Der Fluch des Sean – Oder: Microstock-Hass und Häme

Von eini­gen Lesern wur­de ich gefragt, war­um ich bis­her nichts über die Kündigung von Sean Locke geschrie­ben habe. Ganz ehr­li­ch? Es ist schwer, mei­ne Ansichten dazu in Worte zu fas­sen.

Sean Locke ist exklu­si­ver Fotograf bei iStock­pho­to mit aktu­ell ca. 12.700 Bildern online und fast einer Million Verkäufen seit sei­ner Anmeldung Ende 2004. Das ergibt durch­schnitt­li­ch ca. 10.000 Verkäufe pro Monat und damit gehör­te er zu den Top-5-Fotografen bei der Bildagentur iStock­pho­to. Und das ohne ein gro­ßes Team, wie es eini­ge ande­re Fotografen in die­sen Sphären haben.

Screenshot des Profils von Sean Locke bei iStock­pho­to

Mitte Februar schrieb Sean Locke in sei­nem Blog, dass er von iStock­pho­to die Mitteilung erhal­ten habe, dass sein Benutzerkonto nach 30 Tagen geschlos­sen wer­de. Der kon­kre­te Anlass ist unklar, aber die Vermutung liegt nahe, dass iStock­pho­to sowie deren Mutteragentur Getty Images einer­seits unglück­li­ch dar­über waren, dass Sean Locke den „Google Drive“-Skandal öffent­li­ch gemacht hat­te und ande­rer­seits es mit sei­nem Greasemonkey-Skript erleich­tert hat­te, dass Leute ihre Bilder deak­ti­vie­ren kön­nen. Als Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brach­te, half Sean im Hintergrund mit, eine neue Bildagentur zu tes­ten, die jedoch noch nicht online ist. Es wird ver­mu­tet, dass die­se Agentur, wel­che er auch in sei­nem Blogbeitrag andeu­tet, die Agentur „Stocksy“ ist, wel­che der iStock-Gründer Bruce Livingstone in weni­gen Wochen star­ten will.

Aber reicht das aus, um einen sei­ner Top-Fotografen zu feu­ern? Für iSto­ck schon.

Was sagt uns das? Fotografen sind nichts mehr wert.

Selbst die gro­ßen Fotografen mit rie­si­gen Portfolios und tol­len Bildern wer­den in der Summe von den vie­len rest­li­chen Fotografen ersetzt wer­den kön­nen. Auch der Verlust der monat­li­chen Einnahmen (eine rea­lis­ti­sche Schätzung ist eine mitt­le­re fünf­stel­li­ge Summe für iSto­ck monat­li­ch) scheint die Agentur finan­zi­ell zu ver­kraf­ten. Ein Gast hat­te kürz­li­ch im Blog kom­men­tiert, dass die Bildagenturen ohne unse­re Fotos „nichts“ wären. Das mag logi­sch klin­gen, bringt den Fotografen aber kon­kret nichts, denn auch sie brau­chen die Agenturen, um tau­sen­de Lizenzen im Monat ver­kau­fen zu kön­nen.

Solche Reaktionen sind für mich der Grund, war­um ich kei­nem Fotografen eine exklu­si­ve Bindung an eine Bildagentur emp­feh­le, wenn er von sei­ner Arbeit leben will. Ich bin mir sicher, dass Sean mit sei­nem Können und sei­ner Erfahrung auch in ande­ren Bildagenturen erfolg­reich sein wird und wer weiß, viel­leicht ver­dient er dann unter dem Strich sogar mehr als bis­her. Ich wün­sche ihm dafür viel Erfolg.

Was mich aber fast noch mehr scho­ckiert hat als der Rauswurf von Sean Locke, waren die Reaktionen auf die Meldung bei Webseiten, wel­che nicht unbe­dingt bekannt dafür sind, microstock-freundlich ein­ge­stellt zu sein. So schrieb der Blog PetaPixel eine neu­tral gehal­te­ne Meldung, wel­che im Kommentarteil jedoch fast in einer vir­tu­el­len Geißelung ende­te.

So schrieb Felipe Carlos:

no pity here for pho­to­gra­pher he deser­ves for he gets, by choo­sing to work with micros­to­ck. Hopefully Getty cau­se him as much trou­ble as pos­si­ble, every pho­to­gra­pher who cont­ri­bu­tes to micros­to­ck should be punis­hed. It they who rui­ned this mar­ket.“

Der Fotograf Adam Gasson schrieb:

Have to say I agree with Mike – Microstock pho­to­graph­ers have done more than anyo­ne else over the last deca­de to com­mo­di­fy pho­to­gra­phy and now are rea­li­sing that they are just com­mo­di­ties them­sel­ves. The stam­pe­de to the bot­tom has drop­ped pri­ces and qua­li­ty to such a level that it is almost impos­si­ble for pro­fes­sio­nal pho­to­graph­ers to sur­vi­ve, so we have an indus­try based upon ama­teurs and moon­ligh­ters. Then the­se peop­le won­der why the agen­ci­es no lon­ger see the need to treat them, or value them as pro­fes­sio­nals. You have crea­ted the beast – again­st the advice of many peop­le who have worked in the indus­try for years – now you com­plain that it has bit­ten you and expect us all to sym­pa­thise?“

Ein anony­mer Kommentator schrieb:

As a pro­fes­sio­nal pho­to­gra­pher, it’s hard to think of anyo­ne as ano­ther “pro” who has 12,000 photo’s on file and one mil­lion licen­ses; he’s a fac­to­ry worker man­ning a pho­to­gra­phic drill press, not the next Avedon. All tho­se on here that say he’s part of the pro­blem, not part of the solu­ti­on is right on the beam. It’s going to be hard to rai­se any kind of sym­pa­thy for someo­ne who’s been invol­ved in wre­cking the busi­ness and is now try­ing to moti­va­te peop­le to back his level of “wre­cking” vs. the new level of “wre­cking”.“

Beim Lesen der Kommentare scheint es, als wäre Sean Locke per­sön­li­ch ver­ant­wort­li­ch für den Untergang des Macrostock-Geschäftsmodells. Dabei ist die Geschichte doch etwas anders: Es waren kei­nes­wegs pro­fes­sio­nel­le Fotografen, die beschlos­sen haben, ihre Fotos plötz­li­ch für ein Hundertstel des ursprüng­li­chen Preises zu ver­kau­fen.

Im Gegenteil: Es waren doch Grafikdesigner wie Bruce Livingston, die es im Jahr 2000 satt hat­ten, die hohen Bildpreise zu bezah­len und beschlos­sen, lie­ber ihre eige­nen – als Notlösung selb­ge­mach­ten – Fotos unter­ein­an­der auf iStock­pho­to zu tau­schen statt bei den zu teu­ren Bildagenturen zu kau­fen. In den ers­ten zwei Monaten gab es nach eige­nen Angaben schon mehr als 3500 Nutzer und mehr als zwei Millionen Downloads. Je mehr Designer und irgend­wann auch Hobbyfotografen mit­mach­ten, desto stär­ker wur­de die Konkurrenz zu Macrostock. Profi-Fotografen muss­ten zuse­hen, wie ihre Einnahmen san­ken und konn­ten ent­we­der im Internet laut­hals jam­mern oder sich dem geän­der­ten Markt anpas­sen, indem sie ihre Bilder eben­falls bil­lig ver­kauf­ten.

Wer will, kann sogar noch vor­her anset­zen und der Erfindung der Digitalkameras die Schuld geben, wel­che das Fotografieren stark ver­ein­fach­te oder der Erfindung des Internets, mit dem der digi­ta­le Datenaustausch auf ein­mal schnell und bil­lig funk­tio­nier­te. Ohne die­se bei­den Voraussetzungen hät­te sich Microstock nie oder nicht so schnell ent­wi­ckelt.

Eine ganz ande­re Vorgeschichte wird eben­falls ger­ne über­se­hen: Anfang der 1990er Jahre wur­den sowohl Getty Images als auch Corbis von rei­chen Unternehmern gegrün­det, wel­che im Gegensatz zu den tra­di­tio­nel­len klei­nen inha­ber­ge­führ­ten Bildagenturen kei­nen Bezug zur Fotografie hat­ten, son­dern Fotos nur als eine Ware sahen, mit der Geld ver­dient wer­den konn­te. Diese bei­den Agenturen kau­fen in den nächs­ten zehn Jahren so vie­le klei­ne Bildagenturen auf, dass sich der Bildermarkt prak­ti­sch inner­halb von einem Jahrzehnt einem Duopol aus Getty und Corbis gegen­über sah, wel­ches so über­mäch­tig war, dass es Preise, Lizenz- und Nutzungsbedingungen dik­tie­ren konn­te. Weil das eben auch Bildnutzern sau­er auf­stieg, such­ten die­se nach Alternativen und… sie­he oben.

