmenge und Internet-​Bandbreite meist eini­ge Wochen bis meh­re­re Monate. Bei mir waren es zum Beispiel auch mit 20 Mbit Upload über drei Monate, bis alle Daten (meh­re­re Terabyte) gesi­chert waren. Für Leute mit lang­sa­mer Internetleitung emp­fiehlt sich daher even­tu­ell eine ande­re Sicherungsmöglichkeit.

Dazu kommt, dass man sei­nem Backup-​Anbieter ver­trau­en muss, die Daten sicher und pri­vat aufzubewahren.

Jedes Backup ist nur so gut wie der Praxistest

Ein Backup ist nur dann mit ruhi­gem Gewissen nutz­bar, wenn sicher­ge­stellt ist, dass die Wiederherstellung der Daten im Ernstfall auch funktioniert.

Insofern war ich froh, dass bei mir gleich meh­re­re Dinge rich­tig liefen:

  • Die defek­te Festplatte im RAID-​1-​Verbund wur­de ord­nungs­ge­mäß gemel­det und die neu ein­ge­setz­te pro­blem­los ins System integriert.
  • Durch Abgleich der Festplattenbefüllung habe ich mei­nen Datenverlust sofort bemerkt.
  • Die Zusendung der exter­nen Festplatte mit mei­ner Datensicherung durch den Online-​Backup-​Dienst funk­tio­nier­te tadel­los. Auch den ein­zel­nen Datei-​Download muss ich zwangs­wei­se meist 2–3x im Jahr wegen mei­ner Schusseligkeit „tes­ten“.

Wichtig ist auch, selbst zu wis­sen, wel­che Daten ihr über­haupt sichern müsst oder wollt und wo sich die­se befin­den. Ich habe in die­sem und die­sem Artikel auf­ge­lis­tet, was ich wie genau sichere.

Nun seid ihr dran: Wie sichert ihr eure Daten? Was könnt ihr mir emp­feh­len? Oder ist dies ein guter Zeitpunkt, eure Daten selbst mal wie­der zu sichern?

* Affiliate-​Link

Pixabay verteilt wissentlich und kostenlos geklaute Bilder

Warum Fotografen ihre Bilder bei Plattformen wie Pixabay ver­schen­ken, bleibt mir auch nach die­sem Artikel meist unverständlich.

Manchmal wis­sen aber die Urheber gar nichts davon, dass jemand ande­res ihre Bilder uner­laub­ter­wei­se gra­tis anbietet.

So bin ich heu­te auf die­ses Profil bei der Gratis-​Bilderplattform Pixabay gesto­ßen. Der Nutzer mit der Nummer „18371568“ bie­tet dort 47 Bilder an, meist Illustrationen und Vektoren, aber auch eini­ge Fotos, die bis­her laut Pixabay über 159.000 Mal her­un­ter­ge­la­den wur­den, obwohl alle Bilder erst zwi­schen dem 7. und 18. Oktober 2020 hoch­ge­la­den wurden.

Wie man an dem Icon oben links bei den Bildern sehen kann, wur­den 43 der 47 Bilder durch Pixabay sogar „gefea­turet“, also pro­mi­nent auf der Startseite usw. bewor­ben und bevor­zugt bei Suchen angezeigt.

Das Blöde ist nur: Dieser Account kann unmög­lich der Urheber sein, weil die Bilder ver­schie­de­nen Künstlern gehö­ren, die ihre Werke übli­cher­wei­se alle­samt auf Microstock-​Agenturen gegen Bezahlung anbieten.

Ich habe nur mal von den ers­ten 12 Bildern die jewei­li­gen Urheber mit­tels einer fünf­mi­nü­ti­gen Google-​Images-​Suche raus­ge­fun­den und als Name über die Bilder gelegt (sie­he oben).

