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Das Geschäftsmodell hinter kostenlosen Bildern am Beispiel Unsplash

Vor einer Weile hat­te ich hier ver­sucht, das Geschäftsmodell der Firma Pixabay zu ver­ste­hen, wel­che mit kos­ten­lo­sen Bildern Geld ver­die­nen wol­len.

Zerstört Unsplash die Stockfotografie? Kostenloses Bild aus der Unsplash Collection.

Eine ähn­li­che Firma, jedoch mit grö­ße­rer inter­na­tio­na­ler Bekanntheit ist Unsplash. Diese betrat 2013 als ein­fa­cher Tumblr‐Blog die Bühne, auf dem 10 kos­ten­lo­se Bilder geteilt wur­den. Aktuell sind über 806.000 kos­ten­lo­se Bilder online, die ins­ge­samt über 758 Mio. kos­ten­lo­se Downloads erzielt haben. Diese und vie­le wei­te­re span­nen­de Zahlen sind hier auf der Statistik‐Seite von Unsplash nach­zu­le­sen.

Im Schnitt wer­den aktu­ell ca. 18 Bilder pro Sekunde run­ter­ge­la­den. Das wären über 46 Mio. kos­ten­lo­se Downloads im Monat! Zum Vergleich: Shutterstock kam im 3. Quartal 2018 auf „nur“ ca. 14,6 Mio. bezahl­te Downloads pro Monat. Namensnennung der Fotografen ist bei Unsplash übri­gens auch kei­ne Pflicht.

Eine Auswahl der öffent­li­chen Unsplash‐Statistiken

Zum Team von Unsplash gehö­ren min­des­tens 15 Leute, dar­un­ter die vier Gründer, das Ehepaar Mikael Cho und Stephanie Liverani, Luke Chesser und Angus Woodman sowie Entwickler, Designer, Programmierer und Kuratoren.

Im Januar 2017 wur­de Unsplash, wel­che bis dahin ein „Hobbyprojekt“ von Mikael Cho und den ande­ren Gründern war, in die „Unsplash Inc.“ fir­miert.

Die span­nen­de Frage ist: Von was wird die­se gro­ße Anzahl Mitarbeiter bezahlt? Wie ver­dient die kana­di­sche Firma „Unsplash Inc.“ ihr Geld, wenn sie ihr Produkt kos­ten­los ver­teilt?

Wie hier aus­führ­lich nach­zu­le­sen ist, bestand der Vorteil und Nutzen von Unsplash für die Gründer anfangs dar­in, dass die­ses Nebenprojekt viel Aufmerksamkeit und neue Kunden auf ihre Hauptfirma „Crew“ lenk­te. Unsplash war also nichts ande­res als cle­ve­res „Content Marketing“, wo mit wert­vol­len (weil kos­ten­lo­sen) Inhalten Aufmerksamkeit auf etwas ande­res gelenkt wur­de.

Das wäre soweit ja in Ordnung, wenn die Unsplash‐Fotos wei­ter­hin aus­schließ­lich von Crew‐Mitarbeitern kämen. Nach eige­nen Angaben ist aktu­ell zwar wei­ter­hin die – bezahl­te – Unsplash‐Mitarbeiterin Annie Spratt die aktivs­te Fotografin auf Unsplash, trug mit ca. 4600 Bildern aber ins­ge­samt weni­ger als 0,6% der über 795.000 Fotos bei.

In die­ser Liebeserklärung an die Firma Unsplash erklärt der Hobbyfotograf Rahul Chowdhury, war­um er neben Bildagenturen jetzt auch Unsplash belie­fe­re:

Obwohl ich nicht auf­hö­ren wer­de, Stockfotos zu ver­kau­fen, wer­de ich von jetzt an sicher­stel­len, dass ich einen anstän­di­gen Teil mei­ner Arbeit mit der Welt gegen Lächeln und Dankbarkeit durch die­se lie­bens­wer­te Gemeinschaft tau­sche.“

Der Haken dabei? Unsplash ist längt kein Marketing‐Instrument mehr und schon gar kei­ne unei­gen­nüt­zi­ge Gemeinschaft, die nur das Wohl der finanz­schwa­chen Grafiker und Webdesigner im Blick hat.

Dieser Quelle nach bekam Unsplash schon 2015 eine Investition von 8,5 Mio USD, von der ca. zwei Jahre spä­ter noch 5 Mio. USD übrig waren. Das bedeu­tet, dass Unplash 2015 und 2016 pro Jahr ca. 1,75 Mio. USD Ausgaben ver­schlang.

Im Februar 2018 gab Unsplash bekannt, dass sie 7,25 Mio. USD von ins­ge­samt acht Investoren (Jason Goldberg/Simple Token, Accomplice, Betaworks, Mark Bonchek, Real Ventures, Roger Dickey/Gigster, Clark Valberg/InVision, Rahul Vohra/Superhuman) erhal­ten haben. Andere Quellen spre­chen sogar von 10,3 Mio. USD. Den obi­gen Zahlen nach wäre damit die Finanzierung von Unsplash für wei­te­re vier Jahre gesi­chert.

Die über 116.000 Fotografen bekom­men davon aber kei­nen Cent ab, abge­se­hen von der Handvoll, die tat­säch­lich direkt bei Unsplash ange­stellt ist. Dabei wird stän­dig von der „Community“ gere­det, die den Kern von Unsplash aus­ma­che, die so wich­tig und wert­voll sei. Ja, weil sie beschei­den ist, nichts von den Millionen abha­ben zu wol­len.

Unsplash wirbt immer­hin damit, dass die Fotografen „Links zu ihrem eige­nen Business anzei­gen las­sen und damit von Unsplash’s Traffic pro­fi­tie­ren kön­nen“. Einer der welt­weit größ­ten Stockproduzenten, die bri­ti­sche Firma „Rawpixel Ltd“. hat das aus­pro­biert und bie­tet neben ca. 260.000 Stockfotos bei den übli­chen Bildagenturen wie Adobe Stock oder Shutterstock auch über 2600 pro­fes­sio­nel­le Stockfotos kos­ten­los auf Unplash an. Das sind ca. 1% der bezahl­ten Bilder.

Ich habe den Rawpixel‐Gründer Rob Churchill zu sei­nen Beweggründen gefragt, war­um er kos­ten­lo­se Bilder anbie­te. Hier sei­ne über­setz­te Antwort:

Vor eini­gen Jahren haben wir uns ent­schie­den, unse­re eige­ne Website auf­zu­bau­en. Hauptsächlich, um unse­re Aktivitäten krea­ti­ver zu gestal­ten und hof­fent­lich ein gutes Unternehmen für uns, die Kunden und die Gemeinschaft auf­zu­bau­en. Es gibt zwei Hauptgründe, war­um wir einen Teil unse­res Inhalts als kos­ten­lo­se Bilder auf unse­rer eige­nen Website und eini­gen ande­ren wie Unsplash anbie­ten.

Erstens, um den Verkehr auf unse­re Website zu len­ken. Anstatt die unmög­li­che Aufgabe zu ver­su­chen, mit den bestehen­den Agenturen durch bezahl­te Werbung zu kon­kur­rie­ren, ist es für uns viel sinn­vol­ler, all unse­re ver­füg­ba­ren Ressourcen in die Erstellung von Inhalten zu inves­tie­ren und dann einen Teil davon frei zu machen, um die Menschen für Rawpixel zu gewin­nen.

