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Adobe Stock erhöht Anbieter-​Kommissionen

Gesterm gab es eine über­ra­schen­de und posi­ti­ve Nachricht von Adobe Stock: Die als Minimum garan­tier­ten Auszahlungen für Anbieter, also haup­säch­lich für die Abo-​Verkäufe, wur­den je nach Ranking von 3% (Rubin) bis 32% (Weiß) ange­ho­ben.

In der Tabelle seht ihr die genau­en Unterschiede, die Dollar-​Werte las­sen sich 1:1 in Euro über­set­zen, wenn ihr eure Honorare bei Adobe Stock oder Fotolia in Euro aus­ge­zahlt bekommt.

Nicht in der Tabelle zu sehen: Der Rang „Diamant“ (>1.000.000 down­loads), der unver­än­dert bei $0,40 bleibt

Genau nach­le­sen könnt ihr die kom­plet­te aktu­el­le Honorarübersicht für Adobe Stock hier.

Das Ranking basiert auf der Anzahl der bis­he­ri­gen Downloads und gilt sowohl für Fotolia als auch für Adobe Stock. Bei Fotolia ist es in Form ver­schie­den­far­bi­ger Icons sicht­bar, bei Adobe Stock lei­der (noch?) nicht.

Diese Entscheidung rich­tet sich offen­sicht­lich gegen den Hauptkonkurrenten Shutterstock. Bei den höchs­ten „Minimum Payouts“ lie­gen die Summen mit 0,38 USD nun genau­so hoch wie bei Shutterstock bzw. je nach Währung (z.B. in Euro) sogar höher.

Nicht berück­sich­tigt ist dabei der Rang Diamant, (>1.000.000 Downloads), der unver­än­dert bei $0,40 (bzw. Euro) bleibt, in der Praxis bis­her aber nur von einem Anbieter (Monkey Images) erreicht wur­de.

Bei den Neueinsteigern liegt das Level nun deut­lich höher als bei Shutterstock, dort müss­te man erst 500 USD Honorar erwirt­schaf­ten, um die Mindestvergütung von 33 US-​Cent zu errei­chen. Vorher liegt die­se dort bei 25 US-​Cent, wie bis vor­ges­tern bei Adobe Stock.

Wer sich nun bei Adobe Stock anmel­den will, kann das zum Beispiel über die­sen Affiliate-​Link machen.

Damit soll ver­mut­lich vor allem für Anfänger die Entscheidung, bei wel­cher Agentur man sich anmel­den soll­te, zuguns­ten von Adobe Stock ver­scho­ben wer­den.

Zusätzlich gibt es eine ande­re Verbesserung bei Adobe Stock, die ich seit lan­gem gewünscht habe: Beim Indexieren neu­er Uploads über Adobe Stock gibt es nun das kom­plet­te Bild beim Mouse-​Over über das qua­dra­ti­sche Vorschau-​Bild. Das ist zum Beispiel sehr hilf­reich, wenn sich Personen am Bildrand befin­den, wel­che einen Model Release erfor­dern.

Offene Honorare von Bildagenturen mittels Mahnbescheid eintreiben

Manchmal gibt es Bildagenturen, die zwar Bilder ver­kau­fen, die Honorare den Fotografen lei­der nur wider­wil­lig aus­zah­len. Schon seit Jahren haben bei­spiels­wei­se Fotografen der Münchener Bildagentur Clipdealer Probleme mit der Honorarauszahlung.

Vor eini­gen Wochen habe ich ein Mahnverfahren eröff­net, um mein aus­ste­hen­des Honorar von einer Bildagentur zu erhal­ten. Das ist rela­tiv ein­fach und risi­ko­arm. Wie genau so etwas geht, beschrei­be ich heu­te.

Die Webseite www.online-mahnantrag.de ist eine offi­zi­el­le Webseite der deut­schen Mahngerichte. Auf die­ser Unterseite könnt ihr euren eige­nen Mahnantrag begin­nen.

