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Exklusivität – Eine aussterbende Praxis im Microstock-Bereich

Ich gebe zu, die Überschrift ist gewagt. Gibt es doch eini­ge Fotografen, die zum Beispiel exklu­siv bei iSto­ck oder Fotolia sind, aber trotz­dem gutes Geld ver­die­nen.

Trotzdem glau­be ich, dass die­se Art der Geschäftsbeziehung zwi­schen Fotografen und Microstock-Bildagenturen auf dem abstei­gen­den Ast ist. Vor ca. zwei Jahren hat­te ich hier im Blog die Vorteile und die Nachteile von Exklusivität auf­ge­lis­tet. Mittlerweile hat sich der Markt geän­dert und ich wür­de die Gewichtung anders ver­tei­len. Zugunsten der Nachteile. Warum?

Machen wir einen Schritt zurück: Wir reden hier von „Fotografenexklusivität“, nicht von „Bildexklusivität“. Bei der Fotografenexklusivität ver­pflich­tet sich der Fotograf in der Regel, sein gesam­tes RF-Bildmaterial nur der einen Bildagentur zukom­men zu las­sen. Bei der Bildexklusivität kann der Fotograf die­se Entscheidung pro Bild tref­fen.

Logischerweise lohnt sich eine Exklusivität nur bei Agenturen, die genug Umsätze erzie­len. In der Praxis sind das haupt­säch­li­ch iSto­ck und Fotolia, unter Umständen viel­leicht noch Dreamstime.

Aber sowohl iSto­ck als auch Fotolia haben im letz­ten Jahr eini­ge Änderungen auf der Webseite gemacht, die sich nega­tiv für deren exklu­si­ve Fotografen aus­ge­wirkt haben. Was haben die Agenturen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – getan? iSto­ck hat zum Beispiel einer­seits die klei­nen Icons an den Bildern ent­fernt, mit denen Käufer auf den ers­ten Blick erken­nen konn­ten, dass ein Foto exklu­siv war. Jetzt steht nur noch auf der Detailseite, dass ein Foto dort exklu­siv erhält­li­ch ist, was de fac­to jedoch nicht immer stimmt, wie das Beispiel Yuri Arcurs auch nach über sechs Monaten „Exklusivität“ zeigt. Sein Bild „Geschäftsleute mit Fragezeichen“, was bei iSto­ck als „Only from iSto­ck“ mar­kiert ist, wird wei­ter hier oder hier oder hier güns­ti­ger ange­bo­ten.

Darüber hin­aus schwäch­te iSto­ck ihre Definition von Exklusivität, indem sie von „Fotografen“ auf „Bilder“ umstell­ten: Früher bedeu­te­te die Krone bei iSto­ck: „Images from this pho­to­gra­pher are only avail­able on iStock­pho­to“, heu­te heißt es nur „These icons high­light files crea­ted by iSto­ck exclu­si­ve artists. This means they can only be found on iSto­ck and select Getty Images part­ner sites.“

Außerdem hob iSto­ck das Upload-Limit für nicht-exklusive Fotografen auf, was einen der bis­he­ri­gen Vorteile für Exklusivität – die Möglichkeit, deut­li­ch mehr Bilder pro Woche hoch­la­den zu dür­fen – nich­tig macht. Diese und ande­re Faktoren schei­nen dazu zu füh­ren, dass exklu­si­ve iStock-Fotografen teil­wei­se star­ke Umsatzeinbußen haben. Michael Zwahlen hat nach dem Ende sei­ner iStock-Exklusivität vor zehn Monaten im Oktober erst­mals sogar mehr ver­dient als in einem Monat der letz­ten zwei Jahre.

Doch las­sen wir mal iSto­ck in Ruhe und schau­en uns Fotolia an.

Dort gab es mei­nes Wissens noch nie ein Abzeichen, Symbol oder gar einen Suchfilter, mit dem exklu­si­ve Dateien vom Käufer erkannt wer­den konn­ten. Eine der Legitimationen für höhe­re Preise, die exklu­si­ve Fotografen dort ver­lan­gen dür­fen, wird dem Käufer dem­nach nicht ver­mit­telt. Zudem wur­den im Juli die Möglichkeiten der auto­ma­ti­schen Preisreduzierung erhöht, was bedeu­tet, dass exklu­si­ve Fotografen pro­zen­tual stär­ker von nied­ri­ge­ren Preisen betrof­fen sind als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen. Auch wur­de im September den Fotografen die Möglichkeit genom­men, exklu­si­ve Fotos aus dem Abo-Programm aus­zu­schlie­ßen. Auch schei­nen exklu­si­ve Fotografen bei Fotolia von der Suchumstellung im April 2013 stär­ker betrof­fen zu sein als nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wenn man den Kommentaren hier im Blog Glauben schenkt.

Da sich die Agenturen bei sol­chen Entscheidungen nur ungern in die Karten schau­en las­sen, kann nur ver­mu­tet wer­den, aus wel­chen Gründen die oben genann­ten Änderungen umge­setzt wur­den.

Wenn wir uns aber die Nachteile der Exklusivität aus Sicht der Bildagenturen und Käufer anschau­en, wird klar, war­um Exklusivität nicht mehr so stark pro­pa­giert wird wie noch vor fünf, sechs Jahren.