Zweitens passt es gut zu unse­rem Manifest ‚Unsere Mission ist es, jedem, der die Menschen befä­higt, Kreativität zum Guten ein­zu­set­zen, inspi­rie­ren­de Gestaltungsressourcen zur Verfügung zu stel­len.‘ Es ist schön zu wis­sen, dass jeder Zugang zu eini­gen unse­rer Arbeiten unab­hän­gig von sei­ner finan­zi­el­len Situation haben kann.

Funktioniert es? Ja, ich den­ke schon, wir haben zwar noch einen lan­gen Weg vor uns, aber die Zeichen sind viel­ver­spre­chend und wir freu­en uns auf die Chancen, die sich in der Zukunft eröff­nen wer­den.

Ich weiß, dass dies ein heik­les Thema ist, und ich bin sicher, dass es die Microstock‐Industrie bis zu einem gewis­sen Grad beein­flus­sen wird, aber das „kos­ten­lo­se Bilder“-Modell ist hier und wird nicht gehen und ich glau­be, wir müs­sen uns an die Situation um uns her­um anpas­sen. Ich bin nicht zuver­sicht­lich in Bezug auf die Zukunft der wich­tigs­ten Microstock‐Agenturen und glau­be, dass sie in den letz­ten Jahren mehr hät­ten tun kön­nen, um Kontributoren wie uns zu unter­stüt­zen, und dadurch wären sie selbst in einer stär­ke­ren Position.“

Auch hier spielt also der Marketing‐Effekt eine Rolle. Ich bezweif­le jedoch, dass die­ser lang­fris­tig aus­reicht, denn wer nach kos­ten­lo­sen Bildern sucht, ist in der Regel wenig geneigt, plötz­lich doch Geld für Fotos aus­zu­ge­ben.

Werbung auf Unsplash

Neben den Investoren gibt es noch ande­re Geldquellen für Unsplash: Zum einen gibt klas­si­sche Werbeeinblendungen auf der Webseite, zum Beispiel rechts unter dem Suchfeld (sie­he Screenshot oben).

Darüber hin­aus gibt es jedoch ethisch deut­lich frag­wür­di­ge­re Methoden. Sucht ein Nutzer bei­spiel­wei­se nach „shoes“, oder „juice“, wer­den neben nor­ma­len Fotos ande­re ange­zeigt, die Werbung sind. Im Schuh‐Beispiel sind die ers­ten drei Treffer zum Beispiel kos­ten­lo­se Fotos mit Schuhen „spon­so­red by Timberland“, beim Saft steht „spon­so­red by DOSE Juice“. Hier ist die Werbekennzeichnung noch erkenn­bar, aber sobald ein Nutzer ein sol­ches Foto run­ter­lädt und wei­ter­ver­wen­det, bleibt von der Kennzeichnung nichts mehr übrig. Andere Leute erken­nen dann nicht mehr, dass das Bild mal bezahl­te Werbung war. Ebenso span­nend ist, dass es eine eige­ne Kollektion auf Unsplash mit dem Namen „Native Advertising on Unsplash“ gibt, kura­tiert vom Unsplash‐Co‐Gründer Luke Chesser. Dort wer­den neben den Beispielen Timberland und DOSE Juice expli­zit auch „Google Chromebooks“ und „Maledives Tourism“ als Kunden genannt und dazu­ge­hö­ri­ge Fotos gezeigt, aber die­se sind schon bei Unsplash teil­wei­se nicht als „spon­so­red by“ gekenn­zeich­net. Zufällig befin­den sich immer auch eini­ge die­ser Fotos auf der Startseite von Unplash.

Native Advertising ist eine dreis­te Form von Schleichwerbung“,

sagt Peter Figge, Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt, gegen­über dem Spiegel.

„Native Advertising“-Kollektion auf Unsplash

Ein Fotograf sol­cher Bilder, der anonym blei­ben will, beschreibt die Zusammenarbeit so:

Unsplash koope­riert mei­nes Wissens nach öfters mal mit etwas grö­ße­ren Firmen. Ich war sel­ber lan­ge Zeit nicht mehr wirk­lich aktiv auf Unsplash, wenn es dar­um geht, sel­ber Bildmaterial hoch­zu­la­den. Viel mehr benut­ze ich es sehr oft als Bildquelle für qua­li­ta­tiv gute und kos­ten­lo­se Bilder, da ich Designer bin und oft mit sowas in Kontakt tre­te.

Eines Tages habe ich eine per­sön­li­che E‐Mail von einem Admin von Unsplash erhal­ten mit dem Angebot für eine Timberland‐Kooperation Bilder zu schie­ßen. Ursprünglich gab es eine Art ‚Wettbewerb‘, wo jeder mit­ma­chen konn­te. Dieser galt qua­si als Bewerbung für das Projekt. Mich hat man völ­lig über­ra­schend ein­fach mit ins Boot geholt, weil irgend­wel­chen dafür ver­ant­wort­li­chen Menschen von Timberland mei­ne Bilder gut gefal­len haben. Die Klamotten der neu­en Winterkollektion wur­den uns dann per Post gesen­det. Es gab jeweils eine Herren‐ und Damenkollektion. Die Sachen hat nach zwei Wochen ein Kurier von Timberland wie­der abge­holt.
Das Ganze wur­de ganz nor­mal bezahlt wie ein rich­ti­ger Fotoauftrag. Ein erfah­re­ner und aner­kann­ter Fashionfotograf wäre mit dem Endgeld nie­mals zufrie­den gewe­sen. Aber wenn man die Umstände beach­tet, unter ande­rem dass ich abso­lut kein pro­fes­sio­nel­ler Fotograf bin und zuvor noch nie einen wirk­li­chen Auftrag hat­te (und so ergeht es dem Großteil der Teilnehmer), ist die Bezahlung mehr als fair. Alles in allem ist das Ganze eine tol­le Sache, da man auch die gan­zen Prozesse mit­be­kommt.“

Es gibt auch eini­ge Accounts, die offen­sicht­lich von den gezeig­ten Marken selbst betrie­ben wer­den, wie die­se von Loewe Technologies, Modern Essentials oder Frame Kings. Angesichts der Debatte um die Werbekennzeichnungen bei Instagram kann es hier sicher nicht mehr lan­ge dau­ern, bis es Probleme geben wird.

Es wird oft, wie bei­spiel­haft hier, argu­men­tiert, dass Unsplash kei­ne Bedohung für Fotografen sei, weil die­se durch den Unsplash‐Traffic zu Aufträgen kom­men wür­den. Ich glau­be aber, dass Unsplash eine direk­te Bedrohung für die Firmen ist, die aus­schließ­lich von der Bildlizenzierung leben, zum Beispiel Shutterstock oder Adobe Stock.

Selbst wenn es für etli­che Nischen bei den kom­mer­zi­el­len Bildagenturen deut­lich mehr Bilder zur Auswahl gibt, ent­zieht Unsplash bei den gene­ri­schen Motiven den Fotografen einen Grundumsatz, der nur mit sel­ten nach­ge­frag­ten Motiven logi­scher­wei­se schwer auf­ge­fan­gen wer­den kann. Zur Erinnerung: Wir reden von über 46 Mio. kos­ten­lo­sen Downloads pro Monat.

