Schlagwort-Archive: RPI

Shutterstock-​Quartalszahlen online: Ein Blick zurück auf acht Jahre

Vor paar Tagen gab Shutterstock hier sei­ne Quartalszahlen für das zwei­te Quartal 2019 bekannt. Darin ist immer von „Wachstum, Wachstum, Wachstum“ die Rede.

Klingt für Börsenleute erst mal ganz toll:
Die bezahl­ten Downloads sind um 3% gestie­gen, der Umsatz pro Download ist um 1% gestie­gen, die Anzahl der Bilder und Videos ist um je 37% gestie­gen, der Umsatz ist um 3% gestie­gen und so wei­ter, alles immer im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Vergleich des zwei­ten Quartals von Shutterstock von 2011 bis 2019 (Klicken zu Vergrößern)

Wenn wir uns aber die Entwicklung der Downloads und der Portfoliogröße seit 2011 anschau­en, sehen wir, dass das Wachstum deut­lich abflacht und nur bei der Portfoliogröße rasant wächst. Hier erst mal der Blick auf die 33 letz­ten Quartale (2. Quartal 2011 bis 2. Quartal 201) für die bezahl­ten Downloads:

Bezahlte Downloads bei Shutterstock pro Quartal in Millionen

Bis zum zwei­ten Quartal 2016 ent­wi­ckel­te sich der Verlauf fast line­ar nach oben, geriet dann aber ins Stocken, unge­fähr zu dem Zeitpunkt, als Adobe die Bildagentur Fotolia auf­kauf­te. Im Vergleich zum letz­ten Quartal gab es sogar einen Rückgang der Downloads um ca. 600.000, auch die Quartale davor war es eher ein Auf und Ab als ein ste­ti­ges Wachstum. Übrigens gab es auch beim Gesamtumsatz einen Rückgang im Vergleich zum vor­he­ri­gen Quartal.

Ähnlich sieht das beim Blick auf den Umsatz pro Download (RPD) aus, wel­cher anzeigt, für wie viel Geld Shutterstock im Schnitt ein Bild an den Kunden brin­gen konn­te:

Umsatzentwicklung pro Download und Quartal bei Shutterstock

Auch hier bis ca. zum ers­ten Quartal 2017 eine leich­te Steigerung, ab 2018 sta­gniert der RPD aber bei ca. 3,40 USD und schwankt nur um weni­ge Cent pro Quartal. Zu berück­sich­ti­gen ist auch, dass hier nicht zwi­schen Bildern und Videos unter­schie­den wird. Das bedeu­tet also, dass stei­gen­de Videoverkäufe für einen höhe­ren RPD sor­gen, der Fotografen ohne Videos im Portfolio gar nicht zugu­te kommt.

Ganz anders hin­ge­gen das Wachstum der Portfoliogröße:

Portfolio-​Wachstum bei Shutterstock

Vom 2. Quartal 2011 bis zum 1. Quartal 2016, also in fünf Jahren, wuchs das Portfolio von 15,3 Mio. Bilder auf 81 Mio. Bilder.

Am 2. Dezember 2015 gab Shutterstock bekannt, dass man statt 7 von 10 nur noch 1 Bild bei der Bewerbung akz­pe­tiert bekom­men musst, um Bilder zu Shutterstock hoch­la­den zu dür­fen. Außerdem liess die Agentur gefühlt „jeden Mist“ duch, was dazu führ­te, dass jetzt im zwei­ten Quartal 2019 schon 280 Millionen Bilder online sind. Das ist ein Wachstum in 3 Jahren um ca. 200 Millionen Bilder.

Die Anzahl der Videos ist immer­hin von ca. einer Million Anfang 2013 auf 15 Millionen im zwei­ten Quartal 2019 gestie­gen.

Bei sta­gnie­ren­dem Umsatz und gleich­blei­ben­dem Umsatz pro Verkauf bedeu­tet die­ses deut­lich stär­ker wach­sen­de Portfolio jedoch, dass der Umsatz pro Bild deut­lich sinkt:

Umsatz pro Bild und pro­zen­tua­ler Anteil am Portfolio

Während 2012 bis 2014 der Umsatz pro Bild (RPI) halb­wegs sta­bil bei 2 USD liegt, fängt er ent­ge­gen­ge­setzt zum rasan­ten Portfolio-​Wachstum um mehr als die Hälfte zu sin­ken und liegt aktu­ell nur noch 0,57 USD pro Quartal. Dieser Wert stimmt ziem­lich genau mit mei­nem Portfolio über­ein. Wer drei­tau­send Bilder im Portfolio hat, soll­te bei Shutterstock also ca. 570 USD Umsatz pro Monat erzie­len. Wer dar­un­ter liegt, hat unter­durch­schnitt­lich „gute“ Bilder, wer dar­über liegt, bes­se­re. Auch hier ver­zer­ren die ent­hal­te­nen Videos lei­der die Zahlen etwas.

Der Prozentsatz der lizen­zier­ten Bilder ist das Ergebnis der Downloads durch die Anzahl der Bilder. Dieser Wert gibt an, wie viel Prozent eines Fotografen-​Portfolios im Schnitt pro Quartal run­ter­ge­la­den wer­den.

Wenn jemand also 3000 Bilder im Portfolio hat, konn­te er vor acht Jahren im zwei­ten Quartal 2011 (94,1%) noch mit 2823 Downloads rech­nen, im zwei­ten Quartal 2019 (16,6%) aber nur noch mit 498 Downloads. Während mein RPI mit dem gesam­ten Shutterstock-​RPI gut über­ein­stimmt, geht das beim Prozentsatz stark aus­ein­an­der und ich habe deut­lich mehr Downloads.

