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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 41

In flotter Folge geht es heute weiter mit einigen Bildern, die Leser für meine Serie “Pimp My Stock!” eingereicht haben. Sie wollen wissen: Wie würden sich die Fotos als Stockfotos verkaufen?

Diesmal schrieb mir Konstanze:

“Hallo,

ich mache schon sehr lange Fotos, versuche aber erst seit Anfang des Jahres ernsthaft, sie bei den Microstockagenturen unter zu bringen.

Ich bin angemeldet und akzeptiert bei:
– Dreamstime
– 123rf
– iStockphoto
– Fotolia
– Pitopia
– und Bildunion.

Shotshop hat meine Bewerbungsbilder abgelehnt, bei Shutterstock habe ich jetzt im ersten und zweiten Durchgang je 2 (also bisher 4) der insgesamt 10 gewünschten Bewerbungsbilder akzeptiert bekommen. Coverpicture möchte ich auch noch in meine Liste aufnehmen.

Ich habe bisher ein ;-) Foto verkauft, bei Dreamstime.

Am leichtesten werden meine Bilder bei iStockphoto und 123rf genommen, Fotolia und Shutterstock sind meine Sorgenkinder.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich einfach noch nicht viele Bilder eingereicht habe, bei manchen (amerikanischen) sind 40-55 durch die Beurteilung gegangen, bei anderen vielleicht erst 10.

Bei Fotolia habe ich ca. 55 Fotos eingereicht und 4 wurden bisher akzeptiert. Die Begründung ist – wie ja auch von anderen schon geschrieben – nicht nachvollziehbar, weil zu allgemein. Das ist bei Pitopia oder Dreamstime anders. Das Seltsame ist, dass Fotolia Fotos nimmt, die sonst gerne abgelehnt werden – und bei denen ich die Ablehnungsgründe sogar nachvollziehen kann. Fotos, die von den anderen Agenturen sofort akzeptiert werden, lehnt Fotolia radikal aus “technischen Gründen” ab.

Wir haben neben einer Panasonic Bridge (FZ200) vor allem die Canons 7D, 30D, 650D in Gebrauch. Stativ, Lightbox, Studiolampen sind auch da. Photoshop Elements 10 und Lightroom 5.

Was ich in der Branche vorhabe? Ich möchte möglichst viele Bilder möglichst gut gerankt haben ;-)

Im Ernst, ich möchte mich auf Studio-/Produktbilder und evtl. dann auch Models konzentrieren – was beides in den hier gezeigten Fotos nicht vorkommt, gebe ich zu -, momentan “lerne” ich jedenfalls noch, wie die Ansprüche der Agenturen sind und wie/womit ich reinkomme.

Die mitgeschickten Fotos wurden alle von Fotolia abgelehnt, einige davon wurden von allen/vielen anderen Agenturen genommen, andere sind noch pending.

Ich frage mich halt einfach, bei einer Fotolia-Annahmequote von unter 10 Prozent, ob ich das überhaupt noch weiter versuchen soll?

So, nun überlasse ich meine Fotos der Kritik.

Danke,
Konstanze”

Sehen wir uns die Sorgenkinder mal an:

pimp_00004_F18mitFlaresEin Foto vom Kampfflugzeug F/A-18 mit einer Leuchtrakete. Vom Motiv ist so ein Motiv sicher verkäuflich, weil es ein geringes Angebot gibt. Ob das Bild scharf ist, kann ich in dieser Größe nicht beurteilen. Ein weiterer Grund für die Ablehnung könnten markenrechtliche Bedenken sein, weil das Flugzeugdesign eventuell rechtlich geschützt ist.

pimp_00006_EuleDieses Foto einer Eule halte ich für ein gutes Stockfoto. Ein gelungenes Tierportrait mit Betonung auf das Gesicht ohne Ablenkung im Hintergrund. Wenn das Foto in der 100%-Ansicht scharf genug sein sollte, würden mir keine Ablehnungsgründe einfallen.

