Das Ende vom Microstock? Gründe für Yuris Ausstieg

Es war wie­der ganz schön was los: Vor paar Tagen hat sich der bekann­tes­te Microstock-Fotograf Yuri Arcurs der Welt in sei­nem Blog über die Hintergründe zu sei­ner kürz­li­ch bekannt gewor­de­nen „Exklusivität“ mit Getty Images geäu­ßert. Außerdem ver­riet er Details zu sei­ner eben­falls kürz­li­ch bekannt gewor­de­nen Millionen-Investition in eine Start-Up-Firma im Bereich der Smartphone-Fotografie.

Blogeintrag von Yuri Arcurs

Yuris Artikel wur­de – auch wegen sei­ner arro­gan­ten und zyni­schen Schreibweise – in der Microstock-Szene hef­tig dis­ku­tiert.

In den Diskussionen stand jedoch stark die Person Yuri im Vordergrund und zwei inhalt­li­che Themen gin­gen dabei etwas unter. Beide Themen will ich in zwei Artikeln näher beleuch­ten. Zum einen die Gründe, die zu sei­ner Abkehr von der Microstock-Branche geführt haben und zum ande­ren sei­ne Vermutungen über die Zukunft des Bildermarkts in Zeiten der Handy- und Smartphone-Kameras.

Der Anfang

Werfen wir – stark ver­kürzt – einen Blick in die Vergangenheit. Bis unge­fähr zur Jahrtausendwende war der Handel mit Bildrechten und Fotolizenzen fest in der Hand gro­ßer Bildagenturen, allen vor­an Getty Images, Corbis und Jupiter Images. Diese ver­kauf­ten die Bildechte übli­cher­wei­se für drei- bis vier­stel­li­ge Summen. Bei Interesse ist das hier aus­führ­li­cher nach­les­bar. Innerhalb von nur zehn Jahren gelang es einer klei­nen Gruppe von neu­en Bildagenturen, die­sen Markt kom­plett auf­zu­mi­schen und einen gro­ßen Marktanteil zu gewin­nen. Das geschah haupt­säch­li­ch über den Preis, hat­te aber auch ande­re Gründe.

Die bei­den Hauptfaktoren für den schnel­len Aufstieg der neu­en, „Microstock“ genann­ten, Agenturen waren die zuneh­men­de Verbreitung und Verbesserung des Internets und der Umstieg auf die Digitalfotografie.

Früher muss­ten die Fotografen der alten Agenturen, jetzt im Kontrast „Macrostock“ genannt, ihre Fotos rich­tig auf Filmmaterial belich­ten, dann wur­den Dias erstellt, Agenturen mach­ten teu­re Kopien die­se Dias, druck­ten dicke (eben­falls teu­re) Kataloge mit ihren Bildern, ver­schick­ten die­se gra­tis an ihre Kunden, lie­fer­ten bei Motivwünschen der Bildkäufer die Dia-Kopien per Postexpress, die Rechnung wur­de als Brief ver­sen­det und so wei­ter. kurz: Es war ein zeit­auf­wän­di­ges, arbeits­in­ten­si­ves, aber auch lukra­ti­ves Geschäft.

Als Fotograf war es nicht leicht, in die­se Bildagenturen auf­ge­nom­men zu wer­den. einer­seits war die not­wen­di­ge Kameraausrüstung vor eini­gen Jahren deut­li­ch teu­rer und sie erfor­der­te Auch mehr Fachwissen, weil Belichtungsfehler nicht nach­träg­li­ch digi­tal kor­ri­giert wer­den konn­ten. Für die Agenturen war auch de Betreuungsaufwand groß, wes­halb am liebs­ten Fotografen genom­men wur­den, die tech­ni­sch gute Bilder regel­mä­ßig lie­fern konn­te – nahe­zu ein K.O.-Kriterium für Hobbyfotografen.

Als Kunde mus­s­te man damals mit den hohen Preisen der Bildagenturen zurecht­kom­men. Es gab nur die Alternative, einen Auftrag an einen pro­fes­sio­nel­len Fotografen zu ver­ge­ben, was eben­falls schnell Kosten im vier­stel­li­gen Bereich oder sogar mehr ver­ur­sacht hät­te. Dadurch wur­den vor allem klei­ne Web-Designer und so wei­ter von der Nutzung der Agenturbilder aus­ge­schlos­sen.

Der Wandel

Die neu­en Microstock-Agenturen pro­fi­tier­ten von einem neu ent­ste­hen­den Dreiklang: Immer mehr Leute besa­ßen ers­tens Digitalkameras, die das Fotografieren deut­li­ch erleich­ter­ten. Immerhin sah man sofort auf dem Bildschirm, ob ein Foto gelun­gen war oder nicht und wei­te­re Versuche kos­te­ten auch kein Geld durch Filme und Filmentwicklung. Zweitens konn­ten die­se digi­ta­len Daten durch ein schnel­le­res Internet (DSL-Ausbau etc.) und Flatrates schnell und güns­tig um die Welt geschickt wer­den. Drittens waren auch vie­le Bildkäufer bereit, Abstriche bei der Bildqualität zu machen, um eini­ge hun­dert Euro beim Fotokauf spa­ren zu kön­nen.

Das Internet sorg­te ja nicht nur für den Vertrieb der Bilder, son­dern all die neu­en Blogs, Webseiten, Foren und so wei­ter brauch­ten ja auch Bilder, für die kaum jemand bereit war, drei­stel­li­ge Summen aus­zu­ge­ben, wenn die Fotos in Briefmarkengröße einen kurz­le­bi­gen Artikel illus­trie­ren sol­len. Damit hät­ten sogar vie­le Macrostock-Agenturen leben kön­nen. Womit Microstock den Bildermarkt in die Knie gezwun­gen hat, waren auch die (zu) bil­li­gen Print-Lizenzen für Druckgrößen. Das habe ich auch schon hier und hier vor über drei Jahren geschrie­ben.