Laut Jim Pickerell soll der durch­schnitt­li­che Fotografenanteil am Umsatz bei 27% lie­gen, das ist also die Kommission, die wir erhal­ten. Kombiniert mit den 3,44 USD pro Download wären das im Schnitt also ca. 93 US-​Cent pro Download für die Fotografen. Das stimmt ganz gut mit mei­nen Werten über­ein, ich lie­ge etwas dar­un­ter, weil ich kaum Videos anbie­te.

Die 27% sind 43,6 Mio. USD Umsatz, wel­che sich aktu­ell auf ca. 900.000 Anbieter ver­tei­len sol­len. Das wären pro Fotograf ca. 16 USD im Monat als Durchschnitt. Wenn wir jedoch die vie­len inak­ti­ven Fotografen mit nur einer Handvoll Bildern im Portfolio igno­rie­ren und als Maßstab die ca. 15% Fotografen (mehr als 100 Bilder im Portfolio) mei­ner Adobe Stock-​Analyse neh­men, wären das eher 323 USD pro Monat oder 3876 USD im Jahr. Das wäre geschätzt der Durchschnitt, wie viel ein akti­ver Fotograf bei Shutterstock ver­dient.

Insgesamt zei­gen die Zahlen eine Stagnation bei den Downloads und dem Erlös pro Downloads. Der Umsatz wächst zwar wei­ter­hin, aber längst nicht mehr so viel wie vor paar Jahren.

Was sagen euch die Zahlen?

Geld mit Fotos verdienen? Mehr Umsätze und Erfahrungen von Microstock-​Anfängern

Anfang letz­ten Jahres habe ich hier den Artikel „Geld ver­die­nen mit dem Verkauf von Fotos? Umsätze und Erfahrungen von Microstock-​Anfängern“ ver­öf­fent­licht.

Darin habe ich die Umsätze von eini­gen Fotografen vor­ge­stellt, wel­che die Stockfotografie erst seit kur­zem oder nur neben­bei betrei­ben.

In den letz­ten Monaten erreich­ten mich eini­ge Mails mit der Frage, ob ich nicht eine Fortsetzung schrei­ben kön­ne. Soweit es mir mög­lich war, habe ich dies­we­gen geschaut, wie 2016 für die Fotografen ver­lau­fen ist:

Florian Blümm

2016 war das drit­te Microstock-​Jahr von Florian, in dem er jedoch kei­ne neu­en Bilder hoch­ge­la­den hat. Für uns inso­fern inter­es­sant, um zu sehen, wie sich die Umsätze der vor­han­de­nen ca. 2100 Bilder ent­wi­ckelt haben.

Insgesamt erziel­te er 2016 einen Umsatz von 2.395 Euro, was im Schnitt knapp 200 Euro pro Monat sind. Die umsatz­stärks­ten Agenturen sind Shutterstock, iStock und Fotolia. Zusammen machen sie 63% vom Gesamtumsatz aus.

Marco Herrndorff

Marco ist Unternehmensfotograf und 2016 war sein zwei­tes Microstock-​Jahr. Hatte er im ers­ten Jahr 545 Fotos hoch­ge­la­den, waren es am Ende des zwei­ten Jahres dann ins­ge­samt 892 Fotos.

Damit hat er 2016 ins­ge­samt 3.254 Euro Umsatz erzielt, im Vergleich zu 1.901 Euro im Vorjahr, also eine Steigerung von ca. 140%. Der Umsatz im Monatsdurchschnitt lag also bei ca. 271 Euro.

Die drei bes­ten Agenturen in abstei­gen­der Umsatzfolge waren für ihn Fotolia, Shutterstock und iStock, alle Umsätze seht ihr in die­ser Tabelle:

Umsatzauswertung 2016 von Marco Herrndorff (Klicken für grö­ße­re Version)

Gabi Wolf
Eine mei­ner Leserinnen, wel­che nach die­ser Fortsetzung hier gefragt hat, hat sich bereit erklärt, auch ihre Zahlen zu nen­nen.

Gabi ist Illustratorin und hat sich 2012 bei Fotolia und Shutterstock ange­mel­det, aber die fol­gen­den drei Jahre nur spo­ra­disch eini­ge Natur- und Tierfotos bei Fotolia hoch­ge­la­den. Ende 2014 hat­te sie bei Fotolia ca. 250 Bilder online und ca, 4x im Jahr die Auszahlungsgrenze von 50 Euro erreicht.

Richtig los ging es bei ihr Anfang 2015 mit Illustrationen. Bis Ende 2015 waren bei Fotolia und Shutterstock ca. 400 Vektorgrafiken online. Im Laufe des Jahres kamen noch ande­re Agenturen hin­zu und Ende 2015 war sie bei 15 Agenturen aktiv und hat 1771 Euro Umsatz dort gemacht.

2016 sind noch 4 Agenturen dazu­ge­kom­men und Ende des Jahres waren 1193 Bilder (meist Grafiken, eini­ge Fotos) online. Der Umsatz lag bei 4103 Euro, das wären ca. 341 Euro pro Monat im Schnitt.

Bis 2016 hat Gabi noch Vollzeit gear­bei­tet, ist dann aber wegen der stei­gen­den Gewinne auf Teilzeit gegan­gen, um mehr Zeit für ihre Grafiken zu haben. Ihre drei bes­ten Agenturen sind Fotolia, Shutterstock und iStock.

