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Die meistverkauften Fotos bei Fotolia in 2011

Nachdem ich schon die Bestseller 2011 von istockphoto vorgestellt hatte, hat auch die Microstock-Bildagentur Fotolia Anfang diesen Jahres geschaut, welche ihrer Bilder sie im vorigen Jahr am meisten verkauft hat.

Hier die drei Bilder, welche weltweit am meisten verkauft wurden, sortiert nach Häufigkeit der Downloads:

1. Platz: © Yuri Arcurs - Fotolia.com (Dänemark) (3749 Downloads)

2. Platz: © articulator - Fotolia.com (Ungarn) - (3662 Downloads)

3. Platz: © itestro - fotolia.com (Italien) (3271 Downloads)

Im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) waren 2011 fast die gleichen Bilder beliebt.

Die lachende Frau von Yuri Arcurs erzielte hier 1397 Downloads, auf dem zweiten Platz folgt dieses Geschenke-Bild mit 1220 Downloads

© Mikhail Mishchenko - fotolia.com (Russland)

und auf dem dritten Platz landete wieder das Touch-Screen-Bild von itestro mit 1126 Downloads.

Einige Rechenspiele

Die drei bestverkauftesten Bilder bei Fotolia 2011 haben zusammen 10682 Downloads erzielt. Die drei besten Bilder wurden 2011 im deutschsprachigen Raum 3743 Mal verkauft. Das bedeutet hochgerechnet, dass Deutschland für über ein Drittel der Fotoverkäufe verantwortlich ist. Das mag bei anderen Agenturen etwas anders sein, aber diese Zahl zeigt sehr deutlich, wie wichtig Deutschland in der Stockfotografie-Branche ist.

Nicht ganz so offensichtlich, aber ebenso interessant ist ein anderer Zahlenvergleich: Vor zwei Jahren haben Fotolia und istockphoto ebenfalls ihre Bestseller und deren Verkaufszahlen veröffentlicht. Fotolia gab an, dass damals die Top 3 knapp 10.000 Downloads erzielen konnten, das bedeutet eine leichte Steigerung. istockphoto hingegen erzielte 2009 mit den drei besten Bildern fast 20.000 Downloads. Letztes Jahr schafften die Top 3 aber “nur” noch ca. 13.000 Downloads (optimistisch gerundet).

Auch auffällig ist, dass bei beiden Agenturen vor zwei Jahren ganz andere Bilder die Nase vorn hatten als diesmal. Anhand der Dateinummern kann man ganz gut erkennen, dass letztes Jahr ziemlich neue Fotos zu Bestsellern wurden. Das spricht dafür, dass es sich immer noch lohnen kann, frisches Material für die Agenturen zu produzieren.

Mein Bestseller bei Fotolia 2011

Als ich letztes Mal meinen Bestseller bei istockphoto für 2011 vorgestellt hatte, gab es verwunderte Kommentare ob der geringen Umsätze, die ich damit erzielt habe. Bei Fotolia sah das 2011 ganz anders aus. Mit 1087 Downloads erzielte dieses eher schlichte Foto von vielen hochgestreckten Daumen bei mir einen Umsatzrekord von knapp 2000 Euro:


Das Foto hatte ich im Juni 2010 hochgeladen und seitdem hat es eine beachtliche Karriere hingelegt. Bei Stock Performer sieht die Entwicklung des Bildes grafisch so aus: (die rote Linie zeigt die Downloads, die blauen Balken die Umsätze in Dollar)



Was waren 2011 eure Bestseller bei Fotolia?

Indische Retusche-Firmen für Stockfotos im Praxistest

In meinem Artikel über meine Microstock Expo-Erfahrungen habt ihr mich in den Kommentaren mehrfach um mehr Informationen über die indischen Firmen gebeten, welche Photoshop-Retusche-Arbeiten oder Verschlagwortung-Dienste anbieten. Deshalb habe ich mal die vier bekanntesten indischen Firmen auf diesem Gebiet angeschrieben und einen Praxistest gemacht, um herauszufinden, wie deren Ergebnisse aussehen. Doch einen Schritt zurück.

