Schlagwort-Archive: hochladen

Neuer Upload-Service dropstock.io in der Beta-Phase

Vor einem guten Jahr hat­te ich hier „14 Tools zum Upload zu ver­schie­de­nen Bildagenturen“ vor­ge­stellt.

Einer der vor­ge­stell­ten Dienste war Stocksender, wel­cher über den Cloud-Dienst Dropbox lief. Stocksender wur­de jedoch Ende 2015 ein­ge­stellt. Zwei Nutzer von Stocksender, Robert Jung aus Deutschland und Ana Flašker aus Slowenien fan­den das scha­de und grün­de­ten dar­auf­hin den ähn­li­chen Dienst dropsto­ck. io, wel­cher sich momen­tan in der öffent­li­chen Beta-Phase befin­det.

dropstock.io 23-05-_2016_09-42-52 dropstock.io erlaubt es Fotografen,  ihre Bilder in einen Dropbox-Ordner zu legen und die­se wer­den von dort auto­ma­ti­sch zu den gewünsch­ten Bildagenturen hoch­ge­la­den. Das Ganze funk­tio­niert vollautomatisch,nachdem ein­ma­lig die Zugangsdaten zu den jewei­li­gen FTP-Servern hin­ter­legt wurden.Die Bilder müs­sen jedoch trotz­dem auf den Webseiten der jewei­li­gen Agenturen wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den im Gegensatz zu Tools wie Stocksubmitter oder Octopus.

>Der Service ist momen­tan kos­ten­los, in der Zukunft ist geplant, güns­ti­ge Volumen-Pakete anzu­bie­ten. Zur Zeit wer­den nur JPG-Bilder unter­stützt, es wird aber auch über­legt, in Zukunft Video-Dateien zu unter­stüt­zen sowie bestimm­te Agenturen mar­kie­ren zu kön­nen (um zum Beispiel redak­tio­nel­le Bilder nur an einen Teil der Agenturen sen­den zu kön­nen).

Der Vorteil eines Services wie dropstock.io liegt auf der Hand: Er spart Zeit und Bandbreite beim Upload, weil die Bilder nur 1x auf den Dropbox-Server gela­den wer­den müs­sen, um von dort auf meh­re­re Agenturen ver­teilt wer­den zu kön­nen.

Der Nachteil: Es müs­sen die sen­si­blen FTP-Login-Daten in der Dropbox hin­ter­legt wer­den sowie der dropbox.io-App Zugriff auf den eige­nen Dropbox-Account gewährt wer­den.

Frag den Fotograf: Wann sollte man saisonale Stockfotos hochladen?

Vor paar Tagen bekam ich eine Mail von Stefan, der mir schrieb:

Hallo Herr Kneschke,

ich habe Ihr Buch gele­sen und bin sehr begeis­tert dar­über, wie aus­führ­li­ch und ver­ständ­li­ch Sie das Thema Stockfotografie behan­delt haben. Vielen Dank dafür!

Irgendwo im Buch hat­te ich auch etwas dar­über gele­sen, das man bestimm­te Motive, wel­che zu einem Ereignis gehö­ren, ein paar Monate vor­her den Agenturen anbie­ten soll­te, da die­se dann erst­mal weit oben in der Trefferliste erschei­nen und bes­ser von den Käufern zum rich­ti­gen Zeitpunkt gefun­den wer­den.

Meine Frage ist, ob das auch bei Jahreszeitenbildern, wie z.B. Herbstbilder, sinn­voll ist? Sollte man sol­che Bilder also lie­ber zurück­hal­ten und im August den Agenturen anbie­ten oder ist es bes­ser immer gleich sofort die­se anzu­bie­ten?

Ich freue mich auf einen Antwort.

Viele Grüße,
Stefan“

Bei die­sem Herbstfoto gibt es einen kla­ren Anstieg der Verkäufe im August und September.

Was sage ich dazu?

Das ist eine schwie­ri­ge Frage.

Dazu muss ich kurz aus­ho­len. Saisonale Bilder sind Fotos, die als Motiv eine bestimm­te Saison, Jahreszeit oder einen Feiertag haben. Das bekann­tes­te Beispiel sind Weihnachtsbilder, aber auch Fotos von Ostereiern, Silvesterraketen und so wei­ter zäh­len dazu. Auch regio­na­le Feiertage wie der St. Patrick’s Day, Saisonbilder wie Menschen bei der Weinernte oder eben Jahreszeiten wie von Stefan erwähnt zäh­len dazu. Ausführlicher gehe ich auf das Thema in mei­nem Stockfotografie-Buch* in Kapitel 5.4 „Feiertage“ ein.

Diese die­se Fotos wer­den aber nicht nur in die­ser Saison gebraucht, son­dern auch für die­se Saison von Verlagen und Werbekunden gekauft. Ein extre­mes Beispiel sind Kalenderverlage, wel­che die Winterfotos für den Kalender des nächs­ten Jahres logi­scher­wei­se vor dem Druck kau­fen müs­sen. Wandkalender für das Jahr 2014 gibt es spä­tes­tens ab Juni 2013 zu kau­fen, was bedeu­tet, dass im Januar 2013 das Bild gekauft wer­den muss, was im Dezember 2014 im Kalender zu sehen ist. Auch Redaktionen und Werbeagenturen brau­chen sai­so­na­le Bilder schon vor Beginn der Saison, um ihre jah­res­zeit­li­ch ange­hauch­ten Artikel und Werbeaktionen recht­zei­tig bebil­dern zu kön­nen.

Deshalb spre­chen zwei Gründe dafür, sai­so­na­le Fotos eini­ge Monate vor Saisonbeginn hoch­zu­la­den. Wer es nicht macht, kann die oben genann­ten Kunden nicht bedie­nen und durch die­se Verkäufe steigt das Bild auch im Algorithmus der Bildersuche nach oben, wenn die Bildkäufer auf den letz­ten Drücker noch Motive im Meer suchen und auch die lang­sa­me­ren Fotografen ihre Saisonbilder hoch­ge­la­den haben.

