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Alamy führt neue Kommissionsstruktur ein und kürzt Fotografenhonorare

Vor gut zwei Jahren hat­te die Bildagentur Alamy das letz­te Mal die Fotografenhonorare gekürzt. Nun gibt es wie­der eine Änderung, wel­che erneut für die meis­ten Fotografen zu einer Kürzung von deren Anteil füh­ren wird.

Die Kürzungen tre­ten 17 Monate in Kraft, nach­dem Alamy von der PA Media Group gekauft wur­de und es groß­spu­rig hier im Alamy-​Forum hieß:

Does this acqui­si­ti­on chan­ge anything for me? In terms of com­mis­si­on rates/​contracts/​processes, etc?

No, it doesn’t. Alamy con­ti­nues to ope­ra­te as usu­al. Alamy pri­des its­elf on offe­ring a bet­ter com­mis­si­on rate than most other agencies.

Will PA Media Group con­ti­nue to offer the same com­mis­si­on rates to Alamy’s exis­ting contributors?

There are no plans to chan­ge that.

Schauen wir uns das alte Modell und das neue Modell im Vergleich an. Bisher galt die­se Tabelle: 

Für nicht-​exklusive Bilder im Direktverkauf gab es 40% für den Fotografen, bis 2012 waren es 50%, davor sogar 60%.

Ab Juli 2021 gilt die­se Tabelle:

Wie mitt­ler­wei­le schon üblich, machen es einem die Bildagenturen – ver­mut­lich absicht­lich – lei­der nicht leicht, die alten und neu­en Zahlen direkt mit­ein­an­der zu vergleichen.

Nehmen wir zum Beispiel die Kommission der Partnerverkäufe, also wenn Alamy ein Bild nicht selbst ver­kauft, son­dern eine Partneragentur den Verkauf ein­ge­fä­delt hat. 

Bisher war die Verteilung: 30% Partner, 30% Alamy, 40% Fotograf.
Nach der neu­en Struktur sähe es im mitt­le­ren Gold-​Ranking so aus: 30% Partner, 42% Alamy, 28% Fotograf, wenn wir die bis­he­ri­gen 30% Partner-​Kommission als gesetzt anneh­men. Aber das ergibt sich eben nicht aus der obi­gen Tabelle und wird nun nicht mehr öffent­lich kom­mu­ni­ziert, wie viel die Partneragenturen erhal­ten. Denn neh­men wir mal an, Alamy wür­de die Partner-​Kommission auf 40% erhö­hen: Dann sähe die Verteilung so aus: 40% Partner, 36% Alamy, 24% Fotograf. Alamy könn­te also bis zu 50% Partner-​Kommissionen anbie­ten, ohne selbst Kommissionen zu ver­lie­ren, die Differenz wür­de allei­ne von den Fotografen getra­gen werden.

Ähnlich sieht es bei der Affiliate-​Kommission aus:
Bisher galt: 52,5% für Alamy, 13% für Affiliates, 34,5% für die Fotografen. Nun gilt, wie­der gleich­blei­ben­de Affiliate-​Kommissionen vor­aus­ge­setzt, im Gold-​Ranking: 66% für Alamy (von denen Alamy auch die Affiliates bezahlt) und 34% für die Fotografen, also ein hal­ber Prozentpunkt weni­ger. Laut den neu­en Nutzungsbedingungen (sie­he Punkt 12.15) gibt Alamy den Affiliates 15% von ihren 66% ab, im Gold-​Ranking wären das also: 56,1% Alamy, 9,9% Affiliate, 34% Fotografen. Also auch hier zusam­men­ge­fasst: Alamy bekommt mehr, zulas­ten der Affiliates und der Fotografen. (Hinweis: Im Alamy-Blogpost steht, dass Fotografen bis­her 40% von Affiliate-​Einnahmen erhal­ten hät­ten, die obi­ge Tabelle sagt jedoch etwas ande­res aus.)

Um die Sache noch etwas kom­ple­xer zu machen, hat sich Alamy eben­falls aus dem Baukasten der Profitmaximierung bedient und teilt die Fotografen nun in drei Klassen ein: Silber, Gold und Platinum (mit Bronze anzu­fan­gen, hät­te wohl zu schä­big geklungen).

