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Frage von Photography Q & A – Welche Blitze nutzt Du?

Im Rahmen meiner Rezension des Buchs “Photography Q & A” hatte ich euch Leserinnen und Leser zu Fragen in den Kommentaren ermuntert.

Einige dieser Fragen will ich in loser Folge beantworten. Fangen wir mit Manne an, der fragte:

“Nutzt du eher natürliches vorhandenes Licht oder Blitze?
Wenn Blitze, was ist dein Lieblingslichtformer?”

Klare, einfache Fragen.

Früher hatte ich Angst vor Blitzen. In meinen Augen waren sie unberechenbar. Ich fotografierte lieber Blumen und Landschaften.

Als ich dann jedoch Ende 2005 das erste Mal begann, Menschen für Bildagenturen zu fotografieren, nahm ich als Lichtquellen zuerst auch keine Blitze, sondern erst weißes Papier als Aufheller für das Tageslicht, dann baute ich mir abenteuerliche Konstruktionen aus billigen Baustrahlern mit weißen Bettlacken als Diffusor. Im Nachhinein betrachtet sehr gefährliche, aber unschlagbar billige Aufbauten. Trotzdem hatten sie den Vorteil, dass es Dauerlicht war und ich mich nicht um Blitze kümmern musste. Schnell merkte ich aber, dass Halogenlicht von der Farbtemperatur und Lichtleistung ungeeignet für schöne Portraits ist.

Ich kaufte mir also ein paar Studioblitze und arbeitete mich langsam in das richtige Blitzen ein. Für das Verständnis sehr geholfen hat mir neben Tutorials im Internet auch das Buch “Heute schon geblitzt?“, was sich vor allem mit den kleinen Systemblitzen beschäftigt und einem gut die Angst für diesen heimtückischen Lichtwerfern nehmen kann.

Outdoor-Foto
Heute bin ich zwar sicher immer noch kein perfekter Blitzfotograf, weil die Lichtanforderungen der Stockfotografie (helles, weiches Licht) relativ einfach sind und mich nicht aus meiner “Komfortzone” zwingen. Trotzdem merke ich, dass ich mich ein Shooting ohne künstliche Lichtquellen kaum noch zu planen traue.

Im Studio arbeite ich immer mit einer großen Octobox* an einem Studioblitz (500W), meist mit 90 cm Durchmesser, manchmal auch mit 150 cm.

On location, also in anderen Räumlichkeiten als meinem Studio nehme ich immer diesen Blitzaufbau für entfesseltes Blitzen. Von diesem Aufbau habe ich meist zwei Versionen gleichzeitig im Einsatz, mit eine 60x60cm und eine mit 38x38cm-Softbox. Beim Shooting sieht das dann so aus wie hier. Dieser Aufbau hat den großen Vorteil, dass ich nicht nach Steckdosen suchen muss, niemand über Kabel stolpert und alles so leicht und kompakt ist, dass es auch ohne Auto im Koffer transportieren kann. So sieht das dann aus.

Ich liebe die Lastolite-Softboxen*, sowohl was die weiche Lichtwirkung als auch den unschlagbar einfachen und schnellen Auf- und Abbau angeht. Da bin ich richtiggehend verwöhnt und ärgere mich jedes Mal, wenn ich die widerspenstigen Stäbe in mein Studio-Softbox frimmeln muss.

Wenn ich komplett draußen fotografiere, kommt entweder der obige Blitzaufbau mit nur einem Blitz zum Einsatz oder noch öfter einfach nur dieser Ringblitz auf Aufheller und zur Kontrastkontrolle. Gegenüber dem entfesselten Blitzen hat der Ringblitz den Vorteil, dass er bei Wind nicht einfach umkippt, dass ich nicht immer bei einem Ortswechsel von einigen Metern den Blitz umstellen oder mitnehmen muss und er ist auch zusammengepackt noch mal viel kompakter.

Wenn ich die Ausgangsfrage gestellt würde: Wie würdet ihr sie beantworten?

* Affiliate

Gefahren des Weiterverkaufs digitaler Daten für die Stockfotografie

Seit paar Jahren geht ein Gespenst um: Es heißt “Wiederverkauf digitaler Daten” und erschreckte zuerst große Software-Konzerne wie Microsoft.

Schon 2008 versuchte Microsoft, den Wiederverkauf seiner Software durch andere Händler zu unterbinden und bekam zuerst Recht, weil der Konzerne keine digitalen “Waren” verkaufte, sondern nur “Lizenzen“. Schon 2012 kippelte diese Notlösung jedoch durch ein EU-Gerichtsurteil.

Auch in den USA treibt das Gespenst sein Unwesen. Am 2. Juni 2014 gab es im US-Repräsentantenhaus vom “Justiz-Unterausschuss für geistiges Eigentum und dem Internet” eine Anhörung zum Thema “Digitaler Wiederverkauf“, in den USA auch als “First Sale Doktrin” bekannt.

Quelle: Offizielle Facebook-Webseite des

Die Anhörung über den digitalen Wiederverkauf des US-Justiz-Unterausschusses (Quelle)

Die schriftlichen Stellungnahmen verschiedener Interessengruppen können unter dem oben genannten Link selbst nachgelesen werden, darunter finden sich die Software-Firma ReDigi, die New York Public Library, ein Verlagshaus, ein Hollywood-Manager und auch der Grafikdesigner Ed Shems, der im Auftrag der Graphic Artists Guild spricht, welche wiederum Mitglied der Copyright Alliance ist. Seine Stellungnahme ist hier nachlesbar. Ich erwähne das so ausführlich, weil Es Shems derjenige ist, der den Interessen von Stockfotografen und Bildagenturen am nächsten steht.

