Die sechs Nachteile von Exklusivität für Fotografen in Bildagenturen

Was sind die Nachteile, wenn ein Fotograf Bilder exklu­siv nur über eine Bildagentur anbie­tet? Letztes Mal hat­te ich hier die sie­ben Vorteile auf­ge­lis­tet, wel­che für Exklusivität spre­chen. Heute wid­men wir uns den sechs Nachteilen.

  1. Abhängigkeit von Marktschwankungen
    Der Bildermarkt ändert sich schnell, der Microstock‐Bereich noch schnel­ler. Ständig erschei­nen neue Agenturen auf der Bildfläche, ande­re ver­schwin­den wie­der (erin­nert sich noch jemand an „Lucky Oliver“?), die Honorare und Preise sind stän­di­gen Schwankungen unter­wor­fen. Wer da nur auf ein Pferd setzt – sprich: exklu­siv bei einer Bildagentur ver­kauft – ist die­sen Schwankungen hilf­los aus­ge­lie­fert. Denken wir nur an die Honorarkürzungen von istock­pho­to oder Fotolia. Während nicht‐exklusive Fotografen eine Agentur nicht mehr belie­fern und sich lie­ber auf lukra­ti­ve­re kon­zen­trie­ren kön­nen, sind einem Exklusivfotografen wegen Kündigungsfristen, Upload‐Limits und Arbeitsaufwand meist die Hände gebun­den. 

    Die Marktschwankungen betref­fen­aber nicht nur den Bildermarkt, son­dern auch die Währungen. Bei der Belieferung nur einer Agentur ist der Fotograf bei der Höhe sei­ner Einnahmen kom­plett abhän­gig von den wech­seln­den Wechselkursen. Da mich jedoch ca. die Hälfte der Agenturen in Euro und die ande­re Hälfte in Dollar aus­zahlt, glei­chen sich für mich die­se Schwankungen gut aus.

  2. Schlechtere Marktübersicht
    Ähnlich wie beim ers­ten Punkt haben exklu­si­ve Fotografen einen Nachteil, was die Marktübersicht angeht. Das betrifft zum einen kon­kret die Umsatzentwicklung, die Fotografen mit einem ähn­li­chen Portfolio bei ver­schie­de­nen Agenturen genau­er ver­glei­chen kön­nen. Dazu kom­men Informationen aus den Agentur‐Foren, zu Bestsellern, belieb­ten Suchbegriffen und so wei­ter. 

    Wenn ich mit exklu­si­ven istock‐Fotografen rede, mer­ke ich bei­spiels­wei­se oft, dass die­se den­ken, es sei unglaub­lich kom­pli­ziert, bei vie­len Agenturen par­al­lel Bilder hoch­zu­la­den, weil das bei istock­pho­to man­gels FTP‐Zugang und wegen deren kon­trol­lier­ten Vokabulars viel zeit­auf­wän­di­ger ist. Das ver­zerrt die Entscheidung, ob es sich loh­nen wür­de, viel­leicht doch lie­ber sei­ne Bilder wei­ter zu streu­en. Viele Informationen kön­nen sich exklu­si­ve Fotografen auch im Internet selbst zusam­men­su­chen, aber spä­tes­tens bei genau­en Geschäftszahlen wie Umsatz, RPI oder RPD haben sie immer einen Nachteil.

    Bei mir kommt hin­zu, dass ich mitt­ler­wei­le vie­le Mitarbeiter und Inhaber von Bildagenturen per­sön­lich ken­ne und die­se mir manch­mal inter­ne Details erzäh­len, weil sie wis­sen, dass ich ver­trau­lich damit umge­hen kann. Wäre ich ein exklu­si­ver Fotograf, wür­de nur eine Agentur ihr Wissen mit mir tei­len.

  3. Keine Risikostreuung bei unter­schied­li­chen Bildmotiven
    Wenn ich ver­glei­che, wel­che Motive sich bei wel­chen Bildagenturen am bes­ten ver­kau­fen, fällt mir immer eins auf: Obwohl jede Agentur fast die glei­chen Bilder von mir anbie­tet, ver­kau­fen sich die­se je nach Agentur ganz unter­schied­lich. Ein Foto bei Shutterstock, was mir dort bis­her eine drei­stel­li­ge Summe ein­ge­bracht hat, wur­de von Fotolia noch gar nicht ver­kauft. Und anders­rum. 

    Das scha­det einem exklu­si­ven Fotografen zwei­er­lei: Erstens ver­passt er viel­leicht einen neu­en Bestseller, weil er das Foto bei der fal­schen Agentur hoch­lädt und zwei­tens wiegt er sich in trü­ge­ri­scher Sicherheit zu wis­sen, wel­che Motive ver­käuf­lich sind. Letzteres fin­de ich viel wich­ti­ger, weil sich die Schwankungen unter­schied­li­cher Motive unter dem Strich sicher aus­glei­chen. Zu wis­sen, wel­che Motive poten­ti­el­le Goldgruben sind ist jedoch unschätz­bar.

  4. Kein Direktverkauf mög­lich
    Exklusivverträge sehen im Detail unter­schied­lich aus. Oft ver­bie­ten sie jedoch einen Direktverkauf, manch­mal kom­plett, manch­mal nur die RF‐Lizenzen. Istockphoto ver­bie­tet sei­nen Exklusivfotografen sogar den Verkauf der abge­lehn­ten Bilder, die dann unge­nutzt auf der Festplatte schlum­mern müs­sen, wäh­rend sie bei einer ande­ren Agentur viel­leicht zum Bestseller gewor­den wären (sie­he 3.). 

    Wenn mich ein Kunde anspricht, kann ich ihm über mei­nen Bildershop ein Motiv direkt ver­kau­fen und erhal­te 100% des Bildpreises. Wer das gesuch­te Motiv zum Beispiel bei istock­pho­to exklu­siv anbie­tet, muss den Kunden dort­hin schi­cken und erhält nur 20–45% der Einnahmen.

