Schlagwort-Archive: RPI

Das Microstock Geschäft: Wie viel lässt sich damit verdienen?

Kürzlich pos­te­te der Fotograf Luis Alvarez (und Stock Performer Gründer) eini­ge Rechenbeispiele auf sei­ner Facebook-Seite, wo er vor­rech­ne­te, wie viel man mit Stockfotos ver­die­nen könn­te. Ich frag­te ihn, ob er das nicht aus­führ­li­cher als Gastbeitrag für die­sen Blog erklä­ren will. Zusammen mit sei­nem Kollegen Oliver Rivo hat er für euch die­sen Artikel geschrie­ben:

Vor kur­zem unter­hielt ich mich mit einem Freund, der in das Microstock Geschäft ein­stei­gen woll­te. “Hast du das wirk­li­ch vor?”, frag­te ich ihn. “Warum nicht?”, ant­wor­te­te er.

Seine Frage war durch­aus berech­tigt: Warum soll­te er nicht in die Microstock-Welt ein­stei­gen? Viele von uns haben mit­er­lebt, wie es in die­ser Industrie enger und die Konkurrenz här­ter gewor­den ist. Aber bedeu­tet das gleich­zei­tig, dass Newcomer kei­ne Chance mehr haben?

Als wir uns mit die­ser Frage beschäf­tig­ten, ent­stand die Idee eines ein­fa­chen Business Plan Rechners, der uns hel­fen kann, unse­re Ziele zu defi­nie­ren sowie Strategien zu ent­wi­ckeln, sie zu errei­chen. Im Spiel mit dem Rechner wur­de uns bewusst, dass es tat­säch­li­ch mög­li­ch ist, als Neuling in das Microstock-Business ein­zu­stei­gen. Und je nach Zielsetzung gibt es ver­schie­de­ne Wege, das zu tun.

stock-photography-business-plan-rechnerZur Verdeutlichung schau­en wir uns ein paar bei­spiel­haf­te Strategien an.

Dein Business-Plan

Bevor du dich auf dein Microstock-Abenteuer begib­st, müs­sen vier wich­ti­ge Entscheidungen getrof­fen wer­den:

  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?

Die Antworten auf die­se Fragen defi­nie­ren dei­ne Strategie. Ob du mit einem Team zusam­men­ar­bei­test, ob du Menschen oder Stillleben foto­gra­fier­st oder ob du ein Studio mie­test oder nicht – all die­se Fragen müs­sen beant­wor­tet wer­den.

Dein monat­li­cher Umsatz pro Bild (RPI/m)

Der zweit­wich­tigs­te Einflussfaktor ist der zu erwar­ten­de durch­schnitt­li­che Monatsumsatz für jedes Bild, das du pro­du­zier­st. Es mag zwar unmög­li­ch erschei­nen, die­sen Wert zu bestim­men, aber ob du’s glaub­st oder nicht, man hat einen Einfluss auf den monat­li­chen Umsatz pro Bild, auch RPI/m (eng­li­sch für “Revenue per Image per Month”) genannt.

Der RPI/m defi­niert den Betrag, den du im Durchschnitt monat­li­ch mit all dei­nen Bildern ver­dienst. Wenn zum Beispiel 500 dei­ner Bilder online sind und sie monat­li­ch EUR 1.000 ein­brin­gen, dann liegt dein RPI/m bei EUR 2. Es geht immer um einen durch­schnitt­li­chen Wert, das heißt dass wenn du in einem Monat EUR 1.200 ein­nimmst und im nächs­ten Monat EUR 800, bleibt der RPI/m immer noch bei EUR 2.

Wenn du in gro­ßen Mengen Bilder min­der­wer­ti­ger Qualität pro­du­zier­st, von denen sich vie­le ähneln, wirst du mit Sicherheit einen nied­ri­gen RPI/m haben. Eine Ausrichtung auf Nischenthemen mit hoher Nachfrage und einer hohen Qualität dage­gen wird zu hohen Umsätzen pro Bild füh­ren.

Und natür­li­ch gibt es jede Menge Varianten zwi­schen die­sen zwei Extremen.

Der Business Plan Rechner

Um an die­sen Geschäftsmodellen zu arbei­ten, haben wir einen Business Plan Rechner ent­wi­ckelt, der uns auf einen Blick zeigt, wie sich ver­schie­de­ne Strategien ent­wi­ckeln. Öffne ihn in dei­nem Browser und fin­de her­aus, wie gut dein Business für dich funk­tio­niert: https://www.stockperformer.com/calculator

Drei Beispielstrategien für den Einstieg in die Microstock-Welt

Der Business Plan Rechner hilft uns dabei, Strategien zum Einstieg in das Geschäft  mit Microstock zu unter­su­chen. Wir haben drei unter­schied­li­che Beispiele gewählt, alle bezo­gen auf die Produktion von Lifestyle Fotografie:

  • Die Microstock-Produktionsfirma
  • Der Vollzeit Solo-Fotograf
  • Der Freizeit Amateur-Fotograf

Strategie 1: Die Microstock-Produktionsfirma

Der Aufbau einer Microstock Produktionsfirma ist zeit­in­ten­siv und teu­er, aber er erlaubt die Produktion einer gro­ßen Menge an Bildern. Wie wür­de so etwas aus­se­hen?

F66A9610_klein
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    800 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings kön­nen teu­er sein. Geliehenes Equipment, Kleidung und Requisiten, Location-Miete, gute Models, all das kos­tet Geld. Dank eines gro­ßen Teams und guter Vorbereitung soll­te es jedoch mög­li­ch sein, pro Shooting vie­le Bilder zu pro­du­zie­ren. Wir set­zen die Kosten pro Bild bei EUR 25 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Eine Microstock-Produktionsfirma hat Angestellte, z.B. einen Produktionsleiter, der alles orga­ni­siert, einen Produktionsassistenten und eine Vollzeitkraft für die Retusche. Wir mie­ten außer­dem ein Studio. Das kann EUR 6.000 kos­ten.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Da die Startkosten sehr hoch sind, wol­len wir min­des­tens 5 Jahre dabei blei­ben. Wir set­zen die Länge des Business Plans auf 60 Monate.

