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Stockfotografie-​News 2011-07-29

Guten Morgen, ihr News-​Junkies. Nach einer lan­gen Durststrecke im hei­ßen Sommermonat gibt es wie­der neu­en Stoff.

  • Fotolia star­tet zwei neue Kooperationen und zeigt damit, dass sie aktiv dar­an arbei­ten, neue Käuferschichten inno­va­tiv zu errei­chen. So gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Start-​Up Codingpeople, bei dem sich Kunden Fotolia-​Bilder in ihre Webseiten-​Layouts ein­bau­en kön­nen und eine Kooperation mit dem Journalismus-​Dienstleister Raufeld Content, bei dem direkt über eine API-​Schnittstelle pas­sen­de Fotos zu Artikeln genutzt wer­den kön­nen, wel­che von Raufeld an Medien ver­kauft werden.
  • istock­pho­to ver­sucht einen ande­ren Weg der Kundengewinnung: Die Agentur erhöht ihre Prämien für die Kundenwerbung. Wer einen neu­en Kunden wirbt, der inner­halb von 30 Tagen nach Anmeldung min­des­tens 26 Credits kauft, erhält dafür jetzt 20 statt wie bis­her 10 US-​Dollar. Das gilt aber nur bis Herbst, denn dann soll das Prämiensystem kom­plett umge­stellt werden.
  • Außerdem hat istock­pho­to jetzt einen drin­gend benö­tig­ten Preis-​Filter ein­ge­führt, nach­dem sie vie­le neue – teu­re­re Foto-​Kollektionen mit auf­ge­nom­men haben. So kön­nen Kunden sich jetzt auch nur die güns­ti­ge­ren Bilder anzei­gen lassen.
  • Um zu sehen, wohin sich der Bildermarkt viel­leicht ent­wi­ckelt, ist es manch­mal hilf­reich, zu den ganz gro­ßen Fotografen zu schau­en. So ging ein Raunen durch die Foren als der bekann­tes­te Stockfotograf Yuri Arcurs eine Stellenausschreibung schal­te­te, in der er zwei Dinge erwähn­te. Zum einen wol­le er eine Verkaufsplattform auf­bau­en, um sei­ne Bilder direkt zu ver­kau­fen, zum ande­ren erwähn­te er neben Fotos und Videos auch Vektorgrafiken. Vor allem letz­te­res nähr­te die Gerüchte, er pla­ne viel­leicht nicht nur den Verkauf sei­ner Bilder, son­dern auch von ande­ren Fotografen, da von Yuri bis­lang kei­ne Vektor-​Motive bekannt sind. Ist das die Zukunft, der Direktverkauf? Oder das Ende von Microstock? Wir wer­den sehen.
  • Ein ande­res gro­ßes Ding ist ja Google+, die neue Konkurrenz von Facebook. Fotografen, die dort aktiv sind, soll­ten zum einen auf die Nutzungsbedingungen auf­pas­sen und zum ande­ren die Standard-​Auswahl bei den Privatsphäre-​Einstellungen deak­ti­vie­ren, wel­chen es frem­den Leuten erlaubt, sei­ne Fotos her­un­ter­zu­la­den oder als Drucke zu bestel­len. Ich bin übri­gens auch bei Google+, wer mich in sei­nen Kreis auf­neh­men will, fin­det hier mein Profil.
  • Shutterstock hat einen neu­en Filter ein­ge­führt, der es nun erlaubt, die Suchergebnisse nicht nur nach „neus­te“, popu­lärs­te“ und „zufäl­li­ge“ Ergebnisse zu sor­tie­ren, son­dern jetzt auch nach „rele­van­tes­te“. Während „popu­lär“ stark nach der Anzahl der Verkäufe gewich­tet ist, soll „rele­vant“ stär­ker die Suchbegriffe berück­sich­ti­gen. Einige Fotografen beklag­ten dar­auf­hin gesun­ke­ne Einnahmen ihrer neu­en Fotos, was auch bei mir bemerk­bar ist, auch wenn sich die Gesamtumsätze kaum ver­än­dert haben.
