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Die besten Bildagenturen 2019 (Auswertung meiner Umfrage)

Zum vier­ten Mal frag­te ich mei­ne Leserinnen und Leser bei Facebook am Jahresanfang, wel­ches im Vorjahr ihre Bildagenturen mit dem meis­ten Umsatz waren. Die Agenturen soll­ten sie nach Umsatz abstei­gend sor­tiert als Kommentar hin­ter­las­sen. Zusammen mit mir haben sich 50 Fotografinnen und Fotografen betei­ligt. Vielen Dank dafür!

Die Ergebnisse will ich euch hier wie­der vor­stel­len. Zuerst die ein­deu­ti­ge Grafik (Klick zum Vergrößern):

Die besten Bildagenturen 2019

  1. Adobe Stock* (445) (+1)
  2. Shutterstock* (434) (-1)
  3. iStock (208) (-)
  4. 123rf* (106) (-)
  5. Dreamstime* (100) (-)
  6. Eyeem (95) (-)
  7. Alamy (91) (+5)
  8. Depositphotos (54) (-1)
  9. Bigstock (40) (-)
  10. Getty Images (37) (-2)
  11. Pond5* (29) (-1)
  12. Photocase (27) (+3)
  13. Westend61 (13) (-2)
  14. Stockfood (10) (neu)
  15. Zoonar (9) (neu)

Meine Vorgehensweise:
Ich habe in einer Excel-​Tabelle eine Liste gemacht und in die ers­te Spalte jede Agentur ein­ge­tra­gen, die genannt wur­de. In den nächs­ten Spalten habe ich dann für jeden Teilnehmer und jede Agentur Punkte ver­ge­ben, basie­rend auf der Sortierung der genann­ten Agenturen. Die ers­te Agentur, also die mit dem meis­ten Umsatz bekam 10 Punkte, die als zwei­tes genann­te Agentur bekam 9 Punkte und so wei­ter.
Die Werte habe ich pro Agentur sum­miert und die Liste dann nach den Punkten sor­tiert. Das Ergebnis sehr ihr oben, die Zahl in Klammern ist also die Gesamtpunktzahl der jewei­li­gen Agentur.
Insgesamt wur­den 29 ver­schie­de­ne Agenturen benannt, ich habe die Liste jedoch auf die ers­ten 15 Agenturen beschränkt, weil das sta­tis­ti­sche Rauschen zum Ende hin mit meist nur einer Nennung sehr viel grö­ßer ist.

Hinweise:
Bei der Umfrage wur­de nicht unter­schie­den, ob die Leute Videos oder Fotos oder bei­des ver­kau­fen, wie vie­le Dateien sie online haben oder seit wann sie dort hoch­la­den. Die Platzierung von Pond5 ergibt sich zum Beispiel aus deren Videoverkäufen, jedoch ver­mut­lich nicht aus deren Fotoverkäufen. In der letz­ten Klammer sehr ihr die Veränderung zum Vorjahr.

Meine bes­ten Agenturen 2019
Wer die obi­ge Liste nach­rech­nen oder anders aus­wer­ten will, kann das eben­falls machen, mei­ne Datenbasis ist frei ein­seh­bar. Was jedoch noch fehlt, sind die Agenturen, bei denen ich selbst 2019 am meis­ten Umsatz erzielt habe und die ich eben­falls in obi­ge Rechnung habe ein­flie­ßen las­sen. In Klammern wie­der die Veränderung zum Vorjahr:

  1. Adobe Stock (-)
  2. Shutterstock (-)
  3. 123rf (-)
  4. Bigstock (+2)
  5. Canva (-1)
  6. Eyeem (+1)
  7. Dreamstime (-2)
  8. Alamy (-)
  9. Pond5 (-)
  10. Mostphotos (neu)

Was sagt uns diese Auswertung?

Ganz oben ran­geln sich Adobe Stock und Shutterstock um die Spitzenposition, wobei Adobe Stock sich den Spitzenplatz von 2017 wie­der zurück­er­obert hat.

Mit deut­li­chem Abstand führt iStock das Mittelfeld an, in dem sich noch 123rf, Dreamstime, EyeEm und Alamy tum­meln. Die rest­li­chen Agenturen sind kaum noch der Rede wert. Diese Formulierung fand sich auch deut­lich häu­fi­ger in den Kommentaren der Teilnehmer.

Den größ­ten Aufstieg hat sich Alamy erkämpft, EyeEm konn­te trotz des Endes der Fotografen-​Subventionierung auf Platz 6 hal­ten.