Insofern fin­de ich es bedenk­lich, dass auch Adobe in sei­ner „Adobe Spark“-App den Nutzern kos­ten­lo­se Unsplash‐Bilder anbie­tet, statt eine eige­ne Kollektion sol­cher Bilder auf­zu­bau­en, von wo aus der Traffic zur bezahl­ten Adobe Stock‐Kollektion gelenkt wer­den kann. Eine ähn­li­che Unterstützung kann bei Pixabay gefun­den wer­den, wo die Seite erklär­ter­ma­ßen von den Affiliate‐Einnahmen durch Shutterstock über­lebt.

Für Unsplash sind die Fotos nur ein Mittel zum Zweck. Es geht nicht um groß­ar­tig kura­tier­te Fotografie, es geht um Traffic und Community‐Building. Das sind die Werte, für die sich Investoren inter­es­sie­ren und für die sich Unsplash bezah­len lässt. Es wirkt ein biss­chen wie ein Schneeballsystem, wenn bezahl­te Fotografen wie Annie Spratt durch ihre Social‐Media‐Accounts Unsplash hypen, was wie­der­um die gro­ße Masse an ande­ren Fotografen anlockt, die dann nicht mehr bezahlt wer­den, aber den Traffic und das Community‐Engagement lie­fern, für das dann die gro­ßen Firmen bezah­len. Nur Unsplash natür­lich, nicht die ein­zel­nen Fotografen.

Die Fotografen und auch Kunden tra­gen aber das recht­li­che Risiko der Unsplash‐Nutzung, denn Informationen über Markenrechte, Persönlichkeitsrechte, Designschutz und ande­re „Rechte Dritter“ sind bei Unsplash nur spär­lich zu fin­den. Was für Kunden und Fotografen „nur“ recht­lich ris­kant ist, ist für Unsplash auch ein ein­ge­spar­ter Kostenfaktor: Im Gegensatz zu den Microstock‐Agenturen, wel­che vie­le Mitarbeiter bezah­len, nur um ein­ge­reich­te Fotos auf Rechte Dritter zu prü­fen, spart sich Unsplash die­se Ausgaben.

Es ist schon para­dox: Bei den Microstock‐Agenturen dür­fen zum Beispiel der Produktname „iPhone“ oder der Firmenname „Apple“ nicht im Titel oder den Keywords genannt wer­den, selbst der cha­rak­te­ris­ti­sche run­de „Home“-Button darf nicht sicht­bar sein. Bei Unplash gibt es mehr als 3300 kos­ten­lo­se „iPhone“-Bilder, mit denen der Nutzer laut Lizenz sogar mehr machen darf als bei Shutterstock oder Adobe. Entweder ist Apple da deut­lich läs­si­ger als die Microstockagenturen behaup­ten oder die gro­ße Anwaltskeule wird spä­ter zuschla­gen. Mehr dras­ti­sche Beispiele für recht­li­che Probleme bei Unsplash lie­fert Henrik Heigl hier.

iPhone‐Fotos auf Unsplash ohne Hinweis auf Markenrechte

Geht es aber um die Fotos selbst, wird Unsplash plötz­lich gran­tig. Anfangs wur­den die Unsplash‐Bilder unter einer „Creative Commons Zero/Public Domain“-Lizenz ange­bo­ten. Einige cle­ve­re Geschäftemacher began­nen jedoch, sich vie­le Unsplash‐Bilder run­ter­zu­la­den und sie selbst gra­tis auf ihren eige­nen Webseiten anzu­bie­ten und durch Werbeeinblendungen damit an Unsplash vor­bei Geld zu ver­die­nen. Deshalb wur­de im Juni 2017 die Lizenz geän­dert, um expli­zit aus­zu­schlie­ßen, mit den Bildern „kon­kur­rie­ren­de oder ähn­li­che Dienstleistungen“ auf­zu­bau­en. Da hört dann die Gemeinnützigkeit auf.

Selbst als Unsplash 2016 ein Buch mit den kos­ten­lo­sen Fotos und Essays raus­gab, wur­de das Buch nicht von Unsplash finan­ziert, son­dern Unsplash‐Gründer Mikael Cho star­te­te eine Kickstarter‐Kampagne, mit der über 100.000 USD von der Community ein­ge­sam­melt wur­den.

Die Diskussion um die Schädlichkeit oder Nützlichkeit von Unsplash erin­nert mich sehr stark an die Debatte vor zehn Jahren beim Aufkommen der Microstock‐Agenturen, wel­che die Existenz der Makrostock‐Agenturen bedro­hen wür­den. Heute wis­sen wir, dass es zwar noch wel­che gibt, aber vie­le tat­säch­lich das Handtuch geschmis­sen haben oder wirt­schaft­lich geschwächt sind.

Deshalb neh­me ich an, dass ähn­lich zur Situation vor zehn Jahren Microstock wohl nicht ver­schwin­den wird, aber Unsplash trotz­dem zu einer Konsolidierung der Branche bei­tra­gen wird.

Das Geschäftsmodell von Pixabay und mögliche Folgen

Schon län­ger fas­zi­niert mich das Geschäftsmodell „gra­tis“.

Wie kann man Geld mit etwas ver­die­nen, was ver­schenkt wird? Dazu gibt es zum Beispiel das Buch „Free – Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets“* von Chris Anderson (bekannt durch den „Long Tail“) oder die Juni‐Ausgabe der Wirtschaftszeitschrift „brand eins“ mit den Themenschwerpunkt „Umsonst“.

Kostenloses Public‐Domain‐Foto von Firmbee auf Pixabay

Auch im Blog hat­te ich hier schon mal beleuch­tet, war­um Fotografen kos­ten­lo­se Bilder anbie­ten.

Heute soll es um die ande­re Seite gehen: Wie ver­die­nen „Bildagenturen“ Geld, die ihre Bilder ver­schen­ken? Als Beispiel will ich die Webseite Pixabay neh­men, über die es vor einer Weile die­sen län­ge­ren Artikel bei „Online Marketing Rockstars“ gab. Darin steht der sehr span­nen­de Satz:

Das Monetarisierungsmodell fußt dabei auf nur einer Säule. User, die pixabay.com nut­zen, ohne sich anzu­mel­den, bekom­men auf jeder Suchergebnisseite und auf den Bilderdetailseiten sel­ber eine Reihe von Stockfotos der bör­sen­no­tier­ten Fotobörse Shutterstock ange­zeigt. Kauft ein Nutzer dort in der Folge ein Bild, gibt es eine Affiliate‐Provision.“

Mit die­ser Methode erzielt Pixabay laut dem Pixabay‐CEO Hans Braxmeister mit nur vier Mitarbeitern über 100.000 Euro Umsatz im Jahr.

Wie wird der Umsatz genau erzielt?

Als ers­tes muss es genug Leute geben, die ihre Bilder Pixabay und deren Nutzern gra­tis zur Verfügung stel­len. Das geschieht in die­sem Fall nicht nur unter einer „Creative Commons“-BY-Lizenz, wel­che auch die kos­ten­lo­se kom­mer­zi­el­le Nutzung bei Namensnennung erlaubt, son­dern sogar unter der „Creative Commons CCO“-Lizenz. das bedeu­tet: Die Bilder wer­den in die „Public Domain“ gege­ben, sind also gemein­frei und die Fotografen ver­zich­ten welt­weit auf alle urhe­ber­recht­li­chen und ver­wand­ten Schutzrechte.