  5. Agenturen wer­den durch Exklusivität gestärkt
    Mitarbeiter von Bildagenturen wer­den in die­sem Punkt kei­nen Nachteil erken­nen kön­nen. Für Fotografen ist es aber sehr rele­vant. Je mehr exklu­si­ve Bilder eine Agentur hat, des­to bes­ser und fes­ter kann sie Kunden, Partneragenturen und Fotografen an sich bin­den. Das bedeu­tet jedoch auch, dass die Bildagentur mehr Macht bekommt. Wenn sie dann Verträge oder Honorare zum Nachteil der Fotografen ein­sei­tig ändert, sind den Fotografen die Hände gebun­den.
  6. Nicht‐Exklusivität kann lukra­ti­ver sein
    Kommen wir zu einem der gewich­tigs­ten Argumente gegen Exklusivität, auch wenn bei die­sem Punkt die Meinungen stark aus­ein­an­der gehen. Ich glau­be: Wenn Fotografen es gut anstel­len, ist Nicht‐Exklusivität finan­zi­ell loh­nen­der. Diese Aussage wird immer unbe­wie­sen blei­ben, weil es nur eine ver­gleichs­ba­sier­te „was wäre, wenn“-Annahme ist. 

    Ich habe für mich jedoch genug Umsatzzahlen vie­ler Bildagenturen. Ich ver­die­ne eine gute vier­stel­li­ge Summe bei Fotolia, aber: Es sind weni­ger als 50% mei­ner gesam­ten Agentureinnahmen. Selbst wenn ich also durch eine Exklusivität bei Fotolia das Doppelte ver­die­nen wür­de, hät­te ich Umsatzeinbußen. Nicht ein­ge­rech­net sind noch die zweit­ran­gi­gen Einnahmen durch Buchverkäufe, den Blog und so wei­ter, die dann eben­falls gerin­ger aus­fal­len wür­den.

    Die Top‐Stockfotografen schei­nen es ähn­lich zu sehen: Yuri Arcurs, Andres Rodriguez, Ron Chapple (iofo­to), James Steidl (jgroup), Cathy Yeulet (mon­key­busin­es­si­mages), Iryna Kurhan, Dmitriy Shironosov (press­mas­ter), Jean‐Marie Guyon (CandyBox Photography), alle blei­ben lie­ber nicht‐exklusiv; und ich bin mir sicher, dass sie alle mehr als ein­mal Exklusivangebote bekom­men haben.

Der Wechsel ist schwer

Ein Punkt, der sowohl exklu­si­ve als auch nicht‐exklusive Fotografen glei­cher­ma­ßen trifft, ist der schwe­re Wechsel zwi­schen bei­den Modellen: Viele Fotografen belie­fern anfangs meh­re­re Bildagenturen – auch des­halb, weil istock­pho­to eine Exklusivität erst ab 250 Verkäufen anbie­tet – und wenn sie sich spä­ter für einen Exklusivvertrag ent­schei­den, müs­sen sie ihre Bilder bei ande­ren Agenturen löschen. Es fällt schwer, ein Portfolio zu löschen, was einem Geld bringt. Auch die Zeit des Hochladens und Einpflegens in die Agenturen wäre dann ver­schenkt. Einige Bildagenturen wie Dreamstime ver­bie­ten es auch, mehr als 70% der Bilder zu löschen, die weni­ger als sechs Monate in der Agentur zum Verkauf ste­hen. Macrostock‐Agenturen haben da in der Regel noch län­ge­re Vertragslaufzeiten von ein, zwei oder sogar drei Jahren.

Auch die Kündigung einer Exklusivität wird einem nicht leicht gemacht. Mit dem Verzicht auf die Exklusivität wür­de der Umsatz sofort um min­des­tens die Hälfte schrump­fen und dann dau­ert es je nach Portfolio‐Größe unter­schied­lich lan­ge, die­se Bilder bei ande­ren Agenturen hoch­zu­la­den und dort Verkäufe zu erzie­len.

Exklusiv oder nicht? Wie soll ich mich ent­schei­den?

Für mich über­wie­gen vor allem die ers­ten bei­den und der letz­te Nachteil alle Vorteile der Exklusivität. Deswegen habe ich mich gegen Exklusivität ent­schie­den. Vor allem für Teilzeit‐Stockfotografen kann jedoch der Zeit‐Vorteil aus­schlag­ge­bend sein, sich dafür zu ent­schei­den. Das muss jeder für sich selbst abwä­gen.

Jetzt seid ihr dran: Warum habt ihr euch für oder gegen Exklusivität ent­schie­den? Habt ihr es bereut? Welche Änderungen habt ihr nach einem Wechsel fest­ge­stellt? Welche Vor‐ oder Nachteile sind für Euch am gewich­tigs­ten?

33 Gedanken zu „Die sechs Nachteile von Exklusivität für Fotografen in Bildagenturen“

  1. Zur Zeit bie­te ich mei­ne Fotos exklu­siv bei Fotolia an. Bisher hat­te ich mir nicht die Zeit genom­men, die Fotos bei ande­ren Agenturen hoch­zu­la­den. Außerdem war für mich bis­her der äußerst gerin­ge Gewinnanteil für Nicht‐Exklusive Fotografen auschlag­ge­bend – ich habe das Gefuhl ich müss­te mein Portfolio ver­deop­peln, um bei meh­re­ren Agenturen mit die­sen nied­ri­gen Sätzen mei­ne jet­zi­gen Einnahmen ein­zu­brin­gen.

  2. Danke für dei­ne Einschätzung Robert! Dein Blog hat mei­ne Einschätzung bestä­tigt. Die Nachteile für eine Vollexklusivität über­wie­gen deut­lich. Die letz­ten Preissenkungen bei Fotolia und Istock zei­gen doch deut­lich was pas­sie­ren kann wenn man Leibeigener der Fotoagenturen wird.

    Von allen auf­ge­führ­ten Punkten, ist bei mir der drit­te Punkt aus­schlag­ge­bend. Vor allem die deut­schen Agenturen wie Clipdealer oder Pitopia ver­kau­fen doch immer wie­der ganz ande­re Bilder wie z.B. Fotolia oder Shutterstock. Und die Einnahmen pro Bild sind bei den deut­schen Agenturen dann wesent­lich höher. Dies rela­ti­viert öfters­mal die Massenverkäufe der grö­ße­ren Agenturen.

    Außerdem stei­gert man sei­nen Bekanntheitsgrad durch die gro­ße Streuung der Bilder. Dies wirkt sich posi­tiv auf wei­te­re Einnahmen neben dem Stockgeschäft aus. Z.B. wenn die Kunden auf der Suche nach ganz bestimm­ten Bildern sind und einen dann direkt anschrei­ben.