pimp_00007_schwalbenschwanzHier sehen wir einen Schmetterling, genauer gesagt einen Schwalbenschwanz. Sofort sichtbar ist, dass der Hintergrund leider nicht komplett reinweiß ist, was aber in Photoshop lösbar ist. Die potentiellen Käufer für dieses eher redaktionelle Bild ist jedoch rar gesät. Besser verkaufen sich Schmetterlinge, wenn sie – oft über Fotomontagen – in ein Konzept wie Frühling, Freiheit, Jahreszeiten oder Ökologie eingebettet sind.

pimp_00022_RedAdmiral

Ähnliches gilt für das Bild vom Admiral. Der Hintergrund lässt sich gedanklich leider nicht mit dem Frühling oder anderen positiv besetzten Themen verbinden und der Schmetterling ist wie viele Haustiere ein oft und gern fotografiertes Motiv. Das Angebt übertrifft die Nachfrage also deutlich, was geringe Verkaufschancen bedeutet.

pimp_00016_piano01Hände am Klavier: Das Foto hätte ich ebenfalls abgelehnt, hauptsächlich weil das Bild eindeutig einen gelblichen Farbstich vom Kunstlicht hat und zweitens starke, hässliche Schlagschatten zu sehen sind. Die nicht ganz optimale Handhaltung fällt da schon weniger ins Gewicht.

pimp_00021_StorchFuettertEin Storch füttert seine Jungen. Grundsätzlich halte ich so ein Motiv für verkäuflich, weil neben dem sachlichen Inhalt noch Konzepte wie “Familie”, “Erziehung” und “Pflege” kommen. Im mir vorliegenden Bild scheint es aber, als wäre eher das Nest im Vordergrund scharf als der Kopf des Storchs. Der Himmel ist auch etwas langweilig und hier hätte sicher eine Verbesserung mit Photoshop geholfen. Für solche Fälle biete ich zum Beispiel auch komplett kostenlose Wolkenbilder zur eigenen Verwendung an.

pimp_00020_SchnabelPelikanIch musste etwas überlegen, was auf dem Foto zu sehen sein könnte: Nach einer Weile entschied ich mich für den Schnabel von einem Pelikan. Das Bild zeigt eine interessante Komposition aus künstlerischer Sicht. Verkäuflicher wird das Motiv durch diese Abstrahierung aber nicht, im Gegenteil: Welche Kunden sollten das Bild für welche Zwecke nutzen können?

pimp_00023_herzjesu01Das nächste Bild zeigt eine Kirche. Leider könnte das Bild auch als Musterbeispiel für stürzende Linien durchgehen. Für solche Art der Fotos eignen sich Tilt-Shift-Objektive besser, wie in dieser Bildserie von Kirchen zu sehen ist. Der Markt für diese Art der Bilder ist auch zu klein. Gekauft werden vor allem die bekannten Sehenswürdigkeiten großer Städte. Auch als Beispiel einer bestimmten Architekturperiode ist dieses Foto nicht perfekt, weil links Bäume das Bauwerk verdecken und die Kirche an allen vier Seiten nicht komplett im Bild ist.

pimp_00025_ef1Auf diesem Bild sind zwei Eurofighter zu sehen. Ebenfalls zu sehen ist ein rot-weißes Emblem, was die Bildredaktion für ein Logo halten könnte und damit ein Ablehnungsgrund wäre. Ansonsten gelten meine Kommentare zum anderen Flugzeugfoto.

Wer auch meine ehrliche Meinung und Tipps zur Verbesserung seiner Stockfotos haben will, kann hier nachlesen, wie ihr kostenlos bei der “Pimp My Stock!”-Serie mitmachen könnt.

Was sagt ihr?
Wie ist eure Einschätzung?

Die Top 11 der meistverkauften Musik-Tracks in 2014 bei Pond5

Welche Medien haben sich im letzten Jahr am meisten verkauft?