Welchen monat­li­chen Umsatz pro Bild kön­nen wir erwar­ten? Unser Produktionsbüro inves­tiert hohe Summen in die Shootings, um die best­mög­li­che Qualität zu erzie­len. Gute Vorbereitung erlaubt uns die Auswahl gefrag­ter Themen. Für die­se Strategie set­zen wir als Beispiel einen RPI/m von EUR 1,50 an. Der Business Plan Rechner lie­fert fol­gen­de Ergebnisse:

  • Wir müs­sen EUR 268.800 inves­tie­ren, bevor wir zum ers­ten Mal Geld ver­die­nen!
  • Erst im vier­ten Jahr bekom­men wir unse­re Investition wie­der her­ein und sind unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach fünf Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 636.000. Das ist ein Return on Investment von 237%.

Der Aufbau einer Microstock-Produktionsfirma ist teu­er und bedeu­tet har­te Arbeit. Aber wenn man es rich­tig macht, kann man doch immer noch gutes Geld ver­die­nen.

Strategie 2: Der Vollzeit Solo-Fotograf

Für unser zwei­tes Strategie-Beispiel stel­len wir uns vor, du bist ein ein­zel­ner Fotograf, der alles selbst orga­ni­siert und Vollzeit arbei­tet. Hin und wie­der gib­st du Verschlagwortung und Photoshop-Arbeit an ande­re wei­ter.

© Foto: Luis Alvarez
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    200 pro Monat.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Shootings wer­den zwar so güns­tig wie mög­li­ch pro­du­ziert, aber den­no­ch mit einem Fokus auf Qualität. Für eini­ge dei­ner Bilder bezahl­st du exter­ne Dienstleister für die Verschlagwortung und Retusche. Wir set­zen die Kosten bei EUR 10 an.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Wir gehen davon aus, dass du wei­test­ge­hend allei­ne arbei­test und kein Studio mie­test. Da du Vollzeit arbei­test, mus­st du von Microstock leben. Gehen wir davon aus, dass du mit einem ein­fa­chen Leben zufrie­den bist und EUR 1.800 brauchst, um all dei­ne Rechnungen zu bezah­len.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Als ein Solo-Fotograf kann­st du nur 3 Jahre für die­ses Business ris­kie­ren.

Angenommen du bist talen­tiert und kann­st mit dei­nen begrenz­ten Möglichkeiten einen RPI/m von EUR 1,20 erzie­len. Unser Business Plan Rechner kommt dann zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Du mus­st EUR 28.200 inves­tie­ren, bevor du zum ers­ten Mal Geld ver­dienst!
  • Erst in der Mitte des drit­ten Jahres bekommst du dei­ne Investition wie­der her­ein und bist unterm Strich im grü­nen Bereich.
  • Nach drei Jahren beträgt der Gesamtgewinn EUR 23.040 und beziehst ein monat­li­ches Gehalt von EUR 4.840.

Mit die­ser Strategie wirst du ein paar Jahre lang kämp­fen müs­sen, aber wenn du durch­hält­st, kann­st du dich auf ein Monatsgehalt von knapp EUR 5.000 ein­stel­len!

Strategie 3: Der Freizeit Amateur-Fotograf

Jeder von uns kennt einen Fotografen, der sei­ne Urlaubs- und Hochzeitsbilder bei ein paar Agenturen hoch­lädt. Ist das eine sinn­vol­le Strategie oder nur Zeitverschwendung? Das kön­nen wir mit dem Rechner leicht über­prü­fen:

F66A0278-Edit_klein
© Foto: Luis Alvarez
  • Wie vie­le Bilder kann­st du monat­li­ch pro­du­zie­ren?
    100 pro Monat. Einfach die gesam­te Karte hoch­la­den.
  • Wie viel kos­tet dich die Produktion eines Bildes?
    Unser Amateur-Fotograf macht nur Urlaubs-, Familien- und Haustierbilder, so dass die Kosten pro Bild sehr nied­rig sind. Wir wäh­len EUR 0.
  • Was sind dei­ne monat­li­chen Fixkosten?
    Unser Amateur-Fotograf lebt haupt­be­ruf­li­ch von etwas ande­rem, so dass von Microstock kei­ne regel­mä­ßi­gen Rechnungen bezahlt wer­den müs­sen. Fixkosten EUR 0.
  • Wie vie­le Monate lang will­st du dei­nen Produktionsplan durch­zie­hen?
    Um die­se Strategie mit dem zwei­ten Szenario ver­glei­chen zu kön­nen, wäh­len wir auch hier 36 Monate.

Bilder von Amateuren ver­kau­fen sich auf dem heu­ti­gen Microstock-Markt nur schlecht. Mit Glück kann man einen RPI/m von 15 Euro-Cent erzie­len.

Mit die­ser Strategie kommt unser Business Plan Rechner zu fol­gen­dem Ergebnis:

  • Unser Amateur-Fotograf muss kein Geld inves­tie­ren und macht von Beginn an Gewinn.
  • Nach drei Jahren kon­stan­ter Produktion hat unser Amateur-Fotograf ins­ge­samt knapp EUR 10.000 ein­ge­nom­men und ver­dient monat­li­ch EUR 540.

Wenn dei­ne Erwartungen nicht zu hoch gesteckt sind und du etwas Zeit hast und extra Taschengeld ver­die­nen möch­test, kann die Arbeit als Amateur Microstocker durch­aus ein net­tes Nebeneinkommen bie­ten.