Dagegen spre­chen aber auch zwei Gründe. Bei gestell­ten Fotos, zum Beispiel Deko-Artikel mit Weihnachtsbezug im Studio foto­gra­fiert, kann man den Zeitpunkt des Fotografierens gut selbst bestim­men. Bei den Fotos der Jahreszeiten ist das viel schwie­ri­ger. Wer im September Fotos vom bun­ten Herbstlaub macht, ver­geu­det ein drei­vier­tel Jahr, wenn er die­se „ter­mi­nop­ti­miert“ hoch­la­den will. In die­ser Zeit hät­te sich das Bild trotz­dem ein paar Male ver­kau­fen kön­nen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit viel höher ist, es kurz vor der Saison zu ver­kau­fen. Der zwei­te Grund ist, dass es von bestimm­ten Saisons sehr vie­le Fotos gibt. Fotolia spuckt bei der Suche nach „Weihnachten“ über 800.000 Treffer aus. Deshalb benut­zen eini­ge Bildkäufer bei ihrer Suche nach pas­sen­den Motiven die Sortierungsoption „Neuste zuer­st anzei­gen“ oder fil­tern nach den Bildern, die im letz­ten Monat oder im letz­ten hal­ben Jahr hoch­ge­la­den wur­den. Beides wür­de die schon frü­her hoch­ge­la­de­ne­nen Bilder qua­si unsicht­bar machen.

Ich mache es des­halb so: Ich ver­su­che, mei­ne Bilder so zu foto­gra­fie­ren und zu bear­bei­ten, dass ich mich an mei­nen „Feiertags-Kalender“ (sie­he mein Stockfotografie-Buch drit­te Auflage Seite S. 89) hal­te, aber wenn das nicht klappt, lade ich die Bilder ein­fach hoch, wenn sie fer­tig sind und kon­zen­trie­re mich auf die nächs­ten Motive.

Wann ladet ihr eure sai­so­na­len Fotos hoch und wel­che Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Die perfekte Bildagentur – Teil 3: Model Releases und Property Releases verwalten

Auf der Suche nach der „per­fek­ten Bildagentur„will ich Schritt für Schritt ana­ly­sie­ren, was dazu gehört, um für Fotografen und Bildkäufer attrak­tiv zu sein. In der letz­ten Folge ging es um das Hochladen der Bilder. Das geht per FTP meist rela­tiv ein­fach. Schwieriger wird es dann, wenn der Fotograf die zu den Bildern gehö­ren­den Modelverträge und Eigentumsfreigaben hoch­la­den und hin­zu­fü­gen soll. Im Sprachgebrauch wird das Wort Modelvertrag mit MR (für „model release“) abge­kürzt und die Eigentumsfreigabe mit PR (für „pro­per­ty release“).

Wer schon mal Gruppenfotos mit jeweils unter­schied­li­chen Personen hoch­ge­la­den hat, weiß, wie viel ver­schie­de­ne Systeme es gibt, die alle unter­schied­li­ch kom­for­ta­bel sind.

Grundsätzlich gibt es vier ver­schie­de­ne Methoden bei Bildagenturen, Model Releases und Property Releases zu ver­wal­ten.

  1. Auf den Fotografen ver­las­sen
    Viele Macrostock-Agenturen ver­las­sen sich dar­auf, dass der Fotograf im Besitz aller not­wen­di­gen Rechte ist, um ein Bild lizenz­frei zu ver­kau­fen. Dieses Vertrauen nimmt aber mitt­ler­wei­le ab, weil durch die welt­wei­te Verteilung von Fotos eine Vertrauensbasis als Geschäftsgrundlage nicht aus­reicht und Partneragenturen irgend­wann viel­leicht doch die zum Foto gehö­ren­den Verträge sehen wol­len.
  2. Agenturen ver­lan­gen Minimalangaben
    Mit Minimalangaben mei­ne ich ent­we­der, dass der Fotograf zu jedem Foto nur ein Häkchen beim Feld „Alle not­wen­di­gen Model- und Property-Verträge vor­han­den“ set­zen muss. So machen es zum Beispiel Adpic, Pitopia, Clipcanvas oder die Bildmaschine.
    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Adpic
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Bildmaschine
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia
    MR/PR-Verwaltung bei Pitopia

    Üblicher ist mitt­ler­wei­le aber eine gestaf­fel­te Angabe, wie sie bei­spiels­wei­se ImagePoint oder Zoonar ver­lan­gen. Da ste­hen die fol­gen­den Optionen zur Auswahl: „kei­ne Angabe“ (meist stan­dard­mä­ßig akti­viert), „Model-Release vor­han­den“, „Model-Release nicht vor­han­den“ oder „Model-Release nicht benö­tigt“. Das glei­che muss auch für das Feld „Property Release“ aus­ge­wählt wer­den.

    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint
    MR/PR-Verwaltung bei ImagePoint

    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
    MR/PR-Verwaltung bei Zoonar
  3. Agenturen ver­lan­gen Upload der Verträge
    Vor allem im Microstock-Bereich hat sich durch­ge­setzt, dass die Fotografen die kom­plet­ten Model- und Property-Releases zusam­men mit den betref­fen­den Fotos hoch­la­den und per Hand zuord­nen müs­sen. Hier gibt es am meis­ten Varianten, wie das zu bewerk­stel­li­gen ist, aber fast alle sind – gelin­de gesagt – ein Krampf. Doch dazu spä­ter mehr. Agenturen, wel­che die­ses Modell nut­zen, sind zum Beispiel Fotolia, istock­pho­to, Clipdealer, Bildunion, Bigstock, 123rf, Revostock, Pond5 und Digitalstock.
    MR/PR-Verwaltung von Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Fotolia
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion
    MR/PR-Verwaltung bei Bildunion

    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
    MR/PR-Verwaltung bei Digitalstock
  4. Agenturen ver­lan­gen Upload der Verträge und Zusatzangaben
    Einige Bildagenturen ver­lan­gen zusätz­li­ch zum Hochladen der Verträge – nur manch­mal frei­wil­lig – zusätz­li­che Angaben zu Alter, Ethnie und Geschlecht des Models. Diesen Weg gehen bei­spiels­wei­se Dreamstime, Shutterstock, Panthermedia, Veer, Shotshop.
    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Shutterstock
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Dreamstime
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop
    MR/PR-Verwaltung bei Shotshop

    MR/PR-Verwaltung bei Veer
    MR/PR-Verwaltung bei Veer

Wie ihr schon an der Größe der Screenshots erken­nen könnt, wird es umso kom­pli­zier­ter, je mehr Informationen eine Agentur ver­langt. Die ers­ten bei­den Varianten sind rela­tiv schnell vom Fotografen aus­ge­füllt, meist wird auch eine gute Batch-Funktion ange­bo­ten. Das Hochladen der Verträge ist für Bildagenturen zwar siche­rer, aber hier fängt der Ärger an.

