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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 40

Ich kann es kaum glauben: Schon vierzig Folgen hat meine “Pimp My Stock!“-Serie jetzt erreicht. Hier gebe ich Feedback über Stockfotos, welches über “schön” und “gefällt mir” hinaus gehen soll und berücksichtige besonders stark, ob sich eins der Fotos gut verkaufen könnte und warum.

Das Interesse scheint groß zu sein, die Warteschlange ist entsprechend lang und ich versuche mein Bestes, diese zügig abzuarbeiten. Deswegen geht es gleich weiter, diesmal mit Stephan, der mir schrieb:

“Hi Robert!

Mein Name ist Stephan, ich bin 32 und fotografiere seit einigen Jahren. Seit ca. 3 Jahren fotografiere ich “ernsthafter”, zunächst habe ich mir mit der Lumix G2 die Grundlagen der Digitalfotografie beigebracht und nun fotografiere ich seit einem Jahr mit der Nikon D7000. Ich denke, ich habe meine eigene Bildsprache gefunden, auch wenn ich noch an vielen Stellen einiges zu lernen habe.

Mittlerweile habe ich mich nebengewerblich als Fotograf selbstständig gemacht und möchte einfach mal probieren, ob ich mit meinem Hobby auch ein paar Taler verdienen kann.

Auf der Suche nach Fachwissen durchforste ich nebst diversen Büchern auch regelmässig das Netz und bin so auf Deinen Blog gestoßen, den ich begeistert verfolge. Dein Buch über die Stockfotografie hat mich ebenfalls sehr begeistert, so dass ich es mir umgehend bestellt habe. Ich betreibe seit 3 Jahren einen Stockaccount bei DeviantArt, zugegebenermaßen sind dort aber viele Fotos, die ich aus heutiger Sicht nie irgendwo einreichen würde… trotzdem läuft dieser Account recht erfolgreich, so dass mir die Idee kam, besonders nachdem ich Deinen Blog und Dein Buch entdeckte, es doch auch mal auf professionellerer Ebene mit der Stockfotografie zu versuchen. Tja. Da beginnt das Problem. ich habe etliche Stunden investiert, um mittlerweile 111 Absagen und eine(!) Annahme vorweisen zu können. Das angenommene Bild empfinde ich selbst als stinklangweilig, diverse andere hingegen als ganz gut.

Gerne würde ich die Bilder im Anhang mal vom Fachmann analysieren lassen. Es ist völlig ok, wenn diese eben qualitativ oder hinsichtlich der Verkäuflichkeit nicht genügen, nur bringen mir vorgefertigte Ablehnungsmail nichts – wo genau sind die Fehlerquellen, was muss ich besser machen?

Zu meinen Erwartungen:
Ich bin in Vollzeit an anderer Stelle tätig und werde das auch nicht ändern. Wenn ich im Monat ein paar Euro dazu verdienen könnte, um mir alle paar Monate mal ein neues Objektiv bzw. Ausrüstung zuzulegen, wäre ich völlig zufrieden.

Ein paar Beispiele meiner sonstigen Bilder findest Du hier.

Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen und danke Dir für deinen Blog und dass Du Dein Wissen so vielfältig an andere weitergibst – Hut ab!

Viele Grüße,
Stephan”

Dann schauen wir uns mal an, woran es liegen könnte:

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Fangen wir mit diesem Foto einer Tasse Cappuccino an. Ich hoffe, ihr seht selbst, dass das Muster auf dem Schaum mittlerweile alles andere als appetitlich aussieht. Wer ein Foto von einer Tasse Kaffee kauft, will damit vermutlich seinen eigenen Kaffee besser verkaufen, was mit diesem Foto hier leider nicht klappen würde. Wenn Food-Fotografen sich Mühe geben, sieht der Schaum so aus*. Deutlich anders, gell? Außerdem ist mir der Hintergrund zu dunkel, unten rechts vermutlich sogar abgesoffen.

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Ich bin mir nicht sicher, was auf dem Foto zu sehen ist: Verschiedene Drinks oder Saucen auf dem Büffet? Dem Käufer wird es ähnlich gehen und er wird sich im Zweifel für ein Bild mit einer klareren Aussage entscheiden. Auf den ersten Blick sieht der Colorkey-Effekt auch hübsch aus, aber beim zweiten Blick wird sichtbar, dass vor allem an den hinteren Rändern der Gläser unsauber gearbeitet wurde. Zusätzlich ist auch hier wieder die Ecke rechts unten sehr dunkel und fast ohne Zeichnung. Warum sollte der Käufer ein Viertel “schwarzes Bild” kaufen (vor allem, wenn sich der Preis nach Bildgröße berechnet), wenn der Fotograf das Motiv auch besser hätte komponieren können?

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Ein Büffet mit indischen Gerichten? Schon etwas besser als die ersten beiden Bilder, aber leider immer noch zu dokumentarisch. Zuerst stört mich, dass der Tisch links angeschnitten ist. Die Alu-Behälter rechts im Bild hätte ich für das Foto kurz entfernt und der Dampf oben lässt erahnen, dass der Hintergrund nachträglich schwarz gefärbt wurde. Das passt hier halbwegs, damit der Käufer oben Textfreiraum hat, aber ich habe die Bearbeitung eben erkannt, weil sie unsauber ausgeführt wurde.