  3. Ich den­ke ein Aspekt kam hier nicht ganz raus. Wenn man streut dann rich­tig. Es macht also kei­nen Sinn fünf oder sechs Agenturen zu belie­fern son­der damit es sich gegen­über Exklusivität lohnt muss man wohl schon 10 oder mehr belie­fern, was dann wie­der mit einem erheb­li­chen Zeitaufwand ver­bun­den ist. Ich per­sön­lich bin gera­de dabei den Schritt von der Streuung zur Exklusivität (Fotolia) zu machen. Dieser Schritt ist zur Zeit etwas schmerz­lich weil je nach Kündigungsfrist die ande­ren Agenturen Stück für Stück weg­fal­len und so auch die Einnahmen, ich aber halt noch kei­ne mehr Einnahmen durch die Exklusivität habe.
    Für mich ist das Stockgeschäft nur Nebensache und ich den­ke für mich ist die Exklusivität wegen des Zeitfaktors die bes­se­re Wahl. Habe die ande­re Variante pro­biert und bin Zeitlich ein­fach nicht hin gekom­men.
    Gruß
    Siggi

  4. Sehr gut auf den Punkt gebracht. Ein wei­te­rer Grund für Exklusivität wäre noch der gerin­ge Pool an ver­kaufs­star­ken Microstockagenturen. Der Zeitaufwand bei der Belieferung von meh­re­ren Agenturen ist zwei­fel­los vor­han­den. Wobei eini­ge Microstockagenturen für den Aufwand recht wenig Ertrag brin­gen. Für einen Exklusiven bei Istock, fällt bei Aufgabe der Exklusivität der Umsatz auf etwa 30–40%. Mit Istock, Shutterstock und Fotolia zusam­men wür­de mög­li­cher­wei­se der Verlust nur aus­ge­gli­chen wer­den. Der Rest an Microstockagenturen ist nicht so verkaufsstark.Zudem fällt mög­liicher­wei­se die Produktion durch den erhöh­ten Zeitaufwand beim Streuen zurück. Dadurch kann es sein, das man mit den Top 3 nur soviel ver­dient wie mit einer Agentur bei Exklusivität.Dennoch macht auch bei die­sem Fall das Streuen Sinn, da der Verdienst auf einem brei­te­ren Fundament auf­ge­baut ist.

  5. @Alex: Die Steigerung des Bekanntheitsgrades ist ein guter Punkt, den ich noch ver­ges­sen habe, zu berück­sich­ti­gen. Danke für die Ergänzung.

  6. Hallo Robert, eines was ich bei Dir nicht ver­ste­he, war­um ver­schleu­derst Du Deine Bilder bei Fotolia, Du hät­test die Möglichkeit der Tei‐Ex und somit des 3fachen Umsatzes, tust es aber nicht. Hast Du Angst weni­ger zu ver­kau­fen wenn Deine Bilder teu­rer sind? Der Zeitfaktor zählt für mich als Begründung gegen die Teilexclusivität nicht, da Du ja haupt­be­ruf­lich Fotoproduzent bist und der gerin­ge Mehraufwand soll­te sich für den 3fachen Umsatz loh­nen.

    Zum Thema Exclusivität, ich habe mich dazu ent­schlos­sen mich an istock zu bin­den, da Fotolia in den letz­ten Monaten zu stark ein­ge­bro­chen ist und will­kür­lich alles ablehnt, es sei den der Bildinhalt lächelt und steht vor wei­ßem Hintergrund. Willkürlich des­halb da mehr als die Hälfte der Fotolia Bestseller nichts mit Menschen zu tun hat und die­se Bilder genau­so nach­ge­fragt und gekauft wer­den. Außerdem bie­tet istock jedem Fotografen mehr Entwicklungsmöglichenkeiten – redak­tio­nel­le Bilder, Vetta, Agency, GI, eine wesent­lich bes­se­re Möglichkeit der Verschlagwortung und somit bes­se­re Verkaufschancen außer­halb von DE usw..

    Gruß Frank

  7. @Frank: Ich ver­ste­he nicht ganz, was Du meinst? Meinst Du Teil‐Exklusivität bei Fotolia, wo ich den Startpreis auf bis zu 3 Credits fest­le­gen könn­te? Falls Du das meinst: Ja, ich befürch­te, dann weni­ger zu ver­kau­fen.

  8. Bekanntheitsgrad? Mal ganz ehr­lich .. Bildkäufer inter­es­siert nicht, ob das Bild von einem Yuri oder Robert ist. Das Bild muss gefal­len – gefällt es und passt es zum Thema, wirds gekauft. Kein Bildkäufer geht erst­mal in irgend ein Profil und sucht erst­mal dort nach einem Bild. Vielmehr gibt man Suchörter ein und schaut, wel­ches Bild am Besten zur Vorstellung passt.

    Und auch spä­ter schaut kein poten­zi­el­ler Käufer in irgend wel­chen Zeitungen nach wer das hüb­sche Bild auf Seite drei geknipst hat. Leute die dort nach­schau­en sind wir selbst, weil wir wis­sen wol­len wer das Bild dort gemacht, wo hät­te bes­ser unser Bild sein sol­len 😉

    Ich per­sön­lich bevor­zu­ge übri­gens die Exklusivität. Einfach aus Zeitgründen – wohl­wis­send aber auch über die damit ver­bun­de­nen Risiken. Dennoch bin ich davon über­zeugt als Ex mehr zu ver­die­nen, als wenn ich streu­en wür­de, denn in der gespar­ten Zeit kann ich mehr pro­du­zie­ren.

  9. Für mich ist das wesent­li­che Argument gegen Exclusivität, dass man sich damit voll und ganz den Entscheidungen eines ein­zi­gen Konzerns aus­lie­fert. Für Hobby‐Photographen mag das kei­ne Rolle spie­len, aber wenn man einen wesent­li­chen Anteil sei­nes Lebensunterhalts mit die­sen Agenturen ver­dient, ist es gelin­de gesagt fahr­läs­sig, sei­nen (finan­zi­el­len) Fortbestand exklu­si­ve an einen Konzern und deren Manager zu bin­den.

