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Kann ich nicht-exklusiv gleich viel Geld verdienen wie ein exklusiver iStock-Fotograf? (Gastartikel)

Vor paar Wochen hat der Hobby-Fotograf Michael Zwahlen in seinem Blog diesen englischen Artikel über die Exklusivität bei iStock veröffentlicht. Auf meinen Wunsch war Michael so freundlich, den Text etwas auszubauen und ins Deutsche zu übersetzen. Los geht’s, ab jetzt schreibt Michael:

Ich habe vor 15 Monaten den für mich grossen Schritt gewagt, nach sechs Jahren meine Exklusivität bei iStockphoto zu kündigen. Da ich stets aktives Mitglied der Community bei iStock war, werde ich seitdem regelmäßig gefragt, welche Erfahrungen ich seitdem gemacht habe.

Michael Zwahlen - Selbstportrait zum Verkauf über Stocksy

Michael Zwahlen – Selbstportrait zum Verkauf über Stocksy

Eine der häufigsten Fragen ist natürlich: Kann ich als Nicht-Exklusiver ähnlich viel Geld verdienen wie als Exklusiver?

Meine einfache Antwort: Ja. Zumindest ist mir das sehr schnell gelungen. Die etwas kompliziertere Antwort: Es kommt darauf an.

Meine persönliche Vorgeschichte

Als ehemaliger Software-Entwickler und Projektleiter habe ich die Fotografie für mich Ende der 1990er Jahre eher aus dem Interesse an Kameras als “Gadgets” entdeckt: Meine erste Digitalkamera war eine Olympus mit VGA-Auflösung, als 640×480 Pixel (0,3 Megapixel!). Die Bildqualität war im wahrsten Sinne be”rauschend”. Ende 2001 habe ich mir eine Sony F505V zugelegt, die mit einem fest eingebauten Zeiss-Objektiv und 2,6 Megapixel schon brauchbare Bilder produzierte.

Gleichzeitig entstanden die ersten Online-Dienste, über die “jedermann” seine Fotos zur Lizenzierung anbieten konnte. Da ich damals in der Schweiz wohnte, las ich über die Gründung von ImagePoint, bewarb mich und wurde akzeptiert. Ich wusste jedoch wenig über Fotografie, bekam wenig Bilder akzeptiert, freute mich aber über zwei oder drei Verkäufe pro Jahr.

Der erste Bildverkauf 2002 von Michael Zwahlen bei ImagePoint

Der erste Bildverkauf 2002 von Michael Zwahlen bei ImagePoint

Bis Anfang 2007 wurde Fotografie dann zu meinem Lieblings-Hobby, und ich begann zu recherchieren, ob ich damit nicht zumindest genug Geld verdienen könnte, um ab und zu eine neue Kamera oder eine Reise zu finanzieren. Ich entdeckte Microstock, wurde bei iStockphoto im 2. Versuch akzeptiert und bei Shutterstock abgelehnt. Ich konzentrierte mich also zunächst auf iStock und lernte schnell und viel aus der damals sehr aktiven und unterstützenden Community.

Die nächsten sechs Jahre habe ich mich dann für die Exklusivität entschieden und halte die Entscheidung auch bis heute für richtig. Als Hobby-Fotograf habe ich dort mit relativ wenig Bildern und wenig administrativem Aufwand gutes Geld verdient. Bis im Herbst 2011. Damals hat iStock seine Suche umgestellt, als Ergebnis brachen die Umsätze meiner Bestseller und damit mein ganzer Umsatz innerhalb von drei Monaten um über 50% ein.

Ende 2012 habe ich mich zur Kündigung meiner Exklusivität entschieden. Damals habe ich noch mit einer Partnerin zusammen gearbeitet, und wir haben mein (kleineres) Portfolio als Testprojekt für die Nicht-Exklusivität genutzt. Seit Mitte 2013 arbeite ich Vollzeit daran, mein Portfolio auszubauen und von der Stock-Fotografie zu leben.

