Top-Microstock-Fotograf Yuri Arcurs wird exklusiver Getty Images-Fotograf

Ein Gerücht mach­te Samstagmorgen die Runde: Der berühm­tes­te Microstock-Fotograf der Welt, Yuri Arcurs, wird exklu­si­ver Fotograf bei iStock­pho­to. Auslöser war die klei­ne gol­de­ne Krone, wel­che auf sei­ner Profilseite zu sehen ist und das Symbol für Exklusivität ist. Dazu kommt, dass alle sei­ne Bilder bei Shutterstock ver­schwun­den sind.

Nachdem in der Microstockgroup dana­ch die Spekulationen anfin­gen, bestä­tig­te Yuri Arcurs die Tatsache mit die­sen Worten:

Hi Guys.
We have found a good dis­tri­bu­ti­on part­ner (Getty Images) for the kind of con­tent we pro­du­ce. We will be remo­ving all images from micros­to­ck doing the next few weeks. Microstock, espe­cial­ly sub­scrip­ti­on sites, are not sui­ted for the kind of high pro­duc­tion cost images we pro­du­ce.
Best Yuri“

Die Reaktionen auf die­se Ankündigung fal­len sehr gemischt aus: Einige rufen das Ende von Microstock aus, ande­re ver­mu­ten finan­zi­el­le Motive hin­ter der Entscheidung und der Fotograf David Clark ver­gli­ch die­se Aktion mit „dem Buchen eines Erste-Klasse-Tickets auf der bereits sin­ken­den Titanic“.

Zur Zeit gibt es nur das obi­ge Zitat als Aussage, aber eini­ge Dinge las­sen sich aus Erfahrung ver­mu­ten:

Die eige­ne Verkaufseite peopleimages.com von Yuri Arcurs, die seit ziem­li­ch gen­au einem Jahr online ist, hat­te nach fünf Monaten zwar nach Aussagen Yuris fünf­stel­li­ge Umsätze, aber erziel­te bei wei­tem noch kei­nen Gewinn. Außerdem hat­te Yuri eben­falls nach eige­nen Aussagen geplant, wei­te­re Fotografen über sei­ne Webseite ver­kau­fen zu las­sen, also qua­si eine eige­ne Bildagentur zu grün­den. Das wäre für iStock­pho­to und Getty Images sicher gefähr­li­ch gewe­sen, weil Yuri Arcus bestimmt in der Lage gewe­sen wäre, vie­le talen­tier­te Fotografen auf sei­ne Seite zu zie­hen, viel­leicht sogar mehr, als es Stocksy jetzt schon mit Sean Locke, Rob Sylvan und vie­len ande­ren geschafft hat. Vielleicht woll­te Getty Images das wort­wört­li­ch um jeden Preis ver­hin­dern.

Das zwei­te Thema, was sich in der Diskussion zur Ankündung her­aus­kris­tal­li­siert hat, sind die „zu hohen Produktionskosten“, von denen Yuri spricht. Das ist viel­leicht ein Fehler, dem Yuri (und ande­re gro­ße Bildfabriken wie CandyBox, Monkeybusiness oder Africa Studio) auf­ge­ses­sen sind. Man braucht kei­ne Hasselblad und Profoto Equipment, um für Microstock-Agenturen zu pro­du­zie­ren. Ein gro­ßes Team hilft, gro­ße Mengen in kur­zer Zeit zu pro­du­zie­ren, aber oft kan­ni­ba­li­siert man sich damit eher selbst als ande­re, weil man zwangs­läu­fig mehr Bilder hat, die durch die schie­re Menge in den Suchalgorithmen der Bildagenturen hin­ten run­ter fal­len. Durch eine eige­ne Bildagentur (Serverkosten, Service-Personal), ein gro­ßes Studio und vie­le Mitarbeiter gibt es hohe Deckungskosten, die ein ein­zel­ner Fotograf nicht hat. Konkret hat Yuri anschei­nend über 100 Mitarbeiter und er braucht ca. 30 Monate, bis sich eines sei­ner Shootings durch­schnitt­li­ch wie­der ren­tiert. Das ist (zu?) viel.

Der drit­te Punkt ist, die Sache als ein span­nen­des Live-Experiment zu sehen: Wird es Yuri Arcurs tat­säch­li­ch gelin­gen, sei­ne Bilder aus den garan­tiert über 50 (ver­mut­li­ch eher über 200) Bildagenturen welt­weit zu löschen? Ich bezweif­le das, aber das führt zum vier­ten Punkt:

Sind eini­ge Exklusivfotografen glei­cher als gleich? Normalerweise bedeu­tet „Exklusivität“ bei iStock­pho­to Fotografenexklusivität. Der Fotograf darf also kei­ne ande­ren Bilder bei ande­ren RF-Agenturen ver­kau­fen. Blend Images ist aber zum Beispiel eine Bildagentur, die es geschafft hat, die­sen „Exklusivstatus“ bei iStock­pho­to zu erhal­ten und trotz­dem unter eige­nem Namen Bilder bei Fotolia, Shutterstock und so wei­ter ver­kau­fen darf. Es wird ver­mu­tet, dass auch Yuri Arcurs eine nach ihm benann­te „Getty-Kollektion“ belie­fern könn­te und damit das enge Exklusivität-Korsett lockert. Warum soll­te er auch sei­ne mil­lio­nen­teu­re Verkaufsseite nach einem Jahr wie­der dicht­ma­chen? Dass Yuri im obi­gen Zitat von Getty statt von iStock­pho­to spricht, deu­tet in die­se Richtung.

Generell hal­te ich es für jeman­den, der aus­schließ­li­ch von dem Verkauf sei­ner Bilder lebt, wei­ter­hin für sehr ris­kant, sei­ne Bilder nur exklu­siv anzu­bie­ten. Aber Yuri Arcurs ist kein träu­men­der Künstler, son­dern ein Geschäftsmann, der hart kal­ku­lie­ren und ver­han­deln kann und ver­mut­li­ch aus sei­ner Sicht gute Gründe für die­sen Schritt hat. Deswegen wird es inter­es­sant sein zu beob­ach­ten, wie sich die­se Sache ent­wi­ckelt.

Wie sieht ihr das? Was könn­ten Gründe für sei­ne Entscheidung sein?

44 Gedanken zu „Top-Microstock-Fotograf Yuri Arcurs wird exklusiver Getty Images-Fotograf“

  1. Das wird inter­es­sant.
    Bin gespannt wo er über­all sei­ne Bilder ent­fernt. Ob das auch Fotolia betrifft?
    lg, Amir

  2. Mutig, mutig! Wer spe­zi­ell nach sei­nen Fotos sucht, der wird ihn sicher­li­ch auch dort fin­den, doch das Kerngeschäft wird mei­nen Einschätzungen zu Folge dadurch ein­bre­chen. Mal ehr­li­ch, wenn ich ein Bild suche, dann nut­ze ich die Suchfunktion von Fotolia und wäh­le eines was passt. Ein feh­len­der Yuri wird mir da per­sön­li­ch gar nicht auf­fal­len.

