Top-Microstock-Fotograf Yuri Arcurs wird exklusiver Getty Images-Fotograf

Ein Gerücht machte Samstagmorgen die Runde: Der berühmteste Microstock-Fotograf der Welt, Yuri Arcurs, wird exklusiver Fotograf bei iStockphoto. Auslöser war die kleine goldene Krone, welche auf seiner Profilseite zu sehen ist und das Symbol für Exklusivität ist. Dazu kommt, dass alle seine Bilder bei Shutterstock verschwunden sind.

Nachdem in der Microstockgroup danach die Spekulationen anfingen, bestätigte Yuri Arcurs die Tatsache mit diesen Worten:

„Hi Guys.
We have found a good distribution partner (Getty Images) for the kind of content we produce. We will be removing all images from microstock doing the next few weeks. Microstock, especially subscription sites, are not suited for the kind of high production cost images we produce.
Best Yuri“

Die Reaktionen auf diese Ankündigung fallen sehr gemischt aus: Einige rufen das Ende von Microstock aus, andere vermuten finanzielle Motive hinter der Entscheidung und der Fotograf David Clark verglich diese Aktion mit „dem Buchen eines Erste-Klasse-Tickets auf der bereits sinkenden Titanic„.

Zur Zeit gibt es nur das obige Zitat als Aussage, aber einige Dinge lassen sich aus Erfahrung vermuten:

Die eigene Verkaufseite peopleimages.com von Yuri Arcurs, die seit ziemlich genau einem Jahr online ist, hatte nach fünf Monaten zwar nach Aussagen Yuris fünfstellige Umsätze, aber erzielte bei weitem noch keinen Gewinn. Außerdem hatte Yuri ebenfalls nach eigenen Aussagen geplant, weitere Fotografen über seine Webseite verkaufen zu lassen, also quasi eine eigene Bildagentur zu gründen. Das wäre für iStockphoto und Getty Images sicher gefährlich gewesen, weil Yuri Arcus bestimmt in der Lage gewesen wäre, viele talentierte Fotografen auf seine Seite zu ziehen, vielleicht sogar mehr, als es Stocksy jetzt schon mit Sean Locke, Rob Sylvan und vielen anderen geschafft hat. Vielleicht wollte Getty Images das wortwörtlich um jeden Preis verhindern.

Das zweite Thema, was sich in der Diskussion zur Ankündung herauskristallisiert hat, sind die „zu hohen Produktionskosten„, von denen Yuri spricht. Das ist vielleicht ein Fehler, dem Yuri (und andere große Bildfabriken wie CandyBox, Monkeybusiness oder Africa Studio) aufgesessen sind. Man braucht keine Hasselblad und Profoto Equipment, um für Microstock-Agenturen zu produzieren. Ein großes Team hilft, große Mengen in kurzer Zeit zu produzieren, aber oft kannibalisiert man sich damit eher selbst als andere, weil man zwangsläufig mehr Bilder hat, die durch die schiere Menge in den Suchalgorithmen der Bildagenturen hinten runter fallen. Durch eine eigene Bildagentur (Serverkosten, Service-Personal), ein großes Studio und viele Mitarbeiter gibt es hohe Deckungskosten, die ein einzelner Fotograf nicht hat. Konkret hat Yuri anscheinend über 100 Mitarbeiter und er braucht ca. 30 Monate, bis sich eines seiner Shootings durchschnittlich wieder rentiert. Das ist (zu?) viel.

Der dritte Punkt ist, die Sache als ein spannendes Live-Experiment zu sehen: Wird es Yuri Arcurs tatsächlich gelingen, seine Bilder aus den garantiert über 50 (vermutlich eher über 200) Bildagenturen weltweit zu löschen? Ich bezweifle das, aber das führt zum vierten Punkt:

Sind einige Exklusivfotografen gleicher als gleich? Normalerweise bedeutet „Exklusivität“ bei iStockphoto Fotografenexklusivität. Der Fotograf darf also keine anderen Bilder bei anderen RF-Agenturen verkaufen. Blend Images ist aber zum Beispiel eine Bildagentur, die es geschafft hat, diesen „Exklusivstatus“ bei iStockphoto zu erhalten und trotzdem unter eigenem Namen Bilder bei Fotolia, Shutterstock und so weiter verkaufen darf. Es wird vermutet, dass auch Yuri Arcurs eine nach ihm benannte „Getty-Kollektion“ beliefern könnte und damit das enge Exklusivität-Korsett lockert. Warum sollte er auch seine millionenteure Verkaufsseite nach einem Jahr wieder dichtmachen? Dass Yuri im obigen Zitat von Getty statt von iStockphoto spricht, deutet in diese Richtung.

Generell halte ich es für jemanden, der ausschließlich von dem Verkauf seiner Bilder lebt, weiterhin für sehr riskant, seine Bilder nur exklusiv anzubieten. Aber Yuri Arcurs ist kein träumender Künstler, sondern ein Geschäftsmann, der hart kalkulieren und verhandeln kann und vermutlich aus seiner Sicht gute Gründe für diesen Schritt hat. Deswegen wird es interessant sein zu beobachten, wie sich diese Sache entwickelt.

Wie sieht ihr das? Was könnten Gründe für seine Entscheidung sein?

44 Gedanken zu „Top-Microstock-Fotograf Yuri Arcurs wird exklusiver Getty Images-Fotograf“

  1. Das wird interessant.
    Bin gespannt wo er überall seine Bilder entfernt. Ob das auch Fotolia betrifft?
    lg, Amir

  2. Mutig, mutig! Wer speziell nach seinen Fotos sucht, der wird ihn sicherlich auch dort finden, doch das Kerngeschäft wird meinen Einschätzungen zu Folge dadurch einbrechen. Mal ehrlich, wenn ich ein Bild suche, dann nutze ich die Suchfunktion von Fotolia und wähle eines was passt. Ein fehlender Yuri wird mir da persönlich gar nicht auffallen.