Unsere Tipps für dei­nen Erfolg

Alle drei Strategien zei­gen, dass man mit Geduld und har­ter Arbeit im Microstock-Business auch heu­te noch ein gutes monat­li­ches Einkommen erzie­len kann. Der Business Plan Rechner ver­deut­licht die ver­schie­de­nen Variablen, die dei­nen Erfolg beein­flus­sen.

Vor allem aber zeigt er, dass eine Variable den höchs­ten Einfluss auf dei­nen Gewinn hat: der monat­li­che Umsatz pro Bild (RPI/m). Du kann­st noch so vie­le Bilder mehr pro­du­zie­ren oder dei­ne Kosten pro Bild noch so sen­ken: Ein schlech­ter RPI/m wird die­se Anstrengungen immer zunich­te machen. Andererseits, wenn du dich dar­auf kon­zen­trier­st, dei­nen RPI/m zu erhö­hen, kann dei­ne Microstock-Karriere sehr lukra­tiv sein. Finde es her­aus! Spiele mit dem Business Plan Rechner selbst her­um!

Wir bei Stock Performer haben es uns zum Ziel gesetzt, unse­ren Kunden zu hel­fen ihre Umsätze pro Bild zu erhö­hen und damit ihren Gewinn zu maxi­mie­ren. Ein paar wich­ti­ge Tipps, die wir unse­ren Kunden geben:

  • Konzentriere dich auf Agenturen, die gut dar­in sind, den Content zu ver­kau­fen, den du pro­du­zier­st.
  • Nutze Analytics Tools wie Stock Performer, um den Erfolg dei­ner Bilder zu mes­sen und mehr von den Gewinnbringern zu pro­du­zie­ren. Verschwende kei­ne Zeit an Bildern, die sich nicht ver­kau­fen.
  • Nutze sol­che Analytics Tools, um her­aus­zu­fin­den, wel­cher Content auf wel­chen Agenturen gut läuft. Biete Bilder an der rich­ti­gen Stelle exklu­siv an, um dei­nen Umsatz zu erhö­hen.
  • Identifiziere Nischen, auf die du Zugriff hast.
  • Verfolge den Markt und wel­che Themen und Stile gefragt sind. Stock Performer hilft dir dabei, die kom­men­den und gehen­den Trends zu erken­nen, bevor die ande­ren Fotografen sie ent­de­cken.

Wenn du mehr dar­über ler­nen will­st, wie Stock Performer dir hel­fen kann, dei­ne Einnahmen zu maxi­mie­ren, mel­de dich zu unse­rem Free Trial an oder schi­cke uns ein­fach eine Email: info@stockperformer.com.

Die Tücken der Statistik

Im Februar hat­te ich hier im Blog eine kur­ze Statistik über mei­ne durch­schnitt­li­chen Erlöse pro Fotoverkauf und Bildagentur im letz­ten Jahr ver­öf­fent­licht.

Ausdrücklich schrieb ich dazu, dass die­ser Wert, der soge­nann­te „Revenue per Download“-Wert (kurz RPD) nichts dar­über aus­sagt, wie erfolg­reich eine Agentur ist.

Nichtsdestotrotz wir­ken die ers­ten Plätze in einer Rangliste immer sehr befrie­di­gend, sodaß die bei­den Spitzenreiter Coverpicture und Zoonar in ihren Blogs stolz auf mei­nen Beitrag ver­wie­sen.

Coverpicture schrieb sogar:

Der Verkauf eines ein­zel­nen Bildes bei Coverpicture ist damit im Vergleich genauso viel Wert wie 80 Verkäufe in einer der letzt-platzierten Microstock-Agenturen!“

Genau da kom­men wir auch zu den Tücken der Statistik. So eine Aussage beein­druckt bran­chen­frem­de Leser viel­leicht, weil sie zum Beispiel nicht wis­sen, dass mei­ne „letz­plat­zier­te“ Microstock-Agentur 123rf 2012 aber 312 mal soviel abso­lu­te Verkäufe erzielt hat­te. Oder anders for­mu­liert: Mit 123rf hat­te ich letz­tes Jahr ca. vier mal so viel Geld ver­dient wie mit Coverpicture.

Den Fehler hat­te neu­li­ch auch die DPA gemacht, wel­che in einem Artikel über das „Hobby Stockfotografie“ im letz­ten Absatz die RPD-Zahlen nann­te, aber die­se als „Einnahmen pro Bild“ aus­gab:

Im Fachslang heißt das: Die Presseagentur hat den RPD mit dem RPI ver­wech­selt. Dabei hät­te eine ein­fa­che Kopfrechnung stut­zig machen kön­nen: Bei Coverpicture habe ich über 13.000 Bilder online. Das wür­de bedeu­ten, dass ich 2012 über eine hal­be Million Euro allein mit der einen Agentur ver­dient hät­te und im Monat immer­hin noch über 45.000 Euro. Schön wäre es, stimmt aber lei­der nicht.

Ein Anruf beim Chef vom Dienst bei der DPA half aber, die­sen Irrtum schnell zu berich­ti­gen und die meis­ten Webseiten haben den Fehler im Artikel dann auch kor­ri­giert.

Wer übri­gens auf den Geschmack gekom­men ist, Zahlen zu sei­nem Vorteil zu dre­hen oder im Gegenteil ler­nen möch­te, sol­che Versuche bes­ser zu erken­nen, dem emp­feh­le ich das unter­halt­sa­me Buch „So lügt man mit Statistik“ von Walter Krämer.