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Stellt euch vor, ihr wollt Urlaub am Meer verkaufen: Würdet ihr dafür ein Foto verwenden, wo der Tag bald zu Ende ist (und damit eine kühlere Stimmung aufkommt), die Strandkörbe alle abgeschlossen und vom Betrachter weggewandt sind? Oder würdet ihr lieber so ein sonniges Foto* mit einem offenen, hellen Strandkorb und Schäfchenwolken wählen oder dieses mit vielen Strandkörben*? Nuff said!

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Dieses Foto vom welken Herbstlaub finde persönlich ganz ansprechend, aber ich bezweifle, das viele Kunden das ähnlich sehen. Zum einen gibt es viel buntere, optimistischere Bilder, um das Thema “Herbst” zu illustrieren und gerade weil diese Jahreszeit so regelmäßig wiederkommt und uns fotogene Motive beschert, ist die Konkurrenz auf diesem Gebiet zu groß, um mit so einem Bild viel Geld verdienen zu können. Auch wieder dabei: Die dunkle, unnötige Ecke, diesmal rechts oben.

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Bei dieser trauernden Dame als Statue sehe ich mehrere Probleme. Zum einen ist da das Problem, dass die Agenturen eventuell einen Property Release verlangen würden, um auf der sicheren Seite zu sein. Ganz rechts und unten hätte ich das Bild dichter beschnitten, um die unnötigen schwarzen Linien zu vermeiden. Und auch hier ist das Bild wieder zu dunkel, vor allem über dem Kopf und im Bereich des Gesichts. Das mag künstlerisch okay und gewollt sein, Bildagenturen sehen sowas jedoch nicht gerne.

Nach den sechs Fotos zeichnen sich zwei Grundprobleme von Stephan ab: Zum einen sind die Bilder insgesamt zu dunkel, auch an Stellen und bei Motiven, wo es unnötig ist. Die Bildkäufer hingegen stehen auf helle, fröhliche Bilder. Auch die Motive oder die Bildwirkung selbst sind mir zu düster, zu depressiv, zu traurig und melancholisch. Das kann in der Emo- und Grunge-Ecke funktionieren, aber die Microstock-Welt ist das genaue Gegenteil davon.

Wie wirken die Bilder auf euch?

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Die Top 11 der meistverkauften Videos 2014 bei Pond5

Bei unserem Rückblick auf die verschiedenen Bestseller des letzten Jahres nähern wir uns langsam dem Ende. Nach den Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken und Editorial-Fotos kommen heute die Topseller-Videos an die Reihe, bevor wie die Serie das nächste Mal mit den gefragtesten Audio-Tracks des letzten Jahres abschließen werden.

Die Bild- und Videoagentur Pond5* war so freundlich, in ihrem Archiv zu schauen, welche Videos sich 2014 besonders gut verkauft haben.

Hier die Liste der Video-Bestseller 2014, absteigend nach Verkäufen sortiert:

  1. Financial And Growing Charts. Black-White. Loopable.*

    Auf dem ersten Platz liegt kein “echtes” Video, sondern eine Animation zum Thema Business und Finanzen. Im Grunde ist das sowas wie die bewegte Umsetzung des drittplatzierten Bestseller-Fotos von 2014.
  2. Young Business People With Tablet Computer In Cafe, Steadicam Shot Hd*

    Letztes Jahr noch auf Platz 5, stieg das Video der dynamischen Geschäftsleute in einer Besprechung mit Tablet PC auf den zweiten Platz.
  3. Diverse Team Of Business People In A Light And Modern Office Building*

    Dem zweiten Platz inhaltlich sehr ähnlich, aber von der Kamerabewegung sowie dem Licht etwas anspruchsvoller ist der dritte Platz mit einigen Geschäftsleuten in einem moderen Büro.
  4. Beautiful Sunrise Over The Earth. Cities At Night. Hd 1080.*

    Auch im letzten Jahr gab es einen Sonnenaufgang aus dem Weltraum gesehen, wieder eine 3D-Animation.
  5. Futuristic Developer With Code Hologram*

    Eine Mischung aus Video und Animation ist das Video der Programmiererin mit ihren blinkenden Codezeilen, auch immer sehr beliebt zur Visualisierung des Themas “Hacker”.
  6. Beautiful Flight Through Space To The Earth. Hd 1080.*

    Einen Platz hochgekämpft im Vergleich zum Vorjahr hat sich die 3D-Animation des Weltraumflugs.
  7. Space Galaxy*

