Bilder zu Bildagenturen in voller Auflösung hochladen oder vorher verkleinern?

Ist grö­ßer bes­ser? Kürzlich ver­folg­te ich eine Diskussion unter Stockfotografen, in der es dar­um ging, ob die fer­ti­gen Bilder in der größt­mög­lich ver­füg­ba­ren Größe zu den Bildagenturen hoch­ge­la­den oder lie­ber vor­her ver­klei­nert wer­den soll­ten.

Beide Seiten hat­ten ihre Argumente, die nach­voll­zieh­bar sind.

Auf der Pro-Originalgröße-Seite wur­den fol­gen­de Argumente auf­ge­führt:

  1. Je mehr Pixel ein Bild hat, des­to eher kauft es jemand, der spe­zi­ell ein mög­lichst gro­ßes Bild braucht.
  2. Je grö­ßer ein Bild ist, des­to teu­rer wird es bei den meis­ten Bildagenturen, zumin­dest im Credit-Bereich, ange­bo­ten, also bei einem gro­ßen Verkauf auch mehr Geld ver­dient.
  3. Eine Verkleinerung wäre nur ein zusätz­li­cher, unnö­ti­ger Arbeitsschritt.

Auf der Seite, wel­che die Verkleinerung der Fotos befür­wor­tet, gab es die­se Argumente:

  1. Eine Verkleinerung der Bilder ver­rin­gert die Gefahr, dass Fotos wegen Bildfehler (Rauschen/Unschärfe etc.) abge­lehnt wer­den.
  2. Durch direk­te Kundenanfragen nach einer höhe­ren Auflösung kön­nen teil­wei­se Mehreinnahmen gene­riert wer­den.
  3. Je nach Internetleitung kön­nen klei­ne­re Dateien schnel­ler zu den Agenturen hoch­ge­la­den wer­den.

Ich selbst gehö­re meist zur Fraktion, wel­che die Bilder in Originalgröße hoch­lädt. Es gibt aber auch Fälle, wo ich eben doch Bilder klei­ner ska­lie­re. Das ist manch­mal bei rie­si­gen Panoramaaufnahmen der Fall, die im Original teil­wei­se mehr als 200 Megapixel haben. Davon sind die meis­ten Bildagenturen über­for­dert, wes­halb ich die­se Bilder im Vorfeld ver­klei­ne­re.

Auch wenn eine Bildagentur ein Bild wegen Bildfehlern ablehnt, ver­klei­ne­re ich es manch­mal und lade es erneut hoch, wenn ich mir gute Verkaufschancen des Motivs erwar­te. Aber meist sind mei­ne Ablehnungen eher wegen zu ähn­li­cher Bilder oder ver­steck­ter Logos oder Markennamen, wes­we­gen das kaum vor­kommt.

Ab und zu habe ich auch direk­te Kundenanfragen, ob ein Bild grö­ßer erhält­lich sei oder – bei den Illustrationen oder 3D-Renderings – etwas geän­dert wer­den kön­ne. Meist ver­lau­fen die­se Anfragen jedoch im Sande, weil der dann gefor­der­te Preis deut­lich höher ist als der Microstock-Preis, was vie­le Kunden irri­tiert. Erfahrungsgemäß geht es mei­nen Stock-Kollegen meist ähn­lich, die Kundenanfragen kos­ten also immer Zeit und brin­gen nur manch­mal zusätz­li­che Einnahmen.

Ob es sinn­voll ist, sei­ne Aufnahmen klei­ner zu rech­nen oder nicht, hängt sicher auch von den Motiven ab: Wer Themen foto­gra­fiert, die ger­ne groß­for­ma­tig gekauft wer­den, weil sie für Plakatwände oder Messestände sehr geeig­net sind, hat vom Hochladen der Originalgröße mehr als jemand, des­sen Bilder haupt­säch­lich von Bloggern und Zeitschriftenredaktionen gekauft wer­den.

Wie macht ihr das und was sind eure Gründe dafür?

11 Gedanken zu „Bilder zu Bildagenturen in voller Auflösung hochladen oder vorher verkleinern?“

  1. Ich habe mir seit die­ser Diskussion einen wei­te­ren Export in Lightroom ange­legt, wodurch das Argument „zusätz­li­cher Zeitaufwand“ schon mal weg­fällt. Da ich sehr oft Tiere foto­gra­fie­re, wo die ISO zuguns­ten der Belichtungszeit und Tiefenschärfe sehr oft bis 12800 geht, nut­ze ich neu­er­dings die Option, Bildrauschen durch ver­klei­nern zu ver­min­dern.
    Bisher war ich auch immer der Meinung „ich gebe alles was ich habe“, also vol­le Auflösung. Nun lie­gen die ers­ten ver­klei­ner­ten Bilder in den Warteschlangen, mal sehen wie die neue Strategie ankommt.

