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Stockfotografie-News 2013-02-08

Schnell dreht sich wie immer die Stockfotografie-Welt. Damit ihr noch unge­fähr erken­nen könnt, auf wel­chem Teil der wil­den Reise wir uns befin­den, hier wie­der eini­ge hand­ver­le­se­ne Info-Häppchen zwi­schen­durch, bevor das „Bitte anschnallen“-Zeichen über euren Köpfen erscheint:

  • Die Agentur Envato, die über ver­schie­de­ne Webseiten Fotos, Videos, Audio, Illustrationen, WordPress-Themes und so wei­ter ver­kauft, hat ihre Lizenzbedingungen geän­dert. Wichtigste Änderung: Ab sofort fal­len zwei Regelungen weg, die es bis­her Leuten ermög­licht haben, Envato-Produkte für den Weiterverkauf bei Bildagenturen zu nut­zen.
  • Nach der Aufregung um den Google Drive Deal, ver­är­gert Google Fotografen und ande­re Urheber mit einer wei­te­ren Änderung: Die Bildersuche wird so umge­stellt, dass die Fotos in Originalgröße ange­zeigt wer­den und es weni­ger Gründe gibt, die Originalseite des Fotos zu besu­chen. Bisher hat­te Google bei der Nutzung urhe­ber­recht­li­ch geschütz­ter Inhalte eine Ausnahmestellung, weil sie als „Suchmaschine“ gal­ten, aber mit der neu­en Änderung prä­sen­tiert Google die Ergebnisse so, dass von einer „fai­ren Nutzung“ kaum noch gespro­chen wer­den kann. Der Widerstand dage­gen for­miert sich momen­tan auf der Webseite „Verteidige dein Bild“.
  • Die Microstock-Webseite Allyoucanstock hat zum Anfang des Jahres ihre Pforten wegen zu gerin­ger Umsätze geschlos­sen.
  • Der iStockphoto-Gründer Bruce Livingstone und damit Erfinder des Microstock-Modells plant eine neue „nach­hal­ti­ge“, genos­sen­schaft­li­ch orga­ni­sier­te Bildagentur namens Stocksy. Bei dem gan­zen Frust, der unter iStock-Exklusives herrscht, kommt das zur rech­ten Zeit. Es scheint, als sei eine RF-Agentur geplant, die vor allem bildex­klu­siv arbei­ten will. Mit an Bord sind unter ande­rem eini­ge bekann­te (Ex-)Mitarbeiter von iStock­pho­to. Ob Stocksy sich damit jedoch gegen die ande­ren Platzhirsche Shutterstock und Fotolia behaup­ten kön­nen wird, muss sich erst zei­gen.
  • Bei iStock­pho­to und Getty Images bahnt sich unter­des­sen der nächs­te Versuch an, die Honorare nach unten zu drü­cken: Getty Connect heißt eine neue Methode, mit der Bilder kos­ten­los „ver­mie­tet“ wer­den und die Fotografen per Klick auf die Bilder bezahlt wer­den. Das gro­ße Mysterium ist jedoch, wie hoch (bzw. genau­er: wie nied­rig) die­se Honorare sein wer­den. Auch die Anzahl der Klicks für die gezahl­te Summe will Getty bis­her nicht nen­nen. Alles sehr omi­nös.
  • Immerhin eine gute Nachricht noch von iStock­pho­to: Die Bilder, die im Rahmen eines „Promotion-Deals“ mit Microsoft ver­schenkt wur­den, sind jetzt ent­fernt wor­den.
  • Nutzt ihr schon den neu­en Canon-Blitz 600EX in Deutschland, der Schweiz oder Österreich (und ggf. ande­ren Ländern)? Das könn­te die­sem Artikel nach ille­gal sein. Meine Anfrage an Canon ist raus, sobald ich mehr weiß, wer­de ich das im Blog pos­ten. [Update 14.02.2013: Wer gründ­li­cher liest, ist klar im Vorteil. In Deutschland, Schweiz, Österreich etc. ist die Nutzung des Blitzes aus­drück­li­ch erlaubt.]
  • Fotolia bie­tet Abo-Kunden jetzt die Möglichkeit, ihr Abo kurz­fris­tig auf­zu­sto­cken, wenn sie in einem Monat mehr Bilder brau­chen als es das Abonnement nor­ma­ler­wei­se erlaubt. Außerdem ist heu­te der kos­ten­lo­se Download der nächs­ten Photoshop-Datei im Rahmen der TEN Collection mög­li­ch.
  • Noch mal Fotolia: Ab sofort wer­den alle Fotolia-Fotos, die per Link oder „Pin It“-Button auf Pinterest gezeigt wer­den, auto­ma­ti­sch als Fotolia-Bilder gekenn­zeich­net und mit allen wich­ti­gen Informationen ver­se­hen. Auf jeden Fall eine Verbesserung gegen­über den Wild-West-Sitten, die bis­her bei Pinterest herr­schen.
  • Shutterstock erhöht die Zahlung pro Referral-Download von 3 auf 4 US-Cent. Dafür wer­den die­se emp­foh­le­nen Fotografen und Kunden nur zwei Jahre lang abge­rech­net, statt wie bis­her unbe­grenzt.
  • Die Bildagentur Bigstock, die vor ca. drei­ein­halb Jahren von Shutterstock auf­ge­kauft wur­de, führt jetzt eben­falls ein Abo-Modell ein. Für mich etwas unver­ständ­li­ch, war­um sich Shutterstock damit selbst Konkurrenz machen will, zumal die Bilder im Grunde größ­ten­teils die glei­chen sind. Der geplan­te Fotografenanteil an den Bildhonoraren star­tet bei 25 US-Cent und steigt in sie­ben Stufen auf bis zu 38 US-Cent pro Download, wenn mehr als 50.000 Downloads inner­halb der letz­ten 12 Monate erzielt wur­den. Unter dem Strich scheint die Vergütungsstruktur damit weni­ger attrak­tiv als bei Shutterstock zu sein, weil die­se bei Bigstock nur vom aktu­el­len Erfolg abhängt, wäh­rend Shutterstock den Gesamterfolg berück­sich­tigt. Vielleicht ist das der Beginn einer neu­en – nach­tei­li­ge­ren – Honorarstruktur auch bei Shutterstock? Bigstock als Testballon, wie die Umsätze und die Reaktionen der Fotografen dar­auf sind?
  • Die Video- und Bildagentur Pond5 hat jetzt eine neue Webseite. Neu sind unter ande­rem grö­ße­re Thumbnails, eine deut­li­ch mehr Suchfilter, unbe­grenz­tes Scrollen und Künstler-Profilseiten.
  • Zum Abschluss heu­te noch ein kos­ten­lo­ses Video von FotoTV*, in dem der Fotograf Jérôme Gravenstein Tipps für gelun­ge­ne Bewerbungsfotos gibt. Viel Spaß beim Anschauen:

Habe ich etwas über­se­hen? Dann bit­te ger­ne in den Kommentaren ergän­zen…

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Stockfotografie-News 2009-03-26

Hier wie­der eini­ge News aus der Welt der Stockfotografie.

  • Fotolia ändert das Preismodell für Vektor-Grafiken. Ähnlich wie bei istock­pho­to wer­den die Vektoren jetzt nach Komplexität aus­ge­preist  von ein­fa­chen Symbolen bis zu auf­wän­di­gen Motiven.
  • Alamy hat sei­ne Umsatzzahlen von 2008 ver­öf­fent­licht. Insgesamt erziel­te die Bildagentur ca. 31,2 Millionen US-Dollar Umsatz. Im Vergleich zu 2006 hat sich das Verhältnis der Einnahmen von RF zu RM von 35%/65% auf 28%/72% zuguns­ten von RM-Fotos geän­dert.
  • Die Ergebnisse die­ser Microstock-Umfrage mit 244 Teilnehmern und Zahlen von 2008 ist als Download hier ver­füg­bar. Sehr span­nen­de Daten: Demnach ver­die­nen die meis­ten Fotografen bei Shutterstock ins­ge­samt am bes­ten, der RPI (Return per Image) sei aber bei istock­pho­to am bes­ten.
  • Der Gründer von Microstock-Anbeiter istock­pho­to, Bruce Livingstone, tritt nach neun Jahren als Geschäftsführer von istock­pho­to zurück. Die Gründe sei­en rein pri­vat, ver­kün­det er in sei­ner Abschiedsbotschaft.
  • Der Bildersuchdienst PicScout prä­sen­tiert sich mit einer neu­en Webseite.

The Future Of Microstock – Vortrag von Bruce Livingstone

Auf der Photokina hielt der Gründer und CEO von istock­pho­to, Bruce Livingstone, am Mittwoch einen Votrag mit dem Titel „The Future Of Microstock“. Passender hät­te der Titel auch lau­ten kön­nen: „The Future Of istock­pho­to“.

