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Die Bestseller-Fotos von 2009

In den letzten Wochen gab es sowohl von der Bildagentur istockphoto als auch von Fotolia Pressemeldungen, in denen deren erfolgreichste Bilder 2009 vorgestellt wurden. Das brachte mich auf die Idee, auch bei einigen anderen Agenturen zu fragen, welche Bilder sich dort 2009 am besten verkauft haben.

Corbis

Unsortiert hier die fünf bestverkauftesten Fotos von Corbis aus dem Bereich “Creative”, nur RM-Fotos, also ohne Editorial- oder RF-Fotos.

© Simon Jarratt/Corbis

© Simon Jarratt/Corbis

© Richard Schultz/Corbis

© Richard Schultz/Corbis

© Bernd Vogel/Corbis

© Bernd Vogel/Corbis

© Louis Moses/Corbis

© Louis Moses/Corbis

© Kate Kunz/Corbis

© Kate Kunz/Corbis

Deutlich zu sehen ist die Dominanz der Themen Business und Natur, gerne auch in Kombination. Interessant finde ich, dass “technische Mängel” wie starke Vignettierung und Schlagschatten, was vor allem bei Microstock-Agenturen ein Ablehnungsgrund wäre, der Verkäuflichkeit nicht hinderlich ist.

Shutterstock

Die Bildagentur Shutterstock hat mir die 15 bestverkauftesten Fotos (Illustrationen und Vektoren nicht berücksichtigt) zugesandt, von denen ich diese fünf repräsentativsten rausgesucht habe.

© Yuri Arcurs/Shutterstock

© Yuri Arcurs/Shutterstock

© Denis Vrublevski/Shutterstock

© Denis Vrublevski/Shutterstock

© Ilja Mašík/Shutterstock

© Ilja Mašík/Shutterstock

© Mark Cinotti/Shutterstock

© Mark Cinotti/Shutterstock

© Gilles Lougassi/Shutterstock

© Gilles Lougassi/Shutterstock

Bei der Agentur, die nur Abonnement-Modelle anbietet, liegen ganz “klassische” Motive vorne, gerne auch Hintergründe und Texturen wie die hier abgebildeten Wassertropfen oder Bienenwaben und ein Lederpolster. Von den 15 Bildern sind nur fünf mit Menschen, davon die gezeigten Fotos mit Familie und Arzt, noch ein Bergsteiger, ein Kind und eine schöne Frau. Es gibt sogar ein offizielles Statement, welche Bilder 2009 am gefragtesten waren:

“Die Download-Zahlen aus dem Jahr 2009 zeigen ein erhöhtes Interesse an grünen und alternativen Energien. Darüber hinaus gab es eine Bewegung weg von inszenierten, portraitartigen Bildern hin zu Bildern mit Menschen, die natürlich handeln. Fotos mit Natur-Sets und beruflichen Sets erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie schon in den letzten Jahren.”

Getty Images

Getty wollte mir die meistverkauftesten Bilder nicht zeigen, dafür aber die meistgesuchten Creative-Bilder 2009. Nicht berücksichtigt sind wieder Editorial-Bilder.

© Siri Stafford/Getty Images

© Siri Stafford/Getty Images

© Charles Gullung/Getty Images

© Charles Gullung/Getty Images

© Tanya Johnston Illustration & Design/Getty Images

© Tanya Johnston Illustration & Design/Getty Images

© Michael Hall/Getty Images

© Michael Hall/Getty Images

© Antoine Rouleau/Getty Images

© Antoine Rouleau/Getty Images

Alle der fünf gezeigten Fotos sind RM-Bilder, was die im Vergleich zu den RF-Bestsellern der anderen Agenturen skurileren Motive und schnappschussmäßigere Anmutung der Bilder erklärt. Das letzte Fotos ist übrigens aus der Flickr-Collection. Erstaunt bin ich vor allem über die Dreieck-Illustration. Danach suchen Kunden? Da habe ich noch einiges zu lernen.

Fotolia

Der Vollständigkeit halber hier auch noch die Bestseller, die schon in den anderen Blogs etc. vorgestellt wurden.