Bisher hatten wir: Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken, Editorial-Fotos, Videos und heute kommen als sechster und letzter Teil der Serie die Musik-Tracks an die Reihe. Damit sind musikalische Kompositionen gemeint, die über reine Sound Effekts hinaus gehen.

Die Agentur Pond5* war so freundlich, mir die Verkaufszahlen für das letzte Jahr rauszusuchen.

Die Buchstabenkürzel hinter den Autoren bezeichnen die Verwertungsorganisation, welcher der Musiker angehört, falls das der Fall ist, gefolgt von den gesamten Downloadzahlen (nicht nur des letzten Jahres) sowie der Geschwindigkeit des Tracks, gemessen in Schlägen pro Minute (bpm).

Hier ist die Liste:

  1. Optimistic and Upbeat* von LNDNSounds (1978 Downloads) (117 bpm)
    Im Jahr 2013 noch auf dem fünften Platz, letztes Jahr schon an der Spitze mit einem Mainstream-Pop/Rock-Sound.
  2. Sunny Side* von ZingDog (ASCAP) (2656 Download) (100 bpm)
    Vom ersten auf den zweiten Platz abgerutscht ist dieser fröhliche Track mit Glockenspiel und Ukulele.
  3. Inspiring And Motivating Theme* von Twisterium (1529 Downloads) (116 bpm)
    Auch im Musikbereich verkaufen sich “Business-Themen” hörbar gut, gestiegen von Platz 7 auf Platz 3.
  4. Pulse (Full Track)* von soundroad (PRS) (1592 Downloads) (128 bpm)
    Energisch und treibend kommt dieser Kraftmacher daher, der sich das zweite Jahr in Folge auf dem vierten Platz behaupten kann.
  5. Elevation* von AudioQuattro (1716 Downloads) (100 bpm)
    Der etwas ruhigere Business-Track ist vom zweiten auf den fünften Platz gefallen.
  6. Acoustic & Ukulele Fun* von JHunger (1450 Download) (86 bpm)
    Schon wieder die Ukulele, zusammen mit dem Glockenspiel. Könnte auch als Weihnachtssong durchgehen, gefallen von Platz 3 auf 6.
  7. Motivation To Win* von musicforhopeproduction (BMI) (706 Downloads) (118 bpm)
    Pompös kommt dieser Neueinsteiger daher, der die wichtigen Keywords schon im Titel vereint.
  8. Corporate Ideas* von ThatBeat (1095 Download) (105 bpm)
    Von Platz 6 auf die 8 gefallen ist dieser Business-Track, der ähnlich wie die Nummer 5 klingt.
  9. Family Underscore* von curtisschweitzer (ASCAP) (603 Downloads) (47 bpm)
    Auf dem neunten Platz neu eingestiegen ist diese langsame Hintergrundmusik mit viel Piano.
  10. Realisation (Inspirational Positive Piano And Strings)* von marcozannone (796 Downloads) (70 bpm)
    Ebenfalls mit Piano, aber zusätzlich mit Streichern ist dieser motivierende Track.
  11. Breathe Some Life* von sweetwaveaudio (498 Downloads) (136 bpm)
    Ein schneller Synthie-Pop-Track belegt den letzten Platz.

In der Auswertung vom letzten Jahr hatte ich geschätzt, dass alle diese Bestseller in der Liste über 500 Downloads in einem Jahr erzielt haben. Daran hat sich auch dieses Jahr nichts geändert, weil beispielsweise der Track auf Platz 8 erst Mitte Oktober 2013 hochgeladen wurde und bis jetzt über 600 Downloads erzielt hat.

Die Verkaufspreise der hier vorgestellten Musikstücke reichen von 15-40 US-Dollar, wobei der Mittelwert genau bei 25 US-Dollar liegt. Im Vorjahr lag der Wert etwas höher bei 26,72 US-Dollar. Bei einem Split von 50% würde jeder der Topseller mindestens 6250 US-Dollar im Jahr eingespielt haben.

