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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 59

In der aktu­el­len Folge von „Pimp My Stock!“ wer­den wir vie­le Tierbilder sehen. Nicolas schrieb mir vor eini­gen Wochen fol­gen­des:

Hallo Robert,

ich hei­ße Nicolas und habe vor etwa einem hal­ben Jahr das Angebot bekom­men, mei­ne Bilder in einem Gebäude der VHS aus­zu­stel­len. In die­sem Rahmen wur­de mir frei­ge­stellt mit Preis aus­zu­stel­len und die Bilder zum Verkauf frei­zu­ge­ben. Seitdem beschäf­ti­ge ich mich mit der Vermarktung von Fotografien und habe erst kürz­lich eine Webseite erstellt (https://goldbach-wildlife.de).

Natürlich habe ich mich auch mit dem Verkauf der Bilder als Stockfotos beschäf­tigt und bin bei mei­nen Recherchen schnell über dei­ne Webseite gestol­pert und habe hier vie­le Informationen und Denkanreize gefun­den. Ich bin mir aller­dings unsi­cher, ob sich mei­ne Bilder für den Verkauf als Stockfotos eig­nen, da ich mich sehr auf die Tierfotografie fokus­sie­re. Daher wür­de ich mich sehr freu­en, wenn du mei­ne Bilder hin­sicht­lich der Vermarktung bewer­test.

Eigentlich kom­me ich aus dem Bereich der beweg­ten Bilder und habe mit dem Filmen von Tieren begon­nen. Im Frühjahr 2018 habe ich mir dann eine Fujifilm X‑T2 mit einem Teleobjektiv zuge­legt und mit der Fotografie begon­nen. Da mir die Wildtierfotografie sehr viel Spaß macht, habe ich das auch immer wei­ter aus­ge­baut und lan­ge Zeit lagen die Bilder nur auf der Festplatte, was ich nun lang­sam ändern möch­te. Neben der Tierfotografie ver­su­che ich mich auch immer wie­der an Landschaften, aber das wird wohl nie mein Hauptgebiet wer­den. Erst kürz­lich habe ich mir ein Makroobjektiv zuge­legt und expe­ri­men­tie­re mit die­sem nun immer mehr her­um.

Mich wür­de für die Zukunft inter­es­sie­ren wie ver­mark­tungs­fä­hig mei­ne Bilder sind und dazu dei­ne pro­fes­sio­nel­le Einschätzung hören. Bislang bie­te ich mei­ne Bilder nur über mei­ne noch sehr jun­ge Webseite an. Am meis­ten freue ich mich aller­dings wei­ter in die Natur zu gehen, um Tiere beob­ach­ten und foto­gra­fie­ren zu kön­nen – man lernt bei nahe­zu jedeBegegnung was Neues.

Ich wür­de mich sehr freu­en, wenn du dir mei­ne Bilder mal anschaust.

Beste Grüße
Nicolas Goldbach

Noch eini­ge Hintergrundinformationen zu den Bildern, die ich im Anhang mit­schi­cke [Diese habe ich hier ent­fernt und als Bildbeschreibung direkt unter die jewei­li­gen Bilder ver­scho­ben; Anmerkung R.K.]“

Bevor wir einen Blick auf sei­ne Tier- und Naturbilder wer­fen, eini­ge Worte zu belieb­ten Tiermotiven vor­ab.

Weltweit gibt es ca. 50 Mio. Tierarten, davon über 6.000 ver­schie­de­ne Säugetier-​Arten. Von die­ser gro­ßen Auswahl machen jedoch zwei Arten mit sehr gro­ßem Abstand das Rennen: Hund und Katze. Das liegt dar­an, dass Hunde und Katzen die welt­weit belieb­tes­ten Haustiere sind, sich vie­le Menschen also damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen oder bereit sind, für Produkte, die mit die­sen Tieren wer­ben oder für die­se Tiere ver­kauft wer­den, Geld aus­zu­ge­ben.

Alle ande­ren Tiere haben es deut­lich schwe­rer, bei den gene­ri­schen Microstock-​Agenturen auf anstän­di­ge Verkaufszahlen zu kom­men. Der (Oster)Hase hat noch ganz gute Chancen oder nied­li­che Kücken (eben­falls wegen Ostern), davon abge­se­hen nur noch Pferde und Kühe wegen der Verbreitung als Nutztiere und dann noch eini­ge sehr foto­ge­ne und eher sel­te­ne Tiere wie der Buckelwal, Elefanten, Eisvögel oder Löwen.