Gold bedeu­tet: Alle bis­he­ri­gen Fotografen star­ten bei Gold oder höher, wenn sie die Voraussetzung erfüllt haben. Wer mehr als 250 USD Umsatz in zwölf Monaten bei Alamy erzielt, bleibt Gold.

Platinum bedeu­tet: Wer mehr als 25.000 USD Umsatz inner­halb von 12 Monaten bei Alamy hat und sei­ne Bilder exklu­siv bei Alamy hat, wird Platinum. Bisher trenn­te Alamy nach exklu­si­ven und nicht-​exklusivem Material. Ersteres bekam bis­her 10% mehr Kommission, auch das fällt in Zukunft weg, sofern die Exklusivfotografen weni­ger als 25.000 USD Umsatz gene­rie­ren. Verständlicherweise ist vor allem deren Frust im Alamy-​Forum groß.

Silber heißt: Wer län­ger als ein Jahr bei Alamy ist und weni­ger als 250 USD Umsatz erwirt­schaf­tet hat, wird auf Silber runtergestuft.

Mit Umsatz ist hier der Gesamtpreis der Bildverkäufe gemeint, ohne die Abzüge der Alamy- und ggf. ande­rer Kommissionen. Zur bes­se­ren Einordnung: Ich habe fast 50.000 Bilder bei Alamy online und kom­me nicht mal ansatz­wei­se in die Nähe der Platinum-Klasse.

Wer also Bilder für weni­ger als 250 USD im Jahr bei Alamy ver­kauft, wird zukünf­tig noch viel schlech­te­re Konditionen erhal­ten: Nur 20% auf Direktverkäufe, nur 17% auf Affiliate-Verkäufe.

Alamy traut sich auch wirk­lich noch, das Wort „fair“ in den Mund zu neh­men, um die Kommissionsänderungen zu begründen:

We’ve moved to a tie­red sys­tem so we can ensu­re that we remain fair to tho­se con­tri­bu­tors who sell well with us“

aus dem Alamy-Blogpost

Es ist des­halb an der Zeit, zwei Regeln aufzustellen:

  1. Glaube kei­ner Aussage einer Bildagentur über die Zukunft von deren Fotografenkommissionen.
  2. Die Frage ist nicht, ob eine Bildagentur die Kommissionen kür­zen wird, son­dern nur, wann.

Getty Images löscht EyeEm-​Accounts von Fotografen mit iStock-Accounts

Mitte Mai beka­men eini­ge „aus­ge­wähl­te Fotografen“ von der Bildagentur EyeEm die­se Email:

Getty Images has infor­med us that they will be remo­ving all dupli­ca­te assets from the EyeEm Getty collec­tion, whe­re the con­tri­bu­tor pro­vi­des the con­tent direct­ly to Getty (or iStock), as well. We know that many pho­to­graph­ers, inclu­ding yourself, also hold accounts with iStock.

Why is Getty Images taking this step?

There are cur­r­ent­ly many dupli­ca­tes of images avail­ab­le on Getty Images at dif­fe­rent pri­ce points due to con­tri­bu­tors sub­mit­ting images via part­ners such as EyeEm or via iStock. This dama­ges the buy­ing expe­ri­ence and leads to con­fu­si­on on behalf of cli­ents.

What opti­ons do you have now as an EyeEm Contributor?

If you do not take any fur­ther action, all your images will be remo­ved from the EyeEm Getty Collection. Alternatively, should you wish to dele­te your iStock account and not sup­ply images via iStock, you can con­ti­nue to sup­ply images via EyeEm to Getty.

What is the time­li­ne?

The chan­ges will hap­pen asap hence we are relay­ing this infor­ma­ti­on to you now.“

Kurz zusam­men­ge­fasst und über­setzt heißt das, dass Getty Images bemerkt hat, dass es vie­le dop­pel­te Bilder in deren Portfolio zu unter­schied­li­chen Preisen gibt, die ein­mal hoch­prei­sig über die EyeEm Kollektion zu Getty Images kom­men (aktu­ell ins­ge­samt ca. 28,5 Mio. Bilder in den bei­den EyeEm-​Kollektionen) und ein­mal nied­rig­prei­sig über die Getty-​Tochter iStock.