Hier noch die Links zu den Originalen in den ers­ten drei Reihen von oben links begonnen:

Die Vermutung liegt nahe, dass Pixabay bewusst ist, dass hier etwas nicht mit rech­ten Dingen zugeht, denn der Uploader ist als „Inactive account“ mar­kiert. Das scheint Pixabay jedoch nicht dar­an zu hin­dern, die Bilder uner­laub­ter­wei­se gra­tis anzu­bie­ten und somit mehr als 159.000 Mal zu verbreiten.

(Was genau ein „inak­ti­ver Account“ bedeu­ten soll, wenn die Bilder dann trotz­dem frei ver­füg­bar sind, habe ich Pixabay per Email gefragt. Bisher liegt kei­ne Antwort vor, soll­te eine ein­tref­fen, wer­de ich die­se hier nach­rei­chen.)

[UPDATE 4.11.2020: Pixabay ant­wor­te­te mir auf mei­ne Frage: „Hello Robert,  Most of their images were copied from other sources. Hence, we had the account de-​activated. Regards„

Damit ist offi­zi­ell, dass Pixabay bewusst Bilder zum Download anbie­tet, die sie so nicht anbie­ten dürf­ten. Die Überschrift habe ich des­we­gen von einer Frage zu einer Aussage geändert])

Allein das belieb­tes­te Bild oben links wur­de schon knapp 10.000x run­ter­ge­la­den. Die Werbung für iStock, die iro­ni­scher­wei­se unter dem Bild zur Finanzierung von Pixabay erscheint, wirkt da schon wie Hohn.

Wenn man ein Bild tat­säch­lich her­un­ter­lädt, kommt übri­gens der Hinweis, dass man als Quellenangabe frei­wil­lig den Namen „B Ban“ benut­zen könne:

Wikipedia weiß in deren Pixabay-​Artikel auch schon, wie sol­che Bilddiebstähle pas­sie­ren können:

Risiken
Der Upload der Bilder erfolgt durch anony­me Nutzer. Es besteht somit die Gefahr, dass der Hochladende gar nicht das Urheberrecht besitzt. Pixabay über­nimmt kei­ne Garantie, dass die hoch­ge­la­de­nen Bilder frei von Rechten Dritter sind. Da der Upload anonym erfolgt, kön­nen abge­mahn­te Nutzer auch kei­nen Rückgriff auf die­se Person vor­neh­men und blei­ben somit auf den Kosten der Abmahnung sitzen“.

Dieses Beispiel zeigt ein­mal mehr, war­um Gratis-​Bildern mit mehr als einer deut­li­chen Portion Skepsis begeg­net wer­den muss.

Die Gewinner der Fixel Recolor Plugin Panels stehen fest

Vor zwei Wochen habe ich über das „Fixel Recolor“-Plugin geschrie­ben und drei davon für eine Verlosung erhalten.

Aus den 19 Kommentaren habe ich mit­tels random.org nun die drei Gewinner gezogen:

Die Gewinner sind:

Kommentar 5: Nicole Lienemann
Kommentar 7: Lars
Kommentar 19: Daniel

ich schi­cke euch gleich an die Emailadresse wel­che ihr bei eurem Kommentar hin­ter­legt habt, den Gutschein-​Code für das Plugin.

Viel Spaß damit!

Wie hat Covid-​19 die Verkäufe bei Bildagenturen verändert?

Die Covid-​19-​Pandemie ist das domi­nie­ren­de Thema welt­weit seit über einem hal­ben Jahr. Das wirkt sich auch auf die Bildsprache der Bildagenturen aus.

Wie genau die­se Veränderungen aus­se­hen, wol­len wir uns heu­te ansehen.

Schon am 1. April (ohne Scherz) habe ich in die­sem Artikel von mir eini­ge Prognosen auf­ge­stellt: Der Bildbedarf wer­de sin­ken und es wür­den haupt­säch­lich Motive mit direk­tem oder indi­rek­tem Coronavirus-​Bezug verkauft.