Hier könnt die auch die Ergebnisse von 2019, 2018 und 2017 nach­le­sen.

Habt ihr die Ergebnisse erwar­tet? Oder sind Überraschungen für euch dabei?

* Affiliate-​Link

Die Lizenzgebühren bei iStock

Es wird immer schwie­ri­ger für Fotografen, höhe­re Lizenzgebühren für ihre Bilder in der iStock Signature Collection zu erhal­ten. Die Tantiemen stei­gen in Abhängigkeit von der Gesamtzahl der Downloads der Bilder eines Anbieters wäh­rend des Jahres.

Download-​Ziele für exklu­si­ve Anbieter gibt es seit 2017. Zu Beginn des Jahres beginnt der Anbieter mit dem Lizenzsatz des Vorjahres. Am 1. Januar beginnt iStock mit der Zählung der Downloads für das Jahr. Bild-​Downloads aus der „Essential Collection“ wer­den als einer gezählt, wäh­rend „Signature Plus“-Downloads als zwei gezählt wer­den. Einige, aber nicht alle Downloads von Signature-​Bildern über Gettyimages.com zäh­len eben­falls als zwei. Andere, wahr­schein­lich haupt­säch­lich Premium Access Verkäufe, zäh­len nur als einer.

Wenn zu einem bestimm­ten Zeitpunkt im Jahr die Downloads des Beitragenden die Zielvorgabe für die bereits erhal­te­nen Tantiemen über­schrei­ten, dann steigt sei­ne Tantiemenrate im fol­gen­den Monat. Überschreitet er bei­spiels­wei­se am 5. Juni die Zahl, so erhöht sich sei­ne Lizenzgebühr am 1. Juli.

Beginnt der Beitragszahler hin­ge­gen das Jahr mit 35% und erreicht er das neue Ziel bis zum Jahresende nicht, sinkt sein Satz am 1. Januar des Folgejahres auf 30%.

Diese Grafik zeigt, wie die Download-​Ziele für Fotos in den letz­ten 3 Jahren gestie­gen sind. iStock hat unter­schied­li­che Ziele für Illustrationen und Video, die die glei­chen Trends auf­wei­sen.

Jahr25% Anteil30% Anteil35% Anteil40% Anteil45% Anteil
2017Default5005,00020,000300,000
2018Default5505,50022,000330,000
2019Default6506,50026,500396,000
2020Default8008,50034,500515,000

Man könn­te mei­nen, dass dies ein Hinweis dar­auf ist, dass sich iStock-​Bilder bes­ser ver­kau­fen als in der Vergangenheit, aber das bedeu­tet nicht unbe­dingt, dass die­se Verkäufe mehr Einnahmen für den Fotografen oder für Getty Images gene­rie­ren.

Die iStock Preistabelle für U.S.-Lizenzen zeigt, dass die Preise für Signature-​Bilder 3 Mal höher sind als die für Essentials-​Bilder. In eini­gen Ländern hat iStock jedoch den Preis für Signature-​Bilder auf den Preis von Essentials redu­ziert.

Darüber hin­aus wer­den vie­le Bilder aus der Signature-​Sammlung von iStock jetzt im Rahmen von Premium-​Access-​Angeboten lizen­ziert, bei denen der Preis pro Nutzung sogar nied­ri­ger sein kann als der Preis für Essentials auf iStock.

Dadurch ist es mög­lich, viel mehr Nutzungen zu lizen­zie­ren, wäh­rend der Gesamtumsatz im Laufe des Jahres noch immer zurück­geht. Wahrscheinlich hat Getty des­halb fest­ge­stellt, dass die Anzahl der Downloads, die not­wen­dig sind, um eine höhe­re Lizenzgebühr zu errei­chen, im Jahr 2019 um 20% gegen­über 2018 und im Jahr 2020 um wei­te­re 30% gegen­über 2019 erhöht wer­den muss.

Sie haben ent­deckt, wie sie mehr Bilder ver­kau­fen kön­nen, nur nicht, wie sie mehr Geld für die Bilder, die sie ver­kau­fen, ver­die­nen kön­nen.

Könnten alle Fotografen bit­te här­ter arbei­ten, mehr von ihrer Zeit und ihrem Geld aus­ge­ben und mehr Bilder pro­du­zie­ren, nur damit Getty den glei­chen Betrag – oder viel­leicht etwas weni­ger – als in der Vergangenheit ver­die­nen kann?

