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Stockfotografie-News 2011-10-04

Bevor ich mor­gen auf der MicrostockExpo vie­le neue Informationen samm­le, kom­men heu­te erst mal die Neuigkeiten, die sich in den letz­ten Wochen ange­sam­melt haben. Schnallt euch an, es ist eine gan­ze Menge!

  • Fotolia ist seit ges­tern offi­zi­ell im picturemaxx-System ver­tre­ten. Das bedeu­tet, dass Bildkäufer Fotolia-Bilder auch über das picturemaxx-Suchprogramm fin­den und kau­fen kön­nen. Dafür wird ein akti­ves Fotolia-Mitgliedkonto mit aus­rei­chend Credits benö­tigt. Wer noch keins hat, bekommt als picturemaxx-Kunde hier 30% Rabatt* auf den ers­ten Einkauf. Warum ist das so bedeu­tend? Es gibt vie­le klei­ne Verlage, die – sei es aus Bequemlichkeit oder auch buch­hal­te­ri­schen Gründen – nur über pic­tu­re­ma­xx Bilder kau­fen, auch wenn sie wis­sen, dass es ande­re Angebote gibt. Diese haben nun inner­halb ihres gewohn­ten Systems Zugriff auf über 15 Millionen Bilder zusätz­li­ch.
  • Noch mal Fotolia: In der letz­ten News-Meldung hieß es, dass Fotolia sich vor­be­hält, Fotografen im Ranking run­ter­zu­stu­fen, wenn sie ihre Bilder woan­ders signi­fi­kant bil­li­ger anbie­ten. Da ist die Agentur jetzt zurück­ge­ru­dert und hat zwei Änderungen vor­ge­nom­men: Niemand wird im Ranking run­ter­ge­stuft, son­dern höchs­tens die Preise wer­den auf 1 Credit Startpreis zurück­ge­setzt. Außerdem betrifft die­se Regelung nur Mitglieder mit Smaragd-Ranking und auf­wärts, was der Behauptung den Wind aus den Segeln nimmt, Fotolia wür­de sich bestimmt nur an klei­ne Fotografen wagen. Im Gegenteil: Bildkäufer berich­ten, dass die Bilder von Yuri Arcurs bei­spiels­wei­se auf einem bei Depositphotos teu­rer gewor­den sind und die bil­li­gen SMS-Downloads sei­ner Fotos nicht mehr mög­li­ch sei­en. Sehr wahr­schein­li­ch ist bei­des eine Reaktion auf die Fotolia-Drohung.
  • Fotolia Nr. 3: Am Sonntag eröff­net die Bildagentur in der Lychener Straße 74 in 10437 Berlin ihr „foto­li­aL­ab“, die ers­te Galerie, die sich mit Stockfotografie beschäf­tigt. Je drei Monate bekom­men Künstler hier einen Raum zur Verfügung gestellt, der ihre Stockfotos in einem künst­le­ri­schen Kontext prä­sen­tie­ren soll. Den Anfang macht der Russe George Mayer*.
  • Eine wei­te­re Reaktion sei­tens Depositphotos ver­mut­li­ch: nach der Fotolia-Ankündigung erhöh­te Depositphotos plötz­li­ch die Preise, erwei­ter­te jedoch deren unsäg­li­ches SMS-Download-Programm auf wei­te­re Länder.
  • Shutterstock beschenkt die Fotografen in letz­ter Zeit reich­li­ch. Mit dem neu­en „Catalog Manager“ ist es bei Shutterstock end­li­ch mög­li­ch, sei­ne Bilder in Sets zu sor­tie­ren und sich die Gesamteinnahmen die­ser Sets anzei­gen zu las­sen. Ich nut­ze das zum Beispiel, um die Erlöse jeder Fotosession ein­zeln ana­ly­sie­ren zu kön­nen. Das war vor­her nur umständ­li­ch – und mit größ­ten Kopfschmerzen ver­bun­den – mög­li­ch.
  • istock­pho­to hat kürz­li­ch ein Whitepaper zum Einsatz von Stockfotos in mit­tel­stän­di­schen Unternehmen kos­ten­los ver­öf­fent­licht, mit vie­len nütz­li­chen Tipps, wie klei­ne Unternehmen bes­ser Bilder ein­set­zen kön­nen.
  • Noch mal istock­pho­to: Istock akzep­tiert jetzt kei­ne Bilder mehr mit copyright-geschützten Motiven als Editorial-Fotos. Grund sei­en recht­li­che Probleme. Damit wird es noch kom­pli­zier­ter zu erklä­ren, was nun eigent­li­ch als „edi­to­ri­al“ erlaubt ist oder nicht. Angesichts der gerin­gen Verdienstmöglichkeiten in dem Bereich wür­de ich es gleich blei­ben las­sen.
