Neue Funktionen in der Creative Cloud und Premium-Kollektion in Adobe Stock

Gestern am 21. Juni 2016 hat Adobe das neue Update für die Creative Cloud vorgestellt.

Für viele Programme wie Adobe Photoshop, Illustrator, After Effects, Premiere und so weiter gibt es einige teils sehr interessante Neuerungen.

Schauen wir uns zuerst das an, was Stockfotografen am meisten interessieren könnte: Adobe Stock.

Adobe Stock

Hier wurde eine neue Kollektion eingeführt, die „Adobe Stock Premium Collection„. Sie besteht anfangs aus knapp 100.000 handverlesenen Bildern, ähnlich wie bei der „Infinite“-Collection von Fotolia.

Ein Teil der neuen Premium-Collection von Adobe Stock.
Ein Teil der neuen Premium-Collection von Adobe Stock (Klicken zum Vergrößern)

Es gibt einige Überschneidungen, aber der größte Teil soll neues Material sein. Auch der Preis orientiert sich an den Preisstufen von Infinite: Ein Bild kostet entweder 99 Euro, 249,99 Euro oder gar 499 Euro.

Dafür gibt es auch die „Plus-Lizenz„, was im Grunde die übliche Standardlizenz ist, nur ohne die Auflagenbeschränkung auf 500.000 Kopien.

Außerdem wird der Kaufvorgang für „Adobe Stock“-Bilder vereinfacht. Der Kauf soll jetzt „mit einem Klick“ erfolgen können.

Auch für die Anbieter gibt es eine Vorschau auf Neues: Ab Juli sollen der Upload zu Adobe Stock direkt aus Lightroom, Bridge und den mobilen Apps Photoshop Fix und Photoshop Mix möglich sein.

Außerdem wird das Anbieter-Portal komplett überarbeitet. Mit dabei: Eine intelligente Auto-Tagging-Möglichkeit, die Zeit sparen soll bei der Verschlagwortung.

Adobe Photoshop

Jetzt kommt ein Höhepunkt für Portrait-Fotografen: Der „Verflüssigen“-Filter hat eine automatische Gesichtserkennung. Das klingt banal, spart aber in der Praxis unheimlich viel Arbeit? Die Augen sollen größer? Die Nase kleiner? Der Kopf runder? Die Lippen voller? Das Kinn flacher? All das (und einiges mehr) ist nun buchstäblich mit einem Schieberegler einstellbar.

Ich habe testweise alle Regler fast bis zum Anschlag gedreht, um in wenigen Sekunden diese Karikatur von einem Portrait zu erstellen:

Dunkles Portrait von einem Geschäftsmann

Ein weiteres, dezenteres Beispiel findet ihr hier auf meiner Facebook-Seite.

Ihr kennt das Problem: Wenn ihr ein Bild dreht, um es zum Beispiel gerade auszurichten, müssen die leeren Ecken von Hand gefüllt werden. Jetzt nicht mehr, denn die „Inhaltsbasiert Freistellen„-Funktion erledigt das für euch mit.

Mit der Funktion „Passende Schrift finden“ kann nun Text in einem Bild markiert werden und Photoshop sucht möglichst ähnliche Fonts aus der Bibliothek aus.

An vielen Stellen ist Photoshop auch schneller geworden, zum Beispiel bei der Schriftdarstellung, dem Öffnen von Dokumenten sowie dem inhaltsbasierten Füllen.

Alle Änderungen und Verbesserungen von Photoshop findet ihr in dieser Liste.

Adobe Illustrator

Die wohl wichtigste Neuerung für Illustrator ist, dass jetzt beim Export mit einem Klick auf Wunsch in mehrere verschiedene Größen gleichzeitig exportiert werden kann.

Andere Programme

Für Adobe After Effects gibt es den Character Animator Preview 4, der das Rigging von Figuren für die Animation deutlich vereinfacht.

Außerdem können animierte Texte und Formen in editierbare Cinema 4D-Dateien exportiert werden, um dort weiter verarbeitet werden zu können.

Adobe Premiere Pro CC bekommt einige Funktionen für einen verbesserten Workflow für VR-Videos spendiert.

Die Benutzeroberfläche von Dreamweaver wurde komplett neu gestaltet und erlaubt jetzt auch dunkle Hintergründe.

Die Photoshop Sketch App kann nun mit Ebenen umgehen.

