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Smartphone-Apps für den Verkauf von Fotos

Okay, bald ist wirk­li­ch Schluss. Das hier ist jetzt schon der vier­te Teil mei­ner Serie über Smartphone-Fotografie und wie man damit Geld ver­die­nen kann. Auslöser für Teil eins war die Entscheidung von Yuri Arcurs, sei­ne Bilder exklu­siv bei Getty Images anzu­bie­ten. Außerdem inves­tier­te er über eine Million US-Dollar in die Startup-Firma Scoopshot, wor­über ich im zwei­ten Teil berich­te­te. Im drit­ten Teil habe ich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Smartphone-Apps zum Fotoverkauf ana­ly­siert.

Heute will ich im vier­ten Teil die mir bekann­ten Smartphone-Apps vor­stel­len und was sie aus­macht:

Foap

Screenshot der foap-App

Mit am längs­ten dabei ist die schwe­di­sche Firma Foap, die seit über einem Jahr Bilder per App ver­kauft. Zur Zeit ist sie nur für iOS ver­füg­bar, aber ab September ist auch eine Android-Version geplant. Üblicher Verkaufspreis ist 10 USD, wobei der Fotograf die Hälfte davon erhält. Wer Bilder mit „Credits“ kauft, zahlt je nach gekauf­ter Creditmenge nur 7–9 USD. Es wer­den auch „nor­ma­le“ Fotos von DSLR-Kameras und so wei­ter akzep­tiert, wenn die­se über die App hoch­ge­la­den wer­den. Foap erzielt regel­mä­ßi­ge Verkäufe. Die letz­ten 20 Verkäufe wer­den über die App ange­zeigt.

Neben den regu­lä­ren Fotoverkäufen star­tet Foap soge­nann­te „Missionen“, bei denen Firmen ihre Fotowünsche an die Fotografen her­an­tra­gen und sagen, wie viel sie bereit wären, dafür zu zah­len. Auch das ist das im drit­ten Teil schon erwähn­te „Work for Spec“, also Auftragsarbeiten, die even­tu­ell nicht bezahlt wer­den. Erst vor paar Wochen hat Foap genauso wie Scoopshot eine Millionen-Investition erhal­ten.

Scoopshot

Screenshot der Scoopshot-App

Aus dem Nachbarland Finnland kommt die Konkurrenz-App Scoopshot, über die ich im zwei­ten Teil aus­führ­li­ch berich­tet habe. Hier liegt der Fokus stär­ker auf den „Missionen“, für die der Fotograf jedoch nur 2,50 USD erhält, soll­te er ein Foto ver­kau­fen. Die ver­kauf­ten Fotos wer­den in der App und auf der Webseite ange­zeigt, eine Verkaufswahrscheinlichkeit von unter 1% scheint nor­mal zu sein. Die App gibt es für das iPho­ne und für Android. Im Gegensatz zu vie­len der ande­ren Apps müs­sen die Bilder hier nicht ver­schlag­wor­tet wer­den.

123rf On-The-Go

Screenshot der 123rf-App

Einen klas­si­sche­ren Ansatz ver­folgt die Bildagentur 123rf, wel­che mit „On-The-Go“ den Upload direkt über die App zur Agentur erlaubt. Im Grunde ist die App aber „nur“ eine Erweiterung des nor­ma­len Agenturverkaufs. Hilfreich ist zumin­dest, dass man mit der App sei­ne letz­ten Verkäufe anse­hen kann, auch jene, wel­che über die Webseite getä­tigt wur­den. Nichtsdestotrotz hat auch 123rf das Konzept der Missionen auf­ge­grif­fen und nennt sie „Contests“. Diese wer­den jedoch von der Agentur selbst aus­ge­schrie­ben und ein Gewinnerfoto erhält dann 300 USD.

TWOP

Screenshot der TWOP-App

Die Münchener Firma „The World Of Pictures“, kurz TWOP, ver­sucht sich an einer Mischung aus FOAP und Scoopshot. Die App gibt es aktu­ell nur für iOS. Die Nutzer kön­nen Bilder in den Marktplatz hoch­la­den, wo die­se dann je nach Bildgröße für 5 oder 10 Euro net­to gekauft wer­den kön­nen. Bei TWOP kann zwi­schen einer kom­mer­zi­el­len und einer redak­tio­nel­len Lizenz gewählt wer­den. Außerdem haben Bildkäufer eben­falls die Möglichkeit, Bildanfragen zu stel­len, für die sie je nach gewünsch­ter Bildgröße auch nur 5 (Web) oder 10 Euro (Print) zah­len müs­sen. Die Fotografen erhal­ten davon die Hälfte. Die meis­ten Bildanfragen kom­men aktu­ell von TWOP selbst, ver­mut­li­ch, damit der Bereich nicht zu leer aus­sieht. Die letz­ten Bildverkäufe kön­nen über die App ange­se­hen wer­den.

Clashot

Screenshot der Clashot-App

Die Bildagentur Depositphotos star­te­te die App Clashot, mit der sie die „mobi­le foto­jour­na­lis­ti­sche Arbeiten“ anbie­ten will. Bisher ist sie nur für iOS erhält­li­ch. Alle Bilder wer­den nur für die redak­tio­nel­le Nutzung ver­kauft, des­we­gen muss der Fotograf die Bilder beim Hochladen auch mit Datum, Titel, Kategorie und Suchbegriffen ver­se­hen. Wie schon im nor­ma­len Agenturgeschäft legt Depositphotos auch hier die Preislatte wie­der sehr nied­rig. Die Bilder wer­den je nach Größe für 0,80 bis ca. 4 USD ver­kauft, wovon der Fotograf 44% erhält, im nied­rigs­ten Fall also 0,35 Cent. Eine erwei­ter­te Lizenz kos­tet 80 USD.

