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Hotel Fotolia – Neuer Stockfoto-Workshop in Berlin

Nach einem Studio-Shooting und einer Fotosession im Fußball-Stadion wagt sich die Bildagentur Fotolia nun ins Hotel.


Der dritte Workshop im Rahmen der “Fotolia Akademie” wird sich um Service, Bequemlichkeit und Entspannung drehen.

25 Teilnehmer bekommen am Samstag, den 9. Juni 2012 von 9-18 Uhr einen ganzen Tag lang die Möglichkeit, im Berliner “Hotel Bogota” unter der Anleitung erfahrener Stockfotografen professionelle Fotos zu machen. Es wird vier Sets geben, welche die Spannbreite eines typischen Hotels abdecken: Die Lobby, ein Zimmer, die Bar und die Rezeption.

Von der Planung über das  Shooting bis hin zur Nachbearbeitung und Verschlagwortung der Bilder erhalten die Teilnehmer einen authentischen Einblick in den kompletten Ablauf eines Stockfotografie-Shootings.

Hilfreich zur Seite stehen die vier erfolgreichen Stockfotografen Franz Pfluegl, Diana Drubig, Amir Kaljikovic sowie meine Wenigkeit Robert Kneschke. Für die Postproduktion können die Teilnehmer auf die jahrelange Erfahrung des Chefredakteurs des DOCMA-Magazins Christoph Kühne zurückgreifen. Die Firmen Epson und California Sunbounce werden ebenfalls Geräte für die Teilnehmer bereit stellen und einen Experten für Fragen vor Ort haben.

Die Teilnahme kostet für 229 Euro für Fotolia-Mitglieder. Mehr Details und den Link zur Anmeldung für den Workshop findet ihr hier im Blog von Fotolia.

Das Henne-Ei-Problem neuer Bildagenturen aus zwei Sichtweisen

Es gibt unzählige Bildagenturen, über die Fotografen ihre Fotos verkaufen können. Allein im Microstock-Bereich listet die Microstockgroup neben den vier großen Agenturen Shutterstock, Fotolia, Dreamstime und iStockphoto 41 weitere auf und selbst das deckt nicht alles ab. Dazu kommen noch mindestens ebensoviele Macrostock-Bildagenturen, allen voran Getty Images und Corbis und etliche Nischenagenturen, die sich mehr oder minder bequem auf spezielle Themen konzentrieren.


Bei dieser Auswahl an Bildagenturen ist klar: Es gibt deutlich mehr Agenturen als sie von Käufern benötigt würden, das gleiche gilt für die Bilder und Motive selbst. Wenn eine neue Bildagentur versucht, in diesen übersättigten Markt einzudringen, steht sie deshalb vor mehreren Problemen, die alle miteinander verzahnt sind und gebündelt als das „Henne-Ei“-Problem bezeichnet werden können.

Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei? Jede neue Firma braucht etwas, was sie verkaufen kann: Produkte, Dienstleistungen, Inhalte. Bei Bildagenturen sind diese Produkte Fotos, Bilder, Vekoren, Illustrationen und so weiter. Jeder Fotograf gibt seine Bilder gerne einer Agentur, welche viele Verkäufe erzielen kann, da so auch immer der Fotograf verdient. Diese Verkäufe kann eine Agentur nur generieren, wenn die Kunden das passende Bild finden. Ohne Bilder keine Verkäufe, ohne Verkäufe keine Bilder. Das klassische „Henne-Ei“-Problem.

Für neue Bildagenturen gibt es deshalb verschiedene Wege, sich auf dem Markt zu etablieren und neues Material anzuwerben, die jedoch immer steinig sind. Wir wollen diese sowohl aus der Sicht der Agenturen als auch der Bildlieferanten betrachten.