Bernd Schmidt

Bernd ist jetzt schon seit ca. 9 Jahren dabei und hat­te Anfang des Jahres ca. 3200 Bilder online, eine Steigerung von ca. 500 Bildern im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt erziel­te er ca. 5000 Euro Umsatz letz­tes Jahr, was einem Monatsschnitt von ca. 416 Euro ent­spricht (im Vergleich zu 400 Euro im Vorjahr).
Die drei mit Abstand best­ver­kau­fends­ten Agenturen sind auch hier Fotolia, Shutterstock und iStock.

Glenn Nagel

Glenn ist fast so lan­ge dabei wie Bernd und hat im letz­ten Jahr ca. 600 Bilder hoch­ge­la­den, hat­te also Anfang die­sen Jahres ca. 5600 Bilder online.
Damit erziel­te er ca. 12.000 US-​Dollar, also ca. 1.000 USD pro Monat.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das etwas rück­läu­fig, trotz wach­sen­dem Portfolio und der Tatsache, dass er seit dem letz­ten Jahr auch zusätz­lich Fotolia belie­fert.
Seine drei umsatz­stärks­ten Agenturen waren 2016 Shutterstock, iStock und Dreamstime, wobei ich mir sicher bin, dass Dreamstime 2017 von Fotolia abge­löst wer­den wird, wenn wir uns sei­ne aktu­el­le Entwicklung (sie­he Link oben) anschau­en.

Steven Heap

Seit 7 Jahren ist Steven in der Stockfotografie aktiv.
Aktuell hat er bei Fotolia 5600 Bilder online, im Januar 2016 waren es noch 4300. Bei 123rf sind es aktu­ell über 7700 Bilder.
Auch bei ihm ist der Umsatz rück­läu­fig, seit 2014 sogar.
2016 erziel­te er ca. 25.600 US-​Dollar Umsatz bei den Bildagenturen, im Vorjahr waren es noch über 28.000 USD. Im Monatsdurchschnitt waren es 2016 dem­nach ca. 2133 US-​Dollar.
Wie bei den meis­ten ande­ren Fotografen sind auch hier die Haupt-​Umsatzbringer Shutterstock, iStock und Fotolia.

Die 29 belie­fer­ten Bildagenturen von Steven und deren Umsatz 2016 (Klicken zum Vergrößern)

Von den 8 Fotografen, die ich hier im letz­ten Jahr vor­ge­stellt hat­te, sind dies­mal 3 nicht mehr dabei, weil sie kei­ne aktu­el­len Zahlen ver­öf­fent­licht haben. Ihren öffent­lich ein­seh­ba­ren Portfolios bei den Bildagenturen zufol­ge schei­nen fast alle auch kei­ne (oder nur sehr weni­ge) neue Bilder hoch­ge­la­den zu haben.

Beste Bildagenturen? Konzentration und Marktbewegung

Wie auch im letz­ten Jahr sind es drei Agenturen, wel­che für die meis­ten Agenturen den mit Abstand größ­ten Umsatz erwirt­schaf­ten: Shutterstock, Fotolia/​Adobe Stock und iStock.

Einige Fotografen beob­ach­ten schwä­cheln­de Verkäufe bei Shutterstock und stei­gen­den Umsatz bei Fotolia, was wie­der mal zeigt, dass der Markt in Bewegung bleibt, sich grund­sätz­lich aber zum Vorteil der 3–4 gro­ßen Agenturen zu bewe­gen scheint.

Wie im letz­ten Jahr woll­te ich schau­en, wel­che Agenturen bei den teil­neh­men­den Fotografen gesamt am bes­ten abschnei­den. Dazu habe die jeweils fünf Bestseller-​Agenturen für 2016 der oben genann­ten Fotografen in eine Liste ein­ge­tra­gen und Punkte ver­ge­ben. Die Agentur mit dem meis­ten Umsatz bekam fünf Punkte, die mit dem zweit­meis­ten Umsatz vier Punkte und so wei­ter.

Das Ergebnis (Vorjahresplatz in Klammern):

  1. Shutterstock: 28 (1)
  2. Fotolia: 22 (2)
  3. iStock: 21 (3)
  4. 123rf: 6 (6)
  5. Dreamstime: 5 (4)
  6. Alamy: 3 (5)
  7. Canva: 2 (-)
  8. Bigstock: 1 (-)

Die Ergebnisse decken sich übri­gens ziem­lich gut mit mei­ner Umfrage zu den bes­ten Bildagenturen Anfang des Jahres.

Return per Image

Um zu erken­nen, wie vie­le Bilder man braucht, um ein bestimm­tes Einkommen zu erzie­len, ist der „Return per Image“ (RPI) hilf­reich. Er besagt, wie viel Umsatz man pro Bild gemacht hat.

Hier mal die Werte für die oben genann­ten Fotografen, auch wenn sie teil­wei­se nur annä­hernd sind, weil ich nicht immer über­prüft habe, bei wel­cher Agentur die meis­ten Bilder online sind (Vorjahreswert in Klammern).

Marco: 3,75 Euro (2,48 Euro)
Gabi: 3,44 Euro (-)
Florian: 1,14 Euro (1,35 USD)
Bernd: 1,56 Euro (1,77 Euro)
Glenn: 2,14 USD (3 USD)
Steven: 3,32 USD (4,41 USD)

Bis auf Marco muss­ten alle Fotografen einen Rückgang beim RPI ver­bu­chen, was bedeu­tet, dass sie ihr Portfolio stär­ker gewach­sen ist als ihr Umsatz.