    Für mich kommt aller­dings noch ein wei­te­rer Punkt hin­zu: Ich pro­du­zie­re in ers­ter Linie Footage (Videos) – die für mich mit Abstand wich­tigs­te Agentur (Pond5) bie­tet kei­ne Exclusivität. Das macht die Entscheidung schon sehr ein­fach. 😉

  10. …aber wenn man einen wesent­li­chen Anteil sei­nes Lebensunterhalts mit die­sen Agenturen ver­dient, ist es gelin­de gesagt fahr­läs­sig…“

    Dem kann ich nicht so ganz zustim­men, denn ein nor­ma­ler Arbeitnehmer bin­det sich ja auch an nur einen Arbeitgeber. Handelt er dann auch fahr­läs­sig? Schließlich ist er ja auch Lohnkürzungen, Überstunden, Willkür bei der Urlaubsverteilung usw. usw. aus­ge­setzt (nicht jedes Unternehmen hat z.B. einen Betriebsrat, der die Rechte der Arbeitnehmer ver­tritt und durch­setzt).

  11. @Light Impresson: Das ist ein inter­es­san­ter Vergleich.

    Aber ich den­ke, Du wür­dest zustim­men, dass Unternehmen ohne Betriebsrat oft (nicht immer) schlech­ter für die Arbeitnehmer sind. Außerdem schüt­zen etli­che Gesetze des Arbeitsrecht die Arbeitnehmer, das ist bei selb­stän­di­gen Fotografen nicht der Fall.

  12. Ich ver­kau­fe mei­nen Output auch exclu­siv bei Fotolia. Jedoch muss ich ein­ge­ste­hen, dass ich jedes mal wie­der mit mir hade­re, wenn ich auf das Thema gestos­sen wer­de. Man weiss es halt nicht vor­her, wel­ches Modell für einen lukra­ti­ver ist. Ich habe für mich nun ent­schie­den, dass ich es mit der Nicht‐Exclusivität mal aus­pro­bie­ren kann, wenn mein Portfolio eine Stärke von über 500 Dateien erreicht hat. Aber auch da graust mir vor dem Zeitaufwand, da ich die Dateien nicht per IPTC ver­schlag­wor­tet habe, son­dern bei Fotolia direkt 🙁
    Habe anfangs gar nicht dar­an gedacht evtl. auch ande­re Agenturen zu belie­fern und die Notwendigkeit von IPTC gar nicht erkannt. So ist das Leben. Try and Error.

  13. @Light Impression: Wir sind kei­ne nor­ma­len Arbeitnehmer. Wir haben kei­nen Arbeitgeberanteil an Versicherungen, kei­ne Sozialleistungen vom Arbeitgeber, kei­ne Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, kei­ne Lohnfortzahlung im Krankheitfall, kei­nen bezahl­ten Urlaub (OK, dar­über kann man strei­ten – manch einer meint ja, wür­den unser Leben lang bezahl­ten Urlaub machen), kei­nen Schutz über Betriebsräte und Gewerkschaften. Wir sind selbst die Unternehmer und tra­gen damit alle Unsicherheiten der Selbstständigkeit allei­ne. Und jeder Selbstständige in jeder Branche wird Dir bestä­ti­gen, dass es kei­ne gute Idee ist, sich auf nur einen Auftraggeber zu kon­zen­trie­ren.

  14. Na ja .. ich seh das so … Als Arbeitnehmer bekommt man ein Brutto wo diver­se Abzüge dann das Netto of dem Konto erge­ben. Als Selbstständiger hat man einen Umsatz wo diver­se Abzüge dann das Netto auf dem Konto erge­ben. Welche Abzüge jeder hat ist doch uner­heb­lich. Will ich ein gewis­ses NEtto auf dem Konto haben, weiß ich als Arbeitnehmer wie­viel ich Brutto ver­die­nen muss. Ebenso weiß dich als Selbstständiger wie­viel Umsatz ich gene­rie­ren muss, um eben die­ses „Netto“ eben­falls auf dem Konto zu haben. Und wer als Selbstständiger nicht klar kommt, weil er sich halt selbst von sei­nem Umsatz ab‐/versichern muss, tja, dem kann ich nur raten nen Job auf Teilzeitbasis zu machen. Somit hat man sei­ne Soziale Absicherung, nen fes­tes „Grundgehalt“ und kann dann mit den Fotos schön dazu ver­die­nen. Nur mal so als Tipp neben­bei 😉

  15. Es ist ein Grundregel für Selbständige/Unternehmer sich nicht von einem Geschäftspartner -sei es nun ein Kunde oder ein Lieferant‐ abhän­gig zu machen. Ich bin seit 19 Jahren frei­be­ruf­lich tätig und kann Ulrich 100% zustim­men. Es kann lan­ge gut gehen die­se Regel zu igno­rie­ren (beque­mer ist es sowie­so), aber wenn sie sich irgend­wann doch bestä­tigt, geht es ganz schnell um die Existenz. Wer Zweifel hat, kann sich ins istockphoto‐Forum bege­ben und den Thread zur letz­ten Anteilskürzung lesen. Dort gibt es u.a. reich­lich Beiträge ver­zwei­fel­ter Exklusiver. In den weni­ger dra­ma­ti­schen Fällen bekla­gen sie den Zusammenbruch ihrer Zukunftsplanung, aber es fin­den sich auch eini­ge die Ihre Existenz bedroht sehen.
    Beim Vergleich mit dem Angestellten wur­de ein wesent­li­cher Aspekt nicht erwähnt: Ein Selbständiger/Unternehmer hat in der Regel auch fixe monat­li­che Geschäftskosten: Raummiete, finanzierte/geleaste Geräte, evtl. Personal. Ich den­ke beim Personal und der damit ver­bun­de­nen Verantwortung für ande­re Menschen wird deut­lich, war­um es Ulrich fahr­läs­sig nennt, nur von einer Agentur abhän­gig zu sein.