Unter die­sem Gesichtspunkt betrach­tet emp­fiehlt sich für die Tierbilder von Nicolas eher eine Spezialagentur für Tierfotos, wel­che die­se auch wis­sen­schaft­lich kor­rekt benen­nen kann und nicht für weni­ge Cent im Abo anbie­tet. Aber nun zu sei­nen Bildern:

Basstölpel: foto­gra­fiert in Helgoland; die Tiere nis­ten direkt am Wegrand

An die­ser Basstölpel-Aufnahme ist nichts aus­zu­set­zen, beson­ders gefällt mir der Beinahe-​Komplementärkontrast zwi­schen den oran­ge­far­be­nen Köpfen und dem dun­kel­blau­en Hintergrund. Auch die sicht­ba­re Federnpflege, die stock­kon­zept­taug­lich auch als „Zuneigung“ inter­pre­tiert wer­den könn­te, mag der Verkäuflichkeit för­der­lich sein. Für Bildagenturen wäre etwas mehr Textfreiraum hilf­reich gewe­sen.

Dovrefjell: ver­schnei­te Berglandschaft im Dovrefjell Nationalpark in Norwegen. Mein Highlight hier war eine Herde wil­der Rentiere. Diese Fotos ver­öf­fent­li­che im Januar bei mei­ner Ausstellung

Diese nor­we­gi­sche Schneelandschaft erfüllt vie­le Kriterien eines guten Stockfotos: Universell nutz­bar, Textfreiraum, kla­rer Aufbau. Ich könn­te mir eine noch kon­trast­rei­che­re und stär­ker gesät­tig­te Version im Panoramaformat eben­falls vor­stel­len.

Junge Gämse: Auch wenn Mutter Gams wohl nicht begeis­tert war, war das Jungtier wohl etwas zu neu­gie­rig, um nicht nach­zu­se­hen, was ich da tue.

Der neu­gie­ri­ge Blick der jun­gen Gams ist die Zutat, wel­che die­ses Foto gelun­gen macht. Auch hier könn­te mehr Mut bei der Sättigung nicht scha­den und die bei­den Gräser rechts vom Tier wür­de ich retu­schie­ren, um mehr Textfreiraum zu bekom­men.

Eidechse: Leider ist mir die genaue Art unbe­kannt. Die Eidechse habe ich in Südafrika foto­gra­fie­ren kön­nen.

Erkennt ihr das Problem auf dem Bild der Eidechse? Wer auf den abge­schnit­te­nen Schwanz oben getippt hat, liegt rich­tig. Sowas soll­te ver­mie­den wer­den, aber da die Eidechse weder iko­nisch ist noch kor­rekt benannt wer­den kann, sind die Verkaufschancen eher gering, auch wenn das Bild bis auf den Schwanz gut gelun­gen ist.

Flusspferd: Das gäh­nen­de Flusspferd im Licht des Sonnenuntergangs konn­te ich im St. Lucia Lake in Südafrika foto­gra­fie­ren.

Das gäh­nen­de Flusspferd mit dem beein­dru­cken­den Maul gefällt mir sehr gut. Etwas mehr Raum um das Hauptmotiv könn­te auch hier nicht scha­den, weni­ger Tiefenschärfe wür­de das unru­hi­ge Wasser bes­ser weich­zeich­nen und dadurch weni­ger Ablenkung ver­ur­sa­chen. Im Kontext von Microstock-​Agenturen wür­de ich die­sem Motiv zusam­men mit der Winterlandschaft am meis­ten Chancen ein­räu­men.

Grasfrosch: Der Grasfrosch hat im Flachwasser eines Moortümpels die Sonnenstrahlen im Frühling genos­sen. Aufgrund des tie­fen Kamerastandpunkts, ist die­se auch etwas nass gewor­den, hat es aber glück­li­cher­wei­se ver­kraf­tet.

Gegen den bei Microstock-​Agenturen all­ge­gen­wär­ti­gen grü­nen Laubfrosch mit den roten Augen ist die­ser Grasfrosch schon etwas öde, zumal die lin­ke Bildhäfte das Bild sehr unru­hig macht. Wenn es die Bildauflösung her­gibt, wür­de die­ser muti­ge und star­ke Beschnitt das Foto deut­lich stock-​tauglicher machen:

Mein Beschnitt-​Vorschlag
Schilf: Die gol­de­nen Farben sind durch eine tief ste­hen­de Wintersonne, die das Schilf von der Seite ange­strahlt hat, ent­stan­den. Die hel­len Flecken im Hintergrund sind Eisflächen auf dem See.