© Pressmaster - Fotolia.com

© Pressmaster - Fotolia.com

© Ioannis Kounadeas - Fotolia.com

© Ioannis Kounadeas - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

© Monkey Business - Fotolia.com

Allein diese drei gezeigten Fotos wurden zusammen fast 10.000 runtergeladen. Konservativ kalkuliert müsste damit der Fotograf mit jedem dieser Bilder mindestens 3000 Euro verdient haben. Gefragt sind anscheinend vor allem Grppenaufnahmen, von Familien und Business-Leuten.

iStockphoto

Die Microstock-Tochter von Getty Images ist nicht so geheimniskrämerisch und zeigt ebenfalls deren vier meistverkaufteste Motive 2009, diesmal sogar nach Beliebtheit sortiert.

© panorios/iStockphoto

© panorios/iStockphoto

© anouchka/iStockphoto

© anouchka/iStockphoto

© Andresr/iStockphoto

© Andresr/iStockphoto

© H-Gall/iStockphoto

© H-Gall/iStockphoto

Die Themen Natur, Business, Gruppen sind auch hier am gefragtesten. Die ersten drei Fotos haben sich nach Angaben der Bildagentur zusammen fast 20.000 Mal verkauft. Wenn die Angaben beider Bildagenturen stimmen, hätte damit iStockphoto gegenüber Fotolia deutlich die Nase vorn. Das vierte Foto ist übrigens von einem deutschen Fotografen. Interessant ist auch zu sehen, wie zum Beispiel das zweite Bild mit der entspannten Frau auf verschiedene Weise von Kunden eingesetzt wurde.

123rf

Die beliebtesten Fotos 2009 stellt auch die Bildagentur 123rf vor, jeweils getrennt nach “per Credit”-Downloads und Abo-Verkäufen. Deutlich wird zum Beispiel, dass den Abo-Kunden Hintergründe, Texturen und Icons wichtiger sind als den Gelegenheitskäufern.

© 123rf

© 123rf

Die gesamten Bilder in groß und anklickbar gibt es in diesem Blogbeitrag der Bildagentur.

Was sagt ihr zu der Zusammenstellung? Überrascht? Altbekannt? Welche Trends vermutet ihr für 2010?

Stockfotografie-News 2010-02-05

Oh Mann, wer Stockfotografie betreibt, dem wird nie langweilig. Letzte Woche gab es vor allem zwei Meldungen, welche die Branche erschütterten. Beide Male hatte der Marktführer Getty Images seine Hände im Spiel.

  • Die Microstock-Agentur StockXpert, die über den Umweg Jupiter Images von Getty aufgekauft wurde, wird nun endgültig geschlossen. Den genauen Wortlaut der Meldungen gibt es hier. Es gibt hier eine ausführliche Erklärung, was wie wann mit welchen Bildern passiert und auch im StockXpert-Forum gibt es nähere Infos.
  • Nur einen Tag vorher kündigte Getty Images den Start der Marke “ThinkStock” an. Unter dieser Marke sollen jetzt Bilder von Getty Images, Jupiter Images und iStockphoto (sowohl “Reste” des Portfolios von StockXpert) gebündelt als Abonnement verkauft werden. Die Grenzen zwischen RF und Microstock sind damit endgültig aufgehoben worden und Microstock ist in der Mitte des Bildermarktes angekommen.
  • Über das Microstock-Wordpress-Plugin hatte ich schon berichtet, jetzt gibt es das Ganze auf einer eigenen Webseite. Mit dem Plugin können Blogger direkt von Wordpress aus Fotos der Bildagentur Fotolia kaufen und mit eventueller Kundenwerbung unter Umständen auch etwas verdienen. Übrigens: Alle Fotolia-Neukunden, die sich über den Link im Plugin anmelden, erhalten bis 30. April 2010 5 Credits gratis.
  • Canon stellt die neue Firmware 1.0.6 für die Canon EOS 1-D Mark IV vor, die unter anderem den Autofokus verbessern soll.
  • iSyndica bietet mittlerweile neben der Distribution von Fotos, Videos und Vektoren jetzt auch Audio an.


Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

Treffen + Interview mit Shutterstock-CFO Adam Riggs

Früher habe ich den Wirtschaftsteil der Tageszeitung nie gelesen, weil ich ihn langweilig fand. Heute lese ich ihn als Erstes, aber trotzdem finde ich, dass sich vor allem die Geschäftsführer der Firmen bei Interviews sehr wortkarg geben oder im Gegenteil silbenreich um eine Antwort herumrudern. Ähnlich ging es mir bei meinem Treffen mit Adam Riggs, dem Firmenchef der Microstock-Bildagentur Shutterstock.

adam_riggs_shutterstock

Anfangs war nur ein informelles Treffen geplant, um sich kennenzulernen und Informationen auszutauschen. Aber mein kleines Blogger-Herz konnte nicht widerstehen und so sammelte ich im Shutterstock-Forum einige Fragen der Fotografen, die ich stellen wollte. Die Fragen und Antworten habe ich sinngemäß übersetzt und zusammengefasst. Das Ergebnis ähnelt leider dem, was ich aus dem Wirtschaftsteil kenne.

Frage: Gibt es Pläne bei Shutterstock für eine Fotografen-Exklusivität oder Bild-Exklusivität?

Adam Riggs: Wir denken sehr oft über das Theme Exklusivität nach, aber wir wollen weniger den Inhalt kontrollieren und uns lieber mehr durch die Produkte, die wir anbieten, von den anderen absetzen.

Frage: Besteht die Möglichkeit, die Ranking-Stufen zu erweitern, zum Beispiel eine Stufe zwischen 3.000 und 10.000 US-Dollar einzuführen?

Adam Riggs: Ich stehe der Möglichkeit offen gegenüber und denke darüber nach.

Frage: Wann räumt Shutterstock mal auf und säubert die Datenbank von alten, unverkauften Fotos?

Adam Riggs: Sowas wäre theoretisch möglich, aber es ist unwahrscheinlich, dass es passieren wird. Unser Motto ist, dass wir für jeden Kunden das passende Bild haben wollen und wer weiß, vielleicht sucht jemand mal nach genau dem Foto, was sich jahrelang nie verkauft hat. Das ist für uns eine demokratische Entscheidung, da der Kunde entscheiden soll, was er haben will.

Frage: Wann wird es möglich sein, dass Bildkäufer die Originalgröße eines Bildes sehen können?

Adam Riggs: Das ist jetzt schon möglich, nur nicht so offensichtlich. Die Bilder werden von uns in verschiedenen Größen angeboten. Die Größe L (in deutsch: Groß) ist immer die Originalauflösung. Die kleineren größen wurden von uns verkleinert, die darüber vergrößert.

Frage: Vor einem halben Jahr hat Shutterstock BigStockPhoto gekauft. Welche Pläne hat Shutterstock damit?

Adam Riggs: Wir waren die ganze Zeit bisher damit beschäftigt, die Seite zu analysieren. Welches Suchsystem hat sie, welches Portfolio und so weiter. Auf jeden Fall werden wir BigStockPhoto als eigene Marke mit einem eigenen Portfolio weiterführen. Wir planen nicht, das stärker zu verzahnen. Aber auch die “On Demand”-Downloads bei Shutterstock wird es entgegen anderslautender Gerüchte weiter geben. Trotzdem ist es für uns noch eine offene Frage, ob es sinnvoll ist, jedes Produkt an jeder Stelle anzubieten.

Zusätzlich zu diesen Antworten fielen im Gespräch weitere Fakten, die interessant sein könnten. Hier in Stichpunktform:

  • Deutschland ist neben Großbritannien der zweitstärkste Markt für Shutterstock außerhalb der USA.
  • In der ersten Jahrseshälfte 2010 soll die komplette Fotografenseite in allen Sprachen verfügbar sein, in denen auch die Käuferseite angezeigt werden kann.
  • Damit einher gehen soll eine Verbesserung des “Mapping-Problems”, also dem fehlerhaften Übersetzen von Suchbegriffen
  • 25-30 Mitarbeiter sind nur damit beschäftigt, die hochgeladenen Fotos zu bearbeiten. Von ca. 150.000 eingesandten Fotos pro Woche werden ca 80.000 akzeptiert. Rein rechnerisch müsste damit jeder Bildredakteur ca. 700 bis 800 Fotos am Tag selektieren.

