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Stockfotografie-News 2013-11-01

Hatte ich mir in mei­ner gren­zen­lo­sen Naivität anfangs wirk­li­ch vor­ge­nom­men, die Stockfotografie-News wöchent­li­ch zu ver­öf­fent­li­chen?

Jetzt sind schon wie­der zwei Monate seit den letz­ten News ver­gan­gen, des­we­gen wird es drin­gend Zeit für ein Update, damit ihr den Überblick im Bildermarkt-Dschungel nicht ver­liert.

  • Eine sehr aus­führ­li­che, nach Themen sor­tier­te Übersicht über geschütz­te Fotomotive lie­fert die­ses „Intellectual Property Wiki“ von Getty Images. Ein Lesezeichen-Muss für jeden Stockfotografen.
  • Dreamstime will jetzt auch Videos ver­kau­fen, von SD- bis 4K-Auflösung. Erst mal sind die Videografen dazu auf­ge­ru­fen, ihre Videos hoch­zu­la­den, die geplan­te Preisstruktur fin­det ihr etwas ver­steckt hier. Das sym­pa­thi­sche Preismodell, dass die Bilder (und jetzt auch Videos) mit mehr Verkäufen teu­rer wer­den, soll bei­be­hal­ten wer­den.
  • Auch Geldfälscher bedie­nen sich anschei­nend bei Microstock-Agenturen, sind dann aber zu doof, die paar Euro für ein Bild ohne Wasserzeichen aus­zu­ge­ben: Zoonar berich­tet über einen aktu­el­len Fall hier in deren Blog.
  • Auf dem Markt der Videoagenturen ist mit Dissolve ein neu­er Spieler auf­ge­taucht, der anhand der Finanzen und dem Personal sogar Chancen haben könn­te. Leider, möch­te man sagen, denn der Durchschnittspreis für einen HD-Clip soll bei 5 Dollar lie­gen. Ich hat­te ja gehofft, dass der Preisverfall bei Videos noch etwas auf sich war­ten lässt. Vom Design her erin­nert mich die Seite übri­gens sehr an Stocksy. Absicht?
  • Über die Gefahren bei der Verwendung von Hoheitszeichen in der Fotografie hat­te ich ja schon hier berich­tet. Wie sich das in der Praxis aus­wir­ken kann, zeigt das juris­ti­sche Nachspiel bei die­sem Twitter-Foto mit einem Wappen von Sachsen-Anhalt.
  • Shutterstock hat soeben ihr Europa-Büro eröff­net, und zwar in der Kulturbrauerei in Berlin.
  • Auch die gro­ße Bildproduktionsfirma Image Source hat soeben ein Büro in Berlin eröff­net. Damit soll­te klar sein, wel­che Stadt in Deutschland die Stockfotografie-Hochburg ist.
  • iSto­ck ent­fernt vie­le klei­ne Features von deren Webseite als Versuch, die Seite schnel­ler zu machen. Darunter sind auch die Fotografen-Blogs, die „Über Mich“-Seite, Testimonials, Ratings, Bildkommentare und die kom­plet­te Logo-Sektion.
  • Der Name der Bildagentur wur­de jetzt übri­gens auch offi­zi­ell von iStock­pho­to zu iSto­ck ver­kürzt.
  • Die neue Premium-Kollektion Offset von Shutterstock ist jetzt online.
  • Die mobi­le App „On-The-Go“ von 123rf ist jetzt auch hier für Android erhält­li­ch.
  • Die Idee ist nicht neu, aber die Umsetzung wird immer bes­ser. Die Lytro ist eine Kamera, bei der nach­träg­li­ch die Schärfe fest­ge­legt wer­den kann. Probiert es selbst mit der kos­ten­lo­sen App oder auf deren Webseite aus, die Ergebnisse sind beein­dru­ckend. Leider sind die Fotos bis­her nur ca. 1 Megapixel groß. Aber ange­sichts des tech­ni­schen Fortschritts wird es wohl nicht mehr lan­ge dau­ern, bis die Geräte taug­li­ch für die Stockfotografie sind.
  • Sich als Fotograf selb­stän­dig machen? Andreas Bender hat es gewagt und zieht nach 18 Monaten eine sehr aus­führ­li­che Bilanz.
  • Ein lesens­wer­tes Interview mit dem Stockfotografen Peter Atkins gibt es hier bei lousypennies.de, vor allem, wie man abseits der eigent­li­chen Fotoverkäufe noch Geld ver­die­nen kann.
  • Was ist die bis­lang ori­gi­nells­te Ausrede, die sich ein Bilderdieb hat ein­fal­len las­sen? „Ein Kugelschreiber sei ver­se­hent­li­ch auf die Tastatur gefal­len und habe die Funktion “ein­fü­gen” aus­ge­löst.“ So gele­sen in die­sem Blogartikel. Dummdreist bleibt es trotz­dem.
  • Zum Schluss noch was zum Lachen: Ein Video mit blö­den Sätzen, die sich Fotografen stän­dig anhö­ren müs­sen:

Habe ich was ver­ges­sen? Dann bit­te in den Kommentaren nach­tra­gen.

Ach so: Kriegen wir die 900 Fans bei Facebook voll? Dafür ein­fach rechts auf „Gefällt mir“ kli­cken. Danke.

Interview über reportagen.de mit Michael Krabs

Ständig gibt es neue Bildagenturen, die meis­ten wol­len ein­fach nur unse­re Bilder, ohne ein Alleinstellungsmerkmal bie­ten zu kön­nen. Deswegen habe ich auf­ge­horcht, als der Gründer der bekann­ten deut­schen Bildagentur Zoonar ein neu­es Projekt auf die Beine gestellt hat, bei dem es nicht nur um Fotos, son­dern auch um Texte geht. Herr Krabs erklärt in einem Interview mit mir die Details.

Screenshot der Seite reportagen.de

Hallo Herr Krabs, stel­len sie sich bit­te mal kurz vor.