    Trotzdem bin ich gespannt, wie es sich für ihn entwickelt und hoffe, dass er regelmäßig drüber berichten wird…

  3. Zitat von Lobo im istock forum
    „No, Winston. I’m not saying that at all. What I am saying is that I don’t expect mirroring of Non-exclusive content is going to occur. At least not in the short term. If we do eventually decide to allow for some Non-exclusive content to be mirrored at Getty I will let the community know.“
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    Man beachte das „some“ im Original Thread fett dargestellt war.
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    Etwas weiter unten Frage von Ilbusca
    „I don’t get it either:

    The newsletter and FAQ say:

    A) The Vetta and Signature Plus collections will be mirrored on Getty
    B) Signature + will contain Extremely High performing Non-exclusive files (from Main/Plus)

    A + B means that Extremely High performing Non-exclusive files will be mirrored on Getty, no?“
    ——————————————————————————–
    Antwort von Lobo
    „No, it doesn’t mean that.

    It means Extremely High performing Non-exclusive files can be added to Signature +. We can distinguish between exclusive and non-exclusive content. So Exclusive content will most certainly be mirrored whereas non-exclusive content will not. I’m not saying that we wont ever consider adding non-exclusive to the mirroring on Getty. However, at this point we have no plans to do so.

    I’m not sure how much more clear I can be. I was thinking caps lock, but then it just looks like I’m yelling.“
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    „However, at this point we have no plans to do so.“ Die Aussage von Lobo war am 17. Mai. Wie schnell doch die Zeit vergeht.
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    Na Robert das wäre doch was für dich. Deine Bilder „on Location „sind genau das was stock / Getty sucht. Real People, Real Location.
    Und über 40% Beteiligung könntest du bei deinem wirklich guten Portfolio, mit istock sicher verhandeln. Zumindest derzeit, wo sich istock gerade ein wenig den Top Produzenten öffnet.

    Oder hat istock bei dir schon angeläutet? Würde mich nicht wundern.

  4. Ist doch toll. Dann wissen wir ja alle, wo wir unsere Bilder in Zukunft nicht mehr hochladen brauchen. (So lange sie denen von Yuri ähneln). 🙁

    Was nützt es mir denn, wenn bei einer Suche die ersten einhundert Bilder von Yuri sind und denn erst ein Bild von einem anderen Fotografen erscheint.

    So gesehen hat er dann ja seine eigene Agentur… 😉

  5. Für meinen Geschmack wird darum zu viel Wind gemacht, die 60k Bilder hier oder da oder nicht mehr dort. Wen interessiert das, wenn ich in jeder größeren Microstock Agentur über 20Millionen Bilder finde.

  6. @Stan
    Es ist einerseits interessant, weil der Stockmarkt nicht mehr wirklich wächst. Der gesammte weltweite Umsatz für Stockbilder, microstock und Makrostock, stagniert eher. Dazu ist GettyImages der dominante Konzern im Stockmarkt. Und Yuri gehört eben zu den führenden Stockproduzenten, aber mit enormen Fixkosten.
    Weiters baut man bei istock wieder mal um. Der Konstruktion nach, schaut es eher aus. Als ob man längerfristig, die Fotografenexklusivität abschaffen wird.

  7. Ich könnte mir vorstellen, dass folgendes passiert ist und noch passiert: Yuri hat einen für sich passenden Vertrag ausgehandelt, den nicht jeder exklusive Fotograf bei Getty bekommt. Ich glaube auch, dass die Argumente in Richtung „auf den kann man nicht verzichten“ / „oder eben doch“… in eine falsche Richtung gehen. Große Firmen werden von kühlen Rechnern geleitet. Jeder einzelne wird sich was dabei denken, wenn er den einen oder anderen ziehen lässt.

    Dass der Markt weitgehend gesättigt, ja, das glaub ich auch. Genau deshalb steigen auch die Anforderungen an die Qualität, und genau deshalb gibt es immer weniger hauptberufliche Microstockfotografen, welche jeweils ein immer größer werdendes Portfolio benötigen, um auch weiterhin davon leben zu können.

    Solche Entwicklungen kann man allerdings in jeder einzelnen Branche dieser Welt beobachten – und, wie Robert auch schon einmal bemerkte: Wenn der Wind sich dreht, muss man sich eben anpassen.

    Ich glaube mal, dass es heute für einen Einsteiger wesentlich schwieriger ist, eine berufliche Zukunft auf Microstock aufzubauen, als es noch vor 4 Jahren war. Doch letzten Endes wird es immer Auftraggeber geben, die Fotos brauchen, welche nicht in Agenturen zu finden sind: Von sich, von ihrer Firma, von ihren Produkten.

  8. Eine interessante Wendung.
    Vor Monaten hatte ich schon etwas zu peopleimages.com und Accurs geschrieben, insofern bin ich von dem Schritt nicht wirklich überrascht.
    Ein wenig erstaunt vielleicht darüber, dass die Eigenvermarktung mit diesem Bekanntheitsgrad und dem Portfolio nicht so wirklich funktioniert hat. Nach 5 Monaten deute ich „getting much closer to something that might actually go into profit one day“ nicht unbedingt als positiven Zwischenbericht. Wie sieht das heute aus, besser?

    Vor einigen Wochen war mal ein Interview mit Accurs in einer Foto-Zeitung. Auch da war ich etwas überrascht, als dort Beispiele für die Produktionskosten genannt wurden. Accurs meinte er hätte bei bestimmten Serien (mit eingeflogenen Modellen) Amortisationszeiten von über 3 Jahren. Vergleicht man das mal mit Roberts Bericht über die typischen Lebenszyklen eines Mikrostockbildes, kann man möglicherweise erahnen, wie und woher der Wind in RSA nun weht.