Dazu kommt, dass die Microstock-Agenturen sich mehr als Technik-Dienstleister sahen denn als „Bildrechte-Verwerter“. Die jun­gen Agenturen ver­schlank­ten die Arbeitsabläufe sehr stark, indem zum Beispiel Geld im Voraus bezahlt wer­den mus­s­te (das erspar­te das Mahnwesen und ver­ein­fach­te die Rechnungsstellung). Auch vie­le ande­re Prozesse wie die Bildbeschriftung und Verschlagwortung wur­de den Fotografen auf­ge­bür­det, was wei­te­re Kosten spar­te. Auch der Kunden- und Fotografenkontakt wur­de haupt­säch­li­ch über Email, Foren und Blogs betrie­ben. Alle die­se Maßnahmen sorg­ten für eine deut­li­ch güns­ti­ge­re Betriebsführung, die es auch ermög­lich­te, trotz sehr nied­ri­ger Preise Profit zu erwirt­schaf­ten.

Anfangs hat­ten die Microstock-Agenturen nur Fotos mit schlech­te­rer Bildqualität, weil einer­seits die Digitalkameras gegen­über Analogkameras noch etwas auf­zu­ho­len hat­ten, aber die DSLR-Technik hol­te hier schnell auf. Schwieriger war die Motivauswahl und Bildsprache, weil anfangs die Profi-Fotografen bei den Macrostock-Agenturen unter Vertrag waren und nicht ein­sa­hen, war­um sie ihre Fotos für ein Hundertstel (oder weni­ger) des bis­he­ri­gen Preises ver­kau­fen soll­ten. Deshalb war­ben die Microstock-Agenturen stark um Amateurfotografen, die oft wenig Kenntnisse von den Wünschen der Bildkunden hat­ten.

Yuri kommt ins Spiel

2005 fing dann einer die­ser Amateurfotografen an, eben­falls bei den Microstock-Agenturen Bilder zu ver­kau­fen. Der Däne Jacob Wackerhausen, bes­ser bekannt als Yuri Arcurs, lud wäh­rend sei­nes Psychologie-Studiums die ers­ten Fotos hoch. Ende 2005 hat­te er ca. 500 Bilder von Freunden und sich selbst online und sein Budget pro Fotoshooting war ca. 50 US-Dollar. Er war also einer der vie­len Hobby-Fotografen, die jedoch schnell ihr Hobby zum Beruf mach­ten. Yuri lernt anhand der öffent­li­ch ein­seh­ba­ren Statistiken schnell, wel­che Motive sich bes­ser ver­kau­fen als ande­re, wel­che Models gefrag­ter sind und rich­tet sei­ne Shootings kon­se­quent dar­auf aus. Außerdem ver­bes­sert er sei­ne Technik. Von einer Canon EOS 350D mit 8 Megapixeln zu einer Canon EOS-1Ds Mark II mit 16,7 Megapixeln.

Yuri steigt (zu) hoch hin­aus

Innerhalb von nur acht Jahren steigt sein Portfolio bis 2013 auf knapp 100.000 Bilder an, sei­ne Firma beschäf­tigt über 100 Mitarbeiter und er ver­dient deut­li­ch mehr als drei Millionen im Jahr. Als Kamera arbei­tet er mit – gespon­sor­ten – H3D-II-39s von Hasselblad und Profoto-Licht. Jetzt fängt aber sein Problem an. Schon 2009 hat­te er ca. 10.000 US-Dollar Ausgaben pro Fotoshooting und 2010 gab er über 150.000 US-Dollar allein für Model-Honorare aus. Ein Shooting auf den Malediven kos­te­te ihn 2012 ca. 80.000 US-Dollar, bei dem er ca. 1500 ver­käuf­li­che Bilder erhielt. Das macht über 53 Dollar pro Bild. Mit die­ser Summe hat­te er anfangs ein gan­zes Fotoshooting bezahlt.

Microstock kann aber nur lukra­tiv sein, wenn man es schafft, Bilder güns­tig zu pro­du­zie­ren, weil sie eben auch bil­lig ver­kauft wer­den. Man kann gut Geld mit Microstock-Fotos ver­die­nen, wenn die Motive oft genug ver­kauft wer­den. Das ist aber zum Beispiel bei mei­nen 10.000 Bildern ein­fa­cher als mit Yuris 100.000 Fotos, weil man sich irgend­wann selbst Konkurrenz macht. Natürlich kau­fen die Kunden lie­ber Premium-Qualität zum Discount-Preis. Oder in Yuris Worten: „Sometimes it felt like having a miche­lin restau­rant insi­de a bur­ger joint and at the same time having to match the pri­ces. At some point the pro­fes­sio­nal gets tired of sel­ling 12 cour­se tes­ting menues at 0300AM at bur­ger pri­ces.

Das war die Zwickmühle: Amateure trie­ben die Preise nach unten. Profis muss­ten sich anpas­sen und mit­ma­chen, um über­le­ben zu kön­nen, was wie­der­um die Qualität der Microstock-Bilder schnell stei­ger­te. Die Amateurfotografen, die pfif­fig und gut genug waren, wur­den eben­falls schnell zu Profis und lie­fer­ten kon­stant gute Qualität. Das ging eine Weile gut und zeig­te, dass ein­fa­che Aufnahme wie frei­ge­stell­tes Obst bei­spiels­wei­se von den Macrostock-Aufnahmen „etwas über­teu­ert“ ange­bo­ten wur­de.