  2. Ich mache es genau­so wie du Robert. Durch PS Bildprozessor wäre es zwar ein­fach gan­ze Shootings zu ver­klei­nern, die Funktion nut­ze ich aber nur bei der Höhe der jpg Komprimmierung (Stufe 10–11). Kundenanfragen beant­wor­te ich mitt­ler­wei­le aus­schließ­lich mit einem Link zur ent­spre­chen­den Agentur, ich lizen­sie­re nicht mehr selbst. Der Aufwand an end­lo­sen Mailverkehr mit Preisdiskussionen, Rechnung schrei­ben etc. ist es mir ein­fach nicht mehr wert. In der Zeit bear­bei­te­te oder pla­ne ich lie­ber Bilder für Stock; für mich ner­ven­scho­nen­der und schluss­end­lich wirt­schaft­li­cher.

    Grüße

  3. Ich ver­klei­ne­re jetzt. Ist ja kei­ne zusätz­li­che Arbeit. Warum? Ich habe vie­le Jahre mit 3CR Startpreis ein­ge­stellt. In den letz­ten 1000 DLs habe ich kei­nen ein­zi­gen XXL- CR Verkauf dabei. Auch klar: Ein Bild kos­tet bei mir 36 CR. In Zeiten von Miniabos kauft das kei­ner mehr. Voriges Jahr habe ich zwei 16-Bogen von mir gese­hen, die bei­de als Abos um weni­ge Cent ver­kauft wur­den. Und ob ich jetzt ein paar Abos weni­ger habe, weil denen das Bild zu klein ist.… Uhhhpps… Dafür ärge­re ich mich nicht mehr wenn ich an so einem Plakat vor­bei fah­re.

  4. Ich ver­klei­ne­re schon lan­ge.
    Der Großteil der Verkäufe sind Abos. Da rei­chen klei­ne­re Formate voll­kom­men.
    Der Upload geht schnel­ler, Rauschen ist weni­ger ein Problem.

  5. Die meis­ten Bilder wer­den auf Internetseiten gezeigt. Hier sind gro­ße Auflösungen oft­mals nicht nötig. Auf einer Wandtapete wird eine grö­ße­re Auflösung benö­tigt.

    Verdienst? Ha, ha, ver­kauft Fotolia ein Bild für 10 Euro, bekommt der Fotograf davon viel­leicht 2,34 Euro.

    Ach so, Verdienst. MCpaparazzi sucht Fotografen. Ein Foto von Michael Schumacher aus Gland, Schweiz, liegt immer­noch bei ca. 1 Mill. Euro.

  6. Hallo,
    auf den Gedanken mei­ne Bilder zu ver­klei­nern bin ich noch nie gekom­men. Außer eine Bildagentur hat eine maxi­ma­le Dateigröße als Limit. Aber das betrifft meist nur Panoramafotos.

    Wer sei­ne Bilder ver­klei­nert redu­ziert mei­ner Meinung nach wei­te­re Verkaufsmöglichkeiten. Es gibt durch­aus Bedarf an grö­ße­ren Bildmaterial. Bei Stockagenturen kau­fen nicht nur Webdesigner und Homepagebetreiber. Fast jeder Großkonzern bedient sich heu­te bei Stockagenturen.
    Mein erfolg­reichs­tes Landschaftsfoto wird von einem Anbieter für Fototapeten ange­bo­ten. Da sind pro Verkauf eine exklu­si­ve Lizenz drin. Hätte ich die Datei ver­klei­nert, hät­te der Kunde ein ande­res Motiv mit höhe­rer Auflösung aus­ge­wählt 😉

  7. Landschaften macht man ja meist mit Stativ und nied­ri­gen ISO Werten. Die ver­klei­ne­re ich auch nicht. Wenn man aber mit Auto ISO aus der Hand ohne Blitz foto­gra­fiert ist dass was ande­res.
    Da kann bei hoch­auf­lö­sen­den Kameras bei 100% Ansicht schon mal unan­ge­neh­mes Rauschen, oder leich­te Bewegungsunschärfe für eine Ablehnung sor­gen. Wenn man sol­che Aufnahmen ver­klei­nert ist dass meist ein guter Kompromiss.

  8. @MaxII

    Wenn in der Schweiz der Himmel blau ist, lau­fen dort die Fotografen nur mit einem Stativ durch die Gegend. Landschaftsaufnahmen aus der Schweiz machen sich gut als Wandtapete.

  9. In Zeiten der Megapixel-Kameras ist der Begriff „gross“ bzw.„klein“ sehr unter­schied­lich aus­zu­le­gen.
    Was bezeich­net Ihr mit gros­se Bilddatei bzw.„kleine Datei“??
    Ich habe lei­der bei Adobe/Fotolia auf deren Webseite dies­be­züg­lich noch eine genaue Groessendefinition fin­den kön­nen. Auch über unter­schied­li­che Honorare bei div. Bildgrössen habe ich nichts gefun­den.
    Wäre dank­bar, wenn man mir einen dazu­pas­sen­den Link pos­ten könn­te.
    Walter

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