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4 Strategien zum Verteilen von Stockfotos auf Bildagenturen

In letz­ter Zeit habe ich eini­ge Mails und Kommentare wie die­sen hier von Ben bekom­men, in dem er zusam­men­ge­fasst fragt: „Wie ent­schei­det ihr, wo ihr was hoch­la­det? […] Was ist eure Strategie beim Platzieren eurer Bilder?

Bevor ich mei­nen Ansatz erklä­re, will ich kurz die vier Strategien vor­stel­len, die mei­ner Ansicht nach die vor­herr­schen­den Modelle auf dem Bildermarkt sind, zwei davon sind eher auf eine exklu­si­ve Verteilung der Bilder aus­ge­rich­tet und zwei auf die nicht­ex­klu­si­ve Verteilung, mit all den Vorteilen bzw. Nachteilen.

Die beiden exklusiven Strategien

1. Vollexklusivität

Die Vollexklusivität ist recht schnell erklärt: Der Fotograf bin­det sich kom­plett an eine Bildagentur und arbei­tet aus­schließ­lich mit ihr zusam­men. Das ist zum Beispiel bei Agenturen wie Getty Images üblich (wenn auch nicht unbe­dingt not­wen­dig) oder ver­trag­lich ver­pflich­tend, wenn man als Fotograf exklu­siv zum Beispiel für die Microstock‐Tochter von Getty, iStock, arbei­ten möch­te.

Das hat den Vorteil, das man sich als Fotograf nur auf eine Agentur kon­zen­trie­ren muss und deren Mechanismen, Algorithmen und Mitarbeiter bes­ser ken­nen­ler­nen kann. Der Nachteil ist jedoch offen­sicht­lich: Die Abhängigkeit ist bei die­sem Modell am größ­ten. Wenn iStock zum Beispiel ent­schei­det, die Honorare zu kür­zen, bleibt einem wenig übrig als das zu schlu­cken oder die Zusammenarbeit zu been­den.

2. Bildexklusivität

Eine Variante der Exklusivität ist es, sich nicht als Fotograf kom­plett einer Agentur zu ver­schrei­ben, son­dern nur jedes Bild exklu­siv zu einer Agentur zu geben, zum Beispiel sei­ne Foodbilder nur zu Stockfood, sei­ne People‐Bilder nur die Westend61 und sei­ne Landschaftsfotos nur zu Plainpicture.

Der Gedanke dahin­ter ist, dass sich eini­ge Agenturen auf bestimm­te Looks und Themen spe­zia­li­siert haben und des­halb die­se Bilder bes­ser ver­kau­fen könn­ten als eine Universalagentur, die alles anbie­tet. Das erfor­dert jedoch mehr Erfahrung, um rea­lis­tisch ein­schät­zen zu kön­nen, wel­che Bilder wo am bes­ten auf­ge­ho­ben sind und macht mehr Arbeit. Dafür ist die Abhängigkeit von einer Agentur gerin­ger.

Die beiden nichtexklusiven Strategien

3. leich­te Bilderstreuung

Es gibt auch etli­che gute Gründe gegen Exklusivität. Deshalb ist dir drit­te Strategie, sei­ne Bilder leicht zu streu­en. Was jemand unter „leicht“ ver­steht, ist ver­schie­den. Das sind in der Regel meist Shutterstock und Adobe Stock als Platzhirsche unter den Microstock‐Agenturen, dann meist noch 2–6 ande­re Agenturen, wel­che alle die glei­chen Bilder bekom­men. Ein guter Ausgangspunkt ist die­se Umfrage zu den bes­ten Bildagenturen, wel­che nach Fotografenumsatz sor­tiert ist.

Da die zu erwar­ten­den Umsätze sich je nach Agentur stark unter­schei­den, kon­zen­triert sich der Fotograf hier auf die sei­ner Ansicht nach lukra­tivs­ten Agenturen, um sei­nen Arbeitsaufwand gering zu hal­ten bei best­mög­li­chen Umsatzchancen. Die Abhängigkeit gegen­über einer Bildagentur ist sehr gering, weil es genug ande­re Agenturen gibt, die even­tu­ell weg­fal­len­de Umsätze abfe­dern kön­nen.

4. tota­le Bilderstreuung

Das kom­plet­te Gegenteil zur Vollexklusivität ist die tota­le Bilderstreuung. Das bedeu­tet, dass ein Fotograf die glei­chen Bilder bei (fast) jeder Agentur hoch­lädt, die er fin­den kann. Das geschieht meist auto­ma­ti­siert über Upload‐Dienste wie StockSubmitter oder picWorkflow.