  • istock­pho­to zum Dritten: Nein, ich nen­ne kei­ne Details zum schlech­ter gewor­de­nen Affiliate-Programm (das macht Sean Locke hier), son­dern ich wei­se dar­auf hin, dass istock­pho­to jetzt schon seit 5 Jahren Stockvideos ver­kauft. Das meist­ver­kauf­tes­te Video mit über 3500 Downloads ist die­se Weltkugel, gefolgt von einem Flug durch Wolken mit über 1600 Downloads und einer Zeitrafferaufnahme vom New Yorker Times Square mit über 1500 Downloads.
  • Wo wir gera­de bei belieb­ten Motiven sind: Hier ist das meist­ver­kauf­tes­te Foto aus der Flickr Collection von Getty Images: Eine jubeln­de Menschenmenge auf einem Konzert.
  • Nach mei­nem Bericht über ein kopier­tes und geklau­tes Foto hat­te ich einen inter­es­san­ten Mail-Wechsel mit Michael Steidl, dem Managing Director des IPTC, also der Organisation, die für den Metadaten-Standard ver­ant­wort­li­ch ist. Er wies mich unter ande­rem dar­auf hin, dass Fotografen immer ihre Copyright-Informationen in den enst­pre­chen­den Metadaten-Feldern hin­ter­le­gen soll­ten, weil es nach dem Digital Millenium Copyright Act ver­bo­ten sei, die­se aus einem Bild zu löschen. Das unter­such­te zeit­nah und inten­siv auch Rob Davis in sei­nem Blog und fand her­aus, dass sich sogar eini­ge Bildagenturen die­ses Vergehens schul­dig mach­ten. Das zeig­te immer­hin Wirkung und Dreamstime änder­te dar­auf­hin ihre bis­he­ri­ge Praxis. Ein wich­ti­ger Rat des­we­gen an alle Fotografen: Eure Copyright-Informationen gehö­ren immer in die IPTC-Daten.
  • Gabi Wejat-Zaretzke wies mich auf etwas hin, was für Fotografen inter­es­sant ist, die eine öffent­li­che Facebook-Seite als Marketing-Instrument nut­zen. Einem aktu­el­len Urteil eines Landesgerichts zufol­ge muss der Betreiber der Seiten auch dort ein Impressum oder Vergleichbares vor­wei­sen, son­st dro­hen Ordnungsgelder oder Ordnungshaft.
  • Ich weiß, dass vie­le Bildagenturen hier mit­le­sen, auch wenn sie sich sel­ten zu Wort mel­den: Die Berliner Firma pixo­lu­ti­on GmbH stellt in den nächs­ten Tagen zwei visu­el­le neue Suchmethoden vor, mit denen die Bildersuche intui­ti­ver wer­den soll. Das White Paper zu deren Technologie gibt es hier als PDF-Download.
  • Die Microstock-Bildagentur 123rf plant den Verkauf von Footage und sam­melt dafür die ers­ten Videos von ihren Fotografen.
  • Auch bei der Bildagentur Panthermedia gibt es vie­le Änderungen. Zum einen wird auf fes­te Abo-Kommissionen umge­stellt statt wie bis­her nach einem Verteilungsschlüssel aus­zu­zah­len. Außerdem wer­den im November 2011 zwei neue erwei­ter­te Lizenzen ein­ge­führt, eine Template-Lizenz (50 Euro) und eine Pressemitteilung-Lizenz (20 Euro). Mir sind die Preise dafür jedoch immer noch zu gering, wes­halb ich die Lizenzen deak­ti­viert las­se. Ein neu­es Sonderprojekt namens La Melle gibt es auch, bei dem Kunden Panthermedia-Bilder auf Sonnenschutz dru­cken kön­nen.
  • Alamy führt einen neu­en „Push-FTP“-Service ein, um tages­ak­tu­el­le Newsbilder wie Sportfotos oder Celebritiy-Bilder bes­ser an Redaktionen ver­kau­fen zu kön­nen.
  • Von der Bildagentur-Software ImagePro gibt es jetzt die neue Version 1.7. Das ist übri­gens auch die Software, wel­che ich für mei­nen Bildershop nut­ze.
  • Puh, lang­sam geht mir die Puste aus. Einer noch: Getty Images prä­sen­tiert jetzt die neue Masters Collection, eine Bildsammlung, wel­che aus den bes­ten iko­ni­schen Fotografien des Getty-Archivs bestehen soll. Wer auf klas­si­sche Fotografie steht, dem emp­feh­le ich einen Blick in die­se Auswahl als PDF.
  • Nach Zoonar bie­tet jetzt auch Imagebroker sei­nen Fotografen die Möglichkeit, ihre Bilder über Thinkstock im Abo ver­trei­ben zu las­sen. Mein Fazit bleibt bei Honoraren von bis zu 12,5 US-Cent pro Verkauf gleich.