Die ersten Erfahrungen

Der Schritt in die Nicht-Exklusivität bedeutet zunächst, dass man sein gesamtes bestehendes Portfolio zunächst “wiederfinden”, zusammenstellen und eventuell überarbeiten muss. Als iStock-Exklusiver ist die Motivation nicht sehr groß, die Metadaten bereits in Lightroom oder Photoshop zu verwalten, da man anschließend sowieso die Arbeit erneut mit Hilfe des “Kontrollierten Vokabulars” von iStock machen muss. Zwar hatte ich bereits in knapp der Hälfte meiner Bilder die Metadaten eingetragen, bei mehr als 500 Bildern musste ich das jedoch noch nachholen.

Zudem musste ich von teilweise vier oder fünf Jahre alten Bildern die Model Releases zusammensuchen. Zum Glück war ich in dieser Hinsicht auch gut genug organisiert, dass mir dies in kurzer Zeit gelang. Ich stellte jedoch fest, dass ich einen Teil meines Portofolios nicht anderweitig verwenden konnte: Bilder, die ich auf “Minilypses” oder “iStockalypses” geschossen habe, den von iStock organisierten und mitfinanzierten Gruppen-Shootings. Diese Bilder sind auch für Nicht-Exklusive vertraglich an iStock gebunden. Da ich diese Events gerne besuchte, habe ich nach wie vor einige hundert Fotos exklusiv bei iStock, erhalte jedoch die nicht-exklusive Bezahlung hierfür. Auch hatte ich für einige Shootings Model Releases mit dem deutschsprachigen Vordruck von iStock verwendet. Als iStock-Exklusiver natürlich kein Problem, aber so manche Agentur will einen nicht-englischen Vertrag mit einem fremden Firmenlogo einfach nicht akzeptieren.

Da man nach der Kündigung der Exklusivität noch 30 Tage warten muss, hatte ich jedoch ausreichend Zeit, um etwa 500 meiner 1.800 Bilder vorzubereiten und hatte diese praktisch sofort nach Auslaufen dieser Wartezeit bei Shutterstock, Fotolia, Depositphotos, 123RF, CanStockphotos und GL Stock online. Innerhalb von drei Monaten waren es dann über 1.000 Bilder bei neun Agenturen.

Wie sich die Einnahmen entwickelten

Wer die Exklusivität bei iStock aufgibt, sieht sich unmittelbar mit zwei Faktoren konfrontiert: Erstens sinkt der prozentuale Anteil an den Einnahmen, in meinem Fall von 30% auf 17%. Hinzu kommt jedoch auch, dass die Bilder günstiger angeboten werden. Ich hatte nur wenige Bilder in Vetta, aber meine Exklusive+ Bilder haben regelmäßig Erträge von $10 bis $20 erzielt. Als exklusiver iStock-Fotograf ist man eigentlich kein echter Microstocker mehr, denn viele Bilder werden eher zu Midstock-Preisen von $50 oder $200 angeboten.
Anfang 2013 hatte ich hier in der Regel nur noch halb so hohe Preise, inzwischen werden nach einer Preissenkung Mitte 2013 sogar für nur noch 1-7 Credits angeboten. Der Einbruch bei den Einnahmen bei iStock betrug insgesamt also etwa 75-80%.

Übliche Verkaufspreise bei iStock als exklusiver Fotograf...

Übliche Verkaufspreise bei iStock als exklusiver Fotograf…

Trotzdem hat es in meinem Fall nur wenige Monate gedauert, bis ich wieder ungefähr gleich hohe Einnahmen erzielte wie in meinem letzten Jahr als exklusiver iStocker: Shutterstock hat hier den größten Teil übernommen, aber auch bei Fotolia konnte ich schnell auf regelmäßige Einnahmen zählen. Überraschend schnell und gut sind auch meine Einnahmen aus dem Partner-Programm von iStock gestiegen. Als Exklusiver hatte ich noch die Option, den Großteil meines Portfolios aus dem Vertrieb über Thinkstock und photos.com auszuschliessen, als Nicht-Exklusiver kommen heute etwa die Hälfte meiner iStock-Einnahmen aus dem Partner-Programm.