Das ist ein über­setz­ter Beitrag von Jim Pickerell, mit freund­li­cher Genehmigung des Autors, zuerst ver­öf­fent­licht hier auf selling-stock.com.

Anbieterauszahlungen von Shutterstock erreichen 1 Milliarde US-​Dollar

Shutterstock hat heu­te die­sen Bericht über deren Anbieterauszahlungen ver­öf­fent­licht, in dem sie bekannt geben, dass sie seit Bestehen der Plattform ins­ge­samt eine Milliarde US-​Dollar an über eine Million Künstler aus­ge­zahlt haben. Zur Erinnerung: Erst im Mai 2017 wur­de die ers­te hal­be Milliarde abge­zahlt.

Gezählt wer­den dabei jedoch nicht nur die Fotografen, die über 300 Bilder zu Shutterstock, Shutterstock Editorial, Shutterstock Custom, Bigstock und Offset hoch­ge­la­den haben, son­dern auch die Videografen mit ihren mehr als 16 Millionen Videos sowie die Musiker, die mehr als 24 Mio. Songs auf PremiumBeat anbie­ten. Auch Vermittlungsprovisionen sind in die­ser Summe ent­hal­ten.

In die­ser Infografik (Original im Bericht oben) wird die Millarde US-​Dollar nach Jahren und Kontinenten wei­ter auf­ge­schlüs­selt, hier ein Ausschnitt:

Jährliche Höhe der Lizenzgebühren und Vermittlungsprovisionen, die an Anbieter aus dem Markennetzwerk von Shutterstock (inklu­si­ve Bigstock, Offset, PremiumBeat, Shutterstock Editorial und Shutterstock Custom) gezahlt wer­den

Spannend fin­de ich an die­sem Diagramm den Sprung von 33 Mio. US-​Dollar im Jahr 2011 auf 47 Mio. US-​Dollar für 2012, den ich mir nicht erklä­ren kann. Kann aber auch dar­an lie­gen, dass die Grafik augen­schein­lich nicht mit den gezeig­ten Werten über­ein­stimmt (der Abstand zwi­schen 2017 zu 2018 ist höher als zwi­schen 2010 und 2011, obwohl die Summe gerin­ger ist).

Kombiniert mit ande­ren Business-​Zahlen von Shutterstock kön­nen wir jedoch eini­ge ande­re Infos ablei­ten:

Der Vergleich zu den ins­ge­samt erziel­ten Downloads, wel­che Shutterstock in ihren Quartalsberichten ver­mel­det, ist beach­tens­wert: Diese sta­gnier­ten in den letz­ten drei Jahren fast, aber anschei­nend sind durch höhe­re Verkaufspreise die Anbieterkommissionen bis­lang trotz­dem wei­ter­hin gestie­gen. Fraglich ist, ob das im nächs­ten Jahr so wei­ter­ge­hen wird und die Befürchtung bleibt, dass Shutterstock hier irgend­wann zuguns­ten der Aktionäre einen Riegel vor­schiebt und an den Kommissionen schraubt.

Ebenfalls anschau­lich ist der Vergleich der Einnahmen von 2018 zwi­schen den Kontinenten in der Infografik:

Europa: 105,3 Mio. USD
Asien: 26,6 Mio. USD
Nordamerika 23,7 Mio. USD
Südamerika: 1,5 Mio. USD
Ozeanien: 1,2 Mio. USD
Afrika: 700 Tsd. USD

Damit liegt Europa mit wei­tem Abstand vor allen ande­ren Kontinenten und erzielt fast dop­pelt so viel Einnahmen wie der Rest der Welt zusam­men! Auch wenn die Stockfotografie-​Branche glo­bal ist, die Produzenten sit­zen in Europa. Angesichts die­ser Statistik, wonach die größ­ten Shutterstock-​Portfolios aus Russland stam­men, liegt die Vermutung nahe, dass Shutterstock die­ses Land ein­fach mal Europa zuge­schla­gen hat, was mir auf Anfrage bestä­tigt wur­de.

Wenn wir die Gesamtumsätze aus den Geschäftsberichten von 2018 addie­ren, kom­men wir auf ca. 623,3 Mio. US-​Dollar. Teilen wir die­se nun durch die oben ver­mel­de­ten 159 Mio. US-​Dollar Anbieterkommissionen aus dem glei­chen Zeitraum, kom­men wir übri­gens auf trau­ri­ge 25,5% Anbieterkommission im Schnitt, höher­prei­si­ge Dienste wie Offset oder Shutterstock Custom schon ein­ge­schlos­sen.