    Besten Gruß, freezer

  9. Meine Meinung: Zu viele Ausgaben. Vor ca. 2-3 Jahren hat er ein neues Studio in Dänemark gebaut. Dann die Übersiedelung nach Südafrika, dann People-Images. Da ist viel Geld verbrannt. Und das bei ständig (zum Teil stark) sinkenden Umsätzen und vermutlich immer höheren LAUFENDEN Kosten.

    Die „Marke Yuri“ wird denke ich überschätzt. Ich kenne ca. 10 Leute, die als Kunden Microbilder verwenden. Hauptsächlich FT und Shutter. Einem davon ist Yuri ein Begriff. Klar – die meisten Anbieter kennen ihn – aber die Kunden? Und warum sollen die Bei Peopleimages kaufen, wenn Sie dort nur seine Bilder bekommen?

    Auch für Yuri gibt es 4 große Agenturen.

    Shutter – hier verkaufte er laut Aussage von seinem Vater 3000-4000 Bilder täglich. Ich nehme mal 90.000 Bilder (Wochenenden). Das wären dann ca. 54.000.- $ im Monat. Wenn es so stimmt wie in einem anderen Forum beschrieben, hat Yuris Vater Yuri angeworben. Wenn das so stimmt dann kommen da noch ca. $ 3600.- im MOnar an Referrals hinzu. Die Shutter aber im Feber gestrichen hat.

    Dreamstime: Hier hat er in den letzten beiden Jahren rund 132.000 Bilder verkauft. Interessant: Die Bildanzahl ist in diesem Zeitraum nur um knapp 3000 Bilder gestiegen. Von 32.000 auf 35.000. Vielleicht wurden auch viele Bilder die 4 Jahre nicht verkauft wurden entfernt. Das ergibt 5500 Bilder im Monat, also einen geschätzten Umsatz von $10.000 bis 11.000.- im Monat

    Fotolia war einmal laut seiner eigenen Aussage seine beste Agentur. Die haben es ihm aber auch nicht leicht gemacht. Zuerst die Rückstufung von 4 auf 3 CR Startpreis. Dann die Einführung der Abos. Dann hat er einige Monate wegen PeopleImages nichts eingespielt und seine Bilder sind stark nach hinten gewandert. Viele neue Leute, die wie er fotografieren. Die Einführung der Miniabos. Persönlich würde mich interessieren, ob er auch schon Rubin wäre, wenn er es nicht schon vor der Ranklingsumstellung gewesen wäre. Meines Wissens nach gibt es ja sonst noch keinen.

    Also dürfte er ohnehin wieder bei iStock am meisten verdienen. Aber in Summe wird er auf einen guten 6-stelligen Dollarbetrag im Monat verzichten, bzw. dort wieder reinbringen müssen. Klar mit weniger Mitarbeitern wird das auch leichter.

    Seine letzten Bilder wurden übrigens mit einer Nikon D3X gemacht. Hasselblad-Bilder hat es bei den Micros von ihm kaum gegeben.

    Micro wurde eigentlich für Amateure geschaffen, die zum Teil völlig andere Motivationen haben. Völlig zu recht. Im Hauptberuflichen Bereich muss man auf seine Kosten achten und so effektiv wie irgendwie möglich produzieren.

  10. Wusste doch ich habe bei FT noch was vergessen! Das Rückstellen nicht veraufter Bilder von 3 auf 1 CR. Von seinen 67.000 Bilder sind 48.000 zum Billigpreis zu haben.

  11. Du schreibst: „er braucht ca. 30 Monate, bis sich eines seiner Shootings durchschnittlich wieder rentiert“

    Wenn er wirklich so arbeitet, dann hat er wirtschaftlich nichts begriffen. So muss man möglicherweise arbeiten, wenn man gerade erst beginnt, aber für einen etablierten Fotografen ist das deutlich zu lange.

    Wenn man aber mal nachschaut, was für einem Aufwand er da betreibt, dann wundert es mich nicht. Eigenes Studio mit etlichen Mitarbietern und mehreren Sets. Das muss alles unterhalten werden und verursacht schon Kosten, bevor das erste Bild im Kasten ist. Sicher kann er so auch effektiv arbeiten und mit seinen Modells von einem Set zum anderen wandern und den Output deutlich erhöhen, aber dennoch halte ich die 30 Monate (das sind immerhin 2 1/2 Jahre!) für eine viel zu lange Zeit.

  12. Über jemanden wie Yuri Arcurs zu sagen, dass er wirtschaftlich nichts begriffen hätte, ist – sagen wir mal „lustig“. Er arbeitet scheinbar sehr experimentell – hat praktisch in den letzten Monaten und Jahren verschiedene Verkaufswege getestet und manche für gut andere für weniger gut befunden. Er hat durch seine Arbeit genug Mut und wirtschaftlichen Weitblick bewiesen. Sein Schritt in die Exklusivität – wie auch immer der genau ausgelegt ist – ist sicherlich ein weiterer genau überlegter Schritt nach vorne. Auch dass er eine Hasselblad besitzt und mit einem großen Team arbeitet – möglicherweise es eine lange Zeit dauert bis sich die Ausgaben rentieren – kann man ihm nicht als „Dummheit“ ankreiden. Wer kann kann der kann. Und ER kann eben. Man braucht sich um ihn keine Gedanken machen.
    Sein Erfolg gibt ihm nun mal Recht. Vielmehr hat er sicher für viele ein gewisse Vorbildwirkung. Hoffentlich auch für den gesamten Stockmarkt.

  13. Wir können alle nur spekulieren!

    Es könnte einerseits bedeuten dass der Deal mit Getty + peopleimages.com schon soviel einspielt, dass der Verlust beim Rausgehen aus den vielen einzelnen Agenturen (inkl. eingesparter Uploadkosten etc.) mehr als kompensiert wird.