...und hier danach als nichtexklusiver Fotograf.

…und hier danach als nichtexklusiver Fotograf.

Im April 2013 – also nach nur drei Monaten – konnte ich wieder ähnliche Einnahmen erzielen wie im Vorjahresmonat. Seit Juni 2013 habe ich bis auf eine Ausnahme jeden Monat im Jahresvergleich mehr Lizenzeinnahmen erzielt. Im Jahr 2014 habe ich bisher jeweils rund 50% mehr Umsatz erzielt als in meinem letzten Jahr als iStock-Exklusiver. Für mich persönlich ist die Entscheidung zur Unabhängigkeit also voll aufgegangen, und zwar schneller als erwartet.

Übliche Verkaufserlöse bei Shutterstock

Übliche Verkaufserlöse bei Shutterstock

Lassen sich diese Erfahrungen auf andere übertragen?

Hier kann man Zweifel anmelden: Zum einen bin ich kein überragender Fotograf. Ich habe keinerlei formale Ausbildung, keine anderen Erfahrungen im grafischen Bereich. Etablierte und erfahrene Fotografen haben möglicherweise eine deutlich höhere Qualität. Mir sind die geringeren Qualitätsanforderungen (vor allem in Bezug auf die Bildästhetik) der Microstock-Agenturen also entgegen gekommen. In Bezug auf Bildrauschen oder Artefakte zahlen sich die Erfahrungen mit den (früheren) harten Inspektionen bei iStock aus: Meine Akzeptanzquote liegt bei den meisten Agenturen bei deutlich über 90%.

Portfolio-Zuwachs bei den verschiedenen Bildagenturen

Portfolio-Zuwachs bei den verschiedenen Bildagenturen

Ich habe jedoch stets gesagt, dass meine Bilder sich vermutlich eher im billigen Bereich verkaufen. Mit den ständigen Preiserhöhungen bei iStockphoto wurde es zwar vielen professionellen Fotografen ermöglicht, aufwändigere Shootings zu finanzieren, meine Bilder konnten sich bei den höheren Preisen aber nicht gut behaupten. Ich war von wenigen Ausnahmebildern abhängig.

Zudem hatte ich nur wenige Bilder in den Top-Kollektionen Vetta und The Agency Collection, mit denen sich hohe Lizenzeinnahmen sowohl bei iStock selbst als auch über die Getty-Seite erzielen ließen. Meine Einnahmen aus der Partnerschaft mit Getty betrugen weniger als 5%, daher habe ich hier praktisch keine Verluste gehabt. Andere iStock-Fotografen erzielen teilweise bis zu 20% ihrer Lizenzeinnahmen über die Getty-Seite und weitere 20% aus den höherpreisigen Kollektionen. Diese Bilder werden bei einer Vermarktung über Shutterstock & Co ziemlich sicher keine ähnlichen Umsätze erzielen.

Auch hatte ich das Glück, als einer der Gründungs-Fotografen bei Stocksy United bereits von Anfang an auch eine Agentur zu haben, bei der ich “künstlerisch höherwertige” Bilder platzieren konnte, die sich zahlenmäßig eher selten verkaufen, bei denen der Kunde aber zumeist auch kein Problem damit hat, $50 oder $100 für eine Lizenz zu bezahlen. Mit Westend61 habe ich außerdem eine Macrostock-Agentur gefunden, die einen Teil meiner Bilder über ihre Vertriebskanäle vermarktet. Schließlich habe ich einige Bilder über die (inzwischen nicht mehr existierende) Getty-Flickr-Kollektion vertrieben.

Natürlich gibt es einen weiteren Faktor: Das Arbeitsvolumen. Ich kann heute nicht ausschließen, dass ich mit vergleichbar viel Arbeit auch als iStock-Exklusiver wieder deutlich mehr verdienen würde als zuletzt in 2012. Hatte ich zum Ende meiner Exklusivität rund 1.800 Bilder in meinem Portfolio, sind es heute bereits deutlich über 3.000.