 Wenn ich trotz die­ser Fülle etwas über­se­hen haben soll­te, könnt ihr es ger­ne in den Kommentaren ergän­zen.

*Affiliate

Wer will über Flickr zu Getty Images?

Schon vor Wochen habe ich im Blog gefragt, ob sich der Vertrag mit Getty Images lohnt, nach­dem die welt­weit größ­te BIldagentur ange­fan­gen hat, in der Fotocommunity Flickr nach neu­en Fotografen zu suchen. Wer die­se Frage für sich mit „ja“ beant­wor­tet hat und wen die bis­he­ri­gen ers­ten Verkaufszahlen über­zeu­gen konn­ten, bekommt nun eine wei­te­re Möglichkeit, sich Getty Images zu prä­sen­tie­ren, anstatt wie bis­her dar­auf war­ten zu müs­sen, von denen ent­deckt zu wer­den.

Ambitionierte Amateur-Fotografen kön­nen sich und ihre Bilder nun auch aktiv bei Getty Images bewer­ben, um Teil der Flickr Kollektion zu wer­den. Nach Anmeldung auf Flickr kön­nen Fotografen ein Portfolio mit ihren zehn bes­ten Bildern – Fotos oder Illustrationen – erstel­len und den Link an myflickr@gettyimages.com sen­den. Getty Images prüft dar­auf­hin die Aufnahmen und ach­tet auf Stil, tech­ni­sche Umsetzung und Thema. Bei Gefallen wird den Fotografen ein Vertrag mit Getty Images ange­bo­ten.

Das ist noch nicht alles. Es gibt einen wei­te­ren Weg. Dazu las­se ich am bes­ten Andy Saunders, Vizepräsident des Kreativbereichs von Getty, zu Wort kom­men:

Flickr-Getty-Images-Call-for-Artists

Seit der Bekanntgabe unse­rer Partnerschaft haben Bildredakteure bei Getty Images das ‚Flickrversum’ durch­fors­tet, um die pas­sen­den Fotos für die Kollektion zu fin­den. Doch auch wenn wir wis­sen, wie viel Spaß ihnen die Durchsicht Ihrer Arbeiten macht: Die schie­re Menge – mehr als vier Milliarden Fotos – kann einen gele­gent­li­ch doch ein wenig über­wäl­ti­gen!