* Affiliate

Der typische Umsatz-Zyklus eines Microstock-Bildes

Zahlen sind eine wich­ti­ge Sache. Die meis­ten Stockfotografen, die ich ken­ne, foto­gra­fie­ren nicht für Bildagenturen, weil sie sich da künst­le­ri­sch beson­ders gut aus­drü­cken kön­nen, son­dern weil sie mit ihren Fotos Geld ver­die­nen wol­len. Umso wich­ti­ger ist es, eini­ge Kennzahlen zu ken­nen, mit denen der eige­ne Umsatz bes­ser ana­ly­siert und damit auch pro­gnos­ti­ziert wer­den kann.

Ein sehr hilf­rei­ches Tool in die­ser Hinsicht ist Stock Performer, ein Analysedienst, der mitt­ler­wei­le die Verkäufe, Umsätze und ande­re wich­ti­ge Kennzahlen eines Fotografen für fünf Microstock-Agenturen (Shutterstock, Fotolia, iStock­pho­to, Dreamstime und 123rf) aus­wer­tet und den ich hier aus­führ­li­ch getes­tet habe.

Luis Alvarez, einer der bei­den Köpfe hin­ter Stock Performer, hat vor weni­gen Wochen anhand sei­nes eige­nen Portfolios den typi­schen Lebenszyklus eines Microstock-Bildes vor­ge­stellt. Jedes Portfolio ist aber anders und da Luis zum Beispiel exklu­siv bei iStock­pho­to ist, wäh­rend ich die­se Agentur nicht mehr belie­fe­re, sehen mei­ne Zahlen viel­leicht ganz anders aus. Luis war so freund­li­ch, basie­rend auf den rea­len Verkäufen und mei­nen bis­he­ri­gen Umsätzen den typi­schen Umsatzzyklus mei­ner Microstock-Bilder zu berech­nen. Das Ergebnis sieht gra­fi­sch so aus:

In der Grafik sehr ihr, wie viel ich im Durchschnitt mit einem Microstock-Bild bei den vier Agenturen pro Monat ver­die­ne, gerech­net vom Zeitpunkt des Hochladens. Nach einem star­ken Einstieg im zwei­ten Monat errei­chen mei­ne Bilder ihre finan­zi­el­le Hochzeit vom 9. bis zum 16. Monat. Danach geht es kon­ti­nu­ier­li­ch berg­ab und das Bild pen­delt sich bei ca. einem hal­ben Euro pro Monat ein. Grundsätzlich ist die Kurve ver­gleich­bar mit der von Luis, auch wenn sei­ne höher ansteigt, aber auch schnel­ler abfällt. Im Grunde wer­den aber die meis­ten Microstock-Fotografen eine ähn­li­che Kurve bei ihren Bildern vor­fin­den, je nach Motiv höchs­tens unter­schied­li­ch hoch.

Der Lebenszyklus in Zahlen

Wer die Werte oben zusam­men­zählt, soll­te auf ins­ge­samt 61 US-Dollar kom­men, die ein Bild pro Jahr bei den vier genann­ten Agenturen zusam­men bringt. Im Schnitt macht das pro Bild und Monat 1,65 US-Dollar. Interessant ist auch das Absacken im drit­ten Jahr. Während der RPI (Revenue per Image/Umsatz pro Bild) pro Monat für die vier Agenturen bei ca. 2 US-Dollar liegt, hal­biert er sich im drit­ten Jahr auf einen US-Dollar. Die bran­chen­üb­li­ch ange­nom­me­ne Halbwertszeit von zwei Jahren für ein Microstock-Bild bestä­tigt sich hier.

Der durch­schnitt­li­che RPI von 1,65 USD ist bei mir jedoch sehr ungleich ver­teilt. Fast ein Dollar ent­fällt auf Fotolia, gefolgt von einem hal­ben Dollar von Shutterstock, elf US-Cent von Dreamstime und sechs Cent von 123rf. Ich habe iStock­pho­to nicht in mei­ne Analyse auf­ge­nom­men, weil ich dort ers­tens nur höchs­tens ein Fünftel mei­nes gesam­ten Portfolios habe und zwei­tens nichts mehr dort hoch­la­de. Hätte ich iStock­pho­to mit in den Grafiken drin gehabt, wäre der Gesamt-RPI um 10 Dollar höher und der Durchschnitt-RPI um 0,28 USD.

Warum haben Bilder einen Zyklus?

Aufstieg, Höhepunkt und Verfall: Warum durch­le­ben alle Stockfotos eine sol­che Kurve? Einerseits liegt es an den Motiven selbst. Die gezeig­te Technik wie Fernseher, Telefone oder Computer ver­än­dern sich, wer­den klei­ner, dün­ner, run­d­er, schi­cker oder glän­zen­der. Bei Fotos von Menschen ändern sich die Vorlieben beim Schnitt der Kleidung, den Farben und den Frisuren. Bei Reise- und Architekturfotos ändern sich die Gebäude, die Skyline, das Design der Autos und so wei­ter. Andererseits tra­gen auch die Algorithmen der Bildagenturen eben­so zum Abstieg der Fotokarriere bei. Neue Bilder wer­den in den Suchergebnissen bevor­zugt, weil sie die oben genann­ten aktu­el­len Trends inne­ha­ben, aber auch die Bestandskunden (vor allem im Abo-Bereich) immer fri­sches Material sehen wol­len. Als drit­ter Punkt kom­men die kon­kur­rie­ren­den Fotografen hin­zu, die eben­falls nicht ruhen und bestän­dig neue Bilder pro­du­zie­ren, die mit den eige­nen alten Fotos um Käufer kon­kur­rie­ren.

Was nützen mir diese Zahlen?