Ein sehr einfacher Weg ist die Nutzung von API-Material. API steht für „Application Programming Interface“ und ist die Abkürzung für eine standarisierte Schnittstelle zum Datenaustausch zwischen verschiedenen Programmen und im Bildermarkt auch Firmen. Fotolia bietet beispielsweise APIs für verschiedene Zwecke an. Eine neue Agentur könnte die Bilder einer etablierten Bildagentur mittels einer API-Schnittstelle bequem übernehmen und hätte auf einen Schlag Millionen Bilder im Angebot. Der große Nachteil daran ist, dass daran vor allem die etablierte Bildagentur verdient. Das ist gut und bequem für die Fotografen, weil sie im Grunde nichts tun müssen, kann jedoch zu einer unkontrollierbaren Verbreitung der Bilder führen. So geschehen bei Pixmac, die zudem mit Zuordnungsproblemen und Abrechnungsschwierigkeiten zu kämpfen hatten, weshalb Fotolia und Dreamstime der Agentur die API-Nutzung untersagten.

Der zweite Weg zeigt ebenfalls gut das „Henne-Ei“-Problem. Neue Agenturen sind gerne versucht, über den niedrigsten Preis Kunden zu gewinnen. Das ist im Microstock-Bereich zwar schwer, aber Firmen wie Canstock oder Depositphotos haben gezeigt, dass auch diese Preise unterboten werden können. Wer als Agentur jedoch über den Preis in den Markt eindringen will, wird Probleme haben, schnell genügend gute Bilder zu bekommen, da Fotografen, die rechnen können, schnell merken, dass sie einerseits noch weniger verdienen als bei den etablierten Agenturen und andererseits Kunden von etablierten Agenturen zu den Billig-Newcomern abwandern, was längerfristig ebenfalls die eigenen Umsätze schmälert. Als Microstock-Agenturen Mitte der 1990er Jahre den Bildermarkt umkrempelten, gab es preislich noch einen großen Spielraum nach unten, der tatsächlich dazu führte, dass der Markt erst für neue Kunden geöffnet wurde, die sich vorher schlicht kein gekauftes Bild leisten konnten. Die Feilscherei um einige Cent bei neuen Microstock-Agenturen oder, noch schlimmer, bei Abo-Paketen bringt aber keine Neukunden, sondern gewährt nur bestehenden Marktteilnehmern einen Rabatt auf Kosten der Bildlieferanten.

Der nächste Weg scheint sehr glänzend, zumindest für die Fotografen. Einige neue Bildagenturen nehmen viel Geld in die Hand und bezahlen anfangs für jedes Bild eine „Upload-Prämie“, um so schnell ihren Bildbestand zu vermehren. das hatten sowohl Veer als auch Polylooks 2010 gemacht, die einen erfolgreich, die anderen nicht. Diese Strategie führt zwar relativ sicher zu vielen Bildern, ist aber logischerweise sehr teuer, weshalb vor allem neue Agenturen das nur schwer stemmen können.

Mindestens ebenso teuer, aber dafür von der finanziellen Belastung besser verteilt ist das Versprechen hoher Fotografen-Kommissionen. Neue Agenturen werben gerne mit 50% oder mehr Fotografenanteil, die aber nur dann fällig werden, wenn tatsächlich Bilder verkauft werden. Insofern ist das anfangs eine risikoarme Variante für neue Bildagenturen, aber falls wider Erwarten die neue Bildagentur sich doch auf dem Markt behaupten kann, wird sie die hohen Kommissionen schnell leid werden, weil sie im Gegensatz zur kurzfristigen Belastung durch zeitlich begrenzte Upload-Prämien langfristig den Agentur-Gewinn schmälern. Deshalb haben fast alle Bildagenturen im Laufe ihrer Geschichte die Fotografenanteile gekürzt. Eine Agentur, die durchschnittlich Anteile erhöht hat, ist mir nicht bekannt. Selbst Versprechen neuer Agenturen, die Kommissionen würden für immer gleich bleiben, nehme ich mittlerweile nicht mehr ernst.