Die meisten Stellungnahmen vor dem US-Repräsentantenhaus plädierten eher für eine Beibehaltung der bisherigen Regelungen, nur John Jossenmacher von der Firma ReDigi sprach sich für eine Änderung aus, was naheliegend ist, weil seine Firma mit der digitalen Rechteverfolgung ihr Geld verdient und daran der Bedarf bei erlaubten Weiterverkäufen digitaler Medien deutlich steigen würde.

Aber weil die Stockfotografie ein sich sehr schnell wandelnder Markt ist, wollen wir uns anschauen, was in der Praxis passieren könnte, wenn der Weiterverkauf digitaler Daten erlaubt sein würde.

Konkret: Was würde passieren, wenn jemand die Lizenz für eine Stockfoto-Nutzung kauft und diese weiterverkaufen kann, wenn er diese nicht mehr benötigt?

Im Grunde würde das entweder den Microstock-Markt zusammenbrechen lassen oder die Preise würden derart steigen, dass man nicht mehr von “Microstock” reden könnte, sondern wieder zurück bei den alten “Macrostock”-Preisen und Lizenzmodellen wäre.

Microstock ist nur finanziell lohnend, wenn viele Verkäufe generiert werden können. Wenn jedoch jemand ein Microstock-Foto kaufen könnte und dieses dann weiterverkaufen dürfte, sobald er es nicht mehr braucht, würde das weitere Verkäufe kannibalisieren. Außerdem hätte dann auch der zweite Käufer wiederum das Recht, das Bild einem Dritten zu verkaufen und so weiter. So wäre es problemlos möglich, dass ein Bestseller hundert Mal verkauft wird, der Fotograf aber nur ein Mal entlohnt wird.

Spannend ist auch die Frage, ob es dann erlaubt wäre, mit einem Abo sozusagen als “Wiederverkäufer” für andere Leute Bilder brauchen, welche sonst diese mit teureren Credits bezahlt hätten. Solche Angebote gibt es sogar schon, sind derzeit aber illegal und werden von den Agenturen aus gutem Grund streng verfolgt, weil diese bei voller Ausnutzung eines Abos jetzt meist schon draufzahlen.

Vielleicht würde dann der Verkauf von Abonnements von den Agenturen eingestellt werden. Vielleicht haben die Agenturen aber auch die Hoffnung, dass die Preise so niedrig sind, dass der logistische Aufwand eines Weiterverkaufs sich nicht lohnen würde. Letzteres glaube ich jedoch leider nicht, weil es vielen Leuten schon immer egal war, ob es sich finanziell lohnt, für einige Cent Ersparnisse eine halbe Stunde länger mit dem Auto zu einem anderen Supermarkt zu fahren und durch den höheren Spritverbrauch im Endeffekt doch mehr zu bezahlen. Dazu kommt, dass Amazon sich schon ein Patent auf einen “Second-Hand-Markt” für digitale Dateien gesichert hat und Apple sich ebenfalls um ein Patent in dieser Richtung bemüht.

Ein weiterer logistischer Alptraum wäre es, die Gültigkeit einer Nutzungslizenz zu überprüfen. Wenn die Wiederverkaufskette theoretisch endlos sein könnte, würde der Aufwand ins Unermessliche steigen, um zu kontrollieren, ob die Kette wirklich lückenlos ist. In der Praxis hieße es: Es wäre nicht mehr nachvollziehbar, ob ein Stockfoto legal genutzt würde.

Das wiederum könnte zwei Entwicklungen zur Folge haben: Unter diesem Druck könnten erstens vielleicht endlich nutzbare digitale Wasserzeichen oder andere Methoden sich etablieren, welche die Gültigkeit einer Bildlizenz autmatisiert kontrollieren und anzeigen. Zweitens würde sich vielleicht noch weiter das Streaming von Bildern verbreiten, wo ein Weiterverkauf nicht möglich ist oder nicht notwendig, weil die Bildanzeige sowieso kostenlos wäre und zum Beispil über Werbung gegenfinanziert.

Zweitens könnte das ein Ansteigen von Auftragsarbeiten an Fotografen bedeuten, wenn viele Motive als Stockfoto so teuer würden, dass es keinen finanziellen Vorteil gegenüber einer Auftragsproduktion gäbe. Das wäre vielleicht das einzig Positive, wo diese doch seit Jahren über wegbrechende Aufträge wegen Stockfotos jammern.

Wie seht ihr die Entwicklung?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 33

Schnapszahl! Nie hätte ich gedacht, dass wir auf so viele Folgen kommen würden, als ich vor sechs Jahren die erste “Pimp My Stock!”-Folge geschrieben habe.

Dieses Mal ist Michaela an der Reihe und sie hat sogar – vielleicht zur Feier des Tages – einige sehr schöne Fotos mitgebracht. Sie schreibt:

“Hallo Robert,

mein Name ist Michaela Brandl. Ich fotografiere seit 8 Jahren und seid geraumer Zeit stelle ich meine Bilder bei diversen Microstockagenturen ein (iStock, Fotolia, Shutterstock, usw.). Ich verwende eine Canon EOS 60D. Ich würde gerne einmal eine Fachmeinung zu meinen Bildern hören und würde mich freuen, wenn du sie in deine Pimp my Stock Serie aufnehmen würdest.

Vielen Dank schonmal vorab und mit freundlichen Grüßen,
Michaela Brandl”

Fangen wir mit dem ersten Bild an:

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Einige Tulpen mit gezacktem Rand: Generell sind Blümchenbilder ein schwieriges Stockmotiv, weil das Angebot die Nachfrage deutlich überwiegt, aber durch den Kniff mit der kleinen Tafel im Bild erleichtert das Foto den Designern das Einfügen von Text und somit räume ich dem Foto trotzdem einige Verkaufschancen ein.