Im Schnitt liegt der RPI bei knapp 2,50 Euro pro Bild und Jahr.

Wie haben sich eure Umsätze ent­wi­ckelt? Habt ihr ähn­li­che Eerfahrungen gemacht?

Das Microstock Geschäft: Wie viel lässt sich damit verdienen?

Kürzlich pos­te­te der Fotograf Luis Alvarez (und Stock Performer Gründer) eini­ge Rechenbeispiele auf sei­ner Facebook-​Seite, wo er vor­rech­ne­te, wie viel man mit Stockfotos ver­die­nen könn­te. Ich frag­te ihn, ob er das nicht aus­führ­li­cher als Gastbeitrag für die­sen Blog erklä­ren will. Zusammen mit sei­nem Kollegen Oliver Rivo hat er für euch die­sen Artikel geschrie­ben:

Vor kur­zem unter­hielt ich mich mit einem Freund, der in das Microstock Geschäft ein­stei­gen woll­te. “Hast du das wirk­lich vor?”, frag­te ich ihn. “Warum nicht?”, ant­wor­te­te er.

Seine Frage war durch­aus berech­tigt: Warum soll­te er nicht in die Microstock-​Welt ein­stei­gen? Viele von uns haben mit­er­lebt, wie es in die­ser Industrie enger und die Konkurrenz här­ter gewor­den ist. Aber bedeu­tet das gleich­zei­tig, dass Newcomer kei­ne Chance mehr haben?

Als wir uns mit die­ser Frage beschäf­tig­ten, ent­stand die Idee eines ein­fa­chen Business Plan Rechners, der uns hel­fen kann, unse­re Ziele zu defi­nie­ren sowie Strategien zu ent­wi­ckeln, sie zu errei­chen. Im Spiel mit dem Rechner wur­de uns bewusst, dass es tat­säch­lich mög­lich ist, als Neuling in das Microstock-​Business ein­zu­stei­gen. Und je nach Zielsetzung gibt es ver­schie­de­ne Wege, das zu tun.

stock-photography-business-plan-rechnerZur Verdeutlichung schau­en wir uns ein paar bei­spiel­haf­te Strategien an.

Dein Business-​Plan

Bevor du dich auf dein Microstock-​Abenteuer begibst, müs­sen vier wich­ti­ge Entscheidungen getrof­fen wer­den:

  • Wie vie­le Bilder kannst du monat­lich pro­du­zie­ren?
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
  • Wie vie­le Monate lang willst du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?

Die Antworten auf die­se Fragen defi­nie­ren dei­ne Strategie. Ob du mit einem Team zusam­men­ar­bei­test, ob du Menschen oder Stillleben foto­gra­fierst oder ob du ein Studio mie­test oder nicht – all die­se Fragen müs­sen beant­wor­tet wer­den.

Dein monat­li­cher Umsatz pro Bild (RPI/​m)

Der zweit­wich­tigs­te Einflussfaktor ist der zu erwar­ten­de durch­schnitt­li­che Monatsumsatz für jedes Bild, das du pro­du­zierst. Es mag zwar unmög­lich erschei­nen, die­sen Wert zu bestim­men, aber ob du’s glaubst oder nicht, man hat einen Einfluss auf den monat­li­chen Umsatz pro Bild, auch RPI/​m (eng­lisch für “Revenue per Image per Month”) genannt.

Der RPI/​m defi­niert den Betrag, den du im Durchschnitt monat­lich mit all dei­nen Bildern ver­dienst. Wenn zum Beispiel 500 dei­ner Bilder online sind und sie monat­lich EUR 1.000 ein­brin­gen, dann liegt dein RPI/​m bei EUR 2. Es geht immer um einen durch­schnitt­li­chen Wert, das heißt dass wenn du in einem Monat EUR 1.200 ein­nimmst und im nächs­ten Monat EUR 800, bleibt der RPI/​m immer noch bei EUR 2.

Wenn du in gro­ßen Mengen Bilder min­der­wer­ti­ger Qualität pro­du­zierst, von denen sich vie­le ähneln, wirst du mit Sicherheit einen nied­ri­gen RPI/​m haben. Eine Ausrichtung auf Nischenthemen mit hoher Nachfrage und einer hohen Qualität dage­gen wird zu hohen Umsätzen pro Bild füh­ren.

Und natür­lich gibt es jede Menge Varianten zwi­schen die­sen zwei Extremen.

Der Business Plan Rechner

Um an die­sen Geschäftsmodellen zu arbei­ten, haben wir einen Business Plan Rechner ent­wi­ckelt, der uns auf einen Blick zeigt, wie sich ver­schie­de­ne Strategien ent­wi­ckeln. Öffne ihn in dei­nem Browser und fin­de her­aus, wie gut dein Business für dich funk­tio­niert: https://www.stockperformer.com/calculator

Drei Beispielstrategien für den Einstieg in die Microstock-​Welt

Der Business Plan Rechner hilft uns dabei, Strategien zum Einstieg in das Geschäft  mit Microstock zu unter­su­chen. Wir haben drei unter­schied­li­che Beispiele gewählt, alle bezo­gen auf die Produktion von Lifestyle Fotografie:

  • Die Microstock-​Produktionsfirma
  • Der Vollzeit Solo-​Fotograf
  • Der Freizeit Amateur-​Fotograf

Strategie 1: Die Microstock-​Produktionsfirma

Der Aufbau einer Microstock Produktionsfirma ist zeit­in­ten­siv und teu­er, aber er erlaubt die Produktion einer gro­ßen Menge an Bildern. Wie wür­de so etwas aus­se­hen?