Nach welchen Kriterien habe ich die Firmen ausgewählt?

Die Bildagentur Alamy hat schon lange eine Liste mit empfehlenswerten Firmen veröffentlicht, welche Scandienste oder Keywording anbieten. Die dort gelisteten Firmen aus Indien, welche auch Fotos retuschieren, wurden ausgewählt, das sind JaincoTech, Reality Information Systems (im Folgenden nur Reality genannt) und KeyIndia Graphics. Außerdem habe ich Differential ausgewählt, da ich mit denen schon mal zusammengearbeitet hatte.

Wie lief der Test ab?

Die vier teilnehmenden Firmen bekamen jeweils drei Fotos von mir, welche ich schon vom RAW-Format in unkomprimierte JPG-Dateien entwickelt hatte. Zusätzlich bekamen die Firmen alle die gleichen Anweisungen zur Bildbearbeitung in einer Textdatei. Die ausgewählten Fotos sind Bilder, welche ich selbst als Stockfotos bei Bildagenturen anbiete und die ich alle ebenfalls bearbeitet hatte. Die Firmen bekamen natürlich die unbearbeitete Version, aber durch meine eigene Bearbeitung konnte ich für mich gut vergleichen, ob die externen Dienstleister gleich gut oder vielleicht sogar besser als ich retuschieren.

Ich habe lange überlegt, wie ich die Testbilder und die Ergebnisse am besten im Blog zeige, da die Originalgrößen bei 21 Megapixel die Ladezeiten der Webseite ins Unerträgliche steigern würden. Ich habe mich entschieden, hier kleine Vorschau-Größen zu zeigen. Beim Klick auf ein Bild erscheint eine größere Version in Bildschirmgröße. Die Wasserzeichen habe ich nachträglich eingefügt, die waren beim Test nicht im Bild.

Service: Ich habe von jedem Bild alle Versionen als einzelne Ebene in eine TIFF-Datei gepackt. Wer will, kann sich dann detailliert die Unterschiede der jeweiligen Varianten genau anschauen. Die drei TIFF-Dateien könnt ihr hier als Zip-Datei runterladen (Achtung, ca. 25 MB!). Damit ihr die Ebenen sehen und einzeln auswählen könnt, muss das Grafikprogramm Ebenen unterstützen, also z.B. Photoshop oder GIMP. Es versteht sich von selbst, aber sicherheitshalber noch mal der Hinweis: Die Bilder dürfen nur privat genutzt werden und nicht ohne meine Zustimmung veröffentlicht werden.

Hier sind die drei Ausgangsbilder (Klicken zum Vergrößern):

Meine Retusche-Vorgaben für die Bilder waren:

_MG_1586_2_be_done.jpg
- isolating person (background completely white)
- basic retouching (skin and imperfections)
- whiten eyes
- whiten teeth
- lighten rims under eyes (not completely removing)
- logo removal
- remove yellow color cast on hair
_MG_4307_2_be_done.jpg
- basic retouching (skin and imperfections)
- whiten eyes
- whiten teeth
- lighten rims under eyes (not completely removing)
- logo removal
_MG_5054_2_be_done.jpg
- basic retouching (skin and imperfections)
- whiten eyes
- whiten teeth
- lighten rims under eyes (not completely removing)
- remove dust and particles from jackets

 Was haben die vier teilnehmenden Firmen daraus gemacht?

Erst mal meine Retusche-Version, wie ich sie auch zu den Bildagenturen hochgeladen hatte (Klicken zum Vergrößern):

Nun die Ergebebnisse von Reality (Klicken zum Vergrößern):

Die bearbeiteten Bilder von KeyIndia Graphics sehen so aus (Klicken zum Vergrößern):

Differential hat die Fotos so retuschiert (Klicken zum Vergrößern):

Als Ergebnis lieferte JaincoTech diese Varianten (Klicken zum Vergrößern):

Details und Preise der Firmen-Retusche:

JaincoTech und KeyIndia Graphics lieferten TIFF-Dateien ohne Ebenen zurück, Reality schickte eine unkomprimierte JPG-Datei und Differential schickte eine Photoshop-Datei ohne Ebenen. KeyIndia Graphics lieferte zu jedem Bild auch eine zweite Variante, bei der die Schattentöne leicht aufgehellt waren. Differential lieferte zusätzlich auch eine zweite Version bei einem Bild mit einer sehr starken Beauty-Hautretusche, die für Stockfotos jedoch zu künstlich wirkte.

