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Neuer Upload-Service dropstock.io in der Beta-Phase

Vor einem guten Jahr hat­te ich hier „14 Tools zum Upload zu ver­schie­de­nen Bildagenturen“ vor­ge­stellt.

Einer der vor­ge­stell­ten Dienste war Stocksender, wel­cher über den Cloud-Dienst Dropbox lief. Stocksender wur­de jedoch Ende 2015 ein­ge­stellt. Zwei Nutzer von Stocksender, Robert Jung aus Deutschland und Ana Flašker aus Slowenien fan­den das scha­de und grün­de­ten dar­auf­hin den ähn­li­chen Dienst dropsto­ck. io, wel­cher sich momen­tan in der öffent­li­chen Beta-Phase befin­det.

dropstock.io 23-05-_2016_09-42-52 dropstock.io erlaubt es Fotografen,  ihre Bilder in einen Dropbox-Ordner zu legen und die­se wer­den von dort auto­ma­ti­sch zu den gewünsch­ten Bildagenturen hoch­ge­la­den. Das Ganze funk­tio­niert vollautomatisch,nachdem ein­ma­lig die Zugangsdaten zu den jewei­li­gen FTP-Servern hin­ter­legt wurden.Die Bilder müs­sen jedoch trotz­dem auf den Webseiten der jewei­li­gen Agenturen wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den im Gegensatz zu Tools wie Stocksubmitter oder Octopus.

>Der Service ist momen­tan kos­ten­los, in der Zukunft ist geplant, güns­ti­ge Volumen-Pakete anzu­bie­ten. Zur Zeit wer­den nur JPG-Bilder unter­stützt, es wird aber auch über­legt, in Zukunft Video-Dateien zu unter­stüt­zen sowie bestimm­te Agenturen mar­kie­ren zu kön­nen (um zum Beispiel redak­tio­nel­le Bilder nur an einen Teil der Agenturen sen­den zu kön­nen).

Der Vorteil eines Services wie dropstock.io liegt auf der Hand: Er spart Zeit und Bandbreite beim Upload, weil die Bilder nur 1x auf den Dropbox-Server gela­den wer­den müs­sen, um von dort auf meh­re­re Agenturen ver­teilt wer­den zu kön­nen.

Der Nachteil: Es müs­sen die sen­si­blen FTP-Login-Daten in der Dropbox hin­ter­legt wer­den sowie der dropbox.io-App Zugriff auf den eige­nen Dropbox-Account gewährt wer­den.

Studie: Social Media Webseiten entfernen Copyright-Informationen

Viele Social Media-Webseiten, wel­che das Hochladen von Bildern anbie­ten, ent­fer­nen dabei Copyright-Informationen und ande­re Metadaten. Zu die­sem Schluss kommt eine Praxis-Studie des IPTC-Councils, wel­ches für die Einhaltung des IPTC-Metadaten-Standards ver­ant­wort­li­ch ist.

Für Fotografen ist die Erkenntnis nicht mehr über­ra­schend, aber die­se geball­ten Dreistigkeiten als Übersicht prä­sen­tiert zu bekom­men, zeigt gut, wie igno­rant vie­le deser Seiten mit Urhebern umge­hen.

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Im Zeitraum vom Oktober 2012 bis März 2013 hat eine Arbeitsgruppe des IPTC-Councils fünf­zehn Webseiten getes­tet, indem dort mit Metadaten (EXIF/IPTC) ver­se­he­ne Bilder hoch- und run­ter­ge­la­den wur­den. Danach wur­de geschaut, wel­che Metadaten auf der Webseite selbst ange­zeigt wer­den und wel­che nach dem Runterladen noch im Bild vor­han­den waren. Getestet wur­den unter ande­rem Facebook, Twitter, Flickr, Google+, Pinterest, 500px, Tumblr und mehr.

Die Ergebnisse

Die lin­ke Spalte zeigt an, wel­che Daten auf der Webseite kor­rekt ange­zeigt wer­den, die mitt­le­re Spalte zeigt, wel­che Daten im Bild blie­ben, wenn das Bild mit der Funktion „Speichern als…“ run­ter­ge­la­den wur­de und die rech­te Spalte zeigt, wel­che Informationen erhal­ten blie­ben, wenn ein Download-Button o.ä. genutzt wur­de, sofern die­ser auf der Webseite ange­bo­ten wird.

Ein grü­ner Kreis zeigt an, dass alle Anforderungen erfüllt wur­den, ein gel­ber Kreis zeigt, dass eini­ge Anforderungen erfüllt wur­den und der rote Kreis mar­kiert unge­nü­gen­de Ergebnisse, die ver­bes­sert wer­den soll­ten. Grau bedeu­tet, dass die­ser Bereich nicht getes­tet wur­de.

Die Auswertung

Erstaunlich ist, dass KEINE ein­zi­ge Webseite kom­plett im grü­nen Bereich liegt. Bei genau­e­rer Betrachtung der Versuchsanordnung wür­de ich das aber auch nicht so eng sehen, weil zum Beispiel der grü­ne Punkt bei der Copyright-Anzeige nur ver­ge­ben wur­de, wenn alle vier IPTC-Copyright-Felder (Titel, Ersteller, Copyright-Vermerk und Credit) ange­zeigt wer­den. Da bei mir zum Beispiel Ersteller, Copyright und Credit sehr ähn­li­ch sind, reicht mir da schon die gel­be Markierung.

Insofern hat Google+ am bes­ten abge­schnit­ten was die Beibehaltung der Metadaten angeht, gefolgt von Dropbox. Am schlimms­ten sieht iro­ni­scher­wei­se bei den meist­ge­nutz­ten Diensten Facebook, Flickr und Twitter aus. Dort wer­den Metadaten und Copyright-Informationen gna­den­los aus den Fotos gelöscht. Dabei schrei­ben sowohl Vorschriften der Europäischen Union als auch der USA ver­meint­li­ch klar vor, dass Urheberrechtsinformationen nicht aus digi­ta­len Medien ent­fernt wer­den dür­fen. Leider hat sich schon bei ande­ren Themen wie Datenschutz gezeigt, dass Facebook & Co. sich recht wenig um Gesetze sche­ren.

Die Lösung

Eine Lösung für das Problem liegt auf der Hand: Die betref­fen­den Webseiten nicht nut­zen. Da aber Fotografen Social Media-Webseiten vor­teil­haft für die Kundenpflege oder das Akquirieren von Aufträgen nut­zen kön­nen, ist das nicht immer der bes­te Weg. Bis dahin bleibt wohl nur die Möglichkeit, eige­ne Fotos immer nur in klei­ner Auflösung und mit einem sicht­ba­ren Urheberrechtsvermerk auf den Bildern auf sol­che Webseiten zu laden. Ich habe ein­mal den Fehler gemacht, das nicht zu tun und sofort wur­de das Bild mas­sen­haft ille­gal im Netz ver­brei­tet.

Wie geht ihr mit Social Media-Seiten um?