Streetspotr

Screenshot der Streetspotr-App

Bei der App Streetspotr geht es zwar auch um Fotos, aber oft aus ande­ren Gründen. Die Firma bewirbt die Nutzer als „mobi­le Arbeitskräfte“, die unter­wegs klei­ne Aufgaben erle­di­gen sol­len. Dzu zählt zum Beispiel das Überprüfen von WLAN-Hotspots, Taxiständen, aber auch das Fotografieren von aktu­el­len Prospekten, Speisekarten oder Baustellenschildern. Andere Aufträge sind: Überprüfen, ob ein Promotion-Team an der rich­ti­gen Stelle steht, sau­ber ange­zo­gen und moti­viert ist, mit Barkeepern Video-Interviews über bestimm­te Wodka-Marken füh­ren und so wei­ter. Für mich füh­len sich vie­le der Aufträge wie Industriespionage an, wes­halb ich sie schnell wie­der deinstal­liert habe.

Außerdem wer­den für die ca. 0,50 bis 10 Euro Honorar vie­le ver­schie­de­ne Details zusätz­li­ch zu eini­gen Fotos abge­fragt. Fehlt etwas oder ist der Auftraggeber mit den gelie­fer­ten Infos nicht zufrie­den, wird die Bezahlung – den Kommentaren im Appstore nach – ger­ne ver­wei­gert. Die App gibt es für iOS und für Android.

Der Vollständigkeit hal­ber: Streetspotr scheint eine Kopie der 2010 gestar­te­ten App Gigwalk zu sein.

CNN

Screenshot der CNN-App

Ähnlich wie Clashot erlaubt auch die APP des Nachrichtensenders CNN, Fotos und Videos von nach­rich­ten­re­le­van­ten Ereignissen direkt hoch­zu­la­den. Der Bereich dafür ist „iRe­port“, ansons­ten fun­giert die App als – schlecht lay­ou­te­tes – Nachrichtenportal des Senders. Positiv anzu­mer­ken ist, dass Medien auch als „Gast“ hoch­ge­la­den wer­den kön­nen, ohne einen Benutzeraccount anle­gen zu müs­sen. Außerdem hat CNN eben­falls „iAs­si­gn­ments“, also Fotoaufträge, die jedoch schon mehr in Richtung „Dokumentiere die aktu­el­len Proteste in Brasilien/Türkei/Ägypten“ etc. gehen.

PicsaStock

Erst vor paar Tagen kün­dig­te der Chef der yourpainting.de, Andre Lutter, die Gründung der Bildagentur PicsaStock an, wel­che nur Smartphone-Fotos ver­kau­fen will. Eine App gibt es aber noch nicht. Die Fotografen sol­len 50% der erziel­ten Einnahmen erhal­ten. Wie sich der Dienst gegen­über den ande­ren eta­blier­te­ren Firmen abhe­ben soll, ist mir noch unklar.

EyeEm

Die deut­sche Firma EyeEm ist ein Instagramm-Klon und ver­kauft aktu­ell noch kei­ne Bilder. Laut die­sen News sam­mel­te die Firma jedoch erst kürz­li­ch 6 Million USD Risikokapital ein und will bald in den Bildermarkt ein­stei­gen.

Fizwoz und Pictorama

Diese Firma Fizwoz hat sich zum Ziel gesetzt, die News-Handyfotos meist­bie­tend an Nachrichtensender oder ande­re Medien ver­stei­gern zu kön­nen. Da ich die App für das iPho­ne jedoch nicht fin­de und auch die letz­ten News auf der Webseite von 2011 sind, den­ke ich, das Projekt hat sich genauso erle­digt wie Pictorama, die deut­sche Firma, die Smartphone-Fotos ver­kau­fen woll­te und im Februar den Dienst quit­tiert hat.

Was noch?

Die Bildagentur iStock­pho­to akzep­tiert seit über einem Jahr auch Handyfotos. Dafür gibt es aber kei­ne App, die Fotos müs­sen direkt über die Agentur-Webseite hoch­ge­la­den wer­den. Hier gibt die Agentur Tipps für die Mobilfotografie. Die Tipps gel­ten übri­gens auch für alle, die gute Fotos mit dem Smartphone machen wol­len, ohne die­se gleich zu ver­kau­fen.

Auf ähn­li­chen Umwegen könn­ten es Handyfotos sogar zum Branchenführer Getty Images schaf­fen. Wer sei­ne Fotos zu Flickr hoch­ädt, egal ob über deren App für iOS oder Android, kann eine Einladung zur Flickr Kollektion erhal­ten oder sich mit sei­nen Fotos dort direkt bewer­ben. Wie gen­au das geht, steht alles hier. Dann wer­den die Fotos sowohl über iStock­pho­to als auch Getty Images und deren Partneragenturen ver­kauft.

Nutzt ihr schon Smartphone-Apps zum Bilderverkauf? Und wie sind eure Erfahrungen damit?

Studie: Social Media Webseiten entfernen Copyright-Informationen

Viele Social Media-Webseiten, wel­che das Hochladen von Bildern anbie­ten, ent­fer­nen dabei Copyright-Informationen und ande­re Metadaten. Zu die­sem Schluss kommt eine Praxis-Studie des IPTC-Councils, wel­ches für die Einhaltung des IPTC-Metadaten-Standards ver­ant­wort­li­ch ist.

Für Fotografen ist die Erkenntnis nicht mehr über­ra­schend, aber die­se geball­ten Dreistigkeiten als Übersicht prä­sen­tiert zu bekom­men, zeigt gut, wie igno­rant vie­le deser Seiten mit Urhebern umge­hen.