Shutterstock fei­ert die Meldung ab heu­te durch eine vor­über­ge­hen­de Erhöhung der Provision für Neukundenempfehlungen. Anbieter erhal­ten 50% Provision (statt 20%) auf alle Neukunden, die sie für einen Zeitraum von 30 Tagen anwer­ben. Hier ist mein Affiliate-​Link für neue Shutterstock-​Kunden.

Was lest ihr aus den Zahlen?

Canva Unlimited: Ernüchternde Analyse der Ersten Umsätze

Im Mai 2019 gab es bei der aus­tra­li­schen Bildagentur Canva zwei gro­ße Änderungen.

Die ers­te Änderung betraf den Kauf der Gratis-​Bilderplattformen Pixabay und Pexels. Canva kauf­te die bei­den Webseiten für einen unge­nann­ten Betrag. Die über eine Million kos­ten­lo­sen Bilder sind nun auch über die Webseite von Canva ver­füg­bar. Pixabay und Pexels sol­len angeb­lich als unab­hän­gi­ge Webseiten in vol­ler Funktionalität bestehen blei­ben.

Die zwei­te Änderung betraf die Einführung des Abo-​Plans „Photos Unlimited“. Wie der Name schon andeu­tet, soll das Abonnement Zugriff auf die kom­plet­te Canva-​Bibliothek inklu­si­ve der kos­ten­lo­sen Bilder für 12,95 USD im Monat erlau­ben, bzw. 9,95 USD für Canva Pro Accounts mit Jahreszahlung.

Für die Kunden ist das zwei­fel­los ein ver­lo­cken­der Deal. Solange die kos­ten­lo­sen Bilder bei Pixabay und Pexels jedoch erhält­lich blei­ben, ist unklar, war­um die Kunden dafür plötz­lich bereit sein sol­len, Geld aus­zu­ge­ben. Vielleicht ist es die Bequemlichkeit, Gratis- und Premium-​Inhalte auf einer Seite mit inte­grier­ten Layout-​Templates nut­zen zu kön­nen? Vermutlich des­we­gen bewirbt Canva „Photos Unlimited“ auch mit dem Slogan „Netflix für Stockfotografie“.

Aber was bedeutet das für die Fotografen?

Ich habe schon im Mai gefragt, wie die Kommission kon­kret aus­se­hen und was das Minimum pro ver­kauf­ten Bild sein wird. Darauf gab es trotz meh­re­rer Nachfragen bis heu­te kei­ne genaue Antwort, nur die Angabe, dass die Einnahmen pro­zen­tu­al ver­teilt wer­den:

Earnings from the sub­scrip­ti­on will be com­pu­ted based on a sha­re method, whe­re reve­nue is dis­tri­bu­t­ed pro­por­tio­nal­ly based on num­ber of down­loads. We do have a safe­ty net in place, as per our Photos Unlimited terms of use. The Reasonable Use Policy is put in place to pro­tect you as a con­tri­bu­tor.“

Email vom Canva

Im Fotografen-​FAQ von Canva steht es etwas genau­er:

The Canva royal­ty rate is 35% of the sale pri­ce of the various Canva licen­ses. Even whe­re sales of the licen­ses occur in a cur­ren­cy other than USD, your royal­ties will be paid in USD.

For images sold in the Photos Unlimited sub­scrip­ti­on, the royal­ty rate paid to con­tri­bu­tors is 50% of net reve­nue ear­ned by Photos Unlimited (less taxes and pay­ment pro­ces­sing fees). That 50% sha­re is paid pro­por­tio­nal­ly to each con­tri­bu­tor, based on the total num­ber of down­loads of a contributor’s images as a pro­por­ti­on of the total num­ber of down­loads.

For examp­le: If 50% of net reve­nue (less taxes and pay­ment pro­ces­sing fees) ear­ned by Photos Unlimited during a calen­dar month is $1 mil­li­on, and the total num­ber of down­loads during that accoun­ting peri­od was 2,000,000 down­loads, then the amount attri­bu­t­ed to each down­loa­ded image would be 50c. If a con­tri­bu­tor had 100 down­loads of their images as part of the sub­scrip­ti­on during that month they would earn $50.“

Auch das ist alles sehr hypo­the­tisch, da bis­her unklar war, wie vie­le Bilder im Monat Kunden nut­zen wür­den.