Äh, ja. Schilf in Retro-​Farben. Ich kann mir gut vor­stel­len, dass Boutique-​Agenturen wie Stocksy oder Photocase ihre Freude an dem Bild hät­ten, aber vie­le Verkaufschancen sehe ich lei­der trotz­dem nicht, dazu ist die Nachfrage nach Schilf zu gering.

Steppenzebra: Dieses Steppenzebra war für mein Teleobjektiv so nah, dass not­ge­drun­gen ein Portrait ent­stan­den ist.

Bei die­sem Bild erkennt man schnell, dass es ein Zebra sein soll. Den art­ty­pi­schen Schwarz-​Weiß-​Kontrast hät­te ich bei der Bildbearbeitung stär­ker raus­ge­ar­bei­tet, hier hat das Weiß eine deut­lich gelb-​orangene Färbung.

Generell sind die Fotos tech­nisch gut, aber es ist eine gewis­se Beliebigkeit zu spü­ren. Wenn die Fotos nur das Nebenprodukt einer schö­nen Zeit drau­ßen in Nähe der Tiere sind, ist das voll­kom­men okay.

Wenn es aber ums Geld ver­die­nen geht, eini­ge mög­li­che Vorschläge: Konkret Tiere so foto­gra­fie­ren, dass sie als Ausgangsmaterial für Foto-​Montagen die­nen kön­nen, wie die­se Beispiele hier*.
Oder sich gleich auf Hunde, Katzen und Osterhasen spe­zia­li­sie­ren. Kein Scherz.

Wer eben­falls an einer kos­ten­lo­sen Rezension sei­ner Bilder inter­es­siert ist, fin­det hier alle Informationen zur Teilnahme.

Wer von den Leserinnen und Lesern nun eben­falls Lust auf Tierfotos bekom­men hat, fin­det in die­sen Bestsellern zur Tierfotografie etli­che nütz­li­che Tipps und Anregungen:

Bestseller Nr. 1
Die Fotoschule in Bildern. Tierfotografie*
  • 318 Seiten – 27.03.2017 (Veröffentlichungsdatum) – Rheinwerk Fotografie (Herausgeber)
Bestseller Nr. 2
Praxisbuch Tierfotografie: Wildschwein, Eichhörnchen, Robbe & Co. – Säugetiere an Land und am Wasser foto­gra­fie­ren*
  • 206 Seiten – 28.02.2019 (Veröffentlichungsdatum) – dpunkt.verlag GmbH (Herausgeber)
Bestseller Nr. 3
Bestseller Nr. 4
Grundlagen Tierfotografie: Profifotos in 3 Schritten. Faszinierende Bildideen und ihre Umsetzung*
  • 192 Seiten – 31.08.2016 (Veröffentlichungsdatum) – Humboldt (Herausgeber)
Bestseller Nr. 6
Tiere im Zoo foto­gra­fie­ren – Perfekte Tieraufnahmen leicht gemacht – Fotografie kom­pakt*
  • 256 Seiten – 18.07.2018 (Veröffentlichungsdatum) – Markt + Technik Verlag (Herausgeber)

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Covid-​19 und Coronavirus: Die Stockfotografie in der Krise

Seit eini­gen Wochen hält das Coronavirus nicht nur Deutschland, son­dern die gesam­te Welt in Atem. Die Medien ken­nen kaum noch ande­re Themen, Ausgangssperren, Kontaktverbote und Quarantäne-​Maßnahmen ver­än­dern Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.

Welche Auswirkungen hat der Coronavirus und des­sen Folgen auf die Fotografie, spe­zi­ell natür­lich die Stockfotografie?

Dieses Foto eines Ärzte-​OP-​Teams im Einsatz kann hier lizen­ziert wer­den*

Ich wer­de die Situation von zwei Seiten betrach­ten: Der Angebotsseite und der Nachfrageseite.

Stockfotografie-​Angebot in der Coronakrise

Auf der Angebotsseite haben Stockfotografen einer­seits das gro­ße „Glück“, dass sich hier kurz­fris­tig ein Thema prä­sen­tiert, was vor­her noch nicht tau­send­fach foto­gra­fisch umge­setzt wur­de.