    Trotzdem bin ich gespannt, wie es sich für ihn ent­wi­ckelt und hof­fe, dass er regel­mä­ßig drü­ber berich­ten wird…

  3. Zitat von Lobo im isto­ck forum
    „No, Winston. I’m not say­ing that at all. What I am say­ing is that I don’t expect mir­ro­ring of Non-exclusive con­tent is going to occur. At least not in the short term. If we do even­tual­ly deci­de to allow for some Non-exclusive con­tent to be mir­ro­red at Getty I will let the com­mu­ni­ty know.“
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    Man beach­te das „some“ im Original Thread fett dar­ge­stellt war.
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    Etwas wei­ter unten Frage von Ilbusca
    „I don’t get it eit­her:

    The news­let­ter and FAQ say:

    A) The Vetta and Signature Plus collec­tions will be mir­ro­red on Getty
    B) Signature + will con­tain Extremely High per­for­ming Non-exclusive files (from Main/Plus)

    A + B means that Extremely High per­for­ming Non-exclusive files will be mir­ro­red on Getty, no?“
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    Antwort von Lobo
    „No, it doesn’t mean that. 

    It means Extremely High per­for­ming Non-exclusive files can be added to Signature +. We can dis­tin­gu­ish bet­ween exclu­si­ve and non-exclusive con­tent. So Exclusive con­tent will most cer­tain­ly be mir­ro­red whe­re­as non-exclusive con­tent will not. I’m not say­ing that we wont ever con­sider adding non-exclusive to the mir­ro­ring on Getty. However, at this point we have no plans to do so.

    I’m not sure how much more clear I can be. I was thin­king caps lock, but then it just looks like I’m yel­ling.“
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    „However, at this point we have no plans to do so.“ Die Aussage von Lobo war am 17. Mai. Wie schnell doch die Zeit ver­geht.
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    Na Robert das wäre doch was für dich. Deine Bilder „on Location „sind gen­au das was sto­ck / Getty sucht. Real People, Real Location.
    Und über 40% Beteiligung könn­test du bei dei­nem wirk­li­ch guten Portfolio, mit isto­ck sicher ver­han­deln. Zumindest der­zeit, wo sich isto­ck gera­de ein wenig den Top Produzenten öff­net.

    Oder hat isto­ck bei dir schon ange­läu­tet? Würde mich nicht wun­dern.

  4. Ist doch toll. Dann wis­sen wir ja alle, wo wir unse­re Bilder in Zukunft nicht mehr hoch­la­den brau­chen. (So lan­ge sie denen von Yuri ähneln). 🙁

    Was nützt es mir denn, wenn bei einer Suche die ers­ten ein­hun­dert Bilder von Yuri sind und denn erst ein Bild von einem ande­ren Fotografen erscheint.

    So gese­hen hat er dann ja sei­ne eige­ne Agentur… 😉

  5. Für mei­nen Geschmack wird dar­um zu viel Wind gemacht, die 60k Bilder hier oder da oder nicht mehr dort. Wen inter­es­siert das, wenn ich in jeder grö­ße­ren Microstock Agentur über 20Millionen Bilder fin­de.

  6. @Stan
    Es ist einer­seits inter­es­sant, weil der Stockmarkt nicht mehr wirk­li­ch wächst. Der gesamm­te welt­wei­te Umsatz für Stockbilder, micros­to­ck und Makrostock, sta­gniert eher. Dazu ist GettyImages der domi­nan­te Konzern im Stockmarkt. Und Yuri gehört eben zu den füh­ren­den Stockproduzenten, aber mit enor­men Fixkosten.
    Weiters baut man bei isto­ck wie­der mal um. Der Konstruktion nach, schaut es eher aus. Als ob man län­ger­fris­tig, die Fotografenexklusivität abschaf­fen wird.

  7. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass fol­gen­des pas­siert ist und noch pas­siert: Yuri hat einen für sich pas­sen­den Vertrag aus­ge­han­delt, den nicht jeder exklu­si­ve Fotograf bei Getty bekommt. Ich glau­be auch, dass die Argumente in Richtung „auf den kann man nicht ver­zich­ten“ / „oder eben doch“… in eine fal­sche Richtung gehen. Große Firmen wer­den von küh­len Rechnern gelei­tet. Jeder ein­zel­ne wird sich was dabei den­ken, wenn er den einen oder ande­ren zie­hen lässt. 

    Dass der Markt weit­ge­hend gesät­tigt, ja, das glaub ich auch. Genau des­halb stei­gen auch die Anforderungen an die Qualität, und gen­au des­halb gibt es immer weni­ger haupt­be­ruf­li­che Microstockfotografen, wel­che jeweils ein immer grö­ßer wer­den­des Portfolio benö­ti­gen, um auch wei­ter­hin davon leben zu kön­nen.

    Solche Entwicklungen kann man aller­dings in jeder ein­zel­nen Branche die­ser Welt beob­ach­ten – und, wie Robert auch schon ein­mal bemerk­te: Wenn der Wind sich dreht, muss man sich eben anpas­sen.

    Ich glau­be mal, dass es heu­te für einen Einsteiger wesent­li­ch schwie­ri­ger ist, eine beruf­li­che Zukunft auf Microstock auf­zu­bau­en, als es noch vor 4 Jahren war. Doch letz­ten Endes wird es immer Auftraggeber geben, die Fotos brau­chen, wel­che nicht in Agenturen zu fin­den sind: Von sich, von ihrer Firma, von ihren Produkten.

  8. Eine inter­es­san­te Wendung.
    Vor Monaten hat­te ich schon etwas zu peopleimages.com und Accurs geschrie­ben, inso­fern bin ich von dem Schritt nicht wirk­li­ch über­rascht.
    Ein wenig erstaunt viel­leicht dar­über, dass die Eigenvermarktung mit die­sem Bekanntheitsgrad und dem Portfolio nicht so wirk­li­ch funk­tio­niert hat. Nach 5 Monaten deu­te ich „get­ting much clo­ser to some­thing that might actual­ly go into pro­fit one day“ nicht unbe­dingt als posi­ti­ven Zwischenbericht. Wie sieht das heu­te aus, bes­ser?