  16. Mal ne doo­fe Frage .. was hin­dert denn die Exklusiven von Agentur A (sagen wir mal iStock) ein­fach das Portfolio nach Agentur B (sagen wir mal Fotolia) zu ver­schie­ben? Per FTP upload und Schlagworten in den Tags soll­te das ja recht schnell mach­bar sein (klar, arbeit ist es schon .. aber die (und noch mehr) hät­te man bei Streuung ja auch gehabt).
    In mei­nen Augen hinkt der VErgleich zu ande­ren Wirtschaftszweigen enorm, denn als Exklusiver hat man ja nicht nur einen Kunden, son­dern vie­le – ledig­lich eine Agentur ist zwi­schen­ge­schal­tet und die kann man jeder­zeit wech­seln. Es ist also voll­kom­men anders als z.B. ne Firma die Tische her­stellt und nur an ein Möbelhaus ver­kauft – da einen neu­en Abnehmer zu fin­den ist sicher schwer.

    Ich hal­te es lie­ber bei fol­gen­der Strategie. Exklusiv bei Agentur A, solan­ge die­se für mei­ne Art von Bildern die Beste ist. Das setzt natür­lich Marktbeobachtung vor­raus. Wird nun Agentur B in mei­nem Bildsegment Marktführer, wech­sel ich zu Agentur B. Natürlich wech­sel ich nicht jeden Monat, son­dern schaue mir die Agenturentwicklungen lang­fris­tig an. Wie gesagt .. MArktbeobachtung und sei­ne eige­nen Schlüsse zie­hen. Das ist mei­ne ganz eige­ne Strategie. Andere wer­den mit Sicherheit anders vor­ge­hen und auch dafür ihre berech­tig­ten Gründe haben.

    PS: Was ist eigent­lich mit den gan­zen Autohäusern? Die sind ja meist auch exklu­siv an eine Marke gebun­den? Alles unver­ant­wort­li­che und fahr­läs­sig han­deln­de Unternehmer? Ich den­ke nicht. Es ist eine Branche, wo es durch­aus Sinn macht, sich zu bin­den. Genauso sehe ich das bei uns … in unse­rer BRanche macht es durch­aus eben­falls Sinn sich zu bin­den. Ich wage sogar die Prognose, dass auch immer mehr „Profis“ sich lang­fris­tig an eine Agentur bin­den wer­den, wohin­ge­gen der Amateur wei­ter streu­en wird.

  17. @Light Impression: Das mit den Autohäusern: Ein Freund von mir hat­te die ört­li­che Vertretung für einen Autohersteller. Dann kam 2008 und die Krise. Die Leute kauf­ten um 50% weni­ger Autos. Genau in die­sem Jahr wur­de vom Erzeuger ein ganz gewi­ßer Standard wie die Autohäuser nun aus­zu­se­hen hät­ten vor­ge­schrie­ben. Wegen der Umsatzhalbierung konn­te mein Freund die­se Umbauten nicht machen. Und 4 Monate spä­ter war der die Vertretung los und muß­te sein Unternehmen zusper­ren. Die ande­ren Hersteller hat­ten in die­sem Ort schon alle ihre Vertretungen.

    Auf die Bildbranche bezo­gen: Natürlich kann ein Exklusiver sei­ne Agentur wech­seln – nach dem er sei­ne Kündigungsfristen ein­ge­hal­ten hat. NUR: Bei einer neu­en Agentur fängt er ganz von vor­ne wie­der an. Mehr als 50% bei DT mei­ner Bilder haben zumin­dest Status 3. Die wür­den alle wie­der bei dem neu­en Level 0 star­ten.

    Oder bei FT: Dort wer­den der­zeit die neu­en Bilder ja nicht gera­de bevor­zugt behan­delt – und das die alten bes­ser ver­kauft wer­den bringt einem Exklusivwechsler herz­lich wenig.

    DT hat doch vor kur­zem damit sogar gewor­ben, die ent­täusch­ten IS‐Exklusiven zu über­neh­men, um dann 3 Monate spä­ter für län­ge­re Zeit ein sehr tie­fes Uploadlimit ein­zu­füh­ren.

    Und es gibt nur 3 brauch­ba­re Agenturen, wo es wirt­schaft­lich Sinn machen könn­te, exklu­siv zu sein. Für Leute die das zum Spaß machen, oder neben­bei Geld ver­die­nen wol­len sicher eine Variante. Für einen Vollzeit‐Stocker (der nicht gera­de von Anfang an bei IS mit­ge­macht hat – ja, da gibt es Ausnahmen) in der heu­ti­gen Zeit ist Exklusivität nicht ein­mal einen Gedanken wert. Was ist, wenn ein Mitbewerber mei­ne Exklusiv‐Agentur ein­fach auf­kauft und zusperrt? Hatten wir ja auch schon…

    Es gibt sicher­lich auch Vorteile für die Exklusivität – vom ver­ein­fach­ten Arbeitsaufwand ganz zu schwei­gen. Dieser ist mal eine schnel­le­re Selektierung, und am wich­tigs­ten kann es auch eine bes­se­re Reihung bei der Trefferanzeige sein. Nur was, wenn immer mehr Exklusive oder neue Preisschienen dazu­kom­men? Siehe IS. Dann ist man auch als stol­zer Exklusiver ganz schnell auf die Seiten zurück gerutscht, die kein Kunde mehr sieht.

  18. @Walter: Aber genau das ist doch Marktwirtschaft. Wenn Dein Bekannter die Auflagen nicht erfül­len konn­te, hat er wohl was ver­kehrt gemacht, um am Markt bestehen zu kön­nen – ande­re konn­ten es ja auch. Genauso seh ich das beim Stockmarkt. Hier wird viel gejam­mert und kaum einer kri­ti­siert sich mal selbst. Umsatzrückgänge wer­den dabei immer auf Agenturen gescho­ben. Dabei gibt es nach mei­ner Ansicht ganz ande­re Gründe. Immer mehr gute Leute drän­gen auf den Markt. Hobbyknipser haben da kaum noch eine Chance, wenn sie ihre Qualität nicht stei­gern. Bei Fotolia kom­men fast täg­lich neue Portfolios mit meh­re­ren tau­send bil­dern hin­zu – logisch, dass da irgend­wo­an­ders die Umsätze weg­bre­chen. Das neue Bilder weni­ger als frü­her gekauft wer­den, konn­te ich bis­her nicht fest­stel­len. Aber irgend ein hüb­sches Mädel vor ner wei­ßen Wand ablich­ten reicht heu­te halt nicht mehr aus. Man muss sich stän­dig wei­ter ent­wi­ckeln und auch inves­tie­ren. Wer es nicht macht, bleibt auf der Strecke. Und wie schon wei­ter unten geschrie­ben .. ich gehe davon aus, dass zukünf­tig immer mehr Profis Ihre Portfolios exklu­siv stel­len. Der Markt wird sich berei­ni­gen. Ein und das sel­be Bild wird es nicht mehr in jeder Agentur geben. Vielmehr wer­den Agenturen pro­bie­ren sich durch Ihre Portfolios zu dif­fe­ren­zie­ren. Gute Leute wer­den dabei pro­fi­ti­ren. Der Durchschnitt wird hin­ge­gen wei­ter jam­mern wie bis­her. Die Zeiten der Goldgrube für Hobbyknipser ist so lang­sam vor­bei.
    Ich bin jeden­falls gespannt, wo wir alle in 5–10 Jahren ste­hen 😉