Teilweise sogar im Gegenteil: Statt Business-​Handshakes ist nun der „Corona-​Bump“* ange­sagt, statt glück­li­chen Gruppen kon­zen­triert arbei­ten­de Einzelpersonen im Home Office. Das ist im Grunde der Traum jedes Stockfotografen: Ein neu zu beackern­des Thema, wel­ches gleich­zei­tig eine hohe Nachfrage hat, doch dazu spä­ter mehr.

Blöd ist nur, dass man auf­grund von Kontaktverboten und Ausgangsbeschränkungen kaum noch raus­ge­hen kann, um neue Bilder zu machen. Einige Stockfotografen beschrän­ken sich auf Tabletop-​Bilder und ver­su­chen, Konzepte zu illus­trie­ren. Andere retu­schie­ren ein­fach nach­träg­lich einen Mundschutz über ihre bis­he­ri­gen Bürobilder (wie mein Kollege Lev hier*). Einige tra­gen ein­fach aktu­el­le Suchbegriffe bei pas­sen­den alten Bildern nach und wie­der ande­re hor­ten wert­vol­le FFP3-​Schutzmasken als Requisiten, die dann in Krankenhäusern feh­len.

Für Auftragsfotografen, denen gera­de die Jobs weg­bre­chen, bie­tet sich die Stockfotografie aktu­ell als will­kom­me­ne Alternative an. Zeit zum Bearbeiten alter Aufnahmen ist genug vor­han­den und die Bildagenturen kön­nen wei­ter­hin belie­fert wer­den. Angesichts der bei fast allen Agenturen spür­bar län­ge­ren Freischaltzeit gehe ich von einem gestie­ge­nen Bildervolumen aus.

Stockfotografie-​Nachfrage in der Coronakrise

Auf der Nachfrageseite sieht es ähn­lich gemischt aus. Da vie­le Geschäfte geschlos­sen sind, fal­len not­wen­di­ge Werbemaßnahmen weg, ande­rer­seits besteht ein gro­ßer Bedarf an neu­en Motiven, weil die übli­chen „Heile-​Welt-​Motive“ aktu­ell nicht ganz pas­sen.

Einige Agenturen wir Panthermedia nut­zen die Situation, um eine „Marketing-​Soforthilfe“ für klei­ne Unternehmen anzu­bie­ten, die 5 Bilder kos­ten­los erhal­ten kön­nen (limi­tiert auf 100.000 Bilder). Klingt für mich eher nach einer Umbenennung der übli­chen Gratis-​Bilder für Neukunden.

Bei den Auftragsfotografen bre­chen gebuch­te Shootings gera­de rei­hen­wei­se weg, die­se feh­len­den Bilder wer­den immer­hin zum Teil bei Bildagenturen lizen­ziert. Angesichts der finan­zi­el­len Risiken, wel­che Unternehmen gera­de spü­ren, besteht in der Stockfotografie jedoch die Gefahr, dass vor allem die Kostenlos-​Portale davon pro­fi­tie­ren. So stie­gen die Downloads bei Unsplash um ca. 10% vom Februar zum März von 72 auf 79 Mio. Downloads.

Insgesamt wer­den aber sehr viel mehr Coronavirus-​verwandte Motive gekauft, wel­che sich in drei Gruppen auf­tei­len las­sen:

  1. Darstellungen des Coronavirus selbst*
  2. kor­rek­te Verhaltensweisen (Hände waschen*, Ellenbogen-​Gruß, Mundschutz tra­gen*, kon­takt­los bezah­len etc.)
  3. Folgen der Krise (Ärzte*, Krankenhäuser*, Videokonferenzen, Home Office)

Der Monat März war von den Verkäufen hier noch ganz okay, ich ver­mu­te aber, den Einbruch wer­den wir im April stär­ker beob­ach­ten kön­nen. Wer denn kei­ne aktu­ell rele­van­ten Motive hat, wird das noch stär­ker spü­ren, weil der Platz in den Medien (Printfläche/​Sendezeit) beschränkt ist und viel davon dem Covid-​19-​Thema gewid­met wird. Es wird ins­ge­samt weni­ger gekauft und dann eher die neu­en Corona-​Motive.