Worauf ich hin­aus will:
Es ist nicht leicht, weder als Macrostock- noch als Microstock-Fotograf. Evolution gehört auf jeden Fall zu einem erfolg­rei­chen Unternehmer. Auch Sean Locke weiß das und wird sicher bald zu neu­en Ufern auf­bre­chen.

44 Gedanken zu „Der Fluch des Sean – Oder: Microstock-Hass und Häme“

  1. Auch wenn jeder Fotograf ersetz­bar ist, ver­ste­he ich die Entscheidung von Getty/Istock nicht. So einen Mann wie Sean zu feu­ern, das grenzt schon an Größenwahn. Auf der einer Seite fal­len hier der Agentur die Einnahmen weg. Auf der ande­ren Seite und das ist viel gra­vie­ren­der, Bilder (auch Bildstils) an die sich die Kunden (höchst­wahr­schein­li­ch vie­le Stammkunden) gewöhnt haben, ste­hen auf ein­mal nicht mehr zu Verfügung bzw. wer­den kei­ne Neuen pro­du­ziert. So ein Weggang ist ein Signal an die Kunden und ande­re Profiproduzenten, dass man mit die­ser Agentur lie­ber nicht zusam­men­ar­bei­ten soll­te. Das wird von der Agentur sehr unter­schätzt. In ein paar Jahren wer­den sie (wahr­schein­li­ch) die­sen Schritt bereu­en. Den ich habe das Gefühl, es ist was in Bewegung gesetzt wor­den, was den Markt die nächs­ten Jahre (wie­der­mal) ver­än­dern wird.

    Zu den Kommentaren der ande­ren Fotografen sei ange­merkt, es ist ledig­li­ch Schadensfreude, nicht mehr und nicht weni­ger. Internet hat die gan­ze Wirtschaft revo­lu­tio­niert, ob die das wol­len oder nicht. Überleben kön­nen die­je­ni­gen die sich anpas­sen kön­nen.

  2. Ich ver­fol­ge auf­merk­sam Deine Blog Artikel in den letz­ten Monaten und bin zwar ent­rüs­tet über die Entwicklungen am Markt, aber sehe dies auch mit Genugtuung für einen Schritt den ich zusam­men mit ande­ren Fotografen gegan­gen bin: Wir grün­de­ten unse­re eige­ne Bildagentur mit eige­ner Software und eige­ner Vermarktung. Klar war und ist das ein stei­ni­ger Weg. Aber trotz Investitionen in Technik und Marketing ren­tiert sich die­ser lang­sam. Abzüglich der orga­ni­sa­to­ri­schen Kosten bleibt für uns ein gro­ßes Stück vom Kuchen übrig.

    Vielleicht ein Gedanke für ande­re Fotografen einen ähn­li­chen Weg in die Selbstvermarktung ein­zu­schla­gen.

  3. Ich sehe das immer noch eher als Drohgebärde von Istock/Getty, mehr, als das der Fotograf nichts mehr wert wäre. Es geht doch pri­mär dar­um, Zähne zu zei­gen und ein­zu­schüch­tern. Natürlich ist das ein Verlust für isto­ck und sie wer­den sich das gut über­legt haben. Auf der ande­ren Seite, wür­den sie sich in das eige­nen Fleisch schnei­den, wenn sie ihn unge­sühnt davon kom­men gelas­sen hät­ten. Dann wür­de der Run gegen die Agentur in den, wie schon erwähn­ten, nächs­ten Schritten wohl noch viel grö­ßer. So ist es gut mög­li­ch das sich der ein oder ande­re das noch­mal über­legt.

  4. Alex hat das ganz rich­tig geschrie­ben: „Überleben kön­nen die­je­ni­gen, die sich anpas­sen kön­nen“.

    Und was Robert zu der Streuung der Bilder, sprich den Verkauf über meh­re­re Agenturen schrieb, trifft auf alle Branchen zu.
    Wenn ich von mei­nen Unterhalt selb­stän­dig ver­die­ne, dann bin ich in ers­ter Linie Unternehmer. Und als sol­cher bin ich immer gut bera­ten, meh­re­re Auftraggeber zu haben. 

    Dass sich jetzt so vie­le spöt­ti­sch oder her­ab­las­send äußern, ist sicher tat­säch­li­ch Schadenfreude. Warum? Weil sie ande­ren nicht gön­nen, Erfolg mit etwas zu haben, zu dem sie sich nicht durch­ge­run­gen haben. Aber jeder Selbständge, der dau­er­haft von sei­ner Arbeit leben kann, macht irgend­et­was rich­tig. Daher soll­te man sich mit Kritik zurück­hal­ten.

    Es wird schließ­li­ch genü­gend Agenturen geben, die die­ses Portfolio ger­ne über­neh­men. Sean Locke wird ver­mut­li­ch nur kurz­fris­ti­ge Einnahmeausfälle hin­neh­men müs­sen. Denn, wie gesagt, er macht irgend etwas rich­tig.

  5. So wie vie­le isto­ck exklu­si­ves war ich voll­kom­men ent­setzt über die sehr extre­me Vorgehensweise von get­ty. Sean hat nicht nur eines der erfolg­reichs­ten Portfolios über­haupt er war auch immer der ehr­lichs­te Kritiker den isto­ck hat­te. Er hat oft auf Mißstände auf­merk­sam gemacht und sich immer mit aller Energie dem Erfolg von isto­ck gewid­met. Seine Kritik am Getty/Google Deal ist ja voll­kom­men berech­tigt, das traf ja auch jeden, auch die Macrostockfotografen. 

    Parallel zu Sean wur­de auch Rob Sylvan „gekün­digt“. Er bekam sei­ne Kündigung ohne Begründung. Als er nach­ge­fragt hat, wur­de ihm nur gesagt „Wir haben uns ent­schie­den ohne eine Begründung zu kün­di­gen so wie der Vertrag es erlaubt“. Jedenfalls hat er das so auf einer Facebookgruppe geschil­dert.

    Rob Sylvan war jah­re­lang der Sitemanager von isto­ck ist aber seit über 4 Jahren indep­den­dent. Er ver­mu­tet sei­ne uner­war­te­te Kündigung habe damit zu tun das er die neue Agentur von Bruce Livingston belie­fern möch­te. Aber die Agentur ist noch nicht ein­mal online und als inde­pen­dent hat er ja Bilder bei Shutterstock, Dreamstime usw…er belie­fert alle Agenturen. 

    Wir wis­sen natür­li­ch nicht ob noch mehr hin­ter dem gan­zen steckt aber es fra­gen sich vie­le ob isto­ck jetzt noch mehr unab­hän­gi­ge Fotografen hin­aus­wer­fen wird die Agenturen belie­fern die Getty nicht gefal­len.

    So ein Verhalten ist natür­li­ch für exklu­si­ve Künstler extrem ris­kant. Sean hat­te ja kei­ne Bilder bei einer ande­ren Agentur ange­bo­ten, er hat­te sich nur auf einer Betaseite von Freunden „umge­schaut“. Er hat nie­man­den dazu auf­ge­for­dert sich dort anzu­mel­den oder Werbung dafür gemacht. Was auch gar nicht geht, da es die Agentur noch gar nicht am Markt gibt.

    Zwischen dem „Microsoft Deal“ und dem Getty Google Deal bin ich wie vie­le so ver­un­si­chert wor­den, das ich mei­ne Exklusivität gekün­digt habe. Das war noch bevor ich das von Sean gehört habe. Als ich das dann las, war ich froh mich für die indep­den­ce ent­schie­den zu haben. 

    Ich ver­ste­he ein­fach nicht was die Getty errei­chen will. Sean´s Portfolio zur Konkurrenz zu schi­cken ist ein Riesengewinn für die ande­ren Agenturen. Und es gehen sicher noch mehr gute Fotografen indep­dent nach die­ser Geschichte. 

    Fotolia, Shutterstock, Dreamstime, das sind die wirk­li­chen Gewinner von dem was Getty gemacht hat. Denn mit dem guten con­tent wan­dern sicher auch vie­le Kunden wei­ter.

    Der Weg in die inde­pe­den­ce wird für mich nicht ein­fach aber ich wer­de nie­mals wie­der eine Künstlerexklusivität ein­ge­hen. Die Lektion habe ich jetzt gelernt.