Bisher konn­ten Flickr-Mitglieder zwar über ihre Account-Einstellungen signa­li­sie­ren, dass sie von Getty Images kon­tak­tiert wer­den möch­ten, jedoch nicht aktiv Foto-Portfolios zur Begutachtung vor­le­gen. Aber da wir wis­sen, wie sehr die mehr als 40 Millionen Flickr-Mitglieder dar­auf bren­nen, uns ihre Arbeiten zu prä­sen­tie­ren, woll­ten wir eine ent­spre­chen­de Lösung ent­wi­ckeln.

Und so freu­en wir uns sehr, heu­te einen offi­zi­el­len Aufruf an die Flickr-Community star­ten zu kön­nen: ALLE Flickr-Mitglieder kön­nen ab sofort über die Call for Artists-Gruppe auf Flickr mit ihren Bilder für die Kollektion bewer­ben.

Ausführliche Hinweise dazu fin­den Sie auf der Gruppen-Seite, doch an die­ser Stelle möch­ten wir Ihnen einen kur­zen Überblick über den Ablauf geben. Eine Einreichung soll­te gen­au zehn Bilder umfas­sen, die nach Sie für Ihre bes­ten Arbeiten hal­ten. Das Kreativteam von Getty Images wird die Bilder im Hinblick auf sti­lis­ti­sche Aspekte, the­ma­ti­scher Inhalt und tech­ni­sche Umsetzung prü­fen. Sollten eini­ge oder alle Fotografien – oder auch ande­re Fotos aus Ihrem Fotostream – für die Flickr-Kollektion auf Getty Images aus­ge­wählt wer­den, erhal­ten Sie eine Einladung via Flickrmail. Aus die­ser Einladung geht gen­au her­vor, wel­che Bilder Getty Images aus­ge­wählt hat und wie der Aufnahmeprozess aus­sieht.“

Ach ja: Wer eini­ge Bilder hat, die von Getty Images aus­ge­wählt wur­den, kann ger­ne sei­nen Link zum Foto auf Flickr in den Kommentaren pos­ten.

Stockfotografie-Interview mit James March (Sales Manager bei Getty Images)

In mei­ner Interview-Reihe woll­te ich schon lan­ge einen Verkäufer fra­gen, oder einen Sales Manager“ wie es auf neu­deut­sch heißt, jeman­den, der unse­re Stockfotos aktiv bewirbt und sie den Kunden schmack­haft macht.
Dazu frag­te ich James March von der Bildagentur Getty Images.

James March Getty Images

Bitte stel­len sie sich kurz vor.

Ich hei­ße James March und arbei­te als Sales Manager bei Getty Images.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Ich bin seit zehn Jahren Sales Manager bei Getty Images. In die­ser Funktion lei­te ich die Verkaufsteams für Unternehmens- und Agenturkunden in Großbritannien und in Irland. Seit Beginn mei­ner Tätigkeit bei Getty Images beob­ach­te ich einen Wandel von der tra­di­tio­nel­len krea­ti­ven „Stockfototografie“ hin zu einer Weiterentwicklung unse­rer Kollektion, die es jetzt ermög­licht, dass Fotoenthusiasten über die Flickr-Kollektion mit uns zusam­men­ar­bei­ten. Bei Getty Images gleicht kein Tag dem ande­ren!

Was sind die häu­figs­ten Verwendungszwecke der Bildkäufer?

Wir konn­ten eine Verlagerung von tra­di­tio­nel­len Print-Kampagnen hin zu ver­mehr­ter Online-Nutzung beob­ach­ten. Dadurch ist die Nachfrage beträcht­li­ch gestie­gen, da unse­re Kunden ihre Inhalte nun öfter aktua­li­sie­ren. Unsere Kunden möch­ten heu­te mehr Bilder und eine grö­ße­re Auswahl– zu einem wett­be­werbs­fä­hi­gen Preis. Wir haben Produkte wie Web & Mobile ent­wi­ckelt, die die­ser ver­än­der­ten Nachfrage gezielt Rechnung tra­gen. Die Flickr-Kollektion ver­leiht unse­rer ohne­hin schon über­aus umfang­rei­chen Sammlung eine wei­te­re Dimension und eröff­net unse­ren Kunden zusätz­li­che Auswahl, wäh­rend sie in die Welt der digi­ta­li­sier­ten Medien expan­die­ren.