F66A9610_klein
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kannst du monat­lich pro­du­zie­ren?
    800 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings kön­nen teu­er sein. Geliehenes Equipment, Kleidung und Requisiten, Location-​Miete, gute Models, all das kos­tet Geld. Dank eines gro­ßen Teams und guter Vorbereitung soll­te es jedoch mög­lich sein, pro Shooting vie­le Bilder zu pro­du­zie­ren. Wir set­zen die Kosten pro Bild bei EUR 25 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Eine Microstock-​Produktionsfirma hat Angestellte, z.B. einen Produktionsleiter, der alles orga­ni­siert, einen Produktionsassistenten und eine Vollzeitkraft für die Retusche. Wir mie­ten außer­dem ein Studio. Das kann EUR 6.000 kos­ten.
  • Wie vie­le Monate lang willst du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Da die Startkosten sehr hoch sind, wol­len wir min­des­tens 5 Jahre dabei blei­ben. Wir set­zen die Länge des Business Plans auf 60 Monate.

Welchen monat­li­chen Umsatz pro Bild kön­nen wir erwar­ten? Unser Produktionsbüro inves­tiert hohe Summen in die Shootings, um die best­mög­li­che Qualität zu erzie­len. Gute Vorbereitung erlaubt uns die Auswahl gefrag­ter Themen. Für die­se Strategie set­zen wir als Beispiel einen RPI/​m von EUR 1,50 an. Der Business Plan Rechner lie­fert fol­gen­de Ergebnisse:

  • Wir müs­sen EUR 268.800 inves­tie­ren, bevor wir zum ers­ten Mal Geld ver­die­nen!
  • Erst im vier­ten Jahr bekom­men wir unse­re Investition wie­der her­ein und sind unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach fünf Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 636.000. Das ist ein Return on Investment von 237%.

Der Aufbau einer Microstock-​Produktionsfirma ist teu­er und bedeu­tet har­te Arbeit. Aber wenn man es rich­tig macht, kann man doch immer noch gutes Geld ver­die­nen.

Strategie 2: Der Vollzeit Solo-​Fotograf

Für unser zwei­tes Strategie-​Beispiel stel­len wir uns vor, du bist ein ein­zel­ner Fotograf, der alles selbst orga­ni­siert und Vollzeit arbei­tet. Hin und wie­der gibst du Verschlagwortung und Photoshop-​Arbeit an ande­re wei­ter.

© Foto: Luis Alvarez
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kannst du monat­lich pro­du­zie­ren?
    200 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings wer­den zwar so güns­tig wie mög­lich pro­du­ziert, aber den­noch mit einem Fokus auf Qualität. Für eini­ge dei­ner Bilder bezahlst du exter­ne Dienstleister für die Verschlagwortung und Retusche. Wir set­zen die Kosten bei EUR 10 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Wir gehen davon aus, dass du wei­test­ge­hend allei­ne arbei­test und kein Studio mie­test. Da du Vollzeit arbei­test, musst du von Microstock leben. Gehen wir davon aus, dass du mit einem ein­fa­chen Leben zufrie­den bist und EUR 1.800 brauchst, um all dei­ne Rechnungen zu bezah­len.
  • Wie vie­le Monate lang willst du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Als ein Solo-​Fotograf kannst du nur 3 Jahre für die­ses Business ris­kie­ren.

Angenommen du bist talen­tiert und kannst mit dei­nen begrenz­ten Möglichkeiten einen RPI/​m von EUR 1,20 erzie­len. Unser Business Plan Rechner kommt dann zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Du musst EUR 28.200 inves­tie­ren, bevor du zum ers­ten Mal Geld ver­dienst!
  • Erst in der Mitte des drit­ten Jahres bekommst du dei­ne Investition wie­der her­ein und bist unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach drei Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 23.040 und beziehst ein monat­li­ches Gehalt von EUR 4.840.

Mit die­ser Strategie wirst du ein paar Jahre lang kämp­fen müs­sen, aber wenn du durch­hältst, kannst du dich auf ein Monatsgehalt von knapp EUR 5.000 ein­stel­len!

Strategie 3: Der Freizeit Amateur-​Fotograf

Jeder von uns kennt einen Fotografen, der sei­ne Urlaubs- und Hochzeitsbilder bei ein paar Agenturen hoch­lädt. Ist das eine sinn­vol­le Strategie oder nur Zeitverschwendung? Das kön­nen wir mit dem Rechner leicht über­prü­fen:

F66A0278-Edit_klein
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kannst du monat­lich pro­du­zie­ren?
    100 pro Monat. Einfach die gesam­te Karte hoch­la­den.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Unser Amateur-​Fotograf macht nur Urlaubs‑, Familien- und Haustierbilder, so dass die Kosten pro Bild sehr nied­rig sind. Wir wäh­len EUR 0.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Unser Amateur-​Fotograf lebt haupt­be­ruf­lich von etwas ande­rem, so dass von Microstock kei­ne regel­mä­ßi­gen Rechnungen bezahlt wer­den müs­sen. Fixkosten EUR 0.
  • Wie vie­le Monate lang willst du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Um die­se Strategie mit dem zwei­ten Szenario ver­glei­chen zu kön­nen, wäh­len wir auch hier 36 Monate.

Bilder von Amateuren ver­kau­fen sich auf dem heu­ti­gen Microstock-​Markt nur schlecht. Mit Glück kann man einen RPI/​m von 15 Euro-​Cent erzie­len.