Formate und Sprachen der Modelverträge

Damit die Verträge welt­weit gül­tig sind, bevor­zu­gen Bildagenturen Verträge in eng­li­sch. Deutsche Bildagenturen akzep­tie­ren zwar auch deut­sche Verträge, aber ich rate davon ab, weil nur eng­li­sche Verträge lang­fris­tig die nöti­ge Substanz haben. Darüber hin­aus jetzt jede Bildagentur ihre Eigenheiten, was im Vertrag ste­hen muss. Einige ver­lan­gen die Unterschrift eines Zeugen, ande­re wol­len kei­nen Gerichtsstand im Vertrag sehen oder for­dern eine Beschreibung der foto­gra­fier­ten Motive. Mein Model-Vertrag in eng­li­sch erfüllt alle die­se Anforderungen und wird von allen Bildagenturen akzep­tiert. In mei­nem Buch „Stockfotografie“* fin­det ihr auch mei­ne eng­li­sche Eigentumsfreigabe sowie einen Modelvertrag für Minderjährige (bei­des in eng­li­sch) sowie die deut­schen Übersetzungen.

Als Format hat sich ein Scan der Verträge als JPG durch­ge­setzt, eini­ge weni­ge Agenturen akzep­tie­ren auch PDF als Dateiformat. Die Verträge sol­len ein­zeln für jedes Model hoch­ge­la­den wer­den. Einzige ner­vi­ge Ausnahme ist wie­der istock­pho­to, die ver­lan­gen, dass nur eine Modeldatei pro Foto hoch­ge­la­den wird. Das heißt in der Praxis, dass ich bei einem Gruppenfoto mit fünf Personen fünf JPGs anein­an­der kopie­ren müss­te, damit isto­ck ein Foto akzep­tiert. Und das für jede neue Personenzusammensetzung von neu­em. Glücklicherweise gibt es als Upload-Hilfe das kos­ten­lo­se Programm DeepMeta, wel­che die­se unsin­ni­ge Arbeit über­nimmt.

Die Zwickmühle bei zusätz­li­chen Model-Angaben

Ganz schwie­rig wird es bei der letz­ten Variante. Der Vorteil für die Agenturen ist, dass mit Angabe des Geschlechts, des Alters und der Ethnie der Models sehr viel­fäl­ti­ge Such- und Filterfunktionen mög­li­ch sind, wel­che Bildkäufern ganz geziel­te Suchen ermög­li­chen und damit hof­fent­li­ch zu mehr Käufen füh­ren. Nachteilig ist es für die Fotografen zum einen, weil die Bearbeitung län­ger dau­ert. Außerdem nut­zen vie­le Bildagenturen den Modelvertrag als Kriterium für die Funktion „Mehr Bilder vom glei­chen Model“. Fotografen sind des­halb bestrebt, mög­lichst nur einen Modelvertrag pro Model zu nut­zen, auch wenn die Bilder aus ver­schie­de­nen Shootings stam­men. Spätestens, wenn das Model – auch auf den Fotos – älter wird und es nicht mehr in die star­ren Alterskategorien passt, müss­te der Fotograf einen neu­en aktu­el­len Vertrag hoch­la­den, um das Altersfilter rich­tig aus­zu­fül­len. Vor allem bei Kindermodels kann das schnell vor­kom­men, wenn das Schema der Agentur als Auswahlmöglichkeit z.B. „1 Jahr, 2 Jahre, 3–5 Jahre, 6–10 Jahre vor­sieht“. Das führt jedoch dazu, dass die neu­en Bilder nicht mehr in der Serie „Mehr Bilder des glei­chen Models“ erschei­nen und Bildkäufer, die dar­in stö­bern, die­se viel­leicht über­se­hen. Eine unlös­ba­re Zwickmühle. Einzig Panthermedia hat dafür eine Notlösung, bei der das Alter bei eini­gen Fotos per Hand nach­ge­tra­gen wer­den kann. Nicht bequem, aber immer­hin mög­li­ch.

Die Trennung von MR und PR

Es gibt tech­ni­sch gese­hen kei­nen Grund, war­um ein Modelvertrag anders behan­delt wer­den soll­te als eine Eigentumsfreigabe. Deswegen tren­nen eini­ge Agenturen wie Fotolia, Bildunion oder Digitalstock auch nicht. Das kann jedoch zu einem Problem wer­den, wenn der Fotograf nicht mit­denkt und die Dateien beim Hochladen unzu­rei­chend kenn­zeich­net. Dann ver­schwin­den die Verträge schnell in der Masse der vie­len Modelverträge (die meis­ten Fotografen haben deut­li­ch mehr MRs als PRs) und sind beim Zuordnen schwer zu fin­den. Sinnvoller ist es des­we­gen meist, MR und PR zu tren­nen. Der Nachteil für Fotografen ist, dass er bei der Auswahl vie­ler Verträge (zum Beispiel für ein Gruppenfoto im Büro) nur die Personen gesam­melt aus­wäh­len kann und dana­ch noch zusätz­li­ch den PR mar­kie­ren muss. Das klingt erst mal nach paar Sekunden Mehraufwand, die sich jedoch bei einer Bilderserie mit 100 Bildern schnell zu vie­len Minuten addie­ren kön­nen.