Foto: Getty Images/Flickr/Jeannine Tan
Foto: Getty Images/Flickr/Jeannine Tan

Welche Fragen stel­len die Bildkäufer am häu­figs­ten?

Unsere Kunden wen­den sich mit den unter­schied­lichs­ten Fragen an uns. Ein Teil sind Neukunden, die sich bei der Bildauswahl bera­ten las­sen möch­ten und Fragen zu den Nutzungs- und Copyright-Bedingungen haben. Am ande­ren Ende der Skala haben wir lang­jäh­ri­ge Kunden mit einem bestimm­ten Budget, die nach dem per­fek­ten Bild suchen. Unsere Verkaufsmitarbeiter haben gro­ße Erfahrung in der Beantwortung der viel­fäl­ti­gen Fragen, die tag­täg­li­ch gestellt wer­den. Unsere Kunden dan­ken es uns mit ihrer Loyalität, weil sie wis­sen, dass wir ihnen die benö­tig­ten Inhalte und Kompetenzen bie­ten und gleich­zei­tig ihren oft engen Fristen gerecht wer­den kön­nen.

Was für Motive suchen Bildkäufer aktu­ell, von denen es wenig Angebot gibt?

Der aktu­el­le Konjunkturrückgang hat Veränderungen hin­sicht­li­ch der Bildthemen mit sich gebracht, die unse­re Kunden kau­fen, wobei sich in letz­ter Zeit ein Trend hin zu Bildern rund ums Zuhause abzeich­net. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Trend ist der zur „Einfachheit“. Die Medien schwenk­ten von Titelstorys über die Probleme unse­res Planeten auf Titelthemen über die welt­wei­te Finanzkrise um, die sich dann zuneh­mend Einzelschicksalen zuwand­ten – Zwangsenteignungen, ver­lo­re­ne Ersparnisse und Arbeitslosigkeit. Man sieht eine Parallele zwi­schen Werbebildern rund um das Thema „Einfachheit“ und Zeitschriften- und Zeitungsartikeln, in denen es dar­um geht, sein Leben zu ver­bes­sern, spar­sam zu sein, Eigeninitiative zu ergrei­fen und das zu genie­ßen, was man hat. Die Flickr Kollektion ist eine gute Quelle für der­lei Motive.

Foto: Getty Images/Flickr/Jon Paciaroni
Foto: Getty Images/Flickr/Jon Paciaroni

Was sind die am häu­figs­ten genutz­ten Suchbegriffe der Käufer?

Auf vie­le häu­fig genutz­te Suchbegriffe, die wir der­zeit beob­ach­ten, habe ich schon bei der vori­gen Frage hin­ge­wie­sen. Natürlich ver­wen­den die Kunden die unter­schied­lichs­ten Suchbegriffe, wenn sie unse­re Website nach Inhalten durch­su­chen. Wenn jemand nach Bildern aus dem häus­li­chen Umfeld sucht, gibt er viel­leicht ver­wand­te Begriffe wie etwa Familie, Zusammengehörigkeit oder Relaxen ein.

Warum kauft jemand bei Getty Images, wenn er auch woan­ders bil­li­ger Fotos kau­fen könn­te?

Ich den­ke, unse­re Kunden wis­sen drei wesent­li­che Elemente zu schät­zen, die wir ihnen bie­ten kön­nen: die beru­hi­gen­den Gewissheit, dass unse­re Inhalte wirk­li­ch zur Nutzung frei­ge­ge­ben wur­den, einen aus­ge­zeich­ne­ten Kundendienst und siche­re und ein­fach zu bezie­hen­de Inhalte in Top-Qualität in allen unse­ren Kollektionen.