Mit die­ser Strategie kommt unser Business Plan Rechner zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Unser Amateur-​Fotograf muss kein Geld inves­tie­ren und macht von Beginn an Gewinn.
  • Nach drei Jahren kon­stan­ter Produktion hat unser Amateur-​Fotograf ins­ge­samt knapp EUR 10.000 ein­ge­nom­men und ver­dient monat­lich EUR 540.

Wenn dei­ne Erwartungen nicht zu hoch gesteckt sind und du etwas Zeit hast und extra Taschengeld ver­die­nen möch­test, kann die Arbeit als Amateur Microstocker durch­aus ein net­tes Nebeneinkommen bie­ten.

Unsere Tipps für dei­nen Erfolg

Alle drei Strategien zei­gen, dass man mit Geduld und har­ter Arbeit im Microstock-​Business auch heu­te noch ein gutes monat­li­ches Einkommen erzie­len kann. Der Business Plan Rechner ver­deut­licht die ver­schie­de­nen Variablen, die dei­nen Erfolg beein­flus­sen.

Vor allem aber zeigt er, dass eine Variable den höchs­ten Einfluss auf dei­nen Gewinn hat: der monat­li­che Umsatz pro Bild (RPI/​m). Du kannst noch so vie­le Bilder mehr pro­du­zie­ren oder dei­ne Kosten pro Bild noch so sen­ken: Ein schlech­ter RPI/​m wird die­se Anstrengungen immer zunich­te machen. Andererseits, wenn du dich dar­auf kon­zen­trierst, dei­nen RPI/​m zu erhö­hen, kann dei­ne Microstock-​Karriere sehr lukra­tiv sein. Finde es her­aus! Spiele mit dem Business Plan Rechner selbst her­um!

Wir bei Stock Performer haben es uns zum Ziel gesetzt, unse­ren Kunden zu hel­fen ihre Umsätze pro Bild zu erhö­hen und damit ihren Gewinn zu maxi­mie­ren. Ein paar wich­ti­ge Tipps, die wir unse­ren Kunden geben:

  • Konzentriere dich auf Agenturen, die gut dar­in sind, den Content zu ver­kau­fen, den du pro­du­zierst.
  • Nutze Analytics Tools wie Stock Performer, um den Erfolg dei­ner Bilder zu mes­sen und mehr von den Gewinnbringern zu pro­du­zie­ren. Verschwende kei­ne Zeit an Bildern, die sich nicht ver­kau­fen.
  • Nutze sol­che Analytics Tools, um her­aus­zu­fin­den, wel­cher Content auf wel­chen Agenturen gut läuft. Biete Bilder an der rich­ti­gen Stelle exklu­siv an, um dei­nen Umsatz zu erhö­hen.
  • Identifiziere Nischen, auf die du Zugriff hast.
  • Verfolge den Markt und wel­che Themen und Stile gefragt sind. Stock Performer hilft dir dabei, die kom­men­den und gehen­den Trends zu erken­nen, bevor die ande­ren Fotografen sie ent­de­cken.

Wenn du mehr dar­über ler­nen willst, wie Stock Performer dir hel­fen kann, dei­ne Einnahmen zu maxi­mie­ren, mel­de dich zu unse­rem Free Trial an oder schi­cke uns ein­fach eine Email: info@stockperformer.com.

Die Tücken der Statistik

Im Februar hat­te ich hier im Blog eine kur­ze Statistik über mei­ne durch­schnitt­li­chen Erlöse pro Fotoverkauf und Bildagentur im letz­ten Jahr ver­öf­fent­licht.

Ausdrücklich schrieb ich dazu, dass die­ser Wert, der soge­nann­te „Revenue per Download“-Wert (kurz RPD) nichts dar­über aus­sagt, wie erfolg­reich eine Agentur ist.

Nichtsdestotrotz wir­ken die ers­ten Plätze in einer Rangliste immer sehr befrie­di­gend, sodaß die bei­den Spitzenreiter Coverpicture und Zoonar in ihren Blogs stolz auf mei­nen Beitrag ver­wie­sen.

Coverpicture schrieb sogar:

Der Verkauf eines ein­zel­nen Bildes bei Coverpicture ist damit im Vergleich genau­so viel Wert wie 80 Verkäufe in einer der letzt-​platzierten Microstock-​Agenturen!“

Genau da kom­men wir auch zu den Tücken der Statistik. So eine Aussage beein­druckt bran­chen­frem­de Leser viel­leicht, weil sie zum Beispiel nicht wis­sen, dass mei­ne „letz­plat­zier­te“ Microstock-​Agentur 123rf 2012 aber 312 mal soviel abso­lu­te Verkäufe erzielt hat­te. Oder anders for­mu­liert: Mit 123rf hat­te ich letz­tes Jahr ca. vier mal so viel Geld ver­dient wie mit Coverpicture.

Den Fehler hat­te neu­lich auch die DPA gemacht, wel­che in einem Artikel über das „Hobby Stockfotografie“ im letz­ten Absatz die RPD-​Zahlen nann­te, aber die­se als „Einnahmen pro Bild“ aus­gab:

Im Fachslang heißt das: Die Presseagentur hat den RPD mit dem RPI ver­wech­selt. Dabei hät­te eine ein­fa­che Kopfrechnung stut­zig machen kön­nen: Bei Coverpicture habe ich über 13.000 Bilder online. Das wür­de bedeu­ten, dass ich 2012 über eine hal­be Million Euro allein mit der einen Agentur ver­dient hät­te und im Monat immer­hin noch über 45.000 Euro. Schön wäre es, stimmt aber lei­der nicht.

