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Vertikale Bilder sind tot! Über den Niedergang der Hochformat‐Bilder

Gestern habe ich mir im Backend bei Adobe Stock mei­ne Bestseller der letz­ten drei Monate ange­schaut. Dabei fiel mir auf, dass bei den 100 best­ver­kauf­tes­ten Motiven kein ein­zi­ges ver­ti­ka­les Bild dabei war. Auf Platz 74 war ein qua­dra­ti­sches Bild, der Rest aus­nahms­los hori­zon­tal.

Dabei besteht mein Portfolio dort ziem­lich genau aus 68,09% hori­zon­ta­len Bildern, 23,12% ver­ti­ka­len Bildern und 8,79% qua­dra­ti­schen Bildern (Videos habe ich aus­ge­klam­mert, weil die­se alle hori­zon­tal sind). Statistisch gese­hen hät­te sich die­ses Verhältnis unge­fähr in den Verkäufen wider­spie­geln müs­sen, wenn…, nun ja, wenn sich die ver­schie­de­nen Bildformate gleich gut ver­kau­fen wür­den. Das ist aber offen­sicht­lich nicht der Fall.

Schematisch ver­än­der­te Darstellung mei­ner Bestseller

Dann schau­te ich bei Shutterstock. Hier ergab sich ein ähn­li­ches Bild. Von mei­nen hun­dert best­ver­kauf­ten Bildern in die­sem Jahr gab es nur auf Platz 48 und 68 ein ver­ti­ka­les Bild, der Rest waren hori­zon­ta­le Motive.

Nun war mein Ehrgeiz geweckt und ich woll­te sehen, ob ich ein Sonderfall bin oder die­ses Muster System hat.

Von einer gro­ßen inter­na­tio­na­len Bildagentur ließ ich mir nur die Bilder des letz­ten Jahres, wie­der ohne Videos, zu ver­schie­de­nen Schlagwörtern sor­tiert nach Ausrichtung anzei­gen.

Hier das Ergebnis als Diagramm:

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Ihr seht die Ergebnisse für die sie­ben Suchbegriffe „busi­ness, woman, food, christ­mas, tree, por­trait, archi­tec­tu­re“ und als letz­tes die Durchschnittswerte aller sie­ben Keywords zusam­men.

Die ers­ten Suchbegriffe habe ich will­kür­lich gewählt, weil die­se uni­ver­sel­le Bestseller‐Suchbegriffe sind. Die Begriffe „tree, por­trait, archi­tec­tu­re“ waren Vorschläge mei­ner Facebook‐Follower auf die Frage, für wel­che Begriffe sie am meis­ten ver­ti­ka­le Ergebnisse erwar­ten wür­den.

Portrait“ war zwar tat­säch­lich der Suchbegriff von den sie­ben, bei dem es am meis­ten ver­ti­ka­le Ergebnisse gab, aber trotz­dem ver­kau­fen sich die­se genau­so schlecht wie die ande­ren.

Durchschnittswerte über die sie­ben Suchbegriffe hin­weg

Durchschnittlich ver­kau­fen sich die Portraitbilder nur 44% so gut wie es die Häufigkeit nahe­le­gen wür­de, im Gegensatz zu den hori­zon­ta­len Bildern, wel­che sich mit 111% bes­ser ver­kau­fen als die Häufigkeit sug­ge­riert. Selbst die qua­dra­ti­schen Bilder ste­hen mit 103% deut­lich bes­ser da als die ver­ti­ka­len Motive.

Auch wenn wir uns den jewei­li­gen Topseller für jeden Suchbegriff anschau­en, wird sicht­bar, um wie viel bes­ser sich hori­zon­ta­le Bilder ver­kau­fen.

Im Diagramm zei­ge ich, um wie viel Mal der hori­zon­ta­le Bestseller sich bes­ser ver­kauft hat als der ver­ti­ka­le Bestseller im glei­chen Zeitraum. Spitzenreiter ist hier „food“ mit 24x mehr Verkäufen, am „aus­ge­gli­chens­ten“ ist es tat­säch­lich noch bei „por­trait“ mit 6x mehr Verkäufen. Aber selbst das ist ein beträcht­li­cher Unterschied.

Woher kommen diese Unterschiede?