  1. Zuerst müsst ihr den Cookies zustim­men, falls das in eurem Browser nicht auto­ma­tisch geschieht.
  2. Danach wählt ihr das Bundesland aus, in dem ihr gemel­det seid.
  3. Nun folgt die Auswahl, wie der Mahnantrag an das Gericht geschickt wer­den sollt. Ich emp­feh­le die Papierform, weil für den digi­ta­len Versand ein pas­sen­des Kartenlesegerät und mehr erfor­der­lich ist.
  4. Danach zeigt die Webseite die not­wen­di­gen acht Schritte zum Mahnantrag:
    1. Schritt: Prozessbevollmächtigten erfas­sen (sofern vor­han­den)
    2. Schritt: Antragstellerdaten erfas­sen
    3. Schritt: Antragsgegner erfas­sen
    4. Schritt: Anspruch/​Forderung erfas­sen
    5. Schritt: Auslagen und Nebenforderung erfas­sen (sofern vor­han­den)
    6. Schritt: Allgemeine Angaben zum Antrag
    7. Schritt: Überprüfen der Antragsdaten
    8. Schritt: Druck/​Antragsabgabe
  5. Wenn ihr selbst den Antrag stellt, klickt ihr bei „Schritt 1“ auf „Ich bin Antragsteller“.
  6. Im nächs­ten Schritt gebt ihr euren Namen und Adresse an.
  7. Danach wird man gefragt, ob man als Minderjähriger oder Person mit recht­li­chem Betreuer einen gesetz­li­chen Vertreter ange­ben will. Ich habe „nein“ geklickt.
  8. Möchten sie einen wei­te­ren Antragsteller erfas­sen“ ist die nächs­te Frage, die ich eben­falls ver­neint habe.
  9. Nun kommt der drit­te Schritt, die Erfassung des Antragsgegners. In mei­nem Fall habe ich „Firma“ ange­klickt und als den Firmennamen sowie die Adrese ange­ben, die im Impressum der Webseite ange­ge­ben sind. Als Rechtform der Firma habe ich „GmbH“ aus­ge­wählt.
  10. Als gesetz­li­chen Vertreter habe ich den Namen des Geschäftsführers (glei­che Adresse wie die Firma) in sei­ner Funktion als „Geschäftsführer“ ange­ge­ben, die Daten fin­det ihr eben­falls meist im Impressum.
  11. Die Frage, ob ich einen wei­te­ren Antragsgegner hin­zu­fü­gen will, habe ich ver­neint.
  12. Nun wird die Art des Mahnverfahrens aus­ge­wählt. Ich habe „regu­lä­res Mahnverfahren“ gewählt.
  13. Nun sind wir beim vier­ten Schritt, der Erfassung unse­rer Forderung. Aus einer Liste wählt man die Art der Forderung, in mei­nem Fall „Urheberrechtl. Nutzungsrechte: Fällige Pauschale aus Vertrag (58)“. Bei „Nähere Angaben zum Anspruch“ wäh­le ich auch „Vertrag“. Dann kommt der Zeitraum das Anspruchs. Hier habe ich ein­fach groß­zü­gig zurück­da­tiert als Anfangsdatum (1.1.2017) und als Enddatum das aktu­ell Datum gewählt, denn wich­ti­ger ist es, dass die fol­gen­de Forderungssumme kor­rekt ist. Bei „Betrag“ gebt ihr den Wert in Euro ein, den euch die Bildagentur aktu­ell schul­det. Hinweis: Beim Weiterklicken erhal­te ich meist die Warnung „Message ANSPR32KAT58 nicht gefun­den.“ Klicke ich jedoch noch mal auf wei­ter, geht es regu­lär wei­ter.
  14. Nun erschei­nen Gerichtskosten in Höhe von 32 Euro zusätz­lich zur Hauptforderung. Diese Summe muss vom Antragsteller vor­ge­streckt wer­den und wird dann vom Antragsgegner beim Begleichen der Mahnung zurück­ge­zahlt. Darunter kli­cke ich auf „Zinsangaben zum Anspruch“ machen. Hier habe ich 4% jähr­li­che Verzinsung ange­ben. Eine Mitarbeiterin vom Mahngericht mein­te zu mir, die Zinshöhe kön­ne man frei wäh­len, solan­ge sie ver­hält­nis­mä­ßig blie­be. Dann gehe ich auf „wei­ter“ und „kei­ne wei­te­ren Angaben zu Hauptforderung und Zinsen machen“.
  15. Nun kön­nen als Schritt 5 zusätz­li­che Kosten gel­tend gemacht wer­den wie zum Beispiel Porto, Kopien usw. Ich war hier ziem­lich mode­rat und habe pau­schal 5 Euro als Portokosten ange­setzt. Wer ande­re begrün­de­te Ausgaben hat­te, kann die­se hier ange­ben.
  16. Als nächs­tes wird das zustän­di­ge Gericht ange­zeigt, in mei­nem Fall war es das Amtsgericht München.
  17. Jetzt sind wir bei Schritt 6 „Allgemeine Angaben zum Antrag“. Hier ver­si­che­re ich mit einem Häkchen, dass „mein Anspruch von einer Gegenleistung abhängt, die aber bereits voll­bracht ist“ (der Bilderverkauf). Außerdem kann ein Geschäftszeichen ver­ge­ben wer­den, falls man so vie­le offe­ne Verfahren hat, dass man etwas Übersicht braucht.
  18. Klickt man dann auf „wei­ter“, kann dem Antraggegner die Bankverbindung mit­ge­teilt wer­den, damit er sofort weiß, wohin das Geld über­wie­sen wer­den soll. Ich habe die Daten mei­nes Geschäftskontos ein­ge­tra­gen.
  19. Im nächs­ten Schritt kommt noch mal die „MB-​Antrag Übersicht“, um zu über­prü­fen, ob beim Mahnbescheid alles kor­rekt aus­ge­füllt wur­de.
  20. Nun sind wir fast fer­tig. Vor dem Ausdrucken des fer­ti­gen PDFs gibt es eini­ge Hinweise, was vor dem Ausdrucken beach­tet wer­den soll­te, damit der Antrag les­bar beim Gericht ankommt. Diese müs­sen bestä­tigt wer­den, dann kann man auf „spei­chern“ kli­cken und erhält den vier­sei­ti­gen Mahnbescheid-​Antrag als PDF.
  21. Die PDF wird dann auf DinA4 aus­ge­druckt und muss an das zustän­di­ge Gericht geschickt wer­den.

Ein bis zwei Wochen spä­ter erhält man vom Gericht eine Rechnung, mit der man die Gerichtskosten bezah­len soll. Erst wenn das erle­digt ist, geht der Mahnbescheid raus an die Firma. Nun hat die­se ca. zwei Wochen Zeit, die offe­nen Forderungen plus die Gerichtskosten und Auslagen zu bezah­len. Das geschah auch bei mir.

Sollte die Firma Widerspruch ein­le­gen oder den Mahnbescheid igno­rie­ren, kann man ent­we­der einen „Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids“ stel­len oder den Rechtsanwalt sei­nes Vertrauens um Rat fra­gen.

Auszahlungen schwierig bei der Bildagentur Clipdealer

Letzte Woche hat die Bildagentur Adpic aus Bonn den Laden dicht gemacht. Vorausgegangen waren tech­ni­sche Probleme sowie aus­ste­hen­de Zahlungen an Fotografen, wel­che teil­wei­se erst nach meh­re­ren Monaten begli­chen wur­den.