Der Gedanke dahin­ter ist, auf mög­lichst vie­len Märkten prä­sent zu sein und so die maxi­mal mög­li­chen Verkäufe zu erzie­len. Das Nachteil ist jedoch ein Kontrollverlust über sei­ne Bilder, weil eini­ge Agenturen die­se wie­der­um an Partneragenturen lie­fern und so wei­ter.

Kriterien für die Auswahl einer Strategie

Nicht jede Agentur unter­stützt jedes Modell. Einige Agenturen ver­lan­gen eine Bildexklusivität beim Upload, ande­re bie­ten die Wahl, ob der Fotograf bzw. nur die Bilder exklu­siv sein wol­len oder nicht. Manche Agenturen neh­men nur bestimm­te Themen an oder wün­schen sich eine bestimm­te Bildsprache, die ande­re Agenturen wie­der­um ableh­nen.

Bei eini­gen Agenturen wie iStock oder EyeEm ist der Uploadprozess so kom­plex und unter­schei­det sich von den ande­ren, dass sich der Upload nur schwer auto­ma­ti­sie­ren lässt. Je nach­dem, wel­che Sprache bei der Verschlagwortung eine Agentur ver­langt, kann es not­wen­dig sein, die­se über­set­zen zu müs­sen, um meh­re­re Agenturen zu belie­fern.

Welche Strategie verfolge ich warum?

Früher habe ich mei­ne Bilder nicht­ex­klu­siv zu ziem­lich vie­len Bildagenturen hoch­ge­la­den, laut mei­ner Liste gab es schon mehr als 35 Agenturen, die ich aus­pro­biert habe. Etliche davon gibt es schon gar nicht mehr und im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass der Aufwand für das Hochladen oft nicht die gerin­gen Erträge lohnt, wel­che die Agentur erwirt­schaf­tet.

Deswegen bin ich mitt­ler­wei­le deut­lich selek­ti­ver bei der Auswahl der Bildagenturen. Meine übli­chen Fotos lade ich regel­mä­ßig bei neun Agenturen hoch: Adobe Stock, Shutterstock, 123rf, Dreamstime, Zoonar, Pitopia, Canva, Alamy und Mostphotos. Shutterstock wie­der­um ver­sorgt noch Bigstock, das sind also 10 Agenturen, was schon recht viel ist.

Jedes Jahr schaue ich, wel­che Agenturen die gerings­ten Umsätze erzie­len, wie viel Arbeit der Upload dort­hin macht und stel­le dann auch den Upload zu einer Agentur ein, wenn die Erlöse zu gering wer­den.

Damit schwan­ke ich bei den beschrie­be­nen Strategien zwi­schen Nummer 3 und 4. Von der tota­len Streuung hal­ten mich zwei Faktoren ab. Zum einen sehe ich an mei­nen Erlösen, dass selbst vie­le klei­ne Agenturen nicht mal ansatz­wei­se einen rele­van­ten Zusatzbetrag erwirt­schaf­ten wür­den. Geheimtipps unter den Agenturen gibt es kaum.

Selbst wenn ich durch eine Automatisierung des Uploads kei­ne zusätz­li­chen Kosten oder Zeitaufwand bei einer Erhöhung der Agenturanzahl hät­te (Stocksubmitter unter­stützt bei­spiels­wei­se ca. 30 Agenturen), spricht mei­ner Ansicht nach etwas ande­res dage­gen: Die Käuferanzahl ist begrenzt.

Wenn ich mei­ne Bilder bei Agenturen hoch­la­de, die direk­te Konkurrenten sind, kann es pas­sie­ren, dass die­se sich gegen­sei­tig durch Rabatte oder das gene­rel­le Drücken von Bildpreisen die­se Käufer abspens­tig machen wol­len. Vor allem Depositphotos hat­te da in der Vergangenheit eini­ge Skandale. Es klingt para­dox, kann aber pas­sie­ren: Bei der Belieferung von zu vie­len Bildagenturen könn­ten die Einnahmen sin­ken, weil der Kunde das gewünsch­te Bild bei der bil­ligs­ten Agentur kauft, statt bei der, die für die Fotografen die bes­ten Konditionen hat. Siehe bei­spiel­haft dazu die Diskussion zur neu­en Agentur Onepixel.