In der ers­ten Mail hieß es noch, dass die Fotografen die Wahl haben, ob sie ihren iStock-​Account löschen wol­len, um der Löschung des EyeEm-​Portfolios bei Getty Images zuvorzukommen.

In der zwei­ten Mail von EyeEm vom 5.6.2020 hieß es dann jedoch schon:

Dear EyeEm Contributor,

We hope you are well and healt­hy. As one of our most valued pho­to­graph­ers and EyeEm con­tri­bu­tors, we are reaching out to you today to let you know about some chan­ges we have been made awa­re of, con­cer­ning a limi­ted num­ber of accounts, inclu­ding yours.

Getty Images has infor­med us that they will be dele­ting your port­fo­lio wit­hin the EyeEm Getty collec­tion. Getty have infor­med us that they will be remo­ving high volu­me accounts with dupli­ca­te assets from the EyeEm Getty collec­tion, whe­re the con­tri­bu­tor pro­vi­des the con­tent direct­ly to Getty (via iStock), as well. As you are one of the com­pa­ra­b­ly few EyeEm users who also holds an iStock account with a signi­fi­cant volu­me, you are also affected.

We under­stand the dif­fi­cul­ty this might put you in and reg­ret the decisi­on that Getty Images has taken. Of cour­se this affects us in the same ways as it does affect you. 

Who is affected?

This is the second round of com­mu­ni­ca­ti­on we are doing to let affec­ted con­tri­bu­tors know about the chan­ges. Only a small por­ti­on of high volu­me accounts from EyeEm’s con­tri­bu­tor base is affected. 

Why is Getty Images taking this step?

There are cur­r­ent­ly many dupli­ca­tes of images avail­ab­le on Getty Images at dif­fe­rent pri­ce points due to con­tri­bu­tors sub­mit­ting images via part­ners such as EyeEm or via iStock. This dama­ges the buy­ing expe­ri­ence and leads to con­fu­si­on on behalf of their clients. 

What is the timeline?

The chan­ges will hap­pen wit­hin a few days, hence we are relay­ing this infor­ma­ti­on to you right now. Remember that only a few peop­le, who we are reaching out with this email direct­ly, are affected.

Here to support. 

Feel free to ping me direct­ly by reply­ing to this email. I’ll keep you updated, should we have news from our con­ver­sa­ti­ons with Getty. For fur­ther infor­ma­ti­on and ques­ti­ons plea­se reach out to your iStock or Getty Images sup­port team.“

Wer sich also inner­halb die­ser drei Wochen nicht ent­schie­den hat­te, sein iStock-​Account zu löschen, ver­liert nun sein EyeEm-​Portfolio auf Getty Images.

Relevant ist die­se Nachricht des­halb, weil wie in der Email geschrie­ben nur eine klei­ne Gruppe von Leuten infor­miert wur­de, obwohl das Problem im Grunde alle EyeEm-​Lieferanten betrifft.

Wer Bilder nicht-​exklusiv zu EyeEm hoch­lädt und die­se eben­falls bei iStock anbie­ten will, ris­kiert dem­nach, sein EyeEm-​Portfolio bei Getty Images gelöscht zu bekommen.

Etwas wei­ter gedacht kann das Problem auch an wei­te­ren Ecken auf­tau­chen, da zum Beispiel auch 500px eine Partnerschaft mit Getty Images hat. Wer also sei­ne Bilder sowohl zu 500px als auch zu iStock schickt, soll­te aufpassen.

Ähnliches gilt für die Zusammenarbeit von EyeEm und Adobe Stock: Wer sei­ne Bilder sowohl bei EyeEm als auch bei Adobe Stock hoch­lädt, soll­te sich Gedanken machen. Leider blieb mei­ne Anfrage an Adobe Stock, wie die­se mit Duplikaten im Portfolio umge­hen, bis­her unbe­ant­wor­tet. Wer sehen will, wel­che Bilder von EyeEm aktu­ell in der Premium Collection von Adobe Stock mit knapp 900.000 Bildern sind, kann hier schau­en.

Persönlich habe ich übri­gens auch Videos bei Adobe Stock gefun­den, die (immer­hin zum sel­ben Preis) dop­pelt dort vor­han­den waren, weil sie ein­mal direkt und ein­mal über Pond5 hoch­ge­la­den wurden.