Die rich­tig auf­wän­di­gen Shootings, wie ein Business-Meeting, eine Mehr-Generationen-Familie beim Sonntagsessen oder Behinderten-Sportler beim Wettkampf, waren und sind teu­er in der Produktion. Solche Fotoshootings loh­nen sich im Microstock nur, wenn die Motive so oft nach­ge­fragt wer­den, dass auch bei den gerin­gen Preisen die hohen Investitionen wie­der rein­kom­men. Bei Shootings, die mehr als 10.000 Euro kos­ten, wird es irgend­wann jedoch im Microstock-Bereich schwie­rig, egal, wie gut und nach­ge­fragt die Motive sind.

Yuris Entscheidung

Yuri hat das in den letz­ten Jahren anschei­nend gemerkt. Er hät­te die Möglichkeit gehabt, wie­der güns­ti­ger zu pro­du­zie­ren, was bei sei­nen auf­ge­bläh­ten Fixkosten (gro­ße Studios, fest­an­ge­stell­te Mitarbeiter, etc.) schwie­rig ist. Selbst sei­ne Kameras behin­dern ihn da. Zwar darf er stolz dar­auf sein, dass er von der Firma Hasselblad die teu­ren Mittelformat-Kameras umson­st bekommt, aber der Workflow hin­ten­dran mit teu­re­ren Rechnern, mehr Speicherplatz, mehr Upload-Bandbreite etc. wird sicher nicht mit finan­ziert.

Yuri hat sich für die ande­re Variante ent­schie­den: Er geht exklu­siv zum Marktführer, in der Hoffnung, dass die­ser höhe­re Preise für sei­ne Bilder erzie­len kann. Die Chancen ste­hen nicht schlecht, denn die Bildqualität und Motive lie­fert er und Getty Images hat als Macrostock-Agentur Erfahrung mit hohen Verkaufspreisen. Im Grunde ist das der logi­sche Zirkelschluss: Wenn die Microstock-Fotografen so gut wer­den, dass sie Macrostock-Qualität und -Motive lie­fern, soll­ten sie zu einer Macrostock-Agentur gehen.

Yuris Entscheidung ist damit mit­nich­ten der Anfang vom Ende der Microstock-Fotografie, wie er selbst kokett andeu­tet. Es ist nur die Einsicht, dass das eige­ne Geschäftsmodell zu dem Vertriebsmodell pas­sen muss. Yuri hat in der Vergangenheit sei­ne Bilder an alle Agenturen gelie­fert, die bei drei nicht auf den Bäumen waren. Weil er auch vie­le neue, klei­ne Bildagenturen belie­fer­te, die selbst die bil­li­gen Microstock-Agenturen im Preis drü­cken woll­ten, trug er mit zum Preisverfall bei. Sein Ausstieg aus die­sem Hamsterrad bringt den ande­ren gro­ßen Produktionsfirmen wie WaveBreakMedia oder Monkey Business oder Pressmaster sicher eini­ge Monate Spielraum nach oben, aber auch die­se wer­den sich dann ent­schei­den müs­sen, ob sie lie­ber die Kosten nied­rig hal­ten oder die Qualität stei­gern wol­len.

Einige Parallelen

Etwas ängst­li­ch beob­ach­te ich bei mir eini­ge Parallelen. Meine ers­ten Shootings haben mich eben­falls jeweils ca. 50 Euro gekos­tet, aber in den letz­ten zwei Jahren habe ich mich auch ab und zu erwischt, wie ich eini­ge Male mehr als 1.000 Euro für ein Shooting aus­ge­ge­ben habe. Bisher haben sich die­se Ausgaben gelohnt, aber ich muss auf­pas­sen, dass sich die­se Spirale nicht wei­ter nach oben dreht. Auch mei­ne Technik ist bes­ser und teu­rer gewor­den, wobei mitt­ler­wei­le viel­leicht sogar mein Handy aus­rei­chen wür­de, um ver­käuf­li­che Microstock-Bilder zu schie­ßen.

Aber dazu kom­men wir im zwei­ten Teil des Artikels…

Was sagt ihr? Wohin geht die Reise?

33 Gedanken zu „Das Ende vom Microstock? Gründe für Yuris Ausstieg“

  1. Sehr gut zusam­men­ge­fasst! Ja, wohin geht die Reise? Meine Meinung: Das Ende von Microstock ist noch nicht erreicht. Die Entwicklung ist aller­dings mehr als besorg­nis­er­re­gend. Das Angebot wird expo­nen­ti­ell aus­ge­dünnt. Das „nor­ma­le“ wird so gut wie kos­ten­los zu haben sein. Nur wer sich wirk­li­ch bemüht und außer­ge­wöhn­li­ches schafft wird erfolg­reich sein.

  2. Moin Robert, ja wohin geht die Reise? Man sieht es doch auf FB, immer mehr Fotografen strö­men in das Haifischbecken weil u.a. auch die Technik immer preis­wer­ter wird. Alter Hut soweit. Aber nicht nur die Technik wird erschwing­li­ch, auch das gan­ze drum­her­um. Man sieht es hier in China. Man geht hier sel­ten in die Natur zu Shooten, man baut sich die Natur im Studio nach.
    Studiozubehör zu den jet­zi­gen Preisen wird es auch in Deutschland (hof­fent­li­ch) bald nicht mehr geben. Hintergründe für 30 EUR, teil­wei­se hand­ge­malt, bei Walimex & Co., die ihr Zeugs auch in Guangzhou ein­kau­fen, wer­den auch bald zu tun haben, wenn die Chinesen auf den Markt strö­men, und sie sind schon unter­wegs …

