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Panthermedia startet Image Streaming

Die Münchener Bildagentur Panthermedia hinkt ja dem Trend immer etwas hin­ter­her.

So will sie jetzt auch in den Bereich des „Bilder Streaming“ ein­stei­gen, bei dem Bildnutzer (Bildkäufer kann man ja gar nicht mehr sagen) Bilder kos­ten­los nut­zen dür­fen, wenn sie die­se zusam­men mit Werbung auf ihrer Webseite ein­blen­den. Panthermedia erklärt das Ganze in einem Newsletter so:

Ein Verlagskunde, Blogger oder Websitebetreiber „streamt“ Bilder (kein Download) von PantherMedia in sei­ne Website. Dazu kopiert er ein Code‐Snippet in sei­ne Website und gewährt PantherMedia dadurch Zugriff auf das Foto und blen­det dar­in von uns geschal­te­te Werbung ein. Für jede Page Impression (Aufruf einer Website bzw. Anzeige eines Fotos) zahlt ein Advertiser eine Gebühr. Diese Gebühr wird auf alle Parteien in der Kette ver­teilt: dem Fotografen, dem Verlag und dem Vermittler des Fotos und der Werbung.

Schon vor über vier Jahren hat genau das der Marktführer Getty Images mit „Getty Embed“ ver­sucht. Sonderlich erfolg­reich scheint die­ses Modell jedoch nicht zu sein. Bisher habe ich das noch NIE in der Praxis irgend­wo auf einer Webseite im Einsatz gese­hen. Warum soll­te auch ein Webseitenbetreiber die Kontrolle über sei­ne Werbeeinnahmen aus der Hand geben, nur um paar Euro für die Bildnutzung spa­ren zu kön­nen?

Natürlich behaup­tet Panthermedia wie auch bei der Einführung ihres Abomodells, dass die­se Sonderlizenz“ für „mehr Einnahmen“ wür­de:

In die­sem Modell hat jeder Teilnehmer Vorteile: Der Verlagskunde nutzt wei­ter­hin recht­lich kon­trol­lier­te Bilder mit ech­ter Lizenz und gro­ßer Auswahl, der Fotograf erhält erfolgs­ab­hän­gi­ge Lizenzeinnahmen auf Basis der Seitenaufrufe, die Bildagentur erhält wie bis­her einen Anteil für die Bildlizensierung und die Advertising‐Agentur für die Werbedienstleistung. Sogar der Advertiser gewinnt in die­sem Modell, denn er erhält einen beson­ders auf­merk­sam­keits­star­ken und kon­text­re­le­van­ten Werbeplatz.

Dabei bedeu­tet das anders for­mu­liert nur: Der Fotograf trägt jetzt das Risiko, ob eine Werbekampagne oder eine Webseite gut läuft, vor­her wird er nicht bezahlt. Dabei hat er auf die Qualität der Werbung oder der Webseite über­haupt kei­nen Einfluss.

Außerdem: Lohnende Werbung erhal­ten vor allem Webseiten mit viel Traffic. Genau die­se Seiten wer­den aber nicht hr lukra­ti­ves Werbegeschäft außer Haus geben und mit Fotografen, einer Bildagentur und einem Werbe‐Publisher tei­len, nur um (je nach Panthermedia‐Abomodell) 32 bis 190 Cent pro Bild spa­ren zu kön­nen.

Meiner Ansicht nach führt das „Image Streaming“, soweit über­haupt von den Kunden ange­nom­men, nicht zu einer Umsatzsteigerung, son­dern zu einer Kannibalisierung. Wurde frü­her der Fotoerlös von zwei Parteien geteilt, also Fotograf und Bildagentur, wol­len beim Image Streaming nun vier Parteien ihren Anteil haben: Fotograf, Bildagentur, Verlag und dem Werbevermittler. Keine Ahnung, wo Panthermedia den Verlag in ihrer Aufzählung her hat, aber den Werbevermittler haben sie mit Adpressi prak­ti­scher­wei­se gleich selbst gegrün­det: So bleibt mehr Geld in der eige­nen Tasche.

Immerhin bie­tet Panthermedia an, die neue Option bis zum 29.11.2018 hier in der Rechteverwaltung im Anbieterbereich deak­ti­vie­ren zu kön­nen, falls man kein Interesse an die­ser Kannibalisierung „zukunfts­wei­sen­den Gelegenheit“ hat. Auch danach ist ein Opt‐Out wei­ter­hin mög­lich.