Die Länge der Tracks reicht von 1:29 Minuten bis 5:08 Minuten Spielzeit, bei einem Mittelwert von 2:40 Minuten. Damit sind die Topseller im Vergleich zum Vorjahr ca. eine halbe Minute länger geworden.

Die Schnelligkeit der Songs ist von durchschnittlich 199 bpm auf 102 bpm gefallen, vor allem wegen des langsamen Piano-Stückes auf Platz 9. Ohne diesen Song läge der Durchschnitt-bpm bei 108 bpm, also immer noch langsamer als im Vorjahr.

Die Keywords liegen zwischen 20 und 51 Wörtern, im Durchschnitt bei 40 Wörtern (im Vorjahr 36 Wörter).

Wer von euch verkauft auch Stock-Audio?
Was sind eure Erfahrungen?

* Affiliate

Stockfotografie-News 2015-04-03

Zum Karfreitag gibt es noch mal eine Runde Nachrichten aus der Branche.

Stockfotografie-News Header

  • Shutterstock hat einen interessanten Bericht über deren Auszahlungen an Fotografen veröffentlicht. Demnach haben sie u.a. im letzten Jahr ca. 63 Mio. Euro Fotografenhonorar ausgeschüttet. Wenn wir das in Verhältnis zu den ca. 328 Mio. US-Dollar Jahresumsatz von 2014 setzen, kommen wir – je nach aktuellem Wechselkurs – auf schätzungsweise knapp 26% Kommission, welche die Fotografen dort verdienen.
  • Außerdem ändert Shutterstock die Lizenzbedingungen: Einige Auflagenlimits wurden entfernt, das tägliche Downloadlimit wurde in ein monatliches umgewandelt, Zahlungsmöglichkeiten erweitert und einiges mehr.
  • Wie können Stockfotos in sozialen Medien verwendet werden? Beispiele gibt es in diesem Blogpost von Fotolia.
  • Mein Lieblingsanalyse-Dienst Stock Performer unterstützt jetzt auch die Agentur Bigstock und erweitert die Auswertung damit auf insgesamt zehn Agenturen.
  • Amazon bietet jetzt einen unlimitierten Cloud-Speicher für Fotos an. Kunden von Amazon Prime können den Dienst kostenlos nutzen, für alle anderen kostet der Service ca. 12 US-Dollar im Jahr.
  • Die Bildagentur Pond5 verkauft jetzt auch PSD-Dateien mit Ebenen.
  • Sieht nicht gut aus für iStock: Das gute Personal läuft weg. Der Co-Gründer von Getty Images, Jonathan Klein, gibt seinen CEO-Posten gegen einen Sitz im Vorstand auf und die exklusive Top-5-Fotografin bei iStock, Amanda Rohde, hat ihre Exklusivität dort gekündigt.
  • Welchen Text-Themen verkauften sich 2014 am besten? Die Antwort liefert Reportagen.de, das neue Agenturprojekt von Zoonar-Gründer Michael Krabs.
  • Paul Melcher stellt hier in seinem Blogpost zwei neue interessante Bildagenturen vor: Einmal Placeit als Agentur für Mockups, bei denen Screenshots o.ä. direkt live in die Bilder eingebunden werden können sowie Come Alive Images, die sich auf animierte GIFs und Cinemagraphien spezialisiert haben.
  • Macht Instagram uns alle zu Psychopathen? Schön geschriebener Artikel hier zum Abschluss des heutigen Artikels.

Fehlt was? Dann bitte in den Kommentaren ergänzen.

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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 40

Ich kann es kaum glauben: Schon vierzig Folgen hat meine “Pimp My Stock!“-Serie jetzt erreicht. Hier gebe ich Feedback über Stockfotos, welches über “schön” und “gefällt mir” hinaus gehen soll und berücksichtige besonders stark, ob sich eins der Fotos gut verkaufen könnte und warum.