Über Suchmaschinen wie Google Images lan­den Nutzer, die kos­ten­lo­se Bilder zur frei­en Verwendung suchen, auf Seiten wie Pixabay. Dort kön­nen sie wie bei Microstock‐Agenturen nach Keywords suchen. Zusätzlich zu den kos­ten­lo­sen Bildern wer­den als Ergebnis auch kos­ten­pflich­ti­ge Bilder vom Affiliate‐Partner Shutterstock ange­bo­ten, die meist viel attrak­ti­ver aus­se­hen.

Entscheidet sich der Bildsucher dafür, doch kein kos­ten­lo­ses Bild zu neh­men, son­dern eins bei Shutterstock zu lizen­zie­ren, bekommt Pixabay eine Affiliate‐Provision vom Kauf.

Auf der Affiliate‐Seite von Shutterstock wer­den aktu­ell 20% als Kommission für gewor­be­ne Käufer genannt. Wenn wir den oben genann­ten Zahlen Glauben schen­ken, erzielt Shutterstock also ca. 500.000 Euro Umsatz durch Pixabay im Jahr, von denen Pixabay ein Fünftel abbe­kommt, blei­ben 400.000 Euro pro Jahr für Shutterstock.

Das Problem für Kunden von Pixabay

So rosig die Zahlen für Pixabay auch klingt, die Leidtragenden sind die Nutzer und Fotografen von Pixabay.

Schauen wir uns mal drei Bildbeispiele von der Seite an:

Die sechs Bilder rechts sind die „kom­mer­zi­el­len Bilder“ von Shutterstock (noch am Wasserzeichen erkenn­bar). Darüber steht „CCO Public Domain. Freie kom­mer­zi­el­le Nutzung“. Damit sug­giert Pixabay unwis­sen­den Nutzern, dass das Bild ohne Probleme für kom­mer­zi­el­le Zwecke genutzt wer­den kön­ne. Erst etwas ver­steckt in den Nutzungsbedingungen und den FAQ wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass bei werb­li­cher Nutzung eine zusätz­li­che Erlaubnis von Markeninhabern nötig ist. Im obi­gen Bild wäre das bei­spiels­wei­se Apple, um Bild unten Porsche.

Für Leute, die mal schnell ein kos­ten­lo­ses Bild suchen und von den recht­li­chen Aspekten wenig Ahnung haben, wer­den also wider­sprüch­li­che Signale gesen­det, die schnell mal miß­ver­stan­den wer­den kön­nen und dann teu­er wer­den könn­ten.

Angesichts des­sen, dass bei der stren­ge­ren Creative Commons‐CC‐SA‐Lizenz des Bundesarchivs die über­wie­gen­de Mehrheit der Nutzer sich nicht an die Lizenzbedingungen gehal­ten hat, kann bei Pixybay Ähnliches ver­mu­tet wer­den.

Fotografen hin­ge­gen haben ganz ande­re Probleme.

Das Problem der Pixabay‐Fotografen

Es mag Gründe geben, war­um Fotografen ihre Fotos ver­schen­ken. Acht Gründe hat­te ich hier genannt.Da ich als jemand, der vom Verkauf sei­ner Fotos lebt, etwas vor­ein­ge­nom­men bin, könnt ihr hier ein Interview mit Gerd Altmann lesen, einem Hobbyfotografen, der hier bei Pixabay mitt­ler­wei­le mehr als 14.000 Bilder online hat, die in knapp fünf Jahren zusam­men mehr als 12 Millionen (!) Downloads erzielt haben.

Im Interview heißt es unter ande­rem:

In mei­nem Beruf als Altenpfleger fehlt es lei­der oft an dem Applaus, den ich jeden­falls für mei­ne täg­li­che Ego‐Stabilität brau­che. […] Natürlich wür­de ich auch Geld mit mei­nen Bildern ver­die­nen wol­len, aber lei­der habe ich nie gelernt, wie man das macht. Ich besit­ze ein­fach die­se Fähigkeit nicht, aus mei­nen Talenten Kapital zu schla­gen. Kaufmännische Eigenschaften feh­len mir gänz­lich, eben­so die Gabe, ande­re von mei­ner eige­nen Richtigkeit zu über­zeu­gen und für die­se über­zeug­te Richtigkeit zu kas­sie­ren.“

Es gibt aber auch gewich­ti­ge Gründe dage­gen, denn das Geldverdienen ist der Knackpunkt. Etliche neue Fotografen nut­zen die Gratisplattformen als Einstieg, weil sie unsi­cher sind ob ihre Bilder ver­käuf­lich sind. Wenn sie dort gen­gend Downloads erzielt haben, wol­len sie meist ver­su­chen, ihre Bilder woan­ders zu ver­kau­fen.

Das geht zumin­dest mit den glei­chen Bildern meist nicht mehr. So sagt Adobe Stock (als Antwort auf eine Support‐Anfrage) zum Beispiel ganz klar:

Bilder die auf einer wei­te­ren Platform zum kos­ten­lo­sen Download ange­bo­ten wer­den, sind von Adobe Stock aus­ge­schlos­sen.

Auch bei Shutterstock heißt es hier ein­deu­tig:

Public domain con­tent can­not be sub­mit­ted under any cir­cum­s­tan­ces.“

Das Gleiche gilt auch für fast alle ande­ren Bildagenturen, weil sich jede Agentur in der Regel ver­si­chern lässt, dass der Fotograf der Inhaber aller not­wen­di­gen Urheber‐ und ande­rer Schutzrechte sind. Genau die­se geben Fotografen aber ab, wenn sie ihre Bilder bei Pixabay in die „Public Domain“ ent­las­sen.

Der Pixybay‐Anbieter Harald Landsrath muss­te das schmerz­lich am eige­nen Leib erfah­ren. Er woll­te sei­ne Bilder nach einem knap­pen Jahr bei Pixabay über Microstock‐Agenturen anbie­ten, was die­se jedoch nicht erlaub­ten.

Ich frag­te ihn via Facebook, war­um er bei Pixabay ange­bo­ten hat­te und was ihn zum Wechselwunsch ver­an­lasst hat­te. Er schrieb mir:

Der Grund lag dar­in, dass ich nicht mit kom­mer­zi­el­ler Absicht ange­fan­gen habe und mei­ne Bilder von einer Community bewer­ten las­sen woll­te. Anhand der Statistiken bei PIXABAY (Downloads, Aufrufe, Daumen). Außerdem hör­te man von ande­ren dass dort immer wie­der mal ein „Kaffee“ spen­diert wird (Spende). Die Spendenbereitschaft bei PIXABAY ist aller­dings äußerst gering. So ver­zeich­ne­te ich mit über 200 Bildern, 8 Monaten bis­her 38.000 Downloads und ca. 6 € Spenden von 3 Spendern. Daher dann der Gedanke, die­se nun doch zu ver­kau­fen. Klar ist es ärger­lich, dass ich die­se Bilder nicht mehr ver­wer­ten kann – aller­dings ist man hin­ter­her immer schlau­er.

Wenn wir die­se Zahlen zugrun­de legen und die ca. 315fachen Downloads von Gerd Altmann auf die Geldspenden umrech­nen, kön­nen wir ca. 2.000 Euro Einnahmen (in fünf Jahren) für des­sen 12 Millionen Downloads ver­mu­ten.