Filter- und Sortierfunktionen für MR und PR sind not­wen­dig

An den Screenshots oben seht ihr, dass ich hun­der­te Verträge bei den ver­schie­de­nen Agenturen im System habe. Dann macht sich bemerk­bar, wel­che Agenturen mit­ge­dacht haben und dem Fotografen die Auswahl der zum Bild gehö­ren­den Verträge erleich­tern. Erstaunlich, aber wahr: Es den­ken nur weni­ge Agenturen mit. Sehr lobens­wert ist das System von Shutterstock, bei dem ich im Vorfeld mar­kie­ren kann, wel­che Verträge sicht­bar sein sol­len und wel­che ich gera­de nicht brau­che. Eine ähn­li­che Filterfunktion hat auch Panthermedia in ihrem neu­en Upload-System auf mei­nen Vorschlag hin ein­ge­baut. Ganz nett bei Veer ist immer­hin, dass die zuletzt hoch­ge­la­de­nen Verträge in einem eige­nen Tab ange­zeigt wer­den, was für Fotos mit bis­her nicht foto­gra­fier­ten Models eine Zeitersparnis ist.

Die meis­ten Bildagenturen sor­tie­ren die Verträge stan­dard­mä­ßig ent­we­der nach Upload-Datum oder nach Dateinamen. Nur ganz weni­ge erlau­ben eine Veränderung der Sortierung. Dazu gehört Dreamstime. Blöd nur, dass die­se Sortierung nicht dau­er­hauft gespei­chert wer­den kann und bei jedem neu­en Upload wie­der in die Ausgangsstellung springt. Der Vorteil einer Sortierung nach Datum: Gruppenfotos des glei­chen Shootings kön­nen schnel­ler zuge­ord­net wer­den. Der Nachteil ist jedoch, wenn die glei­chen Models oder Gruppen (den­ken wir an Familien) über einen län­ge­ren Zeitraum mehr­mals foto­gra­fiert wer­den. Hier hilft die Sortierung nach Modelname. Bei Familien aber auch nur dann, wenn nach Nachname sor­tiert wird. Deswegen ver­ge­be ich die Release-Namen etwas frei­er und stel­le bei Gruppenshootings ein Kürzel vor­ne an wie: „Labor Hans Mueller“, „Labor Meike Schmidt“, „Labor Fritz Schultze“. Bei einer alpha­be­ti­schen Sortierung wür­den die drei Verträge dann unter­ein­an­der erschei­nen.

Wer als Bildagentur eine beque­me Vertragsverwaltung für Fotografen umset­zen will, soll­te des­halb min­des­tens die Sortierung nach Datum, Dateinamen und Modelnamen erlau­ben und die­se Sortierung muss dau­er­haft gespei­chert wer­den kön­nen. Außerdem ist eine Filterfunktion sehr prak­ti­sch, mit der Fotografen sich nur bestimm­te Verträge, die gera­de benö­tigt wer­den, anzei­gen las­sen kön­nen. Wer mehr als eine Handvoll Verträge hat und auf der Suche nach einem bestimm­ten bei Bigstock ist, ver­zwei­felt schnell. Die Agentur zeigt nur fünf Verträge pro Seite an und erlaubt es nicht, etwa 20 oder 50 Verträge auf ein­mal pro Seite anzei­gen zu las­sen. Nervig!

Zur Überprüfung der kor­rek­ten Vertragszuordnung ist es sehr hilf­reich, wenn der Fotograf sich zu jedem Vertrag anzei­gen las­sen kann, wel­che Fotos mit ihm ver­knüpft sind und anders­rum die Anzeige zu jedem Foto, wel­che Verträge dazu­ge­hö­ren. Auf der Hand liegt eigent­li­ch auch, dass der Fotograf sich bequem den jewei­li­gen Vertrag anzei­gen las­sen kann, um zu sehen, was gen­au drin steht.

Bitte, Agenturen, gebt uns Batch-Funktionen!

An die­ser Stelle ein gro­ßes Dankeschön an Shutterstock, Bigstock, 123rf, Veer, Panthermedia, Zoonar, Bildmaschine, Adpic und Pitopia. Das sind die ein­zi­gen Bildagenturen (die ich belie­fe­re), die eine ordent­li­che Batch-Funktion anbie­ten, mit der ich meh­re­ren Bildern gleich­zei­tig meh­re­re Verträge bzw. den rich­ti­gen Vertragsstatus (sie­he Methode 2) zuwei­sen kann. Dreamstime erlaubt immer­hin, die Verträge von zuletzt bear­bei­te­ten Bildern einem neu­en Foto zuzu­wei­sen.

Schaut euch jedoch mal den Screenshot von Fotolia an, da muss ich bei jedem ein­zel­nen Bild jede Person ein­zeln ankli­cken. Ein Alptraum bei den lukra­ti­ven Gruppenfotos. Immerhin gibt es hier eine exter­ne Lösung von Picniche namens ImageDeck (lei­der nur als nicht mehr unter­stütz­te Beta), wel­che die Arbeit etwas erleich­tert.

Aber es geht noch schlim­mer. Um den Preis für die ner­vigs­te MR/PR-Verwaltung strei­ten sich Digitalstock und Shotshop. Bei Digitalstock ist es doch tat­säch­li­ch nicht mög­li­ch, im Rahmen der übli­chen Eingaben wie Kategorie, Suchbegriffe etc. auch gleich die Model-Verträge mit aus­wäh­len zu kön­nen. Nein, das ist erst dana­ch mög­li­ch und in einem sepa­ra­ten Fenster, was ich für jedes ein­zel­ne Bild öff­nen muss. Shotshop hin­ge­gen trennt nicht nur die PRs von den MRs, son­dern auch züch­tig die Männer von den Frauen. Bei einem Gruppenfoto eines gemisch­ten Teams im Büro muss ich dem­nach erst alle Frauen in einer Liste ankli­cken, dann auf „über­neh­men“ kli­cken, dann auf die Liste der Männer kli­cken, dort die ent­spre­chen­den Personen mar­kie­ren, wie­der auf „über­neh­men“ drü­cken, dana­ch die PR-Liste aus­wäh­len, den pas­sen­den PR mar­kie­ren und noch­mals auf „über­neh­men“. Das macht bei fünf Personen elf Klicks, wo ande­ren Agenturen zwei rei­chen. Pro Bild!