Meine persönlichen Schlussfolgerungen

Ich glaube, mit dem wachsenden Volumen an Bildern in Microstock wird es schwieriger, sich ausschließlich und mit allen Bildern in diesem Markt zu positionieren. Ausgewählte Bilder sollten zu höheren Preisen angeboten werden. Für 2014 erwarte ich, dass ich in diesem Bereich rund 10% meiner Lizenzeinnahmen erziele. Mittelfristig ist es mein Ziel, rund 20% meiner Bilder über höherpreisige Agenturen anzubieten und entsprechend hohe Einnahmen in diesem Bereich zu generieren.

All dies muss man sich jedoch erarbeiten, wenn man die Exklusivität bei iStockphoto aufgibt. Die Idee, alle Bilder einfach bei Shutterstock und Fotolia hochzuladen, halte ich für zu riskant. Hier gehen viele – auch gute – Bilder einfach in der Masse unter. Die Nicht-Exklusivität sollte ja gerade den Vorteil bieten, dass man für sich und seine Bilder alle Kanäle und alle Marktsegmente beliefern kann. Diesen Vorteil muss man nutzen.

Für mich der wesentliche Vorteil nach der Exklusvität war jedoch einerseits ein großer Motivationsschub und andererseits die unerwarteten Möglichkeiten: Als Exklusiver ist man den Änderungen bei einer einzigen Agentur ausgeliefert. Zwar kann man iStock und Getty nicht für alle Entwicklungen des Marktes verantwortlich machen, aber einige Probleme waren und sind hausgemacht. Das kann stark belasten, wenn man von den Einnahmen dort abhängig ist. Wie bei mir gesehen, kann eine Änderung im Suchalgorithmus sehr kurzfristig zu einem Einbruch der Einnahmen führen.

Verteilung der Einnahmen auf die verschiedenen Bildagenturen

Verteilung der Einnahmen auf die verschiedenen Bildagenturen

Zwar lese ich heute auch noch aufmerksam alle Änderungen bei den verschiedenen Agenturen. Aber ich bin nicht mehr abhängig davon, bei jeder Änderung auf der Seite der Gewinner zu sein. Falls eine Agentur heute ihre Suchergebnisse ändert, betrifft dies immer nur einen Teil meiner Einnahmen. Ich kann mich allgemeinen Markttrends zwar nicht entziehen, aber zumindest gleichen sich Schwankungen leichter aus.

Schließlich eröffnen sich teilweise Möglichkeiten, die man als iStock-Exklusiver nie auch nur in Erwägung gezogen hätte. Rund 20% meiner Einnahmen heute erziele ich ausserhalb der Stock-Fotografie. Das hätte ich zwar auch als iStock-Exklusiver machen können, jedoch hat man dort verständlicherweise einen sehr eingeschränkten Blick.

Insgesamt bin ich mit meiner persönlichen Entwicklung sehr zufrieden, auch wenn ich insgesamt noch zu wenig Geld verdiene. Neben der finanziellen Situation hat sich vor allem auch meine Perspektive auf die Fotografie geändert: Wenn man ausschließlich für iStock produziert, schränkt man sich fotografisch oftmals stark ein – man macht einfach das, wovon man bereits weiß, dass es akzeptiert wird und sich verkauft. Heute kann ich viel mehr Risiken eingehen, auch mal ungewöhnliche Motive oder eine neue Bearbeitungstechnik auszuprobieren. Zwar erhalte ich dann auch öfter Ablehnungen bei einer Agentur, kann es dann aber auch bei einer zweiten oder dritten probieren.

Meine Zahlen deuten darauf hin, dass ich im Herbst an meine besten Monate aus den Jahren 2010 und 2011 anknüpfen kann. Und ich bin überzeugt, dass ich 2015 neue Rekordeinnahmen vermelden kann. Daher kann ich voller Überzeugung sagen, dass ich den Schritt in die Nicht-Exklusivität in den letzten 15 Monaten nicht ein einziges Mal bereut habe.