Ich bin Jahrgang 1970, habe zwei Kinder und nach dem Studium zuer­st zwei Jahre als Dozent, dann ca. 12 Jahre lang als frei­er Journalist gear­bei­tet. In die­sem Zeitraum hat­te ich bereits eine „Reportageagentur“ mit dem Namen TBKmedia. Das TBK stand für „Text-Bild-Konzept“. Das gan­ze lief eine lan­ge Weile sehr gut. Dann kam der gro­ße Medienumbruch: Rückgang der Honorare, Digitalisierungswelle, Printkrise, Microstock usw. Gleichzeitig waren Natur- und Umweltthemen in den Medien deut­li­ch weni­ger gefragt. Ich wur­de mit Foto-DVDs gera­de­zu über­schüt­tet und wuss­te nicht mehr, wie ich das Ganze ohne Datenbank hand­ha­ben soll­te. Zuvor muss­ten sich Fotografen ja ent­schei­den, an wem Sie ein Originaldia schick­ten und gute Scans waren sehr kost­spie­lig. Jetzt reich­te ein Mausklick, um alle Fotos an zig ver­schie­de­ne Agenturen zu ver­tei­len. Bei mir häuf­ten sich die Foto-DVDs und ich hat­te kei­ne Idee, wie ich damit ohne eine neue tech­ni­sche Lösung umge­hen soll­te.

Ich habe daher im Jahre 2006 vier Büronachbarn (dar­un­ter drei Entwickler) ange­spro­chen und wir haben zusam­men die Bildagentur Zoonar GmbH als Antwort auf die neue Marktentwicklung gegrün­det. Dieses Projekt hat sehr viel Zeit und Kraft gekos­tet, ent­wi­ckelt sich jetzt aber ganz ordent­li­ch. Für mei­ne eigent­li­che Arbeit hat­te ich aber seit­dem kaum noch Zeit. Zudem erschien sie wenig attrak­tiv, auf­grund der neu­en Marktentwicklungen.

Seit 1–2 Jahre habe ich die Idee gehabt, auch für Reportagen ein Portal auf­zu­bau­en. Dieses Vorhaben habe ich jetzt mit pri­va­ten Mitteln in die Tat umge­setzt. Ein hohes Risiko, aber ich habe ein­fach wie­der Lust als Journalist zu arbei­ten. Außerdem sehe ich enor­me Chancen an der Schnittstelle zwi­schen Fotografie und Text einer­seits und neu­en Vertriebsmöglichkeiten ande­rer­seits. Die ers­te Version von Reportagen.de ist jetzt online. Ich freue mich sehr dar­über. Aber wir haben gera­de erst begon­nen.

Michael Krabs, Gründer von reportagen.de

Bei reportagen.de wer­den nicht nur Bilder ver­kauft, son­dern kom­plet­te Reportagen, also Bildserien mit dazu pas­sen­dem Text. Was gen­au soll ange­bo­ten wer­den?

Die Idee ist fol­gen­de: Fotografen haben oft Bildstrecken, die sich jour­na­lis­ti­sch gut ver­wer­ten las­sen. Aber nur die wenigs­ten schrei­ben ger­ne. Das über­neh­men wir dann. Journalisten wie­der­um haben oft Texte, aber es feh­len Fotos. Auch die­se Arbeit über­neh­men dann wir, d.h. wir suchen pas­sen­de Fotos zu den Texten. Dafür grei­fen wir u.a. auf die Fotos der Bildagentur Zoonar zurück, die für den Partner Reportagen.de frei­ge­ge­ben wur­den. Wir spre­chen bei Bedarf aber auch regis­trier­te Fotografen an. Es ent­steht eine Win-Win-Situation.

Ein wei­te­rer Punkt: Die Redaktionen haben wenig Zeit und sind per­so­nell oft schwach besetzt. Daher ist es ein Vorteil, wenn man kom­plet­te Themen aus Foto, Text, Grafik usw. aus­lie­fern kann. Reportagen.de ist die Schnittstelle, die alle Arbeiten über­nimmt damit aus ein­zel­nen Bestandteilen (Fotoserien, Texten usw.) kom­plet­te Artikel wer­den.

Weitere Einsatzfelder sind: Content Marketing, Corporate Publishing, Online Marketing usw. Hier neh­men wir Aufträge und ver­tei­len die ein­zel­nen Tätigkeiten dann an unse­re regis­trier­ten Mitgliedern. Reportagen.de fun­giert dabei wie eine Zentralredaktion und/oder Projektmanagement. Aufgrund mei­ner gro­ßen Erfahrungen in die­sen Bereichen, macht das auch Sinn.

Und noch eine Neuigkeit: Ich glau­be, dass Journalisten und Fotografen in Zukunft mehr Content direkt an Kunden/Leser ver­kau­fen wer­den. Über APPs, EBooks, PDFs, mobi­le Verwendungen usw. In die­sem Bereich sehe ich gute Zukuntschancen, die­ser Markt ent­wi­ckelt sich gera­de erst. Hier suchen wir gera­de einen Investor.

Wie sieht der Bestand aktu­ell aus?

Derzeit sind rund 700 Features und Reportagen online. Tendenz stark stei­gend.

Können Fotografen auch nur Texte oder Bildstrecken lie­fern?

Nur Texte zu lie­fern ist immer mög­li­ch. Das kommt aber eher bei Journalisten vor. Nur Fotostrecken geht auch. Wir brau­chen aber oft eini­ge Infos dazu. Also Angaben über Zeit, Aufnahmeort, beson­de­re Ereignisse usw. Diese Infos kön­nen auch in eine Mail getippt wer­den. Den Text schrei­ben wir dann.

Wie sieht die Honorarverteilung aus?

Wir zah­len 70% des Honorares bei Fotostrecken. Bei Texten eben­falls 70%, wenn die­se unver­än­dert über­nom­men wer­den. Wenn wir einen Text umschrei­ben, weil bei­spiels­wei­se die Redaktionen einen ande­ren Stil sucht, dann zah­len wir 50%.

Es kann also so lau­fen: Ein Fotograf lie­fert eine Bildstrecke, ein Journalist schreibt einen Text dazu. Der Fotograf erhält 70% vom Bildhonorar, der Journalist 70% vom Texthonorar, Reportagen.de 30% vom Gesamthonorar. Liefert ein Fotograf einen Text, den wir bear­bei­ten müs­sen, säe es so aus: Fotos 70%, Text 50%.