Es gibt meh­re­re Möglichkeiten, die genann­ten Zahlen für sich nutz­bar zu machen. Eine Möglichkeit ist, sie als Vergleichsbasis zu neh­men, um ande­re Portfolios zu bewer­ten. Die zwei­te Möglichkeit ist, Umsatzprognosen zu erstel­len. Wie viel wür­de ich ver­die­nen, wenn ich jeden Monat 10, 100 oder 500 Bilder hoch­la­de? Bei 100 Bildern wür­de mei­ne Kurve so aus­se­hen:

Zwei Jahre lang wür­den die Umsatz rela­tiv sta­bil anstei­gen, dann wür­de die Kurve aber fla­cher wer­den und ein Umsatzzuwachs lässt sich nur noch schwer erzie­len. Oder was wür­de pas­sie­ren, wenn ich nur ein Jahr lang jeden Monat 300 Bilder hoch­la­de und dana­ch kei­ne neu­en Bilder mehr lie­fe­re?

Im ers­ten Jahr wür­de die Kurve logi­scher­wei­se gleich­mä­ßig und stark anstei­gen, dann aber ca. ein Jahr lang sta­gnie­ren, ein Jahr lang flach abfallen und sich dann lang­sam auf dem Niveau das zwei­ten Monats ein­pen­deln.

Am liebs­ten nut­ze ich die Zahlen aber, um Entscheidungen für neue Shootings zu tref­fen. Mit Stock Performer kann ich mit sowohl den monat­li­chen als auch den Gesamt-RPI für jedes mei­ner Shootings ein­zeln anzei­gen und sor­tie­ren las­sen. So habe ich bei­spiels­wei­se 90 Shootings bei Shutterstock in der Liste, davon lie­gen „nur“ 36 Fotosessions über dem durch­schnitt­li­chen monat­li­chen RPI von 52 Cent, das bes­te Shooting liegt mehr als fünf Mal dar­über. Nun kann ich schau­en, ob die­se über­durch­schnitt­li­ch abschnei­den­den Shootings etwas gemein­sam haben und wei­te­re Shootings in die­ser Richtung pla­nen. Oder wenn mich ein Model fragt, ob ich noch mal mit ihr shoo­ten möch­te, schaue ich mir an, wie das letz­te Shooting im Vergleich zum Durchschnitt liegt und kann so basie­rend auf Fakten eine Zusage oder Absage machen.

Der Vergleich mit Macrostock-Zahlen

Nachdem Luis sei­nen Artikel im Blog der Microstockgroup ver­öf­fent­licht hat­te, ver­öf­fent­lich­te Gerald Staufer, Chef der Macrostock-Agentur Westend61, im Macrostock-Blog einen Artikel über den Lebenszyklus von Macrostock-Bildern. Den emp­feh­le ich sehr als Ergänzung zu Luis‘ und mei­nem Artikel und auch die Kommentare zu den Artikeln lie­fern noch vie­le span­nen­de Informationen. Aber mal grob gerech­net. Gerald zeigt die Umsätze von fünf guten People-Fotografen und Fotografen mit ande­ren Themenschwerpunkten.

Ich kon­zen­trie­re mich jetzt auf die People-Zahlen, weil sich die­se eher mit mei­nem People-Portfolio ver­glei­chen las­sen. Diese fünf Fotografen haben der Agentur in vier Jahren ca. einen Umsatz von ca. 138.000 Euro. Bei einem Fotografenanteil von 50% wären das ca. 69.000 Euro. Die fünf Fotografen haben zusam­men 1011 Bilder im Portfolio. Das macht einen Gesamt-RPI von 68 Euro. Verglichen mit mei­nem Gesamt-RPI von 45 Euro (bzw. 52 Euro inklu­si­ve iSto­ck) lie­ge ich ziem­li­ch gen­au 50% drun­ter.

Zwei wich­ti­ge Faktoren müs­sen jedoch eben­falls berück­sich­tigt wer­den. Die Annahmekriterien sind bei Macrostockagenturen meist stren­ger, sodass man in der Regel von ver­gleich­ba­ren Shootings weni­ger Bilder in die Agentur bekommt. Das zei­gen auch die rela­tiv nied­ri­gen Portfolio-Größen der aus­ge­wähl­ten Fotografen, die im Durchschnitt nur 202 Bilder bei der Agentur online haben. Wenn ich dort 50% weni­ger Bilder eines Shootings frei­ge­schal­tet bekom­me als bei den Microstock-Agenturen, wür­de das den RPI auf den glei­chen Wert heben. Auf der ande­ren Seite der Waage ist die Lebenszeit bei den Macrostock-Bildern län­ger, sodass sich nach den vier Jahren bestimmt noch eini­ge Umsätze ein­stel­len wer­den.

Welche Kennzahlen für euer Portfolio wer­tet ihr aus? Wie macht ihr das und was habt ihr davon?

Meine Einnahmen und Erfahrungen nach drei Jahren Footage für Video-Agenturen

Vor ca. einem Jahr hat­te ich einen Weckruf. Ich hat­te gera­de mei­nen Artikel mit den Einnahmen aus zwei Jahren Videoproduktion ver­öf­fent­licht. Die Umsätze mit ins­ge­samt 411 Dollar waren lächer­li­ch gering und mein Portfolio mit ca. 120 Video win­zig.

Aber ich bekam eine sehr lan­ge Mail eines pro­fes­sio­nel­len, lang­jäh­ri­gen Videofilmers, der in sei­nem Text einer­seits mei­ne bis­he­ri­gen Videos tech­ni­sch und inhalt­li­ch hart – und zurecht – kri­ti­sier­te und ande­rer­seits aber auch klar mach­te, dass es bei mei­ner Arbeitsweise kein Problem sein soll­te, deut­li­ch mehr als 100 Videos pro Jahr zu pro­du­zie­ren und zu ver­kau­fen.

Niemand hört ger­ne von sei­nen eige­nen Fehlern, aber um sich ver­bes­sern zu kön­nen, ist gen­au das not­wen­dig und so dank­te ich dem Absender, druck­te mir die Email aus, häng­te sie neben mei­nen Schreibtisch und mach­te mich ans Werk.