Versuchen wir mal, dass zu Downloads bei Microstock‐Agenturen zu set­zen. Angenommen, er wür­de nur 0,1% der Downloads bei Fotolia haben, hät­te er dort ca. 12.000 Downloads erzielt. Selbst wenn alle in der kleins­ten Bildgröße XS statt­ge­fun­den hät­ten, wären das immer noch ca. 3000 Euro Einnahmen gewe­sen.

Harald wies mich auch dar­auf hin, dass ande­re Seiten wie die­se hier eini­ge sei­ner Fotos zum kos­ten­lo­sen Download anbie­ten und eben­falls Spendengelder ein­sam­meln, die jedoch (ent­ge­gen anders­lau­ten­der Information auf der Webseite) beim Seitenbetreiber ver­blei­ben wür­den. Alles legal soweit, weil es Public‐Domain‐Bilder sind. Es ver­die­nen also Pixabay, Shutterstock und ggf. ande­re Webseiten an den Fotos, nur der Fotograf so gut wie nichts.

Warum machen Microstock‐Agenturen da mit?

Ich habe ehr­lich gesagt mei­ne Probleme, zu ver­ste­hen, war­um Microstock‐Agenturen, die vom Bilderverkauf leben, bei die­sem System mit­spie­len. Es heißt in der Branche, dass es sehr teu­er sei, Neukunden zu gene­rie­ren, wes­halb die­se Millionen Gratisdownloads sozu­sa­gen zäh­ne­knir­schend akzep­tiert wer­den, wenn dadurch eini­ge neue Käufer zur Bildagentur fin­den.

Offensichtlich kann Shutterstock damit ja ca. eine hal­be Million Euro Umsatz im Jahr gene­rie­ren, von denen jedoch 20% gleich wie­der abflie­ßen. Unklar ist lei­der, wie hoch der Umsatzverlust ist, der durch die gro­ßen Gratisplattformen ver­ur­sacht wird. In die­sem Interview von 2016 spricht der Pixabay‐CEO von über 5 Millionen Seitenabrufen pro Tag. Wenn wir anneh­men, dass nur 0,1% die­ser Abrufe zu einem Download füh­ren wür­den, wären das immer noch 50.000 Downloads pro Tag. Das wären mehr als 18 Millionen ent­gan­ge­ne Bildnutzungen pro Jahr, die Shutterstock oder eine ande­re Agentur nicht mone­ta­ri­sie­ren könn­ten.

Was sagt ihr dazu? Welche Erfahrungen habt ihr mit Pixabay gemacht?

* Affiliate

Vertraulicher Beta‐Test bei Dreamstime verschenkt Bilder

In der Microstockgroup ver­öf­fent­lich­te ges­tern ein Fotograf die­se Email von Dreamstime, in der ein neu­es „Beta‐Test‐Programm“ vor­ge­stellt wur­de.

Darin ist von einem klei­nen Test die Rede, bei dem Dreamstime‐Bilder für Online‐Werbung genutzt wer­den. Die teil­neh­men­den „Kunden“ sol­len Bilder in klei­nen Auflösungen aus­wäh­len kön­nen für die Verwendung in Online‐Werbeanzeigen, die  – ver­mut­lich – über Werbenetzwerke auf ande­ren Webseiten ein­ge­blen­det wer­den.

Die Bilder bei Dreamstime kom­men von den Fotografen, wel­che die Funktion „Alliances and Partnerships“ (oder sper­ri­ger im Deutschen „Bündnisse und Teilhaberschaften“) akti­viert haben. Hier könnt ihr schau­en, ob die Funktion bei euch an‐ oder aus­ge­schal­tet ist:

dreamstime-alliances

Die span­nen­de Frage ist nun: Wie viel bekommt der Fotograf für die Nutzung sei­ner Bilder?

Ich ver­su­che mal, den Satz aus der Dreamstime‐Mail so genau wie mög­lich zu über­set­zen

Obwohl es kei­ne Kompensation an Dreamstime oder die betei­lig­ten Fotografen geben wird in der Testphase, soll­te die­se neue Partnerschaft in zusätz­li­cher Sichtbarkeit und Einnahmen für Sie und Dreamstime resul­tie­ren, wenn der Beta‐Test gut läuft. Es gibt zur Zeit kei­ne wei­te­ren Details.“

Also kurz: Die Fotografen erhal­ten kein Geld für die Verwendung ihrer Bilder. In einem Folgebeitrag schreibt Serban Enache, der Gründer von Dreamstime, unter sei­nem Alias „Achilles“, dass Dreamstime ver­su­chen will, nach­träg­lich Bildhonorare für die Verwendung zu zah­len. Nach einem Versprechen klingt das nicht. Unklar ist auch die Länge des Testprogramms. Das klingt nach einer Fortsetzung des Google Drive‐Deals.

Wer nicht möch­te, dass sei­ne Bilder bei die­sem Test dabei sind, muss sich spä­tes­tens bis zum 2.6.2014 kom­plett von dem oben gezeig­ten „Alliances“-Programm abmel­den. Wer wie ich schon abge­mel­det war, wird die oben genann­te Email nicht erhal­ten. Wer dort ange­mel­det ist, erhält die­se Email, wenn eini­ge sei­ner Bilder für die Teilnahme aus­ge­wählt wur­den.

Warum Fotografen kostenlose Fotos anbieten: Acht Gründe (und eine Warnung)

Fotografen ver­schen­ken Bilder? Bieten sie kos­ten­los an? Warum?

In den Kommentaren zu eini­gen mei­ner letz­ten Artikel führ­te die Diskussion oft auf den Preisverfall, der damit ende, wenn Fotografen ihre Fotos gra­tis anbie­ten wür­den. Faktisch ist die­ser Punkt längst erreicht. Viele Bildagenturen bie­ten ihren „Ausschuss“ kos­ten­los an. Aber auch gan­ze Webseiten wie Pixelio, Aboutpixel oder Photocase bie­ten kos­ten­los lizenz­freie Fotos an. Die bei­den letzt­ge­nann­ten nur, wenn die Nutzer selbst aktiv kos­ten­lo­se Fotos bei­steu­ern, bei Pixelio hin­ge­gen ist alles gra­tis.

Anstatt jetzt aber zu spe­ku­lie­ren, was jeman­den moti­viert, sei­ne Fotos zu ver­schen­ken, habe ich nach­ge­fragt. Ich habe sechs Leute ange­schrie­ben, war­um sie ihre Fotos bei Pixelio ver­schen­ken, anstatt sie zum Beispiel zu ver­kau­fen. Alle haben geant­wor­tet, zwei wol­len aber anonym blei­ben. Bevor wir zu den Gründen kom­men, war­um Fotografen ihre Bilder gra­tis abge­ben, schau­en wir uns kurz die Eckdaten an.

Die Menge der Bilder

Von die­sen sechs Personen haben vier jeweils ca. 5000 (in Worten: fünf­tau­send) Bilder bei Pixelio online. Das ist weit mehr als vie­le – auch erfolg­rei­che – Microstock‐Fotografen in ihrem Portfolio haben, mich ein­ge­schlos­sen. Ein beein­dru­cken­des Ergebnis, was unter ande­ren zustan­de kom­men kann, weil die Selektionskriterien bei Pixelio weni­ger streng sind als bei kom­mer­zi­el­len Agenturen. Aber eine Mindestgröße von 1000 x 1000 Pixeln (= 1 MP) wird trotz­dem ver­langt.