Die Tafel hätte im Bild sogar noch größer sein können und andere Fotografen haben auch finanziellen Erfolg damit, den Designern auf den Tafeln gleich Textvorschläge mitzuliefern wie “Am 11. Mai ist Muttertag”, “Frohe Ostern” oder “Alles Liebe!”. Damit vergrößert man das Portfolio und erreicht auch Kunden, welche den Text nicht selbst einfügen können oder aus Zeitgründen nicht wollen.

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Die leuchtende Straßenlaterne ist ein schwierigeres Motiv. Der Bildaufbau passt und links ist genug Textfreiraum. Irgendwie werde ich aber den Eindruck nicht los, dass das Foto leicht nach rechts kippt. Der Hintergrund ist mir auch schon etwas zu dunkel und durch den starken Kontrast zwischen der strahlenden Lampe und dem dunklen Hintergrund kann es leicht zu Bildfehlern kommen, welche die Bildredakteure gerne als Vorwand nehmen, um so ein Foto abzulehnen.

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Dieser Waldbeeren-Joghurt ergibt ein sehr schönes Stockfoto. In meinen Augen ist er fast perfekt: Spannender Bildaufbau, dezentes Licht und moderne Food-Bildsprache. Spontan sehe ich nur zwei kleine Details, die verbessert werden könnten. Die Gabel links unten in der Ecke ist als solche nicht zu erkennen und lenkt dadurch etwas ab und das Metall ist sowieso überstrahlt. Auch bei der Auswahl des Minzblattes hätte Manuela etwas mehr Vorsicht walten lassen können, weil sich das linke Blatt unschön rollt.

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Der Flammkuchen mit Lachs hat ebenfalls gute Verkaufschancen. Auch hier sind Licht, Bildkomposition und Dekoration so, wie es in den aktuellen Food-Zeitschriften der Trend ist. Links stört mich wieder das überstrahlte Licht im Wasserglas, da hätte das Licht bzw. der Aufbau vielleicht etwas verrückt werden können.

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Die beiden Weingläser auf der Küchenzeile fallen wieder etwas ab. Das Bild ist – bis auf einen leichten Rotstich – technisch okay, was vor allem bei dem spiegelnden Glas nicht so einfach ist. Aber es fehlt die eindeutige Bildaussage, weil es weder für Catering, den gemütlichen Abend zu zweit, Alkoholismus oder den Abwasch richtig passt.

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Für den Erdbeer-Himbeer-Joghurt gilt das gleiche wie oben: Sehr zeitgenössisch fotografiert und damit sehr verkäuflich.

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Bei der Forelle mit Zitrone und Zwiebeln bin ich nicht ganz so enthusiastisch. Vom Bildaufbau gefällt es mir und sieht nach einem ansprechenden Food-Foto aus, aber irgendwie will mir das Licht nicht zusagen. Es ist weder dieses helle, sonnendurchflutete Bild, noch das dunkle, rustikale Licht, was bei diesen klassischen Gerichten gut passen würde.

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Die beiden Freundinnen im Café überzeugen mich nicht, aber da bin ich auch besonders kritisch durch meine eigenen Erfahrungen in der People-Fotografie. Zuerst fällt auch, dass das Lächeln der beiden Frauen gekünstelt wirkt, wie dieses “Schaut mal her, ich will ein Foto machen”. Hier ist es Aufgabe der Fotografin, Witze zu erzählen, sich selbst zum Affen zu machen oder einfach eine so heitere Stimmung zu erzeugen, dass das Lachen echt wirkt.

Bei der Kleidung lenken die Schals zu sehr vom Gesicht ab und die Verteilung passt nicht: Die blonde Person hätte das dunklere Oberteil und andersrum anhaben sollen, damit es nicht so ein starkes Hell-Dunkel-Gefälle im Bild gibt. Bei der blonden Frau lenkt auch der Schmuck im Haar, Ohr und am Hals ab. Die Haare sind ebenfalls nicht optimal: Bei der Brünetten fallen sie ungünstig auf die Schulter, bei der Blondine sind unschöne dunkle Ansätze am Ende zu erkennen. Hier ein Beispiel* von einer meiner Fotoshootings.

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Bei diesem Glamour-Foto einer Brünetten wirkt das Lachen auf jeden Fall besser. Aber weil es eben Glamour sein soll, stimmt dann doch einiges nicht: Der Hintergrund wirkt zu platt und unprätentiös, ist aber auch nicht hell genug für einen Freisteller mit den sichtbaren Schatten Für ein Lifestyle-Foto hingegen stört der gezackte Schmuck zu sehr und schwarz passt das nicht so gut, weil das zu viel Licht und Konturen schluckt. Also weder Fisch noch Fleisch.

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Das letzte Mädchen hat ebenfalls ein leicht gezwungenes Lächeln auf dem Gesicht. Hände und Haare gefallen mir ganz gut, aber ich hätte die Kamera 1-2 Zentimeter nach unten bewegt, um die Ellenbogen komplett aufs Bild zu bekommen. Auch fehlt mir etwas die Aussage. Im Hintergrund scheint ein Küche zu sein, aber weder das Thema “Essen” noch “Essen zubereiten”, “Einkauf auspacken” oder ähnliches werden angeschnitten.

An dieser Stelle kurz Werbung in eigener Sache: Viele Tipps zur Arbeit mit Models, damit die Fotos authentischer und überzeugender wirken, finden sich in meinem gleichnamigen Buch “Die Arbeit mit Models“*.

Vor allem die Food-Bilder gefallen mir schon ausgesprochen gut und kann mir diese auch gut in einer spezialisierten Macrostock-Agentur wie Stockfood vorstellen.