Was hat sich bei mir im letz­ten Jahr beim Thema Video-Produktion getan? Ich bezie­he mich bei allem im die­sem Text auf den Zeitraum Juni 2011 bis Mai 2012.

Portfolio-Größe

Momentan belie­fe­re ich aktiv sechs Video-Agenturen: Pond5*, Fotolia*, Shutterstock*, Revostock*, ClipCanvas* und Clipdealer*. Dort habe ich jeweils durch­schnitt­li­ch 434 Videos online, mit 468 am meis­ten bei Fotolia und mit 412 am wenigs­ten bei Clipdealer. Das liegt dort haupt­säch­li­ch an der lan­gen Freischaltezeiten mei­ner aktu­ells­ten Videos, ansons­ten basie­ren leich­te Schwankungen auf unter­schied­li­chen Ablehnungen. Mein Ziel, bis jetzt min­des­tens 300 Videos zu pro­du­zie­ren, habe ich damit deut­li­ch über­er­füllt. Das lag auch dar­an, dass mei­ne Annahmequoten durch die People-Motive bei 95–100% lagen. Von den über 15.000 per­fek­ten Video-Clips eines Simon Krzic bin ich jedoch lei­der noch weit ent­fernt.

Hier exem­pla­ri­sch die Entwicklung mei­ner Video-Uploads bei Fotolia:

Motive

In der Mail riet mit der Videofilmer, ich sol­le mich eben­so wie bei Fotos auch bei Footage auf das kon­zen­trie­ren, was ich am bes­ten kann: Menschen foto­gra­fie­ren bzw. fil­men. Meine ers­ten Video-Sujets waren ja wehr­lo­se Blümchen, Landschaften und ande­res Zeug.

Deswegen habe ich eini­ge Video-Shootings gemacht und bei eini­gen Fotoshootings am Ende des Shootings ein­fach noch eine Stunde Video mit ran­ge­hängt. Deshalb konn­te ich inner­halb des letz­ten Jahres auch ins­ge­samt über 310 Videos pro­du­zie­ren, was über das Doppelte der bei­den Vorjahre ist.

Die Innen-Ausleuchtung für Video-Aufnahmen berei­tet mir immer noch eini­ge Probleme, was vor allem an zu wenig Dauerlicht und zu wenig Platz im Studio liegt. Zur Zeit muss ich immer die Blitze fast kom­plett abbau­en, damit das Dauerlicht genug Platz hat und umge­kehrt, was logi­scher­wei­se zuviel Arbeitsaufwand ist, um rich­tig pro­duk­tiv zu sein.

Verkäufe und Einnahmen

Im letz­ten Jahr hat­te ich mit mei­nen Videos 319 Verkäufe erzielt, also durch­schnitt­li­ch 53 pro Agentur und 27 Sales pro Monat. Die Schwankungen waren hier sehr stark mit nur 6 Verkäufen bei Clipdealer und 126 Verkäufen bei Fotolia. Letztere waren aber über die Hälfte Abo-Downloads, was den Preis stark nach unten trieb.

Kommen wir end­li­ch zu den Umsätzen: Insgesamt habe ich ca. 4062 Dollar ver­dient, ca. des­halb, weil ich die Umsätze von Fotolia und Clipdealer der bes­se­ren Vergleichbarkeit wegen von Euro in Dollar umge­rech­net habe. Den größ­ten Anteil dar­an hat Shutterstock, bei denen ich in zwölf Monaten 1336 Dollar mit mei­nen Videos ver­dient habe. Das macht 111 Euro pro Monat. Ganz knapp auf Platz zwei folgt der Umsatz-Sieger des Vorjahres, Pond5, mit 1312 Dollar, also 109 Dollar im Monat. Das Schlusslicht bil­det wie bei den Verkäufen Clipdealer mit 138 Dollar Umsatz im gesam­ten Jahr. Das ver­wun­dert mich etwas, da sie vie­le mei­ner Fotos ver­kau­fen.

Hier die Übersicht mit den kom­plet­ten Zahlen:

Pro Monat ver­dien­te ich im letz­ten Jahr durch­schnitt­li­ch 338 Dollar mit mei­nen Videos. Mein RPI pro Jahr und Video lag damit bei 9,41 Dollar. Würde ich dem­nach im nächs­ten Jahr wie­der ca. 300 Filmchen hoch­la­den, käme ich auf ca. 6900 Dollar Umsatz mit allen Videos.

Der Umsatz pro Verkauf lag im letz­ten Jahr bei durch­schnitt­li­ch 18,23 Dollar, was eine deut­li­che Steigerung zu 11,10 Dollar im Vorjahr ist.

wobei vier Agenturen Umsätze über 21 Dollar erziel­ten und nur zwei Agenturen den Schnitt nach unten zogen. Das war zum einen Shutterstock mit einem RPD (Revenue per Download) von 12,98 Dollar und Fotolia mit einem RPI von 5,53 Dollar. Das sind die Auswirkungen der vie­len Abo-Verkäufe im Videobereich bei bei­den Agenturen.

Trotzdem erziel­te Shutterstock durch die schie­re Menge an Verkäufen den höchs­ten RPI mit 3,15 Dollar pro Bild.

Technik und Lerneffekte

Im letz­ten Jahr hat­te ich mir sowohl ein sehr bil­li­ges Schulterstativ* als auch eine güns­ti­ge Kamera-Schiene gekauft, in der Hoffnung, damit bes­se­re Videos machen zu kön­nen. Beides kam bis­her erst bei zwei Video-Shootings zum Einsatz und es ist schwie­ri­ger als erwar­tet, trotz­dem ruckel­freie Aufnahmen hin­zu­be­kom­men. Ich ver­su­che ja immer, mein Equipment unter­wegs zu kom­pakt und trans­por­ta­bel wie mög­li­ch zu hal­ten, was vor allem im Video-Bereich fast unmög­li­ch ist.