Meine Umsatzentwicklung bei Clipdealer in den letz­ten 25 Monaten (mit poly­no­mi­scher Trendlinie)

Ähnliches scheint seit über einem Jahr bei der Bildagentur Clipdealer aus München zu pas­sie­ren.

Im Internet häu­fen sich seit Monaten die Meldungen ver­schie­de­ner Fotografen, die eine Auszahlung bean­tragt haben und dann mona­te­lang nichts mehr von der Agentur gehört haben.

Zu den tech­ni­schen Schwierigkeiten kann ich nichts aus ers­ter Hand berich­ten, weil ich mei­ne Uploads dort­hin schon seit Januar 2015 ein­ge­stellt habe. In den unten ver­link­ten Forumthreads wird aber auch über strei­ken­de FTP-​Server berich­tet.

Wie lan­ge es dau­ern kann, bis Fotografen ihr Geld von Clipdealer erhal­ten, konn­te ich jedoch mehr­mals selbst erfah­ren. Meinem Auszahlungswunsch vom 01.02.2016 wur­de erst am 27.07.2016 (nach über fünf Monaten) ent­spro­chen. Meine am 15.07.2016 bean­trag­te Auszahlung wur­de am 31.01.2017 (nach über sechs Monaten!) bear­bei­tet, nach­dem ich sowohl im August 2016 tele­fo­nisch nach­ge­hakt hat­te und im Januar 2017 per Email und per Post.

Die Erfahrungen ande­rer Fotografen könnt ihr in Forumthreads wie „Zahlungsschwierigkeiten bei Clipdealer“ (Stockfotoforum) oder „Clipdealer refu­se to send pay­out and never reply to email“ (Microstockgroup) nach­le­sen sowie in eini­gen geschlos­se­nen Facebook-​Gruppen wie „Stock“. Zusätzlich lie­gen mir ähn­lich lau­ten­de Nachfragen und Berichte ande­rer Fotografen via Email vor.

Wer noch Guthaben von Clipdealer offen hat, soll­te das anfor­dern und vor­her auf jeden Fall einen Screenshot machen für den Fall, dass die Seite nicht erreich­bar ist.

Es ist scha­de, dass eini­ge klei­ne­re Bildagenturen Schwierigkeiten zu haben schei­nen. Damit scheint sich jedoch lei­der mei­ne Prognose zu bestä­ti­gen, dass das Sterben klei­ne­rer Agenturen wei­ter­ge­hen wird, wie ich es hier vor zwei Jahren ana­ly­siert habe.

Was ist die VG Bild-​Kunst und wie hilft sie Fotografen?

Ab und zu krie­ge ich Anfragen von Fotografen, wel­che wis­sen wol­len, was die VG Bild-​Kunst ist und ob es sinn­voll ist, dort aktiv zu sein.

Deshalb schau­en wir uns heu­te die VG Bild-​Kunst genau­er an.

Was ist die VG Bild-​Kunst?

Das „VG“ steht für Verwertungsgesellschaft und ist eine Organisation, wel­che seit 1968 stell­ver­tre­tend für Künstler und Urheber Rechte wahr­nimmt. Überwacht wird die VG Bild-​Kunst vom Deutschen Patent- und Markenamt.

Andere Verwertungsgesellschaften sind die VG Wort für Autoren und Journalisten oder die GEMA für Musiker, zusätz­lich gibt es noch etli­che klei­ne­re Organisationen für spe­zi­el­le Bereiche, zum Beispiel die Filmverwertungsgemeinschaft GÜFA.

Die VG Bild-​Kunst hat über 54.000 Mitglieder und küm­mert sich unter ande­rem um drei Aufgabenbereiche:

  1. Sie zieht Forderungen von pau­scha­len Urheberrechtsabgaben (zum Beispiel der Privatkopievergütung) ein und ver­teilt die­se an die Urheber.
  2. Sie küm­mert sich um die Lizenzierung von indi­vi­du­el­len Urheberrechten, zum Beispiel den Reproduktionsrechten bil­den­der Künstler.
  3. Sie enga­giert sich für die Stärkung und den Schutz des Urheberrechts, zum Beispiel durch poli­ti­sche Lobbyarbeit und Aufklärungsarbeit.

Die VG Bild-​Kunst hat kei­ne eige­nen wirt­schaft­li­chen Interessen, son­dern ver­folgt nur treu­hän­de­risch die Rechte ihrer Mitglieder.

Kurzes Beispiel zur Veranschaulichung:
Meine Fotos sind im Internet zu sehen, wenn Kunden die­se über Bildagenturen kau­fen. Nun könn­te jemand so ein Foto auf sei­ner Festplatte spei­chern und aus­dru­cken, um es an die Wand zu hän­gen. Dann fän­de eine Nutzung statt, die ich nicht mit­be­kom­me und für die ich auch nicht hono­riert wer­den wür­den.

Deswegen müs­sen Hersteller von Druckern und ande­ren Geräten, wel­che Vervielfältigungen erlau­ben (Festplatten, Scanner, etc.) eine Pauschale für jedes Gerät an die ent­spre­chen­den Verwertungsgemeinschaften abfüh­ren, wel­che dann unter allen Mitgliedern auf­ge­teilt wird. Auch aus ande­ren Quellen erhält die VG Bild-​Kunst Geld und lei­tet es wei­ter.

Wer kann Mitglied in der VG Bild-​Kunst werden?

Mitglied der VG Bild-​Kunst kann jeder wer­den, der im visu­el­len Bereich tätig ist, zum Beispiel:

  • Bildende Künstler (Maler, Bildhauer, etc.)
  • Fotografen
  • Illustratoren
  • Kameraleute
  • Kostümbildner
  • Karikaturisten
  • usw.