    Vor eini­gen Wochen war mal ein Interview mit Accurs in einer Foto-Zeitung. Auch da war ich etwas über­rascht, als dort Beispiele für die Produktionskosten genannt wur­den. Accurs mein­te er hät­te bei bestimm­ten Serien (mit ein­ge­flo­ge­nen Modellen) Amortisationszeiten von über 3 Jahren. Vergleicht man das mal mit Roberts Bericht über die typi­schen Lebenszyklen eines Mikrostockbildes, kann man mög­li­cher­wei­se erah­nen, wie und woher der Wind in RSA nun weht.

    Besten Gruß, free­zer

  9. Meine Meinung: Zu vie­le Ausgaben. Vor ca. 2–3 Jahren hat er ein neu­es Studio in Dänemark gebaut. Dann die Übersiedelung nach Südafrika, dann People-Images. Da ist viel Geld ver­brannt. Und das bei stän­dig (zum Teil stark) sin­ken­den Umsätzen und ver­mut­li­ch immer höhe­ren LAUFENDEN Kosten.

    Die „Marke Yuri“ wird den­ke ich über­schätzt. Ich ken­ne ca. 10 Leute, die als Kunden Microbilder ver­wen­den. Hauptsächlich FT und Shutter. Einem davon ist Yuri ein Begriff. Klar – die meis­ten Anbieter ken­nen ihn – aber die Kunden? Und war­um sol­len die Bei Peopleimages kau­fen, wenn Sie dort nur sei­ne Bilder bekom­men?

    Auch für Yuri gibt es 4 gro­ße Agenturen.

    Shutter – hier ver­kauf­te er laut Aussage von sei­nem Vater 3000–4000 Bilder täg­li­ch. Ich neh­me mal 90.000 Bilder (Wochenenden). Das wären dann ca. 54.000.- $ im Monat. Wenn es so stimmt wie in einem ande­ren Forum beschrie­ben, hat Yuris Vater Yuri ange­wor­ben. Wenn das so stimmt dann kom­men da noch ca. $ 3600.- im MOnar an Referrals hin­zu. Die Shutter aber im Feber gestri­chen hat.

    Dreamstime: Hier hat er in den letz­ten bei­den Jahren rund 132.000 Bilder ver­kauft. Interessant: Die Bildanzahl ist in die­sem Zeitraum nur um knapp 3000 Bilder gestie­gen. Von 32.000 auf 35.000. Vielleicht wur­den auch vie­le Bilder die 4 Jahre nicht ver­kauft wur­den ent­fernt. Das ergibt 5500 Bilder im Monat, also einen geschätz­ten Umsatz von $10.000 bis 11.000.- im Monat

    Fotolia war ein­mal laut sei­ner eige­nen Aussage sei­ne bes­te Agentur. Die haben es ihm aber auch nicht leicht gemacht. Zuerst die Rückstufung von 4 auf 3 CR Startpreis. Dann die Einführung der Abos. Dann hat er eini­ge Monate wegen PeopleImages nichts ein­ge­spielt und sei­ne Bilder sind stark nach hin­ten gewan­dert. Viele neue Leute, die wie er foto­gra­fie­ren. Die Einführung der Miniabos. Persönlich wür­de mich inter­es­sie­ren, ob er auch schon Rubin wäre, wenn er es nicht schon vor der Ranklingsumstellung gewe­sen wäre. Meines Wissens nach gibt es ja son­st noch kei­nen.

    Also dürf­te er ohne­hin wie­der bei iSto­ck am meis­ten ver­die­nen. Aber in Summe wird er auf einen guten 6-stelligen Dollarbetrag im Monat ver­zich­ten, bzw. dort wie­der rein­brin­gen müs­sen. Klar mit weni­ger Mitarbeitern wird das auch leich­ter.

    Seine letz­ten Bilder wur­den übri­gens mit einer Nikon D3X gemacht. Hasselblad-Bilder hat es bei den Micros von ihm kaum gege­ben.

    Micro wur­de eigent­li­ch für Amateure geschaf­fen, die zum Teil völ­lig ande­re Motivationen haben. Völlig zu recht. Im Hauptberuflichen Bereich muss man auf sei­ne Kosten ach­ten und so effek­tiv wie irgend­wie mög­li­ch pro­du­zie­ren.

  10. Wusste doch ich habe bei FT noch was ver­ges­sen! Das Rückstellen nicht ver­auf­ter Bilder von 3 auf 1 CR. Von sei­nen 67.000 Bilder sind 48.000 zum Billigpreis zu haben.

  11. Du schreib­st: „er braucht ca. 30 Monate, bis sich eines sei­ner Shootings durch­schnitt­li­ch wie­der ren­tiert“

    Wenn er wirk­li­ch so arbei­tet, dann hat er wirt­schaft­li­ch nichts begrif­fen. So muss man mög­li­cher­wei­se arbei­ten, wenn man gera­de erst beginnt, aber für einen eta­blier­ten Fotografen ist das deut­li­ch zu lan­ge.

    Wenn man aber mal nach­schaut, was für einem Aufwand er da betreibt, dann wun­dert es mich nicht. Eigenes Studio mit etli­chen Mitarbietern und meh­re­ren Sets. Das muss alles unter­hal­ten wer­den und ver­ur­sacht schon Kosten, bevor das ers­te Bild im Kasten ist. Sicher kann er so auch effek­tiv arbei­ten und mit sei­nen Modells von einem Set zum ande­ren wan­dern und den Output deut­li­ch erhö­hen, aber den­no­ch hal­te ich die 30 Monate (das sind immer­hin 2 1/2 Jahre!) für eine viel zu lan­ge Zeit.

  12. Über jeman­den wie Yuri Arcurs zu sagen, dass er wirt­schaft­li­ch nichts begrif­fen hät­te, ist – sagen wir mal „lus­tig“. Er arbei­tet schein­bar sehr expe­ri­men­tell – hat prak­ti­sch in den letz­ten Monaten und Jahren ver­schie­de­ne Verkaufswege getes­tet und man­che für gut ande­re für weni­ger gut befun­den. Er hat durch sei­ne Arbeit genug Mut und wirt­schaft­li­chen Weitblick bewie­sen. Sein Schritt in die Exklusivität – wie auch immer der gen­au aus­ge­legt ist – ist sicher­li­ch ein wei­te­rer gen­au über­leg­ter Schritt nach vor­ne. Auch dass er eine Hasselblad besitzt und mit einem gro­ßen Team arbei­tet – mög­li­cher­wei­se es eine lan­ge Zeit dau­ert bis sich die Ausgaben ren­tie­ren – kann man ihm nicht als „Dummheit“ ankrei­den. Wer kann kann der kann. Und ER kann eben. Man braucht sich um ihn kei­ne Gedanken machen.
    Sein Erfolg gibt ihm nun mal Recht. Vielmehr hat er sicher für vie­le ein gewis­se Vorbildwirkung. Hoffentlich auch für den gesam­ten Stockmarkt.