Sehr nett ist das neue Feature der Adobe Capture App, mit dem halbautomatisch nahtlose Muster aus Fotos generiert werden können.

salad-seamless-pattern

Welche Features findet ihr am spannendsten?
Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 47

Lange Zeit war es still in der Rubrik „Pimp My Stock„!

Deshalb soll es heute endlich wieder eine neue Folge geben.

Was ist „Pimp My Stock„? Leser können mir hier ihre Fotos schicken, welche ich öffentlich mit Blick auf ihre Verkäuflichkeit beurteile und Tipps gebe, wie sie sich eventuell verbessern lassen. Hier geht es nicht um schmeichelndes Lob, sondern um konstruktive Kritik, welche die Annahmechancen bei Bildagenturen verbessern soll.

Wer ebenfalls kostenlos mitmachen will, findet hier alle notwendigen Informationen.

Heute ist Mandy an der Reihe, die mir schrieb:

„Sehr geehrter Herr Kneschke,

mit großem Interesse habe ich Ihren Blog „Pimp My Stock“ gelesen. Inhalte wie diese sind für Stock-Einsteiger eine unglaubliche Hilfe.

In diesem Zusammenhang, hoffe ich, von Ihnen Feedback zu bekommen, um meine Fotos effektiv im Stockmarkt zu integrieren.

Ich studiere im ersten Semester Computervisualistik und Design an der HSHL in Lippstadt. Seit zwei Jahren gehe ich dem Fotografieren als Hobby nach (mit Digitalkamera – Canon Ixus 170).

Da der Lernaufwand des Studiums bereits einem Vollzeitjob entspricht und ich mit „normalen Studentenjobs“ bisher wenig Erfolg hatte, entschied ich mich vor einem halben Jahr dafür, dass sich dieses Hobby auch wirtschaftlich niederschlagen soll. So stieß ich auf die Stockfotografie.

Ich habe mich bereits bei einigen Portalen angemeldet, aber die meisten meiner Bilder wurden abgelehnt. Darum bitte ich Sie um Ratschläge, mit denen ich die Markttauglichkeit meiner Bilder optimieren kann.

Für Ihre Hilfe danke ich Ihnen. Im Anhang sende ich Ihnen zehn meiner Arbeiten.

Viele Grüße.“

Schauen wir uns ihre Bilder mal an.

_20150921_000059

Den Anfang macht dieses Foto einer grünen Platine. Während das Motiv generell als Konzept für Themen wie „Technologie“ oder „Fortschritt“ stehen kann, ist die Ausführung hier verbesserungswürdig. Es sind große überstrahlte Bereiche zu sehen, welche durch indirekte Beleuchtung hätten vermieden werden können. Auch die Bildaufteilung ist ungünstig, weil zu viel „Rand“ zu sehen ist. Ein Makroobjektiv mit deutlich dichterer Aufnahmeposition wäre vorteilhafter gewesen.

DSC_0478

Bei dieser römischen(?) Stadtaufnahme gefällt mir das Licht und der Kontrast zwischen den warmen Gebäuden und dem kühlen Himmel, welcher fast einen Komplementärkontrast bildet. Trotzdem gibt es auch hier einige Nachteile, welche das Bild ruinieren. Die beiden offensichtlichsten: Das rechte Gebäude ist oben abgeschnitten (ein No-Go!) und beide Häuser scheinen wegen der perspektiven Verzerrung zu kippen. Da bieten mittlerweile alle üblichen Bildbearbeitungsprogramme Ausrichtungsfunktionen, die ein Fotograf beherrschen sollte.

Da fallen zwei andere Punkte fast schon nicht mehr ins Gewicht: Die Ampel oben rechts hätte mit einer minimal anderen Kameraposition (oder notfalls eben mit Photoshop) aus dem Bild entfernt werden können. Ganz links ist der halbe Rücken eines Passanten zu erkennen, der leicht durch eine verzögerte Auslösung nicht hätte im Bild sein müssen.

DSC_0601

Ähnliche Probleme mit dem Vordergrund gibt es bei diesem Rom-Foto mit Petersdom. Rechts sind etliche Personen erkennbar, was bei den meisten Bildagenturen zu einer Ablehnung wegen fehlender Modelfreigabe führen würde. auch die Mütze der Person links lenkt zuviel Aufmerksamkeit auf sich. Profis arbeiten hier meist mit einem Stativ und entweder einer Langzeitbelichtung, welche die sich bewegenden Personen verschwinden lässt oder mit mehreren Aufnahmen, die dann in Photoshop übereinandergelegt werden, um störende Passanten leicht retuschieren zu können.