Auf der Hand liegt, dass Agenturen exklu­si­ven Fotografen mehr Prozente zah­len müs­sen als nicht­ex­klu­si­ven Fotografen. Da exklu­si­ve Fotografen nicht nach Qualität aus­ge­sucht wer­den, bedeu­tet das auch, dass die exklu­si­ven Fotos nicht auto­ma­ti­sch bes­ser sind. Und selbst wenn exklu­si­ve Fotos super sind, gibt es genü­gend nicht­ex­klu­si­ve Fotografen, wel­che die glei­chen oder sehr ähn­li­chen Motive woan­ders anbie­ten. Einem grü­nen Apfel vor wei­ßem Hintergrund sieht man nicht an, ob er exklu­siv ist oder nicht. Dafür dann je nach Agentur als Kunde dop­pelt so viel bezah­len zu müs­sen, sehen weni­ge Käufer ein.

Agenturen wie Shutterstock, die aus­schließ­li­ch nicht­ex­klu­siv arbei­ten, schei­nen trotz­dem – oder gera­de des­we­gen – stei­gen­de Umsätze zu erzie­len. In die­sem Blogpost erklärt der Shutterstock-CEO Jon Oringer auch, war­um aus sei­ner Sicht Exklusivität für RF-Fotos nichts bringt: „Exklusivität bedeu­tet nicht, dass ein Bild weni­ger genutzt wur­de, es bringt dem Käufer also kei­nen Vorteil.“

Die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Fotografen, also die, wel­che regel­mä­ßig vie­le gute, ver­käuf­li­che Bilder lie­fern, sind in der Regel nicht­ex­klu­siv, weil sie nicht von einer Agentur mit stark schwan­ken­den Algorithmen abhän­gig sein wol­len. Eine Ausnahme bil­det da iSto­ck, wobei sie in der Vergangenheit auch eini­ge ihrer Top-Exklusiven ver­lo­ren oder gefeu­ert haben (sie­he Sean Locke). Notfalls bedie­nen sich exklu­si­ve Fotografen ger­ne eines – eigent­li­ch nicht erlaub­ten – Tricks: Wer exklu­siv bei einer Agentur ist, lässt ein­fach sei­ne Frau, sein Kind, sei­ne Oma oder ein ande­res Familienmitglied unter des­sen Namen Konten bei ande­ren Bildagenturen eröff­nen und kommt so in den Genuss der Vorteile bei­der Welten.

Wie passt aber mei­ne pes­si­mis­ti­sche Analyse zur Exklusivität mit der Entscheidung des Top-Fotografen Yuri Arcurs zusam­men, exklu­siv zu iSto­ck zu gehen? Auch vom kaum min­der guten Fotografen Andres Rodriguez wur­de erst kürz­li­ch ein neu­es exklu­si­ves Portfolio bei iSto­ck gesich­tet. Spricht das nicht für Exklusivität? Im Gegenteil. Yuri Arcurs hat sich mit sei­nem eige­nen Bildershop peopleimages.com die Möglichkeit offen behal­ten, sei­ne Fotos auch „woan­ders“ zu ver­kau­fen (oder zumin­dest iSto­ck dazu gebracht, die Definition von „Partnerseiten“ sehr stark zu deh­nen).

Auch Andres Rodriguez scheint einen Deal zu haben, der es ihm erlaubt, par­al­lel auch nicht-exklusiv sei­ne Bilder hier und bei ande­ren Bildagenturen zu ver­kau­fen. Solche „Deals“ benach­tei­li­gen logi­scher­wei­se die exklu­si­ven Fotografen, wel­che nicht die Verhandlungsmacht haben, sich sol­che Vorteile zu sichern. Ein Grund mehr gegen die Exklusivität.

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

Kann man mit der Scoopshot App Geld verdienen?

Welche Zukunft hat der Bildermarkt im Bereich der Smartphone-Fotografie?

Im ers­ten Teil die­ses Artikels ging es um die Abkehr des bekann­ten Microstock-Fotografen Yuri Arcurs vom Microstock-Markt. Gleichzeitig kün­dig­te er sei­nen Einstieg mit einer 1,2 Millionen-Investition in die Start-Up Firma Scoopshot an.

Logischerweise pries Yuri in sei­nem Blogartikel des­we­gen die Zukunft der Smartphone-Fotos als lukra­ti­ve Einkommensquelle, die nur auf ihn war­te, um aus­ge­schöpft zu wer­den. Es liegt auf der Hand, dass jemand, der gera­de über eine Million Dollar in eine Firma gesteckt hat, mit allen Mitteln ver­su­chen wird, deren Geschäftsmodell über den grü­nen Klee zu loben.

Auch wenn wir das im Hinterkopf behal­ten, soll­ten die Teilnehmer des Bildermarkts nicht den Fehler bege­hen, neue Geschäftsideen nur des­halb für tot zu erklä­ren, weil es ande­re als die aktu­el­len sind. Dieser Fehler hat­te eini­gen Macrostock-Agenturen und -Fotografen die finan­zi­el­le Existenz gekos­tet, ande­re haben nur mit Mühe die Kurve bekom­men.

Diesen Fehler will ich nicht bege­hen, wes­halb ich mir die Scoopshot-App und Webseite (sowie ande­re „Geld ver­die­nen mit Fotos“-Apps“, aber dazu bald mehr) genau­er ange­schaut habe.

Scoopshot funk­tio­niert nach dem Prinzip, dass Bildsucher „Aufgaben“ kos­ten­los aus­schrei­ben kön­nen, um nach Fotos zu suchen. Diese Ausschreibungen wer­den allen Scoopshot-Fotografen im Umkreis von 20 km einer gewünsch­ten Stadt für eine Woche ange­zeigt. Wer eine Aufgabe bun­des­weit oder gar welt­weit aus­schrei­ben will oder die Aufgabenzeit ver­län­gern will, muss zah­len. Wer sei­ne Aufgabe pro­mi­nen­ter anzei­gen las­sen will, sei es Durch ein Logo, Web-Banner oder eine Push-Mitteilung der App, muss schnell mitt­le­re drei­stel­li­ge Beträge zah­len.