Ich ver­mu­te ver­schie­de­ne Gründe für die­se star­ke „Under‐Performance“ ver­ti­ka­ler Bilder. Zum einen wur­den ver­ti­ka­le Bilder bevor­zugt für die Titelseiten von Zeitschriften und Büchern ver­wen­det, bei­des Bereiche, die in den letz­ten Jahren star­ke Auflagenrückgänge zu ver­zeich­nen hat­ten. Und selbst hier braucht jedes Buch und jede Zeitschrift meist nur ein ver­ti­ka­les Bild für die Titelseite, im Heft‐ bzw. Buch‐Inneren wer­den eben­falls lie­ber hori­zon­ta­le Fotos ein­ge­setzt, weil sie den Lesefluss weni­ger stö­ren. Das gilt beson­ders für Webseiten, weil die Computerbildschirmen in der Regel hori­zon­tal jus­tiert sind und sich so hori­zon­ta­le Bilder bes­ser ins Layout ein­pas­sen.

Einen wei­te­ren Grund sehe ich aber in der Darstellung auf den Bildagenturseiten selbst. Mit dem Verzicht auf qua­dra­ti­sche Platzhalter für jedes Bild und der Einführung der dyna­mi­schen Layouts bekom­men aktu­ell ver­ti­ka­le Bilder – auch bei iden­ti­scher Pixelgröße des Originalbilds – viel weni­ger Thumbnail‐Größe als ihre hori­zon­ta­len Pendants.

Zwei Beispiele: Bei Adobe Stock wird die­ses ver­ti­ka­le Bild mit 29x194 Pixel (= 25.026 Pixel) ange­zeigt, das hori­zon­ta­le dane­ben mit 291x194 Pixel (=56.454). Die hori­zon­ta­len Bilder neh­men als mehr als dop­pelt so viel Fläche ein.

Thumbnail‐Darstellung bei Adobe Stock

Bei Shutterstock ist es sehr ähn­lich: 134x217 Pixel (=29.078 Pixel) für ver­ti­ka­le Bilder gegen­über 306x220 Pixel (= 67.320 Pixel) für hori­zon­ta­le Motive: Ebenfalls mehr als dop­pelt so viel. Im Vergleich zu Panorama‐Formaten ver­lie­ren die ver­ti­ka­len Bilder sogar noch mehr Fläche.

Thumbnail‐Darstellung bei Shutterstock

Außerdem fällt es Designern in der Regel oft deut­lich leich­ter, aus einem hori­zon­ta­len Foto einen ver­ti­ka­len Ausschnitt zu crop­pen als anders­rum. Bei den heu­ti­gen Bildgrößen (mei­ne Canon 5Ds lie­fert mehr als 50 Megapixel) ist das ja auch pro­blem­los selbst für Printmotive noch mög­lich.

Was bedeutet das für Fotografen?

Ich habe aus die­sen Zahlen für mich die ein­fa­che Erkenntnis gezo­gen: Vertikale Bilder sind tot! Mein Team hat jetzt die Anweisung, ver­ti­ka­le Bilder nur noch in begrün­de­ten Ausnahmefällen zu pro­du­zie­ren, ansons­ten set­zen wir voll auf hori­zon­ta­le Motive.

Wie seht ihr das?

Analyse der Portfolios bei Fotolia und Adobe Stock

Vor eini­gen Monaten hat­te ich hier aus­ge­wer­tet, aus wel­chen Ländern die meis­ten Shutterstock‐Anbieter kom­men.

Heute soll es eini­ge ähn­li­che Analyse der Daten von Adobe Stock geben, bzw. von Fotolia, denn obwohl die Portfolios auf bei­den Webseiten iden­tisch sind, wer­den bei Adobe Stock lei­der weni­ger Informationen dazu ange­zeigt.

Insgesamt wur­den Daten von über 462.000 Anbietern mit ins­ge­samt über 137 Mio. Dateien im Portfolio ana­ly­siert. Als Anbieter zählt jeder, der min­des­tens eine Datei online hat.

Als ers­tes wol­len wir uns der Frage wid­men, wie groß die meis­ten Portfolios sind. Dazu habe ich die Portfolios in Gruppen von Zehner‐Potenzen geglie­dert.

Über 60% aller akti­ven Portfolios haben nur zehn oder weni­ger Bilder. Am ande­ren Ende des Spektrums gibt es nur ein Portfolio mit mehr als einer Mio. Bildern, und zwar das von Africa Studio* mit über 1,3 Mio. Bildern. Immerhin 64 Anbieter schaf­fen es noch auf Portfolios mit mehr als hun­dert­tau­send Dateien.