  6. Das Vorgehen von Getty macht (für Getty) sehr sehr viel Sinn! Sie muss­ten mMn sogar so reagie­ren:

    1. zeigt es, dass Getty eine unglaub­li­che Marktmacht hat. Sie zögern nicht die­se auch ein­zu­set­zen, sobald ihnen jemand gefähr­li­ch wer­den könn­te.
    2. hat Getty gar kein Interesse, dass es Fotografen gibt die sol­che Umsätze erzie­len! Die wer­den nur vor­laut – SL wur­de nun Mundtot gemacht und wie im Mittelalter sein Kopf auf einen Speer gespießt. Die ande­ren Fotografen wer­den nun zwei­mal über­le­gen ob sie so eine Bestrafung vom König ris­kie­ren wol­len.
    Je klei­ner die Fotografen sind, desto bes­ser las­sen sie sich mel­ken!

    Der Gewinner von die­ser Aktion heisst ein­deu­tig Getty!

    Lang lebe der Köni… eehhh Getty!

  7. @Jasmin: Willkommen in der Freiheit
    😉
    Ich habe den Schritt nicht bereut – am Anfang etwas müh­sam, ich mus­s­te mich erst ori­en­tie­ren. Mittlerweile habe ich mei­ne „Mischung“ gefun­den…
    Bzgl. Exklusivität wür­de ich sogar noch wei­ter gehen – „nicht alle Eier ins Microstock-Körbchen legen“

  8. Lang lebe der Köni… eehhh Getty!“ Naja, als sich „ein­st“ lLeu­te dar­an mach­ten, einen eige­nen Internetbrowser als Konkurrenz zum IE zu ent­wi­ckeln, hat man auch nur den Kopf geschüt­telt. Und heu­te rüt­telt Firefox an den Grundfesten der MS-Dominanz. Wollen wir mal sehen. Ich glau­be, dass die jüngs­ten Ereignisse eine Entwicklung ange­sto­ßen haben, die mit­tel­fris­tig zur Aufbrechung des Quasimonopols von Getty und Corbis füh­ren wird.

  9. Eigentlich soll­te man sagen, selbst schuld, war­um Postet man nicht Anonym. 

    Aber ich ver­ste­he auch Getty. Microstock war schon ein Schock für die bis­he­ri­gen
    Bildverkäufer, jetzt ist auch im micros­to­ck ein Preiskampf ent­stan­den, Getty hat hier
    sicher nur die ers­te Runde ein­ge­lei­tet, klar ist das schlimm für die ein­zel­nen Bildlieferanten,
    aber es war ja auch schlimm für den Macrostock als Microstock kam.

    Das ist ein­fach der ganz nor­ma­le Wandel, bes­ser man passt sich an, viel­leicht ori­en­tie­ren
    sich eini­ge Microstocken wie­der in Richtung Macro + RM.

  10. Ich muss Roede bei­pflich­ten. Wenn man als Agentur höhe­re Preise durch­set­zen will geht das aus­schließ­li­ch über Qualität und Exklusivität.
    Zu bei­dem braucht man Top Leute, die so etwas lie­fern. Wenn man die­se jedoch ver­prellt oder schlecht bezahlt gibt es kei­nen Grund für die­se, dort exklu­siv anzu­bie­ten. So ver­liert Getty auf Dauer sei­ne Vormachtstellung.
    Die Aktion von Getty zeigt eben nicht Stärke, son­dern Angst und Unsicherheit. Die meis­ten Tyranneien ent­ste­hen aus Angst.

  11. Sean hat mein volls­tes Mitgefühl. Dennoch ist die Reaktion von Getty ver­ständ­li­ch, was nicht bedeu­tet, dass ich dem zustim­me. Einen enga­gier­ten Mitarbeiter wie ihn „erträgt“ eine Firma nur dann, wenn sie auch ethi­sch hoch­ent­wi­ckelt ist. Wenn sie weiß, wie­viel Kraft und Möglichkeiten in Kritik ste­cken. Die gro­ßen Konzerne sind jedoch im Feudalismus hän­gen geblie­ben. Ich stim­me Florian zu, es geht dar­um irgend­wen zu kreu­zi­gen als Abschreckung.
    Dumm nur, dass ein Märtyrer schlim­mer ist – das hät­te man über­all in der Weltgeschichte vor­her nach­le­sen kön­nen 😉

    Es zeigt auch, dass Sean eine Wunde getrof­fen hat. Und sie wird wie­der getrof­fen wer­den von irgend­wem ande­ren. Das Ende ist ein­ge­lei­tet, auch wenn Getty das sicher nicht regis­triert hat. 

    Die Reaktionen im Internet – ja da zeigt sich mal wie­der der Neid der „ewig gest­ri­gen“, die unfä­hig sind sich anzu­pas­sen und jeman­den brau­chen, auf den sie ihren eige­nen Mißerfolg schie­ben kön­nen. Microstock ist ein Discounter. Mit den dort gel­ten­den Gesetzmäßigkeiten. Das begrei­fen die nicht und wol­len die „Tante-Emma-Laden-Zeit“ zurück. Dumm nur, dass die in allen Branchen auf­ge­hört hat zu exis­tie­ren, nicht nur in der Fotografie. Aufwachen!

  12. Was Peter schreibt, schoss mir bei den Artikeln hier auch neu­li­ch durch den Kopf:
    war­um tun sich nicht deut­sche Fotografen in einer Agentur, einem Verein, einer Vereinigung zusam­men und ver­mark­ten Ihre Bilder selbst in einer Unternehmensform, die jedem die bes­ten Konditionen garan­tiert?
    Ich den­ke da z.B. an ein Unternehmen, das anteils­eig­ner­ähn­li­ch geführt wird, deren Mitglieder glei­cher­ma­ßen stimm­be­rech­tigt sind über Gebührenstrukturen usw.
    Klingt viel­leicht erst­mal wie rosa­ro­te Brille und ich bin auch kein Unternehmer, aber wenn man sich das mal durch­spinnt, soll­te so etwas doch mög­li­ch sein?

    Wenn man die immer wie­der­keh­ren­den Diskussionen hier ver­folgt, fra­ge ich mich immer wie­der:
    war­um steht Ihr nicht end­li­ch auf und macht was dage­gen?
    Deutschland ist ein Land der Vereinsmeierei und das Internet macht es mög­li­ch, mit vie­len unter­schied­li­chen Leuten in Kontakt zu tre­ten. Da soll­ten doch auch Leute dabei sein, die das Know-how haben und gewillt sind, etwas eige­nes und neu­es an den Start zu brin­gen…

    So, nun könnt Ihr mich für die­sen Denkanstoss ver­prü­geln! 😉

  13. Ehrlich gesagt, den Namen Sean Locke habe ich vor dem Lesen des Artikels noch nie wahr­ge­nom­men. Wenn ich die Zeilen rich­tig ver­ste­he, hat er aus dem Nähkästchen geplau­dert und damit sei­nen Geldgebern ans Bein gepin­kelt. Sowas kann man als illoyal betrach­ten. Dann das Experiment mit der neu­en Fotoagentur: „For whi­le I have been suc­cess­ful as an exclu­si­ve iStock­pho­to cont­ri­bu­tor, I am not blind to the oppor­tu­nities that can be pro­vi­ded by others. Since I joi­ned, I uploa­ded files to test and expe­ri­ment with the sys­tem. Keep in mind, at this sta­ge in the game, the other site is not licen­sing con­tent and does not vio­la­te any exclu­si­vi­ty agree­ment.“ Wie mag das für iStock­pho­to aus­se­hen? Ein exklu­si­ver Topp-Bildlieferant tum­melt sich auf einer ande­ren Spielwiese. Das ist so, als ob ich in einem Unternehmen einen net­ten und gut bezahl­ten Job hät­te und mein Arbeitgeber bekä­me mit, dass ich zwi­schen­durch mal bei der ange­hen­den Konkurrenz ein paar Probetage arbei­te. Leute sind schon aus ganz ande­ren Gründen raus­ge­kann­tet wor­den. Sean Locke hät­te das tun sol­len, was für ande­re längst Normalität ist, näm­li­ch unter einem Alias an kri­ti­schen Diskussionen teil­ge­nom­men und Neues aus­pro­biert. Trotz eines gewis­sen Verständnisses für die Entwicklungs ist die Entscheidung der Bildagentur ziem­li­ch uncool. Aber schon die Tatsache, dass der Sachverhalt in Foto-Kanälen dis­ku­tiert wird, macht die Sache für die Agentur inter­es­sant. So bekommt jeder mit, was einem blü­hen kann, wenn man nicht nach den Spielregeln spielt.

  14. @Heiko: „..Deutschland ist ein Land der Vereinsmeierei..“

    Leider ist es aber mit Deutschland nicht getan. Stockfotografie ist inter­na­tio­nal. Und wenn sich die Deutschen zusam­men­schlies­sen – für Fotografe in Russland, oder der Ukraine ist das noch immer viel Geld, was hier zu ver­die­nen ist.