An was ori­en­tiert sich der Verkaufspreis der Reportagen und in wel­cher Höhe liegt der unge­fähr?

Wir haben fes­te Preise, die wir online abbil­den. Jedoch wird in der Regel mit den Redaktionen ver­han­delt. Es geht dann um Auflagen, Textlänge, Anzahl der abge­bil­de­ten Fotos, E-Paper-Zweitverwertungen usw. Viele gro­ße Verlage haben auch fes­te Pauschalsätze für Texte und Fotos. Diese wer­den dann in der Regel akzep­tiert. Für exklu­si­ve Stories kann man aber auch mehr raus­han­deln. Die Preise auf unse­rer Homepage zei­gen einen guten Mittelwert des Gesamthonorars. Spiegel und Stern zah­len natür­li­ch mehr, das Pinneberger Tageblatt eher weni­ger.

Was gibt es zu beach­ten? Müssen die Einlieferungen z.B. exklu­siv sein?

Nein. Aber wir haben eine Löschfrist von 12 Monaten. Bei exklu­si­ven Verkäufen durch die User kön­nen wir Themen natür­li­ch schnell sper­ren. Was ich aber ver­mei­den will, sind kurz­fris­ti­ge Löschungen aller Themen. Viele Redaktionen haben lan­ge Vorproduktionszeiten und es wäre töd­li­ch für ein jun­ges Portal, wenn bestell­te Themen dann nicht gelie­fert wer­den kön­nen. Außerdem haben wir gera­de jetzt in der Anfangszeit enor­me Kosten, weil wir sehr Vieles bear­bei­ten, aber es natür­li­ch noch nicht vie­le Bestellungen gibt. Ich star­te mit dem Marketing auch erst im September.

Dürfen oder müs­sen die Bilder bear­bei­tet oder retu­schiert sein?

Sie dür­fen, müs­sen aber nicht.

Auf was soll­ten Fotografen bei der Zusammenstellung der Bildstrecke ach­ten? Wie vie­le Bilder, was für Motive, etc.?

Vier bis 30 Fotos rei­chen erst ein­mal aus. Bei Bedarf rufen wir an und stel­len ein grö­ße­res Paket zusam­men. Für vie­le Printmedien reicht eine Bildstrecke von 20–30 Themen völ­lig aus. Nur sehr gro­ße Magazine wol­len mehr Auswahl haben.

Müssen die Texte vor­her fer­tig geschrie­ben wer­den?

Nein, es ist übli­ch, dass wir Themen „anfea­turen“. Das heißt, wir bil­den im Internet zwei bis drei Absätze ab. Gibt es ein Interesse, muss es aber schnell gehen. Toll wäre es daher, wenn wir alle Informationen vor­lie­gen haben. Wir kön­nen dann bei Bedarf schnell reagie­ren und den Text voll­enden. Möglich ist es auch, einen kom­plet­ten Text nicht voll­stän­dig im Internet abzu­bil­den, dies erschwert das Abschreiben.

Wenn die Text nach­träg­li­ch geschrie­ben wer­den, in wel­chem Zeitraum muss man den ablie­fern?

Wir brau­chen Fotos und Infos immer zeit­gleich, d.h. wir kön­nen kei­ne Fotos ohne Infos ein­spie­len. Einen Text zu voll­enden ist mög­li­ch, sobald es einen kon­kre­ten Auftrag gibt. Dann soll­te es aber inner­halb von 2–3 Tagen gesche­hen.

Im Journalismus gibt es ja die Sorgfaltspflicht. Wie wird sicher­ge­stellt, dass die Informationen der Autoren kor­rekt sind?

Derzeit lese ich alle Texte gegen. Was ich über­prü­fen kann, über­prü­fe ich. Es gibt natür­li­ch Grenzen. Ich kann bei­spiels­wei­se kei­ne Aussagen aus Interviews über­prü­fen. Hier muss ich den Autoren ver­trau­en, sie haf­ten ja auch für Ihre Texte.

Wie wird das Angebot ange­nom­men? Gibt es schon Verlage, die regel­mä­ßig ein­kau­fen?

Ja, Ich habe eini­ge Stammkunden. Aber in ers­ter Linie wer­den wir über einen gro­ßen, kost­spie­li­gen Medienverteiler regel­mä­ßig Angebote ver­schi­cken. Auch per Post. Das ist teu­er, bringt aber in der Regel immer auch Bestellungen.

Der Medienmarkt ist der­zeit schwach, aber gera­de des­halb könn­te es ein Interesse an kom­plet­ten Artikeln oder gar exter­nen Redaktionsauslagerungen geben. Dies spart Zeit und redu­ziert die Kosten. Reportagen.de rech­net sich also auch für die Verlage.

Welche Art von Reportagen ist am gefrag­tes­ten?

Wir kön­nen kei­ne kurz­fris­ti­gen Themen ver­wen­den. Also eher alles Zeitlose: Gesundheit, Tiere, Natur, Reisen, Food, Ausbildung, Bauanleitungen, Hobby, Sport usw. Aber auch Interviews sind bei­spiels­wei­se lang­fris­tig ver­wend­bar, da sie inter­es­san­te Zeitdokument sind.

Vielen Dank für das Interview.

Gerne.

Die Tücken der Statistik

Im Februar hat­te ich hier im Blog eine kur­ze Statistik über mei­ne durch­schnitt­li­chen Erlöse pro Fotoverkauf und Bildagentur im letz­ten Jahr ver­öf­fent­licht.

Ausdrücklich schrieb ich dazu, dass die­ser Wert, der soge­nann­te „Revenue per Download“-Wert (kurz RPD) nichts dar­über aus­sagt, wie erfolg­reich eine Agentur ist.

Nichtsdestotrotz wir­ken die ers­ten Plätze in einer Rangliste immer sehr befrie­di­gend, sodaß die bei­den Spitzenreiter Coverpicture und Zoonar in ihren Blogs stolz auf mei­nen Beitrag ver­wie­sen.