Nicht berück­sich­tigt wird lei­der auch, dass eini­ge gro­ße Anbieter sogar mehr als nur ein Portfolio haben. Africa Studio hat zum Beispiel neben dem oben ver­link­ten Portfolio ein wei­te­res namens „New Africa“* mit über 175.000 Bildern und die iri­sche Produktionsfirma Wavebreak Media hat gleich min­des­tens sechs Portfolios (1, 2, 3, 4, 5, 6)* mit zusam­men mehr als 800.000 Bildern, wobei die bei­den größ­ten Portfolios jeweils „nur“ über 310.000 Bilder ent­hal­ten.

Portfolio‐GrößeAnzahl Portfolios% Gesamtsumme
19808821,20%
2–1018326839,61%
11–10011172724,15%
101‑10004764710,30%
1001–10000198824,30%
10001–100.00020060,43%
100.001–1.000.000640,01%
1.000.001-10,00%
Gesamtergebnis462683100,00%

Widmen wir uns nun dem Ranking. Dazu als Erinnerung hier die Liste, wie viel Verkäufe ein Anbieter erzie­len muss, um ein bestimm­tes Ranking zu errei­chen:

Download‐Voraussetzungen für das Erreichen von Ranking‐Stufen bei Fotolia

Schauen wir uns mal an, wie vie­le Anbieter es gibt, die wel­ches Ranking erreicht haben:

RankingAnzahlMittelwert PortfolioPortfolio‐Summe% Gesamtergebnis
Diamant35755271.726.5801,26%
Rubin401174054.696.1863,42%
Saphir218364957.955.9365,80%
Smaragd13881404819.498.21014,22%
Gold2522762619.232.39714,03%
Silber10486404042.365.05730,90%
Bronze7687227817.507.89012,77%
Weiß321614144.562.8163,33%
Infinite8411754987.3400,72%
leer11863515718.586.81413,56%
Gesamtergebnis462677296137.119.226100,00%

Wer auf­merk­sam ist, wird die Spalte „leer“ fest­stel­len. Diese Anbieter haben Portfolios zwi­schen ca. 20–940 Bildern und konn­ten aus Kapazitätsgründen noch nicht zuge­ord­net wer­den. Erfahrungsgemäß müss­ten sich die­se Portfolios auf­grund von Kriterien wie Portfoliogröße, Alter des Portfolios etc. halb­wegs gleich­mä­ßig auf die Rankings SIlber, Bronze und Weiß ver­tei­len mit eini­gen Infinite‐Ausreißern dazwi­schen.

Die Mittelwerte für Silber und Bronze in der Liste könn­ten real als etwas unter den dar­ge­stell­ten Werten lie­gen, für Weiß etwas dar­über.

Mit 261 Anbietern, die mehr als 100.000 Downloads erzielt haben, ist die Gruppe derer, die viel Umsatz erzie­len, recht über­schau­bar. Selbst wenn wir das Smaragd‐Ranking mit mehr als 25.000 Downloads dazu neh­men, haben wir erst 1649 Anbieter. Der gro­ße Anteil der Verkäufe geht also auf das Konto rela­tiv weni­ger Anbieter.

Logischerweise gibt es eine Korrelation zwi­schen Portfoliogröße und Downloads. Deshalb seht ihr in der obe­ren Tabelle auch, wie groß ein typi­schen Portfolio inner­halb eines Rankings ist. Das zeigt auch, dass mein Portfolio mit knapp 39.000 Bildern und Rubin‐Status über­durch­schnitt­lich gut ver­kauft hat in den letz­ten Jahren, denn sta­tis­tisch gese­hen müss­te ich mehr als 117.000 Bilder online haben, um die­sen Status zu haben.

Schauen wir uns nun die Länder an, aus denen die erfolg­reichs­ten Anbieter kom­men. Dafür habe ich nur die 1649 Anbieter mit je mehr als 25.000 Downloads berück­sich­tigt.

Hier seht ihr die Verteilung der Länder sowie deren pro­zen­tua­le Gewichtung inner­halb die­ses Kriteriums (Smaragd‐Status auf­wärts).