    Und vie­le Fotografen in einer Agentur zusam­men­brin­gen. Zum einen git es das ja schon lan­ge, zum ande­ren braucht man Kunden. Und dann soll sich auch nie­mand bevor­teilt füh­len, usw. Einer macht bes­se­re Bilder, der ande­re mehr, einer hat bes­se­re Keywords, usw.

  15. @Heiko

    es gibt bereits eine Menge Fotografen die sich in klei­ne­ren oder grös­se­ren Verbünden zusam­men­ge­schlos­sen haben. Blendimages ist wohl eine der bekann­tes­ten. Viele Fotografen haben auch eige­ne web­shops wo sie direkt ver­kau­fen, zusätz­li­ch zu den Agenturen. Der Kunde ist ja immer nur einen Mausklick ent­fernt. „Die Leute“ machen es also längst. Warum nicht auch Du? 😉

    Die ande­re Alternative ist ein­fach kon­se­quent da hoch­zu­la­den wo man gut behan­delt wird. Und letz­ten Endes wird gen­au das ja pas­sie­ren. Wer sieht was Sean und Rob pas­siert ist, muß sich doch wirk­li­ch gut über­le­gen ob man an eine Agentur Bilder sen­det die es tat­säch­li­ch für toll hält hoch­wer­tigs­tens Bildmaterial für 12 Dollar (!) an 425 MILLIONEN user zu ver­schen­ken. Das war ja das was Sean und vie­len ande­ren pas­siert ist. Im Prinzip hat Getty ein­fach sei­ne Dateien ohne sei­ne Zustimmung an ein Viertel der inter­net Bevölkerung ver­teilt. Und wenn der Fotograf sich dann dage­gen wehrt wird er raus­ge­wor­fen?

    Aus der Flickrgruppe ist das wohl auch meh­re­ren Leuten pas­siert:
    http://www.fredmiranda.com/forum/topic/1181785/1

    Und wer weiß schon wie vie­le ande­re es noch gibt.

    Sean ist halt nur der bekann­tes­te Fall.

    Nach „Stärke“ oder „Dominanz“ sieht das ein­fach nicht aus. Auf mich wirkt es pani­sch, emo­tio­nal und total ver­ängs­tigt. Vor allem was die noch unbe­kann­te Agentur von Bruce Livingstone angeht die noch nicht mal Kunden hat. Sollte Getty nicht lie­ber Angst haben vor Shutterstock???

    Robert und vie­le ande­ren Independents zei­gen ja das man offen­sicht­li­ch aus­ge­zeich­net und mit sehr hohem Einkommen sto­ck betrei­ben kann ohne isto­ck oder Getty zu belie­fern.

    Mir ist der Schritt in die inde­pen­den­ce sehr schwer gefal­len aber da die ande­ren Agenturen so gutes Wachstum ver­kün­den (bei Shutterstock kann man die Zahlen der Aktienfirma ja im Internet nach­le­sen) und bei isto­ck die Monatsthreads ein Trauerspiel sind ist es viel­leicht ein­fach not­wen­dig. Bei Video war ich zuer­st auch unglück­li­ch als ich wegen der lan­gen Inspektionszeiten die exklu­si­vi­tät gekün­digt habe, heu­te bin ich dafür dank­bar weil ich so ein­deu­tig mehr ver­die­ne und auch gelernt habe wie modern die ande­ren Agenturen sind. 

    Naja, wir wer­den sehen. Vielleicht keh­re ich ja in einem Jahr reu­mü­tig zurück und bet­te­le dar­um wie­der auf­ge­nom­men zu wer­den, wer weiß das schon…

  16. In der Wirtschaft läuft es meist so. Daher ver­wun­dert mich das Vorgehen von Getty nicht. So etwas pas­siert in jedem Konzern, der umstruk­tu­riert wird. Man tauscht die Mannschaft aus. Das ist Großteils bei isto­ck pas­siert. Vom Gründungsteam gibt es da nicht mehr vie­le. Da sit­zen jetzt eine men­ge neue Häuptlinge, mit einem hohen Adrenalin Spiegel. Bei grö­be­ren Problemen mit Mitarbeitern, oder Zulieferern gibt es da meist eine Kündigung. Sean hat da agiert, wie er es zu „alten“ Zeiten gewohnt war. Aber er hat es da nicht mehr mit einem Bruce Livingstone zu tun gehabt. Sondern mit einer neu­en Konzernführung. Wo ein Rudel neu­er Häuptlinge mit hohem Adrenalin Spiegel nur dar­auf war­ten, einen sol­chen vor die „Flinte“ zu bekom­men.
    Das wird in jedem ande­ren Konzern gen­au so gehand­habt. Habe ich schon öfter erlebt, da da so „Urgesteine“ plötz­li­ch gegan­gen wor­den sind. Wenn das „Großwild“ erlegt wur­de, geht die „Selektion“ meist bei den „Kleintieren“ wei­ter. Nicht das jetzt noch wei­te­re Kündigungen an klei­ne­re Contributoren raus gehen. Aber die haben bei so Umstrukturierungen meist eine Strategie, wie der Konzern in ein paar Jahren aus­se­hen soll. Da wird noch auf die eine , oder ande­re art noch aus­ge­siebt wer­den. Kann durch­aus sein, dass man eine brei­te Basis über dem Mittelmaß etwas för­dert. Und die ande­ren über BM, RCs usw ein paar Knüppel vor die Beine wirft.

  17. @robert „denn auch sie (die Fotografen)brauchen die Agenturen, um tau­sen­de Lizenzen im Monat
    ver­kau­fen zu kön­nen.“

    Und das scheint mir der zen­tra­le Irrtum zu sein der es den Agenturen über­haupt ermög­licht
    sich der­art zu gerie­ren wie sie es im Moment und schon län­ge­re Zeit tun.

    Es ist die Frage erlaubt was eine Agentur eigent­li­ch leis­tet bzw. leis­ten muss und ob dies nicht
    von den Autoren eben­falls geleis­tet wer­den kann.

    Ein paar Scripte auf einem schnel­len Server als tech­ni­sche Basis kön­nen von einer fähi­gen
    Studententruppe unter guter Projektleitung in weni­gen Wochen zusam­men­ge­baut und getes­tet wer­den (ja, ich weiss wovon ich da schrei­be), das ist kein Wunderwerk.

    Nicht nur Agenturen resp. deren Mitarbeiter ken­nen den Königsweg einer
    kor­rek­ten Bildbewertung und Einstufung der Marktfähigkeit ein­zel­ner Aufnahmen. 

    Kontakte sind schnell auf­ge­baut oder exis­tie­ren schon, zumin­dest bei pro­fes­sio­nel­len Fotografen. Juristische und kauf­män­ni­sche Kenntnisse las­sen sich erwer­ben oder aus­la­gern.

    Ich habe zuneh­mend den Eindruck dass sich Agenturen bzw. deren intel­li­gen­te­re Vertreter (gibt ja
    auch ein paar ande­re die hier schon geschrie­ben haben) ihrer schwa­chen Position
    durch­aus bewusst sind son­st wür­den sie nicht mit einer der­ar­ti­gen Schärfe reagie­ren.

    cheers

  18. @Til: Aber jeder Selbständge, der dau­er­haft von sei­ner Arbeit leben kann, macht irgend­et­was rich­tig. Daher soll­te man sich mit Kritik zurück­hal­ten.

    da gebe ich Til Recht. Es ist ja auch eine Riesenleistung so vie­le Bilder erst ein­mal online zu stel­len – per­fekt foto­gra­fiert, bear­bei­tet und ver­schlag­wor­tet. Das ist ein Monate bzw. Jahre lan­ger Aufwand. Da ist Schadenfreude wirk­li­ch nicht ange­sagt.