Corona-​Soforthilfe

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler kön­nen in NRW zwar ab sofort hier 2.000 Euro Soforthilfe bean­tra­gen, wenn sie wegen „abge­sag­ter Engagements“ in finan­zi­el­le Notlage gera­ten, aber die­sen Nachweis kön­nen Stockfotografen lei­der schwer erbrin­gen.

Bundesweit gibt es ein ähn­li­ches Hilfsprogramm für Selbständige, Freiberufler und klei­ne Unternehmen. Wer als Fotograf aktu­ell unter Umsatzausfällen zu lei­den hat, soll­te sich das Programm genau­er anse­hen.

Außerdem gilt, an die Zeit nach dem Coronavirus zu den­ken: Was kommt danach? Wie kann ich das bebil­dern?

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Adobe Stock ändert Bonus-​Programm und vergibt Creative Cloud kostenlos

In den letz­ten bei­den Jahren hat­te Adobe Stock für sei­ne Anbieter* ein Bonurprogramm ange­bo­ten, mit dem die Teilnehmer kos­ten­los ent­we­der ein Creative Cloud Foto-​Abo oder sogar die gan­ze Creative Cloud kos­ten­los bekom­men konn­ten.

Wer mehr als 300 Fotos pro Jahr auf Adobe Stock online gestellt hat­te (bei einer Annahmequote von über 50%), bekam das Foto-​Abo, wer mehr als 300 Video akzep­tiert bekom­men hat­te, bekam die kom­plet­te Creative Cloud.

Das Modell hat­te drei Nachteile: Die Anbieter brauch­ten sich um die Verkäuflichkeit ihrer Bilder kei­ne Gedanken zu machen, es zähl­te die rei­ne Masse. Außerdem war es für vie­le Anbieter schwie­rig, Videos zu pro­du­zie­ren und eini­ge Anbieter arbei­ten lie­ber mit Illustrator oder After Effects statt mit Photoshop.

Deshalb gibt es für 2020 fol­gen­de Änderung:

Aktive Anbieter erhal­ten von Adobe Stock kos­ten­los eines der fol­gen­den Jahres-​Abos, wenn sie mehr als 150 Bilder aus ihrem Portfolio im Jahr ver­kau­fen konn­ten: Creative Cloud Foto-​Abo (20 GB), Illustrator, InDesign, Première Pro oder After Effects.

Wer über 5000 Verkäufe im Jahr erzielt, erhält die kom­plet­te Creative Cloud (alle Apps) kos­ten­los für ein Jahr!

Als „akti­ver Anbieter“ zählt man, wenn man min­des­tens zwei Bilder im Jahr 2020 bei Adobe Stock online gestellt hat.

Jeder Video-​Download zählt so viel wie 8 nor­ma­le Downloads. Statt 5000 Bilder-​Downloads rei­chen also auch 625 Video-​Downloads (625 x 8 = 5.000) oder eine Mischung aus Video- und ande­ren Bild-​Downloads, z. B. 100 Video-​Downloads und 4.200 Foto-​Downloads.

Premium-​Inhalte, 3D-​Assets, Vorlagen und Animationsvorlagen oder sons­ti­ge zukünf­ti­ge Dateitypen sind von der Zählung aus­ge­schlos­sen.

ich fin­de die­se Änderung nach­voll­zieh­bar und fair, weil jetzt die Anbieter belohnt wer­den, die auch wirk­lich etwas ver­kau­fen.

Das Bonus-​Programm für 2020 wird dann im Januar 2021 aus­ge­wer­tet und die Gutschein-​Codes im Februar 2021 ver­teilt.

Wer noch kein Anbieter bei Adobe Stock ist, kann sich hier ein­fach kos­ten­los anmel­den*.

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24 Tipps und Quellen für Model-​Posen

Vor über zehn Jahren habe ich hier im Blog den Artikel mit „12 Tipps für Model-​Posen“ ver­öf­fent­licht, der immer noch einer der belieb­tes­ten Inhalte dar­stellt.

Deshalb wird es Zeit, zu schau­en, wel­che Links noch aktu­ell sind und wel­che ande­ren Quellen für foto­ge­ne Modelposen hin­zu gekom­men sind.

Beispiele aus dem „Model Posing Guide“ von Dirk Rosenberger

Bücher mit Model-​Posen

Neben den vie­len Gratis-​Inspirationen oben gibt es nun eini­ge Bücher, wel­che vie­le Posen gebün­delt zusam­men­fas­sen.