Insgesamt hat Pixelio über 470.000 Bilder in der Datenbank, Photocase hat über 200.000 im Angebot und Aboutpixel liegt bei über 50.000 Fotos.

Die Motive

Ein Argument gegen die­se kos­ten­lo­sen Bilddatenbanken ist oft, dass die Fotos von der tech­ni­schen Umsetzung und von den Motiven unter der Qualität der kom­mer­zi­el­len Bildagenturen lie­gen. Da ist was dran. Vor allem die Kostenlos‐Sektion* der kom­mer­zi­el­len Bildagenturen speist sich fast immer aus den Fotos, wel­che aus tech­ni­schen oder ästhe­ti­schen Gründen von der Bildredaktion für den kom­mer­zi­el­len Bereich abge­lehnt wur­den.

Aber bei Pixelio & Co. ist das nicht immer so. Von den befrag­ten Personen haben vie­le die „übli­chen Amateurfotografen“-Themen abge­grast: Blumen, Tiere, Food und Reisefotos. Aber eini­ge Fotografen sind dicht am übli­chen „Stock‐Niveau“.

 

RainerSturm / pixelio.de

Der User „RainerSturm“ bei­spiels­wei­se hat in sei­nem Pixelio‐Account knapp 5000 Fotos, dar­un­ter vie­le Motive, die auch locker microstock‐tauglich wären, wie die­se Solarzellen zum Beispiel. Zu den Fotos mit den meis­ten Downloads zäh­len bei ihm Konzept‐Bilder mit Puzzle‐Teilen, wie sie auch bei den kom­mer­zi­el­len Agenturen zu den Bestsellern gehö­ren:

 

RainerSturm / pixelio.de

Die Suche nach Personen, vor allem nach Geschäftsleuten gestal­tet sich aber schon deut­lich schwie­ri­ger. Hier ist der Unterschied zum Angebot kom­mer­zi­el­ler Bildagenturen deut­lich zu spü­ren. Selbst das wohl bes­te Foto eines Geschäftsmanns bei Pixelio liegt sicht­bar unter dem Microstock‐Standard:

 

RainerSturm / Pixelio.de

Wer hin­ge­gen Fotos von Blumen oder Lebensmitteln sucht, wird die­se in Hülle und Fülle fin­den:

 

wrw / Pixelio.de

Die Einschränkungen

Wer sei­ne Fotos bei Pixelio anbie­tet, kann sich aus­su­chen, ob die Fotos nur für die redak­tio­nel­le Nutzung frei­ge­ge­ben sind oder auch für die kom­mer­zi­el­le Nutzung. Standardmäßig sind beim Upload jedoch bei­de Nutzungen mar­kiert, wer nicht auf­passt, gibt dem­nach sei­ne Bilder für bei­des frei. Eine Merchandising‐Lizenz wird nicht ange­bo­ten. Außerdem müs­sen nicht nur bei redak­tio­nel­ler, son­dern auch bei kom­mer­zi­el­ler Nutzung der Urheber und Pixelio als Quelle genannt und bei einer Nutzung im Internet ein Link zu Pixelio gesetzt wer­den. Wer hier ver­schlei­ern will, wo er sei­ne Fotos kos­ten­los her hat, ris­kiert schnell eine Abmahnung, doch dazu unten mehr.

Die Gründe – Warum verschenken Fotografen ihre Bilder?

1. Bestätigung

Was ich bei vie­len Antworten her­aus­le­sen konn­te, ist der Drang nach Bestätigung. Der Wunsch, sei­ne Bilder nicht unge­se­hen ver­stau­ben zu las­sen, son­dern sie der Öffentlichkeit zugäng­lich zu machen und sich dar­an zu erfreu­en, dass die­se tat­säch­lich Verwendung fin­den. Der oben erwähn­te RainerSturm beschreibt das in die­sem Interview so:

Damals wäre mir auch nie in den Sinn gekom­men, kos­ten­los für ande­re zu foto­gra­fie­ren. Dazu hat­te ich ers­tens kei­ne Zeit und muss­te zwei­tens sehen, wie ich mit mei­ner 5‐Mann‐Agentur Monat für Monat die Agentur‐Ziele erreich­te. Heute ist das anders. Die Agentur wur­de 2005 ver­kauft und jetzt kann ich ganz anders han­deln. Vor allen Dingen, weil ich es scha­de fand, dass mein digi­ta­les Archiv immer pral­ler wur­de (fing mit den Golffotos an) und doch nur sel­ten „zum Vorschein/Anschauen“ kam. So mach­te es mir dann zuse­hends Spaß, die Bilder ande­ren zur Nutzung kos­ten­los zu über­las­sen.“

Auch Willibald Wagner ant­wor­te­te auf mei­ne Frage in die­se Richtung, strebt jedoch zuneh­mend den Verkauf der Bilder an:

Als ich mich 2007 wie­der mehr der (digi­ta­len) Fotografie wid­me­te und anfing, neben den obli­ga­to­ri­schen Urlaubsfotos, auch in ande­re Bereiche ein­zu­stei­gen, boten sich Internetplattformen ein­fach als Ausstellungsfläche an. Dort traf ich Gleichgesinnte die Kommentare zu mei­nen Fotos abga­ben, ich fand inter­es­san­te Fotos und Anregungen. Hin und wie­der ver­kauf­te ich sogar ein Foto. Inzwischen ist „pixelio.de“, obwohl dort 5594 Fotos, dar­un­ter auch viel Schrott, von mir ein­ge­stellt sind, nicht mehr mei­ne Hauptplattform. Mir ging es wie wahr­schein­lich wie vie­len ande­ren. De Kommentare und Punkte Punkte „irgend­wel­cher Hobbyfotografen“ haben mich immer weni­ger inter­es­siert. Ich gebe bei pixelio.de des­halb heu­te gar kei­ne Kommentare mehr ab, stel­le aller­dings noch, in der Qualität redu­zier­te, Fotos ein.

Vor ca. 2 Jahren habe ich mich bei „fotocommunity.de“ ange­mel­det. M.E. wer­den dort anspruch­vol­le­re Fotos gezeigt und stel­le dort Fotos unter dem Usernamen „der Flaneur“ ein, im Prinzip läuft es dort aber auch nicht anders als bei pixelio.de.

Seit November 2010 bin ich bei „Shotshop“ ver­tre­ten, einer rei­nen Verkaufsplattform mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch. Mal sehen was hier pas­siert.

So viel zu mei­ner Entwicklung seit 2007. Heute sehe ich eher im Verkauf eines Fotos die Anerkennung mei­ner foto­gra­fi­schen Leistung als in irgend­ei­nem Kommentar. Daneben macht’s natür­lich auch Spaß, für ein Foto ein paar Euro zu bekom­men.“

2. Weniger Zwänge

Seien wir rea­lis­tisch: Wer mit Fotos Geld ver­die­nen will, muss arbei­ten. Dazu gehö­ren neben dem tech­ni­schen Qualitätsanspruch der Bildagenturen auch die recht­li­chen Hürden und eine gute Verschlagwortung, die oft zeit­auf­wän­dig und lang­wei­lig ist. Keyword‐Spamming wird des­halb bei Pixelio z.B. kaum geahn­det und ver­wäs­sert die Suchergebnisse.