    Ansonsten zeigt sich wie­der ein­mal der Konflikt zwi­schen Wachstum und Willkür. Aber pro­fi­tie­ren tut wie­der ein­mal nur die Bildagentur. Sie bekommt das Wachstum durch immer neue Bilder und der Fotograf erhält als Ausgleich die Willkür der Bildagenturen. Ein „Fairer“ Deal – wie immer halt 🙂

  19. Sean’s Einsatz für iSto­ck in allen Ehren, aber JEDE Agentur wür­de frü­her oder spä­ter gen­au so han­deln. Auch wenn so man­che Aktion von get­ty, mög­lichst viel Umsatz für den Konzern raus­zu­ho­len, nicht immer ganz ast­rein und sofort durch­sich­tig für alle waren/sind – man­che von Seans Vorgehensweisen, wie das erwähn­te „Lösch-Script“ oder das pro­mo­ten einer ande­ren Agentur (mit dem Hinweis „falls jemand aus­stei­gen will“) – wären auch für Fotolia und co. wie ein Dorn im Auge emp­fun­den wor­den. Sean hat, wie du geschrie­ben hast, 10.000 Bilder im Monat ver­kauft. Bei einem Portfolio von 12.000 Bildern. Wenn sei­ne Bilder noch so gut und ein­zig­ar­tig wären- ohne Sonderbehandlung hät­te er das nicht erreicht. Jeder der ande­res behaup­tet lebt in einer Traumwelt. Und gen­au die­se Sonderbehandlung sah get­ty auf­grund sei­nes Verhaltens gegen den Konzern nicht mehr gerecht­fer­tigt. DIES AUS REIN WIRTSCHAFTLICHER SICHT. Genauso gut hat­te man sein BestMatch zer­stö­ren kön­nen – wäre genauso wirk­lungs­voll gewe­sen. Aber er hat­te einen gewis­sen Repräsentantenstatus von iStock-Contributoren. Und den woll­te man ihm mit sei­ner Kündigung neh­men. Menschlich nicht ok, fir­men­po­li­ti­sch aber gang und gebe.

  20. Hallo,
    nein, dass scheint kei­ne über­le­get Aktion zu sein – kei­ne, die die Konsequenzen über­legt hat. Wie hier schon ange­spro­chen: was hält den Fotografen auf, sich sei­ne eige­nen Shop zu bas­teln und jemand anzu­stel­len, der die Verkäufe erle­digt? Kommen dann noch ein paar ande­re Fotografen dazu und schwupp dich wer­den bei iSto­ck und Co nur noch B-Ware ange­bo­ten wer­den.
    Nein, der Schuss geht nach hin­ten los.
    Ich sehe den Verlgeich zur Musikindustrie, die sich mit allen Mitteln gegen die Verbereitung von Musik über das Netz ver­sucht hat zu weh­ren. Sie haben die Chancen nicht erkannt (z.B. wie iTu­nes) und nur wild umsi­ch gebis­sen. Genauso macht es jetzt iSto­ck, sie beis­sen und zer­flei­schen sich am Ende selbst. Die guten Fotografen gehen und machen einen eige­nen Laden auf.

  21. @ Stanley
    Es geht doch bei einer Agentur nicht um die Software. Das wich­tigs­te ist die Marke (Branding) und das Vertrauen der Kunden /Anbieter sowie welt­wei­tes Marketing. Diese Dinge sind am teu­ers­ten.
    Mal eben eine Agentur bas­teln ist nicht.

    Andreas

  22. @stanley: Das es tech­ni­sch kein Meisterwerk mehr ist, eine Agentur aus der Taufe zu heben ist klar. Wie ich wei­ter oben schon geschrie­ben habe: Um die Kunden geht es! 

    Auch wenn Fotografen schon direk­te Kontakte haben: Der Preis des Bildes zählt, auch bei guten Kontakten. Kein Kunde (von ganz weni­gen Ausnahmen mal abge­se­hen) zahlt heut­zu­ta­ge mehr als er muss. Der Kleinkunde, der das Bild für sei­nen Blog braucht kann nicht mehr zah­len. Der klei­ne Handwerker kann/will nicht mehr zah­len. Die Vileverbraucher haben Abos bei Micros. Und den meis­ten Grafikern/Werbeagenturen sieht auch der Kunde auf die Finger. Oder sie machen ab einen bestimm­ten Level ohne­hin Auftragsfotografie.

    Wenn man also Bilder macht, die son­st kei­ner hat/machen kann, dann kann ich die sel­ber gut verm­ak­ten. Ich wür­de das aber über Makroagenturen machen. Selber verm­ak­ten ist (zumin­dest am Anfang) viel Arbeit, die einen dann zum Produzieren fehlt.

    Wenn man die­se exklu­si­ven Bilder nicht hat, braucht man sehr vie­le Kunden. Und vie­le Kunden zu bekom­men ist nicht ganz so ein­fach. Nicht ein­mal bei Microstock-Preisen, wie uns ja schon etli­che Agenturen, die wie­der vom Markt ver­schwun­den sind, zei­gen.

    Allgemein zur Sache mit Sean: Ob es wirk­li­ch klug war, das Löschtool öffent­li­ch online zu stel­len? Ich hät­te das nicht gemacht. Das hat jetzt nichts mit Feigheit zu tun, son­dern mit wirt­schaft­li­chem Hausverstand. Wenn ich nur einen ein­zi­gen Kunden habe, muss ich auch dar­an den­ken, dass sich der dann ärgert und hier­auf reagie­ren kann/muss. An sei­ner Stelle hät­te ich es intern ande­ren Fotografen zur Verfügung gestellt, aber nicht so öffent­li­ch. Kann man natür­li­ch sehen wie man will.

    Natürlich hät­ten sie auch wie @martinwimmer schon geschrie­ben hat, sein bestmatch-Ranking zer­bom­ben kön­nen. Aber das wäre dann kaum jeman­den auf­ge­fal­len. So war es eine kla­re Ansage der Agentur. Mit 20 Millionen Bilder, kann man auch einen Top5 Fotografen raus­wer­fen. Sean macht sehr schö­ne Fotos, aber so weit wie ich weiß kei­ne „unwie­der­bring­li­chen“. Und ver­mut­li­ch wird den Kunden auch nicht wirk­li­ch auf­fal­len, die die­se Hintergrundgeschichte nicht ken­nen, dass er nicht mehr da ist. Diese Bilder sind mitt­ler­wei­le zu ähn­li­ch.

    Das Schadenfreude nicht ange­sagt ist – das hat mit Anstand zu tun. 

    @Til:“ Aber jeder Selbständge, der dau­er­haft von sei­ner Arbeit leben kann, macht irgend­et­was rich­tig.“
    Treffender kann man es nicht sagen! 🙂

  23. @algefoto
    „Das wich­tigs­te ist die Marke (Branding) und das Vertrauen der Kunden /Anbieter sowie welt­wei­tes Marketing. Diese Dinge sind am teu­ers­ten.

    Ich den­ke nicht dass ein Kunde beson­de­ren Wert dar­auf legt sei­ne
    „busi­nes­speop­le in light blue“ bei Agentur HappyFewMedia ©
    zu kau­fen weil ihm dies einen Imagegewinn brin­gen könn­te.

    Und wor­auf sol­len Kunden/Anbieter zur Zeit noch ver­trau­en?

    @walter

    Der Preis des Bildes zählt, auch bei guten Kontakten. Kein Kunde (von ganz weni­gen Ausnahmen mal abge­se­hen) zahlt heut­zu­ta­ge mehr als er muss.

    Sofern er sei­ne Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kau­fen.
    Was aber wenn das Regal leer ist? 

    Grosskunden wer­den nicht insol­vent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zah­len.

    Und dass dies den Produzenten (=Fotografen) bewusst wird berei­tet
    eini­gen Agenturen schlaf­lo­se Nächte – son­st käme es nicht
    zu der­art hef­ti­gen Reaktionen wie von Getty.

    Es wun­dert mich immer wie­der wie Agenturen es geschafft haben sich bei der­art mar­gi­na­ler Leistungsbereitschaft (und Fähgigkeit?) gepaart mit einem dreis­ten Auftreten als
    uner­setz­li­ch dar­zu­stel­len.
    Aber das ist wahr­schein­li­ch eine ande­re Geschichte.

    cheers

  24. Ich den­ke nicht dass ein Kunde beson­de­ren Wert dar­auf legt sei­ne
    “busi­nes­speop­le in light blue” bei Agentur HappyFewMedia ©
    zu kau­fen weil ihm dies einen Imagegewinn brin­gen könn­te.“

    Einen Imagegewinn sicher­li­ch nicht aber Produktionssicherheit. Es kommt näm­li­ch nach­her kei­ner an und sagt, das es Urheberrechtliche Probleme gibt!
    Ich wür­de auch nie­man­dem mei­ne Bilder anver­trau­en, den ich nicht ken­ne oder der kein posi­ti­ves mar­ken­ima­ge besitzt. 

    Grosskunden wer­den nicht insol­vent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zah­len.“

    Kannste ver­ges­sen, das zahlt kei­ner im Abo

    Wenn du sehen will­st wie man erfolg­reich man einen eige­nen Vertriebskanal auf­baut dann guck dir Yuri Arcurs an: http://peopleimages.com
    Da arbei­ten aber etli­che Leute.
    Das ver­ste­he ich unter Branding und Vertrauen:)
    über die Top Qualität brau­chen wir kei­ne Worte zu ver­lie­ren.