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Im Zeitraum vom Oktober 2012 bis März 2013 hat eine Arbeitsgruppe des IPTC-Councils fünf­zehn Webseiten getes­tet, indem dort mit Metadaten (EXIF/IPTC) ver­se­he­ne Bilder hoch- und run­ter­ge­la­den wur­den. Danach wur­de geschaut, wel­che Metadaten auf der Webseite selbst ange­zeigt wer­den und wel­che nach dem Runterladen noch im Bild vor­han­den waren. Getestet wur­den unter ande­rem Facebook, Twitter, Flickr, Google+, Pinterest, 500px, Tumblr und mehr.

Die Ergebnisse

Die lin­ke Spalte zeigt an, wel­che Daten auf der Webseite kor­rekt ange­zeigt wer­den, die mitt­le­re Spalte zeigt, wel­che Daten im Bild blie­ben, wenn das Bild mit der Funktion „Speichern als…“ run­ter­ge­la­den wur­de und die rech­te Spalte zeigt, wel­che Informationen erhal­ten blie­ben, wenn ein Download-Button o.ä. genutzt wur­de, sofern die­ser auf der Webseite ange­bo­ten wird.

Ein grü­ner Kreis zeigt an, dass alle Anforderungen erfüllt wur­den, ein gel­ber Kreis zeigt, dass eini­ge Anforderungen erfüllt wur­den und der rote Kreis mar­kiert unge­nü­gen­de Ergebnisse, die ver­bes­sert wer­den soll­ten. Grau bedeu­tet, dass die­ser Bereich nicht getes­tet wur­de.

Die Auswertung

Erstaunlich ist, dass KEINE ein­zi­ge Webseite kom­plett im grü­nen Bereich liegt. Bei genau­e­rer Betrachtung der Versuchsanordnung wür­de ich das aber auch nicht so eng sehen, weil zum Beispiel der grü­ne Punkt bei der Copyright-Anzeige nur ver­ge­ben wur­de, wenn alle vier IPTC-Copyright-Felder (Titel, Ersteller, Copyright-Vermerk und Credit) ange­zeigt wer­den. Da bei mir zum Beispiel Ersteller, Copyright und Credit sehr ähn­li­ch sind, reicht mir da schon die gel­be Markierung.

Insofern hat Google+ am bes­ten abge­schnit­ten was die Beibehaltung der Metadaten angeht, gefolgt von Dropbox. Am schlimms­ten sieht iro­ni­scher­wei­se bei den meist­ge­nutz­ten Diensten Facebook, Flickr und Twitter aus. Dort wer­den Metadaten und Copyright-Informationen gna­den­los aus den Fotos gelöscht. Dabei schrei­ben sowohl Vorschriften der Europäischen Union als auch der USA ver­meint­li­ch klar vor, dass Urheberrechtsinformationen nicht aus digi­ta­len Medien ent­fernt wer­den dür­fen. Leider hat sich schon bei ande­ren Themen wie Datenschutz gezeigt, dass Facebook & Co. sich recht wenig um Gesetze sche­ren.

Die Lösung

Eine Lösung für das Problem liegt auf der Hand: Die betref­fen­den Webseiten nicht nut­zen. Da aber Fotografen Social Media-Webseiten vor­teil­haft für die Kundenpflege oder das Akquirieren von Aufträgen nut­zen kön­nen, ist das nicht immer der bes­te Weg. Bis dahin bleibt wohl nur die Möglichkeit, eige­ne Fotos immer nur in klei­ner Auflösung und mit einem sicht­ba­ren Urheberrechtsvermerk auf den Bildern auf sol­che Webseiten zu laden. Ich habe ein­mal den Fehler gemacht, das nicht zu tun und sofort wur­de das Bild mas­sen­haft ille­gal im Netz ver­brei­tet.

Wie geht ihr mit Social Media-Seiten um?

Warum Fotos kaufen? Abgrenzung von Microstock- zu Gratis-Angeboten

Was ist Stockfotografie und Microstock?

Stockfotografie bedeu­tet, dass ein Fotograf Fotos macht, ohne dass er einen Auftrag von einer Werbeagentur oder ande­ren Kunden hat. Er macht Fotos von Motiven, von denen er glaubt, dass es genug Kunden geben wird, die ihm dafür Geld geben wol­len. Diese Fotos kom­men dann online in Archive, ver­gleich­bar mit Wikimedia-Commons, Flickr oder Youtube, nur dass die­se Inhalte über die Agenturen gekauft wer­den müs­sen, wenn Kunden die­se benut­zen wol­len.

Microstock ist eine Teilbereich der Stockfotografie. Wie der Name anklin­gen lässt, sind die Preise „micro“, also nied­rig. Dort kos­tet ein Bild ab ein Euro bis durch­schnitt­li­ch 50 Euro, wäh­rend es im Macrostock-Bereich übli­ch ist, Fotos für 50 Euro bis zu vier­stel­li­gen Summen zu ver­kau­fen. Neben Fotos wer­den auch Illustrationen, Vektorgrafiken, Videos, Audiodaten oder 3D-Bilder ange­bo­ten. Die bekann­tes­ten Anbieter in die­sem Bereich sind bei­spiels­wei­se Fotolia*, Shutterstock* oder iStock­pho­to.

Die Vorteile von Bezahlangeboten gegen­über kos­ten­lo­sen Inhalten

Kostenlose Angebote sind nicht nur freie Lizenzen wie sie bei Wikipedia oder Wikimedia ver­füg­bar sind, son­dern zum Beispiel auch bei Flickr, wo eben­falls zum Teil Creative-Commons-Bilder zu fin­den sind, oder bei ande­ren Datenbanken wie bei­spiels­wei­se Pixelio oder AboutPixel, wo auch Fotos kos­ten­frei lizen­ziert wer­den kön­nen. Die Lizenzen den Creative-Commons-Lizenzen ähn­li­ch, meist aber nicht iden­ti­sch.