Was sagt ihr zu den Fotos?

* Affiliate

Beschleunigung für die Foto-Entwicklung durch PFixer.Lr (Gastartikel)

Heute gibt als Gastartikel für die Technikfreunde und Lightroom-Fans unter euch eine Rezension von Daniel Täger.

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Software in den Händen

Als der Computer Anfang der neunziger Jahre Einzug in die Musikstudios erhielt, wurde die Bedienung von Bandmaschinen, Effekten und Soundprozessoren weitestgehend auf die Maus und auf einen viel zu kleinen, schlecht aufgelösten Bildschirm reduziert. Zu Beginn nur als „Fernbedienung“ und MIDI-Sequenzer eingesetzt, übernahm der Computer mehr und mehr Aufgaben von großen und teuren Geräten im Regieraum. Doch selbst als einige Jahre später hochwertige und ernsthaft einzusetzende Plug-Ins und Algorithmen mit Analogsimulationen von Effekten und Soundprozessoren erschienen, war die Bedienung oft nicht intuitiv, da man „einhändig“ zum einen nicht so schnell, zum anderen nur eingeschränkt wie gewohnt arbeiten konnte. Viele Eingriffe und Trial&Error-Operationen erfordern nun mal den Einsatz von zwei oder sogar mehr Parametern gleichzeitig.

Im Audiobereich mit LogicPro (vor dem Kauf von Apple: Emagic Logic) stellte die Firma Emagic auf der Musikmesse in Frankfurt 2001, revolutionär die LogicControl/MackieControl als eine der ersten bezahlbaren Hardwarecontroller für digitale Audio-Wandler (DAW) vor. Plötzlich war es wieder möglich, mehrere Parameter gleichzeitig zu bedienen und mit Motorfadern die Software in den Händen zu „fühlen“.

In der Fotografie lief es – zwar einige Jahre später – doch ganz ähnlich ab. Wer mit der Zeit ging, ersetzte seine Dunkelkammer durch den Computer und hatte schließlich eine Maus in der Hand.

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Zugegeben, ich mochte das Handling der klassischen Maus noch nie und war aus diesem Grund schon immer auf der Suche nach der besten Alternative dazu. Wenn Wacom sein Intuos4L* schon 10 Jahre früher auf den Markt gebracht hätte, wäre ich an Trackballs, Touchpads, etc. vorbei gekommen.

In dem Stift-Tablet habe ich die beste Lösung gefunden, um den kleinen schwarzen Zeiger über den Bildschirm zu fahren. Und das ausnahmslos in jeder Anwendung: Ich besitze seit mehreren Jahren keine Maus mehr!

Schaut man sich in der professionellen Broadcast- und Film-Postproduktion um, findet man kaum einen Arbeitsplatz, an dem die Maus das Hauptwerkzeug ist.

Am vergleichbarsten mit der Fotografie ist aus diesem Bereich das Color-Grading (die Farbkorrektur). Sie ist sozusagen der Nachfolger des Kopierwerks, in dem nicht nur das Negativ-35mm-Material entwickelt wird, sondern auch der „look“ des Positivfilms generiert wird, ganz ähnlich der Dunkelkammer.

Eines der größten Gradingsysteme hat die Firma Blackmagic Design mit dem DaVinci Resolve* am Markt, mit dem digitales Film-RAW-Material „entwickelt“ wird. Aber fester Bestandteil der Software ist das Hardware-ControlSurface, mit dem die Software vollständig bedient werden kann (abgesehen von Beschriftungen etc.).

Mit diesen ganzen Hintergedanken war mein erster Versuch, um auch Lightroom etwas „griffiger“ zu machen, ein iPad* zu kaufen (tatsächlich war das einer Hauptgründe) und mit der App LRPad zu versehen. Damit hat man schon einen guten Zugriff auf viele Parameter von Lightroom.

Die intuitive Bedienung und der Geschwindigkeitszuwachs waren jedoch sehr begrenzt: Auch am iPad, welches in diesem Fall zu einem Touchpad mit Hintergrunddisplay wird, sucht man immer wieder mit den Augen nach der Position und Lage von Reglern und Knöpfen. Jedes Mal den Blick auf das Tablet abzulenken, um die Belichtung um 0,5 zu erhöhen, dauert am Ende sogar länger als mit der Maus auf dem gleichen Bildschirm.

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Die Lösung: PFixer.Lr

Als die zweite Speicherkarte voll war und ich wusste, dass ich aus diesem Urlaub nicht mit weniger als 1500 Fotos zurückkommen werde, habe ich mich noch vor Ort wieder auf eine Workflow-Optimierungs-Lösung-Suche begeben.

Und siehe da: PFixer.Lr kam auf den Plan!

Die recht neue Software (seit 2013 auf dem Markt) von der kleinen Softwareschmiede Pusher Labs aus Georgia (USA) konnte auf den ersten Blick alles, was ich gesucht habe: vollständige Kontrolle von Lightroom per Hardware-Controller.

Die Software für OSX (leider gibt es momentan keine Windows-Version) ist anfänglich dafür entwickelt worden, um eigene Keyboard-Shortcuts in Lightroom zu definieren. Das funktioniert auch sehr gut, wird nur durch die Anschaffung des Controllers fast überflüssig. Grundsätzlich kann die Software jeden MIDI-Control-Befehl in eine Lightroom-Aktion umsetzen, sprich jedes MIDI-fähige Keyboard, Touch-Controller oder Fader-Bank lässt sich in Lightroom einbinden.