    Ich bin nicht sicher, ob das auch eine 3D-Animation ist oder die Szene zum Beispiel komplett in Adobe After Effects erstellt wurde. Jedenfalls zeigen diese Weltraum-Szenen, dass eine Videokamera nicht mehr ausreicht, um im Videobereich richtig erfolgreich zu sein.
  8. Stage Lights. Amber-Blue.*
    Auch bei diesen Bühnenlichtern tippe ich eher auf After Effects als auf eine Videoaufnahme.
    (Da dies das einzige Video mit Sound ist und es technisch anscheinend nicht lösbar ist, das Video so einzubinden, dass es nicht automatisch abgespielt wird, verzichte ich auf eine Einbindung, um die Leute in Büros nicht übermäßig zu erschrecken und zu nerven. Wer das Video sehen will, kann auf den Link klicken.)
  9. Growing Global Network Realistic*

    Vom ersten auf den neunten Platz abgestürzt ist die 3d-Animation von blauen Linien, die sich über die Erde bewegen.
  10. Montage Images Touch Screen Technology*

    Ein weiteres Video, welches nicht ohne nachträgliche digitale Elemente auskommt: Der Geschäftsmann mit seinen vielen Touchscreen-Elementen.
  11. Fly In Clouds*

    Ein Flug durch die Wolken landet auf dem elften Platz in diesem Jahr.

Die dominierenden Video-Themen des letzten Jahres sind somit klar: Business, Technologie und Weltraum, idealerweise eine Kombination aus diesen Themen. Waren es 2013 noch ca. die Hälfte, so sind 2014 schon die deutliche Mehrheit der Videos vollständig oder teilweise 3D-Animationen.

Pond5 ist eine der wenigen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst bestimmen können. Der Durchschnittspreis der 11 obigen Clips für die höchste Auflösung beträgt knapp 55 US-Dollar und liegt damit deutlich höher als bei den 33 USD vom letzten Jahr.

Welche Themen liefen bei euch 2014 besonders gut?

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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 39

Ich bin fest entschlossen, den Rückstand an “Pimp My Stock!“-Einsendungen aufzuarbeiten.
Deswegen geht es heute gleich weiter mit der nächsten Folge.

Michael schrieb diesmal:

“Hallo Herr Kneschke,

ich bin nun seit fast einem Jahr bei Fotolia aktiv und habe mit einer Annahmequote von vielleicht 10% etwas über 100 Bilder online. Meine Renner sind eine Dachrinne und ein Haus mit Wärmebild. […]
Auf Ihre Anregung hin wollte ich es jetzt auch bei Shutterstock versuchen und habe 10 Bilder eingereicht.
Im Anhang sind  alle zu finden. Nur die Baustelle und die Tür wurden angenommen! Was können Sie mir raten?

Meine Ausrüstung: Canon 1100D mit Tamron 18-200.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Jäger”

Ich finde es immer etwas schwierig, Bilder zu besprechen, von denen ich schon weiß, ob sie angenommen oder abgelehnt wurden, weil es dann schnell so aussehen kann, als würde ich nur eine feststehende Meinung zu begründen versuchen, aber probieren wir es trotzdem:

2-IMG_0533
Dieses Foto der Scheinwerfer eines Oldtimers wurde wegen markenrechtlichen Bedenken abgelehnt. Das kann ich nachvollziehen, weil in der Mitte des vorderen Scheinwerfers ein Logo des Herstellers zu erkennen ist. Auch wenn mir die Komposition des Bildes – vor allem mit der unscharfen/scharfen Spiegelung des Hauses – gefällt, sind die möglichen Einsatzzwecke des Bildes begrenzt und damit auch der Nutzen als Stockfoto.

7-Oldtimer Grefrath_IMG_9967_0020
Auch hier gefällt mir die Strenge der Komposition. Ob das Design des Kühlergrills markenrechtlich geschützt ist, kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall hat es einen starken Wiedererkennungswert. Insgesamt ist mir der Anschnitt für ein Stockfoto jedoch zu eng und oben links überstrahlt das Bild auch.

15 - Monastera_IMG_3200 KopieMachen wir es hier kurz: Es ist kaum erkennbar, was auf dem Bild zu sehen sein soll, was immer ein sehr schlechtes Zeichen bei einem Stockfoto ist. Selbst wenn es um die Schatten auf der Wand gehen sollte, sind diese leider zu unscharf, um Wirkung zu erzielen. Ich habe ein ähnliches Foto* gemacht, wo die Wirkung des Schattens jedoch besser zur Geltung kommt.

Apfelblüte_IMG_1492

Dieses Foto von blühenden Apfelbäumen ist prinzipiell nicht schlecht, aber noch verbesserungsfähig. Um daraus ein gutes Stockfoto zu machen, würde ich oben rechts die ins Bild ragenden Äste retuschieren und dann das Bild vertikal spiegeln, weil der Textfreiraum (Himmel) rechts besser wirken würde. Zusätzlich würde ich die Sättigung erhöhen, etwas an der Gradiationskurve drehen, um mehr Kontrast ins Bild zu bekommen und eventuell einige Filter (Lens Flare o.ä.) ausprobieren.

Baustelle_0007

Dieses ist eins der beiden Bilder, welche bei Shutterstock angenommen wurden. Es ist kein “schönes” Bild, aber ein “gut verkäufliches” Bild, weil das Thema “Arbeit” und “Baustelle” sofort erkennbar ist.