Lohnt es sich für Fotografen deshalb überhaupt, Zeit in neue Bildagenturen zu investieren? Neue Agenturen behaupten oft, weitere Spieler im Feld würden mehr Fairness und bessere Umsätze bringen. Der Bildermarkt ist jedoch kein Nachfragemarkt, sondern ein Angebotsmarkt, das heißt, es müssen vor allem die Käufer zufrieden gestellt werden, durch gute Qualität und niedrige Preise, während die Lieferanten (Fotografen) kaum Ansprüche stellen können. Deshalb sorgen neue Bildagenturen meist auch nur für mehr Arbeit bei den Fotografen durch das Hochladen und die Bildkontrolle, während der Konkurrenzkampf härter wird und damit die Preise mit jeder neuen Agentur eher sinken. Das führt dann wieder zu sinkenden Fotografenhonoraren.

Mit ca. zehn Microstock-Agenturen, die sich dann durch verschiedene Stärken wie exklusive Inhalte, viel Auswahl, niedriger Preis, Service und hohe Qualität unterschieden, wäre der Bildermarkt sicher ausreichend bedient.

Wie seht ihr das? Brauchen Fotografen noch neue Bildagenturen oder sollten eher einige leise verschwinden? Und was sollten die Kriterien sein?

Warum Fotos kaufen? Abgrenzung von Microstock- zu Gratis-Angeboten

Was ist Stockfotografie und Microstock?

Stockfotografie bedeutet, dass ein Fotograf Fotos macht, ohne dass er einen Auftrag von einer Werbeagentur oder anderen Kunden hat. Er macht Fotos von Motiven, von denen er glaubt, dass es genug Kunden geben wird, die ihm dafür Geld geben wollen. Diese Fotos kommen dann online in Archive, vergleichbar mit Wikimedia-Commons, Flickr oder Youtube, nur dass diese Inhalte über die Agenturen gekauft werden müssen, wenn Kunden diese benutzen wollen.

Microstock ist eine Teilbereich der Stockfotografie. Wie der Name anklingen lässt, sind die Preise „micro“, also niedrig. Dort kostet ein Bild ab ein Euro bis durchschnittlich 50 Euro, während es im Macrostock-Bereich üblich ist, Fotos für 50 Euro bis zu vierstelligen Summen zu verkaufen. Neben Fotos werden auch Illustrationen, Vektorgrafiken, Videos, Audiodaten oder 3D-Bilder angeboten. Die bekanntesten Anbieter in diesem Bereich sind beispielsweise Fotolia*, Shutterstock* oder iStockphoto.

Die Vorteile von Bezahlangeboten gegenüber kostenlosen Inhalten

Kostenlose Angebote sind nicht nur freie Lizenzen wie sie bei Wikipedia oder Wikimedia verfügbar sind, sondern zum Beispiel auch bei Flickr, wo ebenfalls zum Teil Creative-Commons-Bilder zu finden sind, oder bei anderen Datenbanken wie beispielsweise Pixelio oder AboutPixel, wo auch Fotos kostenfrei lizenziert werden können. Die Lizenzen den Creative-Commons-Lizenzen ähnlich, meist aber nicht identisch.

Vorteil 1: Mehr Motive

Stellen sie sich gedanklich ein Bild von einer Frau vor. Sie haben einen Artikel und brauchen dafür ein Bild einer jungen, hübschen Frau zur Illustration. Sie können nun in verschieden Datenbanken danach suchen. Wenn ich bei der kostenlosen Agentur Pixelio suche, erhalte ich zirka 5.100 Treffer. Wenn ich auf englisch bei Wikimedia nach „woman“ suche, erhalte ich knapp 16.000 Treffer. Dort gibt es sogar noch mehr passende Inhalte, aber diese sind so unzureichend verschlagwortet, dass sie nicht mit diesem Begriff gefunden werden.

Bei Flickr unter der Creative-Commons-BY-Lizenz finde ich 0,75 Millionen Frauenfotos. Davon sind 200.000 ausdrücklich kommerziell nutzbar. Bei der kommerziellen Microstock-Agentur iStockphoto erhalte ich jedoch schon 1,2 Millionen Treffer, bei Fotolia 1,9 Millionen und bei Shutterstock 2,2, Millionen.

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Brauche ich so viel Auswahl? Ja. Sie suchen ja meist nicht irgendeine Frau, sondern sie wollen entweder eine blonde, eine alte oder eine Frau, die gerade Mangos isst. Durch diese zusätzlichen Einschränkungen werden aus den mehreren Millionen Treffern auf einmal nur ein paar hundert. Wenn man zu Beginn nur ein paar tausend hat, bleibt am Ende vielleicht gar kein passendes Bild übrig.