Meine Tipps für Einsteiger

Anfängern wür­de ich drei Dinge emp­feh­len:
Erstens nie exklu­siv zu gehen, um erst mal einen Marktüberblick zu erhal­ten und zu ver­ste­hen, wel­che Unterschiede es zwi­schen den Agenturen gibt. Außerdem ist Exklusivität mei­ner Ansicht nach eh ein aus­ster­ben­des Modell, wie auch die voll­ex­klu­si­ven Fotolia‐Nutzer letz­te Woche schmerz­lich erfah­ren muss­ten.

Zweitens sich am Anfang auf 3–4 umsatz­star­ke Agenturen zu kon­zen­trie­ren (z.B. Adobe Stock, Shutterstock, 123rf und Alamy), um sich nicht zu ver­zet­teln und unnö­ti­ge Zeit und Energie in Agenturen zu inves­tie­ren, die sich spä­ter doch nicht loh­nen.

Drittens infor­miert zu blei­ben über neue Entwicklungen auf dem Bildermarkt und ggf. spä­ter doch 2–3 wei­te­re Agenturen aus­zu­pro­bie­ren, ob die­se lukra­tiv sind, aber auch den Mut haben, die Geschäftsbeziehung zu einer Agentur zu been­den, wenn sich die­se nicht mehr lohnt. Hier lege ich euch natür­lich die­sen Blog hier oder mei­ne Facebook‐Seite ans Herz oder das Branchenforum MicrostockGroup.

Welche Strategie ver­folgt ihr und war­um?

Hinweis: Farbraum bei Schwarz‐Weiß‐Bildern beim Upload zu Adobe Stock beachten

Es gibt selbst nach über zehn Jahren Stockfotografie‐Erfahrungen noch neue Details, die ich ler­nen kann.

So habe ich zum Beispiel vor paar Tagen in der Facebook‐Gruppe „Stockfotografie – Gemeinsam erfolg­reich“ den Hinweis dar­auf erhal­ten, war­um eini­ge mei­ner Schwarz‐Weiß‐Bilder bei Adobe Stock nur hell­grau ange­zeigt wer­den.

Am deut­lichs­ten erkenn­bar ist das Problem bei der Gegenüberstellung die­ser zwei Bilder:

Oben seht ihr die ursprüng­li­che Version des Bildes, unten die kor­rek­te neue Version. Bei ande­ren Bildagenturen wird auch die obe­re Version so ange­zeigt wie das unte­re Bild.

Wie unter­schei­den sich die bei­den Dateien?

Ich mache es kurz: Es liegt anschei­nend am sRGB‐Farbraum. Das obe­re Bild hat den „Graustufen“-Farbraum, was bei einem S/W‐Bild irgend­wie nahe­lie­gend ist. Das unte­re Bild habe ich ein­fach in den sRGB‐Farbraum umge­wan­delt.

Über die­ses Detail schwei­gen sich die Upload‐Hinweise von Adobe Stock und auch Fotolia bis­her aus:

Dateiangaben für den Bild‐Upload zu Fotolia
Dateiangaben für den Bild‐Upload bei Adobe Stock

Falls ihr also selt­sam kon­trast­ar­me Schwarz‐Weiß‐Bilder in eurem Adobe Stock‐Portfolio seht, soll­tet ihr den Farbraum die­ser Bilder kon­trol­lie­ren.

Details zum neuen Adobe Stock Contributor Portal

Gestern war nicht nur der ers­te Tag der Photokina 2016, son­dern in der Creative Cloud von Adobe gab es zwei Updates für Lightroom sowie Adobe Bridge.

Der Grund ist das neue Contributor Portal von Adobe Stock, mit dem Fotografen nun direkt zu Adobe Stock hoch­la­den kön­nen, mit eini­gen coo­len Features! Offiziell ist die Seite noch im Beta‐Stadium, kann aber schon rich­tig genutzt wer­den.

Upload-Ansicht im neuen Adobe Stock Contributor Portal
Upload‐Ansicht im neu­en Adobe Stock Contributor Portal

Ich habe mir die Details direkt vom ver­ant­wort­li­chen Produktmanager Morgan De Lossy erklä­ren las­sen (sie­he mein miss­lun­ge­nes ers­tes Facebook Live‐Video ges­tern).

Ganz wich­tig:
Wer sich das ers­te Mal bei der neu­en URL (https://contributor.stock.adobe.com) für das Contributor Portal ein­loggt, wird gefragt, ob er schon einen Fotolia‐Account hat.
Hier ist es sehr wich­tig, dass ihr kor­rekt vor­geht, damit ihr euren Fotolia‐Account mit dem neu­en Adobe Stock Account syn­chro­ni­sie­ren könnt. Dafür müsst ihr die­sel­be Email‐Adresse wie bei eurem Fotolia‐Account* ange­ben. Wer das nicht macht, kann es nicht nach­träg­lich ändern!

