Die Top-20-Fotografen bei istockphoto

Welche Fotografen ver­kau­fen bei der Microstock-Bildagentur istock­pho­to am meis­ten Bilder? Diese Frage ist nicht so leicht zu beant­wor­ten. Während Fotolia hier und Dreamstime hier eine über­sicht­li­che Tabelle zei­gen, gibt es bei istock­pho­to nichts der­glei­chen. Zwar gibt es eine Statistik bei istockcharts.de, aber die Hälfte der Fotografen sind dort nur in anony­mi­sier­ter Form zu fin­den.

Deshalb ich ich per Hand (und Google) die 20 istock-Fotografen raus­ge­sucht, die ins­ge­samt am meis­ten Dateien ver­kauft haben:

  1. Yuri Arcurs (über 1,2 Millionen Downloads)
  2. Lise Gagne* (über 1,1 Millionen Downloads)
  3. DNY59* (über 0,9 Millionen Downloads)
  4. Sean Locke* (über 760.000 Downloads)
  5. hide­sy* (über 600.000 Downloads)
  6. jhor­rocks* (über 480.000 Downloads)
  7. alex­sl* (über 420.000 Downloads)
  8. urban­cow* (über 340.000 Downloads)
  9. duncan1890* (über 320.000 Downloads)
  10. Nikida* (über 320.000 Downloads)
  11. nico_blue* (über 320.000 Downloads)
  12. spx­Chro­me* (über 320.000 Downloads)
  13. Liliboas* (über 310.000 Downloads)
  14. black­red* (über 310.000 Downloads)
  15. mon­key­busin­es­si­ma­ges (über 300.000 Downloads)
  16. soda­fish* (über 300.000 Downloads)
  17. dra_schwartz* (über 290.000 Downloads)
  18. carac­ter­de­si­gn* (über 280.000 Downloads)
  19. track5* (über 270.000 Downloads)
  20. web­pho­to­gra­pheer* (über 270.000 Downloads)

Das Sternchen bedeu­tet, dass die­se Fotografen exklu­siv bei istock­pho­to sind. Wir sehen, dass 18 Fotografen oder 90% der Top-Fotografen bei isto­ck exklu­siv sind. Sind die hier genann­ten Download-Zahlen iden­ti­sch, erfolg­te die Sortierung der Liste nach Portfoliogröße.

Die Liste ist übri­gens ein Nebenergebnis mei­ner Recherche für eine inter­es­san­te Frage, die in den Kommentaren mei­nes Artikels „Die sechs Nachteile von Exklusivität für Fotografen in Bildagenturen“ auf­kam, und die ich in Kürze hier beant­wor­ten will: Für wie vie­le Bilder in Microstock-Agenturen sind Profis ver­ant­wort­li­ch? Meine Vermutung, die auch von Walter in den Kommentaren geäu­ßert wird, ist, dass die Pareto-Regel auch in der Stockfotografie Anwendung fin­det, die besagt, dass 80% des Inhalts von 20% der Fotografen gelie­fert wird. Ich bin am Auszählen, das Ergebnis kommt bald.

31 Gedanken zu „Die Top-20-Fotografen bei istockphoto“

  1. mich grauts vor dem Tag, wo die Exklusiven ent­schei­den inex­klu­siv zu gehen.

    Ich find, wie Robert, es viel inter­es­san­ter, wie extrem hoch die Exklusivrate unter den Top 10 ist.

    Entweder die Konditionen sind ein­fach zu gut. Oder aber die Exklusiven wer­den mehr gepusht.