Das Interesse scheint groß zu sein, die Warteschlange ist entsprechend lang und ich versuche mein Bestes, diese zügig abzuarbeiten. Deswegen geht es gleich weiter, diesmal mit Stephan, der mir schrieb:

“Hi Robert!

Mein Name ist Stephan, ich bin 32 und fotografiere seit einigen Jahren. Seit ca. 3 Jahren fotografiere ich “ernsthafter”, zunächst habe ich mir mit der Lumix G2 die Grundlagen der Digitalfotografie beigebracht und nun fotografiere ich seit einem Jahr mit der Nikon D7000. Ich denke, ich habe meine eigene Bildsprache gefunden, auch wenn ich noch an vielen Stellen einiges zu lernen habe.

Mittlerweile habe ich mich nebengewerblich als Fotograf selbstständig gemacht und möchte einfach mal probieren, ob ich mit meinem Hobby auch ein paar Taler verdienen kann.

Auf der Suche nach Fachwissen durchforste ich nebst diversen Büchern auch regelmässig das Netz und bin so auf Deinen Blog gestoßen, den ich begeistert verfolge. Dein Buch über die Stockfotografie hat mich ebenfalls sehr begeistert, so dass ich es mir umgehend bestellt habe. Ich betreibe seit 3 Jahren einen Stockaccount bei DeviantArt, zugegebenermaßen sind dort aber viele Fotos, die ich aus heutiger Sicht nie irgendwo einreichen würde… trotzdem läuft dieser Account recht erfolgreich, so dass mir die Idee kam, besonders nachdem ich Deinen Blog und Dein Buch entdeckte, es doch auch mal auf professionellerer Ebene mit der Stockfotografie zu versuchen. Tja. Da beginnt das Problem. ich habe etliche Stunden investiert, um mittlerweile 111 Absagen und eine(!) Annahme vorweisen zu können. Das angenommene Bild empfinde ich selbst als stinklangweilig, diverse andere hingegen als ganz gut.

Gerne würde ich die Bilder im Anhang mal vom Fachmann analysieren lassen. Es ist völlig ok, wenn diese eben qualitativ oder hinsichtlich der Verkäuflichkeit nicht genügen, nur bringen mir vorgefertigte Ablehnungsmail nichts – wo genau sind die Fehlerquellen, was muss ich besser machen?

Zu meinen Erwartungen:
Ich bin in Vollzeit an anderer Stelle tätig und werde das auch nicht ändern. Wenn ich im Monat ein paar Euro dazu verdienen könnte, um mir alle paar Monate mal ein neues Objektiv bzw. Ausrüstung zuzulegen, wäre ich völlig zufrieden.

Ein paar Beispiele meiner sonstigen Bilder findest Du hier.

Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen und danke Dir für deinen Blog und dass Du Dein Wissen so vielfältig an andere weitergibst – Hut ab!

Viele Grüße,
Stephan”

Dann schauen wir uns mal an, woran es liegen könnte:

P1140113
Fangen wir mit diesem Foto einer Tasse Cappuccino an. Ich hoffe, ihr seht selbst, dass das Muster auf dem Schaum mittlerweile alles andere als appetitlich aussieht. Wer ein Foto von einer Tasse Kaffee kauft, will damit vermutlich seinen eigenen Kaffee besser verkaufen, was mit diesem Foto hier leider nicht klappen würde. Wenn Food-Fotografen sich Mühe geben, sieht der Schaum so aus*. Deutlich anders, gell? Außerdem ist mir der Hintergrund zu dunkel, unten rechts vermutlich sogar abgesoffen.