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Die Gewinner der beiden Bücher-Verlosungen habe ich ausgewählt

Lektoren sind doch das Feines. Sie erinnern einen nicht nur daran, was im geplanten Buch alles noch verbessert werden muss, nein, in meinem Fall wies mich meine Lektorin auch freundlich darauf hin, dass ich ihr immer noch nicht die Gewinner des Buchs “Photography Q & A” von Zack Arias genannt habe, wo der Teilnahmeschluss seit Wochen vorbei ist. Asche auf mein Haupt.

Deswegen stelle ich heute gleich vier Gewinner von zwei Verlosungen vor.

Je ein Exemplar von “Photography Q & A” haben Manne und Johannes mit ihren Fragen gewonnen.

Ich werde versuchen, diese auch bald im Blog zu beantworten.

Je ein Exemplar meines neuen Buchs “Die Arbeit mit Models” haben Elion und Henryk mit ihren Fragen gewonnen.

Die Gewinner wurden schon per Email benachrichtigt.

Herzliche Glückwunsch euch allen!

Mein zweites Buch “Die Arbeit mit Models” ist endlich da! (mit Verlosung)

Endlich ist es soweit! Nach einigen Monaten harter Arbeit ist jetzt mein zweites Buch “Die Arbeit mit Models“* erschienen.

Nachdem sich mein erstes Buch “Stockfotografie“* schnell als Standardwerk für den Verkauf von Fotos über Bildagenturen etabliert hat, bekam ich etliche Anfragen von den Leserinnen und Lesern. Eins der häufigsten Themen war der Umgang mit Models: Wie finde ich Fotomodelle, nach welchen Kriterien suche ich meine Models aus, wie läuft die Bezahlung ab, was gibt es rechtlich zu beachten, welche Fehler sollte ich vermeiden?

Deshalb habe ich mich hingesetzt und für Euch meine Praxiserfahrung aus über 100 Shootings mit mehr als 200 verschiedenen Models aller Bereiche (Frauen, Männer, Kinder, Paare, Senioren, Familien, Gruppen) niedergeschrieben.

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Das Ergebnis ist mein Buch “Die Arbeit mit Models“* aus dem mitp-Verlag. Auf 176 Seiten mit vielen Beispielfotos erkläre ich euch, was ihr dabei beachten müsst.

Was im Buch steht und was nicht

Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis:

  • Einleitung
  • Models finden
  • Models aussuchen
  • Kleidung für Models
  • Motive mit Models
  • Model-Posen und Foto-Tipps
  • Technik
  • Requisiten für Models
  • Locations für Models
  • Visagisten und Stylisten
  • Organisation
  • Bezahlung der Models
  • Rechtliches
  • Typische Fehler bei Modelfotos
  • Anhang (Musterverträge, Glossar, Index, …)

Das Buch bietet ausdrücklich keine Licht-Setups oder technische Einführung und ist auch keine Posen-Sammlung (auch wenn ich viele typische Posing-Fehler und deren Behebung aufzeige). Der Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation mit den Menschen, die fotografiert werden sollen. Wie finde ich das geeignete Model für meine Bildidee? Dafür zeige ich übrigens meine erprobte “Model-Checkliste“. Wie weise ich Models an oder bringe die Person zum Lachen? Welche Kleidung und welche Requisiten eignen sich besser als andere auf Fotos? Wie läuft ein Model-Shooting ab?

Das Buch ist sowohl als Softcover für 24,99 Euro als auch digital für 19,99 Euro erhältlich:

Verlosung

Vor dem Redaktionsschluss des Buches habe ich die Leser meiner Facebook-Seite gefragt, welche Themen sie sich im Buch wünschen würden. Durch eure Anregung kamen so die beiden Unterkapitel “Wie finde ich männliche Models?” und “Kurzfristige Absagen vermeiden” hinzu.