Auch bei Alamy fin­den sich über 4,2 Millionen Bilder von EyeEm, die eben­falls dop­pelt vor­han­den sein könn­ten, wenn Fotografen Alamy direkt beliefern.

Was sagt diese Aktion über die Bildagenturen?

Technologisch ist es heut­zu­ta­ge kein Problem, iden­ti­sche Bilder auf­zu­spü­ren. Getty Images warb schon vor fünf Jahren mit „sei­ner fort­ge­schrit­te­nen Such- und Image-​Recognition-​Technologie“. Da wirkt es ein­fach nur pein­lich, dass sie nun nicht in der Lage zu sein schei­nen, zu über­prü­fen, ob ein neu­es Bild schon im Portfolio vor­han­den ist und es auto­ma­ti­siert abzulehnen.

Auszug aus den „Terms of Service“ von EyeEm vom April 2016.

Seitens EyeEm kann sich die Aktion zu einem Imageschaden aus­wach­sen, wenn sie nicht in kur­zer Zeit ange­mes­sen dar­auf reagieren. 

Im Januar 2016 hat EyeEm ihre Nutzungsbedingen geän­dert und ist von der vor­ma­lig gefor­der­ten Exklusivität abge­rückt, ver­mut­lich um das glei­che Material auch ande­ren „Premium-​Partnern“ anbie­ten zu können.

Wenn sich nun her­aus­stellt, dass die­se „Nicht-​Exklusivität“ ver­gif­tet ist, weil sie bedeu­ten kann, dass der gesam­te Account gelöscht wird, hat EyeEm mei­nes Erachtens die Pflicht alle Fotografen dar­über öffent­lich zu infor­mie­ren, um sie davor zu bewahren.

Wohlgemerkt: Es geht bei der Löschung nicht um ein­zel­ne Bilder, son­dern Getty Images löscht gleich den gesam­ten Account der betrof­fe­nen Fotografen, ohne abzu­glei­chen, wie vie­le Bilder davon dop­pelt vor­han­den sind.

Außerdem soll­te EyeEm drin­gend abklä­ren, ob ande­re Premium-​Partner wie Adobe Stock oder Alamy eben­falls doch eine Exklusivität ver­lan­gen. Ich kann mir zum Beispiel kaum vor­stel­len, dass Adobe erfreut dar­über wäre, EyeEm-​Premium-​Material auch in der güns­ti­ge­ren Core-​Collection wiederzufinden.

Wie lösche ich betroffene Bilder bei iStock?

Seit vier Jahren kann man bei iStock lei­der kei­ne indi­vi­du­el­len Bilder mehr selbst löschen. Wer nun sicher­heits­hal­ber eini­ge Dubletten aus sei­nem Portfolio bei iStock löschen will, weil sie bei Getty Images in der EyeEm Collection sind, muss wie folgt vorgehen:

  1. In den Contributor-​Account von iStock via ESP einloggen.
  2. Oben in der Mitte auf „Contact us“ klicken.
  3. Auf der nächs­ten Seite im Dropdown-​Menü „File Editing“ wählen.
  4. Danach „remo­ve a file“ anklicken.
  5. Dann bei „Has your file been accepted/​published?“ auf „yes“ klicken.
  6. Dann auf „remo­ve som files“ klicken.
  7. Im nächs­ten Feld die Bildnummern kom­mage­trennt eingeben.
  8. Danach auf „other rea­son“ klicken.
  9. Bei „Please pro­vi­de a rea­son for remo­ving the file(s):“ ein­ge­ben: „Duplicate images that alrea­dy have been publis­hed through the EyeEm/​Getty Images Partnership“.
    (Danke an Michael Zwahlen für den Walk-​Trough hier in der EyeEm Market Worldwide Facebook-Gruppe)

Habt ihr auch die­se Emails von EyeEm erhal­ten? Wie reagiert ihr darauf?

Alamy verzichtet auf Model Release-Upload

Seit eini­gen Tagen gibt es – bis­her unbe­merkt von den meis­ten Fotografen – eine klei­ne, aber wich­ti­ge Änderung bei der Bildagentur Alamy.

Das blaue Upload-​Symbol neben dem Wort „Release“ ist seit eini­gen Tagen weggefallen.