  3. mei­ne per­sön­li­che Meinung: ich den­ke es kommt sehr stark – wie schon mehr­mals geschrie­ben – auf das Verhältnis von Ausgaben zu Einnahmen an. Shootings dür­fen nicht teu­er sein, wenn sie Geld brin­gen sol­len. Es wird wei­ter dahin gehen, dass die Bilder bil­li­ger wer­den, der Fotograf weni­ger ein­nimmt… also soll­te sich die Ausgabenseite anpas­sen. Ich den­ke, hier geht es mehr in den Kreativitätssektor. Was kann ich mir ein­fal­len las­sen um die Kosten zu sen­ken. Wer nur teu­re Requisiten kauft, teu­re Models mie­tet, key­words out­sourct etc… der wird umden­ken müs­sen. Ich hal­te die Entwicklung nicht für so schwie­rig für Fotografen, die sich anpas­sen kön­nen und Erfindergeist haben. Leider – wenn man Blogs und Foren aller Art ver­folgt – scheint der Trend haupt­säch­li­ch dar­in zu bestehen, die äuße­ren Umstände zu bekla­gen und sich gegen­sei­tig mit Zahlen des eige­nen Umsatzschwundes zu über­trump­fen.

  4. Sehr schö­ner Artikel! Meiner Meinung nach soll­ten die Microstock-Agenturen ihre Portfolios split­ten (ent­we­der nach Fotografen oder nach „Wert“ der Fotos) und für die hoch­wer­ti­ge­ren Produktionen natür­li­ch mehr Geld ver­lan­gen. Dadurch könn­ten Sie den Fotografen mehr aus­zah­len. Diese könn­ten dann auch wei­ter­hin teu­re­re Shootings für Microstock pro­du­zie­ren. Zu Yuri muß ich sagen: Mein Mitleid hält sich in Grenzen – auch wenn er eigent­li­ch mein Vorbild ist!

  5. Danke für die Zusammenfassung.
    Das Sterben einer Branche von nur einer Person abhän­gig zu machen, hal­te ich von Youri für ziem­li­ch arro­gant. Der Markt rei­nigt sich immer irgend­wie selbst und viel­leicht kom­men jetzt in den Microstockagenturen auch mal Bilder zum Zug, die nicht aus­se­hen, wie der übli­che YA-Einheitsbrei. 

    Sicherlich hat Youri Arcours vor­ge­macht, wie es gehen kann, ja bedingt auch noch gehen kann, wenn man sei­nen eige­nen Stil durch­set­zen kann. Aber das ist inzwi­schen ver­dammt schwer gewor­den.

    Ich moch­te sei­ne immer etwas arro­gan­te Art nicht so ger­ne. Ich muss nicht immer rumer­zäh­len, was ich alles aus­ge­ge­ben habe, wie hoch die Produktionskosten waren um im nächs­ten Satz rum­zu­jam­mern, dass es Jahre dau­ert, die Kosten wie­der rein­zu­ho­len.

    In dem Sinne: Reisende soll man nicht auf­hal­ten, auch ande­re Mütter haben Bilder von schö­nen Töchtern.

  6. @Kerstin …

    die Kosten hoch­wer­ti­ger Peopleproduktionen set­zen sich zusam­men aus:
    Modelhonoraren (die gerecht­fer­tigt sind, wenn man authen­ti­sche Bilder haben möch­te)
    + Visa
    + ggf. Kosten der Location
    + eige­ne Zeit in € für Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung (Postproducing, ggf. Verschlagwortung, ggf. ver­tei­lung)
    + Technik

    Da bei­st die Maus kei­nen Faden ab. Man kann hier und da spa­ren. Aber es gibt Mindest-/Grenzkosten.

  7. @ Werner: sagen wir so, ich habe kein Studio, für das ich extra Miete bezah­len muss. Insofern ist der Posten für mich schon mal „knapp genug“ kal­ku­liert 🙂

    Wer ein Studio hat, für das er Miete zahlt, der hat aber sicher auch noch ande­re Einnahmen damit. Auftragsfotografie etc. Also kommt von der Seite dann „die Miete rein“.

  8. Ende von Microstock ist Quatsch. Im Grunde ist doch gera­de das Gegenteil der Fall. Die Problematik bei der gan­zen Situation war doch, dass Top-Profis ihre Arbeit zu sehr nied­ri­en Preisen anbie­ten und dadurch die höhe­ren Preise ande­rer Top-Profis ange­grif­fen haben. Wenn jetzt die pro­fes­sio­nells­ten Microstocker in den Macro-Bereich wech­seln, dann sorgt das doch eher dafür, dass bei­de Bereiche ihre Berechtigung behal­ten.
    Wenn Leute wie Yuri von Micro zu Macro wech­seln, dann ist das in mei­nen Augen eher sowas wie eine Neugeburt von Microstock.

  9. @Kerstin: Du hast wahr­schein­li­ch „Werner“ gemeint 😉
    Ich arbei­te übri­gens im Studio im eige­nen Haus, trotz­dem bezah­le ich mir dafür Miete. Das gehört für mich zu den kal­ku­la­to­ri­schen Kosten und ich kann Umbauten wie neue Fenster bei der Finanz zum Teil abschrei­ben, weil das Haus ja zum Teil (Studio, Büro, Serverraum)teilweise ver­mie­tet ist. Allerdings habe ich als Vollzeitstocker kei­ne ande­ren Einnahmen damit.
    Keywords/Bearbeitung out­sour­cen kommt für mich bil­li­ger, als wenn ich es sel­ber machen wür­de. Vor allem habe ich ganz gen­au plan­ba­re Kosten.

    @Robert: Perfekte Analyse wie immer. Ich kau­fe mir alle 3–4 Monate mal ein Bild von den „Großen“, um zu sehen wel­che Kameras sie ver­wen­den. Yuri hat eigent­li­ch fast gar nichts mit der Hassel zumin­dest für Micro gemacht.