Ersteres wür­de ich nicht mehr behaup­ten, denn zumin­dest in mei­nem Portfolio konn­te ich kei­nen Rückgang der Downloadzahlen bemer­ken, im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stie­gen mei­ne Downloads um 8% an.

Die zwei­te Vorhersage ist aber ein­ge­tre­ten, und wie. Schon Anfang September hat­te ich hier bei Facebook gepos­tet, dass sich 18 Bilder mei­ner Top-​20-​Bestseller des letz­ten Halbjahres rund um Covid-​19 drehen:

Seien es Medizin-​Bilder, Videokonferenzen oder 3D-​Renderings, immer war der Corona-​Bezug deut­lich bemerkbar.

Das betraf nicht nur mein Portfolio, son­dern gan­ze Agenturen.
Adobe Stock hat kürz­lich die­sen „Creativity Insights“-Report ver­öf­fent­licht mit vie­len span­nen­den Zahlen (aus den USA).

Die Bildsuchen nach dem Begriff „vir­tu­al“ sind nach dem 14. März 2020 im Vergleich zum Zeitraum seit Jahresbeginn um das 5,7fache gestie­gen. Virtuelle Welten sind dem­nach deut­lich belieb­ter gewor­den als per­sön­li­che Treffen.

Wandel bei den Bestsellern

Sichtbar wird die­ser Corona-​Wandel sehr gut im Vergleich der monat­li­chen Adobe-​Stock-Bestseller von 2019 und 2020 in der Kategorie „People“:

Bestseller der Kategorie „People“ bei Adobe Stock nach Monaten sortiert

Wie ihr seht, sind seit März fast aus­schließ­lich Videokonferenzen bzw. Leute mit Mundschutz als Bildthema der Bestseller im Vergleich zu den glück­li­chen Gruppen oder gesta­pel­ten Händen.

Ein Ausreißer ist der Juni, wo die „Black Lives Matter“-Bewegung stark im Fokus der Nachrichten war.

Ähnlich sieht es in der Kategorie „Business“ aus: 

Bestseller der Kategorie „Business“ bei Adobe Stock nach Monaten sortiert

Seit März gibt es fast nur „Home Office“-Bilder in den Bestsellern, ger­ne kom­bi­niert mit der Videokonferenz, wäh­rend vor­her der Handschlag das belieb­tes­te Motiv war.

Auch in der „Wissenschaft“-Kategorie gab es im März 2020 nur Corona-​bezogene Bilder in den Top 10 Bestsellern, was sich aktu­ell auf „nur“ 6 von 10 Bildern der Top 10 abge­senkt hat.

Im Rahmen der „Black Lives Matter“-Proteste konn­te Adobe auch einen sehr deut­li­chen Anstieg der Suchbegriffe „diver­si­ty“„African American“, “Black Lives Matter“ und „pro­test“ verzeichnen.

Vor weni­gen Tagen ver­öf­fent­lich­te auch die Bildagentur EyeEm ihren „Visual Trends 2021“-Report und kommt zu ähn­li­chen Erkenntnissen wie Adobe.

Sie pro­gnos­ti­zie­ren einen Zuwachs bei den Themen „Social Rebellion“ und „Environmental Urgency“ und erwar­ten eine erhöh­te Nachfrage nach Natur- und Reise-​Bildern. Hier zäh­len jedoch nicht Massentourismus am Ballermann, son­dern ein­sa­me Orte, aus­ge­tre­te­ne Wanderwege und bei Personen im Bild natür­lich Abstand und ggf. Gesichtsmaske.

Praxis-​Test: Fixel Recolor Plugin Panel für Photoshop (mit Verlosung)

Mit weni­gen Klicks den Bildlook eines Bildes auf ein ande­res über­tra­gen? Das klingt zu gut, um wahr zu sein und doch ist es das, was das „Fixel Recolor Panel“ für Adobe Photoshop verspricht.

Fixel Recolor“ ist ein Photoshop Panel des deut­schen Programmierers Thomas Zagler (Zusammerarbeit mit Fixel Algorithms), der schon eini­ge sol­cher Plugin-​Panels ver­öf­fent­licht hat.