Die Fotografen kön­nen dann mit ihrem Smartphone über die App Fotos zu den Aufgaben hoch­la­den. Wird eins ver­kauft, bekom­men sie vom 5 US-Dollar Verkaufspreis die Hälfte, also 2,50 US-Dollar. Von den oben genann­ten mitt­le­ren drei­stel­li­gen Beträgen sieht der Fotograf nichts. Außerdem muss der Bildsucher auch keins der ihm ange­bo­te­nen Fotos kau­fen, dann bekommt der Fotograf für sei­ne Arbeit nichts. Das nennt sich in der Fachsprache „Work on spec“, also eine Auftragsarbeit auf den puren Verdacht hin ablie­fern, viel­leicht doch Geld dafür zu bekom­men. Warum das dumm ist, wird hier erklärt.

Selbst Yuri Arcurs gibt es zu und schreibt, dass die Bezahlung „lächer­li­ch“ sei:

I agree that 5 USD per task is ridi­cu­lous, but so was 1 USD per down­load for Istockphoto.com back 7 years ago. We are loo­king at the bir­th of a new indus­try. It’s not refi­ned like micros­to­ck is today. Mistakes are ok, small inco­me is ok, bad images are ok, it does not mean it is whe­re it will end. You have to see the poten­ti­al long term.“

Doch dies­mal sitzt er als Investor ja auf der ande­ren Seite des Tisches, und zwar auf der, wo von der lächer­li­chen Bezahlung der Gegenseite pro­fi­tiert wird.

Aber wie ist aktu­ell die Qualität der ein­ge­sand­ten Bilder? Ich habe es mal mit zwei Aufgaben getes­tet, die ich im Raum Berlin für sie­ben Tage ver­öf­fent­licht habe. Einmal soll­ten die Fotografen selbst­ge­mach­tes Eis foto­gra­fie­ren und idea­ler­wei­se gleich das Rezept im Kommentarfeld mit­lie­fern. Das könn­te ich super für mei­nen Eis-Blog nut­zen. Vielleicht etwas anma­ßend von mir, für 5 Dollar eine kom­plet­tes Rezept mit Bildern zu bekom­men. So sahen drei ein­zi­gen Ergebnisse (ein Tag vor Aufgabenende) auch aus:

Das ers­te Foto ist sogar ganz wit­zig und ori­gi­nell, was mich gleich stut­zig mach­te. Deshalb kurz mit Google Images eine Bildersuche gemacht und sie­he da, das Foto kur­siert seit Jahren im Internet auf Witz-Seiten und wur­de garan­tiert nicht vom Einsender auf­ge­nom­men. Deshalb habe ich es mal als „ver­letzt Copyright“ gemel­det, aber nach mehr als fünf Tagen war das Bild immer noch online. Der unwis­sen­de­re Bildkäufer hät­te das Foto viel­leicht gekauft, benutzt und im Falle einer Klage ein gro­ßes Problem gehabt, denn Unwissenheit schützt ja vor Strafe nicht.

Scoopshot hält sich im Kleingedruckten fein raus und schreibt:

The Buyer is res­pon­si­ble for obtai­ning all Releases and it agrees that its publi­ca­ti­on of a Photo is con­di­tio­nal on obtai­ning all Releases. Should the Buyer have rea­son to belie­ve that per­mis­si­on or con­s­ent for publis­hing is requi­red under any app­lica­ble law the Buyer shall not publish the Photo.“

Das heißt grob über­setzt: Du darfst ger­ne Fotos kau­fen, aber viel­leicht darfst Du es nicht nut­zen, weil es Rechte ande­rer ver­let­zen wür­de. Du mus­st Dich nach dem Kauf selbst dar­um küm­mern, dafür Freigaben zu erhal­ten und wir hel­fen Dir dabei kein biss­chen. Soviel zum Thema Rechtssicherheit.

Ähnliche Qualitätsprobleme gab bei mei­ner zwei­ten Aufgabe: Ich hat­te die Idee, die­sen Artikel mit einem Scoopshot-Foto zu illus­trie­ren und frag­te die Fotografen, mir Bilder von „Smartphone-Fotografen beim Geld ver­die­nen“ zu schi­cken. Als typi­scher Microstock-Fotograf hat­te ich erwar­tet, mit Bildern von jun­gen Leuten zuge­schüt­tet zu wer­den, die sich selbst mit ihrem Handy im Spiegel foto­gra­fie­ren und dabei ein paar Geldscheine in der Hand hal­ten. Stattdessen gab es die­se Auswahl:

Blumen, Katzen, Kakteen und Topfpflanzen. Das ers­te Bild des Strudels in Augenform war wie­der ganz wit­zig, aber auch wie­der aus den Untiefen des Internet kopiert und geklaut. Das voll­mun­di­ge Versprechen von Authentizität und Echtheit von Scoopshot wegen zum Patent ange­mel­de­ter Technologien lässt einen da glatt sprach­los. Vor allem der letz­te Satz:

Therefore we have deve­lo­ped a patent-pending tech­no­lo­gy that auto­ma­ti­cal­ly ana­ly­zes the authenti­ci­ty of user-generated con­tent (UGC). From the time a pho­to or video is cap­tu­red with the app, we know the „who, when, whe­re“ of its exis­ten­ce. This helps media com­pa­nies focus upon con­tent its­elf, not spen­ding effort in authenti­ca­ti­on.“

Testweise habe ich mal ein Foto in den Warenkorb gelegt und im Grunde mus­s­te ich nur auf „Checkout kli­cken“ und mei­ne PayPal-Adresse ange­ben, um den Kauf abzu­schlie­ßen. Nirgends wird ein Wort über die Bildlizenz ver­lo­ren, also was der Käufer mit dem Bild machen darf und was nicht.