Der Pusher Labs-eigene Controller basiert auf einem Behringer BCF-2000*, welcher mir aus dem Audiobereich als erster „low-budget“ Controller bekannt ist. Für den BCF-2000 gibt es in der Software als einzige Hardware ein vordefiniertes Setup. Pusher Labs vertreibt im eigenen Webstore die Software als stand-alone-Version (USD 99,99), den Behringer BCF-2000 mit angepasstem Layout (USD 299,99) und ein Bundle aus beidem (USD 369,99).

Im Store findet man jedoch recht schnell heraus, dass Pusher Labs nicht außerhalb der USA versendet. Für alle non-citizens gibt es die Möglichkeit, die Software per Seriennummer zu kaufen und sich das angepasste Overlay einzeln zu bestellen (USD 19,99). Mit einem vorhandenen BCF-2000, der Software und dem Overlay bekommen also auch alle anderen einen vollwertiges PFixer.Lr-Panel!

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Für diejenigen, die lieber mehr Rotary-Controller und keine Fader haben möchten, gibt es auch ein adaptiertes Behringer BCR-2000 mit 24 Drehreglern. Allerdings wird dafür kein einzeln bestellbares Overlay angeboten. Laut Hersteller wird beim BCR auch das BCF-Overlay benutzt – mit dem Unterschied, dass die drei Zeilen für die Fader-Beschriftung auseinander geschnitten und unter die Rotary-Encoder geklebt werden.

Da die Markteinführung des Behringer BCF-2000 in Deutschland schon einige Jahre her ist, bekommt man es mittlerweile für ca. 200 €.

Ich habe mich also für die DIY-Variante entschieden und die Software sowie das Overlay bestellt. Zurück aus dem Urlaub, war natürlich noch keine Post aus den USA da. Das hat inklusive Zollabfertigung (!) für einen A4-Pappbriefumschlag gute drei Wochen gedauert. Trotzdem war ich am nächsten Tag im örtlichen Musikfachgeschäft, habe einen Behringer BCF-2000 gekauft und mich ans Basteln gemacht – auf der Homepage von Pusher Labs gibt es ein JPG des Overlays – also Größe anpassen, Ausdrucken, Ausschneiden. Das sieht dann am Ende zwar nicht professionell aus, aber wenigstens konnte ich schon mal testen.

Mittlerweile ist mein echtes Overlay natürlich da. Wie ich befürchtet habe, bekommt man für die 20 Dollar einen geplotteten Aufkleber. Immerhin ist das recht ordentlich gemacht und auch das Aufkleben gestaltete sich mehr als einfach!

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Die Installation unter OSX 10.8 (OSX 10.7 bis 10.9 sind unterstützt!) lief auf meinem MacPro (MacPro 4,1, 8-core 2,66GHz, 12GB RAM, Radeon 7950 3GB) und MacBookPro (MBP 5,1, 2,66GHz Core-Duo, 8GB RAM) wie gewohnt problemlos.

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Funktionsbeschreibung / Erfahrungen

Die Software läuft als kleine Autostart-App und findet sich neben der OSX-Uhr am oberen rechten Bildschirmrand. Das GUI ist übersichtlich und einfach gestaltet, einzig die Neuzuweisung von (MIDI-)Parametern könnte man geschickter lösen.

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Nachdem man Lightroom geöffnet hat, merkt PFixer.Lr direkt, dass es etwas zu tun hat und initialisiert die Parameter (Bindings). Dieser Vorgang dauert ca. 10 Sekunden.

Jetzt kommt die erste und einzige „Stolperfalle“ des Systems: Befindet man sich im Bibliotheksmodus von Lightroom, passiert mit den Motorfadern des BCFs erst einmal nichts, die einzigen funktionstüchtigen Tasten sind „vorheriges Foto“ und „nächstes Foto“.

Schaltet man in den Entwicklungsmodus von Lightroom (nur dort kommunizieren Lightroom und Panel miteinander!), hört man zum ersten Mal die Motorfader des Controllers. Der synchronisiert sich ab dann mehrmals die Sekunde (in der Software einstellbar) und reagiert auf alles, was man vom Panel an Lightroom schickt und umgekehrt.

Die Latenz, also die Verzögerung von der Änderung eines Wertes auf der BCF bis zum Reagieren der Regler in Lightroom, ist sehr kurz (einige Millisekunden). Bis sich die Änderung dann auf das Bild auswirkt, kommt wie gewohnt auf Bildgröße, CPU und Grafikkarte an. In meinem Setup fühlt sich „Ursache-Wirkung“ jedoch sehr direkt an, auch wenn man zwei oder drei Parameter gleichzeitig bewegt (ca. 0,2 Sekunden).

Schaltet man zum nächsten Foto, aktualisiert sich das Panel umgehend und die Fader und Rotary-Controller springen auf die aktuelle Position. Dadurch, dass Behringer bei dem Preis des Controllers keine Penny+Giles oder ALPS Motorfader verbaut hat, ist dies jedoch mit einem ordentlichen Geräuschpegel zu hören. Ich habe manchmal auch den Eindruck, dass die Fader an das obere oder untere Ende „schlagen“, weil sie nicht so genau wissen, wo die Schiene endet. Bei gedrückter „Learn“-Taste während des Einschaltens des Panels kann man die Fader zwar kalibrieren, jedoch brachte das bei mir nur minimale Besserung.

Tragisch ist die Lautstärke beim Entwickeln von Fotos nicht, aber bei der Vorstellung, den Controller für seine eigentlichen Aufgaben in der Musikproduktion zu verwenden, würde mich der „Lärmpegel“ wahrscheinlich nerven.

Das 4-stellige LED-Display auf dem Panel ist leider unbrauchbar, da es zwar immer den zuletzt benutzten Fader oder Rotary in Zahlen ausdrückt, jedoch leider in der MIDI-Value-Norm von „0-127“. Sprich, wenn der Exposure-Fader in der Mitte steht, zeigt das Display einen Wert von „63“.