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 58

Willkommen zur aktu­el­len Folge von „Pimp My Stock!“, der Serie, wo ich Stockfotos auf ihre Verkäuflichkeit hin bewer­te. Diesmal mel­det sich Herbert bei mir, der sei­ne Fotos bei EyeEm anbie­tet. Er schreibt mir:

Hallo Robert,

Mein Name ist Herbert. Vor zwei Jahren hab ich zum ers­ten Mal Fotos bei Shutterstock, Fotolia, iStock und Alamy hoch­ge­la­den. Die Gnade der frü­hen Geburt und der siche­ren Rente hat aber den Nachteil, dass mein Schulenglisch nur ein Wahl- bzw. Nebenfach war. Die letz­ten 40 Jahre habe ich das sel­ten benö­tigt und es völ­lig ist ver­küm­mert. Da aber bei allen Agenturen eng­lisch Voraussetzung ist, ist mein Stockfotobetrieb aus Zeitgründen wie­der in den Hintergrund getre­ten.

Zurzeit bie­te ich mei­ne Fotografien unter dem Namen Herbb nur auf EeEym an. Dort sind ca. 1200 Fotos hin­ge­legt. 820 haben es in den Markt geschafft, 350 sind bei Partneragenturen unter­ge­kom­men. Damit hab ich einen sagen­haf­ten Gewinn von 9.50 Dollar erwirt­schaf­tet.

Die Ablehnung der ca. 400 Fotos ent­zieht sich aller­dings oft­mals mei­nem Verständnis. Der intel­li­gen­te Algorithmus, der die Bilder scannt, bringt immer wie­der son­der­ba­ren Ausschuss, bzw. for­dert Genehmigungen, die ein­fach nicht erfor­der­lich oder nicht zu bekom­men sind.

Zurzeit bear­bei­te ich die Fotos mit ACDsee10Pro. Hier schär­fe ich nach und ände­re meis­tens den Kontrast, die Sättigung und die Helligkeit. Ich hab mit dem Programm vor ca. 20 Jahren ange­fan­gen und bin immer noch zufrie­den. Natürlich kann es dem Platzhirsch Adobe nicht das Wasser rei­chen. Mein Ziel mit dem Stockfotoverkauf wären die jähr­li­chen Abo-​Kosten von Adobe zu ver­die­nen.

Die aus­ge­wähl­ten Bilder wur­den von EyeEm abge­lehnt, weil sie nicht ihren Anforderungen ent­spre­chen. Mich wür­de inter­es­sie­ren, wie das der Experte sieht.

Foto Nr 1 – 7 wur­den wegen Qualitätsmängel abge­lehnt. Die Bilder 8- 10 wegen feh­len­der Eigentümerbescheinigung.

Ein klei­ner foto­gra­fi­scher Lebenslauf:

Nach 45 Jahr ein­zah­len in die Rentenkasse, bin ich jetzt in der Phase, in der ein Bruchteil wie­der zurück­kommt. Ich bin Rentner, der Garten ist inzwi­schen poliert, in mei­ner Hobby- Werkstatt sind alle Schrauben gezählt. Nur zum Fenster raus­schau­en ist zu lang­wei­lig. Nach den Schrauben wur­den die Fotos sor­tiert und bei EeEym hoch­ge­la­den.

Ich foto­gra­fie­re seit den 70er Jahren. Meine ers­te Knipse, Kamera wäre zu ver­we­gen, war eine Agfa Pocket. Danach hab ich eine Gedächtnislücke bis zur Minolta X700. Um die zu erwer­ben muss­te ich meh­re­re Wochen zusätz­lich nach Feierabend und am Wochenende einen Nebenjob anneh­men. Leider wur­de sie mir nach ein paar Jahren im Urlaub in Italien aus dem Auto geklaut Die fol­gen­de Kindererziehung und der Hausbau erfor­der­ten eine klei­ne schöp­fe­ri­sche Pause. Geknipst wur­de da mit einer klei­nen Canon. Typ unbe­kannt.