  2. Danke für die Übersicht!! Jetzt bin ich neu­gie­rig: Welchen Listenplatz belegst du?

  3. Ich bin auch mal auf das Ergebnis gespannt.Da ich ja der Meinung bin, das Mikrostock ohne die Amateure nicht über­le­ben kann. Bei den Top 20 kom­me ich gera­de mal auf einen Bildbestand von 120.000 Bildern.
    Das ande­re Thema Exklusivität, wo macht es Sinn?
    Bei einem Durchschnittlichen Fotografen, also kei­ner der Top 200, bringt es schein­bar wenig.
    Angenommen
    Portfoliogröße 2800 Bilder
    RPI – 3,27 bei 30%
    Downloads im Jahr etwa 4000
    Damit ist er mit den RCs etwa bei 40.000 also knapp an den 35%
    Bei 30 % wür­de er etwa 9150 Euro Umsatz im Jahr machen RPI 3,27
    Bei 35 % wür­de er etwa 10676 Euro Umsatz im Jahr machen RPI 3,81
    Bei 40 % wür­de er etwa 12201 Euro Umsatz im Jahr machen RPI 4,36
    Bei 16 % wür­de er etwa 4880 Euro Umsatz im Jahr machen RPI 1,74
    Beim Streuen wür­de er war­schein­li­ch auf einen RPI von über 5 kom­men, eher sogar 7–8.
    Beim Vergleich nach 6 Jahren und einem durch­schnitt­li­chen Portfoliowachstum von 100 Bildern im Monat, bei gelich­blei­ben­den RPI sieht es unge­fähr so aus.
    Beim Krönchen mit einem RPI von 3,81 wäre der gesammt Umsatz etwa 147447.
    Beim Streuen mit einem RPI von 5 wäre der gesammt Umsatz etwa 193500.
    Beim Streuen mit einem RPI von 7 wäre der gesammt Umsatz etwa 270900.

  4. @Max: ich ver­steh dei­ne Zahlen irgend­wie nicht. Sind das alles ange­nom­me­ne Werte und Zahlenspiele?

    @Dan: Ich glaub jeder weiß was ich mein­te. Inklusiv passt nicht, also Eigentor. Nicht-Exklusiv ist doch hof­fent­li­ch genehm? Andere Vorschläge?

  5. Noch ein inter­es­san­tes Nebenprodukt der Diskussion: Yuri hat vor kur­zem in einem TV-Interview sei­ne jähr­li­chen Verkaufszahlen ange­ge­ben.
    http://www.welt.de/videos/deutsche-welle/article13385124/Yuri-Arcurs-ist-der-Star-der-Microstock-Fotografen.html

    Da ver­kauft Yuri ca. 4 Millionen Bilder im Jahr (alle 8 Sekunden)- aber wo?

    Istock: 1,2 Mio ver­kauf­te Bilder. Am 1.12.2009 waren es 740.000. Also in 18 Monaten 460.000 Bilder. Ergibt auf 12 Monate gerech­net 306.000 Bilder bei Istock.

    Dreamstime: Heute 297.000, am 1.12.2009: 162.000. Ergibt in 18 Mon. 137.000 Bilder, in 12 Mon. 91.000 Bilder.

    Bei Fotolia kann es auch nicht sein, da er ja in all den jah­ren noch kei­ne Million erreicht hat.
    Dann bei Shutter?

    Mit all den ande­ren Agenturen schät­ze ich 1,5 Mio Verkäufe. Damit ist er natür­li­ch immer noch der Größte. Aber alle Zahlen muss man auch nicht glau­ben…

  6. @Walter: Die Verkaufszahlen bei Shutterstock soll­test Du nicht unter­schät­zen. Über eine hal­be Million Verkäufe allein da schät­ze ich schon als rea­lis­ti­sch ein. Und Yuris Bilder wer­den ja über zig Agenturen ver­kauft. Aber nach­prü­fen kön­nen wer­den wir es nicht.

  7. @ Robert: Ja, das wer­den wir (wol­len wir) sicher nie gen­au wis­sen. 😉

    Ich den­ke so: DT und IS 400.000, dann Shutter 500.000, FT sagen wir mal 400.000 (son­st wäre er ja schon in der nächs­ten Stufe) sind zusam­men 1,3 Mio. Und wel­che Agenturen machen wirk­li­ch noch star­ke Verkäufe. Auch wenn es in Summe vie­le Agenturen sind. Nehmen wir doch wie­der 80/20. Die gro­ßen 4 sind 1,3 Mio, die 20% noch­mals 320.000. Dann kom­men wir auf gut 1,6 Mio.
    Hätte ich aber auch ger­ne :-).