Künstliche Intelligenz“ als Buzzword darf aktu­ell natür­lich nicht feh­len:

Was wir nun sehr ober­fläch­lich mit „Werbung“ beschrei­ben, ist jedoch eine sehr kom­ple­xe Entwicklung auf Basis künst­li­cher Intelligenz.

Mich wun­dert es fast, dass sie nicht alles auf „Blockchain“-Basis auf­ge­baut haben, um es in der „Cloud“ zu lagern.

Da sich ein Trend nicht alle bil­det, gibt es auch schon eini­ge Mitbewerber, wel­che eben­falls den Markt des „Image Streaming“ beackern wol­len: SmartFrame aus Großbritannien sowie image­pro­tect aus den USA.

Was hal­tet ihr vom „Image Streaming“?

Stockfotografie‐News 2015‐01‐16

Willkommen zu den ers­ten Stockfotografie‐News des neu­en Jahres.

Die gesam­mel­ten Tipps und Infos sind oft schon aus dem letz­ten Jahr, aber wegen eines Rechtstreits bin ich in den letz­ten Wochen lei­der nicht dazu gekom­men, die­se schon frü­her für euch in eine les­ba­re Form auf­zu­be­rei­ten.

Wer schnel­ler über sol­che Infos wie unten infor­miert sein will, kann mei­ne Facebook‐Seite abon­nie­ren, wo ich vie­le die­ser Infos zwi­schen­durch ver­öf­fent­li­che.

Aber jetzt geht’s los:

  • Ganz frisch, erst ges­tern rein: Die Bildagentur Shutterstock hat gleich zwei Zukäufe getä­tigt: Die Agentur Premium Beat für 38 Mio USD, um bes­ser im Musikbereich mit­mi­schen zu kön­nen und Rex Features für 33 Mio USD, um mehr redak­tio­nel­le Bilder anbie­ten zu kön­nen. Der Markt bleibt sehr tur­bu­lent.
  • Wie grün­de ich erfolg­reich eine Bildagentur? Zu die­sem Thema hat der Gründer der Bildagentur Adpic und Anbieter der Agentur‐Software xmsto­re, Martin Baumann, eine sehr lesens­wer­te Artikelserie zusam­men­ge­stellt, von der bis­her 4 der 10 geplan­ten Teile online sind.
  • Wo wir beim Thema sind: Wer selbst direkt Bilder ver­kauft, zum Beispiel über einen Webshop, Symbiostock oder ein WordPress‐Plugin, wird ver­mut­lich von der neu­en län­der­spe­zi­fi­schen Umsatzsteuer‐Regelung der EU betrof­fen sein. Viel mehr Infos dazu fin­det ihr hier zusam­men­ge­fasst.
  • Die Microstock‐Agentur Dreamstime hat ein net­tes neu­es Keyword‐Feature ein­ge­führt: Im Bereich, wo die Verkäufe ange­zeigt wer­den, wur­den bis­her ja schon teil­wei­se die Suchbegriffe ange­zeigt, wel­che ein Käufer benutzt hat, um das Bild zu fin­den. Wenn das benutz­te Wort noch nicht in den Suchbegriffen des Fotografen ent­hal­ten ist, kann die­ser es jetzt mit einem Klick auf das schwar­ze „Plus“-Symbol hin­zu­fü­gen. Das Ganze sieh so aus:
    dreamstime 15-01-2015 07-52-23
  • Mittlerweile hat die Bildagentur Depositphotos anschei­nend Übung dar­in, die Bildpreise und Fotografenkommissionen nach unten zu drü­cken. Nach die­sem und die­sem Versuch hier, kommt nun hier der neue Vorstoß, um dies­mal nur 3% Fotografen‐Anteil bezah­len zu müs­sen.
  • Experimentiert ihr mit Luftaufnahmen mit­tels einer Drohne? Passt auf, dass ihr alle erfor­der­li­chen Genehmigungen für kom­mer­zi­el­le Fotografie ein­holt, sonst ergeht es euch viel­leicht wie die­sem Fotografen, der nach einem uner­laub­ten Drohnenflog eine vier­stel­li­ge Strafzahlung leis­ten muss­te.
  • Wie erstellt und pos­tet man am bes­ten vira­le Bilder, die dann durchs die sozia­len Netzwerke fegen? Calvin Hollywood gibt hier [Update: Das Video wur­de bei Youtube anschei­nend lei­der ent­fernt] eini­ge Tipps.
  • Meine Vorhersage in den letz­ten News hat sich bewahr­hei­tet: Die Konsolidierung der deut­schen Bildagentur‐Szene ist noch nicht abge­schlos­sen. Nachdem Panthermedia im Juli die Agentur Digitalstock gekauft hat, hat die Münchener Agentur jetzt im Januar auch die Berliner Agentur Coverpicture gekauft, wel­che vor allem im redak­tio­nel­len Bereich ihre Stärke hat­te. Den Fotografen wird ange­bo­ten, ihre dort vor­han­de­nen Bilder ent­we­der zu Panthermedia zu über­tra­gen oder zum 1. April 2015 löschen zu las­sen. Ich habe mich für letz­te­res ent­schie­den, weil mei­ne Bilder sowie­so schon bei Panthermedia sind.