    Nun Yuri hat es ein­fach über­se­hen. Vielleicht brauch­te er auch für sein per­sön­li­ches Ego die „Anerkennung“ auch mit teu­ren Models zu arbei­ten usw. Micro heißt Bilder bil­lig pro­du­zie­ren und bil­lig ver­kau­fen. Das klingt ein­fach, aber gera­de die ein­fa­chen Sachen sind nicht immer leicht zu machen. Für mich ist nicht Yuri das Vorbild, son­dern Unternehmen wie Aldi oder Toyota und deren Lieferanten. Wie kann man einen Arbeitsablauf ver­ein­fa­chen, ratio­na­li­sie­ren oder Fehler ver­mei­den.

  10. Wie sich Yuri in Makro hal­ten wird, wäre für mich eine inter­es­san­te Sache. Leider wer­den wir es nicht wirk­li­ch erfah­ren. Sein Vorteil: Er kann sei­nen Mitarbeiterstab abbau­en. Aber ob er dann m it den Kosten und den Umsätzen klar kommt?

  11. Habe jetzt erst den Artikel von Yuri gele­sen. Irgendwie hat Eitelkeit für mich damit einen Namen. ;-). An der Börse gibt es immer auf und abs. Und sein Ausstieg aus Micro war seit Monaten bekannt. 

    Wenn er den Zeitrahmen in der Statistik etwas grö­ßer gewählt hät­te wür­de man sehen, das der Kurs im Mai, als sein Ausstieg bekannt wur­de unter 50$ gehan­delt wur­de und dann auf 60$ gestie­gen ist. Und im Jänner war der Kurs bei 25$. Klar das es da Gewinnmitnahmen gibt.

  12. @Robert: Die ande­ren Fotografen (vor allem die Einzelkämpfer) wer­den eine Freude haben mit der neu­en Bilderflut.

  13. Ich sehe den Stockmarkt gene­rell mehr als einen Markt für Einzelkämpfer. Und kaum einer ist so gut orga­ni­siert wie Robert. Da ist man bei Microstock und Makrostock gut auf­ge­ho­ben. Yuri scheint mir weni­ger der Einzelkämpfer zu sein, eher mehr der Unternehmertyp. Der Angestellte braucht und Arbeit dele­gie­ren will. Das wird bei Microstock nicht mehr lan­ge funk­tio­nie­ren. Da wer­den alle „Produktionsfirmen“ Probleme bekom­men. Aus mei­ner Sicht ist das Problem fol­gen­des, der Stockmarkt ist gesät­tigt. Wenn man den per­sön­li­chen Zenit erreicht hat, gibt es kaum mehr gro­ße Zuwächse. Im Gegenteil, man braucht ein gewis­ses Produktionsvolumen pro Jahr, um die Zahlen zu hal­ten. Wenn man nun per­so­nal­in­ten­siv arbei­tet, dann erhö­hen sich aber die Personalkosten von Jahr zu Jahr. Yuri wird dem Problem nicht davon­lau­fen kön­nen, wenn er zu den Macros flüch­tet. Gerade die Makrostockagenturen haben ja Umsatzrückgänge durch Microstock. Wenn man mit hohen Personalkosten arbei­tet, braucht man einen Markt, der wächst. Da die Personalkosten unwei­ger­li­ch wach­sen. Nur wächst Macrostock ins­ge­samt auch nicht mehr. Ich sehe da ein­fach schwarz für Yuri. Anderseits glau­be ich, dass sich „teu­re“ Produktionen für Robert immer mehr loh­nen. Es gibt ein­fach weni­ge Stockfotografen, die sol­che teu­ren Produktionen, als „one man Show“ so per­fekt orga­ni­sie­ren und so einen hohen Output an ver­kaufs­fä­hi­gen Bildern haben. Ein 50€ Shooting mit Gewinn zu machen, kann fast jeder. Ein 300 – 1000€ Shooting, erfor­dert eine ganz ande­re Organisation und Perfektion. Da kom­men dann aber auch Bilder raus, die nur weni­ge machen. Diese 300 – 1000 Euro, People Shooting Nische, ist glau­be ich eine Nische in der Zukunft der Stockfotografie. Egal ob Mikro, oder Makro. Um das per­ma­nent und Kostengünstig umzu­set­zen, braucht man, neben dem know­how, auch der Fähigkeit unglaub­li­ch gut Organisieren zu kön­nen. Sowie einen gewis­sen Pool an Models, Locations, Requisiten, die sich von der Masse abhe­ben. Natürlich kann man mit Studioaufnahmen auch Gewinn machen. Nur ist da ein, ein – Personen Bild schnel­ler kopiert, als ein auf­wen­di­ges Shooting mit mehr als 5 People on Location.

  14. Der Artikel ist super und mit den vie­len links wirk­li­ch toll recher­chiert!

    Ich respek­tie­re Yuri sehr für sei­ne Gesamtleistung und auch für die öffent­li­chen Führungsqualitäten die er wirk­li­ch besitzt. Der selbs­ge­mal­te Heiligenschein gehört halt zum Klappern dazu. Man muß es nicht mögen aber es funk­ti­ort oft. Yuri pri­vat ist wahr­schein­li­ch ganz anders drauf und wir wer­den es ohne­hin nie erfah­ren.

    Traurig fin­de ich aller­dings, das er sei­ne eige­ne Agentur nicht wei­ter ent­wi­ckelt hat. Gerade mit sei­ne Branding hät­te er sicher nach eini­ger Aufbauarbeit mit einer eige­nen Agentur den Markt gut auf­mi­schen kön­nen und viel­leicht Jon Oringer an der Börse Konkurrenz gemacht. Das war sicher auch der Grund für Getty ihn „weg­zu­kau­fen“. Sicher ist er für den Deal luxu­riös bezahlt wer­den, aber ein Börsengang bringt ein viel­fa­ches, oft 1000 Mal mehr ein. Yuri hat­te vor allem die Erfahrung und das Potential auch den Macromarkt kräf­tig auf­zu­mi­schen.