Da dies sehr unter­schied­li­che Arten von Künstlern sind, gibt es in der VG Bild-​Kunst drei Berufsgruppen. Berufsgruppe I sam­melt die Bildenden Künste, Berufsgruppe II die Fotografen sowie Illustratoren etc. und Berufsgruppe III die fil­mi­schen Berufe.

Neben den oben genann­ten Urhebern kön­nen auch deren Erben sowie Bildagenturen und Fotoarchive Mitglied wer­den.

Um Mitglied zu wer­den, kann hier bei der VG Bild-​Kunst ein Vertrag ange­for­dert wer­den, wel­cher unter­schrie­ben in dop­pel­ter Ausführung zusam­men mit einer Kopie des Personalausweises (Vorder- und Rückseite, nicht rele­van­te Daten, ins­be­son­de­re die Berechtigungsnummer, soll­ten geschwärzt wer­den) zurück­ge­schickt wer­den muss. Die Mitgliedschaft ist kos­ten­los.

Nach ca. 4–6 Wochen erhal­ten sie ein Exemplar des Vertrags zurück sowie ihre Meldeunterlagen. Es ist emp­feh­lens­wert, auch die Email-​Adresse anzu­ge­ben, weil sie dann auch den Login für die Online-​Meldung erhal­ten. Dazu spä­ter mehr.

Wie schüttet die VG Bild-​Kunst Geld aus?

Damit die VG Bild-​Kunst den „Kuchen“ kor­rekt ver­tei­len kann, ist sie auf die Meldungen ihrer Mitglieder ange­wie­sen.

Wer Meldungen über ver­öf­fent­lich­te Werke in Papierform abge­ben möch­te, muss das für die Hauptausschüttung bis Ende Juni für das vor­he­ri­ge Jahr machen, ich emp­feh­le jedoch die Online-​Meldung, bei der man bis zum 31. Oktober Zeit hat.

Gemeldet wer­den kön­nen:

  • Veröffentlichungen in Büchern oder Kalendern (wel­che eine ISB-​Nummer haben)
  • Veröffentlichungen in digi­ta­len Medien, zum Beispiel Coverfotos für CDs, DVDs, aber auch Veröffentlichungen auf Webseiten
  • Netto-​Nutzungshonorare, zum Beispiel für die Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften, aber auch TV-​Standbilder oder die Nutzung über Bildagenturen und Fotoarchive

Beim Melden von Büchern ist die Angabe des Titels, des oder der Autoren, der ISBN, des Verlags sowie das Erscheinungsjahr not­wen­dig. Berücksichtigt wer­den bei der Ausschüttung nur Bücher, wel­che nicht mehr als 5 Jahre vor dem aktu­el­len Jahr erschie­nen sind. „Print-On-Demand“-Bücher wer­den nur berück­sich­tigt, wenn min­des­tens 250 Verkäufe nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. Veröffentlichungen in E‑Books kön­nen lei­der nicht gemel­det wer­den.

Zusätzlich wird die Art des Buches abge­fragt (Kinderbuch, Schulbuch, wis­sen­schaft­li­ches Werk, Sachbuch/​Sonstiges) sowie die kon­kre­te Anzahl an Fotos oder Illustrationen im Buch oder auf dem Titel oder Umschlag.

Es dür­fen auch fremd­spra­chi­ge Bücher gemel­det wer­den, der Anteil an der Ausschüttung ist hier jedoch noch deut­lich gerin­ger, bis die VG Bild-​Kunst eine stär­ke­re Zusammenarbeit mit den aus­län­di­schen Verwertungsgesellschaften eta­bliert hat.

Auch bei CD-​/​DVD-​Veröffentlichungen wer­den nur die in den letz­ten fünf Jahren erschie­nen­den Werke berück­sich­tigt. Dabei müs­sen Werke in digi­ta­ler Form auf der CD/​DVD sowie im Booklet gedruck­te Werke sepa­rat gemel­det wer­den.

Beispiel für ein Meldeformular der VG Bild-Kunst
Beispiel für ein Meldeformular der VG Bild-​Kunst

Während Bücher und CDs/​DVDs nur ein­mal gemel­det wer­den müs­sen, um in den nächs­ten (maxi­mal fünf) Jahren wie­der berück­sich­tigt zu wer­den, müs­sen Online-​Nutzungen auf Webseiten jedes Jahr neu gemel­det wer­den.

Dafür kön­nen meh­re­re Bilder auf einer Domain zusam­men gemel­det wer­den, gezählt wer­den jedoch höchs­tens 100 Bilder pro Domain. Dafür muss der Domainname ange­ge­ben wer­den und der Inhaber der Domain laut Impressum. Zusätzlich wird abge­fragt, ob es die eige­ne, eine pri­va­te Webseite oder ein gewerb­li­cher oder insti­tu­tio­nel­ler Internetauftritt ist. Zum Schluss wird die Anzahl der gezeig­ten Bilder in das Formular ein­ge­tra­gen, getrennt nach den Kategorien Kunst/​Illustration/​Foto.

Bilder in geschütz­ten Bereichen (zum Beispiel durch Passwort-​Sperre oder Privatsphäre-​Filter bei Facebook) kön­nen nicht berück­sich­tigt wer­den, eben­so wie Suchmaschinen. Tauchen iden­ti­sche Bilder auf der Webseite mehr­mals auf, ist das Bild nur ein­mal zu zäh­len.

Zwar ist es erlaubt, nur die Haupt-​Domain zu mel­den ohne die kon­kre­te Unterseite, aber da es die ver­stärkt statt­fin­den­den Kontrollen der VG Bild-​Kunst deut­lich erleich­tert, ist die Angabe der kon­kre­ten Seite (also z.B. www.beispiel.de/portfolio/portrait.html statt nur www.beispiel.de) erwünscht.