Das Panel ist in mehreren Ebenen aufgebaut, um möglichst viele Funktionen unterzubringen: Die 8 Rotary-Controller sind in 4 Ebenen, umschaltbar durch 4 Taster rechts, aufgeteilt: BASIC, HUE, SAT, LUM/B+W.

Für alle anderen Bedienelemente (8 Fader, 16 Tasten) gibt es ebenfalls 4 Modi, wobei 4 Taster zum Wechseln der Modi reserviert sind: BASIC, EDITING, CULLING, PRESETS.

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Beschriftet ist jeder Taster und Fader für BASIC in Weiß, EDITING in Gelb und CULLING hat ein kleines Symbol rechts neben dem Taster. Insgesamt kommt man damit dann auf über 200 Lightroom-Funktionen im direkten Zugriff.

Rotary-Controller BASIC-Mode:

  • Temperature
  • •Tint
  • •Vibrance
  • •Saturation
  • •Curves (Shadows, Darks, Lights, Highlights)

Wenn man die Rotary-Controller drückt, hat man die Tools WB, AWB und Autowhite im Direktzugriff. Über die anderen 5 Taster scrollt Lightroom direkt zu den Adjustments HUE, SAT, LUM, SATURATION, CURVES und B+W um eine optische Kontrolle zu bekommen.

Für die anderen 3 Modi (HUE, SAT, LUM/B+W) gibt es neben den Drehreglern Farbmarkierungen (Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Lila, Magenta). Im Standard-Mapping gibt es keinen Zugriff auf das HSL-Toning. Wenn man oft an den HSL-Farben herumschiebt, kann sich jedoch leicht über den „Mapping“-Reiter in der PFixer.Lr-Konfiguration z.B. den B+W-Mode entsprechend anpassen.

Die Anordnung und Übersichtlichkeit der Funktionsbelegung ist logisch und nach kurzer Zeit „blind“ zu bedienen.

Über die 8 Fader erreicht man im BASIC-Mode:

  • Exposure
  • Contrast
  • Blacks
  • Shadows
  • Highlights
  • Whites
  • Clarity
  • Post Vignette

Die Funktion des letzten Faders erschien mir im BASIC-Mode zunächst fehl am Platz, jedoch nutze ich ihn (nicht nur, weil er da ist) mittlerweile sogar sehr gerne zu bestimmten Gelegenheiten!

Über die Tasten bekommt man Zugriff auf folgende Funktionen:

  • ESC, ENTER
  • Copy Setting / Paste Setting
  • Crop-Tool
  • Reset Image
  • Lock Image
  • Swap Image
  • Match Exposure
  • Sync Setting
  • Select left / Select right

Die „Select-left/right“-Taster sind besonders in Kombination „Match-Exposure“ sehr praktisch.

Der EDITING-Mode benutzt alle Fader für das Feintuning der „Post-Vignette“ (Midpoint, Roughness, Feather, etc.) und bietet über die Taster u.a. Zugriff auf Tools und Funktionen wie SpotTool, GradientTool, AutoMask, VirtualCopy, Edit in PS, Blinkies, Before/After.

Für mich sind in diesem Modus „Blinkies“ (Über- und Unterbelichtungen) und „Before/After“ (der Vorher-Nachher-Vergleich) am wichtigsten.

Der CULLING-Modus belegt die Taster mit den Shortcuts Bewertung, Flags, Farben und Display-Einblendungen. Die Fader steuern die Parameter des Split-Tonings, also jeweils Hue/Sat für Highlights und Shadows und Balance. Die letzten 3 Fader sind mit Grain, Grain-Size, und Roughness belegt.

Im PRESET-Mode bekommt man über die Taster Zugriff auf 8 Developement-Presets und 4 Brush-Presets von Lightroom. Leider ist die Zuweisung über die PFixer-Software etwas umständlich. Es ist nicht möglich, innerhalb des Workflows ein neues Preset auf eine Taste zu legen. Man speichert wie gewohnt das Preset in Lightroom ab und muss es anschließend in der PFixer.Lr-Konfiguration einer Taste zuweisen. Und dann muss man raten, denn der vierte Modus hat keine Beschriftungen auf dem Panel!

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Presets, die man über die Taster aufrufen will, im Presets-Fenster sichtbar und aufgeklappt im Hauptfenster sein müssen. Ich habe mir meine 8 am häufigsten benutzten Presets in den User-Ordner mit einem Nummer-Präfix gelegt (01 – Preset, 02 – Preset, usw.)

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Die 4 ebenso frei belegbaren Brush-Presets befinden sich auf diesen Tasten:

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Unten rechts am Panel befinden sich MODE-übergreifend UNDO, previous Setting und vorheriges/nächstes Foto, wobei die letzten beiden wahrscheinlich die am stärksten frequentierten Tasten sind!

Über die Belegung der Taster und Fader lässt sich im Einzelfall zwar streiten, aber grundsätzlich liegt alles ziemlich logisch in den Händen. Ansonsten kann man sich immer noch jeden Parameter auf beliebige Taster oder Fader legen und muss dann selbst das Overlay neu beschriften. Bisher habe ich mir nur den „Before/After“-Knopf in den BASIC-Modus, also die oberste Ebene, gelegt.

Damit Initialisierung zwischen PFixer.Lr und Lightroom funktioniert, muss Lightroom zwingend auf Englisch umgestellt werden. Das war für mich erst störend, da man sich ja schon an einige deutsche Vokabeln (damals auch fremd) gewöhnt hat, aber nach sehr kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt – zumal ich beim Entwickeln nur noch selten auf die Paramater als viel mehr auf das Bild selbst schaue.