Ein Anruf beim Chef vom Dienst bei der DPA half aber, die­sen Irrtum schnell zu berich­ti­gen und die meis­ten Webseiten haben den Fehler im Artikel dann auch kor­ri­giert.

Wer übri­gens auf den Geschmack gekom­men ist, Zahlen zu sei­nem Vorteil zu dre­hen oder im Gegenteil ler­nen möch­te, sol­che Versuche bes­ser zu erken­nen, dem emp­feh­le ich das unter­halt­sa­me Buch „So lügt man mit Statistik“ von Walter Krämer.

* Affiliate

Der typische Umsatz-​Zyklus eines Microstock-​Bildes

Zahlen sind eine wich­ti­ge Sache. Die meis­ten Stockfotografen, die ich ken­ne, foto­gra­fie­ren nicht für Bildagenturen, weil sie sich da künst­le­risch beson­ders gut aus­drü­cken kön­nen, son­dern weil sie mit ihren Fotos Geld ver­die­nen wol­len. Umso wich­ti­ger ist es, eini­ge Kennzahlen zu ken­nen, mit denen der eige­ne Umsatz bes­ser ana­ly­siert und damit auch pro­gnos­ti­ziert wer­den kann.

Ein sehr hilf­rei­ches Tool in die­ser Hinsicht ist Stock Performer, ein Analysedienst, der mitt­ler­wei­le die Verkäufe, Umsätze und ande­re wich­ti­ge Kennzahlen eines Fotografen für fünf Microstock-​Agenturen (Shutterstock, Fotolia, iStockphoto, Dreamstime und 123rf) aus­wer­tet und den ich hier aus­führ­lich getes­tet habe.

Luis Alvarez, einer der bei­den Köpfe hin­ter Stock Performer, hat vor weni­gen Wochen anhand sei­nes eige­nen Portfolios den typi­schen Lebenszyklus eines Microstock-​Bildes vor­ge­stellt. Jedes Portfolio ist aber anders und da Luis zum Beispiel exklu­siv bei iStockphoto ist, wäh­rend ich die­se Agentur nicht mehr belie­fe­re, sehen mei­ne Zahlen viel­leicht ganz anders aus. Luis war so freund­lich, basie­rend auf den rea­len Verkäufen und mei­nen bis­he­ri­gen Umsätzen den typi­schen Umsatzzyklus mei­ner Microstock-​Bilder zu berech­nen. Das Ergebnis sieht gra­fisch so aus:

In der Grafik sehr ihr, wie viel ich im Durchschnitt mit einem Microstock-​Bild bei den vier Agenturen pro Monat ver­die­ne, gerech­net vom Zeitpunkt des Hochladens. Nach einem star­ken Einstieg im zwei­ten Monat errei­chen mei­ne Bilder ihre finan­zi­el­le Hochzeit vom 9. bis zum 16. Monat. Danach geht es kon­ti­nu­ier­lich berg­ab und das Bild pen­delt sich bei ca. einem hal­ben Euro pro Monat ein. Grundsätzlich ist die Kurve ver­gleich­bar mit der von Luis, auch wenn sei­ne höher ansteigt, aber auch schnel­ler abfällt. Im Grunde wer­den aber die meis­ten Microstock-​Fotografen eine ähn­li­che Kurve bei ihren Bildern vor­fin­den, je nach Motiv höchs­tens unter­schied­lich hoch.

Der Lebenszyklus in Zahlen

Wer die Werte oben zusam­men­zählt, soll­te auf ins­ge­samt 61 US-​Dollar kom­men, die ein Bild pro Jahr bei den vier genann­ten Agenturen zusam­men bringt. Im Schnitt macht das pro Bild und Monat 1,65 US-​Dollar. Interessant ist auch das Absacken im drit­ten Jahr. Während der RPI (Revenue per Image/​Umsatz pro Bild) pro Monat für die vier Agenturen bei ca. 2 US-​Dollar liegt, hal­biert er sich im drit­ten Jahr auf einen US-​Dollar. Die bran­chen­üb­lich ange­nom­me­ne Halbwertszeit von zwei Jahren für ein Microstock-​Bild bestä­tigt sich hier.

Der durch­schnitt­li­che RPI von 1,65 USD ist bei mir jedoch sehr ungleich ver­teilt. Fast ein Dollar ent­fällt auf Fotolia, gefolgt von einem hal­ben Dollar von Shutterstock, elf US-​Cent von Dreamstime und sechs Cent von 123rf. Ich habe iStockphoto nicht in mei­ne Analyse auf­ge­nom­men, weil ich dort ers­tens nur höchs­tens ein Fünftel mei­nes gesam­ten Portfolios habe und zwei­tens nichts mehr dort hoch­la­de. Hätte ich iStockphoto mit in den Grafiken drin gehabt, wäre der Gesamt-​RPI um 10 Dollar höher und der Durchschnitt-​RPI um 0,28 USD.

Warum haben Bilder einen Zyklus?