Bei allen Bildern, für die Erlaubnisse in irgendeiner Art benötigt werden, empfiehlt es sich, bei den kommerziellen Bildagenturen zu suchen, da dort die Rechte im Vorfeld geklärt wurden.

Bei Personenfotos beispielsweise haben sowohl der Fotograf als auch die abgebildete Person Rechte an der Aufnahme. Wenn der Fotograf das Bild unter eine „freie Lizenz“ stellt, erklärt er sich damit einverstanden, auf seine Rechte an dem Bild zu verzichten. Das heißt aber nicht, dass die gezeigte Person damit ebenfalls einverstanden ist. Das betrifft vor allem Gruppenfotos, wo viele Personen darauf sind oder Kinder, weil dann noch der Schutz Minderjähriger dazu kommt. Das heißt: Wenn sie Gruppen- oder Kinderfotos brauchen, ist es einfacher und durch die Zeitersparnis günstiger, diese Motive bei kommerziellen Anbietern zu suchen.

Andere Beispiele sind Aufnahmen von einem Privatgelände, wie Innenaufnahmen einer Fabrik, auf dem Golfplatz, Freizeitpark und so weiter. Da können noch Rechte (Markenrecht, Designschutz, etc.) in einem Bild stecken, die nicht ohne weiteres erkennbar sind.

Außerdem ist bei den kommerziellen Anbietern immer eine bestimmte technische Qualität gegeben, die vorher geprüft wurde. Sie können sich sicher sein, dass ein Bild in Postergröße XXL gedruckt werden kann, wenn die Bildagentur das anzeigt, während bei den freien Lizenzen die Bildgröße oft kleiner, schlechter oder das Foto verrauschter und unschärfer ist.

Vorteil 2: Bessere Verschlagwortung und Suchmöglichkeiten

Weil sie oft Millionen von Suchergebnissen bei einer Bildagentur haben, bekommen sie bei kommerziellen Agenturen viel mehr Suchmöglichkeiten an die Hand, um trotzdem ein geeignetes Bild zu finden.

Bleiben wir bei dem Beispiel Frau. Das sind die Ergebnisse der Webseite von Pixelio, sortiert nach Relevanz. Sie sehen ganz oben die drei Bilder. Das sind schon Frauenbilder, wie man sie sich vorstellen würde, aber es sind auch Hochzeitsringe, Aktaufnahmen, Wolkenfotos oder einfach Nahaufnahmen von einem Auge zu sehen, die weniger passen.

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Das ist ein Screenshot von Wikimedia-Commons, wo ich nach „woman“ gesucht habe. Da gibt es keine Sortierfunktion, was die Suche schwieriger macht, wenn man etwas Spezielles sucht. Bei den Beispielen sehen sie Frauen, aber auch Gemälde, wieder Nahaufnahmen von Augen oder ganz unten irgendeinen Text, den eine Frau geschrieben hat oder eine Kleidung, die von einer Frau getragen wurde, was sie aber als Ergebniss nicht unbedingt erwarten, wenn sie nach Frau suchen (Nachtrag: Der Text entstand im November 2011, im Februar 2012 wurde die Bildanzeige bei Wikimedia etwas verbessert, der Screenshot unten ist vom Mai 2012).

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Das ist jetzt die Seite bei Flickr. Angezeigt werden nur offiziell kommerziell nutzbare Bilder unter einer CC-Lizenz. Sie sehen, vor allem sind das Urlaubsfotos, Reisefotos, private Familienfotos und so weiter, wo nicht immer automatisch klar ist, ob sie diese Fotos wirklich kommerziell nutzen dürfen.

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Das hingegen ist der Screenshot bei Fotolia, wenn sie nach dem Suchbegriff Frau suchen. Sie sehen, die Bildqualität ist deutlich professioneller mit einer großen Vielfalt. Sie erhalten klassische Frauenportraits, Bilder von jungen Frauen, alten Frauen, Gruppenaufnahmen, Innenaufnahmen, Außenaufnahmen und so weiter.