  • Nachdem die Bildagenturen ihre Erfahrungen sam­meln konn­ten, wie der hoch­prei­si­ge Bildermarkt am bes­ten durch Microstock‐Preise ersetzt wer­den konn­te, scheint die­se Entwicklung im Video‐Bereich deut­lich schnel­ler zu lau­fen. Shutterstock bie­tet jetzt über deren Tochteragentur Bigstock test­wei­se Video‐Pakete im Abo für bis zu 0,07 Euro‐Cent pro Video an. Immerhin scheint von Anbieter‐Seite ein akti­ver „Opt‐In“ erfor­der­lich gewe­sen zu sein. An ande­rer Front drückt Videohive vom Agenturkonglomerat Envato die Preise für HD‐Videos auf 6 US‐Dollar. Ein win­zi­ger Lichtblick: Der Download eines HD‐Videos bei Fotolia zählt jetzt wie 5 Downloads, womit vor allem Leute mit vie­len Videos im Portfolio viel­leicht etwas schnel­ler im Ranking stei­gen kön­nen.
  • Autsch: Die Rating‐Agentur Moodys senkt den Ausblick für Getty Images von „sta­bil“ auf „nega­tiv“, die vol­le Begründung ist hier nach­les­bar. Versucht beim Lesen ein­fach mal, das Wort „Midstock“ durch „iStock“ zu erset­zen.
  • Der Microstock‐Fotograf Joshua Resnick wird aktu­ell von einem sei­ner Models ver­klagt, weil Bilder des Models in por­no­gra­fi­schen Zusammenhängen auf­ge­taucht sind. Je nach Quelle reicht die Schadenssumme von einer fünf­stel­li­gen bis sechs­stel­li­gen Summe. So wie sich der Fall dar­stellt, hal­te ich den Fall für eher halt­los, aber wer des öfte­ren Dessousfotos mit Models macht, soll­te ein Augenmerk dar­auf rich­ten, wie der Prozess aus­ge­hen wird. Die Klageschrift kann hier als PDF ein­ge­se­hen wer­den, der ver­wen­de­te Model‐Vertrag hier.
  • Bei iStock gibt es eini­ge wich­ti­ge finan­zi­el­le Änderungen: Ab 2015 muss jeder, wel­cher eine Doppelbesteuerung ver­mei­den will, ein Steuer‐Interview aus­fül­len, wie es auch schon von Shutterstock und Fotolia ver­langt wur­de. Außerdem wird der Verdienst monat­lich aus­ge­zahlt, wenn min­des­tens 100 USD ver­dient wur­den. Alle Details hier.
  • Seit November schon wer­den alle Bilder, die bei Panthermedia im Abo ver­trie­ben wer­den, auto­ma­tisch auch bei Vertriebspartnern im Abo ange­bo­ten. Wer das nicht will, muss Abos kom­plett in der Rechteverwaltung deak­ti­vie­ren.
  • Noch was für’s Auge: Sehr schö­ne Luftaufnahmen von New York City bei Nacht gibt es hier vom Fotografen Vincent Laforet.
  • Zum Schluss noch etwas Lehrreiches: Wie erstellt man „klas­si­sches Rembrandtlicht“? So:

Habe ich etwas ver­ges­sen? Dann bit­te in den Kommentaren nach­tra­gen.