Das möchte ich jetzt wiederholen und mit einer Verlosung verknüpfen:
Wer mir bis einschließlich Freitag, den 4.4.2014 in den Kommentaren mitteilt, was er oder sie von so einem Buch erwartet und welche Fragen euch zur “Arbeit mit Models” am meisten unter den Nägeln brennen, nimmt an der Verlosung von zwei der Bücher teil. Die beiden besten Vorschläge gewinnen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Ich drück euch die Daumen und wünsche viel Spaß beim Lesen!

* Affiliate

Online-Backup für Fotografen und andere Tipps zu Datensicherung

Vor kurzem hatte ich auf meiner Facebook-Seite den Link zu diesem Artikel gepostet, in dem eine Firma für Online-Datensicherung die Festplatten verschiedener Hersteller miteinander vergleicht.

In den Kommentaren kamen einige Fragen zur konkreten Gestaltung einer Datensicherung auf und da meine beiden Artikel zum Thema schon etwas älter sind, möchte ich das wichtige Thema noch mal ins Gedächtnis aller Fotografen rufen.

Warum ist Datensicherung wichtig?

Datensicherung erfüllt das gleiche Prinzip wie eine Versicherung. Wir alle hoffen, dass wir nie eine brauchen, aber wenn der Ernstfall eingetreten ist, sind wir sehr froh, wenn wir eine haben. Der Ernstfall kann ein Einbruch ins Fotostudio sein, bei dem alle technischen Geräte gestohlen werden, ein Feuer, was das Arbeitszimmer vernichtet oder ein plötzlicher Ausfall der Festplatten, auf denen unsere Daten gespeichert sind. Vor allem den letzten Punkt vergessen viele Leute gerne, dabei haben auch Festplatten eine Art “Haltbarkeitsdatum”, welches im Schnitt zwischen zwei bis zehn Jahren schwankt. Deshalb ist die Wahl der richtigen Festplatte von großer Bedeutung und ich lege allen ans Herz, vor Kauf einer neuen Festplatte den oben verlinkten Artikel gründlich zu lesen.

Was für Daten sollten gesichert werden?

Alle Daten, die im Falle eines Verlusts entweder nicht mehr problemlos wiederhergestellt werden können (der Offline-Dump der Wikipedia mit über 100 GB gehört also nicht dazu) oder eine starke Einschränkung bei der Arbeit bedeuten würden, sollten gesichert werden.

Ich selbst trenne bei der Datensicherung zwischen zwei Bereichen:

  1. meinem “Stockfotomaterial“:
    • RAW-Dateien/Videos
    • entwickelte JPG-Fotos und gerenderte Videos
    • Model-, Agentur- und andere Verträge als Scans
    • meine Excel-Tabellen mit Verwaltungsinformationen, Model-Kontakten und Umsatz-Statistiken
  2. meinem “Arbeitsmaterial“:
    • im Grunde meine gesamte Arbeitsfestplatte, auf der sich unter anderem befinden:
    • meine geschäftlichen Emails
    • meine Textdateien
    • Layout-Entwürfe
    • meine Webseiten-, Blog- und Forum-Daten

Diese sichere ich auf zwei verschiedene Arten:

Das Stockfoto-Material sichere ich regelmäßig auf zwei externe Festplatten (aktuell die WD My Book 4 TB*). Regelmäßig heißt, sobald die Daten anfallen, also nach einem Shooting, nach dem Ende eines Bildbearbeitungssession etc. Die beiden Festplatten tausche ich ca. alle zwei Jahre gegen ein Modell mit mehr Speicherplatz aus. Aktuell bin ich in der vierten Generation angekommen: 500GB, 1 TB, 2TB, 4 TB. Die alten Daten kopiere ich dann auf beide neue Platten und lagere eine der alten Platten bei einem Freund aus. So habe ich die Daten immer doppelt vorrätig, falls eine der Platten den Geist aufgibt. Ich nutze zwei Platten, um eine Art “manuelles RAID-1-System” zu haben. Es gibt zwar Systeme, die eine noch bessere Verfügbarkeit garantieren, aber da gibt es eben auch zusätzliche Probleme und die Einrichtung ist komplizierter. Zusätzlich werden die Festplatten mit einem Online-Backup-Dienst gesichert. Dazu gleich mehr.