Viele Amateurfotografen, die ihre Fotos zei­gen wol­len, kön­nen oder wol­len sich die­se Hürden nicht zumu­ten. Schön for­mu­liert hat das die Userin JOUJOU auf mei­ne Frage:

Anfragen von Kartenverlagen habe ich immer abge­lehnt, denn ich will nicht MÜSSEN – ich will mei­nen Spass an der Arbeit haben und ande­ren mit mei­nen Bildern eine Freude machen. Im Pixelio geht es pro­blem­los – ohne gros­se Diskussionen über die Bilder.

Ich begrei­fe die Sorgen der Profifotografen sehr gut. Mit der Digitalfotografie hat sich für euch ja viel geän­dert. Fotofachgeschäfte sind auch in der Schweiz mas­sen­haft ver­schwun­den, doch man kann das Rad nicht zurück­dre­hen.“
RainerSturm begrün­det das ähn­lich:
„Ich foto­gra­fie­re ger­ne, immer und über­all. Aber ich will nicht – als Privatier Jahrgang 42 – den Aufwand über­trei­ben.
Da aber istockphoto.com und foto­lia die qua­li­ta­ti­ve Hürde recht hoch anset­zen, hat man dort viel Leerlauf. Also Arbeit zum Hochladen und dann doch öfter Ablehnungen. Besonders bei istock­pho­to ging mir dann auf den Geist, wenn immer wie­der von Abberation, Lichtsäume etc. geschrie­ben wur­de. Also wenn ich ein Motiv auf vol­le Bildschirmgröße (22 Zoll) ver­grö­ße­re, dann kom­men halt immer nur die bes­ten durch. Dazu müss­te ich aber immer mit gro­ßer Ausrüstung, mög­lichst mit Stativ, durch die Lande zie­hen. Das ist mir zuviel.
Auch auf­wän­di­ge Ausleuchtarbeiten mag ich nicht. Das Equipment ist zu dürf­tig, der Aufwand – auch zeit­lich – ist zu groß.“

3. Dankbarkeit

Ebenso wie bei Microstock‐Bildagenturen sind die Kunden oft auch Fotografen und umge­kehrt. Bei Pixelio ist das ähn­lich. Einige der Leute, die dort Bilder run­ter­la­den, geben als Dank eben­falls wel­che kos­ten­los ab. So funk­tio­niert Wikipedia und anschei­nend auch Pixelio. So schrieb mir ein Pixelio‐User:
„Auf pixelio bin ich gesto­ßen als Gemeindebriefredaktuer auf der Suche nach kos­ten­lo­sem Bildmaterial. […] Ich sehe mei­ne Bereitstellung von Bildern auch als klei­nen gesell­schaft­li­chen Beitrag, ohne gleich Geld dafür zu ver­lan­gen. An vie­len Stellen im Internet wer­den Bilder benö­tigt, und nicht jeder User kann oder möch­te Geld dafür aus­ge­ben (z.B. in Blogs). Festzustellen an wie vie­len Stellen mei­ne Bilder ein­ge­setzt wer­den, ist für mich „Lohn“ und Ermutigung genug.

Interessant fin­de ich auch den Werdegang eines ande­ren Pixelio‐Mitglieds, der anonym blei­ben will:

Im Prinzip habe ich durch Agenturen wie pixelio.de, aber vor allem aboutpixel.de zu mei­ner Berufung und Selbstständigkeit gefun­den.

Gerade die Community damals vor 4–5 Jahren bei aboutpixel.de hat einen ange­regt und ange­trie­ben sich wei­ter zu ent­wi­ckeln, neue Sachen aus­zu­pro­bie­ren etc. – natür­lich sind auch neue Freundschaften ent­stan­den.
Irgendwann dach­te ich mir dann auch, war­um die eige­nen Bilder ver­schen­ken und nicht ver­kau­fen, also habe ich ange­fan­gen Fotos in Mid‐Stock Agenturen (pan­ther­me­dia, digi­tal­stock, adpic, pitopia) zu ver­kau­fen (Fotos, die nicht bei pixelio oder ap zu fin­den sind).

In der Blütezeit hat­te ich da unge­fähr einen Gewinnanteil von 500€ im Monat (bei 50:50 – Aufteilung) – irgend­wann habe ich dann kaum noch Fotos für Bildagenturen pro­du­zie­ren kön­nen, weil das eige­ne Kerngeschäft, die Fotografie durch mei­nen wach­sen­den Kundenstamm (vor allem gewerb­li­che Kunden) ste­tig wuchs – so dass kei­ne Zeit mehr für Stockfotos blieb. Dadurch gin­gen natür­lich auch die Umsätze wie­der run­ter – wor­über ich jetzt nicht sau­er bin, denn wenn mich ein Kunde den gan­zen Tag bucht, habe ich auch mei­ne 500 € und noch 29 Tage im Monat übrig.

Tatsache ist, dass ich z.B. mit mei­nen aktu­el­len Business‐Fotos [bei Pixelio; Anm. R.K.] in Bezahl‐Agenturen nur einer von ganz vie­len bin, damit also kaum Umsatz zu erzie­len ist. Also gebe ich den Wurzeln, wodurch ich mei­ne Profession erkannt habe, ein­fach was zurück, in dem ich die Bilder kos­ten­los zur Verfügung stel­le. Und man ern­tet dafür auch viel Dankbarkeit und das ist in Ordnung so – da ich manch­mal auch das ein oder ande­re Screendesign für Kunden mache, bin ich selbst glück­lich dar­über, Quellen wie aboutpixel.de, pixelio.de oder photocase.de nut­zen zu kön­nen.“

4. Externe Festplatte

Auf den ers­ten Blick kuri­os erscheint die Antwort eines Pixelio‐Mitglieds, dass er die Webseite auch als „exter­ne Festplatte“ für sei­ne bes­ten Fotos nut­ze. Dabei ist es nicht mehr so abwe­gig, wenn man etwas dar­über nach­denkt: Die meis­ten Online‐Dienste, wel­che eine Datensicherung anbie­ten, ver­lan­gen je nach Menge oder Speicherplatz eine bestimm­te Gebühr pro Monat. Wer sich ent­schei­det, sei­ne Fotos statt­des­sen lie­ber kos­ten­los ande­ren anzu­bie­ten, spart sich die­se Gebühr.

5. Unwissenheit

Manchmal ist es aber schlich­te Unwissenheit, die Leute dazu bringt, ihre Fotos zu ver­schen­ken. Wer liest sich schon immer das gan­ze Kleingedruckte durch, bevor er sei­ne Fotos bei einer Fotocommunity hoch­lädt? So schrieb mir die Pixelio‐Nutzerin Lillyfee1976, die erst seit paar Wochen ange­mel­det ist:

Ich hat­te kei­ne Ahnung, wie das hier geht. Ich wuss­te nicht, dass man sich die kos­ten­los run­ter­la­den kann. […] Vielen Dank, dass du mich noch­mal dar­auf hin­ge­wie­sen hast, man soll­te sich doch immer erst alles genau durch­le­sen, auch das Kleingeschriebene.“

Kommen wir jetzt zu den span­nends­ten Gründen: Mit kos­ten­lo­sen Fotos Geld ver­die­nen.