Coverpicture schrieb sogar:

Der Verkauf eines ein­zel­nen Bildes bei Coverpicture ist damit im Vergleich genauso viel Wert wie 80 Verkäufe in einer der letzt-platzierten Microstock-Agenturen!“

Genau da kom­men wir auch zu den Tücken der Statistik. So eine Aussage beein­druckt bran­chen­frem­de Leser viel­leicht, weil sie zum Beispiel nicht wis­sen, dass mei­ne „letz­plat­zier­te“ Microstock-Agentur 123rf 2012 aber 312 mal soviel abso­lu­te Verkäufe erzielt hat­te. Oder anders for­mu­liert: Mit 123rf hat­te ich letz­tes Jahr ca. vier mal so viel Geld ver­dient wie mit Coverpicture.

Den Fehler hat­te neu­li­ch auch die DPA gemacht, wel­che in einem Artikel über das „Hobby Stockfotografie“ im letz­ten Absatz die RPD-Zahlen nann­te, aber die­se als „Einnahmen pro Bild“ aus­gab:

Im Fachslang heißt das: Die Presseagentur hat den RPD mit dem RPI ver­wech­selt. Dabei hät­te eine ein­fa­che Kopfrechnung stut­zig machen kön­nen: Bei Coverpicture habe ich über 13.000 Bilder online. Das wür­de bedeu­ten, dass ich 2012 über eine hal­be Million Euro allein mit der einen Agentur ver­dient hät­te und im Monat immer­hin noch über 45.000 Euro. Schön wäre es, stimmt aber lei­der nicht.

Ein Anruf beim Chef vom Dienst bei der DPA half aber, die­sen Irrtum schnell zu berich­ti­gen und die meis­ten Webseiten haben den Fehler im Artikel dann auch kor­ri­giert.

Wer übri­gens auf den Geschmack gekom­men ist, Zahlen zu sei­nem Vorteil zu dre­hen oder im Gegenteil ler­nen möch­te, sol­che Versuche bes­ser zu erken­nen, dem emp­feh­le ich das unter­halt­sa­me Buch „So lügt man mit Statistik“ von Walter Krämer.

* Affiliate

Reaktionen auf den Getty Images/Google Drive Deal

Vor eini­gen Tagen habe ich an die­ser Stelle über einen Deal zwi­schen Getty Images und Google geschrie­ben, der sehr zum Nachteil der betei­lig­ten Fotografen und Agenturen war.

Mittlerweile haben sich eini­ge der betrof­fe­nen Agenturen und Interessenverbände zu Wort gemel­det. Damit ihr auf dem Laufenden bleibt, stel­le ich die­se Reaktionen hier zusam­men:

Wie reagiert Google?

Stillschweigen. Als wäre nichts gewe­sen. Allerdings ist die Webseite, mit der Google sei­ne Benutzer bat, aus der Bildagentur Thinkstock (eine Abo-Tochter von Getty Images und iStock­pho­to) Bilder aus­zu­wäh­len, die gra­tis ange­bo­ten wer­den sol­len, immer noch online und funk­ti­ons­fä­hig.

Wie reagiert iStock­pho­to?

Wie der Schläger auf dem Schulhof. Der Anwalt von iStock­pho­to, Ronald Lo, schick­te der Webseite kga.me, wel­che eine Übersicht der betrof­fe­nen Bilder zeig­te, eine Abmahnung und sorg­te dafür, dass die Übersicht und die Bilder ver­schwin­den muss­ten. Dabei dach­te ich, der Anwalt wäre damit beschäf­tigt, die immer noch exis­tie­ren­de Fake-Seite zu bekämp­fen. Die Abmahnung ist umso iro­ni­scher, weil die glei­chen Bilder bei Google Drive ver­schenkt wer­den. Wer die betrof­fe­nen Bilder und dazu­ge­hö­ri­gen Infos sehen will, kann das in die­sen drei Tabellen direkt auf Google Drive nach­schau­en.

Danach ver­schick­te iStock­pho­to einen Newsletter an deren Fotografen, in dem steht:

You may have alre­a­dy read our last update in the forums but once again, we’d like to thank you for your con­ti­nued pati­en­ce. To rei­te­ra­te from pre­vious posts, royal­ties have been paid in con­nec­tion with the Google Drive usa­ge based on all con­side­ra­ti­on recei­ved by Getty Images under the licen­sing agree­ment. We under­stand your con­cerns rela­ting to the deal and we are making pro­gress in a pro­duc­tive dia­lo­gue with Google about the­se con­cerns and poten­ti­al solu­ti­ons. As many of you have poin­ted out Google is a big com­pany, much big­ger than Getty Images, and coör­di­na­ting across the teams the­re that will help with any modi­fi­ca­ti­ons is taking lon­ger than we might have hoped, but things are still pro­cee­ding.“

Das heißt, sehr grob über­setzt: Bisher hat sich nichts getan, weil Google die bes­se­re Verhandlungsposition hat.

Wie reagiert die betrof­fe­ne Agentur Blend Images?

Der CEO der Agentur, Rick Becker-Leckrone, schrieb hier im Yahoo Stockphoto-Forum einen – sehr arro­gan­ten, wie ich fin­de – Beitrag, in dem er den Deal für „nor­mal“ hielt und nicht ver­stand, war­um sich Microstock-Fotografen über die 6–12 Dollar auf­re­gen wür­den, wo sie doch sich son­st mit Cents zufrie­den gäben. Im PS am Ende erwähnt er übri­gens auch, dass Blend Images mal als nied­rigs­tes Honorar 3 Cent an den Fotografen John Lund gezahlt habe. Hier der vol­le Text:

Sean, et al.

Yes, the deal is for images in „pre­mi­um access“ which licen­ses bulk con­tent deals lar­ge­ly for new-media, non tra­di­tio­nal, usa­ges. In this case it look like Google licen­sed about 2000 images for bet­ween $60-$100 each to allow for use in their Drive / Docs pro­gram. Images can be used to terms of Google’s EULA. This deal is exact­ly like any of the other deals that have been done in the past when a soft­ware manu­fac­turer wants to have some clip art images in the box for use in demoing the soft­ware. I’m not a big fan of micro pri­ced sales. But I do under­stand both the cli­ent and agen­cy per­spec­tive. Google nee­ds image­ry to show off their soft­ware. It has to be somew­hat up to date and rele­vant, but not neces­sa­ri­ly the best con­tent avail­able. Due to the small num­ber of images it’s not likely the collec­tion will be that use­ful for cli­ents for actual end use, but does show off the tech­no­lo­gy nice­ly. From Getty’s per­spec­tive it’s a $150,000 sale whe­re the image­ry is not likely to get a lot of expo­sure or end-use by poten­ti­al­ly pay­ing cli­ents.