Heute gab es ein Update für das Canva-​Backend, mit dem end­lich die ers­ten Verkaufszahlen und Erlöse von Canva sicht­bar sind.

Analyse der Verkäufe und Umsätze bei Canva inklusive Photos Unlimited

Ich tei­le mei­ne Verkaufszahlen und Umsätze aus ver­schie­de­nen Gründen seit einer Weile nicht mehr, aber um etwas mehr Transparenz in das neue und stark beob­ach­te­te Geschäftsmodell von Canva zu brin­gen, mache ich hier eine Ausnahme.

My sales at Canva in the last 12 month

Im obi­gen Diagramm seht ihr die Entwicklung mei­ner Verkäufe bei Canva in den letz­ten zwölf Monaten. Im Mai 2019 gab es einen Einbruch bei den regu­lä­ren Verkäufen, der jedoch schnell durch die neu­en Unlimited-​Verkäufe auf­ge­fan­gen wur­de.

Da die Erlöse beim Unlimited-​Plan pro Verkauf deut­lich nied­ri­ger sein müss­ten, ist die span­nen­de Frage: Wie wir­ken sich die Verkäufe auf die Umsätze aus? Dazu hier mei­ne Grafik:

In den 12 Monaten vor Beginn die­ser Grafik hat­te ich im Schnitt 590 USD Umsatz pro Monat bei Canva. In letz­ten 12 Monaten ist die­ser Durchschnittswert um 40,5% auf 351 USD gefal­len.

Betrachten wir nur die letz­ten 5 Monate mit den Unlimited-​Umsätze mit den 5 davor ohne Unlimted-​Verkäufe, sind es „nur noch“ ca. 3% weni­ger.

Wie viel ist nun ein Bildverkauf im „Photos Unlimited“-Plan für den Fotografen wert?

Mein „Revenue per Download“ (RPD) bei Canva wird im obi­gen Diagramm gezeigt. In den letz­ten 5 Monaten lag er im Schnitt bei 0,43 USD für die „One-​Time“ und „Multi-Use“-Verkäufe, davor bei 0,45 USD.

Der RPD nur für die Unlimited-​Verkäufe liegt aktu­ell bei 0,17 USD, ohne den „Ausrutscher“ von 0,08 USD im Mai wären es 0,19 USD.

Das ist weni­ger als halb so viel wie für die ande­ren Verkäufe, aber mehr, als ich ver­mu­tet hat­te.

Rechne ich den RPD von bei­den Kurven zusam­men, erhal­te ich einen RPD von 0,34 USD in den letz­ten 5 Monaten (mit Unlimited) im Vergleich zu einem RPD von 0,42 USD in den 5 Monaten davor. Das ist ein Verlust von 20% und abso­lut gese­hen der nied­rigs­te Wert aller belie­fer­ten Bildagenturen.

Mein „Return per Image“ (RPI) in den letz­ten 12 Monaten lag im Schnitt bei ca. 0,020 USD, nur in den letz­ten 5 Monaten mit den Unlimited-​Verkäufen bei 0,016 USD. Der Vollständigkeit hal­ber: In den 12 Monaten stieg mein Bildbestand bei Canva von ca. 16.000 auf 20.000 Bilder an.

Lohnt sich das?

Das ist die schwie­ri­ge Frage, die ich heu­te sicher noch nicht abschlie­ßend beant­wor­ten kann. Eindeutig ist jedoch, dass die Umsätze als auch der RPD und der RPI alle seit der Einführung von „Photos Unlimited“ gefal­len sind.

Aber schau­en wir uns das mal von der ande­ren Seite an: Wenn „Photos Unlimited“ 12,95 bzw. 9,95 USD pro Monat kos­tet, kommt der RPD von 0,19 nur zustan­de, wenn ein Kunde nur 26 bzw. 34 Bilder im Monat run­ter­lädt. Würde er mehr nut­zen, wür­de der RPI wei­ter sin­ken.

Aus Kundensicht sind die­se ca. 30 Bilder sehr attrak­tiv, da die­se Bildmenge bei den meis­ten ande­ren Agenturen deut­lich teu­rer ist. Für den Fotografen ist das jedoch sehr bedroh­lich, es durch­aus im Bereich des Möglichen liegt, dass Kunden deut­lich mehr Bilder nut­zen.

Auch mit den oben dar­ge­stell­ten Werten liegt der RPI, also der Bildertrag, deut­lich unter dem vie­ler ande­rer Bildagenturen.