Verweisen Getty-Mitarbeiter Kunden auch manch­mal an istock­pho­to?

Die Marken iStock­pho­to und Getty Images haben ihre jewei­li­ge Markenidentität und jeweils eige­nen Webseiten. Wo es sich anbie­tet, arbei­ten bei­de Unternehmen zusam­men und tau­schen Erfahrungen aus.

Welches Creative RF-Bild hat sich die­ses Jahr am meis­ten ver­kauft? Woran könn­te das lie­gen?

Zu den belieb­tes­ten Bildern gehö­ren etwa Bilder aus den Themenbereichen Natur und Beruf. Unsere Kunden wün­schen sich schlich­te, gut kom­po­nier­te und klar kon­zep­tio­nier­te Bilder zu die­sen Themenbereichen. Mehr Zeit mit der Familie ver­brin­gen, die freie Natur genie­ßen, Dinge selbst gestal­ten, zu einem har­mo­ni­schen Leben fin­den – all dies sind Trends, die wir am Bildverkauf momen­tan able­sen kön­nen.

Foto: Getty Images/Flickr/Fursov Aleksey
Foto: Getty Images/Flickr/Fursov Aleksey

Welche Fehler bei der Bildnutzung machen Bildkäufer am häu­figs­ten?

Wenn man zum ers­ten Mal Bilder kauft, weiß man oft nicht, wohin man sich wen­den soll und die Suche nach einem seriö­sen Anbieter birgt Gefahren. Im Rahmen des Einkaufsprozesses auf unse­rer Website klä­ren wir unse­ren Kunden über die Nutzungs- und Lizenzbedingungen auf. Zudem haben sie die Gewissheit, dass ihnen unse­re Teams welt­weit zur Verfügung ste­hen, um sie bei Fragen zur Lizenzierung, zum Copyright und zu den Freigaben zu bera­ten.

Wie hat sich das Kaufverhalten in den letz­ten drei Jahren gewan­delt?

Wir wis­sen, dass unse­re Kunden immer mehr Inhalte für ihre Projekte beschaf­fen müs­sen. Sie unter­lie­gen grö­ße­ren zeit­li­chen und finan­zi­el­len Beschränkungen als je zuvor, wes­halb sie die umfang­reichs­ten und viel­fäl­tigs­ten Bildkollektionen für ihren gesam­ten Kommunikationsbedarf schnel­ler, auf ein­fa­che­re Weise und zu ange­mes­se­nen Preisen fin­den müs­sen. Das gilt ins­be­son­de­re für die Nutzung im Online-Bereich, wo die Volumen enorm und die Zeitrahmen außer­or­dent­li­ch eng sind.

Vielen Dank für das Interview!

Verkaufszahlen der Flickr Collection bei Getty Images

Letzten Freitag lud Getty Images eini­ge Journalisten zu einem Roundtable ein, um über die Flickr Collection zu infor­mie­ren.

Das Meiste war mir schon bekannt, immer­hin ist die Collection seit März 2009 online. Trotzdem gab es eini­ge Info-Splitter, die es zu mel­den lohnt. Dazu gehö­ren auch Verkaufszahlen. Laut Susanne Merbold, Senior Marketing Manager bei Getty Images, sind zur Zeit ca. 38.000 Flickr-Fotos von ca. 5.000 Fotografen aus ca. 100 Ländern in der Kollektion. In den knapp sechs Monaten wur­den schon über 5.000 Fotos ver­kauft, davon allein ca. 430 Bilder in Deutschland.