    Es könnte sein, dass Getty Ihm ein Angebot gemacht hat, was er nicht abschlagen konnte. Weil Getty in seiner Agentur einen ernsthaft entstehenden Gegner gesehen hat (was typisch für Getty-Philosophie wäre).

    Es könnte auch sein, dass Ihm überall die Felle davon schwimmen und er in dem Deal seine letzte Hoffnung sieht, seine Kosten zu decken und wirtschaftlich zu überleben.

    Jeder kann sich da raussuchen was er möchte, einzig Yuri weiß, wies aussieht und er wird sich schon was dabei gedacht haben…

  14. Ich kann mich martinwimmer nur anschliessen.

    Irgendwo stand mal, dass sein Südafrika Shooting 200.000 Euro gekostet hat. Wenn er diese Kosten mach 30 Monaten wieder reinholt ist das doch ok. In den Kosten ist ja auch sein Gehalt enthalten. Alles was danach reinkommt ist Gewinn!

  15. @Walter: „Shutter – hier verkaufte er laut Aussage von seinem Vater 3000-4000 Bilder täglich. Ich nehme mal 90.000 Bilder (Wochenenden). Das wären dann ca. 54.000.- $ im Monat. Wenn es so stimmt wie in einem anderen Forum beschrieben, hat Yuris Vater Yuri angeworben…etc.“ walter, das war doch ein Fake-Beitrag:-) Du bist einem Scherzbold aufgesessen. röde-orm

  16. @röde-orm: Zum einen habe ich ja geschrieben „wenn es so stimmt“. Zum Anderen ist es egal. Ich denke, dass 50.000$ bei Shutter eine realistische Zahl ist.

    @martinwimmer: Mut streitet Yuri auch sicher keiner ab. Auch nicht das Experimentuelle. Aber 30 Monate um auf die Kosten zu kommen ist in Micro nicht mehr möglich. Das war es einmal – aber das ist meiner Meinung nach vorbei. So funktioniert Micro heute nicht mehr. Dazu gibt es viel zu viele neue Fotografen, alle Augenblicke Änderungen bei den Agenturen in Preisgestaltung und Suche. Da ist langfristige Planung nicht mehr machbar.

    Vielleicht sollen sich ja auch die Anwälte von Getty um den Brillenstreit kümmern. Oder er geht aus allen Micros, weil er diese Bilder ohnehin gerichtlich löschen muss. Das ist es schon einfacher das ganze Portfolio zu löschen.

    Wie auch immer es sind alles nur Spekulationen. Wir werden es ohnehin nie (wirklich) erfahren. Und da es für mich auch keine Auswirkungen hat – sei es so wie es ist! 🙂

  17. Ich denke dagegen, dass YA mit seinen 30 Monaten Amotisierungszeit durchaus gut aufgestellt ist. Da sind einfach andwere Maßstäbe anzusetzen, als beim durchschnittlichen Microstocker. Das geniale an seinen Aufnahmen ist doch, dass sie so clean und „stromlinienförmig“ sind, dass viele seiner Motive einen viel größeren Lebenslauf haben, als ein durchschnittliches Stockbild. Schaue ich mir eine Dame mit Headset an, die ienm fröhlich vor einem diffusen, aber noch zu erahnendem Büro -Hg entgegenlächelt, sio kann dieses Bild bereist vor 4 Jahren entstanden sien und es wird auch in 4 Jahrne noch Bestand haben. Abgesehen von technischen Dingen, wie Smartphones oder Pads, ein Großteil des Arcurschen Werks düfte viel längere Laufzyklen erreichen, als bei Durschnittsproduktionen. Das leigt sicher auch daran, das Arcurs seine „Welt “ geschaffen hat, dieses leicht unterkühlte, häufig mit einem lichten Blau irgendwo auf den Bildern als Blickfang, das hat Stil und das ist sofort für alle sichtbar Beruf, Commerz, Business. Das auch andere Aufnahmen zu seinen Oevre gehören, gut, Man sollte eben alles mitnehmen:-)

  18. @roede-orm:
    Das mit seinem Stil mag ja zutreffen – aber was hilft es ihm, wenn er in den Suchalgos genauso verschwindet wie viele andere? Beispiel Frau/Headset. Die ersten 100 Bilder bei FT zeigen 5 Yuris, die 3 auf Seite 1 davon sind die als letztes eingespielten.

    Wenn auch Stil des Bildes, Frisur, Utensilien, Kleidung mehrere Jahre halten – die Agenturen wollen das derzeit einfach nicht. Dass ist das Problem. Nicht die Langlebigkeit der Aufnahme, sondern die Kurzlebigkeit der Bildersuche auf den vorderen Seiten. Sonst hätte er ja nicht 48.000 Bilder, die sich in den letzten 6 Monaten nicht verkauft haben. 5300 sind aus den letzten 6 Monaten.

    67.300 sind online. Dann bleiben also 14.000 Bilder, die älter als 6 Monate sind und sich in diesem Zeitraum verkauft haben. Das sind 21% seines Bildbestandes.

    Mit diesen Zahlen kann ich nicht darauf aufbauen, dass sich die Bilder über etliche Jahre verkaufen. Robert hat ja neulich mal einen interessanten Artikel geschrieben.

    Ich sehe auch nicht, dass man bei YA andere Masstäbe als beim „normalen“ Microstocker anlegen kann/soll. Für jeden sind die Grundbedingunggen gleich. Der andere produziert billiger (Osteuropa), der andere mit einfacherer Technik, der nächste macht keine People und hat keine Models zu bezahlen. Amateure verrechnen nichts für ihre Zeit. Aber jeder bekommt (im selben Ranking) das gleiche Geld. Es kommt halt darauf an, was man daras macht.