Wer zwei sepa­ra­te Accounts erstellt, also Fotolia‐ und Adobe Stock‐Account nicht zusam­men­führt, pro­fi­tiert zum Beispiel nicht von den Ranking‐Vorteilen der Adobe Stock‐Verkäufe und auch exis­tie­ren­de Model Releases, Steuerformulare usw. wür­den nicht beim Adobe Stock Contributor Portal ange­zeigt und so wei­ter.

Was ist neu?
Wie anfangs erwähnt, gab es ein Update für Adobe Bridge und Lightroom. Aus bei­den Programmen kann nun direkt zu Adobe Stock hoch­ge­la­den wer­den.

Für Einsteiger ist auch inter­es­sant, dass bei nicht ver­schlag­wor­te­ten Bildern nun eine Bilderkennung greift und auto­ma­tisch die fünf pas­sends­ten Suchbegriffe vor­schlägt. So ler­nen auch Leute schnell, wel­che Stock‐Keywords am rele­van­tes­ten sind. Auch kön­nen im Gegensatz zu bis­her Keywords bear­bei­tet, gelöscht oder hin­zu­ge­fügt wer­den.

Endlich gibt es auch eine Suchfunktion für Model‐ und Property‐Releases und der Upload grö­ße­re Bilder (bis zu 68 Megapixel) ist mög­lich.

Ebenfalls schon lan­ge gewünscht sind genaue­re Ablehnungsgründe. Die aktu­el­le Liste mög­li­cher Ablehnungsgründe fin­det ihr hier.

Kann Fotolia wei­ter­hin genutzt wer­den?
Ja, auch wer wie emp­foh­len sei­nen Fotolia‐Account mit dem Adobe Stock‐Account syn­chro­ni­siert, kann wei­ter­hin wie gewohnt über Fotolia dar­auf zugrei­fen. Auch eine Kombination ist mög­lich: Zum Beispiel das Hochladen über das neue Contributor Portal, aber die Ansicht der Statistiken über Fotolia.

Wie ist das mit den Kommissionen?
Für etwas Verwirrung sorg­te ges­tern bei eini­gen Kontributoren der Punkt, dass für Verkäufe über Adobe Stock eine ande­re Vergütung als über Fotolia gezahlt wird. Dabei ist s jedoch egal, ob neue Dateien über Fotolia oder das neue Adobe Stock Contributor Portal hoch­ge­la­den wer­den, da die Bilder auf bei­den Wegen in der glei­chen Datenbank lan­den. Relevant für die Kommission ist nur, auf wel­cher Plattform die Bilder gekauft wer­den.

Was pas­siert in Zukunft?
Da das neue Contributor Portal noch im Beta‐Stadium ist, wer­den noch eini­ge Bugs gefixt wer­den und aktu­ell sind noch eini­ge Funktionen wie das Bestimmen des Startpreises oder des EL‐Preises nicht ver­füg­bar. Das soll aber bald kom­men und basie­rend auf den Wünschen der Nutzer sol­len wei­te­re Funktionen dazu­kom­men.

Es scheint klar, dass sich der Fokus immer mehr in Richtung Adobe Stock bewegt, wes­halb ich jedem emp­feh­le, sich mit den neu­en Möglichkeiten ver­traut zu machen und im Idealfall schon sei­nen Workflow dahin­ge­hend anzu­pas­sen.

Was sagt ihr zum neu­en Adobe Stock Contributor Portal?

* Affiliate

Neuer Upload‐Service dropstock.io in der Beta‐Phase

Vor einem guten Jahr hat­te ich hier „14 Tools zum Upload zu ver­schie­de­nen Bildagenturen“ vor­ge­stellt.

Einer der vor­ge­stell­ten Dienste war Stocksender, wel­cher über den Cloud‐Dienst Dropbox lief. Stocksender wur­de jedoch Ende 2015 ein­ge­stellt. Zwei Nutzer von Stocksender, Robert Jung aus Deutschland und Ana Flašker aus Slowenien fan­den das scha­de und grün­de­ten dar­auf­hin den ähn­li­chen Dienst dropstock. io, wel­cher sich momen­tan in der öffent­li­chen Beta‐Phase befin­det.

dropstock.io 23-05-_2016_09-42-52 dropstock.io erlaubt es Fotografen,  ihre Bilder in einen Dropbox‐Ordner zu legen und die­se wer­den von dort auto­ma­tisch zu den gewünsch­ten Bildagenturen hoch­ge­la­den. Das Ganze funk­tio­niert vollautomatisch,nachdem ein­ma­lig die Zugangsdaten zu den jewei­li­gen FTP‐Servern hin­ter­legt wurden.Die Bilder müs­sen jedoch trotz­dem auf den Webseiten der jewei­li­gen Agenturen wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den im Gegensatz zu Tools wie Stocksubmitter oder Octopus.