  8. Zu den Zahlen.
    Bei den Top 20 habe ich über http://istockcharts.multimedia.de/ ein­fach die Bilder der Top 20 zusam­men­ge­rech­net.
    Beim Istock Vergleich 30%, 35%, 40% habe ich eine Tabelle von „Dawn Liljenquist ver­wen­det. Ich könn­te aber nicht mehr sagen, wo ich die her­un­ter­ge­la­den habe. Im Prinzip basiert die Tabelle auf dem Durchschnittspreis eines Credits und dem durch­schnitt­li­chen Preis eines Downloads im Bereich von XS bis L.
    Die Tabelle ist aber noch auf dem Stand von 2010.
    Ein Credit kos­te­te 2010 noch durch­schnitt­li­ch $1,268
    Creditstruktur XS-L, 2–5-10–15 , 2+5+10+15/4 = durch­schnitt­li­ch wer­den 8 Credits pro DL aus­ge­ge­ben.
    Dadurch wer­den durch­schnitt­li­ch pro DL ca. 8 X $1,268 = $10,14 aus­ge­ge­ben. in den ursprüng­li­chen Zahlen habe ich 2 Fehler gefun­den. Erstens habe ich den Credit mit $1 gerech­net, dadurch wären 4000 DL für 40.000 RCs nötig gewe­sen. Richtigerweise sind es durch­schnitt­li­ch ca. 5000 DL um bei den Exklusiven 40.000 RCs und damit 35% zu errei­chen. Zweitens haben die non Exklusiven eine ande­re Creditstruktur und damit durch­schnitt­li­ch 5 Credits pro Download. Somit bräuch­ten die non Exklusiven ca. 8000 DL um 40000 RCs zu errei­chen.
    Ich habe natür­li­ch kei­ne Ahnung, was der durch­schnitt­li­che Bildbestand eines durch­schnitt­li­chen Fotografen ist,aber nach den Istockcharts.de hat die Nr 500 (nach Files gelis­tet) 2422 Bilder. Da ist 2800 als Durchschnitt eher nicht zu viel.
    Der Rest ist Rechnerei. Um auf 35% zu kom­men braucht man ca 5000 DL als exklu­si­ver.
    Bei einem durch­schnitt­li­chen Umsatz pro DL von 10,14 sind das $50700 für Istock.
    Bei 30% = ca $15210 für den Fotografen – € 10441 der­zeit – RPI 3,73 geschätz­te 2800 Bilder
    Bei 35% = ca $17745 für den Fotografen – € 12181 der­zeit – RPI 4,35 geschätz­te 2800 Bilder
    Bei geschätz­ten 2800 durch­schnitt­li­chen Bildern kann man einen durch­schnitt­li­chen RPI nur „raten“
    Ein non Exklusiver hat eine ande­re Preisstruktur und dürf­te bei der sel­ben Bilderzahl einen RPI von 1,24 bei 16% haben.
    Wenn man nun die Profis von den Amateuren tren­nen will, könn­te man anneh­men, das man etwa 4000 € Brutto im Monat zum Leben braucht.Das wären etwa 48000 € oder ca 18.000 DL im Jahr,als „durch­schnitt­li­cher“ Fotograf.Da wür­de ein „durch­schnitt­li­cher“ Fotograf bei einem durch­schnitt­li­chen RPI von etwa 4 ein Portfolio von 10000 Bildern brau­chen. Derzeit haben nur 15 Fotografen bei Istock über 10000 Bilder. Das heißt man muss bei Istock ein sehr hoch­wer­ti­ges Portfolio haben. Mit einem ent­spre­chen­den über­durch­schnitt­li­ch hohen RPI, um von Istock leben zu kön­nen, oder ein sehr gro­ßes Portfolio.

  9. Was ich noch schrei­ben woll­te. Bei istock­charts hat es mal eine Tabelle mit durch­schnitt­li­chen DL/Tag gege­ben (Durchschnitt der letz­ten 90Tage, oder so). Wenn man alle Fotografen nimmt, wel­che über 50 Downloads pro Tag haben. Dann könn­te man etwa die Masse an poten­ti­el „pro­fes­sio­nel­len“ Fotografen und die Zahl der Bilder schät­zen. Sofern man „pro­fes­sio­nell“ mit einem Umsatz von etwa 4000 pro Monat ansetzt. Natürlich ver­zehrt die 80/20 Regel und Vetta/Getty das Bild ein wenig, aber es wäre ein Ansatz. Freiwillig wird Istock wohl kei­ne Zahlen raus rücken.