  13. Wir kön­nen alle nur spe­ku­lie­ren!

    Es könn­te einer­seits bedeu­ten dass der Deal mit Getty + peopleimages.com schon soviel ein­spielt, dass der Verlust beim Rausgehen aus den vie­len ein­zel­nen Agenturen (inkl. ein­ge­spar­ter Uploadkosten etc.) mehr als kom­pen­siert wird. 

    Es könn­te sein, dass Getty Ihm ein Angebot gemacht hat, was er nicht abschla­gen konn­te. Weil Getty in sei­ner Agentur einen ernst­haft ent­ste­hen­den Gegner gese­hen hat (was typi­sch für Getty-Philosophie wäre).

    Es könn­te auch sein, dass Ihm über­all die Felle davon schwim­men und er in dem Deal sei­ne letz­te Hoffnung sieht, sei­ne Kosten zu decken und wirt­schaft­li­ch zu über­le­ben.

    Jeder kann sich da raus­su­chen was er möch­te, ein­zig Yuri weiß, wies aus­sieht und er wird sich schon was dabei gedacht haben…

  14. Ich kann mich mar­tinwim­mer nur anschlies­sen.

    Irgendwo stand mal, dass sein Südafrika Shooting 200.000 Euro gekos­tet hat. Wenn er die­se Kosten mach 30 Monaten wie­der rein­holt ist das doch ok. In den Kosten ist ja auch sein Gehalt ent­hal­ten. Alles was dana­ch rein­kommt ist Gewinn!

  15. @Walter: „Shutter – hier ver­kauf­te er laut Aussage von sei­nem Vater 3000–4000 Bilder täg­li­ch. Ich neh­me mal 90.000 Bilder (Wochenenden). Das wären dann ca. 54.000.- $ im Monat. Wenn es so stimmt wie in einem ande­ren Forum beschrie­ben, hat Yuris Vater Yuri angeworben…etc.“ wal­ter, das war doch ein Fake-Beitrag:-) Du bist einem Scherzbold auf­ge­ses­sen. röde-orm

  16. @röde-orm: Zum einen habe ich ja geschrie­ben „wenn es so stimmt“. Zum Anderen ist es egal. Ich den­ke, dass 50.000$ bei Shutter eine rea­lis­ti­sche Zahl ist.

    @martinwimmer: Mut strei­tet Yuri auch sicher kei­ner ab. Auch nicht das Experimentuelle. Aber 30 Monate um auf die Kosten zu kom­men ist in Micro nicht mehr mög­li­ch. Das war es ein­mal – aber das ist mei­ner Meinung nach vor­bei. So funk­tio­niert Micro heu­te nicht mehr. Dazu gibt es viel zu vie­le neue Fotografen, alle Augenblicke Änderungen bei den Agenturen in Preisgestaltung und Suche. Da ist lang­fris­ti­ge Planung nicht mehr mach­bar.

    Vielleicht sol­len sich ja auch die Anwälte von Getty um den Brillenstreit küm­mern. Oder er geht aus allen Micros, weil er die­se Bilder ohne­hin gericht­li­ch löschen muss. Das ist es schon ein­fa­cher das gan­ze Portfolio zu löschen.

    Wie auch immer es sind alles nur Spekulationen. Wir wer­den es ohne­hin nie (wirk­li­ch) erfah­ren. Und da es für mich auch kei­ne Auswirkungen hat – sei es so wie es ist! 🙂

  17. Ich den­ke dage­gen, dass YA mit sei­nen 30 Monaten Amotisierungszeit durch­aus gut auf­ge­stellt ist. Da sind ein­fach andwe­re Maßstäbe anzu­set­zen, als beim durch­schnitt­li­chen Microstocker. Das genia­le an sei­nen Aufnahmen ist doch, dass sie so clean und „strom­li­ni­en­för­mig“ sind, dass vie­le sei­ner Motive einen viel grö­ße­ren Lebenslauf haben, als ein durch­schnitt­li­ches Stockbild. Schaue ich mir eine Dame mit Headset an, die ienm fröh­li­ch vor einem dif­fu­sen, aber noch zu erah­nen­dem Büro -Hg ent­ge­gen­lä­chelt, sio kann die­ses Bild bereist vor 4 Jahren ent­stan­den sien und es wird auch in 4 Jahrne noch Bestand haben. Abgesehen von tech­ni­schen Dingen, wie Smartphones oder Pads, ein Großteil des Arcurschen Werks düf­te viel län­ge­re Laufzyklen errei­chen, als bei Durschnittsproduktionen. Das leigt sicher auch dar­an, das Arcurs sei­ne „Welt “ geschaf­fen hat, die­ses leicht unter­kühl­te, häu­fig mit einem lich­ten Blau irgend­wo auf den Bildern als Blickfang, das hat Stil und das ist sofort für alle sicht­bar Beruf, Commerz, Business. Das auch ande­re Aufnahmen zu sei­nen Oevre gehö­ren, gut, Man soll­te eben alles mit­neh­men:-)

  18. @roede-orm:
    Das mit sei­nem Stil mag ja zutref­fen – aber was hilft es ihm, wenn er in den Suchalgos genauso ver­schwin­det wie vie­le ande­re? Beispiel Frau/Headset. Die ers­ten 100 Bilder bei FT zei­gen 5 Yuris, die 3 auf Seite 1 davon sind die als letz­tes ein­ge­spiel­ten.

    Wenn auch Stil des Bildes, Frisur, Utensilien, Kleidung meh­re­re Jahre hal­ten – die Agenturen wol­len das der­zeit ein­fach nicht. Dass ist das Problem. Nicht die Langlebigkeit der Aufnahme, son­dern die Kurzlebigkeit der Bildersuche auf den vor­de­ren Seiten. Sonst hät­te er ja nicht 48.000 Bilder, die sich in den letz­ten 6 Monaten nicht ver­kauft haben. 5300 sind aus den letz­ten 6 Monaten.

    67.300 sind online. Dann blei­ben also 14.000 Bilder, die älter als 6 Monate sind und sich in die­sem Zeitraum ver­kauft haben. Das sind 21% sei­nes Bildbestandes.

    Mit die­sen Zahlen kann ich nicht dar­auf auf­bau­en, dass sich die Bilder über etli­che Jahre ver­kau­fen. Robert hat ja neu­li­ch mal einen inter­es­san­ten Artikel geschrie­ben.

    Ich sehe auch nicht, dass man bei YA ande­re Masstäbe als beim „nor­ma­len“ Microstocker anle­gen kann/soll. Für jeden sind die Grundbedingunggen gleich. Der ande­re pro­du­ziert bil­li­ger (Osteuropa), der ande­re mit ein­fa­che­rer Technik, der nächs­te macht kei­ne People und hat kei­ne Models zu bezah­len. Amateure ver­rech­nen nichts für ihre Zeit. Aber jeder bekommt (im sel­ben Ranking) das glei­che Geld. Es kommt halt dar­auf an, was man dar­as macht.