    Er wird sicher wis­sen, war­um er es getan hat und nie­mand kann ihm ver­bie­ten mit sei­nen Millionen glück­li­ch zu wer­den. Aber ich bin schon ein wenig ent­täuscht, das sein Einfluß auf die Stockbranche wohl mit die­sem Schritt endet.

    Er macht zwar kräf­tig Werbung für sei­ne Mobiltelefonstockseite aber ich sehe den Markt nicht so rich­tig, vor allem nicht als ech­te Konkurrenz für nor­ma­len Stock.

    Sonst wür­de Getty ihm sicher den Spaß nicht las­sen …

  15. Ich hät­te ein­mal eine Verständnisfrage – ich ver­ste­he ja aus dem Interview, dass Yuri von dem meis­ten Agenturen weg ist – aber auf iSto­ck sind aktu­ell 8.716 Dateien: http://deutsch.istockphoto.com/search/portfolio/629407/Yuri_Arcurs

    Sind dies nun „Macrostock“ Dateien?? Für mich sehen die­se Dateien immer lizenz­frei aus – d.h. exklu­si­ver Microstock (zu einem rela­tiv hohen Preis / Bild).

    Was ver­ste­he ich hier fal­sch?

  16. Ich fin­den noch den Hinweis wich­tig, dass Yuri sicher­li­ch sei­ne Bekanntheit genutzt hat, um einen beson­de­ren Deal für sich per­sön­li­ch raus­zu­schla­gen. Wenn man mal mit Ihm direkt ver­han­delt hat, weiss dass er eigent­li­ch immer ver­sucht sei­ne Sondervereinbarungen (die selbst­re­dend nicht ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen) durch­zu­set­zen. Das ist legi­tim – aber des­we­gen glau­be ich, dass es schwie­rig ist sei­nen Beweggründe rich­tig ein­zu­schät­zen.

    Yuri sind dabei sicher­li­ch zahl­rei­che Fotografen auto­ma­ti­sch gefolgt, ohne aber jemals die­se beson­de­ren Konditionen zu erhal­ten. Damit hat sich der Deal für Getty schon gelohnt. 

    Interessant könn­te es auch wer­den, wenn Getty begin­nen soll­te mas­siv über Abnahmungen durch ver­wen­de­te Abbildungen von Yuri zusätz­li­ch Geld zu ver­die­nen. Auch einen (lega­le) Möglichkeit wie­der drei- bis vier­stel­li­ge Gebühren zu erhal­ten. Diese Beträge kann man übri­gens nur ein­for­dern, wenn die Bilder nicht gleich­zei­ti­ge ver­ramscht wer­den. Wieder ein Grund mehr für die­se Exklusivität.

  17. @martin: Getty und iSto­ck tun viel, um sol­che Details zu ver­schlei­ern. Es gibt sowohl bei Getty Images als auch bei iStock­pho­to ver­schie­de­ne Accounts mit den Bildern von Yuri. Dass er „RM“ anbie­ten wird, hat­te nie­mand behaup­tet, son­dern eher „RF“ etwas höher­prei­sig. Die Umstellung, der Fotoimport etc. kann aber sicher eini­ge Wochen dau­ern, bei der feh­ler­be­haf­te­ten Technik von iSto­ck viel­leicht auch Monate.

  18. OK Robert – dan­ke, die Erklärung hilft. Ich habe noch­mals nach­ge­le­sen und von „RM“ steht expli­zit nichts da, wenn­gleich Sätze wie 

    Now that we have remo­ved our ent­i­re collec­tion of images from micros­to­ck and sub­scrip­ti­on sites“

    mich schon in die­se Richtung gelenkt haben.

    Ich fin­de den gan­zen Yuri Artikel lächer­li­ch. Da über­schätzt sich mei­ner Meinung nach einer mäch­tig und der gan­ze Artikel soll wohl pri­mär Aufmerksamkeit für sei­ne WEntscheidung und Werbung für sein Investment in Scoopshot sein.

    Also mei­ner Meinung nach mehr Aufregung als not­wen­dig. Wollen wir dem Kerl doch zu dem gra­tu­lie­ren, was er geschafft hat. Er hat sei­ne Schafe wohl im tro­cke­nen, wir brau­chen uns um ihn nicht zu sor­gen, auch wenn in dem Artikel doch ein wenig der Frust raus­kommt 😉

  19. Dass in dem Artikel ein wenig der Frust raus­kommt, ist nicht so ver­wun­der­li­ch. Getty und Corbis haben bis 2000, den ana­lo­gen Bildermarkt auf­ge­kauft. Das gigan­ti­sche ana­lo­ge Bilderangebot ist aber nie in gro­ßem Ausmaß digi­ta­li­siert wor­den und online gekom­men. Das Aufkommen von digi­ta­ler Fotografie, war daher fast so etwas wie ein Reset im Stockfotomarkt. Mit einem unglaub­li­chen Potential und Wachstum im digi­ta­len Stockfotomarkt ab 2000. Da hat man fast nichts fal­sch machen kön­nen. Von einem Vakuum im Jahr 2000 ist man in 10 Jahren aber zu einer Sättigung des Marktes gekom­men. Das Konzept von Yuri mit sei­ner eige­nen Agentur war eigent­li­ch nicht schlecht. Aber ein biss­chen zu spät dran.