  10. @Max: Wenn ich die Erklärung dei­nes Rechenvorgangs rich­tig ver­stan­den habe, ist der RPI das Ergebnis dei­ner Kalkulation, basie­rend auf ver­schie­de­nen Downloadmengen? Außerdem scheint mir, Du Dein RPI ist pro jahr gerech­net? Üblicherweise wird der RPI pro Monat ange­ge­ben. Wie Du anhand er Umsatzzahlen in mei­nem Buch, oder hier http://www.istockphoto.com/forum_messages.php?threadid=140301 oder hier http://fstop57.com/2010-stock-photo-sales-review/ sehen kann­st, sind 1–1,5 $ RPI pro Monat für durch­schnitt­li­che Fotografen kei­ne Seltenheit. Profis wie Yuri oder Andres Rodruigez geben einen monat­li­chen RPI von 3–5$ an.

    Anders for­mu­liert: Man kann, bei ent­spre­chend guten Bildern, auch mit 3000 Bildern gut von der Stockfotografie leben.

  11. Der RPI ist pro Jahr und Euro gerech­net. Die Tabelle war ursprüng­li­ch dafür gedacht, abzu­schät­zen wie vie­le Downloads man für die ein­zel­nen Prozentstufen braucht.
    Bzw, wie hoch der zu erwar­ten­de umsatz für X Downloads pro jahr ist.
    Wobei durch­schnitt­li­ch 8 RCs pro Download gerech­net wer­den.

    Wenn man eine durch­schnitt­li­che Portfoliogröße „schätzt“ kann man über den Umsatz auch den RPI „schät­zen“.

    Ein paar Schätzungen RPI/ Jahr,Euro

    Für 30% – 12500 bis 39999 RCs braucht man durch­schnitt­li­ch 1500 – 4999 DL/Jahr
    Bei 1000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 3,13 – 10,4 bei 30%
    Bei 2000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 1,57 – 5,2 bei 30%
    Bei 3000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 1,04 – 3,4 bei 30%

    Für 35% – 40000 – 150000 RCs braucht man durch­schnitt­li­ch 5000 bis 17500 DL/Jahr
    Bei 2000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 6,1 – 21,3 bei 35%
    Bei 3000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 4,05 – 14,2 bei 35%
    Bei 4000 Bilder Portfoliogröße RPI ca 3,05 – 10,6 bei 35%

    Die Profis haben sicher einen höhe­ren RPI. Aber da greift eher die 80/20 Regel.
    Der „durch­schnitt­li­che“ exklu­si­ve Istocker, also die rest­li­chen 80% der exklu­si­ven haben war­schein­li­ch einen RPI zwi­schen 3–6 €/Jahr und sind bei einer Quote zwi­schen 30% bis 35%.

    Aber irgend­wie woll­te ich mit mei­ner gan­zen Rechnerei eigent­li­ch her­aus­fin­den wie vie­le Profis bzw Bilder von Profis es unter den Istockfotografen gibt. Und da habe ich noch immer kei­nen blas­sen Schimmer.

  12. @Fotoprofi: Es kön­nen eini­ge Leute gut davon leben. Unsere Diskussion dreht sich ja dar­um, wie vie­le gen­au das sein könn­ten. Und übli­cher­wei­se füh­ren sin­ken­de Preise zu stei­gen­den Verkaufszahlen, des­we­gen ver­ste­he ich die­se Argumentation nicht ganz.

  13. die Preise sin­ken weil die Verkaufszahlen zurück gehen – nicht umge­kehrt Robert!

  14. @fotoprofi:
    Ich lebe davon und das nicht schlecht. 🙂 

    Und ich bin seit mehr als 20 Jahren aus­schliess­li­ch Stockfotograf. Als die Makros Verkaufseinbussen hat­ten habe ich gewech­selt. Meine Bilder lau­fen dort zwar noch immer, aber immer zäher. Gut ich spie­le auch seit 3 Jahren dort nicht mehr ein.

    Man muss nicht für Micro sein – aber man soll­te ein­fach auch mal fai­rer­wei­se zur Kenntnis neh­men, das es funk­tio­niert. Zumindest für Leute die bald genug damit ange­fan­gen haben und das auch als 40-Stunden Job sehen. Ich habe einen mtl. RPI von $ 1.82 (über alle Agenturen) und vie­le, vie­le Bilder online. 😉

    Der Beitrag den du erwähn­st: Richtig. Seit FT die Suchmaschine umge­stellt hat, ver­kau­fen sich ande­re Bilder. Meine Bestseller (frü­her z.B. 2 Bilder zum Thema Wasser auf der ers­ten Seite) ver­kau­fen sich nach der neu­en Sortierung jetzt schlech­ter. Sind eben jetzt eini­ge Seiten wei­ter hin­ten.