Aufstieg, Höhepunkt und Verfall: Warum durch­le­ben alle Stockfotos eine sol­che Kurve? Einerseits liegt es an den Motiven selbst. Die gezeig­te Technik wie Fernseher, Telefone oder Computer ver­än­dern sich, wer­den klei­ner, dün­ner, run­der, schi­cker oder glän­zen­der. Bei Fotos von Menschen ändern sich die Vorlieben beim Schnitt der Kleidung, den Farben und den Frisuren. Bei Reise- und Architekturfotos ändern sich die Gebäude, die Skyline, das Design der Autos und so wei­ter. Andererseits tra­gen auch die Algorithmen der Bildagenturen eben­so zum Abstieg der Fotokarriere bei. Neue Bilder wer­den in den Suchergebnissen bevor­zugt, weil sie die oben genann­ten aktu­el­len Trends inne­ha­ben, aber auch die Bestandskunden (vor allem im Abo-​Bereich) immer fri­sches Material sehen wol­len. Als drit­ter Punkt kom­men die kon­kur­rie­ren­den Fotografen hin­zu, die eben­falls nicht ruhen und bestän­dig neue Bilder pro­du­zie­ren, die mit den eige­nen alten Fotos um Käufer kon­kur­rie­ren.

Was nützen mir diese Zahlen?

Es gibt meh­re­re Möglichkeiten, die genann­ten Zahlen für sich nutz­bar zu machen. Eine Möglichkeit ist, sie als Vergleichsbasis zu neh­men, um ande­re Portfolios zu bewer­ten. Die zwei­te Möglichkeit ist, Umsatzprognosen zu erstel­len. Wie viel wür­de ich ver­die­nen, wenn ich jeden Monat 10, 100 oder 500 Bilder hoch­la­de? Bei 100 Bildern wür­de mei­ne Kurve so aus­se­hen:

Zwei Jahre lang wür­den die Umsatz rela­tiv sta­bil anstei­gen, dann wür­de die Kurve aber fla­cher wer­den und ein Umsatzzuwachs lässt sich nur noch schwer erzie­len. Oder was wür­de pas­sie­ren, wenn ich nur ein Jahr lang jeden Monat 300 Bilder hoch­la­de und danach kei­ne neu­en Bilder mehr lie­fe­re?

Im ers­ten Jahr wür­de die Kurve logi­scher­wei­se gleich­mä­ßig und stark anstei­gen, dann aber ca. ein Jahr lang sta­gnie­ren, ein Jahr lang flach abfal­len und sich dann lang­sam auf dem Niveau das zwei­ten Monats ein­pen­deln.

Am liebs­ten nut­ze ich die Zahlen aber, um Entscheidungen für neue Shootings zu tref­fen. Mit Stock Performer kann ich mit sowohl den monat­li­chen als auch den Gesamt-​RPI für jedes mei­ner Shootings ein­zeln anzei­gen und sor­tie­ren las­sen. So habe ich bei­spiels­wei­se 90 Shootings bei Shutterstock in der Liste, davon lie­gen „nur“ 36 Fotosessions über dem durch­schnitt­li­chen monat­li­chen RPI von 52 Cent, das bes­te Shooting liegt mehr als fünf Mal dar­über. Nun kann ich schau­en, ob die­se über­durch­schnitt­lich abschnei­den­den Shootings etwas gemein­sam haben und wei­te­re Shootings in die­ser Richtung pla­nen. Oder wenn mich ein Model fragt, ob ich noch mal mit ihr shoo­ten möch­te, schaue ich mir an, wie das letz­te Shooting im Vergleich zum Durchschnitt liegt und kann so basie­rend auf Fakten eine Zusage oder Absage machen.

Der Vergleich mit Macrostock-​Zahlen

Nachdem Luis sei­nen Artikel im Blog der Microstockgroup ver­öf­fent­licht hat­te, ver­öf­fent­lich­te Gerald Staufer, Chef der Macrostock-​Agentur Westend61, im Macrostock-​Blog einen Artikel über den Lebenszyklus von Macrostock-​Bildern. Den emp­feh­le ich sehr als Ergänzung zu Luis‘ und mei­nem Artikel und auch die Kommentare zu den Artikeln lie­fern noch vie­le span­nen­de Informationen. Aber mal grob gerech­net. Gerald zeigt die Umsätze von fünf guten People-​Fotografen und Fotografen mit ande­ren Themenschwerpunkten.

Ich kon­zen­trie­re mich jetzt auf die People-​Zahlen, weil sich die­se eher mit mei­nem People-​Portfolio ver­glei­chen las­sen. Diese fünf Fotografen haben der Agentur in vier Jahren ca. einen Umsatz von ca. 138.000 Euro. Bei einem Fotografenanteil von 50% wären das ca. 69.000 Euro. Die fünf Fotografen haben zusam­men 1011 Bilder im Portfolio. Das macht einen Gesamt-​RPI von 68 Euro. Verglichen mit mei­nem Gesamt-​RPI von 45 Euro (bzw. 52 Euro inklu­si­ve iStock) lie­ge ich ziem­lich genau 50% drun­ter.

Zwei wich­ti­ge Faktoren müs­sen jedoch eben­falls berück­sich­tigt wer­den. Die Annahmekriterien sind bei Macrostockagenturen meist stren­ger, sodass man in der Regel von ver­gleich­ba­ren Shootings weni­ger Bilder in die Agentur bekommt. Das zei­gen auch die rela­tiv nied­ri­gen Portfolio-​Größen der aus­ge­wähl­ten Fotografen, die im Durchschnitt nur 202 Bilder bei der Agentur online haben. Wenn ich dort 50% weni­ger Bilder eines Shootings frei­ge­schal­tet bekom­me als bei den Microstock-​Agenturen, wür­de das den RPI auf den glei­chen Wert heben. Auf der ande­ren Seite der Waage ist die Lebenszeit bei den Macrostock-​Bildern län­ger, sodass sich nach den vier Jahren bestimmt noch eini­ge Umsätze ein­stel­len wer­den.

Welche Kennzahlen für euer Portfolio wer­tet ihr aus? Wie macht ihr das und was habt ihr davon?