LandAnzahl Ranking
(Smaragd bis Diamant)
Prozent
Deutschland24014,55%
Russische Föderation21312,92%
Ukraine1408,49%
USA1388,37%
Frankreich895,40%
Japan744,49%
Italien684,12%
Polen573,46%
Thailand523,15%
Großbritannien482,91%
Spanien442,67%
Serbien422,55%
Weissrussland392,37%
Tschechische Republik362,18%
Rumänien311,88%
Kanada241,46%
Lettland211,27%
Österreich160,97%
Türkei150,91%
China150,91%
Moldavien150,91%
Slowakei110,67%
Estland100,61%
Niederlande100,61%
Bulgarien100,61%
[rest­li­che 51 Länder]19111,58%
Gesamtergebnis1649100,00%

Hier wird der euro­päi­sche Ursprung der Bildagentur Fotolia deut­lich, vor allem im Vergleich zu die­ser Shutterstock‐Liste.

Die mit Abstand meis­ten Topseller kom­men aus Deutschland, das Gründungsland Frankreich liegt auf Platz 5 (statt Platz 20 wie bei Shutterstock). Danach ist der gro­ße Anteil öst­li­cher Länder zu bemer­ken, allen vor­an Russland und Ukraine, gefolgt von Serbien, Weißrussland, Tschechien und Rumänien. Die gerin­ge­ren Lohn‐ und Produktionskosten machen es für Fotografen die­ser Länder beson­ders attrak­tiv, ihre Bilder welt­weit in Euro oder US‐Dollar zu ver­kau­fen.

Der gro­ße Anteil euro­päi­scher Länder – sechs der häu­figs­ten Länder sind euro­pä­isch – bei den gut ver­kau­fen­den Anbietern erklärt sich auch his­to­risch: Fotolia hat­te damals sehr gro­ßen Wert auf Lokalisierung gelegt. Fast jedes euro­päi­sche Land hat­te früh ein eige­nes Länderbüro erhal­ten, die Webseite wur­de schnell in vie­le Landessprachen über­setzt und die Fotografen wur­den ermu­tigt, in der Landessprache zu ver­schlag­wor­ten.

Die Region und die Sprache der Verschlagwortung waren auch bei der Anzeige der Suchtreffer sehr rele­vant. Einem deut­schen Kunden wur­den zum Beispiel eher Bilder deut­scher Fotografen und mit deut­schen Suchbegriffen ange­zeigt. Mit der Übernahme durch Adobe hat sich der regio­na­le Fokus bei Adobe Stock deut­lich ver­rin­gert, wes­halb nun die euro­päi­schen Fotografen, allen vor­an die deut­schen, ver­mehrt über Umsatzrückgänge kla­gen.

Spaßeshalber habe ich mir die Daten der deut­schen Fotografen genau­er ange­schaut, weil dies ein deut­scher Blog ist. Demnach sind deut­sche Fotografen für ca. 3 Mio. Bilder ver­ant­wort­lich und das durch­schnitt­li­che deut­sche erfolg­rei­che Portfolio hat ca. 10.000 Bilder online. Obige Einschränkungen sie­he „leer“ gel­ten auch hier, wenn wir die 14,55% jedoch als Richtwert neh­men, wären es ins­ge­samt ca. 5,7 Mio. Bilder deut­scher Fotografen ins­ge­samt.

Was sagen euch die Daten?
Habt ihr wei­te­re Fragen, die man even­tu­ell ana­ly­sie­ren könn­te?

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Die 15 Bildertrends‐Bestseller von Westend61 in 2016

Anfang letz­ten Jahres hat­te die Bildagentur Westend61 (Platz 8 mei­ner Bildagentur‐Auswertung) fünf zukünf­ti­ge Trends vor­ge­stellt, wel­che in den nächs­ten Monaten visu­ell nach­ge­fragt wür­den: Nonkonformität, Science‐Reality, Achtsamkeit, Mobilität und YOUNIVERSE.

Eine genaue Umschreibung die­ser visu­el­len Trends könnt ihr hier im Bilderheimat‐Blog der Agentur nach­le­sen.

Jetzt nach Ablauf des Jahres möch­te ich die jeweils drei Topseller der Bereiche vor­stel­len, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wel­che Themen und Bildsprachen aktu­ell gefragt sind:

  1. Nonkonformität:

    © Rainer Holz / Westend61

    © TeKa / Westend61

    © Team‐Up / Westend61

    Individuelle Typen, unge­wöhn­li­che Perspektiven oder Abkehr vom Mainstream‐Konsum: Alles dabei.