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Das sind die Suchergebnisse der Bildagentur Shutterstock. Auch hier sehen sie viele klassische Frauenportraits, wie man sie sich bei der Suche nach einem Frauenbild vorstellen würde. Es gibt dazu viele Beauty-Aufnahmen und auch wieder sehr professionelle Qualität.

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Um in diesem Wust aus Bildern nicht erschlagen zu werden, gibt es Sortier- und Filtermöglichkeiten. Die üblichsten sind nach Ausrichtung (horizontal, vertikal, quadratisch) , Farbe und nach der Bildgröße, was zum Beispiel wichtig ist, wenn sie große Poster drucken wollen.

Weitere Filtermöglichkeiten: Nach Bildart (Foto, Vektorgrafik, Illustration), mit oder ohne Personen, die genaue Anzahl der Personen, das Alter der Person, das Geschlecht der Person und man kann danach suchen, ob auf dem Bild irgendwo Textfreiraum sein soll, wo Text oder ein Logo platziert werden kann.

Es gibt auch Sortierungsmöglichkeiten nach dem Alter der Bilder, nach der Anzahl der Verkäufe, nach dem Preis oder nach der Relevanz, was meistens eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist. Das werden sie bei vielen nicht-kommerziellen Anbietern nicht finden. Manchmal lohnt es sich deshalb schon, bei Microstock-Agenturen zu kaufen, weil die gesparte Zeit das ausgegebene Geld mehr als kompensiert.

Erweiterte Suchfunktionen bei Fotolia, Shutterstock und istockphoto

Zwischendurch ein Einwurf: Es kommt immer auf die Motive an. Wenn sie was ganz Historisches suchen, zum Beispiel Fotos vom zweiten Weltkrieg oder von Albert Einstein, wie er die Zunge rausstreckt, dann ist es möglich, in Bildarchiven von Museen oder bei Wikimedia Commons zu suchen. Aber wenn sie eher kommerziell orientierte Bilder brauchen, weil sie zum Beispiel eine Vereinbroschüre gestalten wollen, dann lohnen sich eher die kommerziellen Anbieter.

Vorteil 3: Rechtliche Absicherung

Hobbyfotografen oder Amateurfotografen, die bei Flickr oder einer anderen kostenfreien Bilddatenbank Fotos unter eine CC-Lizenz stellen, sind sich oft gar nicht bewusst, was bei dieser Vielfalt an Lizenzen alles erlaubt ist oder nicht. Deshalb sind oft Bilder unter einer kostenfreien CC-Lizenz zu finden, bei der nicht alle Rechte geklärt sind. Als Beispiel drei Fotos bei Flickr.


Erstes Szenario: Ein Fotograf lädt bei Flickr Bilder hoch unter einer CC-BY-Lizenz, das heißt, ein kommerzielle Nutzung ist erlaubt, Namensnennung erforderlich. Sie sehen hier drei Frauen. Links eine Frau von den Philippinen, in der Mitte aus Madagaskar, rechts aus Indien. Die Fotografen sitzen meist in den USA oder Großbritannien, was nahe legt, dass das Reisefotos oder Urlaubsfotos sind. Bei dem Foto in der Mitte stand als Kommentar bei Flickr sogar sinngemäß: „Unser Fahrer hielt kurz an, damit wir ein Foto der Familie auf dem Ochsenkarren machen konnten.“ Deshalb vermute ich, dass die Person nicht um Erlaubnis gefragt wurde, ob sie jetzt auf dem Foto sein will. Kann sein, muss nicht sein: Deswegen ist der Bildnutzer in der Pflicht, beim Urheber nachzufragen, ob wirklich alle Rechte für dieses Bild geklärt sind. Wer für ein Projekt risikofrei Bilder nutzen will, hat dadurch unter dem Strich mehr Aufwand und Kosten als ursprünglich gedacht, wenn es heißt: „Ich google mal schnell paar kostenlose Fotos“.