  20. naja, irgend­wie will die­ser Yuri die „Flamme wei­ter am Leben erhal­ten“. Bei sei­nem Jahresumsatz ist das aber ein Riesenlagerfeuer 😉

    wenn ich mit Fotoverkäufen bei Bildagenturen mal 3.000 Euro im Monat ver­die­nen wür­de, dann wür­de ich viell. ein­fach erst ein­mal damit auf­hö­ren. Das reicht doch eigent­li­ch erst mal, wenn man (noch) kei­ne Familie ernäh­ren muss. Aber wahr­schein­li­ch ist dann irgend­so ein Virus im Kopf drin­nen, der dann per­ma­nent sich in den Vordergrund schiebt: wei­ter machen, wei­ter machen und ja nicht auf­hö­ren 😉

    ich habe daher also mit die­sem Yuri eher weni­ger Mitgefühl. Der hat schon eini­ges abge­räumt in den ver­gan­ge­nen Jahren und war eben ein Pionier, der zur rich­ti­gen Zeit ange­fan­gen hat – als das Bildagenturengeschäft eben erst so rich­tig auf­kam. Da hat er eine gute Nase gehabt. Aber eigent­li­ch könn­te der sich trotz allem wohl mal zwi­schen­durch getrost zurück­leh­nen und sich von sei­nen Fotoshooting-Models küh­le Drinks am haus­ei­ge­nen Pool ser­vie­ren las­sen 😉

    Mitgefühl habe ich da eher mit den vie­len „Kleinen“, die flei­ßig bei Bildagenturen schö­ne Bilder hoch­la­den und trotz­dem finan­zi­ell auf kei­nen grü­nen Zweig kom­men 😉

    Gruß ran­dy.

  21. Exzellenter Artikel, Robert! Wie ich mei­ne, hast du die grund­le­gen­de Problematik ganz klar her­aus­ge­ar­bei­tet. Es mögen noch ande­re Details ein­ne Rolle spie­len – wie das däni­sche Steuersystem (sicher ein Grund für sei­nen Umzug nach Südafrika), aber prin­zi­pi­ell ist das Basisproblem jenes der Schere zwi­schen Produktionskosten und Einnahmen.
    Im Gegensatz zu einem Vorredner sehe ich die Zukunft des Microstockbereich (und eigent­li­ch auch in Teilen der höher­prei­si­gen Agenturen) nicht als Domände von Einzelkämpfern, son­dern in der hand von gut orga­ni­sier­ten Produktionsfirmen. Prinzipiell füh­ren Zustände, wie sie jetzt in der Branche Microstock zu ver­mer­ken sind, zu Konzentrationen der Produktion, zu Spezialisierung und Arbeitsteilung und damit letzt­li­ch zu gerin­ge­ren Produktionskosten /Bild. bzw. Shooting. Einzelkämpfer wer­den da irgend­wann nicht mehr mit­hal­ten kön­nen bzw. es wird sich für sie nicht mehr loh­nen (Ausnahmen wird es natür­li­ch immer geben).

  22. Schade, die aktu­el­le Entwicklung im Microstock-Bereich macht es für ambi­tio­nier­te Hobbyfotografen immer una­trak­ti­ver für die „paar Kröten“ den gan­zen Aufwand (Verschlagwortung, Ablehnungen, etc.) noch semi­pro­fes­sio­nell zu betrei­ben, wenn mitt­ler­wei­le Handyfotos im Centbereich ange­bo­ten wer­den bzw. gefragt sind.

    Also ich sehe die Zukunft eher schwarz, lei­der. Die aktu­el­le „Politik“ der Agenturen wird me dazu füh­ren, daß Hobbyfotografen den Aufwand nicht mehr betrei­ben wer­den und somit in den „bil­li­gen“ Agenturen wirk­li­ch nur noch „low Microstock“ also Handybilder zu fin­den sein wer­den.

    Für den pro­fes­sio­nel­len Bereich wird es dann den „high Macrostock“ Bereich geben, in den die Hobbyfotografen nicht rein­kom­men.

    Von daher hät­te sich der Markt dann wie­der zu sei­nen „Wurzeln“ zurück­ent­wi­ckelt: Profis die mit ihren Bildern Geld ver­die­nen kön­nen und eben Amateure die nicht am Marktgeschehen teil­neh­men kön­nen bzw. wol­len (des Aufwandes wegen) – ach ja, ich ver­gaß: neu hin­nzu­ge­kom­men sind die HandyCentFotografen für klei­ne Bildchen auf Internetseiten.

    Traurig das gan­ze… *heul*

  23. Ich ver­ste­he die­se Angst vor den Händyfotografen nicht. Wenn ich mit dem Ding los­fo­to­gra­fie­re, fällt mir das Teil fast aus der Hand, bevor ich den Auslöser gedrückt habe. Selbst für mei­ne sim­ple Fotografie von Architektur und dem mari­ti­men Leben ist das nicht geeig­net, auch wenn 8 mp auf­ge­löst wer­den. Fotografie hat immer auch etwas mit sinn­vol­ler und klas­si­scher Gestaltung zu tun. Dazu benö­tigt man eine Kamera mit Sucher.

  24. @ralfgosch: Zum Hören klas­si­scher Musik und guter Rockmusik benö­tigt man eigent­li­ch auch eine gute Hifi-Anlage- und den­no­ch sind i-pods, mp3 etc. heu­te domi­nie­rend. Das zeich­net sich auch in der Fotografie ab.