  19. Hallo,

    erstaun­li­che Diskussionen über den Microstock und die Erlöse – wer sei­ne Bilder über Microstock ver­scher­belt soll­te sich nicht wun­dern – ich den­ke, bei dem über­wie­gen­dem Teil der Einlieferer geht es
    eher um Selbstbestätigung beim Verkauf – um eine beruf­li­che Zukunft kann es nicht gehen. Bei Robert wun­dert mich der Schwenk zu MFM, sah hier bis­her ja alles nach Lobhudelei auf Microstock aus, aber
    viel­leicht ist ja doch bes­ser ein Bild für 1000,– EUR zu ver­kau­fen, als 1000 Bilder beim Microstock für 100,– ?

    Und Robert – wenn Du es eines Tages ernst­haft ver­sucht von dei­nen Bildverkäufen zu leben, wirst Du eben­so wie die Profies unter Microstock und Getty lei­den, und nur neben­bei – vie­le Agentur die Exclusivität ver­lan­gen – auch oder gera­de Mitglieder beim BVPA – bedie­nen nur Getty!

  20. @fotoprofi: Was denn jetzt? Profis lei­den unter Getty, aber exklu­si­ve BVPA‐Mitgliedsagenturen bedie­nen nur Getty? Ist das jetzt gut oder schlecht? Und ich habe nie ein Geheimnis dar­aus gemacht, dass ich Micro‐ UND Macrostock mache. Bislang sahen die Zahlen jedoch eher güns­tig für Microstock aus und in der Tendenz blei­ben sie das bis­her auch.

  21. @ Light Impression: Klar das ist Marktwirtschaft. Aber es wäre auch Marktwirtschaft gewe­sen, hät­te mein Freund das Angebot eines japa­ni­schen Autokonzerns ange­nom­men, zusätz­lich des­sen Wagen zu ver­trei­ben. Das hat er aber einer­seits aus Rücksicht auf sei­nen bis­he­ri­gen Lieferanten ande­rer­seits auch ein wenig aus Faulheit nicht gemacht. Die Japaner haben dann einen ande­ren Händler genom­men.

    Das 2008 der Automarkt zusam­men­brach, dafür konn­te er ja nichts und konn­te das auch nicht vor­her­se­hen. Im Normalfall hät­te er ja die Investitionen machen kön­nen. Er hät­te aber dann nach dem Ausstieg sei­nes Autoproduzenten zumin­dest die Japaner noch gehabt.

    Das sich der Stockmarkt in den letz­ten Jahren sehr stark gewan­delt hat (ich bin Profi‐Stocker seit den spä­ten 80er Jahren)ist klar. Aber ich habe kei­nen Grund zum jam­mern. Ich habe noch nie so viel Geld damit ver­dient wie in den letz­ten bei­den Jahren. Auch dank Microstock. Obwohl ich nach wie vor 2‐gleisig fah­re. Nur mei­ne Makros haben frü­her mehr Geld abge­lie­fert. Aber Micro hat es mehr als aus­ge­gli­chen.

    Produktionstechnisch ist es ja kein Problem. Für das Shooting wird eben die dop­pel­te Anzahl von Models mit­ge­nom­men. Da gibt es dann die schön aus­ge­leuch­te­ten kanll­schar­fen Bilder mit Model 1 hin­ter die eine wei­ße Wand gestellt wird für die Micros, und die „uneven light“ Bilder und die mit dem Spiel von Schärfe und Unschärfe und dem „Originalschauplatz mit ent­fern­ter wei­ßer Wand“ mit Model 2 für die Macros.

    Das sich vie­le „Stockprofis“ exklu­siv an Agenturen bin­den wer­den glau­be ich nicht. Profifotografen, die Stock als Lückenbüsser in auf­trags­lo­sen Zeiten machen, die ja. Oder Fotografen aus dem Osten oder ande­ren Ländern in denen das Leben bil­li­ger ist.

    Wie wars denn frü­her? Ich hat­te in den 90er Jahren ca. 8000 Dias 6/6 cm und 4x5 inch. in einer Agentur. Jährliche Neuproduktion 1000 Stück. Alles schön exklu­siv. Das waren damals geschätz­te 5% des Agenturbestandes und hat mir ein schö­nes Einkommen gebracht. Dann kam das Internet und die Agenturen haben um viel Geld ihre Dias digi­ta­li­siert. Dann hat­ten sie die glor­rei­che Idee, die­se digi­ta­li­sier­ten Scans mit ande­ren Agenturen im Ausland zu tau­schen. Plötzlich hat­te mei­ne (und auch jede ande­re) Agentur 6x so vie­le Bilder als ein paar Monate vor­her. Und mein Einkommen sank rapi­de.

    Ist doch klar, das ich mir auch neue Einkunftsmöglichkeiten gesucht habe. So wie vie­le ande­re Fotografen aus die­ser Zeit auch.

    Das Agenturen ger­ne exklu­si­ves Material haben möch­ten ist ja logisch. Nur vie­le Profis wer­den sie nicht bekom­men. Es sei denn sie garan­tie­ren einen monat­li­chen Fixumsatz. Und die Leute die das neben­bei machen, wer­den schnell weni­ger wer­den weil sie gegen die Profis nicht bestehen wer­den, in der Bilderflut unter­ge­hen wer­den, und dadurch kei­ne nen­nens­wer­ten Umsätze mehr erzie­len kön­nen. Da sehe ich uns in 2–3 Jahren.