Wie teuer wäre die Bearbeitung ähnlicher Bilder bei den Firmen? Differential verlangt ca. 3,50 US-Dollar für ähnliche Motive, Reality berechnet ca. 8 Dollar pro Stunde und hat ca. 30-45 Minuten an einem der Testbilder gesessen. Bei normalen Jobs würden für solche Retusche-Arbeiten ca. 4 Dollar pro Bild anfallen. KeyIndia Graphics berechnet für die Retusche 3,75 Dollar (bzw. ein Dollar weniger bei Vorkasse), dazu kommen 7,5% Bearbeitungsgebühr bei PayPal-Zahlung, bei mehr als 2500 Bildern Auftragsvolumen gibt es Rabatt. Als Durchschnittspreis für die Bearbeitung ähnlicher Bilder hat JaincoTech 10 Dollar pro Bild veranschlagt, was vor allem an dem aufwändigen Apothekenbild lag.

Ein Hinweis am Rande: In dieser Branche kommt es manchmal vor, dass die Bildbearbeitung an ein Subunternehmen weitergereicht wird. Ob das bei den teilnehmenden Firmen der Fall war, kann ich nicht kontrollieren, aber ich finde, es spielt auch keine Rolle, da es darauf ankommt, wie die Ergebnisse zu welchem Preis aussehen.

Subjektive Bewertung der Ergebnisse:

Eine Bildbearbeitung ist immer Geschmackssache. Trotzdem haben Bildagenturen und Bildkäufer bestimmte Vorlieben, wie ein gutes Stockfoto aussehen sollte. Das betrifft zum Beispiel das Aufhellen von Zähnen, die Hautretusche, die Eleminierung störender Elemente und – ganz wichtig – die vollständige und gute Entfernung von Logos und Markennamen aus dem Bild. Deshalb habe ich auch das Apothekenbild ausgesucht, was sehr viele Logos und geschütze Marken enthält und das Bild der Maklerin vor weißem Hintergrund, um beurteilen zu können, wie gut die Firmen freistellen können.

In der kleinen Vorschauansicht sind die Unterschiede schwer zu erkennen, deswegen verweise ich noch mal auf die gezippten TIFF-Ebenen als Download zum “selber Vergleichen” und möchte auf einige Punkte eingehen.

Das einfachste Bild war das Paarfoto im Herbst. Dort haben sich alle Firmen wacker geschlagen. Die meisten Firmen bis auf Differential haben sogar die hellen Flecken an den Bäumen im Hintergrund entfernt, ohne dass ich sie extra darauf hinweisen musste. Dafür hat Differential als einzige Firma das Muster auf dem Jackenknopf entfernt. Beim Zähne aufhellen war Reality etwas zu übermütig, da sehen die zu künstlich aus. JaincoTech war die einzige Firma, die auch eine Farbkorrektur vorgenommen hat, die das Bild noch frischer und farbenfroher aussehen lässt.

Beim Foto der Frau mit Haus und Schlüssel weichen die Ergebnisse schon weiter voneinander ab. Das Freistellen haben alle Firmen gemeistert, aber bei Reality und Differential sind harte Kanten an den unscharfen Händen zu erkennen. Das sieht etwas unnatürlich aus. Auch der Umgang mit den feinen Haaren zeigt deutliche Differenzen. Während JaincoTech gleich viele störende Haarfransen (vor allem links am Kinn) entfernt hat, ignorierten das die anderen Firmen, Differential lichtete die Haare rechts unten sogar etwas. Die Hautretusche sieht bei Reality wieder etwas zu übermütig aus. Die gewünschte Korrektur des Gelbstichs bekamen alle Firmen bis auf Differential gut hin.Das Logo links auf dem Schlüssel wurde von drei Firmen entfernt, nur Differential hat es übersehen. JaincoTech hat außerdem zusätzlich die Einkerbungen links im Schlüssel entfernt, den abstehenden Daumen rechts und den umgeschlagenen Hemdärmel rechts korrigiert. Das zeugt von einem guten Verständnis, was Bildagenturen wollen.