    Neue Bilder wer­den auch nicht mehr wie frü­her zumin­dest am Anfang wei­ter vor­ne gelis­tet, son­dern sind jetzt eher wei­ter hin­ten. Aber es ver­kau­fen sich ande­re Bilder, die frü­her nicht so gin­gen, plötz­li­ch sehr gut. In Summe habe ich auf den Mai im Vorjahr 15%+ bei DLs und 21%+ beim Umsatz. Trotz stei­gen­der Abos.

  15. @ wal­ter

    Alles sehr vage wal­ter – was bedeu­tet „Ich lebe davon und das nicht schlecht“? Es soll ja Fotografen geben die sehr anspruchs­los sind – und war­um hast Du vom Macro auf den Micro gewech­selt, kann ja nicht grund­los gewe­sen sein?

    Für mich hört sich das eher wie das trau­ri­ge Beispiel eines Fotografen an, der sich offen­bar an einen Strohalm klam­mert.….

  16. Na dann deut­li­cher: Meinen RPI kenn­st Du und ich habe knapp 6.000 Bilder bei den meis­ten Agenturen online. Also mir ist der Strohhalm dick genug! 🙂

    Und wenn Du es nicht glaub­st, kann Dir Robert ger­ne mei­ne e-Mail Adresse zukom­men las­sen. Du schick­st mir dann eine Mail, und ich Dir mei­ne Steuererklärung – und natür­li­ch auch die Abrechnungen von ein paar Agenturen.

    Ich habe ja gesagt, dass die Makros immer weni­ger ver­kauft haben. Und da habe ich eben den neu­en Weg ver­sucht da er mir lang­fris­tig erfolg­rei­cher schien, bin zur rich­ti­gen Zeit ein­ge­stie­gen und habe Glück gehabt.

    Neue Sachen zu ver­su­chen ist aber offen­bar nicht jeder­manns Sache, wenn ich mir Deine Postings so durch­le­se. DU jam­mer­st ja, dass WIR Dir die Preise rui­nie­ren. Und DU will­st ein­fach nicht akzeptieren/glauben, dass es erfolg­rei­che Microstocker gibt. 

    Wenn Du es nicht glaub­st, bie­te Dir aber ger­ne (sie­he oben) an, es Dir zu bewei­sen.

  17. @walter

    Deine Finanzamtbescheid inter­es­siert bestimmt alle hier, soll­test Du unbe­dingt ver­öf­fent­li­chen, dann glau­be ich viel­leicht Deine Umsätze.

    Aber es soll­te uns doch wohl klar sein, dass durch ein ver­billgtes und ein ver­grös­ser­tes Bildangebot kei­ne grös­se­re Bildnachfrage erzielt wird, und ein Bild das für ein paar Euro ver­kauft wird, ver­drängt nur ein Bild mit reel­len Preisen. Diese Abwärtstendenz schein jetzt auch FL zu tref­fen, daher mein Verweis auf den Link.

    Letztendlich kämp­fen wir alle um den sel­ben Markt, und Microstock u.A. stellt ein gan­zes System in Frage, schließ­li­ch ist irgend­wann ein­mal ein Urheberrecht zu recht ent­stan­den, und auch die Bildkunst wird mit Microstock über­flüs­sig (wie kann man schließ­li­ch eine Meldung machen, wenn mann nicht mehr weiss in wel­chem Medium und Land ver­kauft wur­de?)