Auch wenn die Zahlen auf den ers­ten Blick nicht so schlecht aus­se­hen, befürch­te ich einen Dammbruch, wenn die Entwicklung in die­ser Richtung wei­ter­geht, denn ein Verlust von 20% pro Verkauf mag bei Canva kaum ins Gewicht fal­len, bei den gro­ßen Agenturen wie Shutterstock, Adobe Stock oder iStock deut­lich mehr. Würden die­se auch so ein Modell ein­füh­ren und die Umsatzentwicklung ver­hiel­te sich wie oben skiz­ziert, wäre das ein ernst­zu­neh­men­der Umsatzeinbruch.

Zumal Canva nicht die ein­zi­ge Agentur ist, die mit einer „Bilder-​Flatrate“ expe­ri­men­tiert: Auch „Envato Elements“ sowie „Freepik Premium“ und die neue Seite „Scopio“ funk­tio­nie­ren nach einem sehr ähn­li­chen Prinzip.

Die Ankündigung von Canva:

Soon, we’ll begin ram­ping up mar­ke­ting efforts, which we expect will lead to signi­fi­cant growth in sub­scrip­ti­on sales and ulti­mate­ly an increa­se in your ear­nings.“

wirkt da wie eine Drohung, denn da der Markt ins­ge­samt kaum wächst, wer­den die­se zusätz­li­chen Einnahmen von ande­ren Agenturen (mit höhe­rem RPD) abge­zo­gen.

Welche Rolle spielen die Gratis-​Bilder in der Rechnung?

Bisher uner­wähnt blieb die Rolle der neu­en Million Gratis-​Bilder bei Canva. Erhalten deren Fotografen eben­falls Kommissionen?

Dem obi­gen FAQ-​Zitat zufol­ge berech­nen sich die Kommissionen, indem die Hälfte der Netto-​Einnahmen aus „Photos Unlimited“ durch die run­ter­ge­la­de­nen Fotos in die­sem Zeitraum geteilt wer­den.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Variante 1: Canva ver­gü­tet auch die Fotografen der Gratis-​Bilder. Das hal­te ich jedoch für unwahr­schein­lich, da die­se meist nicht mal einen Canva-​Account haben und weder auf Pexels noch auf Pixabay auf sol­che Verdienstmöglichkeit hin­ge­wie­sen wird.

Bleibt Variante 2: Canva ver­gü­tet nur die Premium-​Bilder. Das wür­de bedeu­ten, dass Canva sich einen gro­ßen Teil vom Umsatz selbst ein­steckt, der nicht im tat­säch­li­chen RPD berück­sich­tigt wird. (Update 15.10.2019: Habe von Canva die Bestätigung erhal­ten, dass die Fotografen der kos­ten­lo­se Bilder nicht ver­gü­tet wer­den.)

Rechnen wir das mal test­hal­ber durch: 100 Leute kau­fen in einem Monat ein Unlimited-​Abo für 12,95 USD. Das wären 1295 USD.
Nach Abzug von Steuern und Zahlungsgebühren blei­ben ca. 1200 USD (ca. 7% Abzug). Wenn wir den ermit­tel­ten RPD von 0,19 USD neh­men, der sich aus 50% der Nettoerlöse durch die Downloads zusam­men­set­zen soll, wären das 3158 Downloads, wel­che die­se 100 Kunden im Monat erzielt haben, also ca. 31 Downloads pro Monat und Kunde.

Nun tei­len wir die­se 3158 Downloads auf, je nach­dem, wie vie­le davon auf die nicht ver­gü­te­ten kos­ten­lo­sen Bilder ent­fal­len. Hier seht ihr die Rechnung.

free DLsPremium DLsPayout PremiumCanva ear­ningsoffi­ci­al RPD (net earnings/​downloads„real RPD“
0% Premium DLs3158001200,020,19$0,00
10% Premium DLs284231660,041139,980,19$0,02
50% Premium DLs15791579300,01900,010,19$0,10
90% Premium DLs3162842539,98660,040,19$0,17
100% Premium DLs03158600,026000,19$0,19

Egal, wie viel Gratis-​Bilder der Unlimited-​Kunde ver­wen­det, der offi­zi­el­le RPD bleibt gleich (da Gesamtdownloads und Gesamtumsatz gleich blei­ben).