Ein anderes Beispiel direkt von der Wikimedia-Commons-Seite. Sie sehen einen us-amerikanischen Rapper. Unten bei der Lizenzierung steht ausdrücklich: Das Foto darf für jeden Zweck und auch kommerziell benutzt werden. Cool! Ich kann das als Poster drucken und beim Konzert der Band verkaufen und damit Geld verdienen. Sicherheitshalber habe ich beim Management des Rappers nachgefragt, der sofort meinte, das sei nicht erlaubt. Hier sind wir wieder beim Widerspruch zwischen den Rechten des Fotografen, der darauf verzichtet und den Rechten der abgebildeten Person, der die Nutzung nicht erlaubt. Dieser Widerspruch kann bei freien Lizenzen schnell auftreten. Die angegebene freie Lizenz ist deshalb in der Praxis manchmal wertlos (Nachtrag: Das Bild wurde mittlerweile bei Wikimedia entfernt).

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Drittes Beispiel: Das ist eine us-amerikanische Band namens Birdeater. Die haben ihr Bandfoto sogar unter eine Public-Domain-Lizens gestellt und damit das Bild gemeinfrei gemacht. Kurz gefasst heißt es, ihr dürft mit dem Bild machen, was ihr wollt. Ich bezweifle auch hier stark, dass die Band einen Posterverkauf gutheißen würde. Deswegen habe ich wieder per Email nachgefragt. Seit sechs Wochen habe ich keine Antwort erhalten. Wer einen engen Terminplan hat, könnte dieses Bild deshalb ebenfalls nicht nutzen, wenn er auf der rechtlich sicheren Seite sein will.

Wie handhaben das im Gegensatz Microstock-Agenturen? Jeder Fotograf muss zu jedem Foto schriftlich die dazugehörigen Modelverträge und Eigentumsfreigaben hochladen. Das führt bei mir teilweise dazu, dass ich zu einem Gruppenfoto zehn Verträge mit zwölf Unterschriften habe, nur um nachweisen zu können, dass ich alle Rechte an diesem Foto habe. Als Bildkäufer kann man sich dann sicher sein, das die Rechtefreigabe vorher durch mich geklärt wurde.

Einige Agenturen wie zum Beispiel Shutterstock, iStockphoto oder Vivozoom bieten sogar eine „Rechtegarantie“ an für rechtliche Unbedenklichkeit und haften selbst als Agentur bis zu 10.000 US-Dollar, falls doch mal etwas schief gehen sollte. Gegen Aufpreis kann diese Summe auf bis zu 250.000 US-Dollar erhöht werden. Falls man zum Beispiel eine Millionen Flyer druckt und diese müssen eingestampft werden, weil irgendwo ein unerlaubtes Logo zu sehen ist, was weder vom Fotograf noch von der Agentur entdeckt wurde, dann bezahlt die Bildagentur das.

Deshalb: Bilder bei Bildagenturen kosten zwar etwas, dafür spart man Zeit und Nerven und bekommt für das Geld auch Rechtssicherheit und eine größere Auswahl.

Hinweis: Dieser Artikel ist die verschriftlichte Form meines Vortrags vom Mai 2011 auf der Frühjahrstagung “Mediale Werte” des Verein für Medieninformation und Mediendokumentation (vfm) in Dresden. Die Zahlen sind demnach ca. ein Jahr alt, die Screenshots wurden teilweise erneuert.

Test und Verlosung des Ringblitz-Adapters Roundflash

Vor knapp vier Monaten habe ich hier im Blog den neuen Ringblitz-Adapter “Roundflash” vorgestellt.


In den letzten Monaten habe ich einige Gelegenheiten gehabt, die Alternative zum echten Ringblitz auszuprobieren. Nach den Testbildern im oben verlinkten Beitrag will ich euch heute einige weitere Fotos zeigen, die mit dem Roundflash entstanden sind und über meine Erfahrungen berichten.


Im Foto der lachenden Frau ganz oben kam der Blitz mit dem Ringblitz-Aufsatz wirklich als einzige Lichtquelle zum Einsatz. Fotografiert habe ich mit meiner Canon 5D Mark II und dem Canon Speedlite 580 EX II und dem Roundflash. Belichtungszeit war 1/160 Sekunde bei Blende 3,5 (ISO 100). Als Objektiv hatte ich das Canon 24-70mm genommen, bei Brennweite 35 und mit ca. 0,75 Metern Abstand zum Model.