Vorteil 1: Mehr Motive

Stellen sie sich gedank­li­ch ein Bild von einer Frau vor. Sie haben einen Artikel und brau­chen dafür ein Bild einer jun­gen, hüb­schen Frau zur Illustration. Sie kön­nen nun in ver­schie­den Datenbanken dana­ch suchen. Wenn ich bei der kos­ten­lo­sen Agentur Pixelio suche, erhal­te ich zir­ka 5.100 Treffer. Wenn ich auf eng­li­sch bei Wikimedia nach „woman“ suche, erhal­te ich knapp 16.000 Treffer. Dort gibt es sogar noch mehr pas­sen­de Inhalte, aber die­se sind so unzu­rei­chend ver­schlag­wor­tet, dass sie nicht mit die­sem Begriff gefun­den wer­den.

Bei Flickr unter der Creative-Commons-BY-Lizenz fin­de ich 0,75 Millionen Frauenfotos. Davon sind 200.000 aus­drück­li­ch kom­mer­zi­ell nutz­bar. Bei der kom­mer­zi­el­len Microstock-Agentur iStock­pho­to erhal­te ich jedoch schon 1,2 Millionen Treffer, bei Fotolia 1,9 Millionen und bei Shutterstock 2,2, Millionen.

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Brauche ich so viel Auswahl? Ja. Sie suchen ja meist nicht irgend­ei­ne Frau, son­dern sie wol­len ent­we­der eine blon­de, eine alte oder eine Frau, die gera­de Mangos isst. Durch die­se zusätz­li­chen Einschränkungen wer­den aus den meh­re­ren Millionen Treffern auf ein­mal nur ein paar hun­dert. Wenn man zu Beginn nur ein paar tau­send hat, bleibt am Ende viel­leicht gar kein pas­sen­des Bild übrig.

Bei allen Bildern, für die Erlaubnisse in irgend­ei­ner Art benö­tigt wer­den, emp­fiehlt es sich, bei den kom­mer­zi­el­len Bildagenturen zu suchen, da dort die Rechte im Vorfeld geklärt wur­den.

Bei Personenfotos bei­spiels­wei­se haben sowohl der Fotograf als auch die abge­bil­de­te Person Rechte an der Aufnahme. Wenn der Fotograf das Bild unter eine „freie Lizenz“ stellt, erklärt er sich damit ein­ver­stan­den, auf sei­ne Rechte an dem Bild zu ver­zich­ten. Das heißt aber nicht, dass die gezeig­te Person damit eben­falls ein­ver­stan­den ist. Das betrifft vor allem Gruppenfotos, wo vie­le Personen dar­auf sind oder Kinder, weil dann noch der Schutz Minderjähriger dazu kommt. Das heißt: Wenn sie Gruppen- oder Kinderfotos brau­chen, ist es ein­fa­cher und durch die Zeitersparnis güns­ti­ger, die­se Motive bei kom­mer­zi­el­len Anbietern zu suchen.

Andere Beispiele sind Aufnahmen von einem Privatgelände, wie Innenaufnahmen einer Fabrik, auf dem Golfplatz, Freizeitpark und so wei­ter. Da kön­nen noch Rechte (Markenrecht, Designschutz, etc.) in einem Bild ste­cken, die nicht ohne wei­te­res erkenn­bar sind.

Außerdem ist bei den kom­mer­zi­el­len Anbietern immer eine bestimm­te tech­ni­sche Qualität gege­ben, die vor­her geprüft wur­de. Sie kön­nen sich sicher sein, dass ein Bild in Postergröße XXL gedruckt wer­den kann, wenn die Bildagentur das anzeigt, wäh­rend bei den frei­en Lizenzen die Bildgröße oft klei­ner, schlech­ter oder das Foto ver­rausch­ter und unschär­fer ist.

Vorteil 2: Bessere Verschlagwortung und Suchmöglichkeiten

Weil sie oft Millionen von Suchergebnissen bei einer Bildagentur haben, bekom­men sie bei kom­mer­zi­el­len Agenturen viel mehr Suchmöglichkeiten an die Hand, um trotz­dem ein geeig­ne­tes Bild zu fin­den.

Bleiben wir bei dem Beispiel Frau. Das sind die Ergebnisse der Webseite von Pixelio, sor­tiert nach Relevanz. Sie sehen ganz oben die drei Bilder. Das sind schon Frauenbilder, wie man sie sich vor­stel­len wür­de, aber es sind auch Hochzeitsringe, Aktaufnahmen, Wolkenfotos oder ein­fach Nahaufnahmen von einem Auge zu sehen, die weni­ger pas­sen.

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Das ist ein Screenshot von Wikimedia-Commons, wo ich nach „woman“ gesucht habe. Da gibt es kei­ne Sortierfunktion, was die Suche schwie­ri­ger macht, wenn man etwas Spezielles sucht. Bei den Beispielen sehen sie Frauen, aber auch Gemälde, wie­der Nahaufnahmen von Augen oder ganz unten irgend­ei­nen Text, den eine Frau geschrie­ben hat oder eine Kleidung, die von einer Frau getra­gen wur­de, was sie aber als Ergebniss nicht unbe­dingt erwar­ten, wenn sie nach Frau suchen (Nachtrag: Der Text ent­stand im November 2011, im Februar 2012 wur­de die Bildanzeige bei Wikimedia etwas ver­bes­sert, der Screenshot unten ist vom Mai 2012).

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Das ist jetzt die Seite bei Flickr. Angezeigt wer­den nur offi­zi­ell kom­mer­zi­ell nutz­ba­re Bilder unter einer CC-Lizenz. Sie sehen, vor allem sind das Urlaubsfotos, Reisefotos, pri­va­te Familienfotos und so wei­ter, wo nicht immer auto­ma­ti­sch klar ist, ob sie die­se Fotos wirk­li­ch kom­mer­zi­ell nut­zen dür­fen.