  2. Science‐Reality

    © Mareen Fischinger / Westend61

    © zero­crea­ti­ves / Westend61

    © Florian Küttler / Westend61

    Wie sind Tablet‐PCs und ande­re Bildschirme in der Praxis ange­kom­men? Die bes­ten Beispiele ver­kau­fen sich gut.

  3. Achtsamkeit

    © Reiner Berg / Westend61

    © Uwe Umstätter / Westend61

    © Mareen Fischinger / Westend61

    Rückbesinnung auf das, was einem selbst gut tut: Gesundheit, Zeit für die Familie oder den Partner: Solche Bilder sind gefragt.

  4. Mobilität

    © Rainer Berg / Westend61

    © Uwe Umstätter / Westend61

    © Rik Rey / Westend61

    Ob Auto, Fahrrad oder Umzugswagen: In Bewegung blei­ben, fle­xi­bel sein und sich wohl füh­len dabei, dar­auf kommt es an.

  5. YOUNIVERSE

    © Rainer Berg / Westend61

    © Uwe Umstätter / Westend61

    © Jo Kirchherr / Westend61

    Das trau­te Familienglück hat­te schon in den 1950er Jahren einen hohen Stellenwert und dabei ist es immer geblie­ben: Familie und Eltern mit ihren Kindern ste­hen bei Bildkäufern nach wie vor hoch im Kurs.

Auffällig ist, dass sich bei vie­len die­ser Bestseller sogar zwei oder mehr der genann­ten Trends im Bild wie­der­fin­den: Das letz­te Bild zum Beispiel könn­te neben dem YOUNIVERSE auch in den Kategorien Achtsamkeit oder Science‐Reality lan­den.

Bei vie­len Bildern ist auch der Freiraum groß­zü­gig bemes­sen, sodaß Kunden noch Platz für Logos, Text oder ande­re Gestaltungselemente haben. Gegenlicht wird ger­ne genom­men und meist schau­en die Models auch nicht in die Kamera.

Fallen euch sonst noch Gemeinsamkeiten der Bestseller auf?

Die Top 11 der meistverkauften Videos 2014 bei Pond5

Bei unse­rem Rückblick auf die ver­schie­de­nen Bestseller des letz­ten Jahres nähern wir uns lang­sam dem Ende. Nach den Fotos, Smartphone‐Bildern, Vektor‐Grafiken und Editorial‐Fotos kom­men heu­te die Topseller‐Videos an die Reihe, bevor wie die Serie das nächs­te Mal mit den gefrag­tes­ten Audio‐Tracks des letz­ten Jahres abschlie­ßen wer­den.

Die Bild‐ und Videoagentur Pond5* war so freund­lich, in ihrem Archiv zu schau­en, wel­che Videos sich 2014 beson­ders gut ver­kauft haben.

Hier die Liste der Video‐Bestseller 2014, abstei­gend nach Verkäufen sor­tiert:

  1. Financial And Growing Charts. Black‐White. Loopable.*

    Auf dem ers­ten Platz liegt kein „ech­tes“ Video, son­dern eine Animation zum Thema Business und Finanzen. Im Grunde ist das sowas wie die beweg­te Umsetzung des dritt­plat­zier­ten Bestseller‐Fotos von 2014.
  2. Young Business People With Tablet Computer In Café, Steadicam Shot Hd*

    Letztes Jahr noch auf Platz 5, stieg das Video der dyna­mi­schen Geschäftsleute in einer Besprechung mit Tablet PC auf den zwei­ten Platz.
  3. Diverse Team Of Business People In A Light And Modern Office Building*

    Dem zwei­ten Platz inhalt­lich sehr ähn­lich, aber von der Kamerabewegung sowie dem Licht etwas anspruchs­vol­ler ist der drit­te Platz mit eini­gen Geschäftsleuten in einem mode­ren Büro.
  4. Beautiful Sunrise Over The Earth. Cities At Night. Hd 1080.*

    Auch im letz­ten Jahr gab es einen Sonnenaufgang aus dem Weltraum gese­hen, wie­der eine 3D‐Animation.
  5. Futuristic Developer With Code Hologram*

    Eine Mischung aus Video und Animation ist das Video der Programmiererin mit ihren blin­ken­den Codezeilen, auch immer sehr beliebt zur Visualisierung des Themas „Hacker“.
  6. Beautiful Flight Through Space To The Earth. Hd 1080.*

    Einen Platz hoch­ge­kämpft im Vergleich zum Vorjahr hat sich die 3D‐Animation des Weltraumflugs.
  7. Space Galaxy*