Bild4
Wenn wir uns die “Angebot/Nachfrage”-Brille aufsetzen, ist das hier ein gelungenes Bild, weil nur wenige Fotografen auch eine Wärmebildkamera haben, mit der sie solche Thermografien erstellen können. Die Komposition des Bildes ist verbesserungswürdig (angeschnittener Schornstein, Strauch vor dem Haus, etc.) und leider sind die Auflösungen auch teuerer Infrarotkameras zu klein, um diesen Teil größer abbilden zu können. Ich hätte probiert, diesen Umstand durch einen Weichzeichnungsfilter zu kaschieren und die linke Hälfte des Bildes “normal” und die rechts vom Wärmebild überlagern zu lassen.

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Das ist das zweite angenommene Bild. Es ist technisch in Ordnung, die Komposition okay. Nichts Überraschendes oder Weltbewegendes, aber solide aufgenommen. Diese verfallenen Fassaden gehören jedoch nicht zu den “Rennern” in der Stockfotografie, weshalb ich dem Bild nur wenige Verkaufschancen einräume.

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Diese Pferde-Statue überzeugt mich nicht, auch wenn die Perspektive interessant ist. Aber fragt euch ml selbst: Für welche Nutzungen würde sich dieses Motiv eignen? Mir fallen nur sehr wenige ein.

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Diese Seile am Hafen finde ich gut gut. Das leuchtende Gelb sorgt für Aufmerksamkeit und die Seile stehen für Halt, Sicherheit und Betriebsamkeit. Der Hintergrund ist etwas unruhig und hätte mit einer offeneren Blende etwas unschärfer gemacht werden können.

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Die Agenturen stehen ja auf Gegenlicht und Sillhouetten, aber leider sind solche Bilder schwer zu meistern, wenn die Agenturen gleichzeitig auf technische Perfektion bestehen. Klar ist die Sonne ausgefressen, das ist physikalisch nur logisch. Ich halte es trotzdem für ein verkäufliches Foto, weil es Freizeit und Freiheit symbolisiert. Ich würde es wieder spiegeln, damit die Blickrichtung der Person wie beim Lesen nach rechts zeigt.

Was meint ihr? Welche Tipps könnt ihr Michael geben?

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14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen

Schon oft habe ich die Frage gelesen: “Gibt es ein Programm, mit dem man seine Bilder zu vielen Agenturen gleichzeitig schicken kann?” Idealerweise auch noch mit Statistik-Auswertung, Verschlagwortung, Fotoverwaltung und so weiter.

Solche Programme gibt es und ich habe auch einige ausprobiert. Jedoch erlaubt es mir meine Zeit nicht, jedes Programm so ausführlich zu testen, wie ich es für eine Rezension in meinem Blog erforderlich halte.

Deswegen habe ich mich bisher davor gescheut, diese Software oder Tools vorzustellen, denn mein Anspruch ist es, verlässliche Informationen in meinem Blog zu liefern, denen ich vertrauen könnt. Deshalb weise ich ausdrücklich hin, dass die Werkzeuge, die ich gleich vorstellen werde, fast alle nicht ausführlich von mir getestet wurden.

picworkflow*

picworkflow

Preis: kostenlos, Funktionen aber auf Credit-Basis, 100 Credits pro Monat kostenlos (Upload pro Bild/Agentur z.B. 1 Cent)
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos (experimentell)
Hauptfunktionen: Verschlagwortung, Multi-Upload, Retusche, Kategorien, Online-Storage

Picworkflow wird von dem Fotografen und Programmierer Bob Davies betrieben und wird von einigen namenhaften Größen im Microstock-Bereich benutzt, weil der Workflow und die Funktionen stark an Stockfotografen angepasst sind.

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Einblick in einen Teil des Backends von picworkflow

Das Tool kann – gegen Bezahlung – Bilder in englisch verschlagworten und mit Titeln sowie Beschreibung versehen. Der Upload an ca. 35 Agenturen wird unterstützt sowie allen weiteren, welche einen FTP-Zugang haben.

Ganz nützlich ist auch, dass das Tool die Kategorien bei Bildagenturen mit auswählen kann, wenn dafür ein zusätzliches kostenloses Browser-Plugin installiert wird.

StockSubmitter

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Preis: kostenlos bis 33 Dateien pro Monat/Agentur, danach je nach Menge ca. 10-40 Euro pro Monat
Plattform: PC, Mac-Version in Arbeit
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos, Audio
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Kategorien, Release-Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

Hinter StockSubmitter stecken als Gründer der russische 3D-Modeller Konstantin Yermolayev und sein Programmierer Dmitry Budnikov zusammen mit ihrem Team. Die Hauptidee ist, dass der komplette Uploadprozess in der Software stattfinden kann, ohne danach noch auf den Agenturwebseiten etwas anklicken zu müssen.

screenshot stocksubmitter
Auf den ersten Blick wirkt das Programm relativ überladen und es braucht etwas Zeit, um sich damit zurechtzufinden. Zwei Tutorials auf englisch, die einen ersten Überblick geben, finden sich hier und hier. Im zweiten Tutorial werden auch einige nützliche Keyword-Tools erklärt. Interessante Besonderheit: StockSubmitter unterstützt den Upload zu Alamy und iStock, obwohl diese keinen FTP-Zugang anbieten.