P1240567
Ich bin mir nicht sicher, was auf dem Foto zu sehen ist: Verschiedene Drinks oder Saucen auf dem Büffet? Dem Käufer wird es ähnlich gehen und er wird sich im Zweifel für ein Bild mit einer klareren Aussage entscheiden. Auf den ersten Blick sieht der Colorkey-Effekt auch hübsch aus, aber beim zweiten Blick wird sichtbar, dass vor allem an den hinteren Rändern der Gläser unsauber gearbeitet wurde. Zusätzlich ist auch hier wieder die Ecke rechts unten sehr dunkel und fast ohne Zeichnung. Warum sollte der Käufer ein Viertel “schwarzes Bild” kaufen (vor allem, wenn sich der Preis nach Bildgröße berechnet), wenn der Fotograf das Motiv auch besser hätte komponieren können?

P1240573
Ein Büffet mit indischen Gerichten? Schon etwas besser als die ersten beiden Bilder, aber leider immer noch zu dokumentarisch. Zuerst stört mich, dass der Tisch links angeschnitten ist. Die Alu-Behälter rechts im Bild hätte ich für das Foto kurz entfernt und der Dampf oben lässt erahnen, dass der Hintergrund nachträglich schwarz gefärbt wurde. Das passt hier halbwegs, damit der Käufer oben Textfreiraum hat, aber ich habe die Bearbeitung eben erkannt, weil sie unsauber ausgeführt wurde.

_DMP1833
Stellt euch vor, ihr wollt Urlaub am Meer verkaufen: Würdet ihr dafür ein Foto verwenden, wo der Tag bald zu Ende ist (und damit eine kühlere Stimmung aufkommt), die Strandkörbe alle abgeschlossen und vom Betrachter weggewandt sind? Oder würdet ihr lieber so ein sonniges Foto* mit einem offenen, hellen Strandkorb und Schäfchenwolken wählen oder dieses mit vielen Strandkörben*? Nuff said!

_DMP5508
Dieses Foto vom welken Herbstlaub finde persönlich ganz ansprechend, aber ich bezweifle, das viele Kunden das ähnlich sehen. Zum einen gibt es viel buntere, optimistischere Bilder, um das Thema “Herbst” zu illustrieren und gerade weil diese Jahreszeit so regelmäßig wiederkommt und uns fotogene Motive beschert, ist die Konkurrenz auf diesem Gebiet zu groß, um mit so einem Bild viel Geld verdienen zu können. Auch wieder dabei: Die dunkle, unnötige Ecke, diesmal rechts oben.

P1090447
Bei dieser trauernden Dame als Statue sehe ich mehrere Probleme. Zum einen ist da das Problem, dass die Agenturen eventuell einen Property Release verlangen würden, um auf der sicheren Seite zu sein. Ganz rechts und unten hätte ich das Bild dichter beschnitten, um die unnötigen schwarzen Linien zu vermeiden. Und auch hier ist das Bild wieder zu dunkel, vor allem über dem Kopf und im Bereich des Gesichts. Das mag künstlerisch okay und gewollt sein, Bildagenturen sehen sowas jedoch nicht gerne.

Nach den sechs Fotos zeichnen sich zwei Grundprobleme von Stephan ab: Zum einen sind die Bilder insgesamt zu dunkel, auch an Stellen und bei Motiven, wo es unnötig ist. Die Bildkäufer hingegen stehen auf helle, fröhliche Bilder. Auch die Motive oder die Bildwirkung selbst sind mir zu düster, zu depressiv, zu traurig und melancholisch. Das kann in der Emo- und Grunge-Ecke funktionieren, aber die Microstock-Welt ist das genaue Gegenteil davon.

Wie wirken die Bilder auf euch?

* Affiliate

Die Top 11 der meistverkauften Videos 2014 bei Pond5

Bei unserem Rückblick auf die verschiedenen Bestseller des letzten Jahres nähern wir uns langsam dem Ende. Nach den Fotos, Smartphone-Bildern, Vektor-Grafiken und Editorial-Fotos kommen heute die Topseller-Videos an die Reihe, bevor wie die Serie das nächste Mal mit den gefragtesten Audio-Tracks des letzten Jahres abschließen werden.

Die Bild- und Videoagentur Pond5* war so freundlich, in ihrem Archiv zu schauen, welche Videos sich 2014 besonders gut verkauft haben.