Es stimmt übri­gens nicht, dass der Name des Urhebers im Impressum einer Webseite genannt zu wer­den, um Ansprüche als Fotograf bei der VG Bild-​Kunst anzu­mel­den. Diese Regelung betrifft nur Web-​Designer, wel­che die Gestaltung einer Webseite selbst als Anspruch mel­den wol­len.

Ausdrücklich eben­falls gemel­det wer­den dür­fen die Webseiten von Bildagenturen oder Galerien mit den eige­nen Werken sowie Verkaufsplattformen, auf denen Publikationen von Werken, z.B. Bücher oder DVDs, ange­bo­ten wer­den.

Wichtiger Hinweis:
Wer nur „Online-​Nutzungen“ mel­det, muss wei­te­re Einkünfte aus künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Tätigkeit durch einen Steuerberater oder die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse oder einem geeig­ne­ten Berufsverband (z.B. Freelens, DJV, BVPA, AGD o.ä.) nach­wei­sen.

Die Meldung der Nutzungshonorare (net­to) ist in sechs Bereiche unter­teilt:

  • aus­schließ­lich redak­tio­nel­le Nutzung (hohe Verbreitung)
  • aus­schließ­lich redak­tio­nel­le Nutzung (nor­ma­le Verbreitung)
  • über­wie­gend redak­tio­nel­le Nutzung
  • über­wie­gend werb­li­che Nutzung
  • aus­schließ­lich werb­li­che Nutzung
  • von Fernsehanstalten (ste­hen­de Bilder)

Gemeldet wer­den kön­nen nur Nutzungen in Deutschland und Auftraggeber, wel­che einen deut­schen Firmensitz haben.

Als Beispiele für Firmen oder Bildagenturen mit einer aus­schließ­lich redak­tio­nel­len Nutzung und einer hohen Verbreitung (Auflagen ab 300.000 Exemplaren) wer­den Nachrichtenagenturen oder Zeitschriften wie die DPA, Reuters, Imago, Action Press, Spigel, Stern, Zeit etc. genannt.

Medien mit aus­schließ­lich redak­tio­nel­ler Nutzung und nor­ma­ler Verbreitung (Auflagen bis 300.000 Exemplaren) sind bei­spiels­wei­se Tagesspiegel, Die Welt, Manager Magazin, usw.

Als über­wie­gend redak­tio­nel­le Nutzung zählt die Verwendung durch (Stock-)Bildagenturen oder kul­tu­rel­le Auftraggeber wie Museen, als Beispiele nennt die VG Bild-​Kunst hier laif, Mauritius, Look, iStock, Getty Images, Okapia, Corbis, ddp images, F1online, plain­pic­tu­re, und ähn­li­che Agenturen.

Eine über­wie­gend werb­li­che Nutzung haben zum Beispiel Presseabteilungen von Direktkunden aus Industrie und Handel, Angehörige frei­er Berufe wie Architekten oder Verbände und ande­re öffent­li­che Auftraggeber.

Eine aus­schließ­lich werb­li­che Nutzung fin­det bei­spiels­wei­se in Werbeagenturen, Marketingabteilungen von Unternehmen oder Kundenmagazinen statt, bei­spiel­haft genannt wer­den:
Fotolia, Lufthansa-​Magazin, DB Mobil, Apotheken-​Umschau, kos­ten­lo­se Wochenblätter und mehr.

Wichtiger Hinweis:
Die VG Bild-​Kunst behält sich eine Nachprüfung im Einzelfall vor. Sobald die Gesamtsumme der gemel­de­ten Honorare  30.000 Euro im Jahr übersteigt,wird eine Bestätigung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ver­langt.

Dafür bie­tet die VG Bild-​Kunst hier die Vorlage „Honorar Bestätigung Urheber“ an. Die Umsatzsteuer-​Erklärung oder die Einnahmen-​Überschussrechnung ist als Nachweis nicht aus­rei­chend.

Die Auszahlung des Geldes erfolgt jeweils im Dezember für die Hauptausschüttung, gefolgt von der Nachausschüttung im dar­auf fol­gen­den April.

Was heißt das konkret für Stockfotografen?

Stockfotografen kön­nen ver­schie­de­ne Arten von Nutzungen mel­den:

So mel­de ich ers­tens mei­ne Bilder auf den Webseiten der Bildagenturen sowie eini­ge Domains, wel­che beson­ders vie­le Bilder von mir ver­wen­den. Hier hel­fen Bildersuchmaschinen wie die Google Bildersuche oder auch kom­ple­xe­re Tools wie Pixray oder Plaghunter.

Außerdem mel­de ich die Bildnutzung in mei­nen eige­nen Büchern sowie in ande­ren Büchern.

Beispiel für einen Treffer bei der Suche nach Fotografen-Namen bei Amazon.de
Beispiel für einen Treffer bei der Suche nach Fotografen-​Namen bei Amazon.de

Letztere fin­de ein­fach, indem ich mei­nen vol­len Namen (bzw. das Pseudonym, was ich bei den Bildagenturen ver­wen­de) bei Amazon.de oder der Google Büchersuche ein­ge­be.

Beispiel für einen Suchtreffer in der Google Büchersuche.
Beispiel für einen Suchtreffer in der Google Büchersuche

Bildverwendungen in Zeitschriften oder Kundenmagazinen kön­nen zum Beispiel mit Issuu gefun­den wer­den.

Zu guter Letzt mel­de ich die Nutzungshonorare, wel­che ich von Bildagenturen erhal­ten habe, wel­che auch einen Firmensitz in Deutschland haben, zum Beispiel Westend61, Pitopia, Zoonar, aber auch iStock (Getty Images) oder Fotolia. Da die­se Einnahmen über 30.000 Euro jähr­lich betra­gen, schi­cke ich eine Bescheinigung mei­nes Steuerberaters mit.