Stark unter­schied­lich ist jedoch der „ech­te RPD“. Der sinkt umso mehr, je mehr Gratis-​Bilder ein Kunde nutzt, weil Canva weni­ger Premium-​Bilder aus­zah­len muss, der ermit­tel­te offi­zi­el­le RPD jedoch gleich bleibt. Damit steigt auch der Gewinn von Canva deut­lich an (Spalte „Canva Earnings“).

Anders for­mu­liert: Canva hat ein gro­ßes Interesse dar­an, die kos­ten­lo­sen Bilder in der Suche zu bevor­zu­gen, damit sie mehr ver­die­nen.

Noch mal anders for­mu­liert: Wenn die Anzahl der run­ter­ge­la­de­nen Premium-​Bilder gleich bleibt, ver­die­nen deren Fotografen mit jedem zusätz­lich run­ter­ge­la­de­nen Gratis-​Bild noch weni­ger.

Damit kan­ni­ba­li­sie­ren die Gratis-​Angebote nicht mehr nur indi­rekt, indem weni­ger weni­ger Verkäufe ent­ste­hen, son­dern ganz direkt, indem der Verkaufserlös selbst geschmä­lert wird.

Was tun?

Mein Erlös pro Verkauf (RPD) bei Canva ist im letz­ten Jahr von allen belie­fer­ten Agenturen am nied­rigs­ten gewe­sen. Ich beob­ach­te das sehr genau. Wenn sich in den kom­men­den Monaten kei­ne deut­li­che Steigerung des RPD abzeich­net, wer­de ich die Reißleine zie­hen, und mei­ne Bilder bei Canva löschen.

Etliche ande­re Fotografen haben die­sen Schritt eben­falls schon ange­kün­digt oder längst erle­digt.

Wie sehen eure Verkaufszahlen und Werte bei Canva aus?
Wie schätzt ihr die Analyse ein?

Shutterstock-​Quartalszahlen online: Ein Blick zurück auf acht Jahre

Vor paar Tagen gab Shutterstock hier sei­ne Quartalszahlen für das zwei­te Quartal 2019 bekannt. Darin ist immer von „Wachstum, Wachstum, Wachstum“ die Rede.

Klingt für Börsenleute erst mal ganz toll:
Die bezahl­ten Downloads sind um 3% gestie­gen, der Umsatz pro Download ist um 1% gestie­gen, die Anzahl der Bilder und Videos ist um je 37% gestie­gen, der Umsatz ist um 3% gestie­gen und so wei­ter, alles immer im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Vergleich des zwei­ten Quartals von Shutterstock von 2011 bis 2019 (Klicken zu Vergrößern)

Wenn wir uns aber die Entwicklung der Downloads und der Portfoliogröße seit 2011 anschau­en, sehen wir, dass das Wachstum deut­lich abflacht und nur bei der Portfoliogröße rasant wächst. Hier erst mal der Blick auf die 33 letz­ten Quartale (2. Quartal 2011 bis 2. Quartal 201) für die bezahl­ten Downloads:

Bezahlte Downloads bei Shutterstock pro Quartal in Millionen

Bis zum zwei­ten Quartal 2016 ent­wi­ckel­te sich der Verlauf fast line­ar nach oben, geriet dann aber ins Stocken, unge­fähr zu dem Zeitpunkt, als Adobe die Bildagentur Fotolia auf­kauf­te. Im Vergleich zum letz­ten Quartal gab es sogar einen Rückgang der Downloads um ca. 600.000, auch die Quartale davor war es eher ein Auf und Ab als ein ste­ti­ges Wachstum. Übrigens gab es auch beim Gesamtumsatz einen Rückgang im Vergleich zum vor­he­ri­gen Quartal.

Ähnlich sieht das beim Blick auf den Umsatz pro Download (RPD) aus, wel­cher anzeigt, für wie viel Geld Shutterstock im Schnitt ein Bild an den Kunden brin­gen konn­te:

Umsatzentwicklung pro Download und Quartal bei Shutterstock

Auch hier bis ca. zum ers­ten Quartal 2017 eine leich­te Steigerung, ab 2018 sta­gniert der RPD aber bei ca. 3,40 USD und schwankt nur um weni­ge Cent pro Quartal. Zu berück­sich­ti­gen ist auch, dass hier nicht zwi­schen Bildern und Videos unter­schie­den wird. Das bedeu­tet also, dass stei­gen­de Videoverkäufe für einen höhe­ren RPD sor­gen, der Fotografen ohne Videos im Portfolio gar nicht zugu­te kommt.