I under­stand the fee­ling that the images could be down­loa­ded in bulk and put into an image libra­ry and used fore­ver. But, in gene­ral, the pro­fes­sio­nal image user – tho­se who WILL buy image­ry (even if they’re a grand­ma working in a church office) would like to sear­ch for and find the most rele­vant con­tent for their nee­ds, and with micros­to­ck avail­able, it’s unli­kely that the dif­fe­ren­ce bet­ween free and 5 „credits“ would be a deter­rent. For tho­se hell bent on using images out­s­ide of licen­se agree­ments, sure, they’ll have at it.

The truth of the mat­ter is that micro pho­to­graph­ers are extre­me­ly com­for­ta­ble licen­sing image­ry for pen­nies on the dol­lar. This is an indus­try that they pionee­red through their efforts to shoot the hig­hest qua­li­ty pro­duct for sales that are, well, micro. 🙂 If you’re a micro pho­to­gra­pher, you’re used to sale state­ments with royal­ties for .05 cents, .22 cents, .67 cents and the like. Every image in this deal net­ted pho­to­graph­ers about $12.00. So the way to look at this licen­se is that YES, you’re get­ting paid. As much as $12.00 for no cli­ent usa­ge. A huge win, I assu­me. If nobo­dy down­loads and uses the shot com­mer­ci­al­ly, you’re aces. Now as more peop­le down­load – and USE – the image, your royal­ty decrea­ses. If the images are used twice, you made $6.00, still very good in the micro and sub­scrip­ti­on space. But yes, sad­ly, at 1,200 USES of the image you’re at .01per use. And at 2,400 USES, even less. But even at 10,000,000 uses, you got paid. It’s just a VERY MICRO licen­se. I guess the ques­ti­on for micro pho­to­graph­ers is at what licen­se pri­ce does the outra­ge begin? We know that 0 is unac­cep­ta­ble, but .05 cents?, .03 cents? Not sure. I guess its dif­fe­rent for every shoo­ter. But Sean, serious­ly, you got to have a litt­le sen­se of humor about this stuff. Take a look at your last micro sales
state­ments. Any .10 cen­ters on the­re? Maybe you don’t, but many do. Especially when you get into sub­scrip­ti­on. Just the natu­re of the beast (that YES, micro pho­to­graph­ers lar­ge­ly crea­ted.) In fact, micro star­ted out with desi­gners swap­ping gra­phics and pho­tos for 0 licen­sing fees. So may­be I’m wrong – 0 is also OK. 😉

The truth is it’s ent­i­re­ly likely that the end result of this Google expe­ri­ment will net the pho­to­gra­pher somew­he­re in the ran­ge of many tra­di­tio­nal micro sales. Ultimately, I think it’s a red her­ring. We just clo­sed a sale for $60,000 a few days ago. We try to look at the big pic­tu­re.

And, yes, we have Blend Images mate­ri­al in this deal. I’m not a big fan of „pre­mi­um access“, but then it’s incre­men­tal reve­nue. I think it very likely that someo­ne using Google docs was going to go to gettyimages.com and licen­se one of our images. So, then is a $12.00 in incre­men­tal inco­me worth it if the other opti­on was 0? I know what the MBA’s would say. Hell, I bet Carlyle Group has got ple­nty of MBAs. 🙂

RBL

P.S. At our last pho­to­gra­pher crea­ti­ve mee­ting in Palm Springs, we gave out a num­ber of awards. Some serious, most not. The best one of all was lowest royal­ty for a sin­gle image – I think it was .03 cents. John Lund. We also gave an award for hig­hest sale. If memo­ry ser­ves it was $55,000 for a sin­gle shot.  We’re going to beat that this year.

Rick Becker-Leckrone
CEO“

Der Fotograf und Miteigentümer von Blend Images, Jonathan Ross, äußer­te sich hier im Microstockgroup-Forum so:

Thank you Sean for sharing whe­re you got the post it was a big help when I spo­ke with Rick at Blend. I see so many dif­fe­rent rea­sons on this post for why peop­le are pul­ling their images from Istock but the one I see the most is “ they aren’t making me the money I used to “ That unfor­t­u­n­a­te­ly is what hap­pens when the­re are more pho­to­graph­ers then their are buy­ers, it is sad but true. I can all appre­cia­te your con­cern for the loss of inco­me, I lost 90% of my Macro inco­me when Istock was 2 years into sales so I under­stand what it feels like to lose a great deal of your inco­me from some­thing you belie­ve is a bad idea ( the reduc­tion of aver­a­ge sales from $138 per image sold at Getty each to a dol­lar back when Istock star­ted sales ) that was what took pla­ce when Micro hit the mar­ket but we had to evol­ve to sur­vi­ve and keep our fami­lies with food on the table.

I would sug­gest that for the few that will pull their ent­i­re con­tent and I say few becau­se of the mil­li­ons of images Istock has in it’s collec­tion, I admi­re anyo­ne that stands by their beliefs enough to stop their fami­lies inco­me and stop being exclu­si­ve that takes real streng­th to stick to your prin­ci­ples no mat­ter what the cost. I know I would never pull my con­tent from a com­pany that can repla­ce me over­night and put my fami­ly in finan­ci­al­ly jeo­par­dy but that is me once again my hat is off to tho­se that want to stand behind a belief and try to make a chan­ge.
Unfortunately I don’t think you pul­ling your con­tent from Istock is going to hurt anyo­ne but your­sel­ves but once again I respect everyone’s right to do as they choo­se and tho­se that do pull their ent­i­re collec­tion I applaud.