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Das hin­ge­gen ist der Screenshot bei Fotolia, wenn sie nach dem Suchbegriff Frau suchen. Sie sehen, die Bildqualität ist deut­li­ch pro­fes­sio­nel­ler mit einer gro­ßen Vielfalt. Sie erhal­ten klas­si­sche Frauenportraits, Bilder von jun­gen Frauen, alten Frauen, Gruppenaufnahmen, Innenaufnahmen, Außenaufnahmen und so wei­ter.

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Das sind die Suchergebnisse der Bildagentur Shutterstock. Auch hier sehen sie vie­le klas­si­sche Frauenportraits, wie man sie sich bei der Suche nach einem Frauenbild vor­stel­len wür­de. Es gibt dazu vie­le Beauty-Aufnahmen und auch wie­der sehr pro­fes­sio­nel­le Qualität.

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Um in die­sem Wust aus Bildern nicht erschla­gen zu wer­den, gibt es Sortier- und Filtermöglichkeiten. Die üblichs­ten sind nach Ausrichtung (hori­zon­tal, ver­ti­kal, qua­dra­ti­sch) , Farbe und nach der Bildgröße, was zum Beispiel wich­tig ist, wenn sie gro­ße Poster dru­cken wol­len.

Weitere Filtermöglichkeiten: Nach Bildart (Foto, Vektorgrafik, Illustration), mit oder ohne Personen, die genaue Anzahl der Personen, das Alter der Person, das Geschlecht der Person und man kann dana­ch suchen, ob auf dem Bild irgend­wo Textfreiraum sein soll, wo Text oder ein Logo plat­ziert wer­den kann.

Es gibt auch Sortierungsmöglichkeiten nach dem Alter der Bilder, nach der Anzahl der Verkäufe, nach dem Preis oder nach der Relevanz, was meis­tens eine Kombination aus ver­schie­de­nen Faktoren ist. Das wer­den sie bei vie­len nicht-kommerziellen Anbietern nicht fin­den. Manchmal lohnt es sich des­halb schon, bei Microstock-Agenturen zu kau­fen, weil die gespar­te Zeit das aus­ge­ge­be­ne Geld mehr als kom­pen­siert.

Erweiterte Suchfunktionen bei Fotolia, Shutterstock und istock­pho­to

Zwischendurch ein Einwurf: Es kommt immer auf die Motive an. Wenn sie was ganz Historisches suchen, zum Beispiel Fotos vom zwei­ten Weltkrieg oder von Albert Einstein, wie er die Zunge raus­streckt, dann ist es mög­li­ch, in Bildarchiven von Museen oder bei Wikimedia Commons zu suchen. Aber wenn sie eher kom­mer­zi­ell ori­en­tier­te Bilder brau­chen, weil sie zum Beispiel eine Vereinbroschüre gestal­ten wol­len, dann loh­nen sich eher die kom­mer­zi­el­len Anbieter.

Vorteil 3: Rechtliche Absicherung

Hobbyfotografen oder Amateurfotografen, die bei Flickr oder einer ande­ren kos­ten­frei­en Bilddatenbank Fotos unter eine CC-Lizenz stel­len, sind sich oft gar nicht bewusst, was bei die­ser Vielfalt an Lizenzen alles erlaubt ist oder nicht. Deshalb sind oft Bilder unter einer kos­ten­frei­en CC-Lizenz zu fin­den, bei der nicht alle Rechte geklärt sind. Als Beispiel drei Fotos bei Flickr.


Erstes Szenario: Ein Fotograf lädt bei Flickr Bilder hoch unter einer CC-BY-Lizenz, das heißt, ein kom­mer­zi­el­le Nutzung ist erlaubt, Namensnennung erfor­der­li­ch. Sie sehen hier drei Frauen. Links eine Frau von den Philippinen, in der Mitte aus Madagaskar, rechts aus Indien. Die Fotografen sit­zen meist in den USA oder Großbritannien, was nahe legt, dass das Reisefotos oder Urlaubsfotos sind. Bei dem Foto in der Mitte stand als Kommentar bei Flickr sogar sinn­ge­mäß: „Unser Fahrer hielt kurz an, damit wir ein Foto der Familie auf dem Ochsenkarren machen konn­ten.“ Deshalb ver­mu­te ich, dass die Person nicht um Erlaubnis gefragt wur­de, ob sie jetzt auf dem Foto sein will. Kann sein, muss nicht sein: Deswegen ist der Bildnutzer in der Pflicht, beim Urheber nach­zu­fra­gen, ob wirk­li­ch alle Rechte für die­ses Bild geklärt sind. Wer für ein Projekt risi­ko­frei Bilder nut­zen will, hat dadurch unter dem Strich mehr Aufwand und Kosten als ursprüng­li­ch gedacht, wenn es heißt: „Ich goo­gle mal schnell paar kos­ten­lo­se Fotos“.

Ein ande­res Beispiel direkt von der Wikimedia-Commons-Seite. Sie sehen einen us-amerikanischen Rapper. Unten bei der Lizenzierung steht aus­drück­li­ch: Das Foto darf für jeden Zweck und auch kom­mer­zi­ell benutzt wer­den. Cool! Ich kann das als Poster dru­cken und beim Konzert der Band ver­kau­fen und damit Geld ver­die­nen. Sicherheitshalber habe ich beim Management des Rappers nach­ge­fragt, der sofort mein­te, das sei nicht erlaubt. Hier sind wir wie­der beim Widerspruch zwi­schen den Rechten des Fotografen, der dar­auf ver­zich­tet und den Rechten der abge­bil­de­ten Person, der die Nutzung nicht erlaubt. Dieser Widerspruch kann bei frei­en Lizenzen schnell auf­tre­ten. Die ange­ge­be­ne freie Lizenz ist des­halb in der Praxis manch­mal wert­los (Nachtrag: Das Bild wur­de mitt­ler­wei­le bei Wikimedia ent­fernt).