Wie viel kann ich durch die VG Bild-​Kunst verdienen?

Leider lässt sich nicht im Voraus pau­schal sagen, wie viel ein gemel­de­tes Buch oder das Bild auf einer Webseite „wert“ ist.

Die Einnahmen der VG Bild-​Kunst spei­sen sich aus diver­sen Rechte-​Wahrnehmungen wie Bibliothekstantiemen, Geräteabgaben, Lesezirkelvergütungen und so wei­ter. Dieser „Topf“ ist jedes Jahr unter­schied­lich prall gefüllt.

Aus die­sem Topf erfolgt eine pro­zen­tua­le Verteilung der Gelder an alle Urheber, wel­che Werksnutzungen für das betref­fen­de Jahr gemel­det haben. Die kon­kre­te, kom­pli­ziert anmu­ten­de Verteilung ist die­sem Verteilungsplan zu ent­neh­men.

Da der Topf nicht vol­ler wird, nur weil sich mehr Urheber bei der VG Bild-​Kunst anmel­den, sinkt mit jeder neu­en Meldung der Verdienst ande­rer Urheber.

Als ganz gro­be Schätzung kann von ca. 2 Euro pro Online-​Nutzung eines Bildes aus­ge­gan­gen wer­den. Fest ver­an­kert ist im Verteilungsschlüssel jedoch die „Obergrenze der Ausschüttung für einen ein­zel­nen Berechtigten“. Diese beträgt 0,075% der Ausschüttungssumme, das wären grob ca. 11.000 Euro.

In den letz­ten Jahren habe regel­mä­ßig jähr­lich einen mitt­le­ren drei­stel­li­gen bis nied­ri­gen vier­stel­li­gen Eurobetrag von der VG Bild-​Kunst erhal­ten, je nach­dem, wie viel Mühe ich mir bei der Meldung gege­ben habe und wie vie­le Verwendungen ich nach­wei­sen konn­te.

Welche Verwertungsgesellschaften gibt es für die Schweiz und Österreich?

Die VG Bild-​Kunst ist nur für Deutschland und Urheber aus Deutschland zustän­dig. In der Schweiz gibt es dafür seit 1974 ProLitteris, in Österreich seit 1977 die Organisation Bildrecht.

Dürfen Stockfotografen Mitglied in der VG Bild-​Kunst sein?

Ja, dür­fen sie.

Die Frage rührt daher, dass etli­che Audio-​Agenturen kei­ne Mitglieder der Verwertungsgesellschaft GEMA akzep­tie­ren. Das liegt aber nicht dar­an, dass es ver­bo­ten wäre, son­dern dar­an, dass die GEMA bei der Musiknutzung umständ­li­che Nachweisenpflichten ein­for­dert, vor der sich vie­le Käufer scheu­en. Es gibt jedoch auch Audio-​Agenturen (zum Beispiel Pond5), wel­che auch Musik von GEMA-​Mitgliedern anbie­ten.

Gibt es Nachteile für die Mitglieder, zum Beispiel weil Firmenkunden eines Fotografen von der VG Bild-​Kunst zur Kasse gebe­ten wer­den? Nein, weil sich die Einnahmen sich nicht durch die Kunden der Fotografen gene­rie­ren, son­dern um Geräte- und Betreiberabgaben, die von den jewei­li­gen Nutzerverbänden wie  Geräteherstellern, Copyshops, Bibliotheken etc. bezahlt wer­den.

Seid ihr auch in der VG Bild-​Kunst? Was sind eure Erfahrungen?

Wichtiges Update 01.06.2017:
„Der alte Verteilungsplan 7, der auf die Meldungen von Bildern auf Websites abstell­te, ist von der letz­ten Mitgliederversammlung schon für das Nutzungsjahr 2016 außer Kraft gesetzt wor­den. Fotografien, Illustrationen und Design auf Webseiten kön­nen somit nicht mehr gemel­det wer­den!“

123rf ernennt Mutterfirma zur „Partneragentur“

Ich dach­te eine Weile, das Geschäft mit Bildern über Partneragenturen wäre ein Ding der Vergangenheit oder vor allem noch betrie­ben von Macrostock-​Agenturen.

Früher hat­te es ja ganz prak­ti­sche Gründe: Als Bilder noch als Dias ver­kauft wur­den, war es sehr auf­wän­dig, Kunden in ande­ren Ländern zu belie­fern: Versand, Rechnungsstellung, Sprachbarrieren und so wei­ter.

Also kamen die Bildagenturen auf die Idee, ihr Material von „Partneragenturen“ vor Ort ver­kau­fen zu las­sen, die dafür in der Regel ca. 50% der Erlöse behal­ten durf­ten. Das Perfide war, dass die­se Partneragenturen ihr Material, inklu­si­ve der der ande­ren Partneragenturen wie­der­um an Partner wei­ter­ga­ben und den Erlös tei­len muss­ten.

Das führ­te dann teil­wei­se dazu, dass der Kunde das Bild für 100 Euro kauf­te, die Agentur bekam davon 50 Euro, gab die rest­li­chen 50 Euro der zwei­ten Agentur, die sich die Hälfte nahm, es der drit­ten Agentur gab, die wie­der­um ihren Anteil nahm und der Fotograf erhielt dann 12,50 Euro, also 12,5%, obwohl in sei­nem Vertrag 50% ver­ein­bart waren. In der Praxis kann es auch dazu füh­ren, dass die Verwertungskette einen Bruch hat und gar nichts beim Fotografen ankommt.

Wenn Leute mich gefragt haben, was für mich einer der Unterschiede zwi­schen Macrostock- und Microstock-​Bildagenturen ist, habe ich – neben dem Preis – oft gesagt, dass es die­se Partneragenturen sind, weil sich bei den gerin­gen Kommissionen das Teilen der Honorare kaum noch loh­nen wür­de. Vielleicht muss ich das über­den­ken.