    Ich bin nicht sicher, ob das auch eine 3D‐Animation ist oder die Szene zum Beispiel kom­plett in Adobe After Effects erstellt wur­de. Jedenfalls zei­gen die­se Weltraum‐Szenen, dass eine Videokamera nicht mehr aus­reicht, um im Videobereich rich­tig erfolg­reich zu sein.
  8. Stage Lights. Amber‐Blue.*
    Auch bei die­sen Bühnenlichtern tip­pe ich eher auf After Effects als auf eine Videoaufnahme.
    (Da dies das ein­zi­ge Video mit Sound ist und es tech­nisch anschei­nend nicht lös­bar ist, das Video so ein­zu­bin­den, dass es nicht auto­ma­tisch abge­spielt wird, ver­zich­te ich auf eine Einbindung, um die Leute in Büros nicht über­mä­ßig zu erschre­cken und zu ner­ven. Wer das Video sehen will, kann auf den Link kli­cken.)
  9. Growing Global Network Realistic*

    Vom ers­ten auf den neun­ten Platz abge­stürzt ist die 3d‐Animation von blau­en Linien, die sich über die Erde bewe­gen.
  10. Montage Images Touch Screen Technology*

    Ein wei­te­res Video, wel­ches nicht ohne nach­träg­li­che digi­ta­le Elemente aus­kommt: Der Geschäftsmann mit sei­nen vie­len Touchscreen‐Elementen.
  11. Fly In Clouds*

    Ein Flug durch die Wolken lan­det auf dem elf­ten Platz in die­sem Jahr.

Die domi­nie­ren­den Video‐Themen des letz­ten Jahres sind somit klar: Business, Technologie und Weltraum, idea­ler­wei­se eine Kombination aus die­sen Themen. Waren es 2013 noch ca. die Hälfte, so sind 2014 schon die deut­li­che Mehrheit der Videos voll­stän­dig oder teil­wei­se 3D‐Animationen.

Pond5 ist eine der weni­gen Agenturen, bei denen die Anbieter die Preise für ihre Werke selbst bestim­men kön­nen. Der Durchschnittspreis der 11 obi­gen Clips für die höchs­te Auflösung beträgt knapp 55 US‐Dollar und liegt damit deut­lich höher als bei den 33 USD vom letz­ten Jahr.

Welche Themen lie­fen bei euch 2014 beson­ders gut?

* Affiliate

Die Top 10 Bestseller‐Fotos von Fotolia 2014

Bevor der Frühling anfängt, arbei­ten wir uns noch etwas an den Bestsellern des letz­ten Jahres ab, denn noch sind nicht alle Kategorien abge­deckt.

Ich habe euch gezeigt, wel­che Smartphone‐Bilder, wel­che Vektor‐Grafiken und wel­che Editorial‐Fotos sich im ver­gan­ge­nen Jahr am meis­ten ver­kauft haben.

Heute geht es um die „ganz nor­ma­len“ Stockfotos, am Beispiel der Bildagentur Fotolia*.

  1. Fotolia_57845477_S
    © good­luz – Fotolia.com

    Den Platz eins belegt die glück­li­che Familie mit zwei Kindern. Beachtet die brau­ne Haarfarbe, die das Bild im Gegensatz zu einer blon­den Familie auch in Südamerika ver­käuf­lich wer­den lässt und den Hintergrund, der uni­ver­sell aber gleich­zei­tig frisch (blau­er Himmel) und natur­ver­bun­den (grü­ne Wiese) ist. Nicht umsonst gehö­ren auch Frau, Mann, Familie und Kinder zu den belieb­tes­ten Suchbegriffen. Mich wun­dert eher, war­um kein Haus im Hintergrund zu sehen ist.

  2. ©  sarahdesign85 - Fotolia.com
    © sarahdesign85 – Fotolia.com

    Was ich letz­ten Monat über Vektoren geschrie­ben habe, scheint auch hier zuzu­tref­fen, wobei ich ver­mu­te, dass es eben wirk­lich mehr als Vektor denn als JPG ver­kauft wur­de. Icons wer­den immer gebraucht und die Präsentation mit der Titelleiste oben macht den Unterschied.