Kommen wir zur Königsklasse: Die Apothekerinnen in der Apotheke. Neben dem starken Orangeton bestand die Schwierigkeit vor allem in den unzähligen Verpackungen im Hintergrund, die Logos und Text aufwiesen. Das Orange wurde von KeyIndia Graphics und Reality gefühlt fast noch verstärkt, während JaincoTech es behutsam abmilderte. An den Logos haben sich die meisten Firmen die Zähne ausgebissen und ich muss zugeben, dass ich auch lange dafür gebraucht habe, um alle Logos halbwegs zu entfernen und selbst jetzt bin ich mit meinem Ergebnis noch nicht richtig zufrieden. Differential hat es sich einfach gemacht und den kompletten Hintergrund weichgezeichnet. Das führt leider zu einem unschönen Übergang an den Haaren der Models, vor allem bei den Locken der Frau links. Reality ging nach dem Zufallsprinzip vor und retuschierte anscheinend nur die Häfte der Logos. KeyIndia Graphics ignorierte meinen Wunsch nach Logo-Entfernung komplett. Auf Nachfrage hieß es, dass das bei einem kostenlosen Test zu aufwändig sei. Was mich ehrlich beeindruckt hat, war die Variante von JaincoTech. Hier wurden wirklich alle Logos und Markennamen entfernt und trotzdem der Farbcharakter der einzelnen Packungen beibehalten. Dadurch sieht der Hintergrund zwar auch etwas unrealistisch aus, aber ich bin sicher, dass ich bei einer genaueren Anweisung (“verschwimmen lassen statt entfernen”) ebenso gute Ergebnisse bekommen hätte. Ich denke, die Logo-Entfernung kann hier als “Machbarkeitsstudie” gesehen werden.

Fazit:

Mir persönlich haben die Resultate von JaincoTech mit Abstand am besten gefallen. Reality und Differential haben sich leider einige grobe Schnitzer erlaubt, die eine Korrektur der Bilder erforderlich machen würden, bevor sie an Bildagenturen geschickt werden. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die veranschlagten Preise bei JaincoTech auch mehr als doppelt so hoch waren wie bei den anderen Firmen. Bei den Preisen wurde die Lieferzeit nicht berücksichtigt, das heißt, je schneller ein Kunde die Ergebnisse braucht, desto teurer wird es.

Nicht berücksichtigt bei dem Preisen sind auch Mengenrabatte und die Tatsache, dass es bei ähnlichen Bildern einer Serie meist günstiger wird. Außerdem lernen die meisten Retusche-Firmen die Kundenwünsche im Laufe einer Zusammenarbeit immer besser kennen, sodaß nach einiger Zeit kaum noch konkrete Anweisungen des Fotografen an die Bildbearbeiter gegeben werden müssen. Nachdem ich die Testergebnisse gesehen habe, habe ich mich entschlossen, zwei ganze Bildserien von JaincoTech gegen Bezahlung retuschieren zu lassen. Da hat sich auch gezeigt, dass die FTP-Transferrate ein kleines Nadelöhr sein kann. Ich hatte ca. 4 GB Daten zu verschicken, was mit meiner 50-Mbit-Leitung fast einen Tag gedauert hatte.

Im nächsten Teil des Tests werde ich dann die Verschlagwortung vergleichen.

Wie sind Eure Eindrücke der Retusche? Habt ihr schon mal Bildbearbeitung ausgelagert? Wie teuer war das und wie zufrieden wart ihr mit den Ergebnissen?

Frag den Fotograf: BG ETEM Pflichtversicherung vermeiden

Wieder hatte ich eine Mail im Postfach, die bestimmt auch einige von Euch Leserinnen und Lesern interessieren wird:

“Hallo Robert!