Stockfotografie‐News 2014‐09‐05

Es ist mir ja etwas pein­lich: Die letz­te News‐Sammlung habe ich im März erstellt. März! Das sind Lichtjahre in Stockfotografie‐Zeitrechnung.

Aber ihr wißt ja, Urlaub, Sommer, Eis, Arbeit, die übli­chen Ausreden. Aber genug davon.

Die Branche dreht sich hei­ter wei­ter und des­halb ver­su­che ich mal kurz, das Karussel anzu­hal­ten, damit wir einen Blick auf die glän­zen­den Neuigkeiten (bzw. alles das, was im letz­ten hal­ben Jahr pas­siert ist) wer­fen kön­nen.

  •  Nur drei Tage alt ist die Meldung von iStock, die Preisstruktur nach andert­halb Jahren wie­der kom­plett umzu­krem­peln. Damals wur­den die sie­ben ver­schie­de­nen Kollektionen auf 4 run­ter­ge­dampft, dies­mal sol­len nur noch zwei übrig blei­ben: Essentials und Signature. Außerdem wird der Direktkauf abge­schafft und es müs­sen jetzt wie­der immer Credits gekauft wer­den. Um das Ganze nicht unnö­tig ein­fach zu machen, wird auch noch am Credit‐Wert geschraubt. Auch die Preisstaffelung nach Bildgröße wird abge­schafft, das bedeu­tet: Kleine Bilder wer­den teu­rer, gro­ße Bilder güns­ti­ger.  Besonders hart trifft das die iStock‐Fotografen, wel­che bis­her vie­le Bilder über die Vetta‐Kollektion ver­kau­fen konn­ten, weil dort der Preissturz am dras­tischs­ten ist. Einen genaue­ren Überblick hat Sean Locke hier.
  • Während sich der Erfolg der Preisänderung bei iStock noch zei­gen muss, gab es auch einen Lichtblick des gesun­den Menschenverstands bei iStock: Jetzt dür­fen dort auch Bilder mit vie­len Logos und Menschenmengen als kom­mer­zi­ell nutz­ba­re Bilder ange­bo­ten wer­den, wenn die­se eini­gen Richtlinien fol­gen. Da kön­nen sich ande­re Agenturen ruhig was abschau­en.
  • Eine wei­te­re Empfehlung für Nachahmungstäter: Canstock über­setzt die meist kom­pli­ziert for­mu­lier­ten Nutzungsbedingungen deut­lich ver­ständ­li­cher.
  • Shutterstock ver­kauft seit April auch Musik. Anbieter müs­sen sich mit einem klei­nen Portfolio direkt bei Shutterstock bewer­ben, wenn sie ihre Tracks auch anbie­ten wol­len.
  • Mit „Photography Companion“ reiht sich auch Dreamstime in die Liste der Agenturen ein, wel­che eine App zum Fotos hoch­la­den haben.
  • Fotolia hat ihre App „Instant“ nach lan­ger Wartezeit auch für Android‐Nutzer zugäng­lich gemacht.
  • Außerdem bie­tet Fotolia jetzt „fall­wei­se“ Videos wie­der im Abonnement an, dies­mal jedoch mit 35% Kommission auf den Mindestpreis von 50 Euro für Full‐HD‐Videos.
  • Nochmal Shutterstock: Dort ist es jetzt auch mög­lich, Illustrationen und Vektoren als Editorial‐Content anzu­bie­ten, z.B. Zeichnungen von Prominenten.
  • Die deut­sche foto­com­mu­ni­ty, bis­her eher als „oh, tol­le Bilder“-Galerie bekannt, steigt in den Bildermarkt ein und bie­tet schon seit April die Möglichkeit, die hoch­ge­la­de­nen Fotos auf Leinwand o.ä. zu ver­kau­fen.
  • Die Bildagentur Panthermedia hat die seit lan­gem vor sich hin krie­chen­de Agentur Digitalstock auf­ge­kauft. Kunden und Fotografen sol­len ein­fach zu Panthermedia wech­seln, even­tu­el­les Restguthaben von Fotografen wur­de aus­ge­zahlt. Ein wei­te­rer Schritt bei der Marktbereinigung der deut­schen Agenturszene, die garan­tiert noch nicht abge­schlos­sen ist.
  • Interessant für Videographen: Shutterstock lis­tet hier fünf Video‐Kategorien mit hoher Nachfrage auf.
  • Pond5 hat eine Finanzspritze von etwas über 60 Millionen US‐Dollar erhal­ten. Mal sehen, was sie damit machen.
  • Schön zu sehen, dass eini­ge Agenturen auch mal zuhö­ren: Pond5 erlaubt die Suche nach dem ori­gi­na­len Upload‐Dateinamen im Fotografen‐Dashboard und sowohl Fotolia als auch Dreamstime zei­gen end­lich beim Upload den kom­plet­ten Dateinamen an. Sehr hilf­reich, wenn man auf den Thumb nicht alles erkennt.
  • Müssen witr Angst haben? Der Bildermarkt‐Analyst Paul Melcher hat über die „Stockfotografie‐Blindheit“ geschrie­ben und war­um „ehr­li­che, authen­ti­sche“ Bilder mehr Aufmerksamkeit gene­rie­ren wür­den. Ich kanns bald nicht mehr hören: Kunden rufen nach authen­ti­schen Bildern, Agenturen ver­lan­gen authen­ti­sche Bilder und Fotografen lie­fern – ger­ne auch mit dem Handy – authen­ti­sche Bilder. Dann ist doch alles in Butter? Vielleicht soll­te ich dar­über mal schrei­ben?
  • Leckere Rezepte und per­fek­te Food‐Fotos? Der neue Blog von Stockfood hat bei­des. (Und der Eis‐Blog von Erich und mir natür­lich auch, soviel Eigenwerbung darf sein.)
  • Alamy hat ein neu­es Dashboard für Fotografen. Sieht erst mal sehr über­sicht­lich aus, dafür ist die Agentur immer noch nicht in der Lage, hand­li­che Sales Reports zu erstel­len.
  • Manchmal haben lan­ge Wartezeiten auch ihr gutes. In der letz­ten News berich­te­te ich über ein Urteil zu Pixelio, wonach auf jedem Bild im Internet ein Urheberrechtshinweis müs­se. Das wur­de in höhe­rer Instanz schnell wie­der ein­kas­siert.
  • Die Fotografin Rachel Scroggins schreibt hier, wie ihr durch den Instagram‐Post eines Supermodels mit einem Foto von ihr viel Geld durch die Lappen geht wegen des feh­len­den Urheberrechtshinweises.
  • Deutlich mehr Geld ver­lo­ren hat jedoch der Fotograf David J. Slater, dem ein Affe sei­ne Kamera ent­ris­sen hat­te, um ein Selfie zu machen. Wikimedia erklär­te dar­auf­hin das Foto in die „Public Domain“ gehö­re. Die gan­ze Story gibt es hier.