Im Grunde besteht „Fixel Recolor“ aus zwei Arbeitsschritten.

Zuerst kann ein Bild ana­ly­siert wer­den, ent­we­der ein offe­nes Bild in Photoshop, ein mar­kier­ter Ausschnitt des Bildes oder ein Bild auf der Festplatte. „Fixel Recolor“ erstellt dann basie­rend auf die­sem Bild eine Farbpalette, wahl­wei­se mit 1 bis 20 ver­schie­den Farben.

Diese so erstell­te Farbpalette kann dann etwas bear­bei­tet wer­den, sie­he die­ser Screenshot:

Die Farben kön­nen nach Luminanz sor­tiert wer­den, alle Farben kön­nen der Photoshop-​Bibliothek als ein­zel­ne „Farbfelder“ hin­zu­ge­fügt wer­den oder die Farbwerte kön­nen etwas ver­scho­ben („shift“) werden.

Die Kernaufgabe des Plugins ist es jedoch, die­se Farbpalette als Preset zu spei­chern oder direkt auf ein ande­ren Bild anzuwenden.

In den Einstellung gibt es dazu meh­re­re Möglichkeiten, wie genau die Farbplatte ange­wen­det wer­den soll:

Als Mischmodus kann „Weiches Licht“, „Hartes Licht“ oder „Ineinanderkopieren“ gewählt wer­den und die Deckkraft kann defi­niert werden.

Wird die Farbpalette auf ein Bild ange­wen­det, erstellt das Tool eine neue „Verlaufsumsetzung-​Ebene“ über der akti­ven Ebene mit dem gewünsch­ten Ebenenmodus, wel­cher auch nach­träg­lich geän­dert wer­den kann.

Wie das in der Praxis wir­ken kann, sehr ihr hier an mei­nem Beispiel, rechts ist das Original zu sehen, links mit der Farbpalette aus dem Herbst-Bild:

Beim roten Pfeil sehr ihr, dass das Plugin nicht-​destruktiv arbei­tet und die Einstellungsebene ein­fach aus­ge­blen­det oder wie in mei­nem Beispiel nur teil­wei­se ange­wen­det wer­den kann.

Prinzipiell funk­tio­niert das Panel sehr gut, aber die Ergebnisse hän­gen logi­scher­wei­se sehr stark sowohl von der Eingangs-​Farbpalette als auch dem Bild ab, auf wel­ches die­se ange­wen­det wird.

Werden die Farben oder Einstellungen zu extrem gewählt, wie hier in die­sem Beispiel zu sehen (als Farbpalette wur­den die 6 Regenbogen-​Farben der LGBT-​Flagge gewählt, Mischmodus „Ineinanderkopieren“):

Da vie­le Tools für das Erstellen von Farbpaletten meist nur eine fixier­te Anzahl an Farben erlau­ben (Adobe Color zum Beispiel 5), ist „Fixel Recolor“ allein des­halb prak­tisch für Leute, die regel­mä­ßig Farbpaletten erstel­len müs­sen und die Farbanzahl selbst defi­nie­ren wollen.

Das „Fixel Recolor“ Panel ist hier für 30 USD erhält­lich.

Verlosung: 3x Fixel Recolor Plugin

Der Hersteller war so freund­lich, mir drei Coupon-​Codes zur Verfügung zu stel­len, mit denen ihr das Plugin auch kos­ten­los erhal­ten könnt.

Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, einen Kommentar unter die­sem Artikel zu hin­ter­las­sen und dar­in den Satz „Ich wür­de Fixel Recolor ger­ne nut­zen, um _​_​_​_​_​“ zu vervollständigen.

Unter allen gül­ti­gen Einsendungen ver­lo­se ich am 2.11.2020 die Codes, die Gewinner wer­den per Email benach­rich­tigt. Der Rechtsweg ist aus­ge­schlos­sen, viel Glück!