    Andreas

  25. @ Stanley: sehr schön for­mu­liert: „Was aber wenn das Regal leer ist?“
    „berei­tet
    eini­gen Agenturen schlaf­lo­se Nächte“ dies ist auch mei­ne Meinung; die beis­sen jetzt ein­fach umsi­ch.
    „Es wun­dert mich immer wie­der wie Agenturen es geschafft haben sich bei der­art mar­gi­na­ler Leistungsbereitschaft (und Fähgigkeit?) gepaart mit einem dreis­ten Auftreten als uner­setz­li­ch dar­zu­stel­len.“
    Und ich fra­ge mich seit Beginn des Microstock Wahns, wie Fotografen, die ihr Arbeit lie­ben, die­se für Centbeträge zu ver­sche­beln. Oder ver­ste­hen sie sich als Maschine, die eine gro­ße Stückzahl von Fotos sto­ßen.

    Zu den Bildnutzern, denen der Preis am wich­tigs­ten ist, gibt es auch eine viel­zahl von Kunden, denen es wich­tig ist, dass nur sie das Bild nut­zen kön­nen (daher ist es durch­aus lukra­tiv für einen Fotografen Bilder über eine Agentur anzu­bie­ten) und es gibt wel­che, wo es sehr wich­tig, ist gen­au zu wis­sen, wer und was da abge­bil­det ist – und dass dies auch so ist. Und bei den bei­den letz­ge­nann­ten ist der Preis nicht allein aus­schalg­ge­bend. Für die ers­ten arbei­te ich nicht.

  26. @stanley: „Sofern er sei­ne Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kau­fen.
    Was aber wenn das Regal leer ist? “

    Sorry – aber die­ser Satz ist für mich Sozialromantik. Also das man WELTWEIT ca. 200.000 Stockanbieter (ich sage bewusst nicht Fotografen) dazu bringt, einer­seits nichts mehr zu lie­fern, ande­rer­seits ihre Bilder bei den Agenturen abzu­zie­hen. Das wird ein­fach nicht pas­sie­ren. Das soll­te uns rea­lis­ti­scher­wei­se schon klar sein. Für einen in der Ukraine ist das immer noch viel Geld. Und vie­le detr Anbieter machen es ja nicht ein­mal des Geldes wegen.

    @stanley: „Grosskunden wer­den nicht insol­vent gehen wenn sie 5,6 oder
    10 Euro im Abo (als Fotografenanteil) über eine
    Direktvermarktungsgesellschaft der Produzenten zah­len.“
    Also ich den­ke, dass es eine nicht unbe­deu­ten­de Zahl von Zeitungen/Zeitschriften dann nicht mehr geben wür­de, wenn die das MFM-Honorar zah­len müss­ten. Meine Meinung. 

    Das „klas­si­sche“ Fotolia-Abo kos­tet für 750 BIlder im Monat 199.- Euro. Nehmen wir einen durch­schnitt­li­ches Honorar für den Fotografen von 0,3 Euro an. Wenn der Fotograf 10.- Euro bekommt: Was soll die­ses Abo dann kos­ten? 7500.- Euro wären ja schon Honorarausschüttung. Wenn jemand sein Abo auch wirk­li­ch nutzt. 

    Das es ein kol­lek­ti­ver Zusammenhalt einer Anbietergruppe nicht wirk­li­ch leicht hat sehen wir ja z.B. bei den Milchbauern. Die machen zwar immer wie­der irgend­wel­che Aktionen – aber wirk­li­ch nüt­zen tut es nichts. Sonst wür­de die Milch im Supermarkt 5 Euro und mehr kos­ten. Tut sie aber nicht.

    @stanley:„Ich den­ke nicht dass ein Kunde beson­de­ren Wert dar­auf legt sei­ne
    “busi­nes­speop­le in light blue” bei Agentur HappyFewMedia ©
    zu kau­fen weil ihm dies einen Imagegewinn brin­gen könn­te.“

    Ich sehe das so dass es kei­nen Imagegewinn für den Kunden bringt. Aber er kauft lie­ber bei einer bekann­ten gro­ßen Agentur ein als bei einer klei­nen unbe­kann­ten. Wäre es nicht so, wür­de es nicht die­se gro­ßen Unterschieden zwi­schen rund 20 Agenturen geben, bei denen ja viel­fach die glei­chen Bilder auf allen Agenturen sind. Die Preise sind ziem­li­ch gleich, vie­le der Bilder auch. Warum gibt es dann nur 3–4 gro­ße? Und sei es auch­nur des­halb weil die einen mehr Geld für Werbung haben.

  27. @ebaer: „Und ich fra­ge mich seit Beginn des Microstock Wahns, wie Fotografen, die ihr Arbeit lie­ben, die­se für Centbeträge zu ver­sche­beln.“

    Wir star­ten jetzt aber nicht die 100. Wiederholung der Micro-versus-Makrofotografen-Geschichte. Oder? Das die Agenturen wegen lee­rer Reagle um sich beis­sen ist für mich Wunschdenken. 

    @ebaer: „Zu den Bildnutzern, denen der Preis am wich­tigs­ten ist, gibt es auch eine viel­zahl von Kunden, denen es wich­tig ist, dass nur sie das Bild nut­zen kön­nen Und bei den bei­den letz­ge­nann­ten ist der Preis nicht allein aus­schalg­ge­bend. Für die ers­ten arbei­te ich nicht.“

    Passt. Die belie­fer­st Du, ich die Anderen. Damit sind alle Probleme aus der Welt.

  28. @Walter

    »
    @stanley:„Sofern er sei­ne Motive im Abo für 27 Cent bekommt wird er kau­fen.
    Was aber wenn das Regal leer ist?“

    Sorry – aber die­ser Satz ist für mich Sozialromantik.
    «

    Zugegeben, Begriffe wie Genossenschaft schei­nen für die Generation
    face­book (zu der ich Dich nicht zäh­le) wie aus der alten, stau­bi­gen
    Welt als die Sozialdemokratie am 1. Mai die Internationale sang.

    Aber ich stel­le mal eine Gegenfrage:
    Wie weit geht die Kompromissbereitschaft? Sind 27 Cent noch ok,
    20 aber nicht mehr? Glaubt jemand noch dar­an dass sich ange­sichts
    eines stän­di­gen Konzentrationsprozesses in der Branche Begriffe wie
    Fairness wie­der durch­set­zen wer­den, dass es sich eines Tages wie­der
    loh­nen könn­te als Fotograf zu arbei­ten, finan­zi­ell und ide­ell?

    Mal ganz abge­se­hen vom zuneh­mend dreis­ter wer­den­den Verhalten eini­ger
    Agenturen, Namen sind bekannt.

    Oder ist es egal? Halbiert sich der Erlös pro­du­zie­re ich eben
    dop­pelt so viel dann passts wie­der oder ich neh­me einen Zweitjob an?

    @algefoto
    „Wenn du sehen will­st wie man erfolg­reich man einen eige­nen
    Vertriebskanal auf­baut dann guck dir Yuri Arcurs an:“

    Nichts für ungut aber ist der Herr Arcurs als Erfolgsmodell der Stockfotografie nicht
    lang­sam ein wenig über­stra­pa­ziert?

  29. Sean ist mehr­fa­cher Millionär bzw. von den Umsätzen …daher der wird so oder so sei­nen Weg gehen .

  30. Zum Thema eige­ne Agentur: wir ver­kau­fen haupt­säch­li­ch Videoclips, alle Clips und Varianten in einer eige­nen Agentur haben auch von allen Varianten bei den „gro­ßen“ Agenturen ein­ge­stellt. Der Umsatz unse­rer eige­nen Agentur ist nicht mal 5% von dem, was alle ande­ren Agenturen an Umsatz für uns brin­gen (und damit mei­ne ich die antei­li­gen Tantiemen, die noch aus­ge­zahlt wer­den). Auch wenn unse­re Agentur ver­linkt ist, nur einen Klick ent­fernt und die Preise nied­ri­ger sind als bei den Anbietern wie zB isto­ck, geben die Käufer lie­ber einen drei­stel­li­gen Betrag bei isto­ck aus, als direkt zu kau­fen. Die eige­ne Agentur ist also nicht die allei­ni­ge Lösung. 

    Ich den­ke, dass vie­le Firmen auch Rahmenverträge (auch, aber nicht nur, Abos) haben bei bestimm­ten Agenturen oder aus fir­men­po­li­ti­schen Gründen und/oder Bequemlichkeit dort ein­ge­kauft wird, weil man sich nicht schon wie­der bei einer anderen/neuen Agentur regis­trie­ren möch­te. Und wenn man von einer eige­nen Agentur spricht, muss man die­sen Kreislauf erst mal durch­bre­chen.