Als dann die ers­ten digi­ta­le Kameras in den Medien auf­tauch­ten war ich wie­der Feuer und Flamme. Für unse­ren ers­ten Südafrika-​Urlaub im Jahr 2002 erwarb ich nach lan­gem abwä­gen eine Nikon Coolpix 775 mit dem dama­li­gen Spitzenwert 2,1 Megapix für 700DM. Damals eine stol­ze Summe. Die Einschaltzeit betrug so um die 7 Sekunden. Ein Dilemma, wenn man im Nationalpark Tiere foto­gra­fie­ren woll­te. Bis Kamera betriebs­be­reit war, war im schlimms­ten Fall das Zebra vom Löwen nicht nur erlegt, son­dern mit Haut und Haaren gefres­sen. 😊. Ein zwei­ter Akku war damals ein­fach zu teu­er. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Die Kamera ein­ge­schal­tet zu las­sen, dann war am Nachmitag Schicht im Schacht. Die zwei­te Variante war zu hof­fen, dass besag­ter Löwe fotogeil war und war­te­te, bis ich mei­ne Kamera schuss­be­reit hat­te. Auch dies Kamera hat­te eine kur­ze Halbwertszeit. Kurz vor Ende der Reise rutsch­te ich bei einem Spaziergang am Meer auf einem glit­schi­gen Felsen aus und fiel ins Wasser. Obwohl die Kamera nur für max. eine Sekunde mit dem Wasser in Berührung gekom­men war, bedeu­te­te das das Todesurteil für sie.

Jetzt folg­te eine Sanyo AZ3. Damals eine unbe­kann­te und völ­lig unter­schätz­te Kamera. Alle höher­prei­si­ge Canons und Sonys von Bekannten waren ihr unter­le­gen. Leider hat­te Sanyo gegen die aggres­si­ve Werbepolitik der bei­den ers­te­ren kei­ne Chance und ver­schwand nach ein paar Jahren wie­der vom Markt.

Nachdem ich viel auf Reisen war, soll­te auch der Nachfolger bei guter Qualität in die Hosentasche pas­sen. Es war Zeit für eine Panasonic Lumix TZ 3. Diesem Typ blieb ich dann, hoch bis zur Tz 10 treu. Einmal in den Einstellungen und den Menüs eines Herstellers gewohnt, woll­te ich die Marke nicht wech­seln und foto­gra­fie­re bis jetzt mit der Lumix FZ1000. Der Abschied von der Hosentaschengröße fiel mir nicht leicht. Inzwischen bin ich das aber so gewohnt, dass ich mir nicht mehr anders vor­stel­len kann. Ob der nächs­te Schritt noch­mals eine Brigdekamera wird oder ich dann doch mal zum Vollformat wechs­le, weiß ich noch nicht.

Danke und schö­nen Gruß, Herbert“

Bevor wir uns nach die­ser aus­führ­li­chen Einleitung sei­nen Fotos wid­men, vor­weg zwei Hinweise zu sei­ner Mail.

Erstens sind Ablehnungen, vor allem bei EyeEm ger­ne will­kür­lich begrün­det und soll­ten nicht als Maßstab für das eige­ne Fotografieren genom­men wer­den. Andere Agenturen mögen die Bilder ganz anders beur­tei­len. Viel wich­ti­ger ist mei­nes Erachtens, dass man selbst rea­lis­tisch ein­schät­zen kann, ob die ein­ge­reich­ten Motive kom­mer­zi­ell genug sind, um Käufer zu fin­den.

Zweitens gibt es eine wei­te­re gute Möglichkeit, in den Genuss von Adobe Photoshop zu kom­men: In den letz­ten zwei Jahren bekom­men alle Fotografen, die bei Adobe Stock mehr als 300 Bilder online gestellt haben und dabei weni­ger als 50% Ablehnungen erziel­ten, das Adobe Foto-​Abo (Photoshop + Lightroom) kos­ten­los für ein Jahr. Die Chance ist hoch, dass Adobe auch 2020 die­ses Angebot wie­der ankün­di­gen wird, erfah­rungs­ge­mäß eher in der zwei­ten Jahreshälfe. Wer mit­ma­chen will, ein­fach hier kli­cken* und oben rechts auf „Verkaufen“ gehen.

Nun aber zu den Fotos:

Bei die­sen bei­den Oldtimern ist zwar schon ein Teil des Nummernschildes retu­schiert wor­den, ich emp­feh­le jedoch, auch den rest­li­chen Teil zu ent­fer­nen. Außerdem wür­de ich das Bild oben enger beschnei­den bis kurz über die rot-​weiß gestreif­te Markise, damit die­ser Bereich weni­ger ablenkt. Ansonsten hal­te ich das Bild für stock-​geeignet, wenn es mit den rich­ti­gen Begriffen wie „Vintage, Retro, etc.“ ver­schlag­wor­tet ist.