Mein Arbeitsmaterial ist meine aktuelle Festplatte. Es ist aber nicht die einzige Festplatte in meinem Rechner, sondern neben der SSD-Systemplatte nur eine von zwei Festplatten. Wer an der genauen Modellnummer interessiert ist: Ich nutze die WD 2002FAEX 2 TB*. Die Daten der einen Platte werden mit der automatischen Windows-Sicherung regelmäßig auf die andere Platte kopiert.

Erfahrungen mit einem Online-Backup-Dienst

Zusätzlich nutze ich für beide Daten-Bereich einen Online-Backup-Dienst. In meinem Fall nehme ich Backblaze, weil die unbegrenzten Speicherplatz anbieten, was bei mehreren Terabyte an Daten wichtig ist. Die Kosten belaufen sich auf 5 Dollar pro Monat, ich jedoch habe das Abo für zwei Jahre abgeschlossen, was mich dann im Schnitt nur ca. 3 Euro pro Monat kostet. Das ist unschlagbar. Und es funktioniert. Zwar habe ich bisher noch keinen Computercrash gehabt, aber unterwegs mal paar wichtige Daten vergessen. Da habe ich mich bei Backblaze eingeloggt, die gewünschten Daten auf meiner Festplatte angeklickt und paar Minuten später habe ich per Email eine Zip-Datei mit den benötigten Daten bekommen. Im Grunde sowas wie eine Art “Ersatz-NAS“.

Der größte Nachteil bei Backblaze ist, wie lange es dauert, bis die Daten das erste Mal gesichert sind. Da ich insgesamt ca. 5 TB an Daten habe, dauerte die erste Sicherung ca. ein halbes Jahr (bei 2,5 Mb/s), wo ich auch den Rechner oft nachts angelassen habe. Da wäre es schöner, einen Anbieter zu haben, dem man zu Beginn eine Festplatte schicken könnte. Aber nachdem ich diese “Durststrecke” überstanden habe, sichert Backblaze nur die neu erstellten oder geänderten Dateien und ist im Hintergrund nicht mehr bemerkbar. Backblaze bietet aber auch an, nur bestimmte Ordner und nicht nur komplette Festplatten zu sichern, weshalb ich nach und nach die wichtigsten Ordner sichern lassen habe, damit sich der Dienst nicht zum Anfang mit den großen, von mir sowieso auch extern gesicherten RAW-Dateien aufhalten muss.

Ich kann nur über meine Erfahrungen mit Backblaze schreiben, weil ich keinen anderen Dienst nutze. Der Vollständigkeit halber will ich aber andere, ähnliche Dienste erwähnen. Es gibt zum Beispiel noch Crashplan, Livedrive oder Carbonite. Die vier Dienste sind preislich sehr ähnlich und bieten alle unbegrenzten Speicherplatz. Sie unterschieden sich vor allem in der verwendeten Software und Detaileinstellungen wie der Dauer der Versionsarchivierung, der Bequemlichkeit der Einrichtung etc.

Zusätzlich habe ich einen kostenlosen Dropbox-Account*, mit dem ich ebenfalls wichtige Dateien auf alle meine Rechner verteile und diese bei einer versehentlichen Löschung ebenfalls wieder rekonstruieren kann.

Datenschutz beim Cloud-Backup?

Der größte Kritikpunkt bei der Nutzung von Cloud-Backups ist, das andere Leute Zugriff auf die eigenen Daten hätten. Ich halte das für übertrieben. Zum einen werden die Daten in den Rechenzentren der Anbieter gut verschlüsselt. Klar, die NSA wird diese Verschlüsselung sicher knacken können, aber wenn sie das kann, kann sie auch direkt über das Internet auf euren Rechner zugreifen. Einige Dienste wie Crashplan bieten auch an, die Daten nicht auf den eigenen Servern zu sichern, sondern diese an einen anderen Ort zu schicken, beispielsweise auf die externe Festplatte eines Verwandten oder einen selbst betriebenen Server.