    Die ein­zi­gen Gewinner sind neben Microstock die Verlage, hier­zu ein inter­es­san­ter Link:
    http://www.piag.de/index.php?id=223&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1505&cHash=8c9df7ae9cf8e37a7fd3080b8bb5c08a

  18. @Fotoprofi: Bestimmt wären wir alle glück­li­cher, wenn Bildkäufer wei­ter­hin min­des­tens drei­stel­li­ge Summen pro Bild aus­ge­ben wür­den. Aber sei­en wir rea­lis­ti­sch: Diese Zeit ist vor­bei und das kön­nen wir genauso wenig ändern wie Plattenfirmen MP3s oder Kinos DVDs rück­gän­gig machen kön­nen. Der Einwand mit der VG Bild-Kunst ist in der Tat berech­tigt, das ärgert mich auch oft. Dass die Verlage die Gewinner sind, habe ich hier auch schon geschrie­ben: http://www.alltageinesfotoproduzenten.de/2010/01/28/kein-jammern-uber-gespartes-geld-in-printmedien/

  19. 90% der Top-Fotografen bei isto­ck exklu­siv sind“

    Hallo Robert,

    dan­ke für die Aufstellung. Diese belegt mei­ne Vermutung aus der Diskussion Deines Blogeintrags „Gründe gegen Exklusivität“, dass auch zukünf­tig immer mehr der guten Leute exklu­siv sein wer­den.

    Gruß
    Light

  20. 90% der Topfotografen sind exklu­siv, aber für 90% der Krönchenträger bringt die Exklusivität war­schein­li­ch nichts. Sogar bei den Topfotografen hat Sean Locke hat im Frühjahr zum Teil 20% weni­ger Umsatz gemacht als vor einem Jahr. Und das, obwohl er im Vergleich zum Vorjahr 2000 Bilder mehr hat.
    Zudem jam­mern vie­le das es schwe­rer wird Vettas unter­zu­brin­gen. Bei der Agency Collection schei­nen für Bilder von Getty Fotografen gerin­ger Qualitätsansprüche zu gel­ten.
    Gettyimages hat mit isto­ck die Verluste durch Mikrostock kom­pen­siert. Gettyfotografen schei­nen die Verluste im Mikrostockbereich ein wenig durch Agency und Editorial zu kom­pen­sie­ren. Bei dem Geschäftsmodel kann es für die Krönchenträger nicht uin­be­dingt bes­ser wer­den.

  21. @Fotoprofi:

    » Aber es soll­te uns doch wohl klar sein, dass durch ein ver­billgtes und
    » ein ver­grös­ser­tes Bildangebot kei­ne grös­se­re Bildnachfrage erzielt wird,
    » und ein Bild das für ein paar Euro ver­kauft wird, ver­drängt nur ein Bild
    » mit reel­len Preisen.

    Sehe ich anders.
    Der Effekt, dass eine Massenproduktion Dinge so güns­tig macht, dass gan­ze Märkte und Branchen erst ent­ste­hen, ist doch wirk­li­ch nicht neu son­dern schlicht­weg all­ge­gen­wär­tig. Seit Henry Ford und dem Fließband. 

    Ein hand-montierte und design­te Waschmaschine kos­tet bei einem Massenhersteller intern jen­seits von 5000 Euro (macht man z.B. für Messen mit Blinkekram). Müsste man – um Gewinn zu machen – also für rund 8000 – 10000 Euro ver­kau­fen. Meinst Du, wir hät­ten alle auch nur Waschmaschinen, wenn der Durchschnittshaushalt sie 5 Jahre abbe­zah­len müss­te (vom Rest der Küchenzeile ganz abge­se­hen)? Erst die güns­ti­gen Lieferanten – hier Fabriken der Hersteller mit Massenoutput – *schaf­fen* den Markt, für den sich dann wie­der Saturns, Mediamärkte etc. loh­nen (was hier eben Fotolia, iSto­ck etc. sind). Das geht quer durch sämt­li­che Konsumgüter. Der güns­ti­ge Preis schafft zunächst den neu­en (Massen-) Markt. Auch bei Dienstleistungen – sie­he z.B. Entwicklung des Flugverkehrs, seit es sog. Billig-Airlines gibt. Fliegen an sich gab es auch schon 50 Jahre vor­her – aber das nicht-superreiche Menschen täg­li­ch von Berlin nach Frankfurt pen­deln? Und das Ganze ist eben auch bei digi­ta­len Güter so – nicht nur bei Fotos, auch bei Musik, Video, Logos, Codes, Designs, Templates … so what? 