  19. wal­ter, das war doch ein Fake-Beitrag:-)‘ was macht Dich so sicher Röde? Ich hab zwar auch mei­ne Zweifel aber es gibt schon auch ein paar Sachen die dafür spre­chen weißt Du was von einem offi­zi­el­lem Dementi?

  20. @rave: „weißt Du was von einem offi­zi­el­lem Dementi?“ Nein, Ich den­ke, so ein Dementi wird es auch nicht geben. Soweit ich weiß, ist der Vater von YA Wissenschaftler und Dozent an einer däni­schen Universität. Der gan­ze Ton des Postings und das Erscheinungsbild pas­sen nun in kei­ner Weise dazu. Und nie­mand wird wohl ernst­haft glau­ben, dass jemand in alle Welt posaunt, wel­che Umsätze sein Sohn in einer bestimm­ten Bildagentur erzielt. Warum soll­te er? Und war­um soll­te er im Microstock Group Forum pos­ten? Und war­um soll­te er sei­nem Posting in einen unse­riös wir­ken­den Stil ver­fas­sen udn in Fettdruck, grün, pos­ten? Also ernst­haft, in die­sem Forum sind doch neben vie­len ernst­haf­ten und auch bekann­ten Stockfotografen auch eine gan­ze Reihe Spinner und Provokateure unter­wegs – wie in jeder ande­ren erfolg­rei­chen Netzgemeinde auch. Das Faszinierende dar­an ist, das sol­che Postings auch immer bei so man­chem Leser auf gläu­bi­ge Ohren sto­ßen:-) Ach ja, ich habe gra­de gele­sen, dass YA gar nicht exis­teirt, son­dern nur von jeman­dem gespielt wird, der wie YA aus­sieht:-) LG, röde-orm,

  21. Nun, ich den­ke der Meister hat für sich den rich­ti­gen Zeitpunkt genutzt und gut ver­han­delt.

    Für ihn dürf­te es in etwa so aus­se­hen:
    Er darf sei­ne Agentur wei­ter betrei­ben, er benö­tigt weni­ger Mitarbeiter (gerin­ge­re Kosten), hat mehr Zeit für d. Produktion etc.

    Getty steht bzgl. Fotografen ziem­li­ch unter Druck (Stocksy, Offset etc), wich­tig für sie an die­ser Front einen Leuchtturm auf­zu­stel­len. Das lässt man sich sicher­li­ch etwas kos­ten…

    Des wei­te­ren glau­be ich auch nicht, dass für Kunden Yuri sooo wich­tig ist.
    Sein Stil wur­de ein­fach zu oft kopiert – er ist des­halb für vie­le Agenturen nicht mehr so wich­tig.
    Das dürf­te auch so eini­ge sei­ner Sonderkonditionen bei man­chen Agenturen gefähr­den…

  22. Die 30 Monaten Amotisierungszeit, kann ich mir viel­leicht bei ein­zel­nen Shootings vor­stel­len. Wenn er aber alles so teu­er pro­du­ziert. Da wäre micros­to­ck der fal­sche Vertriebskanal. Selbst die Vetta, Agency Collection, wären da zu wenig. Da müss­te er in die rich­tig edlen Getty Images Collections rein . Wie Stone +. Aber da passt sein Still nicht ganz.
    Aber wie Robert schon geschrie­ben hat, das wird ein inter­es­san­tes Live – Experiment.

  23. @roede: Mal abge­se­hen davon ob es ein fake-eintrag ist:

    «Yuri exis­tiert nicht»

    Das ist ja unbe­strit­ten. YA gibt es nicht son­dern einen Jacob Wackerhausen. Und dann gibt es da noch einen Steen Wackerhausen an der Aarhus Universität. Und es gibt einen Steen Wackerhausen der unter dem Namen DHOXAX seit 2005 einen Account bei Shutter hat. Und bei meh­re­ren ande­ren Agenturen.

    Wenn Du Dir Bilder von Steen Wackerhausen ansiehst, passt das Alter. Auch eine gewis­se Ähnlichkeit den­ke ich zu erken­nen. Gib mal „Steen Wackerhausen Aarhus“ in Google ein, las­se Dir die Bilder anzei­gen. Es ist der Typ mit Bart und Pfeiffe. Ob es aller­dings DER Steen Wackerhausen (der Vater von Yuri und der Inahber des Shutter Accounts) ist, sei dahin­ge­stellt. Wackerhausen ist in Dänemark ein sehr häu­fi­ger Name. 

    Zum Anderen: Das Posting in der MSG Group war nicht von DHOXAX direkt, son­dern das hat ein ande­rer User vom SHUTTERforum her­über kopiert. Also der Fettdruck (in schwarz – nur ein Wort ist grün) kommt nicht vom Originalposter, wer immer das ist.

    Also so, dass ich immer alles glau­be was ich lese ist es nicht ganz ;-). Ich recher­chie­re zumin­dest immer etwas. Allerdings dach­te ich mir auch auf Grund Deines Beitrages, dass Du mehr an siche­ren Informationen hät­test, und nicht nur Vermutungen wie ich.

  24. @Walter: Ich den­ke, wir. die die „Szene“ inter­es­siert ver­fol­gen, wis­sen das (bür­ger­li­cher Name etc.) Ich den­ke und han­de­le so, wenn sich jemand einen Nick- oder Künstlername zulegt und nicht unter sei­nem rich­ti­gen Namen auf­tritt, soll­ten man auch den Nickname gebrau­chen. Das Outing ist nicht unse­re Sache. Und zu dei­ner Fage, nein, ich weiß auch nur das, was in ein­schlä­gi­gen Foren und Blogs zu fin­den ist. LG, röde-orm

  25. @Röde
    ja aber es gibt auch ein paar Sachen die dafür spre­chen:
    Bei den ganz frü­hen Sachen von dhoxax sind Bilder von Aarhus und sei­ner pri­va­ten Bibliothek dabei das passt sehr gut zum Philosophieprofessor aus Aarhus und wäre schon ein komi­scher Zufall.
    Die weni­gen Diskussionen die er geführt hat waren auch ganz zivi­li­siert.
    Aber last but not least: Yuri liest sehr wohl mit und reagiert auch auf Gerüchte. Wenn in einem Forum jemand sich als mein Vater aus­ge­ben wür­de dann wür­de mir schon ein lus­ti­ger Spruch ein­fal­len und ihm sicher auch. Von dem her wer­te ich sein Schweigen als Zustimmung und gehe mitt­ler­wei­le davon aus dass es stimmt und kein Fake ist.