>Der Service ist momen­tan kos­ten­los, in der Zukunft ist geplant, güns­ti­ge Volumen‐Pakete anzu­bie­ten. Zur Zeit wer­den nur JPG‐Bilder unter­stützt, es wird aber auch über­legt, in Zukunft Video‐Dateien zu unter­stüt­zen sowie bestimm­te Agenturen mar­kie­ren zu kön­nen (um zum Beispiel redak­tio­nel­le Bilder nur an einen Teil der Agenturen sen­den zu kön­nen).

Der Vorteil eines Services wie dropstock.io liegt auf der Hand: Er spart Zeit und Bandbreite beim Upload, weil die Bilder nur 1x auf den Dropbox‐Server gela­den wer­den müs­sen, um von dort auf meh­re­re Agenturen ver­teilt wer­den zu kön­nen.

Der Nachteil: Es müs­sen die sen­si­blen FTP‐Login‐Daten in der Dropbox hin­ter­legt wer­den sowie der dropbox.io-App Zugriff auf den eige­nen Dropbox‐Account gewährt wer­den.

14 Tools zum Upload zu verschiedenen Bildagenturen

Schon oft habe ich die Frage gele­sen: „Gibt es ein Programm, mit dem man sei­ne Bilder zu vie­len Agenturen gleich­zei­tig schi­cken kann?“ Idealerweise auch noch mit Statistik‐Auswertung, Verschlagwortung, Fotoverwaltung und so wei­ter.

Solche Programme gibt es und ich habe auch eini­ge aus­pro­biert. Jedoch erlaubt es mir mei­ne Zeit nicht, jedes Programm so aus­führ­lich zu tes­ten, wie ich es für eine Rezension in mei­nem Blog erfor­der­lich hal­te.

Deswegen habe ich mich bis­her davor gescheut, die­se Software oder Tools vor­zu­stel­len, denn mein Anspruch ist es, ver­läss­li­che Informationen in mei­nem Blog zu lie­fern, denen ich ver­trau­en könnt. Deshalb wei­se ich aus­drück­lich hin, dass die Werkzeuge, die ich gleich vor­stel­len wer­de, fast alle nicht aus­führ­lich von mir getes­tet wur­den.

picworkflow*

picworkflow

Preis: kos­ten­los, Funktionen aber auf Credit‐Basis, 100 Credits pro Monat kos­ten­los (Upload pro Bild/Agentur z.B. 1 Cent)
Plattform: brow­ser­ba­siert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos (expe­ri­men­tell)
Hauptfunktionen: Verschlagwortung, Multi‐Upload, Retusche, Kategorien, Online‐Storage

Picworkflow wird von dem Fotografen und Programmierer Bob Davies betrie­ben und wird von eini­gen namen­haf­ten Größen im Microstock‐Bereich benutzt, weil der Workflow und die Funktionen stark an Stockfotografen ange­passt sind.

picworkflow-backend
Einblick in einen Teil des Backends von pic­work­flow

Das Tool kann – gegen Bezahlung – Bilder in eng­lisch ver­schlag­wor­ten und mit Titeln sowie Beschreibung ver­se­hen. Der Upload an ca. 35 Agenturen wird unter­stützt sowie allen wei­te­ren, wel­che einen FTP‐Zugang haben.

Ganz nütz­lich ist auch, dass das Tool die Kategorien bei Bildagenturen mit aus­wäh­len kann, wenn dafür ein zusätz­li­ches kos­ten­lo­ses Browser‐Plugin instal­liert wird.