  25. Toller Artikel, Robert!
    Das gan­ze ist so ähn­li­ch, wie damals als Google Maps auf den Markt kam.
    Das war und ist für vie­le Kartographen ein extre­mer Einbruch.
    Jetzt kann man kos­ten­los eine Karte in sei­ne Website ein­bin­den (schön ist die dann natür­li­ch nicht).
    Ich als Kartographin mus­s­te damit umge­hen ler­nen.
    Also die Kosten im Blick hal­ten, immer bes­se­re Workflows ent­wi­ckeln und natür­li­ch schö­ne­re Karten her­stel­len.
    Das funk­tio­niert soweit ganz gut.
    Ich den­ke, dass der Markt noch lan­ge Bestand haben wird.
    (Nur noch zur Information, ich erstel­le Übersichtskarten und ver­kau­fe die­se dann als Microstock)

  26. Ich den­ke auch, dass der Markt noch lan­ge funk­tio­nie­ren wird. Obwohl ich der­zeit eher faul bin, sind die Umsätze für mei­ne Verhältnisse, der­zeit auf Rekordniveau. Wobei man die Fotoproduzenten in 3 Gruppen unter­tei­len könn­te. Die Einzelkämpfer wel­che Stockfotografie neben­bei machen, die Einzelkämpfer wel­che das beruf­li­ch machen und die Produktionsfirmen. Wobei jene, die von der Stockfotografie leben, für die Shootings schon Geld in die Hand neh­men müs­sen. Wenn man bei Fotolia das Keyword People ein­gibt und nur die letz­ten 6 Monate nach Downloads fil­tert. Dann sind das eher Bilder, die mit viel Aufwand pro­du­ziert wur­den. Je mehr man inves­tiert, desto eher hebt man sich von den Anderen ab und desto bes­ser kön­nen die Downloads sein. So gese­hen soll­ten Produktionsfirmen einen Vorteil haben. Man könn­te auch sagen, ab einem gewis­sen Level wird Stockfotografie recht teu­er. Wenn man da mit­spie­len will, ist Kreativität zu wenig. Allerdings müs­sen die Produktionsfirmen wegen der enor­men Fixkosten das Produktionsvolumen sehr hoch hal­ten. Da kan­ni­ba­li­sie­ren sie sich irgend­wann selbst. Anderseits ist es für die Produktionsfirmen schwer, ande­re aus dem Markt zu drän­gen. Weil die klei­nen Stockfotografen wel­che das neben­bei machen, fast kei­ne Fixkosten haben. Ich könn­te im Jahr 2000 People Bilder pro­du­zie­ren, wel­che mich kei­ne 100 Euro kos­ten. Diese 2000 Bilder wür­den Lifetime sicher 20.000 Euro brin­gen. Für einen Profi wäre die­ser Umsatz zu wenig. Als Hobby und neben­bei aber eine win Situation. Das Problem für die Produktionsfirmen sehe ich eher in den vie­len klei­nen Produzenten. Einerseits in der Überproduktion, ander­seits beim teil­wei­se null Kosten Faktor. Wenn man das Hauptberuflich macht, muss man auf jeden Fall sehr gut orga­ni­siert sein und die Kosten unter Kontrolle haben.

  27. Der Ausstieg von Yuri Arcurs aus Microstock ist sicher nicht das Ende von Microstock, aber es zeigt nur all­zu deut­li­ch, dass der Bildermarkt nicht still steht, son­dern einem per­ma­nen­ten Wandel unter­liegt. Yuris Vorgehen ist viel­leicht ein Anstoß, der auch ande­re Fotografen zum Umdenken bewegt, über­be­wer­ten muss man das Ganze aber sicher nicht.

    Smartphone-Agenturen wer­den bestimmt im redak­tio­nel­len Bereich ihre abso­lu­te Berechtigung haben. Egal was irgend­wo auf der Welt pas­siert – irgend ein Augenzeuge hat immer ein Kamerahandy dabei und foto­gra­fiert oder filmt das Geschehen. Für Nachrichtenagenturen ein abso­lu­ter Gewinn, müs­sen sie doch künf­tig nicht mehr ihre eige­nen (Foto-)Reporter dort hin­schi­cken, die für die inter­es­san­tens­ten Aufnahmen sowie­so zu spät kämen. Für hoch­wer­ti­ge Werbeaufnahmen sind Handybilder sicher noch auf län­ge­re Sicht nicht geeig­net, da die Möglichkeiten zur Bildgestaltung doch recht ein­ge­schränkt sind. Ausnahmen sind aller­dings sol­che vira­len Geschichten wie oben beschrie­ben: Macht ein Foto mit unse­ren Produkten im Urlaub und Gewinnt dies, das oder jenes.…

    Auch Microstock-Agenturen wird es mit Sicherheit in Zukunft noch geben, für alle Anbieter, die nicht auf die Einnahmen ange­wie­sen sind und für alle Bildkäufer, die nicht mehr für ein Bild zah­len kön­nen oder wol­len und die mit der gebo­te­nen Qualität zufrie­den sind.

    Fotografen, die von ihrer Arbeit leben wol­len und ent­spre­chend auf­wän­dig und hoch­wer­tig pro­du­zie­ren, wer­den sich sicher ver­stärkt wie­der den Macrostock-Agenturen zuwen­den oder auch in die eige­ne Auftragsaquise inves­tie­ren.

  28. Microstocks haben imho dau­er­haft die Bildhonorare nach unten gedrückt, wo ich von aus­ge­hee, dass die Umsätze von Macrostocks in den kom­men­den Jahren noch wei­ter in den Keller gehen!

    viel­leicht hat Royality Free zu einer Übersättigung im Bildermarkt geführt, mit der infla­tio­nä­ren Entwicklung haben mitt­ler­wei­le alle Bildagenturen zu kämp­fen, egal für wel­ches Geschäftsmodell sie ste­hen.

    ob Yuris Entscheidung der Exklusivität zum sog Marktführer von Erfolg gekrönt ist, wird die Zukunft zei­gen, Getty Images hat jeden­falls auch einen zwei­fel­haf­ten Ruf, mit Abmahnungen gegen Webmaster und Blogger wegen (ver­meint­li­cher) Urheberreechtsverletzung hat die­ser Laden sich bereits einen berüch­tig­ten Namen gemacht;-)

    Gruss, Juergen.

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