Die Zukunft: Weiterdenken

Ihr merkt, dass die Vertragsverwaltung ein ner­ven­auf­rei­ben­der Prozess ist. Dabei gibt es heu­te schon die tech­ni­schen Voraussetzungen für Lösungen ohne die­sen Ärger. Bild hoch­la­den und die Zuordnung erfolgt auto­ma­ti­sch. Ja. Im neu­en PLUS Metadaten-Standard ist es vor­ge­se­hen, dass Fotografen auch die Vertragsverwaltung als Metadaten schrei­ben kön­nen. Heute schon kön­nen Fotografen mit Photoshop CS5, Adobe Bridge oder Lightroom 3 für jedes Foto ange­ben, wel­che Modelverträge dazu­ge­hö­ren. Das sieht dann so aus:

MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop
MR/PR-Zuordnung nach dem PLUS-Standard mit Adobe Photoshop CS5

Leider gibt es bis jetzt kei­ne ein­zi­ge Bildagentur, die die­se Information aus­le­sen kann. Ich wet­te, wenn Fotolia, isto­ck oder Shutterstock das unter­stüt­zen wür­den, gäbe es genug Fotografen, die das mit Freuden in ihren Workflow inte­grie­ren wür­den. Ich wäre einer von ihnen.

Ein ande­rer inter­es­san­ter Ansatz wäre das Gruppieren von Verträgen, die dann mit einem Klick einer Fotoserie zuge­ord­net wer­den könn­ten. Ebenfalls ide­al für Gruppenfotos, bei denen die Vertragsverwaltung beson­ders umständ­li­ch ist. Fotolia erlaubt ja schon jetzt die Sortierung von Verträgen in Unterordner, ist aber noch nicht dar­auf gekom­men, die­se Ordner im Drop-Down-Menü bei der Release-Zuordnung anzu­zei­gen.

Mit der Weiterentwicklung der auto­ma­ti­schen Gesichtserkennung, die Facebook schon teil­wei­se nutzt, könn­ten auch Bildagenturen in Zukunft mir gleich die pas­sen­den Verträge für jedes Foto vor­schla­gen. Aber ach, jetzt träu­me ich…

Fassen wir kurz die Punkte zusam­men, die eine per­fek­te Bildagentur erfül­len soll­te:

  • mög­lichst ein­fach Zuordnung von MR und PR
  • per­ma­nen­te Sortiermöglichkeiten für MR/PR nach Datum, Dateiname, Modelname
  • Filterfunktion, die nur tat­säch­li­ch benö­tig­te Verträge anzeigt
  • Anzeige der mit einem Vertrag ver­knüpf­ten Fotos
  • Anzeige der mit einem Foto ver­knüpf­ten Verträge
  • Einfach Anzeige der Verträge selbst für den Fotografen
  • Möglichkeit, meh­re­re Fotos gleich­zei­tig mit meh­re­ren Verträgen zu ver­knüp­fen
  • Bonus: Automatisches Auslesen von MR/PR-Informationen aus den Bild-Metadaten

Bei wel­chen Agenturen könnt ihr am bequems­ten MR und PR zuwei­sen? Welche Funktionen fin­det ihr am prak­tischs­ten und wel­che ver­misst ihr am meis­ten?

* Affiliate-Link

Die perfekte Bildagentur – Teil 2: Bilder hochladen

Auf der Suche nach der „per­fek­ten Bildagentur“ wol­len wir uns in die­sem Teil dem ers­ten logi­schen Schritt aus Fotografensicht wid­men. Das Hochladen der fer­tig bear­bei­te­ten und ver­schlag­wor­te­ten Bilder.

FTP und IPTC

Die meis­ten Bildagenturen bie­ten als Möglichkeiten das Hochladen per Webseite, Java-Formular oder FTP an, eini­ge auch über Software-Tools, die meist nur auf­ge­hüb­sch­te Java-Skripte sind.

Die Java- oder Webseiten-Option eig­net sich nur für ein­zel­ne spo­ra­di­sche Uploads und ist gene­rell kaum emp­feh­lens­wert, vor allem, weil es sehr zeit­auf­wän­dig ist. Wer ein­mal FTP pro­biert hat, will es nicht mehr mis­sen.

FTP steht für „File Transfer Protocol“ und ist eine sehr beque­me Möglichkeit, vie­le Daten auf ein­mal einer oder sogar meh­re­ren Agenturen zu sen­den. Einfach in einer Art Dateibrowser (erin­nert ihr Euch an den „Norton Commander“?) die Daten von links nach rechts zie­hen und das Programm arbei­tet die so ent­stan­de­ne Warteschlange nach­ein­an­der ab. Ich begin­ne meist vor dem Schlafengehen den Ladevorgang einer fer­ti­gen Fotosession an alle betref­fen­den Agenturen, das sind ins­ge­samt ca. 2–4 Gigabyte. Morgens ist dann alles erle­digt, ein Fehlerprotokoll des FTP-Programms mel­det even­tu­el­le Fehler und ich kann zum Import der Bilder auf der Agenturseite über­ge­hen. Etwas aus dem Rahmen fällt die Agentur Bildunion, wel­che zwar FTP-Uploads unter­stützt, aber vor­her eine bestimm­te Ordnerstruktur ver­langt, die für jede Fotosession vor­her im Fotografenbereich ein­zeln ein­ge­rich­tet wer­den muss. Auch das ist unnö­ti­ger Aufwand.

Halten wir kurz fest: Eine per­fek­te Bildagentur unter­stützt den Dateiupload per FTP. Die meis­ten machen das auch, eine berühm­te Ausnahme ist istock­pho­to und man­che neu­ge­grün­de­ten Agenturen, wel­che befürch­ten, dem gewal­ti­gen Ansturm an Datenmengen nicht gewach­sen zu sein.

