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Erstellen einer Excel-Tabelle zur Fotoverwaltung

Wer mehr als eine Handvoll Fotos über Bildagenturen ver­kauft, ver­liert schnell den Überblick, wel­che Datei er wann an wel­che Agentur gelie­fert hat.

Das wird schnell ärger­li­ch, wenn man z.B. ein Foto in einer Zeitung ohne Bildcredit gedruckt sieht und wis­sen möch­te, über wel­che Agentur das viel­leicht ver­kauft wor­den ist. Außerdem hilft eine gute Fotoverwaltung, zu sehen, ob Fotos kor­rekt ver­trie­ben wer­den, von denen Agenturen ver­lan­gen, dass sie nicht an Bildagenturen gege­ben wer­den dür­fen, die ihre Fotos bil­li­ger anbie­ten.

Es gibt Datenbanken wie iMatch oder ThumbsPlus, die rie­si­ge Fotobestände ver­wal­ten kön­nen. Oft haben sie jedoch den Nachteil, dass sie ers­tens etwas kos­ten, zwei­tens für vie­le Zwekce zu über­di­men­sio­niert und dar­um auch drit­tens schwer zu ler­nen sind.

Ich möch­te heu­te eine ein­fa­che, aber wir­kungs­vol­le Methode vor­stel­len, mit der bequem die Übersicht gewahrt bleibt, wel­che Fotos in wel­chen Bildagenturen schlum­mern.

excel-tabelle-fotoverwaltung
Wir neh­men eine Excel-Tabelle (das Ganze funk­tio­niert aber auch mit der Open-Source-Variante Calc) und tra­gen in die ers­te Spalte „Dateiname“ ein. Rechts dane­ben kommt in jede Spalte der Name einer Bildagentur, bei der Fotos ange­bo­ten wer­den, z.B. Getty Images, Corbis, Jupitermedia.

Jetzt kli­cken wir links auf die 2 der Zeile 2. Damit wird die gesam­te zwei­te Zeile mar­kiert. Im Menüpunkt „Fenster“ kli­cken wir jetzt auf „Fenster fixie­ren“. Das bewirkt, dass die ers­te Zeile immer oben zu sehen ist, auch wenn wir spä­ter so vie­le Fotos in der Tabelle haben, dass wir nach unten scrol­len müs­sen.

Als nächs­tes müs­sen die Fotos mit ihren Dateinamen in die Tabelle. Dafür gibt es ein klei­nes, hilf­rei­ches und kos­ten­lo­ses Programm namens MaxLister. In die­sem Programm wählt man ein­fach einen Ordner, von des­sen Inhalt dann eine sim­ple Textdatei erstellt wird, wahl­wei­se mit oder ohne Unterordner. Wenn wir dort unse­ren Foto-Ordner ange­ben, beko­men wir eine hand­li­che Liste mit den Dateinamen unse­rer Fotos, die wir ein­fach dank „Copy & Paste“ in unse­re Excel-Tabelle ver­frach­ten.

Hier wird deut­li­ch, war­um es sinn­voll ist, dafür zu sor­gen, dass die Fotos kei­ne Dateinamen bekom­men, die sich wie­der­ho­len könn­ten. Denn wer in zwei ver­schie­de­nen Ordnern die Datei „foto_01.jpg“ hat, wird spä­ter in der Excel-Tabelle nicht mehr wis­sen, wel­ches „foto_01“ gemeint ist. Ich benen­ne bei­spiels­wei­se alle mei­ne Fotos nach die­sem Schema um: „JAHRESCODE_MODELNAME_KURZE-BILDBESCHREIBUNG_ORIGINALDATEINAME.jpg“. So kann ich in mei­ner Excel-Tabelle die Fotos immer nach Jahr und dana­ch nach Model sor­tie­ren.

Nun tra­gen wir ein­fach in die Spalten mit den Bildagenturen ein, ob ein Foto dort zu fin­den ist oder nicht.

Ich nut­ze dazu vier Begriffe:

  • war­ten (das Foto befin­det sich in der Warteschleife der Bildagentur und muss noch frei­ge­schal­tet oder abge­lehnt wer­den)
  • drin (das Foto wur­de von der Bildagentur ange­nom­men und wird zum Verkauf ange­bo­ten)
  • abge­lehnt (das Foto ist super, nur die Bildagentur ist ande­rer Meinung *grum­mel*)
  • raus­ge­nom­men (das Foto wur­de von der Bildagentur ange­nom­men, aber ich habe es aus irgend­wel­chen Gründen spä­ter her­aus­ge­nom­men)

Wer will, kann das Ganze auch far­big mar­kie­ren. Ich mar­kie­re Felder far­big, wenn ich irgend­wann Ungereimtheiten ent­de­cke und die­se bei den Agenturen über­prü­fen will.
Hinter die Begriffe schrei­be ich immer das Datum, damit ich weiß, wie lan­ge ein Foto schon in einer Bildagentur vor­han­den ist. Fertig.