Wie sichert ihr eure Daten? Welche Tipps gebt ihr anderen Fotografen zur Datensicherung?

* Affiliate-Link

Online-Bildersuche Spookfish mit Kickstarter-Kampagne

Ich habe bisher ab und zu an dieser Stelle über Möglichkeiten geschrieben, geklaute Bilder im Internet mit diversen Tools zu finden.

Da gibt es zum Beispiel TinEye und Google Images, seit kurzem auch Plaghunter und bald soll ein neues Tool names Spookfish hinzukommen.

spookfish
Spookfish ist im Grunde eine Weiterentwicklung von Plaghunter. Beide nutzen im Hintergrund Google Images als Bildersuche, vereinfachen und automatisieren den Prozess jedoch.

Ich habe die Entwickler gefragt, was aus ihrer Sicht die Unterschiede zwischen Spookfish und den anderen Tools sind.

“1.) Google: Spookfish nutzt kostenlose Reverse Image Search Dienste im Internet, darunter auch Google. Spookfish hat Google gegenüber aber den Vorteil, dass man nicht jedes mal seine Bilder manuell neu suchen muss. Außerdem bekommt man auf Google bei einer erneuten Suche ja auch all die Stellen gezeigt, die man schon kennt. Spookfish lässt sich so einstellen, dass man eben nur über neue Stellen informiert wird.

2.) Tineye: Spookfish findet wesentlich mehr, außerdem ist Tineye ein Abo-Service. Hier bezahlt man monatlich eine Stange Geld; bei uns nur einmal. Zur Zeit 30$ (ca. 22 €) für die Pro-Version.

3.) Plaghunter: Plaghunter setzt offenbar auch auf die Google-Funktion auf. Zwei entscheidene Unterschiede:
A: Plaghunter ist wiederum ein Abo-Service. Hier bezahlt man für die Überwachung von 50 Bildern jeden Monat 29€. (wie gesagt: für die Pro-Version von Spookfish bezahlt man einmal 30$ und kann eine unlimitierte Anzahl an Bildern suchen – davon 100 am Tag.
B: Plaghunter ist browserbasiert und kann nur nach Bildern suchen, zu denen man verlinken kann. Wenn man als Fotograf ein Online-Portfolio hat und nach diesen Bildern sucht, dann funktioniert das. Für den Fall, dass man aber nicht möchte, dass ein Bild überhaupt im Internet auftaucht, dann ist diese Funktionsweise von Nachteil.”

Ich selbst nutze Plaghunter seit einigen Monaten in der kostenfreien Variante und habe damit bisher einige gewerbliche Urheberrechtsverletzungen entdecken können, die mir sonst vielleicht nicht aufgefallen wären. Diese Fälle habe ich dann meinem Anwalt übergeben, der die meisten davon zu meiner Zufriedenheit lösen konnte.

Deshalb überzeugt mich das Angebot von Spookfish, für einmalig ca. 22 Euro automatisiert nach einer unbegrenzten Menge an Bildern suchen zu können.

Damit die Software realisiert werden kann, hat Spookfish diese Kickstarter-Kampagne gestartet, welche nur noch bis Freitag, den 28. März 2014 läuft. Leider sind bis jetzt nur knapp 10% der anvisierten 28.000 USD zusammen gekommen. Die Macher von Spookfish sehen die Kickstarter-Kampagne auch als einen Gradmesser für das Interesse an der Software, wenn sie also nicht erfolgreich ist, wird Spookfish sehr wahrscheinlich auch nicht umgesetzt werden.

 

Wer mithelfen möchte, dass das Projekt umgesetzt werden kann, kann sich bei hier bei Kickstarter für die Standard- oder Pro-Variante von Spookfish vormerken lassen.

Welche Methoden nutzt ihr, um nach geklauten Bildern zu suchen?

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