Ganz anders hin­ge­gen das Wachstum der Portfoliogröße:

Portfolio-​Wachstum bei Shutterstock

Vom 2. Quartal 2011 bis zum 1. Quartal 2016, also in fünf Jahren, wuchs das Portfolio von 15,3 Mio. Bilder auf 81 Mio. Bilder.

Am 2. Dezember 2015 gab Shutterstock bekannt, dass man statt 7 von 10 nur noch 1 Bild bei der Bewerbung akz­pe­tiert bekom­men musst, um Bilder zu Shutterstock hoch­la­den zu dür­fen. Außerdem liess die Agentur gefühlt „jeden Mist“ duch, was dazu führ­te, dass jetzt im zwei­ten Quartal 2019 schon 280 Millionen Bilder online sind. Das ist ein Wachstum in 3 Jahren um ca. 200 Millionen Bilder.

Die Anzahl der Videos ist immer­hin von ca. einer Million Anfang 2013 auf 15 Millionen im zwei­ten Quartal 2019 gestie­gen.

Bei sta­gnie­ren­dem Umsatz und gleich­blei­ben­dem Umsatz pro Verkauf bedeu­tet die­ses deut­lich stär­ker wach­sen­de Portfolio jedoch, dass der Umsatz pro Bild deut­lich sinkt:

Umsatz pro Bild und pro­zen­tua­ler Anteil am Portfolio

Während 2012 bis 2014 der Umsatz pro Bild (RPI) halb­wegs sta­bil bei 2 USD liegt, fängt er ent­ge­gen­ge­setzt zum rasan­ten Portfolio-​Wachstum um mehr als die Hälfte zu sin­ken und liegt aktu­ell nur noch 0,57 USD pro Quartal. Dieser Wert stimmt ziem­lich genau mit mei­nem Portfolio über­ein. Wer drei­tau­send Bilder im Portfolio hat, soll­te bei Shutterstock also ca. 570 USD Umsatz pro Monat erzie­len. Wer dar­un­ter liegt, hat unter­durch­schnitt­lich „gute“ Bilder, wer dar­über liegt, bes­se­re. Auch hier ver­zer­ren die ent­hal­te­nen Videos lei­der die Zahlen etwas.

Der Prozentsatz der lizen­zier­ten Bilder ist das Ergebnis der Downloads durch die Anzahl der Bilder. Dieser Wert gibt an, wie viel Prozent eines Fotografen-​Portfolios im Schnitt pro Quartal run­ter­ge­la­den wer­den.

Wenn jemand also 3000 Bilder im Portfolio hat, konn­te er vor acht Jahren im zwei­ten Quartal 2011 (94,1%) noch mit 2823 Downloads rech­nen, im zwei­ten Quartal 2019 (16,6%) aber nur noch mit 498 Downloads. Während mein RPI mit dem gesam­ten Shutterstock-​RPI gut über­ein­stimmt, geht das beim Prozentsatz stark aus­ein­an­der und ich habe deut­lich mehr Downloads.

Laut Jim Pickerell soll der durch­schnitt­li­che Fotografenanteil am Umsatz bei 27% lie­gen, das ist also die Kommission, die wir erhal­ten. Kombiniert mit den 3,44 USD pro Download wären das im Schnitt also ca. 93 US-​Cent pro Download für die Fotografen. Das stimmt ganz gut mit mei­nen Werten über­ein, ich lie­ge etwas dar­un­ter, weil ich kaum Videos anbie­te.

Die 27% sind 43,6 Mio. USD Umsatz, wel­che sich aktu­ell auf ca. 900.000 Anbieter ver­tei­len sol­len. Das wären pro Fotograf ca. 16 USD im Monat als Durchschnitt. Wenn wir jedoch die vie­len inak­ti­ven Fotografen mit nur einer Handvoll Bildern im Portfolio igno­rie­ren und als Maßstab die ca. 15% Fotografen (mehr als 100 Bilder im Portfolio) mei­ner Adobe Stock-​Analyse neh­men, wären das eher 323 USD pro Monat oder 3876 USD im Jahr. Das wäre geschätzt der Durchschnitt, wie viel ein akti­ver Fotograf bei Shutterstock ver­dient.

Insgesamt zei­gen die Zahlen eine Stagnation bei den Downloads und dem Erlös pro Downloads. Der Umsatz wächst zwar wei­ter­hin, aber längst nicht mehr so viel wie vor paar Jahren.

Was sagen euch die Zahlen?