I have spo­ken direct­ly with Blend about our images that were used. They were from our Legacy collec­tion images that have been with us from the start and are no lon­ger making sales. For our com­pany to sell 62 images that were no lon­ger sel­ling from our 100,000+ collec­tion is a good gestu­re and a strong buil­ding blo­ck in our future rela­ti­ons with the big­ge­st resel­ler of image­ry in the world. Do I like the situa­ti­on No, I would pre­fer it didn’t hap­pen this indus­try is under enough pres­su­re alre­a­dy. I think it is busi­ness that nee­ds to take pla­ce for Blend espe­cial­ly during such tur­bu­lent times in our indus­try to streng­t­hen our rela­ti­ons with such a giant in the busi­ness for a small offe­ring of 62 images sold for $12 each. If this was to con­ti­nue fur­ther I would have great con­cern espe­cial­ly if it were images of mine that were making solid sales but for Blend this was not the case.

I have no pro­blem with the deal Blend made but that does not mean I agree with what took pla­ce elsew­he­re. If Istock pul­led your top sel­lers for this deal then I can under­stand the issue but I can­not speak from the Micro side espe­cial­ly Istock. Please I am only the mes­sen­ger here so keep that in mind. I like to share infor­ma­ti­on at MSG but if I am atta­cked for my posi­ti­on I hope you under­stand why I will not reply, it just takes to long and doesn’t resol­ve any­thing. Open ques­ti­ons and res­pon­ses I would love feed­back from all that have their fin­ger on the true pul­se of this mat­ter. I have seen a lot of emo­ti­ons get in the way of smart busi­ness deci­si­ons and I hope you are all thin­king this through in great detail for what works best for you at this time for your own busi­ness.

I wish you all the best on your deci­si­on and sup­port ever­yo­ne that choo­ses to do wha­te­ver they want I under­stand it is your inco­me we are spea­king of and that can be deva­s­ta­ting so plea­se think this through in great detail. As for peop­le pul­ling a few hund­red of your images from Istock I say eit­her go for it and make your stand and lea­ve Istock or just lea­ve your images up. Taking a few hund­red of your non sel­lers is not real­ly sup­porting what is being asked of in this group sup­port con­cept “ to pull your ent­i­re collec­tion from Istock“.

Thanks for taking the time to read,
Jonathan“

Wie reagiert die betrof­fe­ne Agentur Westend61?

Der Agentur-Mitinhaber, Gerald Staufer, erläu­tert die Sicht sei­ner Agentur in die­sem Blog-Beitrag „Der Getty-Google-Deal und sei­ne Konsequenzen“ und deu­tet dar­in an, ver­stärkt wie­der auf RM-Material zu set­zen, nach­dem das vie­le Agenturen jah­re­lang im RF-Rausch ver­nach­läs­sigt haben. Außerdem schreibt er unter ande­rem:

[…] Aus mei­ner Sicht ist das eine kom­plet­te Entwertung die­ser Bilder und fast eine Art Enteignung. Wer will die noch ver­wen­den, wenn sie mil­lio­nen­fach von Google-Nutzern her­un­ter­ge­la­den wer­den kön­nen? Wer soll noch für die­se Bilder bezah­len, wenn sie kos­ten­los zu haben sind? Wer liest schon die Lizenzbedingungen und wird sich dar­an hal­ten? Wer kann dann noch kon­trol­lie­ren, ob die­se Bilder künf­tig alle legal ver­wen­det wer­den, wenn sie mil­lio­nen­fach auf irgend­wel­chen Internetseiten her­um­schwir­ren? Ganz zu schwei­gen übri­gens von dem Signal, das davon aus­geht: Gute Bilder gibt es kos­ten­los. Warum dafür bezah­len? Urheberrecht? Ist doch sowie­so ein Relikt aus der Vergangenheit.

Auch wir sind betrof­fen. 19 Westend61-Bilder sind auf Google Drive zu fin­den. Was tun? Viele Microstockfotografen haben ange­kün­digt, ihre Bilder bei iStock­pho­to zu löschen, um sol­chen Verkäufen künf­tig vor­zu­beu­gen und ein Zeichen zu set­zen. Ich habe gro­ßen Respekt davor, fürch­te aber, das wer­den dann am Ende ein paar zehn­tau­send Bilder sein und es wird nicht wei­ter auf­fal­len. Andererseits ent­steht Getty und iSto­ck gera­de ein gro­ßer Imageschaden, den sie sicher nicht jeden Monat haben wol­len. Ein Microstocker sag­te mir, iSto­ck wird künf­tig nicht mehr von der crowd emp­foh­len wer­den und das ist ein­fach ein lang­fris­ti­ger Schaden, den Getty hier anrich­tet. Ich weiß es nicht, weiß aber, dass wir mit sol­chen Verkäufen nicht ein­ver­stan­den sind. Es müss­te ent­we­der einen ver­nünf­ti­gen finan­zi­el­len Ausgleich dafür geben oder eine Opt Out Möglichkeit. […]“

Wie reagiert die betrof­fe­ne Agentur Zoonar?

Der Inhaber von Zoonar, Michael Krabs, stand mir per Email Rede und Antwort, die Teile mit einem > davor sind mei­ne Passagen:

> Hallo Herr Krabs,
> ich recher­chie­re gera­de etwas wei­ter wegen der Getty/Google-Sache, sie­he hier:

Zunächst ein all­ge­mei­ner HInweis: Da wir einen Vertrag mit Getty haben, dür­fen wir in der Öffentlichkeit nichts Negatives über unse­ren Vertragspartner ver­lau­ten las­sen (umge­kehrt wäre es gen­au so). Das sind übli­che Vertragsbestandteile, des­halb gibt es auch kei­ne offi­zi­el­len Stellungsnamen von Getty-Partnern. Es wer­den son­st Vertragsstrafen fäl­lig. Wie gesagt: Solche Klauseln sind nor­mal und gel­ten umge­kehrt genauso. Inoffiziell kann ich mit­tei­len, dass wir von die­sem „Deal“ nichts wuss­ten und bis­her auch kei­ne Abrechnung dazu erhal­ten haben. Deshalb wis­sen wir nicht mehr, als in den Foren zu lesen ist. Wir sind jeden­falls nicht glück­li­ch über sol­che Verkäufe und prü­fen, wie wir die­se künf­tig ver­hin­dern kön­nen, bzw. ob sie über­haupt ver­trag­li­ch gese­hen zuge­las­sen waren (was ich bezweif­le).