Dieses Bild zeigt ein Heiligenhäuschen an einem Feld. Diese Häuschen sind an sich schon nicht der Renner bei Bildkäufern und hier hel­fen die ange­schnit­te­nen Bäume an den Rändern und die wil­den Gräser im Vordergrund nicht, die Verkäuflichkeit zu ver­bes­sern. Ich sehe da wenig Verkaufschancen.

Das nächs­te Bild zeigt ein ähn­li­ches Motiv, ein Wegkreuz an einer Bank. Auch wenn das Motiv gene­rell ähn­lich gerin­ge Verkaufschancen hat, ist hier die Komposition zumin­dest deut­lich anspre­chen­der mit Textfreiraum, wel­che das Bild zumin­dest für reli­giö­se Kunden attrak­ti­ver macht.

Das Foto zeigt einen ver­schnei­ten Weg im Winter. Hier stört mich, dass der Weg links etwas abge­schnit­ten ist und ins­ge­samt wirkt es, als wäre bei der Bildbearbeitung zuviel HDR ange­wen­det wor­den. Diese Jahreszeitenmotive sind prin­zi­pi­ell belieb­te Kalendermotive, die­ses ist hier aber nicht pla­ka­tiv genug, um in die enge­re Auswahl zu kom­men.

Weiter mit den Jahreszeiten geht es bei die­sem Herbstbild mit Herbstlaub. Auch hier gilt lei­der, dass das Laub nicht pla­ka­tiv genug in Szene gesetzt wur­de, um genü­gend Anklang bei Käufern zu fin­den.

Weingläser vor einem Ozean: Dieses Urlaubsmotiv ist von der Aussage sicher gefragt bei Käufern, in der Umsetzung hier jedoch ver­bes­se­rungs­wür­dig. Der Fokus muss mehr auf den Gläsern lie­gen, die sau­be­rer aus­se­hen müss­ten und der Hintergrund hät­te mehr in der Unschärfe ver­schwin­den müs­sen. Hier zum Vergleich ein Bestseller bei Adobe Stock*, der genau die erwähn­ten Unterschiede auf­weist.

Ein altes ver­wit­ter­tes Fenster: Solche Motive gehö­ren zu den Lieblingsmotiven von Hobby-​Fotografen, inso­fern ist das Angebot ent­spre­chend hoch. Um da über­haupt Chancen zu haben, wür­de ich bei die­sem Motiv den Anschnitt rechts bes­ser retu­schie­ren und die per­spek­ti­vi­sche Verzerrung ent­fer­nen.

Bei die­sem Bild einer Kuh im Stall fehlt die Eigentumsfreigabe, da die­se anhand der Marke links im Ohr iden­ti­fi­zier­bar ist. Aber selbst wenn die Marke retu­schiert wür­de, blie­be die Frage offen, ob ein Landwirt mit so einem Foto für sei­nen Betrieb wer­ben wür­de? Ich bezweif­le es.

Bei die­sem Vogelfoto, ver­mut­lich mit einer Alpendohle, kann ich nicht genau sagen, war­um ein Property Release ver­langt wird. Vermutlich wegen der teils les­ba­ren Schautafel. Diese lenkt auch etwas vom eigent­li­chen Motiv, dem Vogelfüttern ab.

Kleiderverkauf am Strand: Die Farben sind har­mo­nisch im Bild und Einzelhandel-​Themen sind gene­rell gute Stockmotive. In der 100%-Ansicht ist viel­leicht noch irgend­wo ein Logo oder Label an der Kleidung erkenn­bar, was dazu geführt hat, dass die Agentur einen Property Release ver­langt. Oder sie ist ein­fach nur streng und will einen wegen der even­tu­ell geschütz­ten Stoffmuster.

Allgemein kann ich die Entscheidungen von EyeEm in den vor­lie­gen­den Fällen schon nach­voll­zie­hen. Bei eini­gen Motiven lässt sich mit etwas mehr Bildbearbeitung viel­leicht das Foto durch die Bildredaktion schum­meln, aber wirk­li­che Bestseller-​Chancen haben die Motive lei­der alle nicht.

Falls ihr wis­sen wollt, wie sich eure Fotos schla­gen, könnt ihr ger­ne eben­falls kos­ten­los in einer „Pimp My Stock“-Folge mit­ma­chen. Alle Details fin­det ihr hier.

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