In den all­ge­mei­nen Nutzungsbedingungen hin­ge­gen wer­den gleich meh­re­re vor­han­de­ne Lizenzen auf­ge­lis­tet, von einer „Publishing Licence“, die nur redak­tio­nel­le Nutzung erlaubt bis hin zu einer „Unlimited Licence“, die nach mei­nem Verständnis auch Werbezwecke ein­schlie­ßen wür­de. Welche Lizenz beim Kauf nun gül­tig ist, ist unklar. Wenn Scoopshot den Bildkäufern gewerb­li­che Nutzungen erlaubt, ohne sich um die Rechteklärung zu küm­mern, steht das gan­ze Geschäftsmodell wie­der auf sehr wack­li­gen Füßen.

Meine bei­den Aufgaben haben – zumin­dest mir – gezeigt, dass Scoopshot für typi­sche Bildagenturen auf lan­ge Zeit hin bestimmt kei­ne Konkurrenz ist.

Das ver­sucht die Firma aber anschei­nend auch nicht. Die Stärke von Scoopshot liegt woan­ders und wird auf deren Webseite als „Content Marketingbeschrie­ben:

Crowdsource uni­que con­tent for mar­ke­ting pur­po­ses, mar­ket rese­ar­ch and to enga­ge and inter­act with con­su­mers.“

Das wären dann Aufgaben wie „Fotografiere Dich mit unse­rer Tageszeitung im Urlaub“ oder „Fotografiere Dich mit unse­rer Supermarkt-Tüte auf Reisen“ und so wei­ter. Oder die Geodaten der Fotos wer­den für Marktforschungszwecke aus­ge­wer­tet? Die Firma bekommt dann für eini­ge hun­dert Euro (ohne ein Foto kau­fen zu müs­sen) vie­le Leute, die sich die Zeit neh­men und Mühe machen, sich mit dem bewor­be­nen Produkt in Szene zu set­zen, Scoopshot bekommt das Geld und die Fotografen bekom­men bes­ten­falls 2,50 Dollar.

Nach dem ers­ten Test von Scoopshot woll­te ich all­ge­mei­ner wer­den und einen Blick auf ver­gleich­ba­re Geschäftsmodelle in der Vergangenheit wer­fen und einen Ausblick in die Zukunft wagen, aber das hebe ich mir jetzt doch für den nächs­ten drit­ten Teil auf.

Wie schätzt ihr die Chancen von Scoopshot ein?

Das Ende vom Microstock? Gründe für Yuris Ausstieg

Es war wie­der ganz schön was los: Vor paar Tagen hat sich der bekann­tes­te Microstock-Fotograf Yuri Arcurs der Welt in sei­nem Blog über die Hintergründe zu sei­ner kürz­li­ch bekannt gewor­de­nen „Exklusivität“ mit Getty Images geäu­ßert. Außerdem ver­riet er Details zu sei­ner eben­falls kürz­li­ch bekannt gewor­de­nen Millionen-Investition in eine Start-Up-Firma im Bereich der Smartphone-Fotografie.

Blogeintrag von Yuri Arcurs

Yuris Artikel wur­de – auch wegen sei­ner arro­gan­ten und zyni­schen Schreibweise – in der Microstock-Szene hef­tig dis­ku­tiert.

In den Diskussionen stand jedoch stark die Person Yuri im Vordergrund und zwei inhalt­li­che Themen gin­gen dabei etwas unter. Beide Themen will ich in zwei Artikeln näher beleuch­ten. Zum einen die Gründe, die zu sei­ner Abkehr von der Microstock-Branche geführt haben und zum ande­ren sei­ne Vermutungen über die Zukunft des Bildermarkts in Zeiten der Handy- und Smartphone-Kameras.

Der Anfang

Werfen wir – stark ver­kürzt – einen Blick in die Vergangenheit. Bis unge­fähr zur Jahrtausendwende war der Handel mit Bildrechten und Fotolizenzen fest in der Hand gro­ßer Bildagenturen, allen vor­an Getty Images, Corbis und Jupiter Images. Diese ver­kauf­ten die Bildechte übli­cher­wei­se für drei- bis vier­stel­li­ge Summen. Bei Interesse ist das hier aus­führ­li­cher nach­les­bar. Innerhalb von nur zehn Jahren gelang es einer klei­nen Gruppe von neu­en Bildagenturen, die­sen Markt kom­plett auf­zu­mi­schen und einen gro­ßen Marktanteil zu gewin­nen. Das geschah haupt­säch­li­ch über den Preis, hat­te aber auch ande­re Gründe.

Die bei­den Hauptfaktoren für den schnel­len Aufstieg der neu­en, „Microstock“ genann­ten, Agenturen waren die zuneh­men­de Verbreitung und Verbesserung des Internets und der Umstieg auf die Digitalfotografie.

Früher muss­ten die Fotografen der alten Agenturen, jetzt im Kontrast „Macrostock“ genannt, ihre Fotos rich­tig auf Filmmaterial belich­ten, dann wur­den Dias erstellt, Agenturen mach­ten teu­re Kopien die­se Dias, druck­ten dicke (eben­falls teu­re) Kataloge mit ihren Bildern, ver­schick­ten die­se gra­tis an ihre Kunden, lie­fer­ten bei Motivwünschen der Bildkäufer die Dia-Kopien per Postexpress, die Rechnung wur­de als Brief ver­sen­det und so wei­ter. kurz: Es war ein zeit­auf­wän­di­ges, arbeits­in­ten­si­ves, aber auch lukra­ti­ves Geschäft.