StockSubmitter

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Preis: kos­ten­los bis 33 Dateien pro Monat/Agentur, danach je nach Menge ca. 10–40 Euro pro Monat
Plattform: PC, Mac‐Version in Arbeit
Dateien: Fotos, Vektoren, Videos, Audio
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Kategorien, Release‐Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

Hinter StockSubmitter ste­cken als Gründer der rus­si­sche 3D‐Modeller Konstantin Yermolayev und sein Programmierer Dmitry Budnikov zusam­men mit ihrem Team. Die Hauptidee ist, dass der kom­plet­te Uploadprozess in der Software statt­fin­den kann, ohne danach noch auf den Agenturwebseiten etwas ankli­cken zu müs­sen.

screenshot stocksubmitter
Auf den ers­ten Blick wirkt das Programm rela­tiv über­la­den und es braucht etwas Zeit, um sich damit zurecht­zu­fin­den. Zwei Tutorials auf eng­lisch, die einen ers­ten Überblick geben, fin­den sich hier und hier. Im zwei­ten Tutorial wer­den auch eini­ge nütz­li­che Keyword‐Tools erklärt. Interessante Besonderheit: StockSubmitter unter­stützt den Upload zu Alamy und iStock, obwohl die­se kei­nen FTP‐Zugang anbie­ten.

Octopus Microstock

octopus-microstock-logo
Preis: kos­ten­los für 20 Bilder pro Agentur, mehr Bilder kos­ten je nach Menge 9–19 USD pro Monat
Plattform: für PC
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Kategorien, Release‐Zuordnung, Indexierung auf Agenturseiten

screenshot-octopus
Ebenfalls aus Russland kommt die­se Software, wel­che StockSubmitter ähn­lich ist. Auch hier ist das Programm dar­auf ange­legt, bei 22 Bildagenturen den kom­plet­ten Upload‐Prozess in der Software steu­ern zu kön­nen, ohne die Agenturseite besu­chen zu müs­sen. Weitere Agenturen wer­den via FTP unter­stützt. Auch hier ist die Bedienung durch den Funktionsumfang etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig, auf den ers­ten Blick jedoch nicht ganz so kom­plex wie bei StockSubmitter.

Lightburner

Preis: ein Testmonat kos­ten­los, danach ca. 10–50 USD pro Monat je nach Menge der Dateien
Plattform: brow­ser­ba­siert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Keyword‐Übersetzung

lightburner-homepage
Lightburner wird von der klei­nen israe­li­schen Software‐Firma Pixamba pro­du­ziert, wel­che schon 2006 die Software ProStockMaster (sie­he unten) ins Leben rief. Es war bis 2013 kos­ten­los, dann wur­de der Dienst in einen Bezahlservice umge­wan­delt. Dafür wur­de die kos­ten­pflich­ti­ge Software ProStockMaster kos­ten­frei gemacht.

ProStockMaster

Preis: kos­ten­los, aber nur in Verbindung mit kos­ten­pflich­ti­gem Lightburner‐Account
Plattform: für PC und Mac
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword‐Vorschläge und -Übersetzung, Foto‐Verwaltung, Multi‐Upload

prostockmaster

ProStockMaster ist die mitt­ler­wei­le kos­ten­lo­se Desktop‐Erweiterung für den bezahl­ten Dienst Lightburner und kann nur in Kombination mit einem Lightburner‐Account genutzt wer­den. Mit dem Tool kön­nen die eige­nen Stockfotos ver­wal­tet, ver­schlag­wor­tet, über­setzt und auch an ver­schie­de­ne Agenturen (mit­tels Lightburner) gleich­zei­tig hoch­ge­la­den wer­den.

Stock Photo Manager

Preis: bis 3 Agenturen und 200 Fotos kos­ten­los, danach je nach Menge der Fotos und Agenturen von ca. 58 bis 213 Euro
Plattform: für PC, Mac und Linux
Dateien: Fotos, Vektoren
Hauptfunktionen: Keyword‐ und Foto‐Verwaltung, Multi‐Upload, Release‐Verwaltung, Deepmeta‐Import

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Der deut­sche Softwareingenieur und Fotograf Frank Merfort hat den Stock Photo Manager kre­iert. Die Stärke liegt in der Verwaltung und Sortierung von Suchbegriffen (auch mehr­spra­chig). Das Programm ist im Laufe der Zeit rela­tiv umfang­reich gewor­den, der Nutzer Ralf Eckert hat des­we­gen eine aus­führ­li­che Anleitung als PDF hier kos­ten­frei bereit­ge­stellt.

GO Stock

Preis: kos­ten­los
Plattform: für PC und Mac (mit Java 6)
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload

gostockGO Stock ist ein klei­nes Java‐Tool, wel­ches rela­tiv sim­pel ist: Bilder kön­nen per Drag & Drop zu GO Stock gezo­gen wer­den und wer­den dann auto­ma­tisch an alle Bildagenturen (außer iStock und Veer) hoch­ge­la­den, für wel­che die Zugangsdaten im Tool lokal hin­ter­legt wur­den. Im Grunde ist es also ein sehr beque­mer FTP‐Uploader, der jedoch wirk­lich nur die Zeit spart, die man gebraucht hät­te, um im FTP‐Programm nach­ein­an­der die Bilder in die ver­schie­de­nen Agenturen zu zie­hen.