DSC_1013

Diese Maske in Venedig in eindeutig überlichtet. Das führt zu einer Ablehnung wegen „technischer Fehler“.  Noch dazu ist das Foto erkennbar unscharf, was ebenfalls eine Ablehnung rechtfertigt. Auch beim Motiv ist nicht erkennbar, wo das Augenmerk liegen soll oder was die Aussage ist.

DSC_1018

Diese Maske weist kein der eben genannten Probleme auf. Trotzdem ließe sich das Bild verbessern, weil es hier „von oben herab“ fotografiert wurde, was der Maske nicht gerecht wird. Auch eine frontalere Komposition würde dem Bild helfen. Der Zettel an der Maske muss natürlich weg. Da gibt es etliche sehr farbenfrohe und perfekte Aufnahmen von venezianischen Masken* bei den Bildagenturen, die als Maßstab dienen sollten.

DSC_1147RR

Vermutlich ebenfalls in Venedig entstand dieses Schwarz-Weiß-Foto einer alten Gasse. Die zwei Musiker stören meines Erachtens, weil sie mit ihren Instrumenten keine „klassische Sillhouette“ bilden, die ansonsten ganz pittoresk hätte sein können. Außerdem ist der Horizont schief und das Bild zu kontrastreich, da die hellen Bereiche wieder ausfressen.

DSC_1537~2~2

Diese Aufnahme mit einem Mann, der auf den Petersplatz in Rom blickt, ist auf den ersten Blick ganz gelungen. Die technische Qualität scheint nicht ganz optimal zu sein (was aber an der JPG-Komprimierung liegen mag), für ein Handy-Foto wäre es auf jeden Fall optimal und von der Stimmung her auch gefragt. Die Bildaufteilung ist hier sehr gelungen und zieht den Betrachter immer wieder ins Foto rein auf die Stadt und den Sonnenuntergang.

IMG_0211

Äh, nein. Dieses Foto vom Biertrinken wirkt wie ein Schnappschuss beim örtlichen Stammtisch. Das Licht reflektiert zu stark im Glas und das Bild ist zu verrauscht, weil vermutlich ohne Blitz gearbeitet wurde. Vor einem weißen oder zumindest neutraleren Hintergrund mit weniger Rauschen wäre das Motiv ganz passend für Bildagenturen, aber so bleibt es höchstens ein Schnappschuss für das private Fotoalbum.

IMG_0228

Der optische Effekt, den diese umgedrehten Weingläser erzeugen, wirkt ganz spannend und gefällt mir. Der Hintergrund sowie der Bereich rechts oben wirken leider wieder zu unruhig und auch generell zu dunkel. Vielleicht hätte hier schon ein großes weißes Blatt Papier hinten gereicht, um diese Probleme zu beheben.

IMG_0279

Wieder ein Party-Schnappschuss? Mal ganz abgesehen davon, dass an den Fenstern rechts starke chromatische Abberation zu erkennen ist, die sehr wahrscheinlich zu einer Ablehnung führen würde, ist keine richtige Aussage bei dem Motiv zu erkennen. Das Bild wirkt unruhig, alles ist angeschnitten und rauscht auch wieder stark. Das wird so leider keine Bildagentur nehmen.

Generell fehlen mir bei diesen Bildern meist die erkennbaren Aussagen. Was für ein Thema enthält das Foto? Wofür könnte es verwendet werden? Es wirkt leider nicht so als wären die Fotos mit Antworten auf diese Fragen im Kopf gemacht worden.

Was sagt ihr? Wie schätzt ihr die Fotos ein?

* Affiliate

Praxis-Bericht: Smartphone-Fotos auf Reisen machen

Manchmal habe ich das Gefühl, ich entwickle mich rückwärts bei meiner Kameraauswahl für Reisen.

2010 habe ich auf einer Trekkingtour durch die französischen Alpen noch meine komplette DSLR (1,8 Kilo mit Objektiv) mitgeschleppt. 2013 war ich für eine Wanderung in den italienischen Alpen bei einer Olympus E-PM2 (knapp 225 Gramm) angelangt.

robert_kneschke_IMG_1090_klein

Nach langen Überlegungen habe ich es 2014 beim Trekking in den Dolomiten das erste Mal gewagt, nur das iPhone 5 (ca. 140 Gramm mit Hülle) mitzunehmen. Aufgrund eines Wanderunfalls landeten wir dann einige Tage in Venedig, was dazu führte, dass ich jetzt knapp 50 Handyfotos aus Venedig in meinem Portfolio habe.