  3. © Dreaming Andy - Fotolia.com
    © Dreaming Andy – Fotolia.com

    Wenn etwas „Business“ schreit, dann die­ses Bild.  Die zusätz­li­che Verwendung der Diagramme als 3D‐Variante hebt das Bild von einem rei­nen Foto ab, weil so etwas foto­gra­fisch viel schwie­ri­ger umzu­set­zen ist, vor allem mit dem Glas‐Look der Balken. Die sta­tis­ti­schen Elemente sind außer­dem so gene­risch, dass das Bild für vie­le Branchen ein­setz­bar ist, wäh­rend das küh­le Blau bei Business‐Themen sehr beliebt ist.

  4. © mpfphotography - Fotolia.com
    © mpf­pho­to­gra­phy – Fotolia.com

    Hier hat sich noch ein Bild ein­ge­schli­chen, was eigent­lich eine Vektorgrafik ist. Da sie aber so foto­rea­lis­tisch per­fekt ist, fällt es kaum auf. Die Elemente sind alle sehr modern und ähneln stark den Apple‐Produkten, nur ohne die Logos und so wei­ter, die auf einem Foto auf­wän­dig ent­fernt wer­den müss­ten. Die viel­fäl­ti­gen Einsatzmöglichkeiten für Designer bei die­sem Bild soll­ten auf der Hand lie­gen.

  5. © Romolo Tavani - Fotolia.com
    © Romolo Tavani – Fotolia.com

    Während mir die meis­ten Motive aus die­ser Top‐10‐Liste bekannt vor­kom­men, muss ich geste­hen, dass die­ses leicht kit­schi­ge Motiv im letz­ten Jahr an mir vor­über­ge­gan­gen ist. Es liegt optisch aber in dem Trend, wel­chen wir schon bei den Handy‐Fotos beob­ach­ten konn­ten: Sonnenuntergänge schei­nen aller Unkenrufe zum Trotz wei­ter­hin gut ver­käuf­lich zu sein.

  6. © Halfpoint - Fotolia.com
    © Halfpoint – Fotolia.com

    Ein soli­des Stockfoto: Aufgeräumt, kühl, modern (Glastisch!) mit einem kla­ren Konzept (Vertragsunterzeichnung), wel­ches trotz­dem für vie­le Zwecke ein­setz­bar ist: Neuer Job, Kündigung, Versicherung, Business‐Deal, Hauskauf und so wei­ter.

  7. © kasto - Fotolia.com
    © kas­to – Fotolia.com

    Ein Stockfoto, auf das ich rich­tig nei­disch bin: Im Gegensatz zu eini­gen ande­ren Motiven in die­ser Liste, die sich rela­tiv leicht nach­ma­chen las­sen, ist so ein Foto deut­lich anspruchs­vol­ler. Einerseits wegen der Menge an Leuten sowie der schwie­ri­gen (Kunst-)Lichtstimmung. Die Zusammenstellung und die nicht all­zu enga­gier­te Körperhaltung der Leute lässt ver­mu­ten, dass hier kei­ne MRs ein­ge­holt wur­den, was durch die Unschärfe aber auch okay sein könn­te. Verkäuflich ist es auch wie­der, weil so vie­le Verwendungsmöglichkeiten offen sind: Weiterbildung, Konferenz, Wahlkampfrede, Verkaufsseminar, Info‐Veranstaltung und so wei­ter.

  8. © Sergey Peterman - Fotolia.com
    © Sergey Peterman – Fotolia.com

    Den Traum vom eige­nen Heim, der jedoch bald greif­bar nah ist, wird von die­sem Foto sehr gut sym­bo­li­siert. Durch die Rückenansicht wer­den die Menschen gene­ri­scher und ob es nun eine Villa oder nur eine Zweiraumwohnung ist, lässt sich eben­falls nicht erken­nen. Das lila Hemd sorgt für den not­wen­di­gen Farbklecks im ansons­ten eher wei­ßen Bild.

  9. © drubig-photo - Fotolia.com/partner/200576396
    © drubig‐photo – Fotolia.com

    Fällt euch was auf? Wer genau hin­guckt, ent­deckt, dass bei jeder die­ser Wiesen das Bild in der Länge ver­dop­pelt wur­de, eine ein­fa­che, aber wir­kungs­vol­le Methode, um aus einem Bild ein Panoramafoto zu machen (und die Pixelmenge zu ver­grö­ßern). Die Fotografin bie­tet die Wiesen auch ein­zeln an, aber wenn ein Käufer für den glei­chen Preis drei Varianten bekom­men kann, liegt auf der Hand, war­um sich gera­de die­se Dreier‐Kombination zu einem Bestseller gemau­sert hat.