  26. Im Prinzip kann bei­des zutref­fen. Yuris Vater hat sich bei Shutterstock ange­mel­det. Später hat sich Yuri über einen Refferal Link sei­nes Vaters bei Shutterstock ange­mel­det.
    Irgendein Troll hat das als Anlas genom­men, sich als Yuris Vater anzu­ge­ben und die Foren zu beglü­cken.

  27. Möglich. Aber wie kann der „Troll“ im Shutterform den Zugang von dhoxax ver­wen­den?

  28. Aha, im Shutterforum hat er das gepos­tet. Ich dach­te, das wäre auf Microstockgroup gewe­sen. Na dann.

  29. Ist ja auch völ­lig belang­los. Yuri ist/war nie mein Held oder Vorbild. 

    Er war der Erste der Micro pro­fes­sio­nell begrif­fen hat. Wenn man sich sei­ne ers­ten Bilder in FT ansieht – er war auch schnell lern­fä­hig. Seine Strategien waren über Jahre erfolg­reich. Jetzt muss auch er sich auf Grund der Marktlage neu ori­en­tie­ren. Nicht mehr und nicht weni­ger ist es.

  30. Frage wäre hier : wie sieht es bei ande­ren Producer aus ? Monkeybusiness , Andreas Rodriguez , du Robert usw. ?
    Interessant wäre : was darf heut­zu­ta­ge eine Produktion noch kos­ten ?

  31. Ich glau­be man muss die Frage umge­kehrt stel­len. Was bringt ein Foto an Einnahmen Lifetime. Microstock hat den Zenit über­schrit­ten. Ein Foto wel­ches 2006 hoch­ge­la­den wur­de, hat Lifetime wahr­schein­li­ch mehr ein­ge­bracht, als eines wel­ches 2013 hoch­ge­la­den wird. Wenn man sei­ne Umsätze kennt und die Entwicklung, kann man dana­ch pla­nen. Dabei ist es egal, was ein Rodriguez macht, da nur die eige­nen Umsätze zäh­len.
    Mann muss sich ein­fach die Arbeit machen, quar­tals­wei­se aus­zu­wer­ten, wie es auch die Firmen tun.
    Beispiel Produktion ers­tes Quartal 2006 , – Auswerten der Verkäufe nach Quartalen bis jetzt. So geht man jedes Produktions Quartal durch. Und kann damit in etwa abschät­zen, wie sich die Einnahmen Lifetime ent­wi­ckeln und wie viel man in fol­gen­de Produktion ste­cken kann.

  32. @reka: Meine Produktionen amor­ti­sie­ren sich nor­ma­ler­wei­se deut­li­ch schnel­ler als nach 30 Monaten, des­we­gen ver­wun­der­te mich Yuris Zahl auch etwas. Andererseits pro­du­zie­re ich sicher auch deut­li­ch güns­ti­ger.

  33. @Max: Diese Vermutung wird durch mei­ne eige­nen Zahlen nicht unbe­dingt gestützt. So habe ich bis­her mehr mit mei­nen Fotos von 2010 oder 2011 ver­dient als mit denen von 2008 oder 2009.

  34. Ich hat­te Bestseller, die wirk­li­ch über 4 Jahre (und länger)immer auf Seite 1 bei FT waren. Bis April 2012. Seither sind die­se Bilder prak­ti­sch tot. Ich glau­be, was „MaxII“ gemeint hat ist, dass man sol­che 4-Jahresbestseller heut­zu­ta­ge nicht/kaum mehr zusam­men­brin­gen wird. Auch weil die Agenturen das nicht mehr wol­len.

    Ich ver­su­che mei­ne Ausgaben an die Umsätze des Vorjahres anzu­pas­sen. Habe ich mehr Umsatz gemacht, gehe ich es nächs­tes Jahr etwas locke­rer an. War es weni­ger wird weni­ger aus­ge­ge­ben.

    Pro Bild habe ich Fixkosten von Euro 2,78. Das ist die indi­sche Bearbeitung, die Verschlagwortung und das Uploaden der Bilder. Dieser Teil der Produktion ist aus­ge­la­gert und kann daher gen­au auf jedes Bild gerech­net wer­den.

    Dann gibt es alle ande­ren Kosten. Und ich mei­ne alle die in der Bilanz ste­hen. Also von mei­nem Gehalt an (inkl. Steuern, Krankenkasse, Rentenvers., usw). über Leasingauto, Studiomiete, Ausrüstung, Telefon, EDV, Steuern, Steuerberater, Rechtsanwalt, wirk­li­ch alles, außer den oben ange­ge­be­nen Kosten für Bearbeitung, Keyowrding, Uploading.

    Wenn ich die­se Kosten nun auf die pro­du­zier­ten Bilder des letz­ten Jahre umrech­ne, ergibt das einen Betrag von € 35,71 pro Bild. Mit den fix zuteil­ba­ren Kosten also von € 38,49. Und das soll­te pro Bild auch wie­der rein­kom­men. Ich mache da auch kei­nen Unterschied, ob es eine Pepoleproduktion, ein Reisebild oder der „Apfel auf weiß“ ist. Jedes pro­du­zier­te Bild kos­te­te 2012 € 38,49.

    Könnte ich bil­li­ger pro­du­zie­ren? Ja sicher. 

    Der ein­fachs­te Weg: Ich könn­te mehr Bilder machen. Wenn ich ehr­li­ch bin könn­te ich die Anzahl ver­dop­peln. Immer gerech­net auf 200 Jahresarbeitsstage. Dann wür­den nur die fixen Bildkosten stei­gen, die all­ge­mei­nen Kosten sich aber hal­bie­ren. Und ich wür­de weni­ger Zeit in Foren ver­brin­gen 🙂

    Ich könn­te mei­nen Gehalt run­ter­set­zen und damit auch die ver­bun­de­nen Kosten wie Krankenkasse, etc.

    Ich könn­te die Miete strei­chen. (Firma ist in eige­nem Haus, Miete zah­le ich mir sel­ber).

    Ich kann mir ein bil­li­ge­res Auto kau­fen.

    Ich könn­te mit bil­li­ge­rer Ausrüstung arbei­ten. Muss nicht Leica-M9 und 5DIII sein. FT ver­langt 4 MP. Ich lie­fe­re 18–23MP.

    Es ist also noch sehr viel Luft die Kostenschraube nach unten zu dre­hen, wenn es den sein muß.

    Nachdem FT ja seit einem Monat eini­ge Umstellungen gemacht hat, mache ich seit­her dort 20% weni­ger Umsatz. Wenn das dien ande­ren Agenturen nicht auf­fan­gen, wer­de ich nächs­tes Jahr irgend­ei­nen der oa. geführ­ten Punkte (teil­wei­se) umset­zen.