Bestimmt habe ich in der Zwischenzeit eini­ge Sachen ver­passt, also wie immer ger­ne in den Kommentaren nach­tra­gen.

Ansonsten: Nächstes Mal bin ich wie­der frü­her dran, ver­spro­chen!

Stockfotografie‐News 2014‐03‐14

Was schon seit über zwei Monaten kei­ne News‐Sammlung mehr? Eigentlich woll­te ich die neus­te Zusammenstellung der Nachrichten schon letz­ten Freitag brin­gen, aber dann kam die Aufregung um „Getty Embed“ dazwi­schen. Aber heu­te:

  • Shutterstock-CEO Jon Oringer blickt auf das erfolg­rei­che Jahr 2013 für Shutterstock zurück.
  • Auch Alamy ver­öf­fent­lich­te eini­ge span­nen­de Zahlen als Rückblick auf das Jahr 2013. Am span­nends­ten ist wohl, dass letz­tes Jahr 12,2 Millionen USD an Fotografen aus­ge­zahlt wur­den.
  • Die letz­ten Jahre schon hat Tyler Olson von der Microstockgroup.com eine Umfrage unter den Microstock‐Fotografen gemacht. Die  Ergebnisse für das Jahr 2013 zeigt er hier als kur­ze Infografik oder hier etwas aus­führ­li­cher.
  • Fotolia star­tet den „Dollar Photo Club“, bei dem sich die Mitglieder aus dem glei­chen Angebot wie bei Fotolia direkt bedie­nen kön­nen. Der Vorteil scheint daher eher der Preis von einem Dollar pro Foto zu sein.
  • Noch mal Shutterstock: Hier stellt die Agentur welt­wei­te Design‐Trends für 2014 vor. Auch im Hinblick auf Fotoproduktionen inter­es­sant.
  • Getty Images stellt die neue iPhone‐App „Getty Moments“ vor, mit der regis­trier­te Fotografen Kunden‐Briefings direkt aufs Handy bekom­men und umset­zen kön­nen. Damit macht die Agentur Firmen wie Scoopshot oder Imagebrief direk­te Konkurrenz.
  • Fast gleich­zei­tig erklärt Getty Images die Partnerschaft mit Flickr für been­det. Die alten Verträge gel­ten (noch) wei­ter­hin, neue Bilder sol­len dann über Getty Moments und EyeEm (sie­he unten) kom­men.
  • iStock hat indi­rekt die Preise erhöht, indem die kleins­te Bildgröße XS ersatz­los gestri­chen wur­de und Kunden nun die nächst­grö­ße­re (und teu­re­re) Bildgröße kau­fen müs­sen.
  • Noch mal iStock: Die Agentur führt ein neu­es Abo‐Modell ein, wel­ches auch viel exklu­si­ves Material ent­hal­ten soll (im Gegensatz zum Thinkstock‐Abo). Den Fotografen wer­den für das Abo aber kei­ne „Redeemed Credits“ (RC) ange­rech­net. Das ist wie­der einer der Änderungen, die absicht­lich an ver­schie­de­nen Stellschrauben gleich­zei­tig dre­hen, damit es sehr kom­plex und kom­pli­ziert wird, die Folgen zu erklä­ren. Wer sich reinar­bei­ten will, kann hier anfan­gen.
  • Getty Images hat zusam­men mit der Nichtregierungsorganisation LeanIn.org die „Lean In Collectiongestar­tet, wel­che Bilder von moder­nen Frauen abseits von Klischees dar­stel­len soll. Die aktu­ell knapp 2.800 Bilder zei­gen mir jedoch, dass das gar nicht so ein­fach ist. Über das Thema hat­te ich ja schon im Dezember hier geschrie­ben.
  • In die­sem Interview erklärt der Gründer Florian Meissner der Bilder‐Community EyeEm, dass er jetzt auch Smartphone‐Bilder ver­kau­fen will.