Als Fotograf war es nicht leicht, in die­se Bildagenturen auf­ge­nom­men zu wer­den. einer­seits war die not­wen­di­ge Kameraausrüstung vor eini­gen Jahren deut­li­ch teu­rer und sie erfor­der­te Auch mehr Fachwissen, weil Belichtungsfehler nicht nach­träg­li­ch digi­tal kor­ri­giert wer­den konn­ten. Für die Agenturen war auch de Betreuungsaufwand groß, wes­halb am liebs­ten Fotografen genom­men wur­den, die tech­ni­sch gute Bilder regel­mä­ßig lie­fern konn­te – nahe­zu ein K.O.-Kriterium für Hobbyfotografen.

Als Kunde mus­s­te man damals mit den hohen Preisen der Bildagenturen zurecht­kom­men. Es gab nur die Alternative, einen Auftrag an einen pro­fes­sio­nel­len Fotografen zu ver­ge­ben, was eben­falls schnell Kosten im vier­stel­li­gen Bereich oder sogar mehr ver­ur­sacht hät­te. Dadurch wur­den vor allem klei­ne Web-Designer und so wei­ter von der Nutzung der Agenturbilder aus­ge­schlos­sen.

Der Wandel

Die neu­en Microstock-Agenturen pro­fi­tier­ten von einem neu ent­ste­hen­den Dreiklang: Immer mehr Leute besa­ßen ers­tens Digitalkameras, die das Fotografieren deut­li­ch erleich­ter­ten. Immerhin sah man sofort auf dem Bildschirm, ob ein Foto gelun­gen war oder nicht und wei­te­re Versuche kos­te­ten auch kein Geld durch Filme und Filmentwicklung. Zweitens konn­ten die­se digi­ta­len Daten durch ein schnel­le­res Internet (DSL-Ausbau etc.) und Flatrates schnell und güns­tig um die Welt geschickt wer­den. Drittens waren auch vie­le Bildkäufer bereit, Abstriche bei der Bildqualität zu machen, um eini­ge hun­dert Euro beim Fotokauf spa­ren zu kön­nen.

Das Internet sorg­te ja nicht nur für den Vertrieb der Bilder, son­dern all die neu­en Blogs, Webseiten, Foren und so wei­ter brauch­ten ja auch Bilder, für die kaum jemand bereit war, drei­stel­li­ge Summen aus­zu­ge­ben, wenn die Fotos in Briefmarkengröße einen kurz­le­bi­gen Artikel illus­trie­ren sol­len. Damit hät­ten sogar vie­le Macrostock-Agenturen leben kön­nen. Womit Microstock den Bildermarkt in die Knie gezwun­gen hat, waren auch die (zu) bil­li­gen Print-Lizenzen für Druckgrößen. Das habe ich auch schon hier und hier vor über drei Jahren geschrie­ben.

Dazu kommt, dass die Microstock-Agenturen sich mehr als Technik-Dienstleister sahen denn als „Bildrechte-Verwerter“. Die jun­gen Agenturen ver­schlank­ten die Arbeitsabläufe sehr stark, indem zum Beispiel Geld im Voraus bezahlt wer­den mus­s­te (das erspar­te das Mahnwesen und ver­ein­fach­te die Rechnungsstellung). Auch vie­le ande­re Prozesse wie die Bildbeschriftung und Verschlagwortung wur­de den Fotografen auf­ge­bür­det, was wei­te­re Kosten spar­te. Auch der Kunden- und Fotografenkontakt wur­de haupt­säch­li­ch über Email, Foren und Blogs betrie­ben. Alle die­se Maßnahmen sorg­ten für eine deut­li­ch güns­ti­ge­re Betriebsführung, die es auch ermög­lich­te, trotz sehr nied­ri­ger Preise Profit zu erwirt­schaf­ten.

Anfangs hat­ten die Microstock-Agenturen nur Fotos mit schlech­te­rer Bildqualität, weil einer­seits die Digitalkameras gegen­über Analogkameras noch etwas auf­zu­ho­len hat­ten, aber die DSLR-Technik hol­te hier schnell auf. Schwieriger war die Motivauswahl und Bildsprache, weil anfangs die Profi-Fotografen bei den Macrostock-Agenturen unter Vertrag waren und nicht ein­sa­hen, war­um sie ihre Fotos für ein Hundertstel (oder weni­ger) des bis­he­ri­gen Preises ver­kau­fen soll­ten. Deshalb war­ben die Microstock-Agenturen stark um Amateurfotografen, die oft wenig Kenntnisse von den Wünschen der Bildkunden hat­ten.

Yuri kommt ins Spiel

2005 fing dann einer die­ser Amateurfotografen an, eben­falls bei den Microstock-Agenturen Bilder zu ver­kau­fen. Der Däne Jacob Wackerhausen, bes­ser bekannt als Yuri Arcurs, lud wäh­rend sei­nes Psychologie-Studiums die ers­ten Fotos hoch. Ende 2005 hat­te er ca. 500 Bilder von Freunden und sich selbst online und sein Budget pro Fotoshooting war ca. 50 US-Dollar. Er war also einer der vie­len Hobby-Fotografen, die jedoch schnell ihr Hobby zum Beruf mach­ten. Yuri lernt anhand der öffent­li­ch ein­seh­ba­ren Statistiken schnell, wel­che Motive sich bes­ser ver­kau­fen als ande­re, wel­che Models gefrag­ter sind und rich­tet sei­ne Shootings kon­se­quent dar­auf aus. Außerdem ver­bes­sert er sei­ne Technik. Von einer Canon EOS 350D mit 8 Megapixeln zu einer Canon EOS-1Ds Mark II mit 16,7 Megapixeln.