6. Einnahmequelle

Paradox, aber wahr: Es ist mög­lich, mit kos­ten­lo­sen Inhalten Geld zu ver­die­nen. Leicht ist es jedoch nicht. Ein Gewinngeschäft sind die kos­ten­lo­sen Fotos immer für die Seitenbetreiber, die damit Traffic gene­rie­ren, den sie ent­we­der dazu nut­zen, Werbung zu schal­ten (die Zielgruppe ist immer­hin klar defi­niert: kos­ten­be­wuß­te Grafiker und Webdesigner) oder Nutzer auf ihre kos­ten­pflich­ti­gen Angebote wei­ter­zu­lei­ten. Pixelio macht bei­des. Microstock‐Agenturen und ande­re Firmen machen dort Werbung und Pixelio selbst gehört der Bildagentur Clipdealer, die auf jeder Seite meh­re­re Aufforderungen pos­tet, bei Clipdealer eben­falls nach Bildmaterial zu suchen.

Ein emp­feh­lens­wer­tes – und kos­ten­lo­ses – Buch über die Marketingidee hin­ter „kos­ten­lo­sen Produkten“ ist „Free“ von Chris Anderson.

Aber nicht immer pro­fi­tie­ren nur die Betreiber die­ser Plattformen. Manchmal schaf­fen es auch die Anbieter kos­ten­lo­ser Fotos, damit Geld zu ver­die­nen. Pixelio‐Nutzer haben vor allem zwei Möglichkeiten. Zum einen kön­nen sie ihre Fotos nur für die redak­tio­nel­le Nutzung frei­ge­ben. Wenn jemand das Foto auf die­sem Weg fin­det, es aber kom­mer­zi­ell nut­zen will, kann er vom Fotografen eine kom­mer­zi­el­le Lizenz erwer­ben. Ein Pixelio‐Nutzer erklärt:

Ab und an gibt es auch finan­zi­el­le Angebote, oder ich fra­ge bei kom­mer­zi­el­ler Nutzung nach. Da war eini­ge Male schon 30€ oder mehr drin für ein Bild.“

Die zwei­te Möglichkeit zum Geld ver­die­nen ist der Verzicht auf eine Namensnennung. Die kos­ten­lo­sen Bilder dür­fen immer nur mit einer Angabe des Fotografennamens, der Pixelio‐Webseite und – bei Webnutzung – einem Link zu Pixelio genutzt wer­den. Manche Bildsucher wol­len das aber nicht und bie­ten dem Fotografen Geld, wenn er auf eine Namensnennung ver­zich­tet. Der oben erwähn­te RainerSturm nutzt das bei­spiels­wei­se:

Die ein­zi­ge sich erge­ben­de Geldquelle ist manch­mal dann gege­ben, wenn jemand ein Motiv ohne Bildquelle nut­zen will. Das kos­tet dann zwi­schen 45 und 60 Euro und er bekommt dann auch eine ordent­li­che Rechnung mit Mehrwertsteuer etc.“

Die Umwandlung von kos­ten­lo­sen Medien in Umsätze funk­tio­niert nicht nur bei Fotos, son­dern manch­mal auch bei geklau­ten Songs, wie das Stefan Niggemeier anhand die­ses Beispiels illus­triert.

7. Werbeffekt

Eine Variante des sechs­ten Grundes für kos­ten­lo­se Fotos ist der Werbeffekt. Hier wird vom Bildanbieter wie­der die Tatsache genutzt, dass die Bildnutzer kos­ten­lo­ser Fotos die Bildquelle ange­ben müs­sen. Da die Fotografen bestim­men dür­fen, wel­cher Name als Urheberhinweis benutzt wer­den soll, eröff­net sich die Möglichkeit, sei­nen Firmennamen oder sei­ne Webadresse häu­fig gedruckt oder ver­linkt zu sehen. Das kann zu mehr Kunden füh­ren, zu mehr Traffic oder zu einem bes­se­ren Ranking in Suchmaschinen, was eben­falls Geld Wert ist.

Beispiele gibt es bei Pixelio eini­ge. Der Fotograf Alexander Hauk lässt als Quelle „Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de / pixelio.de“ ange­ben und ver­linkt damit auf sein Medienarchiv. Eine Firma ver­langt als Bildnachweis die Angabe ihrer Domain „www.foto-fine-art.de / pixelio.de“ und sorgt so für die Verbreitung ihrer Internetseite für Leinwanddrucke. Der User Christoph Aron möch­te als Namen „Christoph Aron (www.pixelmaster-x.de) / pixelio.de“ ange­ge­ben wis­sen und ver­linkt so auf sei­ne pri­va­te Fotoseite.

8. Abmahnungen

Es gibt vor allem bei den kos­ten­lo­sen Fotodatenbanken auch eine dunk­le Seite. Wenn die Fotos schon nix kos­ten, legen die Fotografen gestei­ger­ten Wert dar­auf, dass die oben mehr­fach erwähn­te Namensnennung auch wirk­lich erfolgt. Ignorieren Nutzer die­se Bedingung, gibt es schnell eine – kos­ten­pflich­ti­ge – Abmahnung.

Ein Pixelio‐Nutzer schrieb mir:

Es gibt lei­der auch immer wie­der Unternehmen, die selbst bei kos­ten­lo­sen Fotos das Mindestmaß an Anstand nicht ein­hal­ten und die Fotos ohne die vor­ge­schrie­be­ne Nennung von Quelle und Fotografen nut­zen. Sowas macht mich dann natür­lich wütend und die bekom­men von mir auf die Finger.“

Es ist klar, dass eini­ge Fotografen die Geduld ver­lie­ren, wenn sie regel­mä­ßig ihre Fotos ohne Urhebernennung fin­den. Nun aber eini­ge Worte der Warnung: Es scheint jedoch auch Leute zu geben, die es genau dar­auf anle­gen und dann schnell durch eine drei‐ bis vier­stel­li­ge Abmahnsumme in Zusammenarbeit mit einem Anwalt Geld ver­die­nen wol­len. Zwei Fälle sind hier und hier im Pixelio‐Forum beschrie­ben. Eine wei­te­re – schon betrü­ge­ri­sche – Masche ist hier beschrie­ben, bei der Fotos anonym zu kos­ten­lo­sen Bilddatenbanken hoch­ge­la­den wer­den, die­se dann nach einer Weile gelöscht wer­den und den Nutzern auf ein­mal Abmahnungen ins Haus flat­tern, weil die Bilder urhe­ber­recht­lich geschützt sei­en. Da die Anmeldedaten bei der kos­ten­lo­sen Datenbank nicht über­prüf­bar sind, kann der Nutzer nicht nach­wei­sen, dass das Bild zum Zeitpunkt des Downloads wirk­lich frei von Rechten Dritter war.

Eine ähn­li­che Betrugsmasche – nur mit der Creative Commons‐Lizenz – für kos­ten­lo­se Bilder beschreibt aus­führ­lich der Fotograf Dan Heller in sei­nem Blog.

Nur zur Klarstellung: Den meis­ten Pixelio‐Nutzern liegt es fern, die­se letz­te Methode zu nut­zen, aber es ist schon vor­ge­kom­men und eini­ge weni­ge Fotografen schei­nen – for­mu­lie­ren wir es vor­sich­tig – dem Gedanken nicht abge­neigt zu sein.

Nun zu Euch: Bietet ihr manch­mal kos­ten­lo­se Fotos an? Wenn ja, war­um? Und habt ihr damit auch schon direkt oder indi­rekt Geld ver­die­nen kön­nen? Wie?

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