Octopus Microstock

octopus-microstock-logo
Preis: kostenlos für 20 Bilder pro Agentur, mehr Bilder kosten je nach Menge 9-19 USD pro Monat
Plattform: für PC
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Kategorien, Release-Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

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Ebenfalls aus Russland kommt diese Software, welche StockSubmitter ähnlich ist. Auch hier ist das Programm darauf angelegt, bei 22 Bildagenturen den kompletten Upload-Prozess in der Software steuern zu können, ohne die Agenturseite besuchen zu müssen. Weitere Agenturen werden via FTP unterstützt. Auch hier ist die Bedienung durch den Funktionsumfang etwas gewöhnungsbedürftig, auf den ersten Blick jedoch nicht ganz so komplex wie bei StockSubmitter.

Lightburner

Preis: ein Testmonat kostenlos, danach ca. 10-50 USD pro Monat je nach Menge der Dateien
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Übersetzung

lightburner-homepage
Lightburner wird von der kleinen israelischen Software-Firma Pixamba produziert, welche schon 2006 die Software ProStockMaster (siehe unten) ins Leben rief. Es war bis 2013 kostenlos, dann wurde der Dienst in einen Bezahlservice umgewandelt. Dafür wurde die kostenpflichtige Software ProStockMaster kostenfrei gemacht.

ProStockMaster

Preis: kostenlos, aber nur in Verbindung mit kostenpflichtigem Lightburner-Account
Plattform: für PC und Mac
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword-Vorschläge und -Übersetzung, Foto-Verwaltung, Multi-Upload

prostockmaster

ProStockMaster ist die mittlerweile kostenlose Desktop-Erweiterung für den bezahlten Dienst Lightburner und kann nur in Kombination mit einem Lightburner-Account genutzt werden. Mit dem Tool können die eigenen Stockfotos verwaltet, verschlagwortet, übersetzt und auch an verschiedene Agenturen (mittels Lightburner) gleichzeitig hochgeladen werden.

Stock Photo Manager

Preis: bis 3 Agenturen und 200 Fotos kostenlos, danach je nach Menge der Fotos und Agenturen von ca. 58 bis 213 Euro
Plattform: für PC, Mac und Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword- und Foto-Verwaltung, Multi-Upload, Release-Verwaltung, Deepmeta-Import

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Der deutsche Softwareingenieur und Fotograf Frank Merfort hat den Stock Photo Manager kreiert. Die Stärke liegt in der Verwaltung und Sortierung von Suchbegriffen (auch mehrsprachig). Das Programm ist im Laufe der Zeit relativ umfangreich geworden, der Nutzer Ralf Eckert hat deswegen eine ausführliche Anleitung als PDF hier kostenfrei bereitgestellt.

GO Stock

Preis: kostenlos
Plattform: für PC und Mac (mit Java 6)
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

gostockGO Stock ist ein kleines Java-Tool, welches relativ simpel ist: Bilder können per Drag & Drop zu GO Stock gezogen werden und werden dann automatisch an alle Bildagenturen (außer iStock und Veer) hochgeladen, für welche die Zugangsdaten im Tool lokal hinterlegt wurden. Im Grunde ist es also ein sehr bequemer FTP-Uploader, der jedoch wirklich nur die Zeit spart, die man gebraucht hätte, um im FTP-Programm nacheinander die Bilder in die verschiedenen Agenturen zu ziehen.

Stockuploader

stockuploader-logo
Preis: kostenlos nach Registrierung
Plattform: für PC und Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Tool

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Ähnlich wie GO Stock funktioniert der Stockuploader. Die Hauptfunktion ist der FTP-Upload an mehrere Agenturen, der wichtige Unterschied ist jedoch, dass bei ausreichender Bandbreite mehrere Upload-Slots gleichzeitig gestartet werden, sodaß langsame FTP-Verbindungen auf Seiten einer Agentur kein Nadelöhr mehr darstellen. Die Möglichkeiten des Verschlagwortung-Tools werden hier in englisch beschrieben.

Easy Stock

Preis: 34 Euro
Plattform: für Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

screenshot EasyStock
Easy Stock ist ein Produkt des italienischen Multimedia-Designers Fulvio Massini, die im Grunde ähnlich wie GO Stock oder Stockuploader funktioniert. Bilder können per FTP an mehrere Agenturen geschickt werden, vorher wird angezeigt, ob eventuell Metadaten fehlen und ob die Mindestgröße erfüllt ist. Der Entwickler hat ein ca. 35. minütiges Video-Tutorial bei Udemy veröffentlicht, in dem der Umgang mit dem Programm erklärt wird.