  • Kurz dar­auf kün­dig­ten EyeEm und Getty Images einen Vertriebsdeal an, bei dem aus­ge­wähl­te Bilder von EyeEm über iStock und Getty ver­kauft wer­den sol­len. Die Fotografen sol­len 50% des Erlöses erhal­ten, aber nur von dem Betrag, den EyeEm von Getty erhält. Da Getty übli­cher­wei­se nur ca. 20% des Verkufspreises an Partner aus­zahlt, wären das dann 10%. Die genau­en Zahlen sind aber lei­der nicht bekannt. Aber viel­leicht will Getty nur auch mehr Bilder haben, die es – ver­ziert mit Werbebotschaften – im Rahmen von Getty Embed ver­schenkt.
  • Auch der Flickr‐Konkurrenz 500px will jetzt in den Bildermarkt ein­stei­gen und Bilder lizen­zie­ren. Ich bin mir nicht sicher, wo deren Alleinstellungsmerkmal lie­gen soll und ver­mu­te, dass sie eher „Print on Demand“-Plattformen als Vorbild haben denn die übli­chen Microstock‐Agenturen.
  • Ach ja, Alamy stellt eben­falls eine App für den Bilderverkauf namens Stockimo vor. Die Wertschätzung der Fotografen liest sich am Umsatzanteil ab: Bisherige Alamy‐Fotografen erhal­ten 50% Kommission, wer neu ist und sich bis zum 30. April anmel­det, erhält 40%, der Rest bekommt nur 20%.
  • Pond5 stellt ihr neu­es Plugin für Adobe Première Pro vor und ver­schenkt zu die­sem Anlass Videos und Audio‐Files im Wert von ca. 1.000 USD.
  • Panthermedia hat die Webseite neu gestal­tet, bie­tet jetzt auch Vektoren an und hat eine „Social Media“-Lizenz in ihre Erweiterten Lizenzen inte­griert. Wer das nicht will, muss die­se also deak­ti­vie­ren.
  • Vor paar Wochen wur­de in den Mainstream‐Medien pla­ka­tiv über das Urteil des Landesgerichts Köln berich­tet, wonach – ver­kürzt wie­der­ge­ge­ben – bei jeder Bildnutzung im Internet ein Urheberrechtshinweis direkt am Bild ste­hen müs­se. Konkret bezog sich der Fall auf den User PiJay bei der kos­ten­lo­sen Bilderdatenbank Pixelio, die wie­der­um hier zum Fall Stellung genom­men hat und die Nutzungsbedingungen über­ar­bei­ten will.
  • Shutterstock hat ein schö­nes neu­es Feature: „Undiscovered“. Das ist eine wei­te­re Suchoption neben „Popular“ oder „Newest“, bei der nur Bilder ange­zeigt wur­den, die noch kei­ne Verkäufe hat­ten. Eine Win‐Win‐Situation: Käufer kön­nen unver­brauch­te Bilder kau­fen und die alten Bilder der Fotografen bekom­men viel­leicht einen Schub.
  • Kleckern, kos­ten, Krümmel: So könn­te man den neu­en Trend „Perfectly Imperfect“ beschrei­ben, wel­chen die Bildagentur Stockfood als neu­en visu­el­len Trend in der Foodfotografie aus­ge­macht hat. Das Rezept kann auch mal miss­lin­gen, der Keks bre­chen oder die Sauce auf die Tischdecke trop­fen. Sieht sym­pa­thisch aus, fin­de ich.
  • Diese Tage star­tet Fotolia die drit­te Staffel der TEN Collection, bei der dies­mal je ein Fotograf und ein Grafikdesigner zusam­men an einem Werk arbei­ten. Außerdem wer­den seit ges­tern bis 30. Mai 2014 die bes­ten Werke der ers­ten bei­den Staffeln im fotoliaLAB in der Lychener Straße 74, 10437 Berlin aus­ge­stellt. Öffnungszeiten sind Mo‐Fr 10–18 Uhr.
  • Noch mal Fotolia: Die Agentur führt eine Auflagenbeschränkung von 500.000 Stück bei der Standardlizenz ein und lässt gleich­zei­tig die Möglichkeit ent­fal­len, die Erweiterte Lizenz deak­ti­vie­ren zu kön­nen.