    Zu Fotos: Heute kau­fen zig-tausende Designer für Visitenkarten, Webauftritte, Flyer etc. ihrer Kunden Bild- und ande­res Material. Das klappt nicht, wenn ein Bild mehr kos­tet, als die Kampagne heu­te im Etat hat. Selbst die Kaninchenzüchter-Postille kann dank güns­ti­gen Bildmaterials nun mit einer Illustrierten mit­hal­ten. Das klappt eben, wenn Bilder ein- oder zwei­stel­li­ge Euro-Beträge kos­ten. Bei den drei-stelligen alten Getty-Preisen wer­den gan­ze Käufer-Schichten über­haupt nicht erreicht. Da hät­te ich mir als Käufer (der ich im Falle von Webdesigns für Kunden auch manch­mal bin) noch nicht mal einen Account zuge­legt, weil mei­ne Kunden für die­se Preise die gan­ze Präsenz samt Bilden erwar­ten. Auch da kommt übri­gens ein Zustrom her: frü­her haben auch die­se Webdesigner der zwei­ten und drit­ten Generation mit klei­nen Tabletops semi-professionell selbst geknipst.
    Da geht heu­te Zukaufen für die Kollegen schlicht­weg schnel­ler und effi­zi­en­ter. Für die Zeit, bis Du Olivenöl abge­füllt und den Behälter staub­frei gefrie­melt hast, kann­st Du bei Fotolia in klei­nen Auflösungen 10 Bilder für den Kunden kau­fen. Bei die­sen Preisen dis­ku­tiert auch kein Kunde über Spesen. Darum klappt das Modell. 

    Nichtsdestotrotz: Dir muss das nicht gefal­len. Einem Haufen Bastler und Ingenieure gefällt die Fabrikfertigung bis heu­te nicht. Und es gibt ja auch wie­der Manufakturen – als Premiumservices für Kunden, die Handarbeit auch zah­len. Wenn Du Dich in die­sem Teil des Marktes fest­set­zen kann­st, ist das doch auch gut. Persönliche Bilder wie Bewerbungs- und Hochzeitsbilder wird man doch wohl nie in einem Stock kau­fen – dann ist das eben Dein Markt. Was aber aus mei­ner Sicht kei­nen Sinn macht: Als Bastel-Liebhaber mor­gens Fabriken anzu­heu­len – eben­so­we­nig wie als Fabrikarbeiter eine Ingenieursgesellschaft zu beschimp­fen. Die Segmente haben – aus mei­ner Sicht – kaum etwas mit­ein­an­der zu tun. Ebensowenig wie Stockfotografie und expli­zi­te Auftrags-Fotografie.

  22. @Dr. Michael Gellner:

    Da kann man unter­schied­li­cher Meinung sein, aber – das Geld wird nun­mal als Fotograf im Stockbereich redak­tio­nell oder werb­li­ch ver­dient – und hier gibt es ein Budget das aus­ge­ge­ben wer­den kann, bil­li­ge Bilder drü­cken dort bes­ten­falls die Preise nach unten. 

    Wenn Du einen Bilick in die MFM Honorarempfehlungen der letz­ten Jahre wirfts, dann siehst Du einen deut­li­chen Abwärtstrend, aber Du wirst nicht gleich­zei­tig eine grö­ße­re Bildanzahl in den ein­zel­nen Illustrierten oder auf werbl. Anzeigen sehen.

  23. Die Illustrierten und Magazine mögen Nutzniesser sein, auch mögen die sin­ken­den Preise dort will­kom­men sein, auf­grund der sin­ken­den Budgets im Medienbereich wg Einbruch bei den Anzeigenumsätzen etc. Der Markt ist aber für den (Micro-)Stockbereich rela­tiv klein im Gegensatz zu „Jedermann“ da draus­sen. Eben weil jede klei­ne Butze sich die Bilder leis­ten kann. Wenn man mit offe­nen Augen durch die Stadt läuft und Schaufenster ansieht, oder Prospekte in Läden, sieht man immer mehr Bilder die man aus dem Microstock kennt. Und die­se Millionen von Läden WELTWEIT – DAS ist die neue Zielgruppe. Die wür­de nie­mals auf die Idee kom­men, bei Getty zu kau­fen bzw dass Budget dafür bereit­zu­stel­len (Leisten könn­ten es sich eini­ge wohl, aber nur weil Geld da ist, muss es ja nicht aus­ge­ge­ben wer­den).
    Aktuell schö­nes Beispiel: Oktoberfest-Prospekte und Flyer. Die meis­ten, die die­se Bilder kau­fen, wür­den die Getty-Preise nie­mals bezah­len. Und den­no­ch machen wir gute Umsätze.