  • 123rf hat jetzt beim Hochladen von Bildern stan­dard­mä­ßig ein Häkchen aktiv, wel­ches es der Agentur erlaubt, abge­lehn­te Bilder auto­ma­tisch als „redak­tio­nel­le Bilder“ anzu­bie­ten, wenn die Motive einen Nachrichtenwert haben. Der Hintergrund ist, dass die Fotografen so das Bild nicht neu hoch­la­den müs­sen, falls sie es ver­se­hent­lich in der fal­schen Rubrik (Fotos statt Editorial) hoch­ge­la­den haben.
  • Alamy ändert ihre Fotografenverträge, mit dem Ziel, in Zukunft auch Videos und News-​Fotos anbie­ten zu können.
  • In der Schublade der Stockfotografen fin­det sich jetzt ein neu­es Verschlagwortungswerkzeug. „Compare Keywords“ erlaubt, wie der Name anklin­gen lässt, zwei Sets von Suchbegriffen mit­ein­an­der zu ver­glei­chen und die glei­chen, ähn­li­chen oder feh­len­den Wörter anzei­gen zu lassen.
  • Getty Images kün­dig­te ges­tern eine neue Kollektion namens „Flickr Select“ an. Diese Kollektion soll eine Art Best-​Of der „nor­ma­len“ Flickr-​Kollektion dar­stel­len, momen­tan sind ca. 6.000 Bilder ent­hal­ten und es wer­den wei­te­re hin­zu­ge­fügt. Der Sinn erschließt sich mir spon­tan nicht ganz, außer dass die Flickr-​Kollektion mitt­ler­wei­le lang­sam zu groß und damit zu belie­big wird. Viele Motive der Flickr-​Kollektion sind jetzt schon sehr typi­sches Stock-​Material wi z.B. Sandstrände oder Food-​Fotos, obwohl die Kollektion ange­tre­ten war, um fri­schen Wind in die Bildsprache zu bringen.
  • Tyler Olson vom Microstockgroup-​Forum hat­te 2010 eine gro­ße Umfrage unter Microstock-​Fotografen durch­ge­führt und ver­öf­fent­licht jetzt nach­ein­an­der ver­schie­de­ne Analysen. Zum Beispiel hat er jetzt ver­gli­chen, wie der Zusammenhang zwi­schen Portfolio-​Größe und Umsatz bei Hobby- und Vollzeit-​Stockfotografen ist. Auf jeden Fall lesens­wert, wie die ande­ren Umfrage-​Ergebnisse auch.
  • Vielleicht für eini­ge inter­es­sant: Vom 6. bis 8. September fin­det in Bonn das Seminar Bilddokumentation und Bildermarkt“ von Verein für Medieninformation statt.
  • Die Bildagentur Stockfood hat jetzt eine neue Agentur mit dem Schwerpunkt auf Innenarchitektur und Einrichtungsideen: Living4media.
  • Bei Youtube gibt es jetzt von mir ein Video, was einen Querschnitt mei­nes Portfolios zeigt. Die Diashow habe mit Flixtime erstellt, da gab es vor einer Weile im Fotolia-​Newsletter einen Gutschein-​Code zum kos­ten­lo­sen Testen. Mit dem Code „flix­fo­to­lia“ bekommt ihr eine Woche kos­ten­los das Pro-Abo.
  • Zum Abschluss noch etwas zum Schmunzeln und Nachdenken: Die Kosmetik-​Firma L’Oreal muss­te eine gro­ße Werbekampagne in Großbritannien zuzück­zie­hen, weil sie die bri­ti­sche Werbe-​Behörde ASA beschwert hat­te, dass die Bilder zu stark retu­schiert seien.