Zur Zeit behel­fe ich mir damit, dass ich drau­ßen bei leicht bewölk­tem Himmel die Kamera ein­fach auf ein Manfrotto Mini-Stativ* mit Kugelkopf stel­le und kei­ne Kamerabewegungen mache.

Die Zukunft

Nach den depri­mie­ren­den ers­ten zwei Video-Jahren war mein drit­tes Jahr schon ein Lichtblick. Ich will jetzt mit min­des­tens 350 neu­en Videos bis zum nächs­ten Jahr auf min­des­tens 600 Dollar Umsatz pro Monat zu kom­men. Hoffentlich greift der Abo-Wahn nicht zu schnell auf die Video-Agenturen über, da die­ser son­st auch dort die Preise ver­mut­li­ch schnel­ler nach unten treibt als die Verkäufe wach­sen kön­nen.

Die Email des Videofilmers hängt immer noch neben mei­nem Schreibtisch und heu­te weiß ich, dass er recht hat­te: Mehr ist mög­li­ch.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Produktion von Videos gemacht? Welche Agenturen lau­fen bei Euch am bes­ten?

* Affiliate-Link

Microstock-Statistiken analysieren mit Stock Performer

Wer vie­le Fotos bei meh­re­ren Microstock-Bildagenturen online hat, wird unwei­ger­li­ch auf die­ses Problem sto­ßen: Wie viel habe ich mit mei­nen Fotos ver­dient?

Die Microstock-Agenturen machen es den Fotografen sehr schwer, gen­au zu ana­ly­isie­ren, wie viel sie an einem Bild ver­dient haben. Noch schwie­ri­ger ist es, her­aus­zu­fin­den, wie viel man pro Shooting ver­dient hat oder wie viel ein Shooting pro Monat ein­bringt. Fast alle Bildagenturen haben zwar eine Verkaufsansicht, wel­che anzeigt, wel­che Fotos zuletzt ver­kauft wur­den. Aber könnt ihr bei­spiels­wei­se aus dem Stehgreif sagen, wel­ches Foto von euch bei den Microstock-Agenturen im letz­ten Monat am meis­ten ver­kauft wur­de? Ich kann das bei meh­re­ren tau­send Verkäufen im Monat nicht mehr ohne Hilfe. Genau die­se Lücke will das neue Tool „Stock Performer“ schlie­ßen.

Übersichtsseite

Stock Performer ist ein web­ba­sier­tes Analyse-Programm, wel­ches Microstock-Fotografen bei der Verkaufsanalyse des eige­nen Portfolios hel­fen soll: „Stop gues­sing. Start kno­wing.“ ist deren Motto. Entwickelt wur­de Stock Performer vom bekann­ten Stockfotografen Luis Alvarez (der hier im Blog schon einen Gastauftritt hat­te) und dem Programmierer Oliver Rivo.

Die Seite ist noch in der Beta-Phase und zur Zeit wer­den vier Microstock-Agenturen aus­ge­wer­tet: istock­pho­to, Fotolia, Shutterstock und Dreamstime. Weitere sol­len bald fol­gen. Der Aufbau von Stock Performer ist momen­tan drei­ge­teilt: Übersicht (Overview), Verkäufe (Top Sales) und Kollektionen (Collections). Die Übersicht sehr ihr oben.

Dort seht ihr auf einen Blick die zuletzt ver­kauf­ten Bilder, eine gra­fi­sche Darstellung der Umsätze (blaue Balken) und Verkäufe (rote Linie) des aktu­el­len Monats sowie einen Performance-Wert. Dieser zeigt an, wie viel Prozent ihr im Vergleich zum glei­chen Zeitraum des Vormonats ver­dient habt, also wenn dort eine posi­ti­ve Prozentzahl steht, seid ihr gut, wenn dort ein Minus vor der Zahl steht, seid ihr schlech­ter dabei als letz­ten Monat.

Unten ist eine Gesamtübersicht über Uploads (grau­er Bereich), Umsatz und Verkäufe über alle Jahre hin­weg. Die ein­zel­nen Werte kön­nen mit einem Klick auf die Icons rechts auch aus­ge­blen­det wer­den. Unter der Grafik ste­hen die Agenturnamen. Wenn ihr dar­auf klickt, könnt ihr die drei Werte auch für jede Agentur ein­zeln anzei­gen las­sen oder meh­re­re Agenturen mit­ein­an­der ver­glei­chen. Beim Klick auf einen der Tages-Balken kommt ihr zu einer sehr aus­führ­li­chen Tagesübersicht, wo die Downloads aller Agenturen im Detail ange­zeigt wer­den. Werte wie RPD (Return per Download) und die Gesamtumsätze der ein­zel­nen Agenturen wer­den eben­falls ange­zeigt.

Verkaufsansicht

Die Verkaufsansicht zeigt, wie der Name ver­mu­ten lässt, die Top-10-Verkäufe der teil­neh­men­den Agenturen. Es lässt sich fil­tern, wel­che Agenturen ange­zeigt wer­den sol­len und ob die Sortierung nach Umsatz oder Downloads erfol­gen soll. Außerdem kann man sich aus­su­chen, ob die Top-Verkäufe pro Tag, Woche, Monat, Quartal oder Jahr ange­zeigt wer­den sol­len. Ich nut­ze die­se Ansicht sehr ger­ne, weil ich so zum Beispiel sehr ein­fach sehen kann, was mei­ne aktu­el­len Bestseller sind. Spannend ist auch, dass bei sehr ähn­li­chen Portfolios fast bei allen Agenturen ganz ande­re Motive regel­mä­ßig auf den ers­ten Plätzen lan­den.