Stockuploader

stockuploader-logo
Preis: kos­ten­los nach Registrierung
Plattform: für PC und Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Keyword‐Tool

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Ähnlich wie GO Stock funk­tio­niert der Stockuploader. Die Hauptfunktion ist der FTP‐Upload an meh­re­re Agenturen, der wich­ti­ge Unterschied ist jedoch, dass bei aus­rei­chen­der Bandbreite meh­re­re Upload‐Slots gleich­zei­tig gestar­tet wer­den, sodaß lang­sa­me FTP‐Verbindungen auf Seiten einer Agentur kein Nadelöhr mehr dar­stel­len. Die Möglichkeiten des Verschlagwortung‐Tools wer­den hier in eng­lisch beschrie­ben.

Easy Stock

Preis: 34 Euro
Plattform: für Mac
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload

screenshot EasyStock
Easy Stock ist ein Produkt des ita­lie­ni­schen Multimedia‐Designers Fulvio Massini, die im Grunde ähn­lich wie GO Stock oder Stockuploader funk­tio­niert. Bilder kön­nen per FTP an meh­re­re Agenturen geschickt wer­den, vor­her wird ange­zeigt, ob even­tu­ell Metadaten feh­len und ob die Mindestgröße erfüllt ist. Der Entwickler hat ein ca. 35. minü­ti­ges Video‐Tutorial bei Udemy ver­öf­fent­licht, in dem der Umgang mit dem Programm erklärt wird.

KeyStocker

Preis: Credit‐basiert, ein Credit kos­tet 1 Euro
Plattform: brow­ser­ba­siert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Videos
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Keywording‐Service

keystocker-webseite
Der deut­sche Videofilmer Georg Votteler such­te etwas wie den Dienst pic­work­flow, nur eben für Videos, weil dort die Unterstützung nur rudi­men­tär ist. Deshalb ent­wi­ckel­te er kur­zer­hand Keystocker, wel­ches sich stark den den Bedürfnissen pro­fes­sio­nel­ler Stock‐Videografen aus­rich­tet. Der Dienst bie­tet einen Verschlagwortungsservice für Videos mit CSV‐Export‐Möglichkeit, kann Videos für die Agentur VideoHive kon­ver­tie­ren und vor allem wer­den die Videos deut­lich schnel­ler an die Agenturen geschickt als beim Einzel‐Upload vom hei­mi­schen Rechner.

Mymicrostockupload.com

Preis: Credit‐basiert, ein Credit kos­tet einen US‐Cent, ein Bild ver­braucht 1 Credit.
Plattform: brow­ser­ba­siert, daher für PC, Mac, Linux
Dateien: Fotos
Hauptfunktionen: Multi‐Upload

mymicrostockuploads-screenshot
Ziemlich neu ist der Dienst vom Deutschen Thomas John. Hier wird in Credits bezahlt, wobei ein Credit 1 US‐Cent kos­tet. Hauptfunktion ist das Hochladen auf den Server von Mymicrostockupload.com, von wo die Bilder an die gewünsch­ten Agenturen ver­teilt wer­den.

Stock Photo Express

Preis: 7 Dateien pro Woche kos­ten­los, ansons­ten 37 USD
Plattform: für PC
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, Keyword‐Tool

StockPhotoExpress-websiteDie Hauptfunktion hier ist eben­falls der Multi‐Upload, ich ver­mu­te jedoch wegen der Nennung eini­ger mitt­ler­wei­le geschlos­se­ner Agenturen in den Screenshots auf der Webseite, dass das Programm schon seit Jahren nicht mehr aktua­li­siert wur­de.

StockSender

Preis: kos­ten­los
Plattform: Dropbox‐App
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload

stocksender-screenshot
Die tür­ki­sche Fotografin Sebnem Köken steht hin­ter StockSender. Das Tool ver­folgt einen inter­es­san­ten ande­ren Ansatz. Hier wer­den die Bilder ein­fach in einen Dropbox‐Ordner* hoch­ge­la­den und dann durch StockSender als Dropbox‐App mit einem Klick auf der StockSender‐Webseite per FTP an die gewünsch­ten Agenturen hoch­ge­la­den. Leider müs­sen dafür die FTP‐Zugangsdaten als Textdatei in der Dropbox gespei­chert wer­den und sie wer­den an die StockSender‐App über­tra­gen.