Fehlt was? Dann rein die die Kommentare damit.

Zwei Jahre Footage für Video-​Agenturen – Meine Einnahmen und Erfahrungen

Neben Fotos ver­kau­fe ich seit einer Weile auch Footage. Footage sind kur­ze Video-​Clips, die genau wie Bilder über Agenturen ver­kauft wer­den kön­nen. Meine ers­ten Videos mei­ner Canon 5D Mark II habe ich im Mai 2009 hoch­ge­la­den. Mittlerweile sind ca. zwei Jahre ver­gan­gen und ich will eine ers­te Bilanz ziehen.


Wie viel habe ich ver­dient, hat es sich gelohnt, was habe ich gelernt?

Zur Zeit belie­fe­re ich aktiv sechs Video-​Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Bis vor zehn Monaten hat­te ich auch noch istock­pho­to* belie­fert, bis dort die Umsatzbeteiligung auf 15% gekürzt wur­de. Einige the­ma­tisch pas­sen­de Videos habe ich auch bei Stockfood.

Portfolio-​Größe

Bei den genann­ten sechs Agenturen habe ich mitt­ler­wei­le so vie­le Videos online, sor­tiert nach Menge:

Pond5: 122 (Annahmequote: 100%)
ClipCanvas: 120 (Annahmequote: 100%)
Clipdealer: 109 (Annahmequote: 90%)
Shutterstock: 97 (Annahmequote: 81%)
Fotolia: 83 (Annahmequote: 70%)
Revostock: 69 (Annahmequote: 96%)
istock­pho­to: 35 (Annahmequote: 75%)
Stockfood: 9 (Annahmequote: 100%)

Wie ihr sehen könnt, habe ich in zwei Jahren ca. 120 Motive erstellt. Das ist rela­tiv wenig und gut ein Drittel habe ich auch erst in den letz­ten Monaten gefilmt, nach­dem ich vor­her vie­le Fehler gemacht hat­te, aus denen ich ler­nen konn­te. Zu Revostock habe ich erst seit paar Wochen nach­träg­lich mein Material hoch­ge­la­den und viel ist noch in der Warteschlange, wes­halb die Zahlen hier sehr nied­rig sind. Die Annahmequoten sind rela­tiv hoch, gemes­sen dar­an, dass mei­ne ers­ten Videos noch kei­ne per­fek­te Qualität hat­ten. Hier habe ich das Glück, dass der Markt noch jung ist und vie­le Agenturen selbst noch nicht genau wis­sen, was sich gut ver­kau­fen könn­te und des­halb lie­ber etwas mehr als zuwe­nig annehmen.

Motive

Ursprünglich war mein Plan gewe­sen, die Motive als Video umzu­set­zen, die sich bei mir als Fotos am bes­ten ver­kau­fen: Schöne, glück­li­che Menschen. Bisher habe ich von 120 Videos nur ca. ein Drittel mit Personen. Das liegt vor allem dar­an, dass es zum Üben ein­fa­cher war, Naturaufnahmen oder Objekte zu fil­men, ohne sich um Regieanweisungen für das Model küm­mern zu müs­sen. Außerdem habe ich erst seit eini­gen Monaten Dauerlicht, ohne das die Ausleuchtung im Studio zu schwie­rig wäre.

Auch die Nachbearbeitung der Videos erfor­der­te eini­ges an Übung, um nach­träg­lich Weißabgleich oder Sättigung zu kor­ri­gie­ren und klei­ne Bildfehler aus­zu­bes­sern. Die Codierung der Videos in ein mög­lichst geeig­ne­tes Format für die Agenturen kos­te­te mich auch vie­le Versuche und erst vor ca. zwei Monaten habe ich end­lich zufrie­den­stel­len­de Einstellungen fin­den können.

Verkäufe und Umsätze

Wie ver­kau­fen die Agenturen nun? Hier mei­ne Liste, sor­tiert nach Umsatz:

Pond5: 9 Verkäufe, 225 $ Umsatz (RPD 25 $)
Fotolia: 18 Verkäufe, 110 Euro (RPD 6,11 Euro)
Shutterstock: 5 Verkäufe, 49,25 $ Umsatz (RPD 9,85 $)
istock­pho­to: 4 Verkäufe, 35,30 $ Umsatz (RPD: 8,83 $)
ClipCanvas: 1 Verkauf, 24,50 $ Umsatz (RPD 24,50 $)
Clipdealer: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Revostock: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher
Stockfood: 0 Verkäufe, kein Umsatz bisher

Gesamte Verkäufe: 37, Gesamtumsatz: ca. 411 US-​Dollar, Durchschnitt-​RPD: 11,10 $

411 Dollar? Wenn man die nack­ten Zahlen nüch­tern betrach­tet, könn­te man glatt den Glauben an den Footage-​Markt ver­lie­ren. Angesichts der Tatsache, dass ich über 1000 Euro Investitionskosten hat­te (Stativ, Videoneiger, LED-​Dauerlicht, LitePanels-​Dauerlicht, Hedler-​Dauerlicht, Software) und noch mehr dazu­kom­men muss, um bes­se­re Videos zu machen, ist es bis­lang ein­deu­tig ein Minusgeschäft. Hier erhof­fe ich mir durch mein neu­es People-​Material ein­deu­tig mehr. Für den Gesamtumsatz habe ich übri­gens die Euro-​Angaben von Fotolia in Dollar umge­rech­net, um eine Summe bil­den zu können.