Sollte mal eine Funktion nicht korrekt arbeiten, oder man schaltet das Panel erst nach dem Öffnen vom Lightroom ein, kann man die Initialisierung über das PFixer.Lr-Menü „Reinitialize Bindings“ wiederholen.

Seit Version 1.2.2 unterstützt PFixer.Lr auch Trackpad-Gesten. Bei gedrückter fn-Taste wird das Trackpad zu 8 (2 Reihen mit jeweils 4) virtuellen Fadern, die mit 2 Fingern bedient werden. Mit nur einem Finger bietet das Trackpad 16 virtuelle Knöpfe (4 Reihen mit jeweils 4). Getestet habe ich die Gestenunterstützung noch nicht, stelle mir das aber ziemlich unübersichtlich und eng vor – es sei denn, man bemalt sein Trackpad mit dem Filzstift!

Hat man weiteres MIDI-Equipment am Rechner angeschlossen (z.B. MackieControl, Keyboard, etc.), kommen gelegentlich falsche Informationen in Lightroom an. Ich schalte weitere Geräte bei der Benutzung von Lightroom einfach aus. Genauso sollte man anders herum auch PFixer.Lr deaktivieren (geht mit einem Mausklick), wenn man mit der MackieControl* in Logic arbeitet, da PFixer.Lr auch dort Fehlfunktionen verursacht.

Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung wird man von Pusher Labs zwar auf deren Online-FAQ verwiesen, dann jedoch allein gelassen. Viel mehr als ein paar Tipps und Troubleshootings findet man dort nicht. Natürlich ist die Software und die Bedienung des Panels weitestgehend selbsterklärend, aber um die Funktionsweise u.a. der Preset-Verwaltung zu verstehen, musste ich schon einige Zeit suchen und herumprobieren.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile überwiegen auf jeden Fall, wenn man sich mal anschaut, was einem PFixer.Lr an Zeitersparnis und intuitiver Bedienung bringt. Einige Mankos gibt es aber schon:

Plus:

  • 15-tägige Testversion
  • Zeitersparnis
  • frei zu konfigurieren
  • über 200 Lightroom-Funktionen im Direktzugriff

Minus:

  • Hoher Preis von 100 Dollar für Software, lohnt sich aber
  • laute Motorfader des BCF-2000
  • Lightroom muss auf Englisch betrieben werden
  • keine echte Bedienungsanleitung
  • bisher nur Unterstützung von Lightroom

Alternativen

Pusher Labs PFixer.Lr ist leider nur für den Mac verfügbar und Ankündigungen für eine künftige Windows-Adaption gibt es leider nicht.

Die Donationware (50 Tage kostenfrei) Paddy for Lightroom ist die bislang einzige (vergleichbare) Alternative für das Windows-System. Grundsätzlich können mit Paddy auch eigene Tastaturkürzel und MIDI-Mappings für den Behringer BCF-2000 (und andere Hardware-Controller) erstellt werden, jedoch fehlt eine Möglichkeit, den BCF in mehreren Modi zu programmieren. Laut Website sind Lightroom-Versionen bis 4.x unterstützt.

Knobroom ist eine weitere Lösung für den Mac, bei der die Entwicklung jedoch im Herbst 2012 bei Version 0.2 stehen geblieben ist. In diesem Stadium des Plug-Ins ist es auch nur möglich, einzelne MIDI-Controller-Daten einem Parameter in Lightroom zuzuweisen.

motibodo vertreibt mit dem motibodoBoard (395 USD) und dem motibodoSkin (325 USD) eine tastaturbasierte Lösung. Das komplette Keyboard oder das Silikon-Skin für die bestehende Tastatur mit entsprechender Software für Lightroom bieten vordefinierte Tastaturkürzel für die wichtigsten Funktionen an. Jedoch ist der Preis in meinen Augen in keiner Weise gerechtfertigt.

Fazit

Wie eingangs schon erwähnt, kam ich aus dem Urlaub mit knapp 1500 Bildern zurück, welche auch gleich als Teststrecke für PFixer.Lr und das Behringer-Panel herhalten mussten. In Rekordzeit waren die Bilder entwickelt und das oft auf eine ganz andere Weise, als ich es gewohnt war. Wenn man erst einmal die Möglichkeit hat, an Belichtung, Highlights und Curves gleichzeitig zu schrauben und die Wechselwirkung sieht, löst man einige Belichtungsaufgaben auf anderem Wege als sonst. Auch mag ich es sehr, die Parameter von Hue und Sat im direkten Zugriff zu haben und schnell eine selektive Farbkorrektur zu machen.

Sicherlich gibt es an dem System Verbesserungspunkte, aber für knapp 280 € (Software, Overlay, BCF-2000) hat man ein ordentliches Hardware-Control-System für Lightroom.

Mittlerweile steht auch ein Behringer BCR-2000 auf meinem Schreibtisch. Dafür habe ich ein eigenes Overlay gebastelt und habe direkten Zugriff auf SAT, LUM und HUE ohne zwischen den Modi zu wechseln.

Wünschenswert wäre es, wenn in Folgeversionen von PFixer.Lr noch die Unterstützung für weitere Programme (Photoshop, CaptureOne Pro und ACR) eingebaut würde.

…und mein iPad hat mittlerweile seine Berechtigung für andere Aufgaben.

* Affiliate

Professionell fotografieren mit dem iPhone? Ich breche eine Lanze dafür

Letzte Woche war ich paar Tage in Amsterdam für einen kurzen Urlaub. Mit dabei hatte ich keine Spiegelreflexkamera, auch keine kleine Kompaktkamera, sondern nur mein iPhone 5. Immer öfter erwische ich mich auf kurzen Trips dabei, die schwere Kamera zu Hause zu lassen und auf mein Smartphone zu vertrauen.