Ab sofort müs­sen Fotografen nicht mehr die Modelverträge hoch­la­den, wenn sie das Feld „Es sind Releases für die­ses Foto vor­han­den“ ankli­cken. Das spart deut­lich Zeit beim Hochladen, vor allem, weil das System zur Model Release-​Verwaltung bei Alamy nicht das bequems­te war.

Der Fotografensupport von Alamy schreibt auf Nachfrage zur Änderung:

We have just remo­ved the upload func­tion for relea­ses as we don’t need you to upload them. All you need to do is anno­ta­te your images say­ing that the­re is one avail­ab­le and then we will get in touch with you if the cus­to­mer needs it.“

Das bedeu­tet, dass die Fotografen ihre Modelverträge nur auf Nachfrage vor­zei­gen kön­nen müs­sen. Ich begrü­ße die­sen Schritt, weil er den Aufwand deut­lich ver­rin­gert, gebe aber zu beden­ken, dass damit die Gefahr steigt, dass Fotografen absicht­lich oder aus Versehen Bilder als „Model Release vor­han­den“ ver­se­hen, obwohl es nicht der Fall ist.

Youtube-​Kommentare zur Kommissionskürzung der Bildagentur Alamy

Die Bildagentur Alamy will erneut die Fotografenhonorare kür­zen: Sanken sie 2012 von 60% auf 50%, sol­len die­se nun ab Februar 2019 auf 40% fallen.

Der Alamy-​CEO James West begrün­det die­sen Schritt wort­reich in einem YouTube-​Video:

Außer den gan­zen Worthülsen und Phrasen ist eine span­nen­de Grafik bei Minute 6:40 ent­hal­ten, wel­che die Entwicklung und die Differenz zwi­schen Gesamtumsatz und Fotografeneinnahmen von 2002 bis 2018 aufzeigt:

Dort ist gut sicht­bar, wie die Kommissionskürzung von 60 auf 50% für die Fotografen zu einem Umsatzwachstum bei gleich­zei­ti­ger Stagnation der Fotografeneinnahmen geführt hat.

Die Kommentare unter dem Video sind zusam­men­ge­fasst aus­sa­ge­kräf­ti­ger als alles, was ich dazu selbst sagen könn­te, wes­we­gen ich hier ein­fach eine sinn­ge­mä­ße Auswahl und einen Ausschnitt der Kommentare (ins Deutsche über­setzt) präsentiere:

Ich fin­de es erstaun­lich, dass Alamy mit der Trendlinie ab 2015 einen Aufwärtstrend hat, aber gleich­zei­tig denkt, dass es an der Zeit ist, wei­te­re 10%(Punkte) von den Fotografen zu kür­zen. […] Ich bin seit 1980 im Bereich Stockfotografie. Nicht ein­mal hat ein Unternehmen die Fotografenkommission in guten Zeiten ange­ho­ben.“(J Liparis)

Mir ist bewusst, dass Alamy sich auf dem Markt behaup­ten, in die Zukunft inves­tie­ren und Gewinne erzie­len muss. Seltsamerweise ist es genau das, was auch der Fotograf tun muss. Ich habe nichts in dem Video gehört, wie dies den Fotografen zugu­te kommt. Ja, sie haben die neu­en Portfolios erwähnt, aber alles, was das bewirkt, ist, den Verkauf und Vertrieb auch auf die Fotografen abzu­wäl­zen.“ (Robin Whalley)

Wenn wir direkt bei Alamy ange­stellt und bezahl­te Mitarbeiter wären, wäre dies nicht mög­lich. Alles, was Sie tun könn­ten, wäre, neue Mitarbeiter mit einem neu­en Vertrag zu beschäf­ti­gen. Daher nut­zen Sie die Tatsache, dass wir Selbstständige sind, um die feh­len­den gesetz­li­chen Rechte aus­zu­nut­zen.“ (Paul Briden)

 ‚Kommissionsänderung‘ ist das fal­sche Wort für ‚Kommissionskürzung‘.“ (Dmitry Rukhlenko)