Manche Agenturen kon­trol­lie­ren regel­mä­ßig ihren FTP-Eingang. Einige alle paar Minuten, ande­re nur jede 24 Stunden (z.B. Pitopia oder Adpic). Praktisch ist es, wenn dann wie bei Pitopia ein Knopf zum „manu­el­len Einlesen“ vor­han­den ist, mit dem das Einlesen selbst gestar­tet wer­den kann. Andere Agenturen wie­der­um erfor­dern immer das Starten des Einlesens durch den Fotografen. Das ist aus mei­ner Sicht ein unnö­ti­ger Schritt, da es Ziel jeder Agentur sein soll­te, das Hochladen der Bilder so kurz und mit so wenig Eingaben wie mög­li­ch zu gestal­ten.

Fast alle Agenturen unter­stüt­zen auch das Einlesen der IPTC-Daten. IPTC bedeu­tet, dass der Fotografen den Bildtitel, Bildbeschreibung und Schlagworte als Metadaten dem Bild hin­zu­fügt. Das hat den gro­ßen Vorteil, dass der Fotograf nicht bei jeder Agentur die glei­chen Daten per Hand ein­tra­gen muss. Das spart viel Zeit. Leider gibt es bis­her kei­nen Standard für mehr­spra­chi­ge Verschlagwortung, die von meh­re­ren Agenturen unter­stützt wür­de. Deshalb lege ich zwei Foto-Sets an: Einmal mit deut­scher und ein­mal mit eng­li­scher Verschlagwortung, je nach zu belie­fern­der Agentur.

Kommunikation

Kommunikation ist ein Modewort, wel­ches sich vie­le Firmen auf die Fahnen schrei­ben. In der Praxis sieht das jedoch auch bei Bildagenturen ganz unter­schied­li­ch aus. Ideal ist aus mei­ner Sicht immer, wenn eine Bildagentur für jede erdenk­li­che Information anbie­tet, eine pas­sen­de Email zu schi­cken. Das soll­te aber nur eine Option sein, die der Fotograf ein­zeln akti­vie­ren oder deak­ti­vie­ren kann, je nach­dem, was er für sei­nen Workflow braucht.

Dazu gehö­ren zum Beispiel fol­gen­de Informationen: Wenn das Importieren der Fotos zeit­ver­zö­gert erfolgt, ist eine Nachricht hilf­reich, wenn die Bilder fer­tig impor­tiert wur­den. Wenn Bilder nicht ange­nom­men oder nach­träg­li­ch gelöscht wur­den, soll­te eine Nachricht mög­li­ch sein, idea­ler­wei­se auch eine Art Archiv im System hin­ter­legt sein, wie das zum Beispiel sehr gut bei Shutterstock oder Fotolia ersicht­li­ch ist. Einige Agenturen bie­ten nur eine kom­bi­nier­te Mail an, wel­che zusam­men über ange­nom­me­ne und abge­lehn­te Bilder infor­miert. Ich fin­de zwei sepa­ra­te Mails bes­ser, weil mich mehr inter­es­siert, was abge­lehnt wur­de.

Thumbnails und Dateinamen

Ein Unding, was sich lei­der zu vie­le Bildagenturen erlau­ben: Der Fotograf ist nicht in der Lage, den Original-Dateinamen eines Fotos zu sehen, wel­chen er ver­ge­ben hat. Dabei sind die­se bei rou­ti­nier­ten Stockfotografen der bes­te Weg, eine ein­wand­freie Zuordnung zu ermög­li­chen. Zum Beispiel ver­schickt Digitalstock zwar Emails, wenn Bilder abge­lehnt oder gelöscht wur­den, gibt in der Mail aber nur den Bildtitel (aus den IPTC-Daten) an. Wenn ich dann mehr­mals „Manager hält Daumen hoch“ lese, hilft mir das sehr wenig. Die Annahme/Ablehnungsmails von Shutterstock sind dage­gen sehr über­sicht­li­ch mit Original-Dateinamen und Thumbnail, wobei die Thumbnails der abge­lehn­ten Bilder lei­der nach paar Wochen gelöscht wer­den. Bei Fotolia hin­ge­gen blei­ben die Thumbsnails auch von gelösch­ten Bildern immer im System, was ich als hilf­rei­cher emp­fin­de.

Merke: Die per­fek­te Bildagentur zeigt dem Fotografen im Fotografenbereich und bei jeder Kommunikation über kon­kre­te Bilder immer den Original-Dateinamen und ein Thumbnail des Bildes.

Logische Upload-Reihenfolge

Manche Agenturen wol­len, dass die Fotografen erst alle Bilder fer­tig ver­schlag­wor­ten und ent­schei­den dann, wel­che sie neh­men. Andere Agenturen wie Pitopia oder ImagePoint tren­nen die Bildkontrolle von der Kontrolle der Suchbegriffe. Dann müs­sen nur die ange­nom­me­nen Bilder wei­ter „ver­ar­bei­tet“ wer­den. Diese Herangehensweise ist umso sinn­vol­ler, je höher die Ablehnungsquoten einer Bildagentur sind. Vor allem bei Shotshop ärgert mich das oft, da sie ziem­li­ch vie­le mei­ner Bilder ableh­nen, gleich­zei­tig aber eins der auf­wän­digs­ten Annahmeverfahren haben. Käme die Bildkontrolle vor­her, wür­de ich viel Zeit spa­ren.

Piopia bie­tet aus­ge­wähl­ten Fotografen sogar an, die tech­ni­sche Bildkontrolle auto­ma­ti­sch zu über­sprin­gen, wenn sich alle Bilder in der Vergangenheit durch­ge­hend als qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig ein­ge­stuft wur­den.

Fast in Vergessenheit gera­ten ist die Möglichkeit, dass die Bildagentur selbst die Verschlagwortung über­nimmt. Das bie­ten heu­te fast nur noch Macrostock-Agenturen an, wäh­rend eini­ge Microstock-Agenturen wie Dreamstime oder Adpic die­sen Service gegen Gebühr anbie­ten – mit schwan­ken­den Ergebnissen.