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Drittes Beispiel: Das ist eine us-amerikanische Band namens Birdeater. Die haben ihr Bandfoto sogar unter eine Public-Domain-Lizens gestellt und damit das Bild gemein­frei gemacht. Kurz gefasst heißt es, ihr dürft mit dem Bild machen, was ihr wollt. Ich bezweif­le auch hier stark, dass die Band einen Posterverkauf gut­hei­ßen wür­de. Deswegen habe ich wie­der per Email nach­ge­fragt. Seit sechs Wochen habe ich kei­ne Antwort erhal­ten. Wer einen engen Terminplan hat, könn­te die­ses Bild des­halb eben­falls nicht nut­zen, wenn er auf der recht­li­ch siche­ren Seite sein will.

Wie hand­ha­ben das im Gegensatz Microstock-Agenturen? Jeder Fotograf muss zu jedem Foto schrift­li­ch die dazu­ge­hö­ri­gen Modelverträge und Eigentumsfreigaben hoch­la­den. Das führt bei mir teil­wei­se dazu, dass ich zu einem Gruppenfoto zehn Verträge mit zwölf Unterschriften habe, nur um nach­wei­sen zu kön­nen, dass ich alle Rechte an die­sem Foto habe. Als Bildkäufer kann man sich dann sicher sein, das die Rechtefreigabe vor­her durch mich geklärt wur­de.

Einige Agenturen wie zum Beispiel Shutterstock, iStock­pho­to oder Vivozoom bie­ten sogar eine „Rechtegarantie“ an für recht­li­che Unbedenklichkeit und haf­ten selbst als Agentur bis zu 10.000 US-Dollar, falls doch mal etwas schief gehen soll­te. Gegen Aufpreis kann die­se Summe auf bis zu 250.000 US-Dollar erhöht wer­den. Falls man zum Beispiel eine Millionen Flyer druckt und die­se müs­sen ein­ge­stampft wer­den, weil irgend­wo ein uner­laub­tes Logo zu sehen ist, was weder vom Fotograf noch von der Agentur ent­deckt wur­de, dann bezahlt die Bildagentur das.

Deshalb: Bilder bei Bildagenturen kos­ten zwar etwas, dafür spart man Zeit und Nerven und bekommt für das Geld auch Rechtssicherheit und eine grö­ße­re Auswahl.

Hinweis: Dieser Artikel ist die ver­schrift­lich­te Form mei­nes Vortrags vom Mai 2011 auf der Frühjahrstagung “Mediale Werte” des Verein für Medieninformation und Mediendokumentation (vfm) in Dresden. Die Zahlen sind dem­nach ca. ein Jahr alt, die Screenshots wur­den teil­wei­se erneu­ert.

Stipple – Geld verdienen mit Fotos und Werbung?

Es klingt mal wie­der zu gut, um wahr zu sein. Geld ver­die­nen mit Fotos nicht nur als Fotograf und Bildagentur, son­dern auch als Bildnutzer?

Die Firma Stipple kün­dig­te ges­tern ihren neu­en Dienst namens „Stipple Marketplace“ an.

Kern des Angebots ist, dass Bildnutzer ent­we­der Fotos lizen­zie­ren kön­nen, die mit Werbung und inter­ak­ti­ven Inhalten ver­se­hen sind oder selbst Fotos mit Informationen ver­se­hen kön­nen, durch die­se dann Geld ver­dient wer­den kann.

Wie soll das gen­au funk­tio­nie­ren?

Die Bildnutzer regis­trie­ren sich auf der Stipple-Webseite und instal­lie­ren ein kur­zes Code-Snippet auf ihrer Webseite oder benut­zen für CMS-Systeme wie WordPress, Drupal oder Tumblr fer­ti­ge Plugins.

Dann kön­nen sie auf dem Marktplatz über eine Million Bilder durch­stö­bern. Über 10.000 neue Bilder sol­len Firmenangaben zufol­ge täg­li­ch hin­zu­kom­men. Diese Bilder sind zur Zeit vor allem Celebrity-Bilder von Premieren, Presseterminen, Award-Shows und so wei­ter (sie­he Screenshot).

Wenn der Bildnutzer das Foto in sei­nem Blog ein­baut, erscheint ein blau­er Kreis auf bestimm­ten Objekten. Der Webseiten-Besucher kann mit sei­ner Maus über den Kreis fah­ren, um mehr Informationen zum Bild zu erhal­ten. Das kön­nen kur­ze Kommentare sein, wie man das bei Flickr-Kommentaren im Bild kennt oder eben auch Links zu den gezeig­ten Produkten. Ein kur­zes Video erklärt gut die Funktionsweise:

Man kann sich das ähn­li­ch vor­stel­len wie bei Musikvideos auf Youtube, wo ein Link zum iTunes-Store ein­ge­blen­det wird, damit man die MP3 des gera­de lau­fen­den Songs kau­fen kann. Bei den oben gezeig­ten Fotos wird bei­spiels­wei­se auf die teu­ren Designer-Kleider oder die CD des Musikers ver­linkt.

Jedes Mal, wenn ein Betrachter über einen Link etwas kauft, erhält der Bildnutzer eine Provision. Ein klas­si­sches Affiliate-Modell also. Trotzdem muss der Bildnutzer das Foto jedoch erst lizen­zie­ren. Das kos­tet nach einem ers­ten Test von mir anschei­nend 25 US-Dollar. Das ist unge­fähr halb so viel, wie Getty Images für sehr ver­gleich­ba­re Bilder berech­nen wür­de. Zum Vergleich mal ein Bild von Charlie Sheen bei der Emmy-Verleihung im Stipple Marketplace und bei Getty.