Seit einiger Zeit lese ich nun schon begeistert deine Artikel auf alltageinesfotoproduzenten.de.
Da hast du wirklich eine interessante Seite in Leben gerufen. Viele nützliche Informationen, Anregungen, etc..
Dafür erst mal vielen Dank!

Ich hätte da allerdings eine Frage zum Thema Berufsgenossenschaft:

Die BG ETEM ist ja leider eine Pflichtversicherung. Aber gibt es vielleicht eine Möglichkeit, diese Mitgliedschaft zu umgehen?

Der Grund, warum ich das frage, ist folgender: Ich arbeite bereits seit einigen Jahren als freiberuflicher Dozent im sozialen Bereich. Seit einiger Zeit überlege ich jedoch, auf Stockfotografie umzusatteln.

Leider verdient man als Dozent aber nicht unbedingt die Welt; um ehrlich zu sein wird es seit einiger Zeit immer schwerer, neue Verträge zu bekommen und einen vernünftigen Lohn auszuhandeln. Das Geld sitzt also nicht mehr so locker wie früher.
Die Kosten für die BG (nach Auskunft der BG etwa 295 Euro jährlich) würde ich zumindest im ersten Jahr lieber in den Ausbau der Tätigkeit investieren.

Mir ist klar, dass ich in der Zeit praktisch nicht versichert wäre, was natürlich klar von Nachteil ist.
Auf der anderen Seite sind 300 Euro zur Zeit eine Menge Geld für mich. Sollte sich nach einem halben Jahr herausstellen, dass das mit der Stockfotografie nicht funktioniert, hätte ich 150 Euro zum Fenster rausgeworfen, da ich nicht glaube, dass die BG mir die Differenz zurückzahlen würde.

Nun habe ich in einigen Foren gelesen, dass man mit der Anmeldung bei der BG einfach warten könnte, bis diese sich bei einem meldet. Angeblich würde es dabei nicht zu Nachzahlungen kommen. Das kann ich mir zwar irgendwie nicht vorstellen, aber vielleicht könntest du mir dazu etwas Genaueres sagen.

Ich glaube jemand der das hauptberuflich macht, kann einem da verlässlichere Informationen geben als die Mitglieder in Fotoforen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir dazu etwas sagen könntest.

Vielen Dank im Voraus, Kai”

Wer Fotograf ist und von der BG ETEM noch nichts gehört hat, sollte sich hier schnell informieren.

BG ETEM ist die Abkürzung für “Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse”. Letzteres umfasst auch Fotografen. Das heißt, jeder Fotograf ist verpflichtet, in deren Branchenverwaltung “Druck und Papiererzeugnisse” Mitglied zu sein, selbst wenn er nur digital arbeitet. Diese Pflichtversicherung gilt für alle Fotografen, egal, ob sie als feste Freie, freie Freie, Pauschalisten oder als freischaffende Künstler arbeiten.

Der Vorteil der Mitgliedschaft liegt auf der Hand:

In der Mitgliedschaft ist eine gesetzliche Unfallversicherung enthalten, welche Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten, Wegeunfälle und Verkehrsunfälle auf dem Weg zu einem Kunden entschädigt. Die Unfälle müssen im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen.

Auch wer selbst eine private Unfallversicherung hat, ist von der Pflichtversicherung nicht ausgenommen.

Der Nachteil ist aber ebenso klar:

Die Mitgliedschaft kostet Geld, auch wenn die gesetzliche Unfallversicherung deutlich günstiger als eine private ist. Die Beiträge hängen vom Einkommen ab und fangen bei ca. 200 Euro pro Jahr an.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit für Fotografen, sich von der Versicherungspflicht zu befreien. Diese wird in der Satzung der BG ETEM in §46 Abschnitt 2 erklärt:

“Nach Absatz 1 versicherte Unternehmer und Unternehmerinnen, die selbst nicht mehr als 100 Arbeitstage (8 Stunden = 1 Arbeitstag) jährlich im Unternehmen arbeiten, werden auf schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreit.”

Wer also weniger als 100 Arbeitstage im Jahr als Fotograf tätig ist, kann einen formlosen Antrag bei der BG ETEM einreichen, der ihn von der Beitragszahlung befreit. Damit entfällt jedoch auch der Versicherungsschutz.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Berufsgenossenschaft gemacht?