Nervtötend fin­de ich, wenn Bildagenturen den Annahmeprozess eines Bildes unnö­tig in die Länge zie­hen, indem sie die erfor­der­li­chen Informationen auf meh­re­re Seiten auf­tei­len. Erst eine Seite mit Model Release- und Property Release-Informationen, dann eine für die Kategorien, dann für die Eingabe oder Kontrolle von Titel, Beschreibung und Suchbegriffen, manch­mal sogar noch ein voll­kom­men nutz­lo­se Bestätigungsseite, dass der Upload been­det ist, anstatt wie bei den meis­ten Agenturen direkt das nächs­te unfer­ti­ge Bild anzu­zei­gen. Schuldig in die­sem Sinne sind zum Beispiel Digitalstock, Dreamstime oder Shotshop. Immerhin lässt sich bei Dreamstime eine frei gewähl­te Zeit ange­ben, wie lan­ge die Bestätigungsseite ange­zeigt wird, bevor das nächs­te Bild an die Reihe kommt. So wird ein Klick gespart, aber Zeit ver­schwen­det es trotz­dem.

Deshalb: Die per­fek­te Bildagentur bün­delt die Informationen, die sie für die Freigabe von Bildern braucht, so kom­pakt und über­sicht­li­ch wie mög­li­ch. So oft es geht, soll­ten auch Batch-Funktionen ange­bo­ten wer­den, bei der Fotografen iden­ti­sche Infos für meh­re­re Bilder gleich­zei­tig zuord­nen kön­nen. Das klappt zum Beispiel bei Shutterstock oder Bigstock sehr gut, Fotolia oder Clipdealer hin­ge­gen haben lei­der so gut wie kei­ne Batch-Funktionen, Dreamstime erlaubt zwar die Übernahme von Infos aus vor­he­ri­gen Bildern, die­se müs­sen jedoch vor­her noch mal umständ­li­ch aus­ge­wählt wer­den. Panthermedia hat mit der Einführung eines neu­en Anbieter-Portals jetzt eben­falls vie­le Batch-Funktionen für Fotografen im Angebot.

Upload-Limits

Die Kurzform: Upload-Limits gibt es oft, aus Fotografensicht sind sie unnö­tig und behin­dern den Workflow.

Aber auch hier gibt es Unterschiede im Detail. Einige Agenturen wie istock­pho­to erlau­ben umso mehr Uploads pro Woche, je mehr der Fotograf bis­her ver­kauft hat. Andere Agenturen wie Dreamstime oder Shotshop machen das Upload-Volumen von der Annahmequote abhän­gig. Je weni­ger Fotos des Fotografen abge­lehnt wer­den, desto mehr darf er regel­mä­ßig hoch­la­den. Das hal­te ich für einen fai­ren Kompromiss.

Einen ande­ren Weg geht bei­spiels­wei­se ImagePoint. Dort wird Fotografen eine bestimm­te Bildmenge zuge­wie­sen, die sie hoch­la­den dür­fen. Wenn die­se erreicht ist, muss der Fotograf per Kontaktformular um eine Erhöhung des Kontingents bit­ten, die je nach Qualität sei­nes Portfolios grö­ßer oder klei­ner aus­fällt. Klingt unbe­quem, ist zumin­dest bei mir in der Praxis jedoch unkom­pli­ziert.

Fassen wir kurz die Punkte zusam­men, die eine per­fek­te Bildagentur erfül­len soll­te:

  • Übernahme von IPTC-Daten
  • Unterstützung von FTP-Uploads
  • Automatischer, kurz­fris­ti­ger Import der FTP-Daten
  • Beibehaltung des Original-Dateinamens
  • Beibehaltung des Bild-Thumbnails auch nach Löschung
  • Angabe des Original-Dateinamen bei jedem Bilds und in jeder Mail
  • Viele Auswahlmöglichkeiten für Email-Benachrichtungen
  • So vie­le Batch-Funktionen wie mög­li­ch
  • Erst Bildkontrolle, dana­ch Ablehnung oder Annahme Suchbegriff-Kontrolle
  • Bequeme MR/PR-Verwaltung (auch per Batch)
  • Annahmeprozess auf einer Seite ohne Bestätigungsseite
  • Keine oder groß­zü­gi­ge Upload-Limits

Der größ­te Zeitfresser beim Hochladen ist bei vie­len Agenturen das Zuweisen der pas­sen­den Modelverträge und Eigentumsfreigaben, vor allem bei Gruppenfotos. Deshalb wid­me ich mich die­sem Bereich im fol­gen­den drit­ten Teil die­ser Serie.

Welche Punkte sind für Euch beim Hochladen beson­ders wich­tig? Was ver­misst ihr? Was stört Euch am meis­ten?

Bildverteilung an Agenturen mittels FTP und Webserver

Heute gibt es mal etwas Sinnvolles zum Basteln für die Informatiker, Programmierer und ande­ren IT-Berufler unter Euch.
Im Blog von Dreamstime hat­te der Softwareentwickler Marco Schwarz mal auf eng­li­sch eine Anleitung gepos­tet, wie man mit­tels eines eige­nen Webservers ein Foto ein­fach auto­ma­ti­sch an ver­schie­de­ne Bildagenturen schi­cken kann. Ich bat ihn, die­se Anleitung mal ins Deutsche zu über­tra­gen. Viel Spaß beim Lesen und Danke an Marco.
Viele Kabel in Hand
_______ab_hier_schreibt_Marco_____________
Wer kennt das nicht? Da hat man eine arbeits­rei­che Woche hin­ter sich und eine Menge Bilder auf der Festplatte – und nun wol­len die­se zu den ver­schie­de­nen Bildagenturen.
Nehmen wir mal an, 50 Bilder mit einer durch­schnitt­li­chen Dateigröße von je 8MB sind zu ver­tei­len. Das sind 400MB die zu jeder Agentur gela­den wer­den müs­sen. In mei­nem Fall wäre dies bei 8 Agenturen ein Transfervolumen von ca. 3.2 Gigabyte.
Mit dem ‚tra­di­tio­nel­len Weg‘, also Upload zu jeder ein­zel­nen Agentur per FTP-Client, dau­ert dies bei einer 16MBit DSL-Leitung ca. 9 Stunden (bei 100KB Upload-Geschwindigkeit).
Um dies zu beschleu­ni­gen, hat­te ich die Idee, mei­nen Webserver zur Verteilung zu benut­zen. Er steht im 1&1-Rechenzentrum und hat eine etwas schnel­le­re Anbindung als ich zu Hause 😉