  24. @Carsten:

    Auch vor dem Microstockmarkt gab es Flyer etc. – hier wur­de kein neu­er Markt geschaf­fen. Nur war man vor­her eher bereit Geld für Fotos aus­zu­ge­ben.

  25. @Fotoprofi:
    Entschuldigung – nein! Natürlich gab es Flyer etc. Da wur­de dann aber auch alles ein­ge­setzt, was auf den drei Corel-Bitmap-CDs bei war und Schluss. Das sehe ich schon wie Carsten. Habe ich ja auch so geschrie­ben. Und noch­mal: eine gan­ze Generation Designer kauft für die Kunden heu­te die­ses Stockmaterial – auch für Flyer. Da wäre für den Friseurladen um die Ecke oder das Gästezimmer auch damals kein Fotoauftrag bei raus­ge­kom­men. Diese (End-)Kundengruppe ist neu. Nimmst Du denn die­se Professionalisierung Deines Siedlungsmagazins und wei­te­ren Gedöns in Deinem Briefkasten gar nicht wahr? Das sah doch vor 10 Jahren anders aus – Kurzformel: kei­ne Fotos oder wer­ti­gen Illustrationen.

    Dasselbe gilt für das gan­ze Netzleben – Netlabels, Blogs etc. Das lebt von güns­ti­gem Stockmaterial und hat als Einkommen nie Etats von Verlagen gehabt. Aber die­se Groschengeber, die sich über Affiates gering­fü­gig refi­nan­zie­ren sind eine neue und in der Summe umsatz­star­ke Kundengruppe. Auch die­ser Blog hier macht das übri­gens. Hast Du die­sen Trend wahr­ge­nom­men? Es gab letz­tes Quartal allei­ne von WordPress die 50 mil­li­ons­te Stand-alone Installation – von den ande­ren Systemen und Online-Services mal abge­se­hen (bei WordPress kommt auf eine Stand-alone-Installation etwa ein Online-Blog – macht dann also 100 Millionen Systeme, von denen schon eini­ge den Content ansehn­li­ch aus­ge­stal­ten wol­len). Wie schätzt Du das quan­ti­ta­tiv ein – alles Kleinkram, gab es vor­her auch schon?

  26. @Michael: Ich glau­be, das Problem ist, was ich ja schon mal im Blog beschrie­ben hat­te (http://www.alltageinesfotoproduzenten.de/2010/03/31/die-entwicklung-von-microstock/), ist fol­gen­des: Zwar gibt es jetzt deut­li­ch mehr Kunden, die Microstock ein­kau­fen, aber das ver­lo­ren gegan­ge­ne Geld der Macrostock-Kunden, die jetzt eben­falls Microstock ein­kau­fen, kom­pen­sie­ren die­se – wahrscheinlich/vielleicht/vermutlich – nicht.

  27. Da hat Robert sicher­li­ch Recht, dass die Macros hier nicht kom­pen­siert wer­den, was wohl auch der Grund ist, war­um sich eini­ge auf­re­gen. Das kann tot dis­ku­tiert wer­den bis zur Wiederauferstehung, der Micromarkt hat sich gebil­det und ist Fakt.
    Man kann jetzt wei­ter ver­su­chen, im Macro oder RM Segment zu blei­ben, was es sicher­li­ch wei­ter geben wird, nur nicht mehr so ein­fach wie frü­her, denn auch hier muss man eine höhe­re Qualität mit mehr Einsatz ablie­fern. Wer von sei­nem Portfolio den­no­ch gut leben kann, soll sich ein­fach freu­en, dass er so gute Arbeit gelie­fert hat, dass es immer noch Firmen/Personen gibt, die dies bezah­len bzw. benö­ti­gen.
    Oder man ent­schei­det sich bewusst für Micro. Richtig auf­ge­zo­gen lässt sich da auch heu­te noch Geld ver­die­nen, in den nächs­ten Jahren beson­ders dann, wenn man im Video/Filmbereich fit ist (in dem Markt sehen wir in den nächs­ten Jahren auch das größ­te Wachstumspotenzial).
    Oder man macht ganz was ande­res. Märkte ändern sich, das haben sie schon immer getan. Auch das ist Fakt. Den alten Zeiten nach­wei­nen bringt einen auch nicht wei­ter… 😉

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