  19. ‚walter, das war doch ein Fake-Beitrag:-)‘ was macht Dich so sicher Röde? Ich hab zwar auch meine Zweifel aber es gibt schon auch ein paar Sachen die dafür sprechen weißt Du was von einem offiziellem Dementi?

  20. @rave: „weißt Du was von einem offiziellem Dementi?“ Nein, Ich denke, so ein Dementi wird es auch nicht geben. Soweit ich weiß, ist der Vater von YA Wissenschaftler und Dozent an einer dänischen Universität. Der ganze Ton des Postings und das Erscheinungsbild passen nun in keiner Weise dazu. Und niemand wird wohl ernsthaft glauben, dass jemand in alle Welt posaunt, welche Umsätze sein Sohn in einer bestimmten Bildagentur erzielt. Warum sollte er? Und warum sollte er im Microstock Group Forum posten? Und warum sollte er seinem Posting in einen unseriös wirkenden Stil verfassen udn in Fettdruck, grün, posten? Also ernsthaft, in diesem Forum sind doch neben vielen ernsthaften und auch bekannten Stockfotografen auch eine ganze Reihe Spinner und Provokateure unterwegs – wie in jeder anderen erfolgreichen Netzgemeinde auch. Das Faszinierende daran ist, das solche Postings auch immer bei so manchem Leser auf gläubige Ohren stoßen:-) Ach ja, ich habe grade gelesen, dass YA gar nicht existeirt, sondern nur von jemandem gespielt wird, der wie YA aussieht:-) LG, röde-orm,

  21. Nun, ich denke der Meister hat für sich den richtigen Zeitpunkt genutzt und gut verhandelt.

    Für ihn dürfte es in etwa so aussehen:
    Er darf seine Agentur weiter betreiben, er benötigt weniger Mitarbeiter (geringere Kosten), hat mehr Zeit für d. Produktion etc.

    Getty steht bzgl. Fotografen ziemlich unter Druck (Stocksy, Offset etc), wichtig für sie an dieser Front einen Leuchtturm aufzustellen. Das lässt man sich sicherlich etwas kosten…

    Des weiteren glaube ich auch nicht, dass für Kunden Yuri sooo wichtig ist.
    Sein Stil wurde einfach zu oft kopiert – er ist deshalb für viele Agenturen nicht mehr so wichtig.
    Das dürfte auch so einige seiner Sonderkonditionen bei manchen Agenturen gefährden…

  22. Die 30 Monaten Amotisierungszeit, kann ich mir vielleicht bei einzelnen Shootings vorstellen. Wenn er aber alles so teuer produziert. Da wäre microstock der falsche Vertriebskanal. Selbst die Vetta, Agency Collection, wären da zu wenig. Da müsste er in die richtig edlen Getty Images Collections rein . Wie Stone +. Aber da passt sein Still nicht ganz.
    Aber wie Robert schon geschrieben hat, das wird ein interessantes Live – Experiment.

  23. @roede: Mal abgesehen davon ob es ein fake-eintrag ist:

    <<Yuri existiert nicht>>

    Das ist ja unbestritten. YA gibt es nicht sondern einen Jacob Wackerhausen. Und dann gibt es da noch einen Steen Wackerhausen an der Aarhus Universität. Und es gibt einen Steen Wackerhausen der unter dem Namen DHOXAX seit 2005 einen Account bei Shutter hat. Und bei mehreren anderen Agenturen.

    Wenn Du Dir Bilder von Steen Wackerhausen ansiehst, passt das Alter. Auch eine gewisse Ähnlichkeit denke ich zu erkennen. Gib mal „Steen Wackerhausen Aarhus“ in Google ein, lasse Dir die Bilder anzeigen. Es ist der Typ mit Bart und Pfeiffe. Ob es allerdings DER Steen Wackerhausen (der Vater von Yuri und der Inahber des Shutter Accounts) ist, sei dahingestellt. Wackerhausen ist in Dänemark ein sehr häufiger Name.

    Zum Anderen: Das Posting in der MSG Group war nicht von DHOXAX direkt, sondern das hat ein anderer User vom SHUTTERforum herüber kopiert. Also der Fettdruck (in schwarz – nur ein Wort ist grün) kommt nicht vom Originalposter, wer immer das ist.

    Also so, dass ich immer alles glaube was ich lese ist es nicht ganz ;-). Ich recherchiere zumindest immer etwas. Allerdings dachte ich mir auch auf Grund Deines Beitrages, dass Du mehr an sicheren Informationen hättest, und nicht nur Vermutungen wie ich.

  24. @Walter: Ich denke, wir. die die „Szene“ interessiert verfolgen, wissen das (bürgerlicher Name etc.) Ich denke und handele so, wenn sich jemand einen Nick- oder Künstlername zulegt und nicht unter seinem richtigen Namen auftritt, sollten man auch den Nickname gebrauchen. Das Outing ist nicht unsere Sache. Und zu deiner Fage, nein, ich weiß auch nur das, was in einschlägigen Foren und Blogs zu finden ist. LG, röde-orm

  25. @Röde
    ja aber es gibt auch ein paar Sachen die dafür sprechen:
    Bei den ganz frühen Sachen von dhoxax sind Bilder von Aarhus und seiner privaten Bibliothek dabei das passt sehr gut zum Philosophieprofessor aus Aarhus und wäre schon ein komischer Zufall.
    Die wenigen Diskussionen die er geführt hat waren auch ganz zivilisiert.
    Aber last but not least: Yuri liest sehr wohl mit und reagiert auch auf Gerüchte. Wenn in einem Forum jemand sich als mein Vater ausgeben würde dann würde mir schon ein lustiger Spruch einfallen und ihm sicher auch. Von dem her werte ich sein Schweigen als Zustimmung und gehe mittlerweile davon aus dass es stimmt und kein Fake ist.