    Ich arbei­te jetzt mit 15,16 Mids‐Micros. Und beim Einsatz der rich­ti­gen Technik und ein wenig Organisationstalent ist der Aufwand viel­leicht 2–3x so groß, als wenn ich nur eine Micro belie­fern wür­de.

    By the way: Ich will nie­mand von einer Exklusivität abbrin­gen. Jeder muss für sich wis­sen und ent­schei­den was für ihn am bes­ten ist.

  22. …Und die Leute die das neben­bei machen, wer­den schnell weni­ger wer­den weil sie gegen die Profis nicht bestehen wer­den, in der Bilderflut unter­ge­hen wer­den, und dadurch kei­ne nen­nens­wer­ten Umsätze mehr erzie­len kön­nen. …“

    Hierbei den­ke ich stim­men wir voll­kom­men über­ein. Den Rest wird die Zeit zei­gen 😉

  23. Hallo Robert,

    natür­lich ist Getty schlecht für die Fotografen – und die Bildagenturen, schließ­lich hat Gety mit den gro­ßen deut­schen Verlagen (bestimmt auch mit den Ausländischen) Verträge über Abnahmemengen zu bestimm­ten Konditonen ver­ein­bart – bis zu 60% der Bildeinkäufe bezie­hen eini­ge Redakteure bei Getty -
    und wir soll­ten hier nicht ver­ges­sen, dass vie­le Bildagenturen bereits Getty gehö­ren und nicht jedes­mal Getty dran­steht wo auch Getty drin ist. Und wenn jetzt reno­mier­te BVPA Agenturen mit Fotografen exclu­si­ve Vertäge schlie­ßen und die Bilder zur Vermarktung bei Getty wei­ter­rei­chen, wo soll der Vorteil für die Fotografen lie­gen?

    Wie läufts mit dem eig­nen APIS Shop?

  24. …Und die Leute die das neben­bei machen, wer­den schnell weni­ger wer­den weil sie gegen die Profis nicht bestehen wer­den, in der Bilderflut unter­ge­hen wer­den, und dadurch kei­ne nen­nens­wer­ten Umsätze mehr erzie­len kön­nen. …”
    Das wür­de war­schein­lich das Ende der Microstockagenturen bedeu­ten. Keine 10% der Fotografen bei den Micros sind Profis. Das Bildangebot wür­de dra­ma­tisch sin­ken, soll­ten die Amateure aussteigen.Speziell istock bewegt sich auf einer kri­ti­schen Linie. Nur mit dem Angebot der Exklusiven, wäre istock mit der zusätz­li­chen Vetta und Gettylinie viel zu teuer.Zudem gehen bei Istock die Verkäufe pro Bild kon­ti­nu­ier­lich zurück. 2007 hat­te ich bei istock pro 100 Bilder knapp 50 Verkäufe im Monat. Dieser Wert ist kon­ti­nu­ier­lich zurück gegan­gen, der­zeit bin ich bei knapp über 20 Verkäufen im Monat pro 100 Bilder. Dennoch ist mein Umsatz von jahr zu jahr um etwa 300% gestie­gen. Zum Teil am grö­ße­ren Portfolio, zu einem wesent­li­chen Teil aber auch wegen Preiserhöhungen und Produkten wie Vetta bzw Getty. Bei den Preisen ist istock bereits in einem Bereich der nicht mehr viel Raum bei Preiserhöhungen nach oben zu lässt. Ich glau­be das bei den exklu­si­ven Profis die Umsatzentwicklung in den nächs­ten Jahren abflacht. Der qua­li­ta­ti­ve Unterschied zwi­schen Profis und Amateuren wird sicht­bar klei­ner. Zudem wer­den teu­re Produktionen für Profis immer ris­kan­ter. Die Gruppe der Top Producer wird aber nicht wes­sent­lich grö­ßer wer­den. Weil das in der Regel gan­ze Teams sind, weni­ger Einzelfotografen. Bei abfla­chen­der Umsatzentwicklung wird das für Teams aber immer schwie­ri­ger. Die Gewinner sehe ich daher bei den Produktionsstarken „one Man Shows“ oder Einzelfotografen mit sehr guter Qualität und sehr brei­ter Streuung. Wie eben den Robert.

  25. «»Keine 10% der Fotografen bei den Micros sind Profis“
    Sicher rich­tig – aber von denen kom­men wahr­schein­lich die Hälfte der ver­kauf­ten Bilder. Bei Shutter gibt es der­zeit 15 Mio Bilder von rund 300.000 Fotografen. Ergibt 50 Bilder pro Fotografen. Wenn man bedenkt, wie vie­le Fotografen aber 1000+ Bilder haben, blei­ben für vie­le Fotografen nur mehr 30 Bilder im Durchschnitt über. Und die­se Bilder sind wahr­schein­lich auch nicht die Topseller.
    Ich glau­be, dass auch in der Stockfotografie von 20% Fotografen 80% Umsatz erwirt­schaf­tet wird. Und das sind dann eben die 10% Profis und 10% „Semiprofis“.

    Sicherlich wer­den es die „Bilderfabriken“ zuneh­mend schwe­rer haben die Kosten in den Griff zu bekom­men. In den nächs­ten Jahren wird neben guter tech­ni­scher Qualität und Motivvielfalt auch der Kostenfaktor der Produktionen ein wesent­li­ches Kriterium sein. Aber das ist mitt­ler­wei­le ja ohne­hin in nahe­zu jeder Branche so.

  26. «Das wür­de war­schein­lich das Ende der Microstockagenturen bedeu­ten“
    Möglich, aber die Top 4 Agenturen haben ja alle 12 bis 15 Mio. Bilder. Und das die Fotografen ihre Bilder dann bei den Agenturen löschen glau­be ich nicht. Die not­wen­di­gen neu­en Bilder wer­den mei­ner Meinung nach dann eben zum größ­ten Teil von den 20% Profis‐Semiprofis kom­men.
    Womit wir wie­der dort wären, wo die Stockfotografie vor eini­gen Jahren war. In den Händen der Profis.