Am besten verkauften sich die Panoramaaufnahmen. Mit etwas Übung gelingen mit dem Smartphone innerhalb von Sekunden beeindruckende Panoramafotos mit teilweise mehr Megapixeln als meine digitale Spiegelreflexkamera.

Zwar habe ich 2015 auf meiner Reise zur Adobe MAX nach Los Angeles wieder meine – damals brandneue –  Canon 5DS* mitgenommen (1,7 Kilo mit Objektiv), aber die musste ich auch nicht mehrere Tage am Stück schleppen.

robert_kneschke_IMG_1091_kleinTrotzdem habe ich damit in L.A. sowie einen Monat später in meiner Heimatstadt Berlin etliche sehr beeindruckende Panoramaaufnahmen gemacht mittels des Stitching-Verfahrens. Diese Bilder hatten dann bis zu 350 Megapixel, aber: Online ist bisher kein einziges dieser Panoramafotos, weil der Workflow deutlich „hakliger“ ist als mit dem Smartphone in Kombination mit einer Bildagentur-App.

Trotz aller Liebe zur Fotografie zählt unter dem Strich der Umsatz: Wenn ich ein Bild, egal aus welchen Gründen, nicht verkaufe, bringt es mir nicht viel. Darum liebe ich die Kamera in meinem Smartphone. Sie ist immer dabei und die Bilder sind deutlich schneller online.

Deshalb habe ich 2016 nicht gezögert, als wir uns für eine Kanuwanderung auf der Oder im Unteren Odertal entschieden haben. Als Kamera packte ich mein iPhone 6 (ca. 170 Gramm mit Hülle) ein.

Aufgrund des vielen Wassers, was uns umgeben würde, schieden die anderen Kameras diesmal nicht (nur) wegen des Gewichts aus, sondern auch wegen der Wasserempfindlichkeit. robert_kneschke_IMG_1092_klein

Für das iPhone habe ich zwei wasserdichte Hüllen verglichen, welche sich hauptsächlich in der „Menge“ des Wasserschutzes unterschieden.

Die erste war diese hier aus Hartplastik*, welche bis zu 40 Meter tief wasserdicht sein soll. Getestet habe ich es nicht, weil ich schon zu Hause gesehen habe, dass diese klobige Ding alles andere als praktisch für meine Zwecke war. Weitwinkel-Plastiklinse im Gehäuse (weil sie für Unterwasseraufnahmen konzipiert ist), das Handy muss immer an sein, Touch-ID funktioniert nicht mehr, Öffnen der Hülle nur mit Werkzeug möglich, Auslösen schwer etc. Der Batterie wäre das nicht zuträglich gewesen, doch dazu später mehr.

Die zweite war deutlich besser geeignet: Es ist dieses hier aus Weichplastik*. Zwar „nur“ bis zu 30 Meter wasserdicht, dafür aber sind alle Funktionen genauso nutzbar wie ohne Hülle, meine „normale“ iPhone-Hülle mit Kreditkartenfach (ähnlich wie diese hier*) passte auch mit rein und den Fotos seht ihr (siehe oben) nicht an, welche durch das Plastik fotografiert wurden und welche nicht. Tipp: Je mehr Wasser auf dem Bild, desto höher die Wahrscheinlichkeit ;-).

Der größte Pluspunkt für die Verwendung des Smartphones als Reisekamera ist für mich das Gewicht: Es fällt kein Extragewicht an, weil wohl jeder sein Handy mit in den Urlaub nimmt. Vor allem, wenn man keinen Hotel-Stadt-Urlaub macht, sondern mehrere Tage komplett sein Gepäck tragen muss, macht ein Kilo mehr oder weniger einen großen Unterschied aus. Im Gegensatz zu meiner DSLR sind die GPS-Geodaten ebenfalls gleich in den Fotos gespeichert, das Stitching verläuft vollautomatisch, HDR kann ich mit den entsprechenden Apps wie vividHDR ebenfalls gut steuern und so weiter.

Der größte Nachteil jedoch ist der Akku. Bei fast jeder Reise und egal, bei welcher Kamera, machte der Akku zum Schluss schlapp. Bei der DSLR hätte ich einen extra Akku einpacken müssen (Anfängerfehler), beim Smartphone bleibt nur der Griff zum Akkupack. Ich hatte eins von Anker (ähnlich wie dieses*) dabei, was super funktionieren würde, wenn nicht das externe Lightning-Kabel gebrochen wäre.