Wer das noch nie gemacht hat, wird am Anfang eine Weile brau­chen. Aber wer nach jeder Upload-Welle die Informationen in die Tabelle ein­trägt, braucht nur wenig Zeit.

Jetzt bin ich neu­gie­rig: Wie behal­tet ihr den Überblick über Eure Fotos in den Bildagenturen?

LookStat: Welche Fotos verkaufen sich am besten?

Das Microstock-Geschäft ist ein Massenmarkt. Wie bei Massen so übli­ch, ver­liert man leicht den Überblick. Wer z.B. wis­sen will, wel­ches sei­ner Fotos sich über alle Bildagenturen gesamt gerech­net am bes­ten ver­kauft, kommt vor lau­ter Statistik kaum noch dazu, neue Fotos zu machen.

Am Kopf kratzen

Diese Last nimmt einem die Firma LookStat jetzt ab. Sie bie­tet an, die eige­nen Nutzerdaten wie Bildanzahl, Download, Einnahmen pro Bild, Einnahmen im Monat etc. über meh­re Agenturen hin­weg aus­zu­wer­ten. Bis Ende des Jahres ist der Service kos­ten­los, dana­ch soll er ca. 10 USD pro Monat kos­ten, für Fotografen, die mehr als 100 Bilder im Portfolio haben.

Mit der Masse an Daten, die bei sol­chen Auswertungen anfal­len, las­sen sich auch ande­re hilf­rei­che Statistiken erstel­len, wie der LookStat-Gründer Rahul Pathak in sei­nem Blog beweist. Hier ver­gleicht er, von wel­chen Emotionen am meis­ten Motive bei den Bildagenturen vor­han­den sind. Es über­rascht nicht, dass „glück­li­che Motive“ mit Abstand weit vor­ne lie­gen.

Aber: Wenn „glück­li­che Motive“ 15x mehr als „trau­ri­ge Motive“ ange­bo­ten wer­den, müss­ten die­se sich auch min­des­tens 15x bes­ser ver­kau­fen, um ihren Spitzenplatz zu recht­fer­ti­gen. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

Rahul hat mir net­ter­wei­se die Daten sei­ner Analyse zur Verfügung gestellt, damit ich sei­ne umfang­rei­che Auswertung um einen wich­ti­gen Faktor ergän­zen kann.

Wieviel Prozent machen die Verkäufe der zehn am meis­ten ver­kauf­ten Bilder einer bestimm­ten Emotion im Vergleich zur Gesamtanzahl der Fotos mit die­ser Emotion aus?

Hier das Ergebnis:

  • wütend: 9,31 %
  • gelang­weilt: 29,23 %
  • glück­li­ch: 1,07 %
  • trau­rig: 5,80 %
  • ängst­li­ch: 26,93 %

Hier wird deut­li­ch, dass „glück­li­che“ Bilder nicht auto­ma­ti­sch in der Statistik weit vor­ne lie­gen. Vereinfacht gespro­chen heißt das Ergebnis: Wenn Du gute Fotos von gelang­weil­ten oder ängst­li­chen Personen machst, sind Deine Chancen rela­tiv gese­hen deut­li­ch höher, ein Foto davon zu ver­kau­fen als von einer glück­li­chen Person.

Relativ“ ist hier der Haken. Die Erfahrung von vie­len Stockfotografen zeigt, dass sich glück­li­che Menschen natür­li­ch bes­ser ver­kau­fen, weil mehr Menschen dana­ch suchen. Aber: Wenn z.B. nur eine Person ein Foto von einem glück­li­chen Menschen und eins von einem gelang­weil­ten Menschen braucht, sind Deine Chancen höher, in der Flut der ange­bo­te­nen Bilder das des gelang­weil­ten Menschen zu ver­kau­fen.

Die ein­fa­che Schlussfolgerung: Beim Shooting nach den glück­li­chen Motiven auch immer eini­ge ande­re Emotionen foto­gra­fie­ren.

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Was sind Eure „Emotionen“-Bestseller?