  26. Im Prinzip kann beides zutreffen. Yuris Vater hat sich bei Shutterstock angemeldet. Später hat sich Yuri über einen Refferal Link seines Vaters bei Shutterstock angemeldet.
    Irgendein Troll hat das als Anlas genommen, sich als Yuris Vater anzugeben und die Foren zu beglücken.

  27. Möglich. Aber wie kann der „Troll“ im Shutterform den Zugang von dhoxax verwenden?

  28. Aha, im Shutterforum hat er das gepostet. Ich dachte, das wäre auf Microstockgroup gewesen. Na dann.

  29. Ist ja auch völlig belanglos. Yuri ist/war nie mein Held oder Vorbild.

    Er war der Erste der Micro professionell begriffen hat. Wenn man sich seine ersten Bilder in FT ansieht – er war auch schnell lernfähig. Seine Strategien waren über Jahre erfolgreich. Jetzt muss auch er sich auf Grund der Marktlage neu orientieren. Nicht mehr und nicht weniger ist es.

  30. Frage wäre hier : wie sieht es bei anderen Producer aus ? Monkeybusiness , Andreas Rodriguez , du Robert usw. ?
    Interessant wäre : was darf heutzutage eine Produktion noch kosten ?

  31. Ich glaube man muss die Frage umgekehrt stellen. Was bringt ein Foto an Einnahmen Lifetime. Microstock hat den Zenit überschritten. Ein Foto welches 2006 hochgeladen wurde, hat Lifetime wahrscheinlich mehr eingebracht, als eines welches 2013 hochgeladen wird. Wenn man seine Umsätze kennt und die Entwicklung, kann man danach planen. Dabei ist es egal, was ein Rodriguez macht, da nur die eigenen Umsätze zählen.
    Mann muss sich einfach die Arbeit machen, quartalsweise auszuwerten, wie es auch die Firmen tun.
    Beispiel Produktion erstes Quartal 2006 , – Auswerten der Verkäufe nach Quartalen bis jetzt. So geht man jedes Produktions Quartal durch. Und kann damit in etwa abschätzen, wie sich die Einnahmen Lifetime entwickeln und wie viel man in folgende Produktion stecken kann.

  32. @reka: Meine Produktionen amortisieren sich normalerweise deutlich schneller als nach 30 Monaten, deswegen verwunderte mich Yuris Zahl auch etwas. Andererseits produziere ich sicher auch deutlich günstiger.

  33. @Max: Diese Vermutung wird durch meine eigenen Zahlen nicht unbedingt gestützt. So habe ich bisher mehr mit meinen Fotos von 2010 oder 2011 verdient als mit denen von 2008 oder 2009.

  34. Ich hatte Bestseller, die wirklich über 4 Jahre (und länger)immer auf Seite 1 bei FT waren. Bis April 2012. Seither sind diese Bilder praktisch tot. Ich glaube, was „MaxII“ gemeint hat ist, dass man solche 4-Jahresbestseller heutzutage nicht/kaum mehr zusammenbringen wird. Auch weil die Agenturen das nicht mehr wollen.

    Ich versuche meine Ausgaben an die Umsätze des Vorjahres anzupassen. Habe ich mehr Umsatz gemacht, gehe ich es nächstes Jahr etwas lockerer an. War es weniger wird weniger ausgegeben.

    Pro Bild habe ich Fixkosten von Euro 2,78. Das ist die indische Bearbeitung, die Verschlagwortung und das Uploaden der Bilder. Dieser Teil der Produktion ist ausgelagert und kann daher genau auf jedes Bild gerechnet werden.

    Dann gibt es alle anderen Kosten. Und ich meine alle die in der Bilanz stehen. Also von meinem Gehalt an (inkl. Steuern, Krankenkasse, Rentenvers., usw). über Leasingauto, Studiomiete, Ausrüstung, Telefon, EDV, Steuern, Steuerberater, Rechtsanwalt, wirklich alles, außer den oben angegebenen Kosten für Bearbeitung, Keyowrding, Uploading.

    Wenn ich diese Kosten nun auf die produzierten Bilder des letzten Jahre umrechne, ergibt das einen Betrag von € 35,71 pro Bild. Mit den fix zuteilbaren Kosten also von € 38,49. Und das sollte pro Bild auch wieder reinkommen. Ich mache da auch keinen Unterschied, ob es eine Pepoleproduktion, ein Reisebild oder der „Apfel auf weiß“ ist. Jedes produzierte Bild kostete 2012 € 38,49.

    Könnte ich billiger produzieren? Ja sicher.

    Der einfachste Weg: Ich könnte mehr Bilder machen. Wenn ich ehrlich bin könnte ich die Anzahl verdoppeln. Immer gerechnet auf 200 Jahresarbeitsstage. Dann würden nur die fixen Bildkosten steigen, die allgemeinen Kosten sich aber halbieren. Und ich würde weniger Zeit in Foren verbringen 🙂

    Ich könnte meinen Gehalt runtersetzen und damit auch die verbundenen Kosten wie Krankenkasse, etc.

    Ich könnte die Miete streichen. (Firma ist in eigenem Haus, Miete zahle ich mir selber).

    Ich kann mir ein billigeres Auto kaufen.

    Ich könnte mit billigerer Ausrüstung arbeiten. Muss nicht Leica-M9 und 5DIII sein. FT verlangt 4 MP. Ich liefere 18-23MP.

    Es ist also noch sehr viel Luft die Kostenschraube nach unten zu drehen, wenn es den sein muß.

    Nachdem FT ja seit einem Monat einige Umstellungen gemacht hat, mache ich seither dort 20% weniger Umsatz. Wenn das dien anderen Agenturen nicht auffangen, werde ich nächstes Jahr irgendeinen der oa. geführten Punkte (teilweise) umsetzen.