> Dort sind ja auch eini­ge RF-Bilder von Zoonar betrof­fen, sie­he:

Wenn die Forum-Berichte stim­men, dann sind 20 Fotos von Zoonar betrof­fen.

> Meine Frage des­halb:
> Wie sind die­se Bilder zu Google Drive gelangt und was haben die betrof­fe­nen Fotografen dabei ein­ge­nom­men?

Google hat Photolibrary gekauft und die Zoonar Fotos von Photolibrary inte­griert. Wir haben vor­her alle Fotografen gefragt, ob Sie möch­ten, dass die Fotos über­nom­men wer­den. Darüber hin­aus spie­len wir seit ca. einem Monat auch direkt Fotos bei Getty ein, die von den Fotografen für die­sen Partner frei­ge­schal­tet wur­den. (Hinweis: Der Partner Getty ist schon lan­ge vor­han­den, jedoch hat es lan­ge gedau­ert, bis wir die Getty Keyword Guidelines pas­send umset­zen konn­ten. Wir müs­sen bei jedem ein­zel­nen Foto die Keywords löschen und neu ver­ge­ben, wes­halb nur weni­ge Fotos pro Monat bis­her bear­bei­tet wur­den.)

> Wie kön­nen ande­re Fotografen aus­schlie­ßen, dass deren Bilder auf die­se Weise über Google Drive ange­bo­ten wer­den?

Keine Fotos für Getty frei­ge­ben.“

Was sagt der us-amerikanische Branchenverband PACA (Picture Archive Council of America)?

Der Fotograf Sean Locke frag­te dort nach und ver­öf­fent­lich­te hier deren Antwort:

Thanks for reaching out to PACA. I have been rea­ding the recent arti­cles and threads about the Getty/Google/Photographer pro­blem.

Unfortunately, I have been caught up in con­fe­ren­ce calls all day on a cou­ple of urgent things, so I haven’t had the time to devo­te to your situa­ti­on that I would have liked to, but I can give you a brief out­line of whe­re we can be of help to you and your group.

1. PACA has an Ethics and Grievance Committee alre­a­dy set up to hand­le grie­van­ces again­st its mem­bers. The pro­cess starts with a sim­ple let­ter of grie­van­ce sent to: ethics@pacaoffice.org.
2. The suc­cess of your com­plaint will depend a lot on the con­tracts you signed, so the grie­van­ce com­mit­tee will want to see a copy of your con­tract with iSto­ck with your com­plaint.
3. Nancy Wolff is an excel­lent attor­ney, but she is unable to repre­sent you. She is our PACA Counsel and it would be a con­flict of inte­rest. However, I can get her to recom­mend ano­ther good attor­ney for you.

It goes without say­ing that PACA does not pro­mo­te any kind of unethi­cal busi­ness prac­tices bet­ween our mem­bers and pho­to­graph­ers. However, sin­ce we aren’t pri­vy to the con­tracts that are being signed bet­ween pho­to­graph­ers and agen­ci­es, we aren’t awa­re that are pro­blems unless we hear about them. It always takes just one per­son to unco­ver an issue and then the work can begin.

I hope this is hel­pful. Please let me know if the­re is any­thing else I can do to help.

Best wis­hes,
Cathy Aron
PACA Executive Director“

Was sagt der deut­sche Branchenverband BVPA (Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V.)?

Auf mei­ne Anfrage ver­öf­fent­lich­te der BVPA eine Stellungnahme auf deren Webseite als PDF, die hier nach­zu­le­sen ist. Darin steht unter ande­rem:

Eine Umfrage bei den BVPA-Mitgliedsagenturen hat erge­ben, dass die­se allen­falls mit­tel­bar betrof­fen sind. Die Betroffenen wol­len sich des­we­gen an Getty wen­den. Die Vereinbarung lässt aber einen wei­te­ren Schritt in Richtung Pauschalierung foto­gra­fi­scher Leistungen auf dem Bildermarkt befürch­ten. Bezeichnend ist, dass gera­de Microstock-Fotografen hier ihren Unmut äußern. Weil aber Google kei­ne auf den deut­schen Markt
über­trag­ba­ren Nutzungsbestimmungen erken­nen lässt, ist zunächst zu klä­ren, wel­che Nutzungen mit der ein­ma­li­gen Zahlung für ein Foto abge­gol­ten wer­den.

Auch in prak­ti­scher Hinsicht ist zu klä­ren, wel­che Nutzungen als inner­halb von Google gel­ten. So bie­tet Google Drive Office-Lösungen wie eine Präsentationssoftware an, die ja von unter­schied­li­chen Orten abge­ru­fen wer­den kann.

Problematisch ist, dass Google Drive kei­ne Vorkehrungen für den Erhalt der Meta-Daten getrof­fen hat. So fehlt jeg­li­cher Bezug zu den Fotografen und den ursprüng­li­chen Bildanbietern.

Zweifel bestehen vor allem an einer Kompatibiltät zu kontinental-europäischem Recht. Google teilt sei­nen Usern mit, dass sie die Bilder im Rahmen von Fair Use nut­zen kön­nen. Hierunter fal­len nicht­kom­mer­zi­el­le Nutzungsformen, die auf die Weiterentwicklung und Bearbeitung vor­han­de­ner Werke zie­len. In der deut­schen Rechtspraxis wer­den die Urheberrechtsschranken restrik­ti­ver aus­ge­legt. Bedenken bestehen zudem, ob eine ein­ma­li­ge Zahlung eines nied­ri­gen Betrages noch dem zwin­gend gel­ten­den Grundsatz der ange­mes­se­nen Vergütung gerecht wird.

Eine Stellungnahme sei­tens Google ist nicht bekannt. Es bleibt abzu­war­ten, ob und in wel­cher Form Getty Images und Google die­se Praxis fort­set­zen wer­den.“

Was sagt der euro­päi­sche Branchenverband CEPIC (Coördination of European Picture Agencies Stock, Press and Heritage)?

Trotz mehr­ma­li­ger tele­fo­ni­scher und Email-Anfragen konn­te ich bis­her lei­der kei­ne Antwort von der CEPIC erhal­ten. Eine Stellungname soll jedoch bald erfol­gen. [Update 13.2.2013: Die CEPIC hat sich jetzt mit die­ser Stellungnahme bei mir gemel­det.]