Zwei Voraussetzungen gibt es für die von mir beschrie­be­ne Methode:

  • Der Webserver läuft mit Linux
  • Ein Zugang per SSH ist mög­li­ch

Wem das alles nichts sagt oder wer sich kei­nen Webserver zule­gen will, der soll­te sich mal picwork­flow* anse­hen, das Prinzip ist ähn­li­ch.

Nun aber zum Verteilen der Bilder:
  1. Verzeichnis anle­gen
    Zuerst soll­te man sich ein Verzeichnis für die benö­tig­ten Scripte (sie­he 2.) sowie die Bilddateien anle­gen. Darauf ach­ten, daß die­ses nicht im Web-Verzeichnis liegt, wo über den Browser dar­auf zuge­grif­fen wer­den kann – ansons­ten könn­te jemand auf die Benutzer/Passwortinformationen zugrei­fen!
  2. Scripte anle­gen
    Jede Seite erhält ein klei­nes Script, mit dem die Bilder aus dem aktu­el­len Verzeichnis zur Agentur gela­den wer­den. Das sieht dann z.B. für die Agentut 123rf so aus:— Start up123rf.sh —

    #!/usr/bin/expect
    set time­out -1
    spawn ftp -v -i submit.123rf.com
    expect „Name („
    send „der_benutzername_kommt_hierhinn“
    expect „Password:“
    send „und_hier_das_passwortn“
    expect „ftp>“
    send „mput *.jpgn“
    expect „ftp>
    „send „quitn“

    — Ende —

    Die Zeilen mit dem „Start“ und „Ende gehö­ren natür­li­ch nicht mit in das Script.

    Einfach Benutzername und Passwort durch die eige­nen Werte erset­zen und schon wird hef­tig hoch­ge­la­den.
    In der spawn-Zeile wird ein­fach für jede Agentur der ent­spre­chen­de FTP-Server ein­ge­tra­gen.
    Eventuell müs­sen die expect-Zeilen etwas ange­passt wer­den, falls der FTP-Server der Agentur ande­re Meldungen aus­gibt.

    Wenn meh­re­re Dateitypen gela­den wer­den sol­len, ein­fach wei­te­re expect/send für das mput ergän­zen, das kann dann z.B. so aus­se­hen:

    expect „ftp>“
    send „mput *.jpgn“
    expect „ftp>“
    send „mput *.zipn“
    expect „ftp>“
    send „mput *.avin“

    Muss in ein Unterverzeichnis auf dem FTP-Server gewech­selt wer­den, fol­gen­des Kommando anpas­sen und vor die mput-Befehle ein­fü­gen:

    expect „ftp>“
    send „cd ein_ftp_unterverzeichnisn“

  3. Liste eini­ger Bildagenturen mit FTP-Servern
    ftp.shutterstock.com
    upload.dreamstime.com
    submit.fotolia.com
    ftp.canstockphoto.com
    ftp.bigstockphoto.com
    ftp.clipdealer.com

    panthermedia.net
    usw.
    Eventuell müs­sen die FTP-Zugänge noch bei der jewei­li­gen Agentur frei­ge­schal­tet wer­den, falls man bis jetzt nur mit dem Webinterface gela­den hat.
  4. Haupt-Script zum Aufruf der ein­zel­nen Scripte anle­gen
    Man kann die Einzelscripte natür­li­ch von Hand auf­ru­fen, schnel­ler gehts aber mit noch einem klei­nen Script:— Start upall.sh —
    #!/bin/bash
    ./upshut.sh
    ./upcan.sh
    ./upbigs.sh
    ./updream.sh
    ./upfotolia.sh
    ./uppanther.sh
    ./upclip.sh
    ./up123rf.sh
    — Ende —

    Der Inhalt vari­iert natür­li­ch je nach belie­fer­ten Agenturen. Die Namen der Scripte müs­sen denen ent­spre­chen, die bei Schritt zwei ver­ge­ben wur­den.

    Zum Schluss für alle Scripte den Befehl

    chmod 700 *.sh

    aus­füh­ren, damit sie aus­führ­bar, aber nicht für jeden les­bar sind.

  5. Bilder ver­tei­len
    Jetzt kommts: Sind alle Scripte vor­han­den, lädt man sei­ne Bilddateien auf den Webserver und ruft das Hauptscript auf:./upall.sh

    Nun kann man zuse­hen, wie die Verbindungen auf­ge­baut und die Bilder nach­ein­an­der gela­den wer­den. Z. B. bei Shutterstock gibt es schon mal Transferraten von 4–5 Megabyte pro Sekunde – wenn gera­de wenig los ist.

  6. Sicherheitshinweis
    Vorsicht mit den Scripten und wo sie abge­legt wer­den! Sie ent­hal­ten Benutzername und Passwort für die Agenturen, das soll nicht in die fal­schen Hände gelan­gen!
    Ein Root-Server ist nicht für jeden geeig­net, da man die­sen selbst ver­wal­ten muss! Ein gema­nag­ter Hosting-Vertrag tut es da auch oder ein gema­nag­ter Server.
  7. Beispiele für geeig­ne­te Webserver-Angebote
    1&1 Virtual Server (L,XL,XXL)
    1&1 Homepage (Business Pro)
    Hetzner Webhosting (Level 19)
    Hetzner Root Server
    Hetzner Managed Server
* Affiliate-Link