KeyStocker

Preis: Credit-basiert, ein Credit kostet 1 Euro
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Videos
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keywording-Service

keystocker-webseite
Der deutsche Videofilmer Georg Votteler suchte etwas wie den Dienst picworkflow, nur eben für Videos, weil dort die Unterstützung nur rudimentär ist. Deshalb entwickelte er kurzerhand Keystocker, welches sich stark den den Bedürfnissen professioneller Stock-Videografen ausrichtet. Der Dienst bietet einen Verschlagwortungsservice für Videos mit CSV-Export-Möglichkeit, kann Videos für die Agentur VideoHive konvertieren und vor allem werden die Videos deutlich schneller an die Agenturen geschickt als beim Einzel-Upload vom heimischen Rechner.

Mymicrostockupload.com

Preis: Credit-basiert, ein Credit kostet einen US-Cent, ein Bild verbraucht 1 Credit.
Plattform: browserbasiert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos
Hauptfunktionen: Multi-Upload

mymicrostockuploads-screenshot
Ziemlich neu ist der Dienst vom Deutschen Thomas John. Hier wird in Credits bezahlt, wobei ein Credit 1 US-Cent kostet. Hauptfunktion ist das Hochladen auf den Server von Mymicrostockupload.com, von wo die Bilder an die gewünschten Agenturen verteilt werden.

Stock Photo Express

Preis: 7 Dateien pro Woche kostenlos, ansonsten 37 USD
Plattform: für PC
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, Keyword-Tool

StockPhotoExpress-websiteDie Hauptfunktion hier ist ebenfalls der Multi-Upload, ich vermute jedoch wegen der Nennung einiger mittlerweile geschlossener Agenturen in den Screenshots auf der Webseite, dass das Programm schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde.

StockSender

Preis: kostenlos
Plattform: Dropbox-App
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload

stocksender-screenshot
Die türkische Fotografin Sebnem Köken steht hinter StockSender. Das Tool verfolgt einen interessanten anderen Ansatz. Hier werden die Bilder einfach in einen Dropbox-Ordner* hochgeladen und dann durch StockSender als Dropbox-App mit einem Klick auf der StockSender-Webseite per FTP an die gewünschten Agenturen hochgeladen. Leider müssen dafür die FTP-Zugangsdaten als Textdatei in der Dropbox gespeichert werden und sie werden an die StockSender-App übertragen.

Eigener FTP-Server

Preis: Hosting-Preis für einen Server
Plattform: PC, Mac, Linux
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi-Upload, je nach Programmierkenntnissen auch mehr

Wer etwas programmieren kann, kann sich auch selbst einen “Multi-Uploader” mittels einem eigenen FTP-Server basteln. Wie genau das geht, steht hier in diesem Gastartikel von Marco Schwarz.

Die Vorteile und Nachteile dieser Tools

Die Tools lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen sind da die Desktop-Programme, welche auf dem heimischen Rechner installiert werden. Hier werden die sensiblen Daten wie Passwörter und Nutzernamen bei den Agenturen meist nur lokal gespeichert. Dafür wird in der Regel keine Bandbreite oder Zeit beim Upload gespart, wenn alle Bilder nacheinander über die heimische Internetleitung hochgeladen werden.

Im Gegensatz dazu gibt es Online-Services, wo die Daten nur ein Mal hochgeladen werden und von dort aus an alle gewünschten Agenturen verteilt werden. Das geht wegen besserer Server-Anbindung in der Regel deutlich schneller, kostet aber Geld und erfordert Vertrauen in die Entwickler der Tools, dass sie ihre Seite gut genug gegen Angriffe auf Passwörter und Benutzerdaten absichern.

Auch die Preismodelle unterscheiden sich. Einige Programme kosten eine einmalige Gebühr, andere erfordern ein monatlichen Abo und andere rechnen nur pro verschickter Datei ab.

Jedes der vorgestellten Tools bietet den Multi-Upload an, also dass die Bilder an alle Agenturen mit einem Klick geschickt werden, mit der Einschränkung bei den meisten Desktop-Programmen, dass damit meist keine Zeit und Bandbreite gespart werden. Viele Programme bieten auch rudimentäre oder umfangreichere Statistik-Auswertungen der Agentur-Umsätze, aber da habe ich die Erfahrung machen müssen, dass die Programme mit meinen Datenmengen oft Probleme haben. Außerdem empfehle ich als Statistik-Dienst Stock Performer, weil die Daten dort erstens genau und zweitens übersichtlich und aussagekräftig dargestellt werden.

Viele der Tools bieten auch eine Tools zur Erstellung oder Bearbeitung der Suchbegriffe an, hier ist für mich jedoch wichtig, dass die Begriffe nicht alphabetisch sortiert werden, was die Auswahl wieder reduziert.

Alles steht und fällt mit dem Programmierer

Ich war bei der Recherche erstaunt, wie viele verschiedene Tools es für diesen doch eher kleinen Markt gibt. Hinter fast allen Tools steht jedoch in der Regel eine einzige Person, auch wenn diese sich manchmal den Mantel einer Firma umhängt. Das bedeutet für die Nutzer, dass sie auf das technische Können und das Durchhaltevermögen dieser Person angewiesen sind, wenn sie den Dienst auch in Zukunft nutzen wollen.