Yuri steigt (zu) hoch hin­aus

Innerhalb von nur acht Jahren steigt sein Portfolio bis 2013 auf knapp 100.000 Bilder an, sei­ne Firma beschäf­tigt über 100 Mitarbeiter und er ver­dient deut­li­ch mehr als drei Millionen im Jahr. Als Kamera arbei­tet er mit – gespon­sor­ten – H3D-II-39s von Hasselblad und Profoto-Licht. Jetzt fängt aber sein Problem an. Schon 2009 hat­te er ca. 10.000 US-Dollar Ausgaben pro Fotoshooting und 2010 gab er über 150.000 US-Dollar allein für Model-Honorare aus. Ein Shooting auf den Malediven kos­te­te ihn 2012 ca. 80.000 US-Dollar, bei dem er ca. 1500 ver­käuf­li­che Bilder erhielt. Das macht über 53 Dollar pro Bild. Mit die­ser Summe hat­te er anfangs ein gan­zes Fotoshooting bezahlt.

Microstock kann aber nur lukra­tiv sein, wenn man es schafft, Bilder güns­tig zu pro­du­zie­ren, weil sie eben auch bil­lig ver­kauft wer­den. Man kann gut Geld mit Microstock-Fotos ver­die­nen, wenn die Motive oft genug ver­kauft wer­den. Das ist aber zum Beispiel bei mei­nen 10.000 Bildern ein­fa­cher als mit Yuris 100.000 Fotos, weil man sich irgend­wann selbst Konkurrenz macht. Natürlich kau­fen die Kunden lie­ber Premium-Qualität zum Discount-Preis. Oder in Yuris Worten: „Sometimes it felt like having a miche­lin restau­rant insi­de a bur­ger joint and at the same time having to match the pri­ces. At some point the pro­fes­sio­nal gets tired of sel­ling 12 cour­se tes­ting menues at 0300AM at bur­ger pri­ces.

Das war die Zwickmühle: Amateure trie­ben die Preise nach unten. Profis muss­ten sich anpas­sen und mit­ma­chen, um über­le­ben zu kön­nen, was wie­der­um die Qualität der Microstock-Bilder schnell stei­ger­te. Die Amateurfotografen, die pfif­fig und gut genug waren, wur­den eben­falls schnell zu Profis und lie­fer­ten kon­stant gute Qualität. Das ging eine Weile gut und zeig­te, dass ein­fa­che Aufnahme wie frei­ge­stell­tes Obst bei­spiels­wei­se von den Macrostock-Aufnahmen „etwas über­teu­ert“ ange­bo­ten wur­de.

Die rich­tig auf­wän­di­gen Shootings, wie ein Business-Meeting, eine Mehr-Generationen-Familie beim Sonntagsessen oder Behinderten-Sportler beim Wettkampf, waren und sind teu­er in der Produktion. Solche Fotoshootings loh­nen sich im Microstock nur, wenn die Motive so oft nach­ge­fragt wer­den, dass auch bei den gerin­gen Preisen die hohen Investitionen wie­der rein­kom­men. Bei Shootings, die mehr als 10.000 Euro kos­ten, wird es irgend­wann jedoch im Microstock-Bereich schwie­rig, egal, wie gut und nach­ge­fragt die Motive sind.

Yuris Entscheidung

Yuri hat das in den letz­ten Jahren anschei­nend gemerkt. Er hät­te die Möglichkeit gehabt, wie­der güns­ti­ger zu pro­du­zie­ren, was bei sei­nen auf­ge­bläh­ten Fixkosten (gro­ße Studios, fest­an­ge­stell­te Mitarbeiter, etc.) schwie­rig ist. Selbst sei­ne Kameras behin­dern ihn da. Zwar darf er stolz dar­auf sein, dass er von der Firma Hasselblad die teu­ren Mittelformat-Kameras umson­st bekommt, aber der Workflow hin­ten­dran mit teu­re­ren Rechnern, mehr Speicherplatz, mehr Upload-Bandbreite etc. wird sicher nicht mit finan­ziert.

Yuri hat sich für die ande­re Variante ent­schie­den: Er geht exklu­siv zum Marktführer, in der Hoffnung, dass die­ser höhe­re Preise für sei­ne Bilder erzie­len kann. Die Chancen ste­hen nicht schlecht, denn die Bildqualität und Motive lie­fert er und Getty Images hat als Macrostock-Agentur Erfahrung mit hohen Verkaufspreisen. Im Grunde ist das der logi­sche Zirkelschluss: Wenn die Microstock-Fotografen so gut wer­den, dass sie Macrostock-Qualität und -Motive lie­fern, soll­ten sie zu einer Macrostock-Agentur gehen.

Yuris Entscheidung ist damit mit­nich­ten der Anfang vom Ende der Microstock-Fotografie, wie er selbst kokett andeu­tet. Es ist nur die Einsicht, dass das eige­ne Geschäftsmodell zu dem Vertriebsmodell pas­sen muss. Yuri hat in der Vergangenheit sei­ne Bilder an alle Agenturen gelie­fert, die bei drei nicht auf den Bäumen waren. Weil er auch vie­le neue, klei­ne Bildagenturen belie­fer­te, die selbst die bil­li­gen Microstock-Agenturen im Preis drü­cken woll­ten, trug er mit zum Preisverfall bei. Sein Ausstieg aus die­sem Hamsterrad bringt den ande­ren gro­ßen Produktionsfirmen wie WaveBreakMedia oder Monkey Business oder Pressmaster sicher eini­ge Monate Spielraum nach oben, aber auch die­se wer­den sich dann ent­schei­den müs­sen, ob sie lie­ber die Kosten nied­rig hal­ten oder die Qualität stei­gern wol­len.