Die Lektion für die nächste Reise: Zubehör vorher noch mal ausführlich testen!

Mit welcher Kamera fotografiert ihr auf Reisen?
Was sind eure Erfahrungen?

* Affiliate

Neuer Upload-Service dropstock.io in der Beta-Phase

Vor einem guten Jahr hatte ich hier „14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen“ vorgestellt.

Einer der vorgestellten Dienste war Stocksender, welcher über den Cloud-Dienst Dropbox lief. Stocksender wurde jedoch Ende 2015 eingestellt. Zwei Nutzer von Stocksender, Robert Jung aus Deutschland und Ana Flašker aus Slowenien fanden das schade und gründeten daraufhin den ähnlichen Dienst dropstock. io, welcher sich momentan in der öffentlichen Beta-Phase befindet.

dropstock.io 23-05-_2016_09-42-52 dropstock.io erlaubt es Fotografen,  ihre Bilder in einen Dropbox-Ordner zu legen und diese werden von dort automatisch zu den gewünschten Bildagenturen hochgeladen. Das Ganze funktioniert vollautomatisch,nachdem einmalig die Zugangsdaten zu den jeweiligen FTP-Servern hinterlegt wurden.Die Bilder müssen jedoch trotzdem auf den Webseiten der jeweiligen Agenturen weiterverarbeitet werden im Gegensatz zu Tools wie Stocksubmitter oder Octopus.

>Der Service ist momentan kostenlos, in der Zukunft ist geplant, günstige Volumen-Pakete anzubieten. Zur Zeit werden nur JPG-Bilder unterstützt, es wird aber auch überlegt, in Zukunft Video-Dateien zu unterstützen sowie bestimmte Agenturen markieren zu können (um zum Beispiel redaktionelle Bilder nur an einen Teil der Agenturen senden zu können).

Der Vorteil eines Services wie dropstock.io liegt auf der Hand: Er spart Zeit und Bandbreite beim Upload, weil die Bilder nur 1x auf den Dropbox-Server geladen werden müssen, um von dort auf mehrere Agenturen verteilt werden zu können.

Der Nachteil: Es müssen die sensiblen FTP-Login-Daten in der Dropbox hinterlegt werden sowie der dropbox.io-App Zugriff auf den eigenen Dropbox-Account gewährt werden.

Es gibt keine geheimen Bildagenturen (oder doch?)

Ab und zu werde ich gefragt, welche Bildagenturen ich empfehlen könne. Oder ob ich eine Bildagentur kennen würde, welche für dieses oder jenes Thema besonders geeignet sei.

Fotografin mit Kamera und ComputerIch komme mir da oft blöd vor bei meiner Antwort, denn: „Es gibt keine geheimen Bildagenturen!

Was meine ich damit?

Den Bildermarkt teilen sich vor allem eine kleine Handvoll großer Bildagenturen, die jedoch in der Regel selbst den Anfängern schon bekannt sind. Oft beliefern die Neulinge schon 5-6 Agenturen und versuchen, durch die Belieferung weiterer Agenturen noch mehr Geld zu verdienen. Das führt jedoch selten zum Erfolg, weil eben jene 5-6 Agenturen schon mit Abstand den Löwenanteil der Umsätze erwirtschaften, die realistisch zu erwarten sind.

Im Microstock-Bereich sind das: Fotolia, Shutterstock, 123rf und iStock. In zweiter Reihe folgen vielleicht noch Dreamstime, Bigstock und einige andere, die ich nicht ausprobiert habe oder empfehlen würde. Vollständiger ist diese Umsatz-Übersicht.

Im Macrostock-Bereich gibt es Getty Images, vielleicht noch Alamy und dann ganz lange… nichts. Corbis, jahrelang größter Rivale von Getty, existiert praktisch nicht mehr und die vielen kleinen, inhabergeführten Bildagenturen verdienen mittlerweile ihren größten Umsatzanteil ebenfalls über Getty Images und ggf. die Premium-Kollektionen der Microstock-Agenturen wie Offset (Shutterstock) oder Infinite (Fotolia). In diesem Bereich ist es deshalb wichtig, zu wissen, ob diese Vertriebskanäle von der jeweiligen Agentur beliefert werden oder nicht. Ich selbst habe zum Beispiel einige Bilder bei Westend61 und Stockfood, verkauft werden sie vor allem von Getty oder Fotolia.