Es gab in der Vergangenheit schon einige ähnliche Dienste wie iSyndica oder CushyStock, die jedoch nicht mehr verfügbar sind, weil der Programmierer nicht genug Umsatz mit dem Tool gemacht hat, dass sich eine Weiterentwicklung lohnen würde. Durch die ständigen Webseiten-Änderungen bei den Bildagenturen ist das aber eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Upload-Tools.

In der Praxis konzentrieren sich die größeren Microstock-Fotografen bisher auf die Dienste picworklow, StockSubmitter oder Lightburner. Hier ist durch die größere Nutzerbasis auch die Wahrscheinlichkeit für ein Überleben der Tools höher. Wer auf den Preis achten muss oder ganz spezielle Funktionen sucht, kann jedoch auch bei den kleineren Tools fündig werden.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Welchen Dienst nutzt ihr und warum?

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Die Top 10 Bestseller-Fotos von Fotolia 2014

Bevor der Frühling anfängt, arbeiten wir uns noch etwas an den Bestsellern des letzten Jahres ab, denn noch sind nicht alle Kategorien abgedeckt.

Ich habe euch gezeigt, welche Smartphone-Bilder, welche Vektor-Grafiken und welche Editorial-Fotos sich im vergangenen Jahr am meisten verkauft haben.

Heute geht es um die “ganz normalen” Stockfotos, am Beispiel der Bildagentur Fotolia*.

  1. Fotolia_57845477_S

    © goodluz – Fotolia.com

    Den Platz eins belegt die glückliche Familie mit zwei Kindern. Beachtet die braune Haarfarbe, die das Bild im Gegensatz zu einer blonden Familie auch in Südamerika verkäuflich werden lässt und den Hintergrund, der universell aber gleichzeitig frisch (blauer Himmel) und naturverbunden (grüne Wiese) ist. Nicht umsonst gehören auch Frau, Mann, Familie und Kinder zu den beliebtesten Suchbegriffen. Mich wundert eher, warum kein Haus im Hintergrund zu sehen ist.

  2. ©  sarahdesign85 - Fotolia.com

    © sarahdesign85 – Fotolia.com

    Was ich letzten Monat über Vektoren geschrieben habe, scheint auch hier zuzutreffen, wobei ich vermute, dass es eben wirklich mehr als Vektor denn als JPG verkauft wurde. Icons werden immer gebraucht und die Präsentation mit der Titelleiste oben macht den Unterschied.

  3. © Dreaming Andy - Fotolia.com

    © Dreaming Andy – Fotolia.com

    Wenn etwas “Business” schreit, dann dieses Bild.  Die zusätzliche Verwendung der Diagramme als 3D-Variante hebt das Bild von einem reinen Foto ab, weil so etwas fotografisch viel schwieriger umzusetzen ist, vor allem mit dem Glas-Look der Balken. Die statistischen Elemente sind außerdem so generisch, dass das Bild für viele Branchen einsetzbar ist, während das kühle Blau bei Business-Themen sehr beliebt ist.

  4. © mpfphotography - Fotolia.com

    © mpfphotography – Fotolia.com

    Hier hat sich noch ein Bild eingeschlichen, was eigentlich eine Vektorgrafik ist. Da sie aber so fotorealistisch perfekt ist, fällt es kaum auf. Die Elemente sind alle sehr modern und ähneln stark den Apple-Produkten, nur ohne die Logos und so weiter, die auf einem Foto aufwändig entfernt werden müssten. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Designer bei diesem Bild sollten auf der Hand liegen.

  5. © Romolo Tavani - Fotolia.com

    © Romolo Tavani – Fotolia.com

    Während mir die meisten Motive aus dieser Top-10-Liste bekannt vorkommen, muss ich gestehen, dass dieses leicht kitschige Motiv im letzten Jahr an mir vorübergegangen ist. Es liegt optisch aber in dem Trend, welchen wir schon bei den Handy-Fotos beobachten konnten: Sonnenuntergänge scheinen aller Unkenrufe zum Trotz weiterhin gut verkäuflich zu sein.

  6. © Halfpoint - Fotolia.com

    © Halfpoint – Fotolia.com

    Ein solides Stockfoto: Aufgeräumt, kühl, modern (Glastisch!) mit einem klaren Konzept (Vertragsunterzeichnung), welches trotzdem für viele Zwecke einsetzbar ist: Neuer Job, Kündigung, Versicherung, Business-Deal, Hauskauf und so weiter.

  7. © kasto - Fotolia.com

    © kasto – Fotolia.com

    Ein Stockfoto, auf das ich richtig neidisch bin: Im Gegensatz zu einigen anderen Motiven in dieser Liste, die sich relativ leicht nachmachen lassen, ist so ein Foto deutlich anspruchsvoller. Einerseits wegen der Menge an Leuten sowie der schwierigen (Kunst-)Lichtstimmung. Die Zusammenstellung und die nicht allzu engagierte Körperhaltung der Leute lässt vermuten, dass hier keine MRs eingeholt wurden, was durch die Unschärfe aber auch okay sein könnte. Verkäuflich ist es auch wieder, weil so viele Verwendungsmöglichkeiten offen sind: Weiterbildung, Konferenz, Wahlkampfrede, Verkaufsseminar, Info-Veranstaltung und so weiter.