    Ich gehe zwar davon aus, dass der Verkaufsanteil unse­rer eige­nen Website im Laufe der Jahre grö­ßer wer­den wird, aber umsatz­tech­ni­sch (aus wirt­schaft­li­cher Sicht) ist die eige­ne Agentur doch nur eine wei­te­re Agentur wie die ande­ren, die wir belie­fern und kei­ne allei­ni­ge Alternative. Auch Yuri (um das Beispiel von oben auf­zu­grei­fen) hat sicher­li­ch nicht vor, sei­ne Bilder trotz eige­ner Agentur von den ande­ren abzu­zie­hen, ganz im Gegenteil, er belie­fert seit eini­ger Zeit wie­der ordent­li­ch Material nach. Das zeigt, dass auch er die wirt­schaft­li­che Notwendigkeit einer brei­ten Umsatzbasis erkannt hat, trotz eige­ner Agentur. Diese kann wohl letzt­end­li­ch nur dafür sor­gen, dass der Durchschnittspreis nicht ins Bodenlose fällt…

  31. @stanley: Für die Generation Facebook bin doch wohl schon ein wenig zu alt 😉

    Immer wie­der wird von den berühm­ten 27 Cent aus­ge­gan­gen. selbst bei Shutter habe ich mehr als das dop­pel­te. Nun, wie weit geht die Kompromissbereitschaft bei mir? Für mich gibt es den Gesamtumsatz bei einer Agentur. Nicht mehr und nicht weni­ger. Wenn die Honoraranteile gekürzt wer­den, und die Agentur hat für mich nicht die pas­sen­den Gesamtumsätze, dann bin ich dort weg. Wie z.B. bei Alamy oder bei iSto­ck, Ich habe am D-Day dort alle mei­ne Bilder über 5 Verkäufe gelöscht. Das bes­te Bild hat­te 1334 Downloads. Es ist also nicht so, das ich alles mit­ma­che. Und zuge­ge­ben – ich bin bei den meis­ten Agenturen in einem Level, wo man eher sehr vor­sich­tig mit Honorarkürzungen ist. Bei den letz­ten Aktionen von Fotolia habe ich davon kaum etwas mit­be­kom­men.

    Das sich Begriffe wie Fairness durch­set­zen: Das glau­be ich nicht. Aber ich bin seit 30 Jahren selb­stän­dig, hat­te frü­her auch einen Porträtladen bevor ich mit Stock ange­fan­gen habe. Und Fairness gab es auch unter den Porträtfotografen im Ort nicht wirk­li­ch. Wir sind alle KONKURRENTEN! Im Porträt-Business ver­steht man sich mit Leute aus 100 Kilometer Entfernung, weil die Hochzeit an dem Tag kei­ne Zeit hat so weit zu fah­ren. Daher ist die­ser Kollege ein „genos­sen­schaft­li­cher Mitbewerber“. Der ums Eck bei mir nicht. Das ist ein Konkurrent. Im Stockbusiness war es frü­her in Makrozeiten leich­ter, aber davon habe ich sowohl hier als auch im Forum schon viel geschrie­ben. Und im Stockbusiness ist jeder ande­re Anbieter ein Konkurrent ums Eck. Da kann ich mir kei­ne Fairness erwar­ten. Von den Agenturen ohne­hin nicht. Aber es zwingt mich ja nie­mand das zu akzep­tie­ren. Ich könn­te ja jeder­zeit wie­der Hochzeiten foto­gra­fie­ren. Ich mag halt nicht!!

    Und es lohnt sich auch heu­te noch als Fotograf zu zar­bei­ten. Für mich finan­zi­ell sogar sehr.Ich habe vor über einem Jahr ein­mal mei­ne Umsatztabelle (hier oder in Roberts Forum ver­öf­fent­licht. Mußt Du nach­se­hen. Ideell? Ich habe noch nie Kunstfotografie gemacht, son­dern immer nur Gebrauchsfotografie. Und zwar immer mit dem Blick auf Gewinn. Auch im Porträt. Wenn ich weiß, dass sich das Brautpaar vor dem Sonnenuntergang gefällt und die­se Bilder wie ver­rückt gekauft hat, dann habe ich das gemacht. Egal ob es mir gefal­len hat. Die Kasse hat geklin­gelt. Mag viel­leicht ein Art Prostituion sein, aber wenns mei­ner Geldbörse gut getan hat ;-). Und wenn ich noch hun­dert Bilder „Frau mit Headset“ machen muss, um mei­ne Agenturumsätze zu hal­ten – ande­re Leute ste­hen am Fliesband. Da gehts mir doch blen­dend dage­gen.

    Und ich wer­de jedes Jahr in der Organisation und bei mei­nen Kosten bes­ser. Micro mache ich jetzt seit 2007, da bekommt man dann schon eine gewis­se Erfahrung.

  32. @Walter: nein, dass hat­te ich nicht vor. Da wür­de man ja Äpfel mit Birnen ver­glei­chen.
    Zum Wunschdenken, es hat schon eini­ge sehr erfolg­rei­che Aktionen gege­ben, wo sich Betroffene zusam­men­ge­schlos­sen haben und Firmen boy­kot­tiert haben. Oder ein­fach nur um im direk­ten Umfeld eine Verbesserung zu errei­chen.
    Wie wir nun alle durch das Netz qua­si um die Ecke woh­nen, so kön­nen wir uns auch auf die schnel­le Verabreden. Es wür­de ja schon mal ein Zeichen sein an einem bestimm­ten Tag kei­ne Bilder mehr hoch­zu­la­den. Das wür­de durch­aus Eindruck machen.

  33. @ebear: Nun das hat es ja jetzt eie­gnt­li­ch mit dem „D-Day“ bei iSto­ck gege­ben, bei dem ich auch mit­ge­macht habe. Fürchte nur, dass die­se Aktion im wesent­li­chen nichts gebracht hat. Aber mir war das per­sön­li­ch wich­tig.

  34. Was soll das brin­gen, an einem Tag kei­ne Bilder hoch­zu­la­den? Die meis­ten Agenturen haben einen Vorlauf von meh­re­ren Tagen, denen geht so schnell nicht die Arbeit aus. Und die Bilder wer­den dann spä­ter hoch­ge­la­den.

    Ich bin auch nicht mit allem zufrie­den, was vie­le Agenturen machen oder anbie­ten, aber das System, so wie es eta­bliert hat, ist zu glo­bal zu weit ver­äs­telt als dann man mit sol­chen Aktionen was aus­rich­ten könn­te. Sicher wer­den eini­ge Agenturen mit­tel­fris­tig, wenn sie es über­trei­ben, den Markt spü­ren, das tun sie ver­mut­li­ch auch schon. Aber auch die­se Veränderungen wer­den schlei­chend gehen, allei­ne schon des­we­gen weil teil­wei­se eine nen­nens­wer­te Kapitaldecke vor­han­den ist. Als ers­tes wer­den in den nächs­ten Monaten/Jahren die klei­ne­ren Agenturen kip­pen, fair gegen­über Fotografen ist das eine, aber den­no­ch müs­sen sie wirt­schaft­li­ch arbei­ten. Und wenn ich sehe, was von den gan­zen klei­ne­ren Agenturen kommt, obwohl 40/50% aus­ge­schüt­tet wer­den, dann sind die­se Zahlungen in Summe nicht nen­nens­wert für uns. Wenn das einen reprä­sen­ta­ti­ven Rückschluss zulässt (im Portfoliovergleich zu ande­ren Agenturen die wir belie­fern) dann ist es lei­der nur eine Frage der Zeit, bis die ers­ten off­line gehen…

  35. @Carsten: An dem Istock – D-Day wur­den Bilder/Accounts deak­ti­viert oder gelöscht.

    Als ich mich dazu ent­schloß nicht mehr Istock/Getty-Exclusiv sein zu wol­len, war das für mich ein pers. Entschluß die­se in mei­nen Augen unse­riös agie­ren­de Firma mit mei­nen Bildern nicht wei­ter zu unter­stüt­zen.
    Natürlich hat Istock das so gut wie nicht gemerkt. Natürlich hat das die Stockwelt kein biss­chen bes­ser gemacht – für mich war es aber ein­fach eine Frage des Selbstwertgefühls nicht alles mit mir machen zu las­sen.
    Heute weiß ich, dass die­ser Schritt für mich auch gesch. ein gold­rich­ti­ger war. Ich war gezwun­gen mich aktiv um die Vermarktung mei­ner Bilder zu küm­mern – das zahlt sich wirk­li­ch aus. 

    Neben der Stockfotografie bin ich auch im Bereich der Auftragsfotografie für klei­ne und gro­ße Firmen aktiv. In den Gesprächen ver­ges­se ich bspw. nie mei­ne Kunden für die Lage im Stockbereich zu sen­si­bi­li­sie­ren.
    Die wenigs­ten sind sich der aben­teu­er­li­chen Geschäftspraktiken gew. Agenturen bewusst – die Reaktionen waren bis­her immer sehr posi­tiv.