Thorsten Kraska/Flickr/Getty Images
Thorsten Kraska/Flickr/Getty Images

Ebenfalls ein­ge­la­den war der Flickr-Fotograf Thorsten Kraska, der appe­tit­li­che Food-Fotos macht und bei Getty 43 sei­ner Flickr-Bilder online hat. Er erzähl­te, dass er in vier Monaten schon acht Verkäufe gehabt habe. Das macht zwei pro Monat. Trotz eini­ger Nachfragen gab es von Getty lei­der kei­ne Zahlen zu den durch­schnitt­li­chen Verkaufspreisen. Aber bei einer kon­ser­va­ti­ven Schätzung von durch­schnitt­li­ch 30 Euro Fotografenanteil pro Verkauf ergä­be das einen RPI (Return per Image) von knapp 17 Euro im Euro. Das ist nicht schlecht.

Falls ihr schon Flickr-Fotos gekauft oder über Getty ver­kauft habt: Wie sind Eure Erfahrungen bis­her?

Neue Model Releases und Property Releases von Getty Images

Die Bildagentur Getty Images hat ihre Model Releases und Property Releases erneu­ert. Als welt­weit größ­te Agentur ist sie in der Lage, Industriestandards zu defi­nie­ren. Auch in der Vergangenheit gal­ten die Verträge von Getty Images als was­ser­dicht und wur­den des­we­gen auch ger­ne von Fotografen genutzt, die für ande­re Bildagenturen arbei­te­ten.

Hilfreich sind sie auch des­we­gen, weil nicht nur eng­li­sche und deut­sche Versionen ange­bo­ten wer­den, son­dern auch die Sprachen Russisch, Polnisch, Französisch, Spanisch, Portugisisch, Chinesisch (tra­di­tio­nell und ver­ein­facht) und Italienisch abge­deckt sind.

Vertrag vorbereitenHier mal die wich­tigs­ten Änderungen:

  • Die Model-Releases für Erwachsene und Minderjährige wur­den zusam­men­ge­fasst. So braucht man kei­ne zwei ver­schie­de­nen Verträge mehr, z.B. für Eltern und ihre Kinder.
  • Ähnliches gilt für den Property Release. Hier wur­den die Felder „für Privateigentum“ und „für Unternehmenseigentum“ zusam­men­ge­fasst.
  • Statt „Bilder“ heißt es im Vertrag jetzt nur noch „Medien“ bzw. in der eng­li­schen Version „con­tent“ statt „images“. Das hat den Vorteil, dass die­ser Vertrag nun für Fotos, Videos und Audioaufnahmen glei­cher­ma­ßen genutzt wer­den kann.
  • Es kann jetzt ein eng­lisch­spra­chi­ger Model-Vertrag für alle eng­lisch­spra­chi­gen Länder genutzt wer­den. Vorher mus­s­te z.B. für England ein ande­rer Vertrag als für Australien benutzt wer­den, da der Gerichtsstandort fest­ge­schrie­ben war. Dieser Passus ist übri­gens auch manch­mal dafür ver­ant­wort­li­ch, wenn eini­ge Bildagenturen Model Releases als unzu­rei­chend ableh­nen.
  • Das Geschlecht des Models und der Ort des Shootings müs­sen nun ange­ge­ben wer­den.
  • Im alten Property Releases stand der Passus, dass sicher­ge­stellt wer­de, dass die fer­ti­gen Fotos kei­nen Bezug auf den Ort der Aufnahme machen wer­den. Im Zeitalter der GPS-Informationen in den IPTC-Daten kann das nicht mehr garan­tiert wer­den. Wer das ver­mei­den möch­te, muss dann die Ortsangaben aus den IPTC-Daten löschen.

Für Getty-Fotografen und auch die Flickr-Mitglieder, wel­che von Getty Images kon­tak­tiert wer­den, sind die­se neu­en Verträge bin­dend. Fotos mit alten Verträgen wer­den nur noch bis zum 30. Mai 2009 ange­nom­men.

Laut dem Branchennewsletter „Selling Stock“ sol­len die neu­en Model Releases auch von istock­pho­to-Fotografen genutzt wer­den. Darüber konn­te ich von istock­pho­to jedoch noch kei­ne Bestätigung erhal­ten.