Eigener FTP‐Server

Preis: Hosting‐Preis für einen Server
Plattform: PC, Mac, Linux
Dateien: alle Dateitypen
Hauptfunktionen: Multi‐Upload, je nach Programmierkenntnissen auch mehr

Wer etwas pro­gram­mie­ren kann, kann sich auch selbst einen „Multi‐Uploader“ mit­tels einem eige­nen FTP‐Server bas­teln. Wie genau das geht, steht hier in die­sem Gastartikel von Marco Schwarz.

Die Vorteile und Nachteile dieser Tools

Die Tools las­sen sich in zwei Gruppen unter­tei­len. Zum einen sind da die Desktop‐Programme, wel­che auf dem hei­mi­schen Rechner instal­liert wer­den. Hier wer­den die sen­si­blen Daten wie Passwörter und Nutzernamen bei den Agenturen meist nur lokal gespei­chert. Dafür wird in der Regel kei­ne Bandbreite oder Zeit beim Upload gespart, wenn alle Bilder nach­ein­an­der über die hei­mi­sche Internetleitung hoch­ge­la­den wer­den.

Im Gegensatz dazu gibt es Online‐Services, wo die Daten nur ein Mal hoch­ge­la­den wer­den und von dort aus an alle gewünsch­ten Agenturen ver­teilt wer­den. Das geht wegen bes­se­rer Server‐Anbindung in der Regel deut­lich schnel­ler, kos­tet aber Geld und erfor­dert Vertrauen in die Entwickler der Tools, dass sie ihre Seite gut genug gegen Angriffe auf Passwörter und Benutzerdaten absi­chern.

Auch die Preismodelle unter­schei­den sich. Einige Programme kos­ten eine ein­ma­li­ge Gebühr, ande­re erfor­dern ein monat­li­chen Abo und ande­re rech­nen nur pro ver­schick­ter Datei ab.

Jedes der vor­ge­stell­ten Tools bie­tet den Multi‐Upload an, also dass die Bilder an alle Agenturen mit einem Klick geschickt wer­den, mit der Einschränkung bei den meis­ten Desktop‐Programmen, dass damit meist kei­ne Zeit und Bandbreite gespart wer­den. Viele Programme bie­ten auch rudi­men­tä­re oder umfang­rei­che­re Statistik‐Auswertungen der Agentur‐Umsätze, aber da habe ich die Erfahrung machen müs­sen, dass die Programme mit mei­nen Datenmengen oft Probleme haben. Außerdem emp­feh­le ich als Statistik‐Dienst Stock Performer, weil die Daten dort ers­tens genau und zwei­tens über­sicht­lich und aus­sa­ge­kräf­tig dar­ge­stellt wer­den.

Viele der Tools bie­ten auch eine Tools zur Erstellung oder Bearbeitung der Suchbegriffe an, hier ist für mich jedoch wich­tig, dass die Begriffe nicht alpha­be­tisch sor­tiert wer­den, was die Auswahl wie­der redu­ziert.

Alles steht und fällt mit dem Programmierer

Ich war bei der Recherche erstaunt, wie vie­le ver­schie­de­ne Tools es für die­sen doch eher klei­nen Markt gibt. Hinter fast allen Tools steht jedoch in der Regel eine ein­zi­ge Person, auch wenn die­se sich manch­mal den Mantel einer Firma umhängt. Das bedeu­tet für die Nutzer, dass sie auf das tech­ni­sche Können und das Durchhaltevermögen die­ser Person ange­wie­sen sind, wenn sie den Dienst auch in Zukunft nut­zen wol­len.

Es gab in der Vergangenheit schon eini­ge ähn­li­che Dienste wie iSyndica oder CushyStock, die jedoch nicht mehr ver­füg­bar sind, weil der Programmierer nicht genug Umsatz mit dem Tool gemacht hat, dass sich eine Weiterentwicklung loh­nen wür­de. Durch die stän­di­gen Webseiten‐Änderungen bei den Bildagenturen ist das aber eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Upload‐Tools.

In der Praxis kon­zen­trie­ren sich die grö­ße­ren Microstock‐Fotografen bis­her auf die Dienste pic­wor­klow, StockSubmitter oder Lightburner. Hier ist durch die grö­ße­re Nutzerbasis auch die Wahrscheinlichkeit für ein Überleben der Tools höher. Wer auf den Preis ach­ten muss oder ganz spe­zi­el­le Funktionen sucht, kann jedoch auch bei den klei­ne­ren Tools fün­dig wer­den.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
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