Stockfotografie-News 2012-04-13

Nach eini­gen Wochen wird es mal wie­der Zeit, mei­ne Notizen zusam­men­zu­su­chen und Euch einen Überblick über die Bilderbranche zu ver­schaf­fen.

Seltsamerweise gibt es seit Jahresbeginn kaum wirk­li­ch wich­ti­ge Nachrichten, was mir etwas Angst macht, da die Ruhe vor dem Sturm bis­her kein gutes Zeichen war.

Aber freu­en wir uns bis dahin, dass mal für paar Wochen alles beim Alten bleibt und schau­en uns an, was es trotz­dem Neues gibt:

  • Die Firma PocketWizard hat ihre bei Profifotografen belieb­ten Funkauslöser Plus II ver­bes­sert: Die neue „Plus III“-Reihe hat mehr Funktionen und ist sogar bil­li­ger. Einziger Haken: E-TTL wird nicht unter­stützt, wer dar­auf ver­zich­ten kann, soll­te zugrei­fen.
  • Getty Images ver­treibt jetzt über 800.000 Videos über die Mediensuchmaschine my-picturemaxx.
  • Fotolia-Fotos kön­nen mit dem neu­en Adobe-Plugin jetzt auch direkt aus der Adobe Creative Suite CS5 abge­ru­fen wer­den.
  • Noch mal Fotolia: Die Bildagentur hat jetzt die Crowdsourcing-Logo-Webseite wilogo.com auf­ge­kauft. Damit dehnt die Agentur das „User Generated Content“-Modell auf einen wei­te­ren Geschäftsbereich aus.
  • Fotolia die drit­te: Heute am Freitag, den 13.4. fin­det in Berlin die Vernissage um 18 Uhr für die Ausstellung „Me Myself & I. Stockfotografen im Selbstportrait“ statt, wel­che bis zum 13. Juli 2012 im FotoliaLAB zu sehen ist. Ich bin dort eben­falls mit einem amü­san­ten Selbstportrait zu sehen.
  • Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellt jetzt sei­ne Fotos und Videos, zum Beispiel Weltraumaufnahmen, unter einer Creative Commons CC-BY 3.0-Lizenz gra­tis zur Verfügung. Über die Erfahrungen des Bundesarchivs mit einer ähn­li­chen Entscheidung habe ich hier berich­tet.
  • Für Android-Smartphones gibt es jetzt eine App namens „Microstock Report“, wel­che die Fotografen-Einnahmen bei 29 Microstock-Bildagenturen anzeigt und aus­wer­tet.
  • Dreamstime expe­ri­men­tiert gera­de mit Preisänderungen.
  • Zoonar bie­tet jetzt Getty Images als Partneragentur an. Fotografen soll­ten sich jedoch nicht der Illusion hin­ge­ben, ihre Bilder in eine hoch­wer­ti­ge Getty-Kollektion zu bekom­men, viel wahr­schein­li­cher ist es, dass die Bilder für Abo-Verkäufe via Thinkstock und photos.com genutzt wer­den.
  • Außerdem kün­dig­te Zoonar an, dass die Kommissionen für Partnerverkäufe von 60% auf 50% redu­ziert wer­den. Damit scheint lei­der auch bei Zoonar das Rennen nach unten zu begin­nen.
  • Panthermedia hat jetzt ein Vertriebsbüro in Mailand, Italien, auf­ge­macht und deren Webseite gibt es nun auch in ita­lie­ni­sch.
  • Bei Birgit Engelhardt gibt es ihre Hausarbeit zum Thema „Urheberrecht und Fotografie“ zum kos­ten­lo­sen Download.
  • Wo wir beim Thema Recht sind: Bildersuchmaschinen wie Google Images dür­fen nun auch wider­recht­li­ch ver­öf­fent­lich­te Fotos anzei­gen. Das Internet sorgt schon für selt­sa­me Rechtssprechungen…
  • Ebenfalls lesens­wert ist der Beitrag im Blog des Journalisten-Verbands DJV, der sich in der aktu­el­len Debatte zum Urheberrecht für letz­te­res stark macht.
  • Die Keywording-Firma DokFünf ver­an­stal­tet gera­de einen Fotowettbewerb zum Thema „Schlagwort Copy Space: Wer hat das Blaue vom Himmel ver­kauft“. Ich sit­ze mit in der Jury, also strengt euch an.
  • Die Statistik-Seite istockcharts.de wur­de lei­der ein­ge­stellt, weil immer mehr Fotografen nur anony­mi­siert ange­zeigt wer­den woll­ten, was einer­seits die Anzeige immer nutz­lo­ser mach­te und ande­rer­seits unfair gegen­über den Fotografen war, die ihre Daten wei­ter­hin öffent­li­ch anzei­gen las­sen haben. Details gibts hier in der Facebook-Gruppe „United Stock Artists“.
  • Als Erinnerung: Ich habe mei­nen Facebook-Account radi­kal auf­ge­räumt und akzep­tie­re jetzt nur noch Leute, die ich per­sön­li­ch ken­nen­ge­lernt habe und wer­de dort auch eher pri­va­te Dinge pos­ten. Wer wei­ter­hin über Facebook über mei­ne beruf­li­chen Aktivitäten infor­miert wer­den will, dem emp­feh­le ich, mei­ner „Facebook-Seite“ zu fol­gen.
  • Das deut­sche Foto-Forum „Foto-Talk Relota“ hat „wegen eines amts­mü­den Administrators“ end­gül­tig die Pforten geschlos­sen. ursprüng­li­ch hat­te Thomas Seegers geplant, das Forum jemand ande­rem anzu­ver­trau­en, aber er hat sich aus Datenschutzgründen anders ent­schie­den. Ich bast­le bereits an einem neu­en deut­schen Microstock-Forum, wel­ches ich in paar Tagen im Blog vor­stel­len wer­de.
  • Übrigens: Ich habe gera­de eine Teilzeit-Stelle als Produktions-Assistenz in Köln zu ver­ge­ben. Bewerbungen sind will­kom­men.

Habe ich etwas ver­ges­sen? Dann tragt das ger­ne in den Kommentaren nach.