Einige Parallelen

Etwas ängst­li­ch beob­ach­te ich bei mir eini­ge Parallelen. Meine ers­ten Shootings haben mich eben­falls jeweils ca. 50 Euro gekos­tet, aber in den letz­ten zwei Jahren habe ich mich auch ab und zu erwischt, wie ich eini­ge Male mehr als 1.000 Euro für ein Shooting aus­ge­ge­ben habe. Bisher haben sich die­se Ausgaben gelohnt, aber ich muss auf­pas­sen, dass sich die­se Spirale nicht wei­ter nach oben dreht. Auch mei­ne Technik ist bes­ser und teu­rer gewor­den, wobei mitt­ler­wei­le viel­leicht sogar mein Handy aus­rei­chen wür­de, um ver­käuf­li­che Microstock-Bilder zu schie­ßen.

Aber dazu kom­men wir im zwei­ten Teil des Artikels…

Was sagt ihr? Wohin geht die Reise?

Stockfotografie-News 2013-07-19

Gestern habe ich die ers­te Hälfte der rie­si­gen Portion Stockfotografie-News ser­viert. Heute gibt es die zwei­te Hälfte als nicht min­der schmack­haf­ten Nachschlag:

  • Shutterstock stellt ein neu­es Keyword-Tool vor, was sehr intui­tiv funk­tio­niert und von vie­len bes­ser als das alt­be­kann­te von Yuri Arcurs ein­ge­schätzt wird. Dafür tippt man 2–3 Begriffe ein und erhält eine Bildauswahl. Dann klickt man min­des­tens drei Bilder an, die dem zu ver­schlag­wor­ten­den Motiv am ähn­lichs­ten sehen und bekommt dann eini­ge Vorschläge für pas­sen­de Suchbegriffe.
  • Außerdem fei­ert Shutterstock das 10jährige Jubiläum und ver­gibt sie­ben „Stipendien“ zu ins­ge­samt 75.000 USD. Details zur Teilnahme gibt es hier.
  • Shutterstock zum Dritten: Die Agentur ver­kauft jetzt nicht nur Bilder und Videos, son­dern unter der Domain skillfeed.com auch Video-Tutorials im Abo. Der Unterschied zu Tutorial-Seiten wie video2brain ist, dass auch die­se Tutorials mit­tels „Crowdsourcing“ gesam­melt wer­den, sprich: Jeder kann sich bewer­ben und eige­ne Videos ein­rei­chen.
  • Die Bildagentur Panthermedia führt jetzt nach Clipdealer eben­falls eine „Social Media“-Lizenz ein. Der Aufpreis beträgt 10 Euro pro Bild. Außerdem wird die „Social Media“-Lizenz auto­ma­ti­sch mit der Erweiterten Lizenz ver­knüpft, ist dort also im Preis inbe­grif­fen. Wer dar­an nicht teil­neh­men will, muss die ent­spre­chen­den Felder hier in der Rechteverwaltung deak­ti­vie­ren.
  • Parallel dazu kürzt Panthermedia die Honorare für Abo-Downloads auf 0,23 Euro bzw. 0,46 Euro für die kon­zern­wei­te Nutzung.
  • Kürzlich hat­te ich berich­tet, dass Yuri Arcurs jetzt exklu­siv bei Getty Images ist. Heute erzäh­le ich euch, dass er eben 1,2 Millionen USD in die Startup-Firma Scoopshot gesteckt hat. Die Firma will Auftragsfotografie crowd­sour­cen. Ich habe schon vor vier Jahren die deut­li­chen Nachteile auf­ge­zählt und ich sehe nicht, war­um das dies­mal mehr Erfolg haben soll­te. Vielleicht ist es aber auch nur ein cle­ver­er Versuch, eine Bilddatenbank mit Smartphone-Bildern auf­zu­bau­en.
  • Wo wir dabei sind: Mit „Smart Photo Digest“ gibt es jetzt die ers­te (?) deut­sche Zeitschrift für Smartphone-Fotografen. Etwas unver­ständ­li­ch ist nur, wie­so man als Titelbild trotz­dem ein DSLR-Foto nutzt, wenn man so von den Fähigkeiten der Smartphone-Kameras über­zeugt ist.
  • Die drei Macrostock–Agenturen Stockfood, Alamy und Westend61 haben bei­de ihre Webseiten kom­plett neu gestal­tet.
  • Corbis hat jetzt mit „Crave“ eben­falls eine kos­ten­lo­se iPad-App, wel­che aus­ge­wähl­te bes­te Bilder der Agentur zur Schau stellt. Viele Funktionen funk­tio­nie­ren jedoch nur nach Login.
  • Das Start-Up Dotspin zeigt eine krea­ti­ve Möglichkeit auf, wie man mit kos­ten­lo­sen Creative Commons-Bildern trotz­dem Geld ver­die­nen könn­te. Der größ­te Haken dar­an: Bisher hat es Creative Commons-Fotografen auch nicht gestört, dass es kei­ne Honorare gibt.
  • Noch wei­ter geht der Blick über den Tellerrand bei Audiam. Diese Firma will Musikern hel­fen, Geld bei Youtube mit­tels der vor­ge­schal­te­ten Werbung zu ver­die­nen. Leicht pro­ble­ma­ti­sch dabei ist nur, dass ver­sucht wird, anhand unli­zen­zier­ter Inhalte Geld zu ver­die­nen und die­se somit nach­träg­li­ch zu lega­li­sie­ren und den Musiker mit einem Teil der Werbeeinnahmen abzu­spei­sen.
  • Für die Food-Fotografen unter euch: Die Inhaber der Namensrechte der „Pink Lady“-Apfelsorte suchen den Foodfotografen 2014. Hier mehr Details.
  • Noch etwas Lustiges und Lehrreiches zum Schluss: Ihr erin­nert euch sicher alle an Awkward Stock Photos? Dort wer­den schreck­li­che, selt­sa­me oder komi­sche Stockfotos gezeigt. Ähnlich geht es bei Getty Critics zu. Mit dem gro­ßen Unterschied, dass dort wirk­li­ch kri­ti­siert wird und Stockfotografen noch etwas ler­nen kön­nen. Zum Beispiel, dass es unrea­lis­ti­sch aus­sieht, wenn Spielzeug im Kamin liegt, die neun­jäh­ri­ge Tochter Kaffee zum Frühstück trinkt und der Käse mit der Grillzange ser­viert wird.