  35. OK, dann korrigiere ich mal. Microstock hat für mich den Zenit überschritten. Zumindest scheint das für den Umsatz pro Bild Lifetime für mich so zu sein. Bilder die ich vor Jahren hochgeladen habe. Haben sich nach dem Upload in den folgenden Quartalen besser verkauft, als Bilder die ich im ersten Quartal 2012 hochgeladen habe. Bei Lifetime gehe ich zwar von 4 Jahren aus. Aber nach der Verkaufskurve dürfte für die neuen Bilder, der gesamte Umsatz Lifetime pro Bild geringer sein als früher. Das heißt jetzt nicht, dass ein Shooting weniger bringt, als früher. Mit der Routine gelingen einfach mehr Bilder. Früher aber sind einzelne Bilder einfach weg gestartet und haben überhaupt nicht mehr aufgehört zu verkaufen. Jetzt läuft das irgendwie gemächlicher an, ohne Ausreißer nach oben. Wie oft gelingt schon noch ein Bild, das sofort startet, sich fast täglich verkauft und gar nicht mehr stoppen will. Also mir gar nicht mehr.

  36. @Robert: das liegt aber sicher eher daran das deine Bilder in den Jahren deutlich besser geworden sind, und du den Markt und die Anfordernisse ebenso besser verstehst. Ich denke auch, ohne es selbst mit eigenen Werten bestätigen zu können, dass die Aussage von Walter zutrifft (Bilder am Anfang des Microstockbooms „hielten“ mehrere Jahre, und aktuelle von Heute werden eher wieder „verschwinden“)

    Was ich mich frage, wie verhält es sich mit Aufnahmen die ich vor ein paar Jahren exklusiv bei FT hochgeladen habe. Sollte ich meine Exklusivität da nach den aktuellen Entwicklungen aufgeben, wie kommen die bei Shutter und Co an. Von der Auflösung und Qualität sind sie, trotz besserer Ausrüstung, immer noch zeitgemäß. So recht trau ich mich noch nicht an den Schritt die Ex aufzugeben, mich sträubt es natürlich auch an der Arbeit die Bilder neu hochzuladen, meine Deutsche Verschlagwortung anzupassen etc.

  37. @Stan: Das ist eine Entscheidung mit vielen Unbekannten. Deine Argumente Mehraufwand, sind richtig, lassen sich aber vom automatischen Upload bis zur automatischen Übersetzung mit Software lösen.

    Dafür hast Du dann nicht alle Eier in einem Korb. Wahrscheinlich wirst Du das, was du als Ex an Prozenten verlierst bei den Anderen reinbekommen. Vielleicht auch mehr. Es gibt praktisch keine „Fehlproduktionen“. Ein Bild das „A“ ablehnt, wird bei „B“ aufgenommen. Im Grunde ist es eine Umsatzverlagerung. Wie eine Versicherung. Wenn dann eine Agentur aus welchen Gründen auch immer ausfällt, hat man noch die Anderen.

    @MaxII: Ja heute einen 4-JahresTopseller zusammen zu bringen wird nicht mehr gehen. Ich bin froh, wenn sich ein Bild über mehrere Monate vorne hält.

    Um nochmal zu Yuri zurückzukehren: Ich denke eine seiner größten Ärgernisse bei FT war die Einführung der Miniabos. Warum sollte jemand ein „L“ Bild um 24.- Euro kaufen, wenn er im alten Miniabo um 20.- 5 XXL ! bekommen hat. Gerade das FT dieses MiniAbo auf 25.- erhöht hat, zeigt doch wie stark es von den Bildkäufern angenommen wird.

    Ich denke, dass ich als erste Massnahme meine Canon Ausrüstung überdenke und die ganzen L-Objektive und die 5Ds gegen 700Ds austausche. Gut hat nicht die Qualität der alten Ausrüstung. Ist aber egal, wenn ich für das Bild nur ein paar Cent bekomme. Ist das Problem des Bildkäufers dass er für ein 24 Plakat nur 5 Euro ausgeben wollte. Wenn ich jetzt verkaufe, bekomme ich noch etliche tausend Euro. Irgendwie muss ich ja auch sparen. Und 18MP macht die 700er auch. Damit verkaufe ich – wenn es so einen Kunden noch gibt – ja immer noch XXL.

    Das die Agenturen nie die „Partner“ der Fotografen waren ist nichts neues, aber dass sie uns in der letzten Zeit SO DIREKT erklären, dass wir für sie nur b(w)illige Bildbeschaffungsidio… sind, stresst mich langsam doch etwas. Also richte mein Verhalten darauf ein, den für MICH größtmöglichen Nutzen aus dem Ganzen zu ziehen, und nicht auf das Wohl der Agentur zu achten.

  38. Da muss ich dir bei einigen Dingen leider etwas widersprechen…
    Vor allem wenn du von den „zu hohen Produktionskosten“ Sprichst. Ich persönlich arbeite auch mit dem von dir angesprochenen Profoto und Hasselblad Equipment (dazu auch noch Briese). Das alleine aber, mit Verlaub, führt nicht zu hohen Produktionskosten, ganz im Gegenteil, gerade bei der Lichttechnik ist hochwertiges Equipment das zuverlässig seine Dienste verrichtet viel mehr Wert als so manch billigeres Material, das öfter mal den Geist aufgiebt oder durch hohen Wartungsaufwand (und den eh schon angesprochenen Ausfällen) die Vorteile bei den Anschaffungskosten im Nachhinein wieder zu Nichte macht. Das hochwertige Equipment lässt einen durchaus produktiver arbeiten und dazu auch noch eine letzlich bessere Bildqualität erzielen, das sich am Ende auch durch bessere Verkaufszahlen widerspiegelt.