Hat das Modell Aussichten auf Erfolg?

Spontan fal­len mir meh­re­re Argumente dage­gen ein. Aber betrach­ten wir das System zuer­st von der posi­ti­ven Seite. In bestimm­ten Branchen ist das Modell sehr logi­sch. Das wären vor allem die Bereiche, wo Interessenten die Produkte sowie­so ger­ne digi­tal kau­fen und die Produkte 1:1 auf dem Foto abge­bil­det sind, also zum Beispiel Bilder von CD- oder Buch-Covern, die zur Produktseite bei Amazon.com füh­ren. Ich kann mir auch vor­stel­len, dass es genug wohl­ha­ben­de Frauen gibt, die nur zu gern wis­sen wür­den, wel­che Handtasche ihre Lieblingsschauspielerin da auf dem roten Teppich trägt oder wel­ches Parfüm sie benutzt, um sich dann das glei­che zu bestel­len. Auch Modestrecken in Online-Magazinen könn­ten davon pro­fi­tie­ren, da die­se die Informationen zur getra­ge­nen Kleidung bis­her immer neben dem Bild lie­fern müs­sen.

Aber: Das ist heu­te über nor­ma­le Affiliate-Links fast eben­so ein­fach mög­li­ch, ohne die pro­vi­si­on mit einer wei­te­ren Firma tei­len zu müs­sen. Die Abbildungen von Buchcovern in mei­nem Blog (und vie­len ande­ren übri­gens auch) füh­ren mit­tels Affiliate-Links ja schon jetzt zur Verkaufsseite.

Bei YouTube sowie bei Flickr stört mich ja jetzt schon die häu­fi­ge Verwendung von In-Bild-Kommentaren. Ein sehr extre­mes Beispiel zeigt das Problem deut­li­ch:

Webseiten mit Stipple-Fotos könn­ten dann bald ähn­li­ch aus­se­hen, nur mit vie­len blau­en Punkten ver­se­hen, die den Betrachter viel­leicht ner­ven könn­ten. Außerdem befürch­te ich, dass die Medienkonsumenten irgend­wann agres­siv reagie­ren, wenn sie mer­ken, dass sich die Werbung immer wei­ter in ihr Leben schleicht und Preisverleihungen, Award-Shows oder Filmpremieren im Grunde nichts ande­res als eine Werbefläche für Modedesigner sind.

Ein wei­te­rer Punkt ist das Markenrecht: Wenn Firmen selbst bestimm­te Fotos „tag­gen“ und in den Marketplace stel­len, mag es kei­ne Probleme geben. Aber was wür­de pas­sie­ren, wenn ein Blog Fotos von Straßenschlachten mit einem Link zu Nike ver­linkt, weil die Protestler auf dem Foto Turnschuhe die­ser Marke tra­gen? Oder wenn das Foto des sturz­be­trun­ke­nen David Hasselhoff den Link zur Firma der Jeansmarke ent­hält, die er auf dem Bild anhat? Ich bin mir nicht sicher, ob vie­le Firmen bereit wären, die Kontrolle über ihr Markenimage so ein­fach abzu­ge­ben.

Es ist übri­gens nicht das ers­te Mal, dass Firmen ver­su­chen, über zum Bild oder Video pas­sen­de Werbung Geld zu ver­die­nen. Da gab es EyeAlike, Anvato, IPN, GumGum, Fotoglif und vie­le ande­re haben es ver­sucht, so rich­tig popu­lär ist keins der Modelle gewor­den.

Was sagt ihr dazu? Revolutionäre Idee oder alter Hut? Unter wel­chen Voraussetzungen wür­det ihr als Fotograf oder Bildkäufer das Modell nut­zen?

Stockfotografie-News 2011-07-29

Guten Morgen, ihr News-Junkies. Nach einer lan­gen Durststrecke im hei­ßen Sommermonat gibt es wie­der neu­en Stoff.