Dies ist eine Kürzung von 20% der Honorare, die Fotografen erhal­ten (50–20% = 40). In den Charts, die Sie jedoch zei­gen, ist die Lücke zwi­schen den Unternehmensgewinnen und den Fotografenkommissionen grö­ßer als je zuvor. Sind sie und alle Mitarbeiter des Unternehmens auch zu einer 20%-Gehaltskürzung zum Wohle des Unternehmens bereit?“ (Chris Stock)

Zumindest hat der CEO den Mut, sein Gesicht zu zei­gen. Ich glau­be nicht, dass einer der CEOs der ande­ren Agenturen den Mut dazu hät­te. Schlechte Nachrichten auf ethi­sche Weise.“ (Ozgur Coskun)

Wenn die­ses Video ver­sucht, die Menschen zu beru­hi­gen, schei­tert es für mich schreck­lich. Ich bin mir nicht sicher, ob die lege­re Kleidung mit bil­li­ger Garderobe im Hintergrund den Eindruck vom Unternehmensvermögen ablen­ken soll­te, aber es ist nicht im gerings­ten pro­fes­sio­nell. Die gesam­te Präsentation wirkt schwa­fe­lig und nicht über­zeu­gend. Es fehlt an Überzeugung und es sieht eher aus wie ein Zwölfjähriger, der ver­sucht, eine Entschuldigung dafür zu fin­den, war­um er sei­ne Hausaufgaben nicht gemacht hat.[…] Ich hof­fe, dies ist nicht die Präsentation, die der Alamy-​CEO bei Geschäfts- und Investitionsmeetings mit­ge­bracht hat!“ (Essence Of Light)

Workflow-​Änderung: Wenn ich mei­ne Bilder für den Upload sor­tie­re, wird es nun einen Ordner namens „Reste“ geben mit einem Unterordner „Alamy“ dar­in.“ (Gordan P. Junior)

Alamy hat so vie­le Fotos und Fotografen, dass der Geschäftserfolg eines ein­zel­nen Fotografen offen­sicht­lich kei­ne Rolle spielt. Dies ist jedoch kein nach­hal­ti­ges Modell für den Erfolg. Jede Motivation, neue Fotos zu machen, ist weg.“ (Blaine Harrington)

Die Erklärung liegt in den Diagrammen. Deine oran­ge Linie geht nicht nach oben und wird zwi­schen immer mehr Fotografen auf­ge­teilt. Unsere blaue Linie steigt in die Höhe und soll­te das nicht mehr das Fall sein, neh­men wir uns wei­te­re 10 Prozentpunkte, bis sie wie­der steigt.“ (syou­sef)

Hat er die Schuld gera­de wirk­lich auf den Brexit gescho­ben?“ (Paphos Life)

Ich bin nicht über­mä­ßig besorgt über den pro­zen­tua­len Anteil der Provisionen, son­dern über den tat­säch­li­chen Wert pro Verkauf. Die Grafik, die den Bruttoeinnahmenumsatz zeigt, ist an sich ziem­lich bedeu­tungs­los. Wir müs­sen die Verteilungskurve sehen, damit sie irgend­ei­nen Wert hat. Wenn Drittanbieter betei­ligt sind, kür­zen Sie auch ihre Provision? Wenn nicht, war­um nicht? Ich bin fest davon über­zeugt, dass Zeit, Aufwand und Engagement der Fotografen stark unter­be­wer­tet sind. James, im Geiste der Offenheit und Fairness, könn­ten wir den Überschuss von Alamy pro Jahr sehen bit­te?“ (Richard Tadman)