Mein Angebot: Von der News zur Story!

Ich hat­te kürz­lich eine Idee, von der ich schau­en will, ob sie bei euch gut ankommt: Ich möch­te euch anbie­ten, dass ihr in jeder Folge mei­ner „Stockfotografie‐News“ bis – sagen wir mal – fünf Tage nach Veröffentlichung (also dies­mal bis ein­schließ­lich dem 19.3.2014) eine der News in den Kommentaren nen­nen könnt, über die ihr euch eine aus­führ­li­che Story wünscht. Diese wür­de ich dann in den fol­gen­den Tagen recher­chie­ren, ana­ly­sie­ren, zusam­men­fas­sen und dar­über berich­ten. Gerne könnt ihr in eurem Kommentar auch schrei­ben, war­um Euch die Nachricht inter­es­siert oder wel­che wei­ter­füh­ren­den Aspekte genau.

Wenn das inter­es­sant für euch klingt:
Welcher Nachricht soll­te ich tie­fer auf den Grund gehen?

Stockfotografie‐News 2013‐07‐19

Gestern habe ich die ers­te Hälfte der rie­si­gen Portion Stockfotografie‐News ser­viert. Heute gibt es die zwei­te Hälfte als nicht min­der schmack­haf­ten Nachschlag:

  • Shutterstock stellt ein neu­es Keyword‐Tool vor, was sehr intui­tiv funk­tio­niert und von vie­len bes­ser als das alt­be­kann­te von Yuri Arcurs ein­ge­schätzt wird. Dafür tippt man 2–3 Begriffe ein und erhält eine Bildauswahl. Dann klickt man min­des­tens drei Bilder an, die dem zu ver­schlag­wor­ten­den Motiv am ähn­lichs­ten sehen und bekommt dann eini­ge Vorschläge für pas­sen­de Suchbegriffe.
  • Außerdem fei­ert Shutterstock das 10jährige Jubiläum und ver­gibt sie­ben „Stipendien“ zu ins­ge­samt 75.000 USD. Details zur Teilnahme gibt es hier.
  • Shutterstock zum Dritten: Die Agentur ver­kauft jetzt nicht nur Bilder und Videos, son­dern unter der Domain skillfeed.com auch Video‐Tutorials im Abo. Der Unterschied zu Tutorial‐Seiten wie video2brain ist, dass auch die­se Tutorials mit­tels „Crowdsourcing“ gesam­melt wer­den, sprich: Jeder kann sich bewer­ben und eige­ne Videos ein­rei­chen.
  • Die Bildagentur Panthermedia führt jetzt nach Clipdealer eben­falls eine „Social Media“-Lizenz ein. Der Aufpreis beträgt 10 Euro pro Bild. Außerdem wird die „Social Media“-Lizenz auto­ma­tisch mit der Erweiterten Lizenz ver­knüpft, ist dort also im Preis inbe­grif­fen. Wer dar­an nicht teil­neh­men will, muss die ent­spre­chen­den Felder hier in der Rechteverwaltung deak­ti­vie­ren.
  • Parallel dazu kürzt Panthermedia die Honorare für Abo‐Downloads auf 0,23 Euro bzw. 0,46 Euro für die kon­zern­wei­te Nutzung.
  • Kürzlich hat­te ich berich­tet, dass Yuri Arcurs jetzt exklu­siv bei Getty Images ist. Heute erzäh­le ich euch, dass er eben 1,2 Millionen USD in die Startup‐Firma Scoopshot gesteckt hat. Die Firma will Auftragsfotografie crowd­sour­cen. Ich habe schon vor vier Jahren die deut­li­chen Nachteile auf­ge­zählt und ich sehe nicht, war­um das dies­mal mehr Erfolg haben soll­te. Vielleicht ist es aber auch nur ein cle­ve­rer Versuch, eine Bilddatenbank mit Smartphone‐Bildern auf­zu­bau­en.
  • Wo wir dabei sind: Mit „Smart Photo Digest“ gibt es jetzt die ers­te (?) deut­sche Zeitschrift für Smartphone-Fotografen. Etwas unver­ständ­lich ist nur, wie­so man als Titelbild trotz­dem ein DSLR‐Foto nutzt, wenn man so von den Fähigkeiten der Smartphone‐Kameras über­zeugt ist.
  • Die drei Macrostock‐Agenturen Stockfood, Alamy und Westend61 haben bei­de ihre Webseiten kom­plett neu gestal­tet.
  • Corbis hat jetzt mit „Crave“ eben­falls eine kos­ten­lo­se iPad‐App, wel­che aus­ge­wähl­te bes­te Bilder der Agentur zur Schau stellt. Viele Funktionen funk­tio­nie­ren jedoch nur nach Login.
  • Das Start‐Up Dotspin zeigt eine krea­ti­ve Möglichkeit auf, wie man mit kos­ten­lo­sen Creative Commons‐Bildern trotz­dem Geld ver­die­nen könn­te. Der größ­te Haken dar­an: Bisher hat es Creative Commons‐Fotografen auch nicht gestört, dass es kei­ne Honorare gibt.
  • Noch wei­ter geht der Blick über den Tellerrand bei Audiam. Diese Firma will Musikern hel­fen, Geld bei Youtube mit­tels der vor­ge­schal­te­ten Werbung zu ver­die­nen. Leicht pro­ble­ma­tisch dabei ist nur, dass ver­sucht wird, anhand unli­zen­zier­ter Inhalte Geld zu ver­die­nen und die­se somit nach­träg­lich zu lega­li­sie­ren und den Musiker mit einem Teil der Werbeeinnahmen abzu­spei­sen.
  • Für die Food‐Fotografen unter euch: Die Inhaber der Namensrechte der „Pink Lady“-Apfelsorte suchen den Foodfotografen 2014. Hier mehr Details.
  • Noch etwas Lustiges und Lehrreiches zum Schluss: Ihr erin­nert euch sicher alle an Awkward Stock Photos? Dort wer­den schreck­li­che, selt­sa­me oder komi­sche Stockfotos gezeigt. Ähnlich geht es bei Getty Critics zu. Mit dem gro­ßen Unterschied, dass dort wirk­lich kri­ti­siert wird und Stockfotografen noch etwas ler­nen kön­nen. Zum Beispiel, dass es unrea­lis­tisch aus­sieht, wenn Spielzeug im Kamin liegt, die neun­jäh­ri­ge Tochter Kaffee zum Frühstück trinkt und der Käse mit der Grillzange ser­viert wird.

Was sagt ihr zu den Neuigkeiten? Und wenn ich etwas über­se­hen habe, dann bit­te in den Kommentaren nach­tra­gen.