Die meisten Fotografen scheinen es ähnlich zu sehen: Kürzlich hatte ich hier meine Facebook-Follower gefragt, bei welchen Agenturen sie den meisten Umsatz machen würden und – mit ganz wenigen Ausnahmen – wurden ausschließlich schon im Artikel genannten Agenturen erwähnt.

Die Ausnahmen wie Stocksy oder Pond5 erklären sich so: Stocksy hat zwar durch eine eigene Bildsprache eine profitable Nische in der Branche gefunden, durch die sehr restriktive Fotografenselektion mit Aufnahmebeschränkung bringt es jedoch nichts, diese anderen Fotografen zu empfehlen. Pond5 ist hauptsächlich für Leute profitabel, welche Videos verkaufen und hier soll es heute eher um Fotos gehen.

Auch Empfehlungen für „Spezialagenturen“ fallen mir schwer. Das Thema hat ja zwei Seiten: Welche Agentur interessiert sich für meine Bilder und welche verkauft sie am besten? Die Antwort ist leider nicht immer deckungsgleich. Zwar gibt es für viele sehr spezielle Themen Nischen-Bildagenturen, aber viel Umsatz machen dort noch weniger Fotografen als bei den „Universal-Agenturen“. Das liegt unter anderem auch daran, dass die großen Microstock-Agenturen wie Shutterstock oder Fotolia mit ihren mehr als 50 Millionen Bildern selbst zu den Nischenthemen mittlerweile oft mehr Bilder im Angebot haben als die Nischenagentur selbst.

Kurzes Beispiel: Zum Suchbegriff „Salat“ liefert Fotolia über 900.000 Treffer, Shutterstock über eine Million und die Food-Bildagentur Stockfood nur knapp 35.000. Das heißt, die Universalagenturen haben mehr als 25x so viele Bilder im Angebot.

Hier können sich die Nischenagenturen nur mit einem extremen Service und unglaublichem Detailwissen über Wasser halten, indem die Food-Agenturen beispielsweise neben den Fotos auch die dazu passenden Rezepte liefern können oder Tier-Bildagenturen garantieren können, dass die Fotos der gezeigten Tiere auch in jedem Fall zu den lateinischen Namen passen.

Wie viele Agenturen sollte ich nun beliefern?

Ich bin der Meinung, dass die Belieferung von 6-7 Agenturen vollkommen ausreichend ist. Vor fünf Jahren noch habe ich über 14 Agenturen beliefert, im Laufe der letzten Jahre sind davon sind einige wie Coverpicture oder Digitalstock aufgekauft worden, andere wie Waldhäusl oder Polylooks wurden geschlossen.

Wer nüchtern betrachtet den Zeitaufwand für das Hochladen der Bilder mit den erzielten Erträgen in Relation setzt, wird merken, dass er bei der siebten Agenturen schon meist draufzahlt, wenn er seinen Stundenlohn vernünftig ansetzt. Neben den 6-7 „klassischen“ Agenturen beliefere ich mittlerweile nur noch einige ausgewählte Agenturen wie zum Beispiel Zoonar, weil ich deren 80% Fotografenkommission unterstützenswert finde oder Agenturen wie Canva mit einem neuen, erfolgsversprechenden Geschäftsmodell, deren Mitarbeiter ich persönlich kenne.

Zwar ist der Zeitaufwand für das Hochladen mittels Tools wie Picworkflow o.ä. geringer geworden, aber auch diese Dienste verlangen meist Geld. Dazu kommt, dass mit der sehr breiten Streuung des eigenen Portfolios auch ein Kontrollverlust einhergeht. Die breite Streuung macht es ungleich schwerer, Urheberrechtsverstöße zu kontrollieren. Auch steigt so der Preisdruck, weil irgendeine Agentur die niedrigsten Preise anbieten will und andere Agenturen dann mitziehen wollen oder müssen. Ähnliches gilt für die Kommissionen der Fotografen.

Andererseits bestärkt eine Limitierung auf die ohnehin schon umsatzstärksten Bildagenturen die Konzentration am Markt, was zur Bildung eines Oligopols führen könnte, bei dem die Anbieter ebenfalls einen Nachteil haben. Für mich überwiegen jedoch die Vorteile der limitierten Streuung.

Wie seht ihr das?