Hier die Liste der Video-Bestseller 2014, absteigend nach Verkäufen sortiert:

  1. Financial And Growing Charts. Black-White. Loopable.*

    Auf dem ersten Platz liegt kein “echtes” Video, sondern eine Animation zum Thema Business und Finanzen. Im Grunde ist das sowas wie die bewegte Umsetzung des drittplatzierten Bestseller-Fotos von 2014.
  2. Young Business People With Tablet Computer In Cafe, Steadicam Shot Hd*

    Letztes Jahr noch auf Platz 5, stieg das Video der dynamischen Geschäftsleute in einer Besprechung mit Tablet PC auf den zweiten Platz.
  3. Diverse Team Of Business People In A Light And Modern Office Building*

    Dem zweiten Platz inhaltlich sehr ähnlich, aber von der Kamerabewegung sowie dem Licht etwas anspruchsvoller ist der dritte Platz mit einigen Geschäftsleuten in einem moderen Büro.
  4. Beautiful Sunrise Over The Earth. Cities At Night. Hd 1080.*

    Auch im letzten Jahr gab es einen Sonnenaufgang aus dem Weltraum gesehen, wieder eine 3D-Animation.
  5. Futuristic Developer With Code Hologram*

    Eine Mischung aus Video und Animation ist das Video der Programmiererin mit ihren blinkenden Codezeilen, auch immer sehr beliebt zur Visualisierung des Themas “Hacker”.
  6. Beautiful Flight Through Space To The Earth. Hd 1080.*

    Einen Platz hochgekämpft im Vergleich zum Vorjahr hat sich die 3D-Animation des Weltraumflugs.
  7. Space Galaxy*

    Ich bin nicht sicher, ob das auch eine 3D-Animation ist oder die Szene zum Beispiel komplett in Adobe After Effects erstellt wurde. Jedenfalls zeigen diese Weltraum-Szenen, dass eine Videokamera nicht mehr ausreicht, um im Videobereich richtig erfolgreich zu sein.
  8. Stage Lights. Amber-Blue.*
    Auch bei diesen Bühnenlichtern tippe ich eher auf After Effects als auf eine Videoaufnahme.
    (Da dies das einzige Video mit Sound ist und es technisch anscheinend nicht lösbar ist, das Video so einzubinden, dass es nicht automatisch abgespielt wird, verzichte ich auf eine Einbindung, um die Leute in Büros nicht übermäßig zu erschrecken und zu nerven. Wer das Video sehen will, kann auf den Link klicken.)
  9. Growing Global Network Realistic*

    Vom ersten auf den neunten Platz abgestürzt ist die 3d-Animation von blauen Linien, die sich über die Erde bewegen.
  10. Montage Images Touch Screen Technology*

    Ein weiteres Video, welches nicht ohne nachträgliche digitale Elemente auskommt: Der Geschäftsmann mit seinen vielen Touchscreen-Elementen.
  11. Fly In Clouds*

    Ein Flug durch die Wolken landet auf dem elften Platz in diesem Jahr.

Die dominierenden Video-Themen des letzten Jahres sind somit klar: Business, Technologie und Weltraum, idealerweise eine Kombination aus diesen Themen. Waren es 2013 noch ca. die Hälfte, so sind 2014 schon die deutliche Mehrheit der Videos vollständig oder teilweise 3D-Animationen.

Pond5 ist eine der wenigen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst bestimmen können. Der Durchschnittspreis der 11 obigen Clips für die höchste Auflösung beträgt knapp 55 US-Dollar und liegt damit deutlich höher als bei den 33 USD vom letzten Jahr.

Welche Themen liefen bei euch 2014 besonders gut?

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Pimp My Stock: Bildbesprechungen von Stockfotos 39

14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen

Die Top 10 Bestseller-Fotos von Fotolia 2014

Stockfotografie-News 2015-02-27

Frag den Fotograf: Lieber wenige Keywords oder viele?