Was sagt ihr zu den Neuigkeiten? Und wenn ich etwas über­se­hen habe, dann bit­te in den Kommentaren nach­tra­gen.

Stockfotografie-News 2013-07-18

Puh, ich gebe zu, die News habe ich paar Wochen schlei­fen las­sen und auf ein­mal waren es so vie­le Pressemeldungen und Web-Fundstücke, dass ich mich vor der Aufarbeitung gescheut habe. Aber jetzt heißt es, Ärmel hoch­ge­krem­pelt und Ordnung bewah­ren im chao­ti­schen Bildermarkt. Da sich so vie­le Meldungen ange­sam­melt haben, tei­le ich es dies­mal auf. Hier kommt die ers­te Hälfte, mor­gen am Freitag der Rest.

  • Getty Images scheint einen fie­sen Deal mit Café Press aus­ge­han­delt zu haben, der wie so oft Fotografen benach­tei­ligt.
  • Dreamstime hat ihrer Webseite stockfreeimages.com, die kos­ten­lo­se Bilder ver­schenkt, ein Freemium-Abo-Modell hin­zu­ge­fügt. (Nichtexklusive) Fotografen erhal­ten dem­nach pro Download im Abo-Modell 10 US-Cent.
  • Der wohl berühm­tes­te Microstock-Fotograf Yuri Arcurs ist jetzt exklu­siv bei Getty Images. Seine Bilder bei Shutterstock und Fotolia sind schon ver­schwun­den, die ande­ren Agenturen wer­den sicher bald fol­gen.
  • Die afri­ka­ni­sche Volksgruppe der Maasai haben die Nase voll, unge­fragt von Touristen foto­gra­fiert zu wer­den. Deshalb ver­su­chen sie jetzt, den „Maasai“-Namen und bestimm­te tra­di­tio­nel­le Farbkombinationen mar­ken­recht­li­ch schüt­zen zu las­sen.
  • Vom Gründer der Bildagentur Adpic gibt es jetzt eine neue Mediendatenbank namens xms­to­re, mit der nicht nur Bilder, son­dern auch ande­re Medienformate wie Videos, Audiodateien, Texte oder Produkte ver­kauft wer­den kön­nen.
  • 123rf hat jetzt eine iPhone-App namens „Mobile Stock“, mit der Handyfotos zur Bildagentur hoch­ge­la­den wer­den kön­nen. Das funk­tio­nier­te einem ers­ten Test von mir nach ganz gut.
  • iStock­pho­to-News 1: Das Upload-Limit für Fotos wur­de auf 999 Bilder pro Woche gesetzt und damit fak­ti­sch auf­ge­ho­ben.
  • iStock­pho­to-News 2: Darauf bekam die Agentur eine Flut neu­er Bilder und die neue inof­fi­zi­el­le Regel lau­tet: Egal, wie dein Bild aus­sieht, wenn es kei­ne recht­li­chen Fallstricke (feh­len­der Model-Release, ver­steck­tes Logo o.ä.) gibt, wird das Bild anstands­los ange­nom­men. Das führt mit­un­ter zu schaurig-skurrilen Portfolios wie die­sem hier. In eini­gen Fotografengruppen gibt es gera­de den „Sport“, ihre schreck­lichs­ten Fotos (ver­wa­ckelt, unscharf, Bildfehler etc.) hoch­zu­la­den, um zu schau­en, ob wirk­li­ch alles ange­nom­men wird.
  • iStock­pho­to-News 3:Nachdem iStock­pho­to die Preisstruktur geän­dert hat­te, haben sie jetzt auch die Credits mas­siv gesenkt, par­al­lel dazu aber die Preise pro Credit deut­li­ch erhöht. Klingt ver­wir­rend? Ist Absicht. Sean Locke klärt in die­sem Blogartikel auf, wie die Masche funk­tio­niert.
  • Hier gibt es ein sehr lesens­wer­tes Interview mit dem Gründer der neu­en Fotografen Co-Op Stocksy, Bruce Livingstone, der eben­falls schon iStock­pho­to gegrün­det und dana­ch ver­kauft hat­te. Darin erklärt er auch, dass die Preise bei Stocksy teil­wei­se güns­ti­ger als bei iStock­pho­to sei­en. Ich wür­de Getty Images, dem neu­en Eigentümer von iSto­ck glatt zutrau­en, dass sie des­we­gen die oben genann­ten Preise geän­dert haben.
  • Fotolia hat jetzt eine schwe­di­sche Webseite eröff­net und ist damit jetzt in 23 Ländern und mit 14 Sprachen aktiv.

Morgen geht es hier mit min­des­tens gen­au so viel Meldungen wei­ter…