  10. © Coloures-pic - Fotolia.com
    © Coloures‐pic – Fotolia.com

    Auch mit sol­chen ein­fa­chen Fotos lässt sich viel Geld ver­die­nen. Hauptsächlich nut­zen Designer sol­che Fotos, um sie als Hintergrund für ande­re Motive zu ver­wen­den, wie es der Fotograf selbst zum Beispiel mit Motiven wie die­sem oder die­sem hier eben­falls macht. Aber wenn die Kunden eige­ne Ideen umset­zen wol­len, war­um nicht auch die Montage‐Vorlage mit anbie­ten? Die gleich­mä­ßi­ge Ausleuchtung und fron­ta­le Ablichtung erlaubt es not­falls auch, das Holz rela­tiv ein­fach zu kacheln, wenn eine grö­ße­re Auflösung not­wen­dig sein soll­te.

Über den Daumen gepeilt soll­ten alle hier gezeig­ten Bilder über 1000 Downloads im letz­ten Jahr erzielt haben, weil mein Bestseller 2014 bei Fotolia etwas dar­un­ter liegt.

Unschwer zu erken­nen ist die Zunahme von digi­tal erstel­len Bildern, wie es bei den Topsellern vor zwei Jahren noch nicht der Fall war.

In der offi­zi­el­len Pressemitteilung von Fotolia vom 27.2.2015 wer­den noch Unterschiede in den Kaufgewohnheiten der ver­schie­de­nen Länder ana­ly­siert, die ich für so inter­es­sant hal­te, dass ich sie hier unver­än­dert wie­der­ge­ben möch­te:

Deutsche Bildtrends 2014: Ökologie, Natur und orga­ni­sche Materialien

Ein Blick auf die deut­schen Bildtrends 2014 offen­bart eine inter­es­san­te Analogie zur gesell­schaft­li­chen Vorreiterrolle Deutschlands als Öko‐Land: Die zehn meist­ver­kauf­ten Bilder auf dem deut­schen Markt haben einen kla­ren Fokus auf Natur, Ökologie und orga­ni­sche Muster und Strukturen wie bei­spiels­wei­se Holz. Im Gegensatz zu ande­ren Märkten wie Großbritannien, bei denen eher küh­le Business‐ und London‐Bilder die natio­na­len Trends domi­nie­ren, nimmt der deut­sche Bildmarkt damit eine grü­ne Sonderrolle ein.

Dies zeigt sich auch in der Landschafts‐Kategorie, in der neu­tra­le Landschaftsdarstellungen auf dem deut­schen Bildmarkt nach­ge­fragt wer­den, wäh­rend Länder wie Frankreich, Großbritannien und Spanien in die­ser Kategorie auf das eige­ne Land und deren urba­ne Zentren aus­ge­rich­tet sind: London, Barcelona und Paris bei unse­ren EU‐Nachbarn, son­ni­ge Blumenwiesen bei uns.

Globaler Fußball, natio­na­le Esskultur

Globale Großereignisse wie die Fußball‐Weltmeisterschaft in Brasilien hin­ter­las­sen ihre deut­li­chen Spuren in den Bildtrends 2014. Die Abbildung eines Stadions konn­te sich so in gleich meh­re­ren Kategorien wie „Architektur“, „Sport und Freizeit“ oder „Wohlergehen“ als Spitzenreiter posi­tio­nie­ren – und zwar über Ländergrenzen hin­weg.

Folgt man den Bildtrends der Kategorie „Essen und Trinken“, scheint die Esskultur hin­ge­gen eher eine natio­na­le Angelegenheit zu sein: Landestypische Spezialitäten – Fish and Chips (GB), Wein (FR, ES, IT) oder Kürbis (US) – domi­nie­ren die natio­na­len Verkaufscharts und las­sen kei­ne über­grei­fen­den glo­ba­len Trends erken­nen. Erstaunlich: Das am meis­ten nach­ge­frag­te Food‐Motiv der Deutschen ist die Tasse Kaffee – im Gegensatz zu den tra­di­tio­nel­len Kaffeehauskulturen Spanien oder Italien, bei denen die gerös­te­te Bohne erst gar nicht in den drei meist­ver­kauf­ten Bildern auf­taucht.“

Bald geht es an die­ser Stelle wei­ter mit den Video‐Bestsellern von 2014.

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