  • Fotolia star­tet zwei neue Kooperationen und zeigt damit, dass sie aktiv dar­an arbei­ten, neue Käuferschichten inno­va­tiv zu errei­chen. So gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Start-Up Codingpeople, bei dem sich Kunden Fotolia-Bilder in ihre Webseiten-Layouts ein­bau­en kön­nen und eine Kooperation mit dem Journalismus-Dienstleister Raufeld Content, bei dem direkt über eine API-Schnittstelle pas­sen­de Fotos zu Artikeln genutzt wer­den kön­nen, wel­che von Raufeld an Medien ver­kauft wer­den.
  • istock­pho­to ver­sucht einen ande­ren Weg der Kundengewinnung: Die Agentur erhöht ihre Prämien für die Kundenwerbung. Wer einen neu­en Kunden wirbt, der inner­halb von 30 Tagen nach Anmeldung min­des­tens 26 Credits kauft, erhält dafür jetzt 20 statt wie bis­her 10 US-Dollar. Das gilt aber nur bis Herbst, denn dann soll das Prämiensystem kom­plett umge­stellt wer­den.
  • Außerdem hat istock­pho­to jetzt einen drin­gend benö­tig­ten Preis-Filter ein­ge­führt, nach­dem sie vie­le neue – teu­re­re Foto-Kollektionen mit auf­ge­nom­men haben. So kön­nen Kunden sich jetzt auch nur die güns­ti­ge­ren Bilder anzei­gen las­sen.
  • Um zu sehen, wohin sich der Bildermarkt viel­leicht ent­wi­ckelt, ist es manch­mal hilf­reich, zu den ganz gro­ßen Fotografen zu schau­en. So ging ein Raunen durch die Foren als der bekann­tes­te Stockfotograf Yuri Arcurs eine Stellenausschreibung schal­te­te, in der er zwei Dinge erwähn­te. Zum einen wol­le er eine Verkaufsplattform auf­bau­en, um sei­ne Bilder direkt zu ver­kau­fen, zum ande­ren erwähn­te er neben Fotos und Videos auch Vektorgrafiken. Vor allem letz­te­res nähr­te die Gerüchte, er pla­ne viel­leicht nicht nur den Verkauf sei­ner Bilder, son­dern auch von ande­ren Fotografen, da von Yuri bis­lang kei­ne Vektor-Motive bekannt sind. Ist das die Zukunft, der Direktverkauf? Oder das Ende von Microstock? Wir wer­den sehen.
  • Ein ande­res gro­ßes Ding ist ja Google+, die neue Konkurrenz von Facebook. Fotografen, die dort aktiv sind, soll­ten zum einen auf die Nutzungsbedingungen auf­pas­sen und zum ande­ren die Standard-Auswahl bei den Privatsphäre-Einstellungen deak­ti­vie­ren, wel­chen es frem­den Leuten erlaubt, sei­ne Fotos her­un­ter­zu­la­den oder als Drucke zu bestel­len. Ich bin übri­gens auch bei Google+, wer mich in sei­nen Kreis auf­neh­men will, fin­det hier mein Profil.
  • Shutterstock hat einen neu­en Filter ein­ge­führt, der es nun erlaubt, die Suchergebnisse nicht nur nach „neus­te“, popu­lärs­te“ und „zufäl­li­ge“ Ergebnisse zu sor­tie­ren, son­dern jetzt auch nach „rele­van­tes­te“. Während „popu­lär“ stark nach der Anzahl der Verkäufe gewich­tet ist, soll „rele­vant“ stär­ker die Suchbegriffe berück­sich­ti­gen. Einige Fotografen beklag­ten dar­auf­hin gesun­ke­ne Einnahmen ihrer neu­en Fotos, was auch bei mir bemerk­bar ist, auch wenn sich die Gesamtumsätze kaum ver­än­dert haben.
  • 123rf hat jetzt beim Hochladen von Bildern stan­dard­mä­ßig ein Häkchen aktiv, wel­ches es der Agentur erlaubt, abge­lehn­te Bilder auto­ma­ti­sch als „redak­tio­nel­le Bilder“ anzu­bie­ten, wenn die Motive einen Nachrichtenwert haben. Der Hintergrund ist, dass die Fotografen so das Bild nicht neu hoch­la­den müs­sen, falls sie es ver­se­hent­li­ch in der fal­schen Rubrik (Fotos statt Editorial) hoch­ge­la­den haben.
  • Alamy ändert ihre Fotografenverträge, mit dem Ziel, in Zukunft auch Videos und News-Fotos anbie­ten zu kön­nen.
  • In der Schublade der Stockfotografen fin­det sich jetzt ein neu­es Verschlagwortungswerkzeug. „Compare Keywords“ erlaubt, wie der Name anklin­gen lässt, zwei Sets von Suchbegriffen mit­ein­an­der zu ver­glei­chen und die glei­chen, ähn­li­chen oder feh­len­den Wörter anzei­gen zu las­sen.
  • Getty Images kün­dig­te ges­tern eine neue Kollektion namens „Flickr Select“ an. Diese Kollektion soll eine Art Best-Of der „nor­ma­len“ Flickr-Kollektion dar­stel­len, momen­tan sind ca. 6.000 Bilder ent­hal­ten und es wer­den wei­te­re hin­zu­ge­fügt. Der Sinn erschließt sich mir spon­tan nicht ganz, außer dass die Flickr-Kollektion mitt­ler­wei­le lang­sam zu groß und damit zu belie­big wird. Viele Motive der Flickr-Kollektion sind jetzt schon sehr typi­sches Stock-Material wi z.B. Sandstrände oder Food-Fotos, obwohl die Kollektion ange­tre­ten war, um fri­schen Wind in die Bildsprache zu brin­gen.
  • Tyler Olson vom Microstockgroup-Forum hat­te 2010 eine gro­ße Umfrage unter Microstock-Fotografen durch­ge­führt und ver­öf­fent­licht jetzt nach­ein­an­der ver­schie­de­ne Analysen. Zum Beispiel hat er jetzt ver­gli­chen, wie der Zusammenhang zwi­schen Portfolio-Größe und Umsatz bei Hobby- und Vollzeit-Stockfotografen ist. Auf jeden Fall lesens­wert, wie die ande­ren Umfrage-Ergebnisse auch.
  • Vielleicht für eini­ge inter­es­sant: Vom 6. bis 8. September fin­det in Bonn das Seminar Bilddokumentation und Bildermarkt“ von Verein für Medieninformation statt.
  • Die Bildagentur Stockfood hat jetzt eine neue Agentur mit dem Schwerpunkt auf Innenarchitektur und Einrichtungsideen: Living4media.
  • Bei Youtube gibt es jetzt von mir ein Video, was einen Querschnitt mei­nes Portfolios zeigt. Die Diashow habe mit Flixtime erstellt, da gab es vor einer Weile im Fotolia-Newsletter einen Gutschein-Code zum kos­ten­lo­sen Testen. Mit dem Code „flix­fo­to­lia“ bekommt ihr eine Woche kos­ten­los das Pro-Abo.
  • Zum Abschluss noch etwas zum Schmunzeln und Nachdenken: Die Kosmetik-Firma L’Oreal mus­s­te eine gro­ße Werbekampagne in Großbritannien zuzück­zie­hen, weil sie die bri­ti­sche Werbe-Behörde ASA beschwert hat­te, dass die Bilder zu stark retu­schiert sei­en.

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