Der nied­ri­ge RPD (Revenue per Download) bei Fotolia liegt vor allem an den dort mög­li­chen güns­ti­gen Abo-​Downloads für Videos, was vie­le Videofilmer davon abhält, dort Material hoch­zu­la­den. trotz­dem (oder viel­leicht genau des­halb), konn­te Fotolia deut­lich mehr abso­lu­te Verkäufe und auch Umsatz erzie­len als ande­re Agenturen, bei denen ich teil­wei­se deut­lich weni­ger Videos im Angebot habe.

Bei Revostock und Clipcanvas bin ich erst seit kur­zem, wes­halb die Videos dort kaum Zeit hat­ten, Verkäufe zu gene­rie­ren. Die feh­len­den Verkäufe bei Clipdealer irri­tie­ren mich immer. Ich kann nur ver­mu­ten, wor­an das liegt: Ich ver­schlag­wor­te mei­ne Videos nur in eng­lisch und die Suchbegriffe wer­den von Clipdealer ins Deutsche über­setzt. Vielleicht sit­zen die meis­ten Käufer in Deutschland und fin­den durch eine holp­ri­ge Übersetzung mei­ne Videos nicht.

Die Zukunft

Die ers­ten Ergebnisse sind sehr ernüch­ternd, aber mei­ne Anfangsinvestitionen sind getä­tigt und die gröbs­ten Fehler habe ich began­gen und kann sie nun ver­mei­den. Deshalb wer­de ich min­des­tens ein Jahr flei­ßig wei­ter Videos hoch­la­den. Ich hof­fe, dass ich in einem Jahr von 120 Videos auf min­des­tens 300 kom­me. Mal sehen, wie sich das dann auf die Downloads auswirkt.

* Affiliate-​Link

Lebensmittel-​Fotos bei Stockfood

Seit ca. einem Jahr belie­fe­re ich eine wei­te­re Bildagentur: Stockfood.

Stockfood ist eine Macrostock-​Bildagentur, wel­che sich auf Bilder und Footage von Lebensmitteln und Getränken spe­zia­li­siert hat.


Bisher habe ich nur weni­ge Fotos dort (170 Bilder und eini­ge noch in der Bildredaktion), aber gleich nach der ers­ten Abrechnung plat­zier­te sich die Agentur in mei­nem RPI-​Ranking (Bildagenturen sor­tiert nach Gewinn pro Bild) weit oben. Das liegt aber auch dar­an, dass Macrostock-​Agenturen eine viel stren­ge­re Bildselektion haben und sich nur „die Rosinen raus­pi­cken“. Würde ich den totalRPI-​Wert neh­men (also inklu­si­ve der abge­lehn­ten Fotos), läge der Wert niedriger.

Den RPD (Revenue per Download) mit Werten von Microstock-​Agenturen zu ver­glei­chen, wäre unfair und bei der Handvoll Verkäufe bis­her nicht aussagekräftig.

Meine Fotos und Videos dort wer­den exklu­siv je nach Motiv als RM oder RF ange­bo­ten, die fin­det ihr dem­nach nir­gend­wo anders.

Stockfotografie-​News 2010-12-10

Okay, es wur­de aber auch Zeit. Schon über einen Monat kei­ne News mehr und dabei ist so viel pas­siert. Also Ärmel hoch­ge­krem­pelt, Zettel sor­tiert und los geht’s:

  • Fangen wir mit Fotolia an. Zum 1.12.2010 wur­de deren Service „My Fotolia“ ein­ge­stellt. Damit konn­ten Fotografen ihre Fotolia-​Bilder Kunden zei­gen, ohne dass sie Bilder ande­rer Fotolia-​Fotografen sehen konn­ten. Laut Fotolia arbei­ten die Entwickler an einer neu­en Möglichkeit, damit Fotografen bes­ser ihre eige­nen Bilder prä­sen­tie­ren kön­nen. Andersrum wäre es viel­leicht bes­ser gewesen.
  • Noch mal Fotolia: Nachdem Pixmac ver­sucht hat, die Fotografen der ein­ge­stell­ten Bildagentur Polylooks zu umwer­ben, zeigt sich, wer die Branche ver­steht. Fotolia bie­tet den Polylooks-​Kunden an, ihre nicht ver­brauch­ten Credits 1:1 in Fotolia-​Credits zu über­tra­gen und legt noch drei Credits drauf. Die Aktion gilt bis zum 15.12.2010
  • Wo wir schon bei Polylooks sind: Die Agentur erin­nert dar­an, dass deren Webseite nach dem 31.12.2010 nicht mehr erreich­bar ist. Wer Zugriff auf sei­ne gekauf­ten Bilder, Rechnungen oder sons­ti­ge Belege braucht, muss die­se vor­her recht­zei­tig sichern. Ähnliches gilt auch für die Fotografen: Wer im Januar sein Restgutaben aus­ge­zahlt bekom­men will, muss bis zum 20.12.2010 sei­ne PayPal-​Email-​Adresse bei Polylooks hinterlegen.
  • Wer wis­sen will, ob ein Bild digi­tal bear­bei­tet wur­de, kann es mit einer „Error-​Level-​Analyse“ herausfinden.
  • Mitarbeiter der Agentur Bilderberg grün­den die Fotografenrepräsentanz FotoGloria. Schwerpunkt ist wie schon bei Bilderberg die doku­men­ta­ri­sche Fotografie (via Olaf Bathke)
  • Von zwei Rechtsanwältinnen gibt es einen Ratgeber als PDF (89 Seiten) zum kos­ten­lo­sen Download, der grund­le­gen­de Rechtsfragen für Fotografen beantwortet.
  • Die Bildagentur Zoonar hat jetzt auch DDP Images als Vertriebspartner. Presse- und Eventfotos wer­den jedoch nicht an DDP Images wei­ter­ge­lei­tet, da die Agentur davon selbst genug hat. Da die­se Agentur jedoch haupt­säch­lich über das Picturemaxx-​Netzwerk ver­kauft und Zoonar-​Fotografen das selbst frei­schal­ten kön­nen, fra­ge ich mich, ob es da nicht zu unnö­ti­gen Dopplungen kommt.
  • Genau zum Thema: Zoonar bie­tet pro­fes­sio­nel­len Presse- und Eventfotografen einen neu­en Zugang an, mit dem die­se ihre Fotos in kür­zes­ter Zeit selbst ins Picturemaxx-​Netzwerk ein­stel­len kön­nen. Fotografen müs­sen sich per Mail bei Zoonar mit einem Link bei­spiel­haf­ter Arbeiten bewer­ben.
  • istock­pho­to hat still und lei­se die Möglichkeit ein­ge­stellt, dass exklu­si­ve istock-​Fotografen Bilder zu Getty Images hoch­la­den kön­nen. Diese müs­sen sich jetzt genau­so wie alle ande­ren (unab­hän­gi­gen) Fotografen bei Getty bewerben.
  • Als eine der ers­ten Bildagenturen bie­tet die Bildagentur StockFood jetzt auch 3D-​Bilder an. Bisher gibt es jedoch kei­ne direkt in 3D auf­ge­nom­me­nen Fotos, son­dern die Agentur bie­tet an, gegen einen Aufpreis von 99 Euro zusätz­lich zur Lizenzgebühr und einer Wartezeit von zwei Tagen 2D-​Fotos zu ste­reo­sko­pi­schen 3D-​Bildern umzu­wan­deln. Um die­se Fotos in 3D zu sehen, ist dann eine Rot-​Cyan-​Brille notwendig.
  • Nach der Schließung von iSyndica gibt es mitt­ler­wei­le gleich drei Anbieter, die um die Gunst der Fotografen buh­len: picWorkflow, MicrostockSubmitter und Lightburner. Ich hof­fe, in den nächs­ten Tagen dar­über aus­führ­li­cher berich­ten zu können.

Puh, geschafft. Wenn ich etwas ver­ges­sen habe, dann bit­te rein in die Kommentare damit.

Stockfotografie-​News 2010-10-08

Oh Mann, da habe ich aber was schlei­fen las­sen. Und so viel ist pas­siert. Fangen wir des­halb gleich mit den News an:

  • Wer sich gewun­dert hat, wo die gan­zen Bildagenturen bei der Photokina waren: Die sind alle lie­ber nach Frankfurt zur Buchmesse gefah­ren. Liegt auf der Hand, da sich dort eher die Kunden als die Anbieter rum­trei­ben. Diesmal gibt es sogar ein eige­nes „Zentrum Bild“ mit mehr als 15 teil­neh­men­den Agenturen. Bis zum 10.10.2010 läuft sie noch.
  • Die Vertriebsplattform für (Micro)Stockfotos, iSyndica, been­det zum 10.10.2010 ihren Dienst. Mit iSyndica konn­ten Fotografen bequem Fotos und Videos 1x hoch­la­den und iSyndica ver­teil­te die­se dann auto­ma­tisch an ver­schie­de­ne Agenturen. Wer dort noch Guthaben offen hat (z.B. aus Affiliate-​Einnahmen oder einem abge­schlos­se­nen Abo), muss bis zum 17.10.2010 eine Erstattung bean­tra­gen, um sein Geld aus­ge­zahlt zu bekom­men. Ich fin­de die­se Meldung zum Teil über­ra­schend, da die Idee sehr ein­leuch­tend und beliebt war. Der Grund für die Schließung: Unter dem Strich wur­den die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt. Der iSyndica CTO Seb Coursol hat eine sehr aus­führ­li­che Stellungnahme abge­ge­ben, in der er übri­gens ganz neben­bei ein gro­ßes Microstock-​Geheimnis lüf­tet. Mehr sag ich nicht.
    Wer jetzt hän­de­rin­gend nach Alternativen sucht: Ähnliche Dienste bie­ten zum Beispiel ProStockMaster (kos­ten­los), CushyStock (kos­ten­lo­se und Bezahl-​Variante) und Photoshelter (Abo-​Service).
  • Ebenfalls schlie­ßen wird die Microstock-​Bildagentur Polylooks der Deutschen Telekom. Das kam für mich nicht ganz so über­ra­schend, da das Geschäftsmodell anschei­nend nur aus „Billiger als alle ande­ren anbie­ten, weni­ger als alle ande­ren aus­zah­len“ bestand. Traurig bin ich auch nicht, da ziem­lich offen­sicht­lich war, wel­cher ande­ren gro­ßen Microstock-​Agentur Polylooks die Kunden strei­tig machen woll­te. Der Kuchen wäre dem­nach nur anders ver­teilt, aber nicht grö­ßer geworden.
  • Die nächs­te schlech­te Nachricht: Fotografen aus Bayern auf­ge­passt! Die Firma Hensel warnt in einer Rundmail vor einer „groß ange­leg­ten Einbruch- und Diebstahlserie in Fotostudios im Raum Bayern“. Die Einbrüche sol­len pro­fes­sio­nell und gezielt aus­ge­führt werden.
  • Diebstahl II: Den Fotografen Nicole und Ralf Obermann wur­de auf der Photokina fast ihr kom­plet­tes Nikon-​Equipment gestoh­len! In ihrem Blog ver­öf­fent­li­chen sie die Seriennummern, damit Fotografen und ande­re poten­ti­el­le Käufer nach­schau­en kön­nen, ob sie Hehler-​Ware erwer­ben. Ebenfalls sehr inter­es­sant: Durch die Seriennummern wur­de die Ausrüstung bei Nikon als „gestoh­len“ ver­merkt und wird KEINE Wartung, Reparatur oder Sensorreinigung erhal­ten und sofort der Polizei gemel­det. Ein guter Grund, sich die Seriennummern sei­ner Kameras und Objektive zu notieren.
  • Jetzt aber noch paar gute Nachrichten: Die Bildagentur Zoonar hat jetzt AGE Fotostock /​ THP als neu­en Content-​Partner gewon­nen. Fotografen bei Zoonar kön­nen also ent­schei­den, ob ihre Bilder auch über die Agentur AGE Fotostock ange­bo­ten wer­den und deren THP-​Netzwerk. THP steht für „Technological Hosting Platform“ und ist eine Art Foto-​Suche, wel­che ande­re Agenturen naht­los in die eige­ne Webseite ein­bin­den kön­nen und damit das gesam­te Bildmaterial von AGE (über 1,5 Millionen Fotos) eben­falls zum Verkauf anbieten.
  • Shutterstock erhöht die Affiliate-​Auszahlungsgrenzen für gewor­be­ne Kunden. Bisher erhiel­ten die Werber 20% der Kundenumsätze bis zu einem Limit von 50 US$, die Grenze wird jetzt auf 200 US$ angehoben.
  • Die Bildagentur StockFood eröff­net eine neue Bildagentur für die Themen „Inneneinrichtung, Haus & Garten“ und sucht dafür noch Fotografen die ent­spre­chen­de Motive mit Model Release und Property Release lie­fern kön­nen. Bisher wur­den sol­che Motive eher neben­bei ange­bo­ten, jetzt will sich StockFood wie­der ganz auf die Themen „Essen & Trinken“ konzentrieren.
  • Zum Schluß in eige­ner Sache ein Hinweis auf zwei Interviews, die Claudia von stellenboersen.de und Amos von fotos-verkaufen.de mit mir auf der Photokina geführt haben. Viel Spaß beim Lesen.

Was sagt ihr zu die­sen Entwicklungen? Habt ihr News, die ich über­se­hen habe? Dann bit­te rein in die Kommentare damit.