Ein Mitglied des Stockfotografie-​Forums wies mich vor paar Wochen auf etwas Interessantes hin.
Seine Bilder, die er bei der Microstockagentur 123royaltyfree (bes­ser bekannt als 123rf) anbie­tet, sind auch bei der Bildagentur Inmagine zu fin­den.

Nun ist Inmagine nicht irgend­ei­ne Macrostock-​Agentur, son­dern die Mutterfirma von 123rf. Sprich: Inmagine hat im Juni 2005 die Agentur 123rf gegrün­det. Somit gehö­ren bei­de Agenturen der sel­ben Firma.

Die span­nen­de Frage für uns Fotografen ist nun:
Wie wer­den die Honorare abge­rech­net?

Ich habe in Absprache mit dem betrof­fe­nen Fotografen einen Testkauf gemacht.

inmagine-testkauf-anonymWie ihr im Screenshot sehen könnt, habe ich für die kleins­te Größe (die sich iro­ni­scher­wei­se „High“ nennt) 10 Euro bezahlt.

Beim Fotografen kam ein Verkauf als „XXL“ für 2,10 US-​Dollar (also ca. 1,66 Euro) an:

123RF-sale
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Das wären auf­ge­run­det nur ca. 17% Kommission für den Fotografen. Das ist unge­fähr die Hälfte, die der Fotograf (er hat das „Contributor Level 2“ erreicht) laut der Kommissionstabelle erhal­ten müss­te.

123rf-royalty-structure-october-2014123rf zieht also bei Verkäufen über Inmagine, wel­che der glei­chen Firma gehört, 50% des Honorars für Inmagine ab. Auch eine krea­ti­ve Art, die Kommissionen zu sen­ken.

Interessant ist auch, dass es nicht hilft, die „API-​Partneragenturen“ im Dashboard von 123rf zu deak­ti­vie­ren, denn ich habe eben­falls alle mei­ne 123rf-​Bilder bei Inmagine gefun­den, obwohl ich aus­drück­lich die „API-​Partneragenturen“ deak­ti­viert hat­te.123rf-api

Wenn ihr selbst schau­en wollt, ob eure 123rf-​Fotos bei Inmagine auf­tau­chen: Einfach von euch häu­fig benutz­te Suchbegriffe im Suchfenster von Inmagine ein­ge­ben und dann – ganz wich­tig – bei den Ergebnissen auf den Reiter „Value“ kli­cken, sonst seht ihr nur die Premium-​Bilder als Ergebnis.

Daraufhin habe ich direkt bei 123rf nach­ge­fragt, wie es kommt, dass mei­ne Bilder bei Inmagine zu fin­den sei­en, obwohl ich die Partneragenturen deak­ti­viert habe.

Als Antwort erhielt ich:

Kindly note that Inmagine is our sis­ter com­pa­ny the­re­fo­re it was not con­si­de­red a Partner site. If you would like to have your port­fo­lio remo­ved from Inmagine, do let us know.

As for com­mis­si­ons recei­ved from sales via Partner sites, kind­ly note that after our Partner has taken their per­cen­ta­ge of the ear­nings, your com­mis­si­on will be sha­red with 123RF.
We hope this cla­ri­fies. Please do not hesi­ta­te to con­tact us if you need any fur­ther assi­s­tan­ce.“

Diese Antwort ist inso­fern auf­fäl­lig, weil sie sich je nach Position wider­spricht. Einerseits sei Inmage kei­ne Partneragentur, des­we­gen gel­te die Checkbox für die „API Partner“ nicht. Andererseits sei Inmagine eben doch eine Partneragentur, wenn es um das Teilen der Honorare geht.

Das gab ich in einer Antwort zu beden­ken und bat um Auskunft, wie viel Prozent Inmagine tat­säch­lich ein­be­hält.

Nach knapp zwei Wochen (!) kam als Antwort:

Dear Robert,
We apo­lo­gi­ze for the delay.

Kindly note that the per­cen­ta­ge is 40% from the pri­ce sta­ted. After having a dis­cus­sion with my team, we agreed that your port­fo­lio should not appe­ar in Inmagine thus we have remo­ved your port­fo­lio from the search engi­ne and will not appe­ar in the search results.

We hope this helps. Please do not hesi­ta­te to con­tact us if you need any fur­ther assi­s­tan­ce.“

Spannend ist es, dass oben geschätz­ten 50% nicht bestä­tigt wer­den, son­dern statt­des­sen nur 40% Anteil für Inmagine genannt wer­den. Deshalb habe ich einen zwei­ten Testkauf mit einem Bild von mir gemacht. 10 Euro bezahlt (aktu­ell ca. 12,65 USD), ich erhielt mit mei­nem Contributor Level 6 (52%) 3,12 USD aus­ge­zahlt. Da kann ich rech­nen wie ich will, das passt nur, wenn ich eben­falls von einem 50% Anteil für Inmagine aus­ge­he.

Es sei denn: Wer sich nicht die Mühe macht und die erhal­te­nen Euro in US-​Dollar umrech­net, kommt genau­er auf die 3,12 USD: 10 USD (statt Euro), davon 40% weg, blei­ben 6 USD. Davon 52% Anteil sind genau 3,12 USD. Der Währungswechselkurs wird von Inmagine dann ein­fach ein­ge­stri­chen. Ich habe Inmagine am 27.10.2014 eine Mail mit der Bitte um Erklärung geschickt, bis­her habe ich kei­ne Antwort erhal­ten. Sobald ich die Antwort habe, wer­de ich sie nach­rei­chen.