  35. OK, dann kor­ri­gie­re ich mal. Microstock hat für mich den Zenit über­schrit­ten. Zumindest scheint das für den Umsatz pro Bild Lifetime für mich so zu sein. Bilder die ich vor Jahren hoch­ge­la­den habe. Haben sich nach dem Upload in den fol­gen­den Quartalen bes­ser ver­kauft, als Bilder die ich im ers­ten Quartal 2012 hoch­ge­la­den habe. Bei Lifetime gehe ich zwar von 4 Jahren aus. Aber nach der Verkaufskurve dürf­te für die neu­en Bilder, der gesam­te Umsatz Lifetime pro Bild gerin­ger sein als frü­her. Das heißt jetzt nicht, dass ein Shooting weni­ger bringt, als frü­her. Mit der Routine gelin­gen ein­fach mehr Bilder. Früher aber sind ein­zel­ne Bilder ein­fach weg gestar­tet und haben über­haupt nicht mehr auf­ge­hört zu ver­kau­fen. Jetzt läuft das irgend­wie gemäch­li­cher an, ohne Ausreißer nach oben. Wie oft gelingt schon noch ein Bild, das sofort star­tet, sich fast täg­li­ch ver­kauft und gar nicht mehr stop­pen will. Also mir gar nicht mehr.

  36. @Robert: das liegt aber sicher eher dar­an das dei­ne Bilder in den Jahren deut­li­ch bes­ser gewor­den sind, und du den Markt und die Anfordernisse eben­so bes­ser ver­stehst. Ich den­ke auch, ohne es selbst mit eige­nen Werten bestä­ti­gen zu kön­nen, dass die Aussage von Walter zutrifft (Bilder am Anfang des Microstockbooms „hiel­ten“ meh­re­re Jahre, und aktu­el­le von Heute wer­den eher wie­der „ver­schwin­den“)

    Was ich mich fra­ge, wie ver­hält es sich mit Aufnahmen die ich vor ein paar Jahren exklu­siv bei FT hoch­ge­la­den habe. Sollte ich mei­ne Exklusivität da nach den aktu­el­len Entwicklungen auf­ge­ben, wie kom­men die bei Shutter und Co an. Von der Auflösung und Qualität sind sie, trotz bes­se­rer Ausrüstung, immer noch zeit­ge­mäß. So recht trau ich mich noch nicht an den Schritt die Ex auf­zu­ge­ben, mich sträubt es natür­li­ch auch an der Arbeit die Bilder neu hoch­zu­la­den, mei­ne Deutsche Verschlagwortung anzu­pas­sen etc.

  37. @Stan: Das ist eine Entscheidung mit vie­len Unbekannten. Deine Argumente Mehraufwand, sind rich­tig, las­sen sich aber vom auto­ma­ti­schen Upload bis zur auto­ma­ti­schen Übersetzung mit Software lösen.

    Dafür hast Du dann nicht alle Eier in einem Korb. Wahrscheinlich wirst Du das, was du als Ex an Prozenten ver­lier­st bei den Anderen rein­be­kom­men. Vielleicht auch mehr. Es gibt prak­ti­sch kei­ne „Fehlproduktionen“. Ein Bild das „A“ ablehnt, wird bei „B“ auf­ge­nom­men. Im Grunde ist es eine Umsatzverlagerung. Wie eine Versicherung. Wenn dann eine Agentur aus wel­chen Gründen auch immer aus­fällt, hat man noch die Anderen.

    @MaxII: Ja heu­te einen 4-JahresTopseller zusam­men zu brin­gen wird nicht mehr gehen. Ich bin froh, wenn sich ein Bild über meh­re­re Monate vor­ne hält. 

    Um noch­mal zu Yuri zurück­zu­keh­ren: Ich den­ke eine sei­ner größ­ten Ärgernisse bei FT war die Einführung der Miniabos. Warum soll­te jemand ein „L“ Bild um 24.- Euro kau­fen, wenn er im alten Miniabo um 20.- 5 XXL ! bekom­men hat. Gerade das FT die­ses MiniAbo auf 25.- erhöht hat, zeigt doch wie stark es von den Bildkäufern ange­nom­men wird.

    Ich den­ke, dass ich als ers­te Massnahme mei­ne Canon Ausrüstung über­den­ke und die gan­zen L-Objektive und die 5Ds gegen 700Ds aus­tau­sche. Gut hat nicht die Qualität der alten Ausrüstung. Ist aber egal, wenn ich für das Bild nur ein paar Cent bekom­me. Ist das Problem des Bildkäufers dass er für ein 24 Plakat nur 5 Euro aus­ge­ben woll­te. Wenn ich jetzt ver­kau­fe, bekom­me ich noch etli­che tau­send Euro. Irgendwie muss ich ja auch spa­ren. Und 18MP macht die 700er auch. Damit ver­kau­fe ich – wenn es so einen Kunden noch gibt – ja immer noch XXL.

    Das die Agenturen nie die „Partner“ der Fotografen waren ist nichts neu­es, aber dass sie uns in der letz­ten Zeit SO DIREKT erklä­ren, dass wir für sie nur b(w)illige Bildbeschaffungsidio… sind, stres­st mich lang­sam doch etwas. Also rich­te mein Verhalten dar­auf ein, den für MICH größt­mög­li­chen Nutzen aus dem Ganzen zu zie­hen, und nicht auf das Wohl der Agentur zu ach­ten.

  38. Da muss ich dir bei eini­gen Dingen lei­der etwas wider­spre­chen…
    Vor allem wenn du von den „zu hohen Produktionskosten“ Sprichst. Ich per­sön­li­ch arbei­te auch mit dem von dir ange­spro­che­nen Profoto und Hasselblad Equipment (dazu auch noch Briese). Das allei­ne aber, mit Verlaub, führt nicht zu hohen Produktionskosten, ganz im Gegenteil, gera­de bei der Lichttechnik ist hoch­wer­ti­ges Equipment das zuver­läs­sig sei­ne Dienste ver­rich­tet viel mehr Wert als so man­ch bil­li­ge­res Material, das öfter mal den Geist auf­giebt oder durch hohen Wartungsaufwand (und den eh schon ange­spro­che­nen Ausfällen) die Vorteile bei den Anschaffungskosten im Nachhinein wie­der zu Nichte macht. Das hoch­wer­ti­ge Equipment lässt einen durch­aus pro­duk­ti­ver arbei­ten und dazu auch noch eine letz­li­ch bes­se­re Bildqualität erzie­len, das sich am Ende auch durch bes­se­re Verkaufszahlen wider­spie­gelt.