Anleitung für Verhandlungen mit Bildagenturen

Welche Möglichkeiten haben Stockfotografen, mit ihren Bildagenturen zu verhandeln? Diese spannende Frage kam in der Diskussionsrunde bei der MicrostockExpo auf, die ich moderiert habe.

Das Thema will ich heute näher beleuchten.

Warum sollten Fotografen mit Bildagenturen verhandeln?

Wer regelmäßig meinen Blog (und vor allem die Kommentare) liest, weiß, dass die Stockfotografie-Branche im letzten Jahrzehnt härter geworden ist. Niemand hat etwas zu verschenken und die Fotografen sitzen mittlerweile meist am kürzeren Hebel. Wenn sich deshalb die Möglichkeit zu erfolgversprechenden Verhandlungen bietet, sollten Fotografen die Gelegenheit nutzen, ihre Position im Bildermarkt zu verbessern. Damit das klappt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.


Wann können Fotografen mit Bildagenturen verhandeln?

Verhandlungen sind immer ein System aus „Nehmen und Geben“. Deshalb können nur die Fotografen erfolgreich verhandeln, welche etwas anzubieten haben, was Bildagenturen nützlich finden. In der Regel sind das – naheliegenderweise – Fotos. Aber es reicht nicht aus, paar hundert Urlaubsfotos aus der Toscana und Mallorca auf der Festplatte zu haben, um mit einer Agentur zu pokern.

Im Regelfall sind mehrere tausend Bilder im Portfolio das Minimum, um mit einer Agentur zu verhandeln. 3000 Fotos sollten es schon sein, ab 5000 Fotos ist es ziemlich sicher, dass einem die Bildagentur zumindest zuhört. Je qualitativ hochwertiger das Portfolio ist, desto geringer muss die Bildmenge sein. Zur Qualität gehören zum Beispiel:

  • eine gleichbleibende Produktionsqualität (z.B. nur Studiolicht, nur HDR-Aufnahmen)
  • international gültige Modelverträge und Eigentumsfreigaben (üblicherweise in englisch)
  • schwerpunktmäßig gut verkäufliche Bildmotive (z.B. viele Gruppenaufnahmen on Location im Gegensatz zu vielen Freistellern von Haushaltsgegenständen)
  • eine erkennbare Bildsprache / ein eigener Stil
  • Bildtitel, Bildbeschriftungen und Suchbegriffe in englisch in den IPTC-Feldern (oder notfalls als CSV-Datei)
  • Maschinenlesbarkeit der Bildkollektion (dazu gehören z.B. eindeutige Dateinamen ohne Umlaute, Sonderzeichen und Leerzeichen)
  • eindeutig zuordbare Model Releases und Property Releases, in der Regel im Rahmen einer “Modelvertrag-Tabelle

Wer ganz besondere Nischenthemen abdecken kann, die nur wenige Lieferanten bedienen können, hat auch schon mit einem Portfolio von einigen hundert Aufnahmen eine gute Verhandlungsposition. Dazu könnten beispielsweise Rastermikroskopaufnahmen von Krankheitserregern gehören, Fotos aus dem Weltraum, Unterwasseraufnahmen von seltenen Meerestieren, 3D-Detail-Illustrationen des menschlichen Körpers und so weiter.

Bei Pond5 verkauft zum Beispiel jemand regelmäßig authentische Videoaufnahmen von US-Militäreinheiten im Einsatz in Afghanistan und anderen Krisenregionen. Dieser Videograf kann logischerweise besser Forderungen stellen als ein Hobbyfilmer, der sich auf Videos von Segelfliegern spezialisiert hat.

Ebenfalls wichtig ist der Punkt, ob die Agentur, welche Verhandlungspartner sein soll, schon viele Motive des gebotenen Themas im Archiv hat oder nicht.