Ich bin seit 2000 bei Alamy, bevor sie online gegan­gen sind. Alex hat mich ange­wor­ben, um genug Bilder zu haben, bevor sie öffent­lich gin­gen. Der „Vertrag“ war anfangs groß­ar­tig und die Einnahmen waren recht gut, selbst mit einer rela­tiv gerin­gen Anzahl von Bildern, und ich hat­te das Gefühl, dass Alamy sich wirk­lich für sei­ne Fotografen sorg­te und auch in öffent­li­chen Meetings traf. Schneller Vorlauf bis 2016 und das Bild hat­te sich sehr ver­än­dert. Es sind nicht nur die Provisionen gefal­len, son­dern auch die Bildpreise (in mei­nem Fall sank der Durchschnittspreis pro Bild von 100 USD auf rund 10 USD, ich habe mei­ne eige­nen Grafiken, um dies zu bewei­sen). Nachdem ich 16 Jahre lang regel­mä­ßig hoch­ge­la­den habe, ent­schied ich zu die­sem Zeitpunkt, dass es die Anstrengung nicht wert war, wei­ter­hin bei­zu­tra­gen. Die Rendite war zu nied­rig, also beschloss ich, mei­ne Bilder in Alamy zu belas­sen und den immer gerin­ger wer­den­den Geldbetrag mit­zu­neh­men und mit mei­nem Leben etwas Nützlicheres zu machen. Ich dach­te dar­an, Alamy mög­li­cher­wei­se zu erlau­ben, eini­ge mei­ner neue­ren Bilder zu ver­kau­fen, aber die­se letz­te Ankündigung hat die­se Gedanken aus mei­nem Kopf ver­drängt. Mit mehr als 157 Millionen ver­kauf­ten Bildern und einem Gewinn von 300 Millionen Dollar pro Jahr gibt es kei­ne Entschuldigung, die Torpfosten zu bewe­gen und die Hand zu bei­ßen, die sie füt­tert. Ohne uns sind sie nichts.“ (Mike Crawley)

Er kann nicht ein­mal mit gera­dem Gesicht in die Kamera schau­en.“ (mhon­eg­ger)

Was sagt ihr zu dem Video?

Stockfotografie-​News 2014-09-05

Es ist mir ja etwas pein­lich: Die letz­te News-​Sammlung habe ich im März erstellt. März! Das sind Lichtjahre in Stockfotografie-Zeitrechnung.

Aber ihr wißt ja, Urlaub, Sommer, Eis, Arbeit, die übli­chen Ausreden. Aber genug davon.

Die Branche dreht sich hei­ter wei­ter und des­halb ver­su­che ich mal kurz, das Karussel anzu­hal­ten, damit wir einen Blick auf die glän­zen­den Neuigkeiten (bzw. alles das, was im letz­ten hal­ben Jahr pas­siert ist) wer­fen können.