Zum Schluss wagte Adam Riggs noch eine Prognose, wie sich der Bildermarkt entwickeln wird: Es wird immer schwieriger für neue Bildagenturen, den Markt zu betreten. Nur spezialisierte Agenturen mit einzigartigen Bildern und wenigen Käufern, die bereit sind, dafür auch hohe Preise zu bezahlen, werden es vielleicht schaffen können.

Welche Frage hättet ihr Adam Riggs gerne gestellt?

Auswirkungen der Preisänderungen bei Fotolia

Zum Beginn des Jahres hatte die Microstock-Bildagentur Fotolia ihre Preisstruktur geändert. Kurz gesagt wurden die Preise etwas erhöht und Bildgrößen zusammengefasst und die Fotografenhonorare meist etwas gesenkt. Fotolia hat behauptet, dass unter dem Strich mehr Geld für die Fotografen bleiben würde, was in Fotografen-Foren eher bezweifelt wurde. Deswegen habe ich mal wieder in meine Zahlen [...]

Mein Stockfotografie-Buch ist jetzt erhältlich!

Ich kann noch nicht ganz fassen: Ich habe mein eigenes Buch in der Hand, so richtig dick (mit über 400 Seiten) und informativ (mit mehr Infos als in jedem anderen Buch über Stockfotografie). Wer das Buch noch nicht hat, der kann es jetzt hier bei Amazon.de* bestellen.

Mein Stockfotografie-Buch als Leseprobe
Wer vorher mal reinschnuppern will, kann [...]

Stockfotografie-News 2010-01-29

Viel los war nicht diese Woche:

Die Bildagentur Clipdealer, welche neben Fotos auch Videos und Audio vertreibt, meldete für das Geschäftsjahr 2009 eine Verachtfachung des Umsatzes.
Die Firma Lookstat haut zur Zeit eine interessante Statistik nach der anderen raus: So meldeten sie eine Rangliste der Feiertage mit den am meisten verschickten Grußkarten. Platz Eins hält unangefochten Weihnachten, [...]

Kein Jammern über gespartes Geld in Printmedien

Ein kleines Bild in einer lokalen Tageszeitung für 50 Euro? Ein kleines Foto in einer großen Illustrierten für dreistellige Summen? Utopisch? Nein, bis vor wenigen Jahren war das die untere Preisgrenze für Fotolizenzen in Printmedien.
Wer das im Kopf durchrechnet, kommt schnell auf 3.000 bis 10.000 Euro pro Ausgabe einer Zeitung oder Zeitschrift allein für Bildrechte. [...]

Werbegeschenke von Bildagenturen

Durch Zufall landete vor paar Wochen ein Päckchen mit Werbematerial verschiedener Bildagenturen auf meinem Schreibtisch. Okay, nicht zufällig, sondern weil ich im fotos-verkaufen-Blog von Amos an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte. Das Zeug liegt jetzt hier und da ich nicht recht weiß, was ich sonst damit anfangen soll, schreibe ich darüber.
Nicht bierernst, aber vielleicht trotzdem hilfreich [...]

Stockfotografie-News 2009-01-22

Eine Woche ist rum, Zeit für einen kurzen News-Rückblick:

Die österreichische Bildagentur Fotofolio macht dicht. Nach Angaben des Eigentümers wird die Webseite Ende des Monats geschlossen, falls sich bis dahin kein Käufer findet.
Die Microstock-Agentur 123rf* bietet nun auch Editorial-Fotos an. Das sind Fotos, die für die Berichterstattungen in Printmedien und im Fernsehen benutzt werden. Gesucht werden [...]

Fotosession mit Renate

Während es einfach ist, junge schöne Frauen zu finden, die Interesse daran haben, sich fotografieren zu lassen, sieht es bei Menschen ab 40 schwieriger aus. Dabei gehören Männer und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren zu der häufigsten Altersgruppe in Deutschland. Umso mehr freute ich mich, mit Renate zusammenarbeiten zu können. Zwar hat sie schon [...]