Ein guter Indikator für die eigene Verhandlungsmacht ist es, wenn Bildagenturen von selbst Fotografen ansprechen und um deren Bilder bitten. Das machen vor allem neue Bildagenturen, aber auch große Bildagenturen wie Fotolia starten manchmal zeitlich begrenzte Aktionen wie die “Operation Level Ground“, bei denen Profi-Fotografen mit großen Portfolios vom Start weg bessere Konditionen geboten werden als Amateurfotografen.

Bei den Emails von Bildagenturen sollten die angesprochenen Fotografen jedoch unterscheiden, ob eine neue Bildagentur einen Massen-Standardtext an alle Fotografen geschickt hat, deren Email-Adressen die Firma in Blogs, Foren oder auf anderen Internetseiten gefunden hat oder ob die Firma einen gezielt mit Namen und konkreten Bezug auf das Portfolio anspricht. Vor allem dann hat der Fotograf sehr gute Chancen, Forderungen zu stellen.

Was kann ein Fotograf bei Verhandlungen fordern?

Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze, was Stockfotografen von Bildagenturen als Verhandlungsbasis verlangen können. Hier mal eine Auswahl:

  • Leichteres Einpflegen des Portfolios:
    Wenn eine Bildagentur Interesse an den Bildern eines Fotografen hat, liegt es auf der Hand, dass sie diesen Prozess so einfach wie möglich gestalten sollte. Profi-Fotografen haben üblicherweise externe Festplatten mit ihren Portfolios, auf denen auch die Verträge gespeichert sind und eine Excel-Tabelle, welche eine eindeutige Zuordnung der Fotos zu den jeweils notwendigen Verträgen erlaubt. Eine sehr häufige Fotografenforderung ist, die Bilder nach dem Einsenden der Festplatte ohne Zutun des Fotografen online zu stellen. Dadurch spart der Fotograf zum Beispiel die nervige Auswahl von Kategorien, das unzählige Anklicken von Häkchen und die Zuordnung der Verträge zu den Fotos. Diese Forderung wird fast immer von den Agenturen erfüllt bzw. wird oft selbst aktiv von den Bildagenturen angeboten. Das setzt jedoch voraus, dass der Fotograf sein Portfolio maschinell lesbar archiviert, also inklusive IPTC-Daten, Release-Spreadsheet und unverwechselbaren Dateinamen.
  • 100% Annahmequote
    Über diese Forderung wird selten öffentlich geredet, was angesichts der hohen Ablehnungsquoten von Hobby-Fotografen verständlich ist. Beim Einpflegen eines großen Portfolios in eine neue Agentur muss darüber nicht mal immer explizit geredet werden, weil es für die Agentur sowieso leichter ist, einfach den kompletten Bildbestand durchzuwinken. Außerdem stellen diese Forderung oft Fotografen, deren technische Bildqualität durchweg so hoch ist, dass sie auch sonst kaum Ablehnungen zu befürchten haben. Falls die Bildagentur keine 100% Annahmequote garantieren will, sollte der Fotograf auf jeden Fall darauf bestehen, eine nachvollziehbare Übersicht der Ablehnungen zu erhalten, damit er den Überblick über die Verteilung seiner Bilder behält.
  • Kein Upload-Limit
    Manchmal beschränken Bildagenturen die Menge an Bildern, die ein Fotograf in einer Woche oder einem Monat zur Agentur hochladen kann, weil jede Agentur Kosten für die Überprüfung und Freischaltung (bzw. Ablehnung) eines Bildes hat. Etablierte Fotografen können fordern, von diesem Limit nicht betroffen zu sein, da sie (siehe oben) sowieso meist keine Kosten durch zuviele Ablehnungen verursachen.
  • Keine Abo-Verkäufe
    Abo-Modelle sind eine wichtige Einnahmequelle für Bildagenturen, aber oft nicht sehr lukrativ für Fotografen. Eine Forderung ist deswegen manchmal, Bilder vom Abonnement ausschließen zu können.
  • Höhere Fotografenanteile
    Auch diese Forderung wird selten öffentlich thematisiert, um keinen Futterneid anderer Fotografen zu wecken. Vor allem neue Bildagenturen lassen bei den Honorar-Prozenten durchaus mit sich reden. 10-20 Prozentpunkte mehr als öffentlich angegeben wurden mir schon angeboten.
  • Bessere Ranking-Einstufung
    Einige neue Bildagenturen haben ähnliche Ranking-Level wie Fotolia, istockphoto oder andere etablierte Agenturen. Ein Verhandlungspunkt kann sein, den Fotografen gleich auf dem hohen Ranking-Level einzustufen, was er schon bei anderen Bildagenturen erreicht hat. Das führt meist auch zu einer höheren Fotografenkommission.
  • Eigene Marketing-Aktivitäten
    In meiner Diskussionsrunde erwähnte Mark Butler von MonkeyBusiness Images, dass er gerne verstärkte Marketing-Bemühungen von den Agenturen fordert. Das heißt zum Beispiel, dass der Fotograf im Agentur-Newsletter vorgestellt oder in einer Pressemitteilung erwähnt wird oder dass er „Fotograf der Woche / des Monats“ wird oder dass auf der Agentur-Webseite eine Zeitlang gezielt auf seine Kollektion hingewiesen wird, natürlich immer mit Link auf das Fotografenportfolio, damit der Fotograf mehr Umsatz erzielt.
  • Umsatzgarantie
    Andres Rodriguez erzählte auf der MicrostockExo von einer weiteren sehr spannenden Strategie. Manchmal fragt er neue Agenturen, die ihn im Boot haben wollen, ob die Agentur eine bestimmte Umsatzsumme für den Fotografen innerhalb von sechs Monaten oder einem Jahr garantieren kann. Diese Summe soll die Agentur im Voraus bezahlen. Falls das Geld nicht durch reguläre Verkäufe wieder reinkommt oder die Agentur vorher pleite geht, behält der Fotograf das Geld. Das ist eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob die Bildagentur Vertrauen in das eigene Geschäftsmodell hat und längerfristige Strategien verfolgt.
  • Einfluss auf Verkaufspreise
    Diese Forderung ist seltener, weil sie für Kunden und andere Fotografen schnell erkennbar ist. Manchmal ist sie aber notwendig. So setzte der berühmte Stockfotograf Yuri Arcurs der Bildagentur Depositphotos die Pistole auf die Brust, nachdem ich hier im Blog über das (zu) billige SMS-Angebot schrieb und ihn ein Fotograf bei Facebook darauf aufmerksam machte. Kurz darauf erreichte Yuri Arcurs, dass Depositphotos seine Bilder nicht mehr im billigen SMS-Angebot verramscht.