    Das kann nicht Yuri’s Problem sein!

    Stattdessen sind da ganz ande­re Faktoren, die ihm die Haare vom Kopf fres­sen:
    Beispielsweise ist es ein ganz enor­mer Kostenfaktor den Models 50 bis 100 Dollar pro Stunde zu bezah­len, dazu noch Reise und Übernachtungs-Kosten und war­schein­li­ch auch noch Verpflegungsaufwand (lt. sei­ner Website). Das Sind Ausgaben, die teils höher sind als pro­fes­sio­nel­le Agentur-Models für kom­mer­zi­el­le Shootings teil­wei­se bekom­men.

    Dazu kommt dann noch sein Personal-Aufwand.
    Das sind dann nicht nur die Assistenten etc. die ihn da direkt bei den Shootings unter­stüt­zen, son­dern auch noch die gan­zen Leute, die sich um’d Drumherum küm­mern, nicht zuletz auch noch die Leute, die die Bilder bei den zig Agenturen hoch­la­den, da fällt natür­li­ch bei ein um so höhe­rer Aufwand an, je mehr Agenturen es wer­den.

    Yuri ist hier ja auch immer schon auf Masse gegan­gen, also egal wie klein die Agentur ist, Kleinvieh macht ja bekannt­li­ch auch Mist.
    Aber bei vie­len der klei­nen Agenturen wird der Aufwand sich letzt­li­ch kaum gelohnt haben, 50.000 Bilder und mehr rein­zu­la­den, zu ver­schlag­wor­ten etc. (und wie wis­sen ja, wie scher es einem man­che Agenturen machen kön­nen) um dann hin­ter­her ein paar hun­dert Euro wie­der raus­zu­ho­len… das rech­net sich ein­fach kaum.
    Ich per­sön­li­ch bin da anfangs eine ähn­li­che Strategie gefah­ren und habe mein Material auch mög­lichst breit gestreut, nach dem Motto, „Auch wenn ich pro Monat pro Agentur nur zehn Euro ver­die­ne ist es kein Problem, dann müssen’s halt 1000 Agenturen sein… Und wenn es bei einer Agentur mehr wird nehm ich’s auch ger­ne…“
    Aber wie gesagt, man­che Agenturen schei­nen die Bilder gar nicht wirk­li­ch haben zu wol­len, die machen einem das Leben schwer als wenn man ihnen was für teu­res Geld ver­kau­fen woll­te, ander Agenturen haben kaum Umsätze… Der Aufwand sich da hin­zu­set­zen und stun­den­lang die Bilder hoch­zu­la­den für das Bisschen was dann hin­ter­her bei rum kommt kann man sich spa­ren. Vor allem, wenn man es wie in Yuri’s Fall nicht selbst macht, son­dern jeman­den dafür bezahlt. Ich Persönlich bin hier auch schon rela­tiv früh von der Taktik der Masse ange­wi­chen und habe statt vie­ler vie­ler grö­ße­rer und klei­ne­rer Agenturen lie­ber auf eine Handvoll der grö­ße­ren gesetzt. Den Aufwand, die vie­len klei­nen Agenturen zu bedie­nen kann man bes­ser in Shootings und damit eine höhe­re Anzahl an Bildern inves­tie­ren um dann damit ein höhe­res Potential bei den weni­ge­ren Agenturen zu haben.
    Jetzt kommt die Sache mit der Exclusivität… Da ich haupt­be­ruf­li­ch foto­gra­fie­re, auch neben der Stock Fotografie, kommt für mich die Art der Exclusivität wie sie die Agenturen for­dern kaum in Frage, bei den meis­ten Agenturen ist es gar unmög­li­ch. Wenn man jetzt Yuri heisst, mag man da viel­leicht natür­li­ch einen bes­se­ren Verhandlungs-Standpunt haben (und Yuri wird wohl auch kei­ne klas­si­schen Aufträge und Ähnliches machen) aber wenn ich mei­ne Zahlen so anse­he und den Aufwand etc. im Hinterkopf behal­te, dann muss auch ich sagen, wenn es mög­li­ch wäre, wür­de ich bes­ser fah­ren, wenn ich statt mei­ne Bilder bei meh­re­ren Agenturen zu ver­tei­len, alles Material bei einer ein­zel­nen Agenture hoch­la­den wür­de und dafür bes­se­re Provisionen bekä­me.

    Zum Teil habe ich das auch beeits sehr erfolg­reich prak­ti­ziert: Jetzt muss man dazu sagen, dass ich ursprüng­li­ch aus der Grafik kom­me und daher nicht nur Fotos anzu­bie­ten habe. Ich habe also so gut wie alles mei­nes „nicht Foto“ Materials aus allen Agenturen raus genom­men und exclu­siv bei einer ein­zi­gen hoch­ge­la­den. Statt der 20 bis 25% bekom­me ich nun 50% und mehr und die Verkaufszahlen sind auch sehr gut, so dass ich nun soagr ein viel­fa­ches des­sen umset­ze als ich es frü­her mit meh­re­ren Agenturen hat­te, und das auch noch mit weni­ger Aufwand, da ich nur eine Agentur bedie­nen muss.
    Yuri’s Entscheidung kann ich also bes­tens nach­voll­zie­hen und wenn ich es könn­te, wür­de ich es wohl für mei­ne Fotos auch machen, denn wenn ich es mal so über­schla­ge wür­de ich ins­ge­samt tat­säch­li­ch mehr ver­die­nen, wenn ich alles exclu­siv­für höhe­re Verkaufsanteile anbie­ten wür­de, aller­dings müss­te mei­ne Wahl hier nicht wie Yuri auf Getty/iStock fal­len son­dern auf Fotolia, lei­der erlau­ben es die Regeln bei Fotolia aber nicht, und ich habe auch nicht unbe­dingt den sel­ben Wert für die Agentur, den Yuri in die Waagschale wer­fen kann so dass es bei mir wohl dabei blei­ben wird müs­sen, bei den Fotos auf eine Hand voll Agenturen zu setz­ten, bzw. die Verkaufszahlen zu beob­ach­ten und abzu­wä­gen, ob sich das Produzieren von neu­em (Foto) Material über­haupt noch lohnt

  39. Bei Fotolia sind die Bilder tat­säch­li­ch ver­schwun­den, aber die Exklusivitätsregel bei iSto­ck ver­bie­tet aus­drück­li­ch den Verkauf auf allen Nicht-Getty-Agenturen. Wenn ich so ein biss­chen rum­goo­gle, dann fin­de ich trotz­dem Bilder, die anders­wo Royalty Free ange­bo­ten wer­den. Schon bei Peopleimages sind eine gan­ze Reihe im Angebot. Man braucht nicht lan­ge suchen und man wird fün­dig.

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