Detailansicht einer Collection

Sehr hilf­reich ist auch der drit­te Teil der Seite, die Kollektionsansicht. Bei istock­pho­to und bei Fotolia kann der Fotograf sei­ne Bilder in Lightboxen bzw. Galerien sor­tie­ren. Ich nut­ze das bei­spiels­wei­se, um mei­ne Bilder nach Fotoshootings zu sor­tie­ren, damit ich weiß, wel­ches Model oder wel­ches Shooting beson­ders lukra­tiv war. Diese Kollektionen wer­den von Stock Performer aus­ge­le­sen und aus­ge­wer­tet. Auch bei Dreamstime und Shutterstock kann der Fotograf Lightboxen bzw. Bildersets anle­gen, aber die­se wer­den lei­der (noch?) nicht berück­sich­tigt.

Auf einer Übersichtsseite wer­den die Namen der Kollektionen, die Agentur, aus der sie stammt, die Anzahl der ent­hal­te­nen Bilder, die bis­her erziel­ten Downloads, der monat­li­che RPI (Return per Image), der durch­schnitt­li­che RPD, die Sell-Through-Rate und das Erstellungsdatum ange­zeigt. Nach die­sen Daten kann man die Kollektionen auch sor­tie­ren las­sen. Besonders wenn man die Kollektionen nach dem monat­li­chen RPI sor­tiert, lässt sich ganz gut sehen, wel­che Serien am bes­ten lau­fen.

Für jede Kollektion gibt es eine Detailansicht, wo ein gra­fi­scher Verlauf der monat­li­chen Umsätze, Downloads und Uploads in die Kollektion zu sehen ist sowie wei­te­re nütz­li­che sta­tis­ti­sche Werte, zum Beispiel die Entwicklung des RPI oder RPD im Verlauf meh­re­rer Jahre. Natürlich wer­den auch die Bilder der Kollektion ange­zeigt, sor­tiert nach der Höhe der erziel­ten Umsätze.

Im Gegensatz zu eini­gen ande­ren Analyse-Tools wie Microstock Analytics oder Lookstat ver­langt Stock Performer nicht die Eingabe der Account-Namen und Passwörter für die betref­fen­den Webseiten. Stattdessen wird ein Plugin für Firefox, Chrome oder Safari instal­liert, wel­ches die glei­chen Cookies benutzt, die von den Bildagenturen auf dem Rechner abge­legt wer­den, um die Daten zu extra­hie­ren.

Ich habe schon ganz früh begon­nen, Stock Performer aus­zu­pro­bie­ren und als Beta-Tester gehol­fen, das Tool um eini­ge nütz­li­che Funktionen zu erwei­tern. Einige Details gibt es jedoch, wel­che noch nicht mög­li­ch sind. So ver­mis­se ich bei­spiels­wei­se die Möglichkeit eines CVS-Exports der gesam­ten Daten, um eige­ne Analysen zu erstel­len, zum Beispiel um die Entwicklung von Abo-Downloads vs. Einzel-Downloads zu ver­glei­chen. Auch wäre eine Keyword-Analyse toll, wie sie Microstock Analytics schon anbie­tet. Laut Luis ist jedoch auch in die­ser Richtung eini­ges geplant. Auch eine Zusammenführung der glei­chen Bilder oder Kollektionen über meh­re­re Agenturen hin­weg ist noch nicht mög­li­ch.

Was bis­her allen Tools fehlt, ist eine Agentur-Unterstützung, die über die 2–5 gro­ßen eng­li­schen Microstock-Agenturen hin­aus geht. Der gro­ße Haken ist meist, dass die Agenturen selbst es nicht ger­ne sehen, wenn frem­de Entwickler so mas­siv auf deren Datenbestand zugrei­fen. Das ist unter ande­rem auch der Grund, war­um Shutterstock und 123rf beim Einloggen das Lösen eines CAPTCHA ver­lan­gen. Andererseits sind die Agenturen selbst schuld, weil es bis­her kei­ne Agentur schafft, ihren Fotografen die­se wert­vol­len Verkaufsdaten auf über­sicht­li­che, hilf­rei­che Art und Weise zu prä­sen­tie­ren.

Vor allem die Profi-Fotografen wis­sen jedoch, dass die Analyse der Verkaufszahlen und Bestseller ein wich­ti­ger Bestandteil des Erfolgs ist. Die Anbieter der Analyse-Tools las­sen sich ihren Service des­halb auch gut bezah­len.

Stock Performer wird anfangs zwei Versionen anbie­ten: Eine „Basic Package“, was nur die Übersichtsgrafiken ent­hält für 9 Euro pro Monat und das „Premium Package“ mit allen oben beschrie­be­nen Funktionen für 29 Euro pro Monat. Für die ers­ten 14 Tage gibt es einen „Free Trial“, also eine kos­ten­lo­se Probephase.

Auf der MicrostockExpo habe ich auch mit dem Entwickler des oben erwähn­ten MicrostockAnalytics-Tool gespro­chen und wer­de das in nächs­ter Zeit eben­falls tes­ten und ver­glei­chen.

VERLOSUNG:
Luis und Oliver möch­ten „Stock Performer“ kon­trol­liert star­ten, das heißt, nach und nach neue Mitglieder auf­neh­men, damit die Seite nicht über­las­tet wird und sie Fehler schnel­ler behe­ben kön­nen. Für Euch Blog-Leser habe ich zwei garan­tier­te Plätze aus­ge­han­delt, die das Tool unver­bind­li­ch einen gan­zen Monat kos­ten­los aus­pro­bie­ren kön­nen. Diese bei­den Plätze ver­lo­se ich unter allen Leuten, die die­sen Artikel bis zum 15.11.2011 kom­men­tie­ren.

Welche sta­tis­ti­schen Werte wür­det ihr am liebs­ten mit so einem Tool ana­ly­isie­ren? Was inter­es­siert euch am meis­ten?