Vor allem, seit vor einigen Monaten die große Welle an Apps für den Verkauf von Smartphone-Fotos aufkam, gibt es einen Grund weniger, die komplette Ausrüstung mitzunehmen. Hauptsächlich lade ich meine Handyfotos über die Instant-App von Fotolia hoch, aber auch Alamy, 123rf, Getty Images und so weiter haben eigene Apps im Angebot.

In den acht Monaten seit dem Start der App im Oktober 2014 habe ich ca. 180 Fotos akzeptiert bekommen und damit ca. 270 Euro verdient. Umsatz ist hier fast gleich Gewinn, weil bei mir außer dem Kauf des Handys keine Models, Requisiten oder zusätzliche Ausgaben hinzukommen, um die Fotos zu machen.

Das Smartphone ist damit für mich der ideale Begleiter geworden, um auch in der Freizeit etwas Geld verdienen zu können. Wenn wir “professionell” mit “Geld für seine Fotos bekommen” gleichsetzen, ist damit für mich das iPhone endgültig in die Liga meiner professionellen Arbeitsgeräte aufgestiegen.

Schon vor meinem Amsterdam-Trip habe ich ab und zu die Panoramafunktion des iPhone ausprobiert, aber erst in Amsterdam bei prächtigem Sommerwetter mit all den niedlichen Häusern, Grachten und Hausbooten habe ich sie wirklich zu schätzen gelernt. Eins der unten gezeigten Panoramen habe ich übrigens innerhalb von 24 Stunden nach dem Freischalten gleich 2x verkaufen können. Hier eine kleine Auswahl (nicht alle Panoramen sind aus Amsterdam), direkt aus dem Handy, nur etwas mit der App Snapseed bearbeitet:

panorama-selection

Die fünf Bilder sind von oben nach unten 18,4 Megapixel, 26 MP, 20,2 PM, 16,7 MP und 18,1 MP groß, im Schnitt hat jedes Panorama knapp 20 Megapixel. Von der Auflösung übertreffen diese Bilder damit teilweise sogar meine digitale Spiegelreflexkamera und auch in der 100%-Ansicht sind die Bilder noch okay, wenn auch weniger knackig als die ihrer Vollformatschwester:

IMG_6386_ausschnitt
Eine weitere Funktion, welche mir in Amsterdam das Fotografieren mit dem iPhone deutlich erleichtert hat, war die HDR-Funktion. War es früher eher umständlich, mit großer Kamera und Stativ mehrere Bilder als Belichtungsreihe hinereinander zu machen, um diese dann am Computer zusammenfügen zu müssen, schafft es das Smartphone mittlerweile aus dem Handgelenk. Ideal ist die Funktion, um an sonnigen Tagen mehr Zeichnung in den Himmel zu bekommen. Hier ein Beispiel mit und ohne HDR:

IMG_6253_hdr_vergleich
Ähnlich unterschiedlich ist auch der Aufwand bei der Panoramaerstellung. Statt Stativ, Nodalpunktadapter, Nivellierung, Kamera und vielen, vielen Bildern, die am Computer zum großen Ganzen zusammengefügt werden müssen, genügt dem Smartphone eine ruhige Hand und selbst da gibt es Apps wie Cycloramic, die das einem abnehmen wollen.

Der größte Vorteil vom professionellen Fotografieren mit dem Smartphone ist eindeutig das Gewicht. Es gibt keins, wenn wir berücksichtigen, dass wir unser Handy sowieso immer dabei haben. Auch die beiden oben genannten Anwendungszwecke Panoramaaufnahmen und HDR sind deutlich schneller und bequemer umzusetzen als mit einer DSLR.

Demgegenüber stehen zwei gravierende Nachteile: Der erste sind die benötigten Lichtverhältnisse. Das iPhone und auch andere Smartphones sind mit jeder Generation deutlich besser geworden. Der Unterschied ist sichtbar:

Foto: Lisa Bettany (Quelle: http://campl.us/posts/6iPhoneCameras)

Foto: Lisa Bettany (Quelle: http://campl.us/posts/6iPhoneCameras)

Leider setzen die Handys immer noch viel Licht voraus, um Ergebnisse zu erzielen, die vom Rauschverhalten und der Schärfe eine Qualität haben, um über Bildagenturen verkauft zu werden. Das heißt: Sonne, Sonne, nochmals Sonne. Idealerweise mit etwas weißen Schäfchenwolken als riesige Softbox. Aufnahmen abends oder innen bei Kunstlicht sind meist noch qualitativ zu schlecht zum Geld verdienen.

Der zweite Nachteil ist die deutlich geringere Akkulaufzeit des Smartphones. Bei “normalen” Gebrauch” hält mein Akku ca. einen Tag, wenn ich jedoch unterwegs viele Fotos mache, geht dem Handy eher nach einem halben Tag der Saft aus. Blöd, wenn dann in der restlichen Tageshälfte noch umwerfende Fotomotive auftauchen. Deshalb habe ich mir basierend auf den Tipps einiger Kollegen (Danke vor allem an Michael!) das mobile Ladegerät Astro Mini* von Anker gekauft, welches mein Handy ca. 1x komplett aufladen kann. Damit ist das Ende des Tages gerettet.

Für das iOS 8 hat Apple übrigens weitere neue Foto-Funktionen vorgestellt. Wenn das iPhone 6 dann auch wieder einen Schritt vorwärts bei der Bildqualität macht, wird es garantiert als “Immer-Dabei”-Kamera in meine Hosentasche wandern.

Weil ich gerade auf dem Panorama-Trip bin: Welche iPhone-Apps könnt ihr dafür empfehlen und warum?

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