    Auch dies sind nur win­zig­klei­ne Tröpfchen – es sind aber wel­che und sie arbei­ten mit…

  36. Nicht das ers­te mal, dass gen­au die­ser Laden so über­zo­gen unsym­pat­sch auf­fällt. Robert hat ja die letz­te Honorarkürzung hier auch bespro­chen. Habe seit­her bei iSto­ck ohne­hin nichts mehr ein­ge­reicht. Dabei bleibt es bis auf wei­te­res, auch ohne sol­che Ruppigkeiten (die es natür­li­ch nicht gera­de bes­serm machen).

  37. Ich ver­ste­he es voll, wenn man bei sto­ck nichts mehr ein­reicht. Obwohl das auch ein Vorteil für isto­ck sein kann. Wegen der stän­di­gen Preiserhöhungen lau­fen ja isto­ck schon die Kunden weg. Durch die Preiserhöhungen wird der Umsatz zwar noch wach­sen. Aber bei weni­ger Kunden wird es ein­fach mehr Schwankungen bei den Downloads geben. Das hat ja eine gewis­se Rückkopplung. Gehen die Downloads zurück, pro­du­zie­ren die Fotografen mehr Bilder um den Rückgang aus­zu­glei­chen. Wobei bei einem gesät­tig­ten
    Markt das Gegenteil pas­siert. Das Überangebot wird ver­grö­ßert.
    Ziehen sich nun aber eine aus­rei­chend gro­ße Anzahl Fotografen zurück, oder deak­ti­vie­ren die Bilder. So wird sich die Situation ein wenig sta­bi­li­sie­ren.

  38. sor­ry max II, aber Deine Schlussvolgerungen kann ich nicht nach­voll­zie­hen. iSto­ck bekommt weni­ger Bilder von den Fotografen, und das soll gut sein, weil der Markt geset­tigt ist? iSto­ck bie­tet Massenware an, da zählt – wie der Name schon sagt: Masse. Wenn die nicht mehr da ist suchen sich die Kunden eben ande­rer Anbieter. Hat Aldi nur noch die Hälfte im Regal, dann gehen die Kunden zu Lidl.

  39. Ich ver­su­che es mal zu erklä­ren.
    Ob sto­ck jetzt 11 Millionen Bilder hat, oder 15 Millionen, wirkt sich nicht auf den gesamt Umsatz aus. Solange die Kunden die Bilder fin­den, die sie suchen. Wie du schon erwähnt hast, ist Microstock ein Massengeschäft. Aber wenn in Folge von Preiserhöhungen, die Kunden weg gehen. Dann ver­lie­ren die Fotografen erst mal DLs und meist auch Umsätze.
    Als Ausweg wird ver­sucht, mehr zu pro­du­zie­ren. Da gibt es bei isto­ck Fotografen, die ihr Portfolio letz­tes Jahr stark erwei­tert haben. Aber trotz­dem Verluste hin­neh­men muss­ten. Ich glau­be der Sean hat in einem Forumsbeitrag auch erwähnt, mas­si­ve Rückgänge bei DLs und Umsatz gehabt zu haben.
    Bei so einer Situation eska­liert eine Sache, wie die mit Google stär­ker, als wenn alle hap­py sind.
    Der Systemfehler ist eigent­li­ch, dass zu vie­le zu viel pro­du­zie­ren. Dadurch kann sich eine erhöh­te Produktion nicht posi­tiv aus­wir­ken.
    Wenn nun aber genü­gend Fotografen Bilder deak­ti­vie­ren, oder weni­ger bis gar nichts hoch laden. Stabilisiert sich die Situation wie­der ein wenig.
    Wenn man das mit Aldi ver­gleicht wäre das unge­fähr so. Aldi hat ein Produktsortiment von geschätzt 1500 Produkten. Von jedem Produkt sind 100 Stück auf Lager. Dieses Lager wird ein­mal in der Woche ver­braucht. Da sind die Zulieferer hap­py. Wandern nun Kunden ab , wird das Lager wird nun nur mehr alle 2 Wochen ver­braucht. Dann sind die Zulieferer nicht mehr so hap­py. Wenn nun die Zulieferer die Produktion ver­dop­pelt, wird der Lagerstand nur mehr alle 4 Wochen ver­kauft. Wenn nun aber bei glei­chem Sortiment weni­ger pro­du­ziert wird, sta­bi­li­siert sich die Situation wie­der.
    Das Sortiment bei isto­ck wird ja durch einen Boykott nicht klei­ner. Erdbeere auf weiss gibt es ja wei­ter­hin. Ebenso wie die 100.000 ande­ren Themen. Aber die Erdbeere auf weiss und Co , wird dann eben nicht 10 mal pro Woche hoch gela­den, son­dern nur noch 7 mal. Gleichzeitig wer­den von den Erdbeeren auf weiss viel­leicht 100 Stück vom Stock ent­fernt. Da haben dann die Erdbeeren auf weiss Spezialisten plötz­li­ch wie­der Licht am Horizont. Noch dazu set­zen jetzt viel­leicht mehr auf Qualität, statt Quantität. Da Quantität ja nichts gebracht hat. Die Fotografen, wel­che auf Qualität gesetzt haben, sind ja von den Rückgängen eher ver­schont geblie­ben.

  40. @max II: Ich glau­be, das Kernproblem bei Deiner Argumentation ist, dass iSto­ck die Kunden weg­lau­fen wür­den. Das ist weder für die Agentur noch für die Fotografen, wel­che die Agentur belie­fern, lang­fris­tig sinn­voll. Wenn Bilder deak­ti­viert wer­den, beli­ben die rest­li­chen Fotografen viel­leicht etwas län­ger zufrie­den, weil der Kuchen in weni­ger Stücke geteilt wird, aber klei­ner wird er ja dann trotz­dem.

  41. @max II: mein Aldi Vergleich ging in eine ande­re Richtung – und er hinkt auch zuge­ge­be­ner maßen. Die Fotos sind ja digi­tal und las­sen sich belie­big her­un­ter­la­den, die Produkte im Supermarkt kön­nen nur ein­mal ver­kauft wer­den.
    Wie Robert schon sagt, der Kuchen wird klei­ner und – wie ich ver­mu­te – wird der Kuchen auch dadurch una­trak­ti­ver für die Kunden, da es ja noch Bäcker gibt mit grö­ße­ren und wohl mit­tel­fris­tig auch fri­sche­ren Kuchen.

  42. Da habt ihr schon recht. Die Problem sind aber viel­fäl­ti­ger, als nur der klei­ner wer­den­de Kuchen.
    Vor etwa einem Jahr wur­den über Getty schein­bar recht vie­le Bilder ein­ge­spielt. Was auch zu einem Rückgang der Einnahmen geführt hat. Zudem ist die Suchfunktion BM nach die­ser Aktion, für etli­che zum Nachteil gewe­sen. Was eben eini­ge durch mehr Uploads kom­pen­sie­ren woll­ten. Das hat bei vie­len trotz­dem zu rück­gän­gi­gen Einnahmen geführt. Was die Stimmung all­ge­mein ver­schlech­tert hat.
    Nach der Getty Aktion haben eini­ge ohne­dies resi­gniert und weni­ger hoch­ge­la­den. Der D-Day war noch eine wei­te­re Aktion, die das über­las­te­te System „mög­li­cher­wei­se“ etwas berei­nigt hat.
    Zudem soll­te man die Istock Bilder bei Getty nicht als zusätz­li­che Einnahmequelle sehen. Sondern als Ausgleich, für den Rückgang von Getty Bildern bei Istock. Das hat ja letz­tes Jahr auch nicht funk­tio­niert. Man ist von Getty mit Bildern geflu­tet wor­den. Umgekehrt hat aber die Schnittstelle von Istock zu Getty nicht so wirk­li­ch funk­tio­niert.
    Insgesamt dürf­te die Suchfunktion BM nach dem Google Desaster mit all sei­nen Folgen wie­der etwas bes­ser funk­tio­nie­ren. Möglicherweise weil das System weni­ger über­las­tet ist, oder weil die Bilderflut von Getty im System end­li­ch aus­ba­lan­ciert ist.
    Anderseits dürf­te die Getty Schnittstelle nun schein­bar funk­tio­nie­ren.
    Der Kuchen wird zwar klei­ner, aber das System funk­tio­niert wie­der. Vorher wur­de der Kuchen auch klei­ner, zudem hat das System für vie­le gar nicht mehr funk­tio­niert. Das sehe ich zumin­dest mal als Verbesserung.

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