  27. @alle: Ich freue mich, dass die­ser Beitrag der ers­te ist, der vie­le und dazu aus­schließ­lich kon­struk­ti­ve, inhalt­lich sinn­vol­le Kommentare her­vor­bringt, die eine rich­ti­ge Diskussion erge­ben. Danke schon mal.

    @Walter: Meine Erwiederung zu Max wäre ähn­lich gewe­sen: Ich glau­be, dass die Microstock‐Agenturen heu­te aus­schließ­lich von Profis belie­fert über­le­ben könn­ten und sich das Geschäft mehr dahin ver­la­gert.

  28. Ich ver­ste­he die gan­ze Disukussion hier nicht – alle spe­ku­lie­ren – kei­ner weiss etwas – alle glau­ben.
    Fakt ist – beim Microstock, ob nun exclusuiv oder nicht, ver­dient erstein­mal die Microstockagentur ordent­lich – dar­um kann z.B. auch Fotoilia mal eben 600.000 für eine Programmierung aus­ge­ben. Ich ken­ne mich recht gut im Macrostock aus, und mit 4000 Bildern kann man dort ganz ordent­lich leben (€ 5.000+, für mich monat­lich, nicht für die Agentur), und das bei einem Shooting die Woche, und wäre da nicht Microstock und Getty, dann sähe es noch sehr viel bes­ser aus – vor 2008 waren die Zeiten bes­ser.
    Exclusivität ist immer schwie­rig – hier ist man auf die Agentur ange­wie­sen – läufts bei der nicht mehr kommt man mit den Bildern nicht mehr raus, und hat unter Umständen einen hohen wirt­schaft­li­chen Schaden. Hier kann man den Fotografen raten mit den Agenturen ent­spre­chen­de Vertäge aus­zu­han­deln, z.B. Aufhebung des Vertrages bei Umsätzen unter xxx, oder die Vermarktung auf ein­zel­nen Länder zu beschrän­ken – geht alles natür­lich nicht Microstock. Aber Agenturen wie Alamy oder Zoonar bie­ten hier eine Alternative zu Microstock, auch AGE ist zu emp­feh­len – lie­ber län­ger eine Agentur suchen, sich die Vertäge genau anschau­en – das zahlt sich auf die Dauer aus – der lnge Atem zählt.

  29. erst woll­te ich nichts schrei­ben, aber wenn ich eini­ge Kommentare hier so lese… eine Nicht‐Exklusivität mag bei den Micros Sinn machen, da a) das Material – egal von wel­chem Fotografen – aus­tausch­bar ist. Macht Yuri Fotos im Wasser, sind zwei Wochen spä­ter 50 Varianten der Bilder eben­falls online, natür­lich von 50 ande­ren Fotografen. Es macht so in der Tat kei­nen Sinn, sich exklu­siv zu bin­den. Hinzu kom­men eher Fotografen‐unfreundliche Klauseln in den Verträgen.

    Anders sieht es auf dem RM‐Markt aus. Dort gibt es Agenturen, die z.B. den Fotografenanteil nicht alle vier Wochen nach unten drü­cken wol­len. Und es gibt Agenturen, die ver­ste­hen was von Fotografie und noch dazu was von Vermarktung. Es gib – auch in Deutschland – Agenturen, die weder RF von den eige­nen Vertragsfotografen noch Großkundenabos oder Rabatte anbie­ten. Es gibt tat­säch­lich Agenturen, die mit genau die­sem Weg äußerst erfolg­reich sind – und das noch immer mit stei­gen­der Tendenz.

    Wenn ich also sowas wie „Profis machen kei­ne Exklusivverträge“ oder auch „Nachteile der Exklusivität über­wie­gen“ lese, dann muß man das sehr deut­lich dif­fe­ren­zie­ren.

    Wie wenig Sinn eine Nicht‐Exklsuivität im Macro‐Bereich macht, zeigt ganz wun­der­bar image­bro­ker. Das Zeug gibt’s an jeder Ecke und muß des­halb um jeden Preis der Welt schlicht­weg ver­ramscht wer­den. Und dann wun­dern sich die ib‐Leute, wenn Fotografen nichts mehr lie­fern und/oder ihre Verträge kün­di­gen…

  30. @Tom: Die meis­ten Macrostock‐Agenturen gehen jedoch nicht soweit, eine Fotografenexklusivität zu ver­lan­gen, wie es die Microstock‐Agenturen ger­ne tun, son­dern meist nur eine Bildexklusivität (inklu­si­ve ähn­li­cher Motive). Finde ich weit­aus fai­rer.

  31. Wie Fotoprofi schon geschrie­ben hat, kann man bei Makro mit einem rela­tiv klei­nen Bildbestand gut leben. Nur kann man das nicht 1:1 rech­nen. Der RPI dürf­te durch Streuen bei Mikros nicht so hoch sein, wie bei exklu­si­ven Bildern bei Makrostock. Anderseits wird bei Mikros nicht so stark selektiert.Aber selbst bei den Makros scheint man als Fotograf gezwun­gen sein, mehr in Richtung Quantität zu pro­du­zie­ren. john Lund berich­tet in senem Blog, das sein RPI inner­halb von 5 Jahren von 800 auf 130 ein­ge­bro­chen ist.Link –> http://blog.johnlund.com/2011/03/three-keys-to-success-in-stock.html#links
    Ich ver­such mal Makro mit Mikro ein wenig zu ver­glei­chen bei 1000 Produzierten Bildern.
    Makro Annahmequote 25% –> 250 ange­nom­me­ne Bilder –> Lebenszeit 5 Jahre –> RPI 20
    Mikro Annahmequote 85% –> 850 ange­nom­me­ne Bilder –> Lebenszeit 2 jah­re –> RPI 9
    Makro 250 x 5 x 20 -> 25000
    Mikro 850 X 2 X 9 -> 15300
    Wobei man bei exklu­si­ven Bildern in einer Makroagentur als Fotograf an die­se nicht gebun­den ist.
    So gese­hen ist die Fotografenexklusivität bei den Mikros schon eine ordent­li­che Knebelung.Wenn man den Dreh her­aus hat, funk­tio­niet Maro sicher noch ganz gut. Der Vorteil durch die Bildexklusivität. Ich kann Sport,People,Food Produktionen etc. bei ver­schie­de­nen Agenturen anbie­ten die auf das jewei­li­ge Thema spe­zia­li­siert sind.

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