Beim springenden Musiker oben war die Ausrüstung die Gleiche, jedoch war das eine Außenaufnahme, wo der Blitz nicht die ganze Arbeit verrichten musste. Diesmal mit 1/170, Blende 4 (ISO 200) und bei 2,25 Metern Abstand fotografiert. Die Blitzleistung habe ich manuell erhöht.

Es liegt in der Natur der Sache, dass der besondere Look des Ringblitzes vor allem dann wirkt, wenn er von nahem eingesetzt wird. Je weiter weg der Ringblitz vom fotografierten Motiv ist, desto eher wirkt er wie eine Punktlichtquelle. Deswegen eignet er sich auch besonders gut für Makroaufnahmen. Je dichter der Ringblitz am Model ist, desto größer ist auch der kreisrunde Lichtreflex in den Augen. Sehr gut zu erkennen ist das beim Mann mit der Grimasse. Allerdings kann dieser ungewöhnliche Lichtreflex im Auge auch ablenken, weshalb ich ihn bei einigen Fotos auch retuschiert habe, sodaß er nicht mehr wie ein Donut, sondern nur noch wie ein Kreis aussieht.


Bei den Fotos von Maschinen der Lebensmittelindustrie habe ich gemerkt, dass der Ringblitz-Adapter auch nicht die richtige Wahl ist, wenn Geräte mit viel Metall/Chrom oder anderen spiegelnden Flächen fotografiert werden sollen, weil das ungefähr so uncool aussieht als würde man in einen Spiegel blitzen.

Hier auch mal ein Vergleich eines Fotos mit und ohne den Roundflash-Ringblitz (klicke die Bilder zum Vergrößern):

(mit Roundflash)

(ohne Roundflash)

Das Zusammenfalten des Roundflash bereitet mir auch nach einigen Malen noch etwas Kopfzerbrechen, da ich immer Angst habe, beim Drehen und Falten des Roundflash würde ich etwas brechen können. Glücklicherweise gibt es jetzt eine Video-Anleitung für den Auf- und Abbau.


Auch ohne den “speziellen Ringblitz-Look” eignet sich der Roundflash hervorragend als Mittel zur Kontrastkontrolle, mit dem man regeln kann, wie stark die Schatten einer anderen Lichtquelle auf dem Model wirken sollen, da der Ringblitz die Schatten direkt von der Kameraachse meist ohne zusätzlichen Eigenschatten aufhellt. Wenn es richtig angestellt wird, ist kaum zu bemerken, dass  überhaupt ein Ringblitz (wenn im Bild unten auch ein anderer als der Roundflash) im Einsatz war:


Ohne den Aufhellblitz von vorne wären die sonnigen Stellen jedoch schon ausgefranst bzw. die schattigen Stellen zu dunkel.

Mittlerweile wird der Roundflash auch direkt in Deutschland vertrieben (für 129 Euro inkl. Versand über www.roundflash.de).

Verlosung

Der Erfinder des Roundflash war so freundlich, mir ein Exemplar des Roundflash-Ringblitz-Adapaters für eine Verlosung zur Verfügung zu stellen.

Um an der Verlosung teilzunehmen, musst Du nur zwei Dinge tun:

  1. Schreibe einen Kommentar unter diesen Artikel, dass Du den Roundflash gewinnen willst.
  2. Klicke “Gefällt mir” auf meiner Facebook-Seite. Wenn Du schon Fan bist, alles bestens. Zwei Hinweise noch: Verwechsle bitte nicht meinen privaten Facebook-Account mit meinem öffentlichen und achte darauf, dass ich deinen Kommentar auch deinem Facebook-Account zuordnen kann.


Die Verlosung endet am 18.05.2012, den Gewinner werde ich dann über Facebook benachrichtigen.

Frag den Fotograf: Modelvertrag bei Kinderfotos für Bildagenturen

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