  •  Nur drei Tage alt ist die Meldung von iStock, die Preisstruktur nach andert­halb Jahren wie­der kom­plett umzu­krem­peln. Damals wur­den die sie­ben ver­schie­de­nen Kollektionen auf 4 run­ter­ge­dampft, dies­mal sol­len nur noch zwei übrig blei­ben: Essentials und Signature. Außerdem wird der Direktkauf abge­schafft und es müs­sen jetzt wie­der immer Credits gekauft wer­den. Um das Ganze nicht unnö­tig ein­fach zu machen, wird auch noch am Credit-​Wert geschraubt. Auch die Preisstaffelung nach Bildgröße wird abge­schafft, das bedeu­tet: Kleine Bilder wer­den teu­rer, gro­ße Bilder güns­ti­ger.  Besonders hart trifft das die iStock-​Fotografen, wel­che bis­her vie­le Bilder über die Vetta-​Kollektion ver­kau­fen konn­ten, weil dort der Preissturz am dras­tischs­ten ist. Einen genaue­ren Überblick hat Sean Locke hier.
  • Während sich der Erfolg der Preisänderung bei iStock noch zei­gen muss, gab es auch einen Lichtblick des gesun­den Menschenverstands bei iStock: Jetzt dür­fen dort auch Bilder mit vie­len Logos und Menschenmengen als kom­mer­zi­ell nutz­ba­re Bilder ange­bo­ten wer­den, wenn die­se eini­gen Richtlinien fol­gen. Da kön­nen sich ande­re Agenturen ruhig was abschauen.
  • Eine wei­te­re Empfehlung für Nachahmungstäter: Canstock über­setzt die meist kom­pli­ziert for­mu­lier­ten Nutzungsbedingungen deut­lich ver­ständ­li­cher.
  • Shutterstock ver­kauft seit April auch Musik. Anbieter müs­sen sich mit einem klei­nen Portfolio direkt bei Shutterstock bewer­ben, wenn sie ihre Tracks auch anbie­ten wollen.
  • Mit „Photography Companion“ reiht sich auch Dreamstime in die Liste der Agenturen ein, wel­che eine App zum Fotos hoch­la­den haben.
  • Fotolia hat ihre App „Instant“ nach lan­ger Wartezeit auch für Android-​Nutzer zugäng­lich gemacht.
  • Außerdem bie­tet Fotolia jetzt „fall­wei­se“ Videos wie­der im Abonnement an, dies­mal jedoch mit 35% Kommission auf den Mindestpreis von 50 Euro für Full-HD-Videos.
  • Nochmal Shutterstock: Dort ist es jetzt auch mög­lich, Illustrationen und Vektoren als Editorial-​Content anzu­bie­ten, z.B. Zeichnungen von Prominenten.
  • Die deut­sche foto­com­mu­ni­ty, bis­her eher als „oh, tol­le Bilder“-Galerie bekannt, steigt in den Bildermarkt ein und bie­tet schon seit April die Möglichkeit, die hoch­ge­la­de­nen Fotos auf Leinwand o.ä. zu verkaufen.
  • Die Bildagentur Panthermedia hat die seit lan­gem vor sich hin krie­chen­de Agentur Digitalstock auf­ge­kauft. Kunden und Fotografen sol­len ein­fach zu Panthermedia wech­seln, even­tu­el­les Restguthaben von Fotografen wur­de aus­ge­zahlt. Ein wei­te­rer Schritt bei der Marktbereinigung der deut­schen Agenturszene, die garan­tiert noch nicht abge­schlos­sen ist.
  • Interessant für Videographen: Shutterstock lis­tet hier fünf Video-​Kategorien mit hoher Nachfrage auf.
  • Pond5 hat eine Finanzspritze von etwas über 60 Millionen US-​Dollar erhal­ten. Mal sehen, was sie damit machen.
  • Schön zu sehen, dass eini­ge Agenturen auch mal zuhö­ren: Pond5 erlaubt die Suche nach dem ori­gi­na­len Upload-​Dateinamen im Fotografen-​Dashboard und sowohl Fotolia als auch Dreamstime zei­gen end­lich beim Upload den kom­plet­ten Dateinamen an. Sehr hilf­reich, wenn man auf den Thumb nicht alles erkennt.
  • Müssen witr Angst haben? Der Bildermarkt-​Analyst Paul Melcher hat über die „Stockfotografie-​Blindheit“ geschrie­ben und war­um „ehr­li­che, authen­ti­sche“ Bilder mehr Aufmerksamkeit gene­rie­ren wür­den. Ich kanns bald nicht mehr hören: Kunden rufen nach authen­ti­schen Bildern, Agenturen ver­lan­gen authen­ti­sche Bilder und Fotografen lie­fern – ger­ne auch mit dem Handy – authen­ti­sche Bilder. Dann ist doch alles in Butter? Vielleicht soll­te ich dar­über mal schreiben?
  • Leckere Rezepte und per­fek­te Food-​Fotos? Der neue Blog von Stockfood hat bei­des. (Und der Eis-​Blog von Erich und mir natür­lich auch, soviel Eigenwerbung darf sein.)
  • Alamy hat ein neu­es Dashboard für Fotografen. Sieht erst mal sehr über­sicht­lich aus, dafür ist die Agentur immer noch nicht in der Lage, hand­li­che Sales Reports zu erstellen.
  • Manchmal haben lan­ge Wartezeiten auch ihr gutes. In der letz­ten News berich­te­te ich über ein Urteil zu Pixelio, wonach auf jedem Bild im Internet ein Urheberrechtshinweis müs­se. Das wur­de in höhe­rer Instanz schnell wie­der ein­kas­siert.
  • Die Fotografin Rachel Scroggins schreibt hier, wie ihr durch den Instagram-​Post eines Supermodels mit einem Foto von ihr viel Geld durch die Lappen geht wegen des feh­len­den Urheberrechtshinweises.
  • Deutlich mehr Geld ver­lo­ren hat jedoch der Fotograf David J. Slater, dem ein Affe sei­ne Kamera ent­ris­sen hat­te, um ein Selfie zu machen. Wikimedia erklär­te dar­auf­hin das Foto in die „Public Domain“ gehö­re. Die gan­ze Story gibt es hier.

Bestimmt habe ich in der Zwischenzeit eini­ge Sachen ver­passt, also wie immer ger­ne in den Kommentaren nachtragen.

Ansonsten: Nächstes Mal bin ich wie­der frü­her dran, versprochen!