    Das kann nicht Yuri’s Problem sein!

    Stattdessen sind da ganz andere Faktoren, die ihm die Haare vom Kopf fressen:
    Beispielsweise ist es ein ganz enormer Kostenfaktor den Models 50 bis 100 Dollar pro Stunde zu bezahlen, dazu noch Reise und Übernachtungs-Kosten und warscheinlich auch noch Verpflegungsaufwand (lt. seiner Website). Das Sind Ausgaben, die teils höher sind als professionelle Agentur-Models für kommerzielle Shootings teilweise bekommen.

    Dazu kommt dann noch sein Personal-Aufwand.
    Das sind dann nicht nur die Assistenten etc. die ihn da direkt bei den Shootings unterstützen, sondern auch noch die ganzen Leute, die sich um’d Drumherum kümmern, nicht zuletz auch noch die Leute, die die Bilder bei den zig Agenturen hochladen, da fällt natürlich bei ein um so höherer Aufwand an, je mehr Agenturen es werden.

    Yuri ist hier ja auch immer schon auf Masse gegangen, also egal wie klein die Agentur ist, Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.
    Aber bei vielen der kleinen Agenturen wird der Aufwand sich letztlich kaum gelohnt haben, 50.000 Bilder und mehr reinzuladen, zu verschlagworten etc. (und wie wissen ja, wie scher es einem manche Agenturen machen können) um dann hinterher ein paar hundert Euro wieder rauszuholen… das rechnet sich einfach kaum.
    Ich persönlich bin da anfangs eine ähnliche Strategie gefahren und habe mein Material auch möglichst breit gestreut, nach dem Motto, „Auch wenn ich pro Monat pro Agentur nur zehn Euro verdiene ist es kein Problem, dann müssen’s halt 1000 Agenturen sein… Und wenn es bei einer Agentur mehr wird nehm ich’s auch gerne…“
    Aber wie gesagt, manche Agenturen scheinen die Bilder gar nicht wirklich haben zu wollen, die machen einem das Leben schwer als wenn man ihnen was für teures Geld verkaufen wollte, ander Agenturen haben kaum Umsätze… Der Aufwand sich da hinzusetzen und stundenlang die Bilder hochzuladen für das Bisschen was dann hinterher bei rum kommt kann man sich sparen. Vor allem, wenn man es wie in Yuri’s Fall nicht selbst macht, sondern jemanden dafür bezahlt. Ich Persönlich bin hier auch schon relativ früh von der Taktik der Masse angewichen und habe statt vieler vieler größerer und kleinerer Agenturen lieber auf eine Handvoll der größeren gesetzt. Den Aufwand, die vielen kleinen Agenturen zu bedienen kann man besser in Shootings und damit eine höhere Anzahl an Bildern investieren um dann damit ein höheres Potential bei den wenigeren Agenturen zu haben.
    Jetzt kommt die Sache mit der Exclusivität… Da ich hauptberuflich fotografiere, auch neben der Stock Fotografie, kommt für mich die Art der Exclusivität wie sie die Agenturen fordern kaum in Frage, bei den meisten Agenturen ist es gar unmöglich. Wenn man jetzt Yuri heisst, mag man da vielleicht natürlich einen besseren Verhandlungs-Standpunt haben (und Yuri wird wohl auch keine klassischen Aufträge und Ähnliches machen) aber wenn ich meine Zahlen so ansehe und den Aufwand etc. im Hinterkopf behalte, dann muss auch ich sagen, wenn es möglich wäre, würde ich besser fahren, wenn ich statt meine Bilder bei mehreren Agenturen zu verteilen, alles Material bei einer einzelnen Agenture hochladen würde und dafür bessere Provisionen bekäme.

    Zum Teil habe ich das auch beeits sehr erfolgreich praktiziert: Jetzt muss man dazu sagen, dass ich ursprünglich aus der Grafik komme und daher nicht nur Fotos anzubieten habe. Ich habe also so gut wie alles meines „nicht Foto“ Materials aus allen Agenturen raus genommen und exclusiv bei einer einzigen hochgeladen. Statt der 20 bis 25% bekomme ich nun 50% und mehr und die Verkaufszahlen sind auch sehr gut, so dass ich nun soagr ein vielfaches dessen umsetze als ich es früher mit mehreren Agenturen hatte, und das auch noch mit weniger Aufwand, da ich nur eine Agentur bedienen muss.
    Yuri’s Entscheidung kann ich also bestens nachvollziehen und wenn ich es könnte, würde ich es wohl für meine Fotos auch machen, denn wenn ich es mal so überschlage würde ich insgesamt tatsächlich mehr verdienen, wenn ich alles exclusivfür höhere Verkaufsanteile anbieten würde, allerdings müsste meine Wahl hier nicht wie Yuri auf Getty/iStock fallen sondern auf Fotolia, leider erlauben es die Regeln bei Fotolia aber nicht, und ich habe auch nicht unbedingt den selben Wert für die Agentur, den Yuri in die Waagschale werfen kann so dass es bei mir wohl dabei bleiben wird müssen, bei den Fotos auf eine Hand voll Agenturen zu setzten, bzw. die Verkaufszahlen zu beobachten und abzuwägen, ob sich das Produzieren von neuem (Foto) Material überhaupt noch lohnt

  39. Bei Fotolia sind die Bilder tatsächlich verschwunden, aber die Exklusivitätsregel bei iStock verbietet ausdrücklich den Verkauf auf allen Nicht-Getty-Agenturen. Wenn ich so ein bisschen rumgoogle, dann finde ich trotzdem Bilder, die anderswo Royalty Free angeboten werden. Schon bei Peopleimages sind eine ganze Reihe im Angebot. Man braucht nicht lange suchen und man wird fündig.

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