Interessant ist auch, dass mei­ne Bilder aus der Inmagine-Suchmachine ent­fernt wur­den, obwohl ich das nicht gefor­dert hat­te. Das ist jedoch ein rich­ti­ger Schritt aus mei­ner Sicht und des­halb habe ich auch im die kom­plet­te Entfernung mei­ner Bilder bei Inmagine gebe­ten, denn aktu­ell sind sie nur aus der Suchmaschine ent­fernt wor­den, die Detailseiten sind noch vor­han­den. Hier ein Link, wenn er nicht mehr geht, wur­den die Bilder end­lich ent­fernt. So sieht das aus:

inmagine-apotheken-foto
Ärgerlich ist auch, dass auf den Detailseiten nir­gends der Name des Fotografen noch ein ande­rer Hinweis auf die Quelle des Bildes zu fin­den ist und auch der bei den meis­ten Agenturen obli­ga­to­ri­sche Link auf wei­te­re Bilder des Fotografen fehlt.

Nicht nur 123rf/​Inmagine arbeiten so

Unabhängig vom Fall Inmagine hat mich ein ande­rer Fotograf fast zeit­gleich dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass bei der deut­schen Bildagentur F1 Online auch vie­le Fotos der Agentur doc stock ange­bo­ten wer­den.

doc-stock-f1-online
Hier liegt der Fall etwas anders, weil doc stock ursprüng­lich eine eigen­stän­di­ge Agentur war, wel­che jedoch von F1 Online auf­ge­kauft wur­de. Aktuell ist der Eigentümer jedoch eben­falls der sel­be.

Um zu klä­ren, wie hier die Honorarverteilung ist, wenn ein Bild von doc stock über F1 Online ver­kauft wird, obwohl bei­de Agenturen der­sel­ben Firma gehö­ren, habe ich ein­fach bei F1 Online ange­ru­fen und die Geschäftsführerin von F1 Online, Sabine Pallaske, um Auskunft für die­sen Blog gebe­ten. Sie erklär­te mir bereit­wil­lig, wie die Prozentverteilung aus­sieht und ande­re Details, ver­bot mir aber weni­ge Minuten nach dem Telefonat, die­se Informationen zu ver­öf­fent­li­chen. Stattdessen soll­te ich mei­ne Anfrage noch mal schrift­lich ein­rei­chen, wor­auf ich lei­der nur die­se – weni­ger detail­rei­che – Auskunft erhielt:

Hallo Herr Kneschke,

Sie haben Ihr Anliegen durch­aus am Telefon dar­le­gen kön­nen. Auf der ande­ren Seite geht es Ihnen ja um eine ver­bind­li­che Aussage, die zitat­fä­hig ist.

Grundsätzlich haben wir mit unse­ren Vertriebspartnern und unse­ren Fotografen fes­te Splittings.

Doc-​Stock ist in unse­rem Fall eine Sonderregelung:
Doc-​Stock ist ein eigen­stän­di­ges Portfolio, das wir erst seit 3 Jahren ver­tre­ten und das auch gutem Grund unter einer eige­nen Marke ange­bo­ten wird. Hier haben wir wie bei uns üblich fes­te, trans­pa­ren­te Verträge.

F1online fun­giert als Partner von doc-​stock und über­nimmt nicht alle Bilder des sehr spe­zia­li­sier­ten Angebots von doc-​stock in sein Portfolio.

Den Anbieter /​ Fotografen wur­den kom­mu­ni­ziert: wer auch über F1online anbie­ten möch­te, kann dem zustim­men (oder auch nicht – ohne dass für die Präsenz bei doc-​stock Nachteile ent­ste­hen). Im Fall der Zustimmung wird eine Handling-​Fee abge­zo­gen ( Umlegung Verwaltungskosten, Verschlagwortung neu, Bereitstellung auf Website F1online.de, Picturemaxx, Fotofinder usw ), wenn das Bild nicht über die Website /​ Online-​Präsenz doc-​stock, son­dern über F1 Online lizen­ziert wird.
Dies hat mit unse­ren all­ge­mei­nen Verträgen betref­fend Vertriebspartner /​ Fotografen nichts zu tun.

Unsere Verträge mit Vertriebspartnern beschrei­ben ein­deu­tig unse­ren Anteil, den wir an die zu zah­len haben. Der Verteilungsschlüssel Vertriebspartner zu deren Fotografen liegt nicht in unse­rer Hand. Im umge­kehr­ten Fall ist dies ein­deu­tig über unse­re Verträge mit dem Fotografen /​ Lieferanten gere­gelt. Bei Rückfragen ste­he ich Ihnen ger­ne zur Verfügung,

herz­li­che Grüsse , Sabine Pallaske“

Auch hier wie­der die Formulierung von „Partnern“, wobei bei­de Agenturen fak­tisch dem sel­ben Eigentümer gehö­ren. Fairerweise möch­te ich ergän­zen, dass die „Handling-​Fee“ deut­lich gerin­ger ist als die 40% von Inmagine.

Ich bin mir nicht sicher, wie die Vorgehensweise, vor allem im Fall von 123rf juris­tisch zu bewer­ten ist, mora­lisch ist es aber unschön: Die Agenturinhaber kas­sie­ren beim sel­ben Verkauf 2x, der Fotograf erhält jedoch nur 1x Geld.

Wie schätzt ihr die Sache ein? Kennt ihr ande­re Agenturen mit glei­chem Inhaber?

Update 31.10.2014:
Es kommt Bewegung in die Sache. Ein Mitarbeiter von 123rf hat ers­tens hier Stellung bezo­gen und zwei­tens hier erklärt, dass in den kom­men­den Tagen die Bilder von 123rf nicht mehr bei Inmagine ange­bo­ten wür­den, wenn die oben genann­ten „API Partner“ deak­ti­viert sind.