  8. © Sergey Peterman - Fotolia.com

    © Sergey Peterman – Fotolia.com

    Den Traum vom eigenen Heim, der jedoch bald greifbar nah ist, wird von diesem Foto sehr gut symbolisiert. Durch die Rückenansicht werden die Menschen generischer und ob es nun eine Villa oder nur eine Zweiraumwohnung ist, lässt sich ebenfalls nicht erkennen. Das lila Hemd sorgt für den notwendigen Farbklecks im ansonsten eher weißen Bild.

  9. © drubig-photo - Fotolia.com/partner/200576396

    © drubig-photo – Fotolia.com

    Fällt euch was auf? Wer genau hinguckt, entdeckt, dass bei jeder dieser Wiesen das Bild in der Länge verdoppelt wurde, eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um aus einem Bild ein Panoramafoto zu machen (und die Pixelmenge zu vergrößern). Die Fotografin bietet die Wiesen auch einzeln an, aber wenn ein Käufer für den gleichen Preis drei Varianten bekommen kann, liegt auf der Hand, warum sich gerade diese Dreier-Kombination zu einem Bestseller gemausert hat.

  10. © Coloures-pic - Fotolia.com

    © Coloures-pic – Fotolia.com

    Auch mit solchen einfachen Fotos lässt sich viel Geld verdienen. Hauptsächlich nutzen Designer solche Fotos, um sie als Hintergrund für andere Motive zu verwenden, wie es der Fotograf selbst zum Beispiel mit Motiven wie diesem oder diesem hier ebenfalls macht. Aber wenn die Kunden eigene Ideen umsetzen wollen, warum nicht auch die Montage-Vorlage mit anbieten? Die gleichmäßige Ausleuchtung und frontale Ablichtung erlaubt es notfalls auch, das Holz relativ einfach zu kacheln, wenn eine größere Auflösung notwendig sein sollte.

Über den Daumen gepeilt sollten alle hier gezeigten Bilder über 1000 Downloads im letzten Jahr erzielt haben, weil mein Bestseller 2014 bei Fotolia etwas darunter liegt.

Unschwer zu erkennen ist die Zunahme von digital erstellen Bildern, wie es bei den Topsellern vor zwei Jahren noch nicht der Fall war.

In der offiziellen Pressemitteilung von Fotolia vom 27.2.2015 werden noch Unterschiede in den Kaufgewohnheiten der verschiedenen Länder analysiert, die ich für so interessant halte, dass ich sie hier unverändert wiedergeben möchte:

Deutsche Bildtrends 2014: Ökologie, Natur und organische Materialien

Ein Blick auf die deutschen Bildtrends 2014 offenbart eine interessante Analogie zur gesellschaftlichen Vorreiterrolle Deutschlands als Öko-Land: Die zehn meistverkauften Bilder auf dem deutschen Markt haben einen klaren Fokus auf Natur, Ökologie und organische Muster und Strukturen wie beispielsweise Holz. Im Gegensatz zu anderen Märkten wie Großbritannien, bei denen eher kühle Business- und London-Bilder die nationalen Trends dominieren, nimmt der deutsche Bildmarkt damit eine grüne Sonderrolle ein.

Dies zeigt sich auch in der Landschafts-Kategorie, in der neutrale Landschaftsdarstellungen auf dem deutschen Bildmarkt nachgefragt werden, während Länder wie Frankreich, Großbritannien und Spanien in dieser Kategorie auf das eigene Land und deren urbane Zentren ausgerichtet sind: London, Barcelona und Paris bei unseren EU-Nachbarn, sonnige Blumenwiesen bei uns.

Globaler Fußball, nationale Esskultur

Globale Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hinterlassen ihre deutlichen Spuren in den Bildtrends 2014. Die Abbildung eines Stadions konnte sich so in gleich mehreren Kategorien wie „Architektur“, „Sport und Freizeit“ oder „Wohlergehen“ als Spitzenreiter positionieren – und zwar über Ländergrenzen hinweg.

Folgt man den Bildtrends der Kategorie „Essen und Trinken“, scheint die Esskultur hingegen eher eine nationale Angelegenheit zu sein: Landestypische Spezialitäten – Fish and Chips (GB), Wein (FR, ES, IT) oder Kürbis (US) – dominieren die nationalen Verkaufscharts und lassen keine übergreifenden globalen Trends erkennen. Erstaunlich: Das am meisten nachgefragte Food-Motiv der Deutschen ist die Tasse Kaffee – im Gegensatz zu den traditionellen Kaffeehauskulturen Spanien oder Italien, bei denen die geröstete Bohne erst gar nicht in den drei meistverkauften Bildern auftaucht.”

Bald geht es an dieser Stelle weiter mit den Video-Bestsellern von 2014.

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