Kannibalisierung: Verhandlungen sind ein Weg, nicht das Ziel

Mit dieser buddhistisch klingenden Weisheit meine ich, dass ein Fotograf vor lauter Verhandlungseifer eins nicht übersehen sollte: Will ich überhaupt bei dieser Agentur meine Bilder anbieten? Manchmal ist es schlicht ökonomisch unsinnig, eine hohe Honorarbeteiligung zu erkämpfen, wenn die Agentur die Bilder viel billiger als bei anderen Agenturen anbietet und unter dem Strich trotzdem weniger oder nur genauso viel übrig für den Fotografen bleibt. Diesen Kannibalisierungseffekt entdecken einige Fotografen erst, wenn die Umsätze bei ihrer „Stamm-Agenturen“ merklich zurück gehen und die Honorare der neuen Agenturen die Differenz nicht auffangen können.

Auch das Bauchgefühl sollte nicht unterschätzt werden. Gefällt mir das Aussehen der Webseite? Stimmt der Kontakt mit den Inhabern oder Mitarbeitern? Wirkt die Agentur seriös auf mich?

Ich habe schon mehrere lukrative Angebote von Agenturen abgelehnt, weil sie augenscheinlich direkte Konkurrenten meiner umsatzstärksten Bildagenturen werden wollten oder habe die Lieferung an Agenturen eingestellt, wenn ich gemerkt habe, dass mir deren Geschäftsgebaren nicht zusagt.


Was für Deals konntet ihr bisher bei Verhandlungen mit euren Bildagenturen aushandeln?

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Rezension: “Erfolg als Fotograf” von Dr. Martina Mettner

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Geld verdienen mit WordPress Themes – Ein Praxisbeispiel

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