Da ich nicht die Erlaubnis bekam, die Rede auf­zu­neh­men und zu ver­öf­fent­li­chen, hier nur eine sinn­ge­mä­ße Zusammenfassung der Rede.

Die Firma istock­pho­to wur­de eher „aus Versehen“ gegrün­det, nach­dem für die Webseite als Bilder-Tauschplattform über 10.000 $ an Server-Kosten anfie­len. Insgesamt hat Bruce Livingstone schon sie­ben Firmen gegrün­det, von denen drei von Getty Images gekauft wur­den.

DIe Loyalität der Künstler zur Agentur ist einer der grö­ßen Erfolgskritieren von istock­pho­to. Dazu tra­gen unter ande­rem die gro­ßen „istocka­lyp­se“-Events und die klei­nen „minilypse“-Veranstaltungen bei. Die nächs­te istocka­lyp­se wird Mitte Januar 2009 in Berlin statt­fin­den. Im Oktober 2008 eröff­net in Berlin schon die Europa-Vertretung.

istock­pho­to ist in Gesprächen mit einem Anbieter, um die Auszahlung von Guthaben in Deutschland zu erleich­tern.

Einige Zahlen aus dem Vortrag:

  • Umsatz von istock­pho­to 2007: 71,9 M $
  • Auszahlungen an Künstler 2007: 20,9 M $ (das sind übri­gens ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt ca. 29% Beteiligung der Künstler)
  • Durchschnittlich alle 1,3 Sekunden wird ein Bild ver­kauft
  • ca. 3,7 Millionen Kunden sind bei istock­pho­to ange­mel­det
  • über 60.000 Künstler sind bei istock­pho­to ange­mel­det
  • der erwar­te­te Umsatz von istock­pho­to für 2012 liegt bei 262 M $
  • pro Monat wer­den ca. 275.000 Bilder hoch­ge­la­den
  • pro Monat wer­den ca. 150.000 Bilder ange­nom­men
  • ins­ge­samt befin­den sich ca. 3,5 Millionen Bilder auf istock­pho­to

Für die Zukunft sieht Bruce Livingstone auf dem Microstock-Markt eine Konsolidierung und wei­te­re Pleiten von ande­ren Microstock-Bildagenturen vor­aus. „Crowdsourcing“ ist für Livingstone ein Muss, um als Microstock-Agentur über­le­ben zu kön­nen.

Die Bildnutzung wird sich immer mehr von Print ins Internet und auf mobi­le Geräte (Handys, PDAs, …) ver­schie­ben. Die Zukunft liegt neben den Fotos in Stock-Videos und Stock-Audio, wobei die Bedeutung von Stockfotos immer wei­ter abneh­men wird.

Dass Microstock-Bilder vor allem klei­ne Unternehmen und Privatpersonen nut­zen wür­den, wie­der­legt Livingstone ein­drucks­voll mit einer lan­gen Liste an bekann­ten Unternehmen wie Nikon, AOL, Time Warner, Discovery Channel, Adobe, Stiftung Warentest und dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, John McCain.

2008/2009 wird sich istock­pho­to ver­mehrt der Entwicklung von Stock-Audio-Angeboten wid­men. 2009 wird istock­pho­to mehr Büros welt­weit eröff­nen und mehr „loka­le Inhalte“ anbie­ten. Das bedeu­tet, dass bei den Suchergebnissen von regio­na­len istock-Webseiten (z.B. istockphoto.de, istockphoto.fr, …) stär­ker die loka­len Begebenheiten berück­sich­tigt wer­den, z.B. die Ethnizität oder berühm­te Wahrzeichen. Das ist eine Technik, die bei Getty Images schon ein­ge­setzt wird und bald zu istock­pho­to „her­über­schwap­pen“ wird.

Das berüch­tig­te Upload-Verfahren von istock­pho­to wird sich so schnell nicht ändern. Während für den Mac schon von eini­gen Programmen ein Massenupload mög­li­ch ist, wird für den PC noch an einem Programm gear­bei­tet. Das Hochladen per FTP schließt Livingstone wegen Sicherheitsrisiken jedoch für die Zukunft aus.

Hilfreiche Stockfotografie-Vorträge auf der Photokina 2008

Während der Photokina 2008 in Köln wird es eini­ge Vorträge geben, die beson­ders für Fotografen mit dem Schwerpunkt Stockfotografie inter­es­sant sind. Einige davon kön­nen sogar ohne Eintritt in der Halle 1 besucht wer­den.

  • Mittwoch, 24.9., 11 Uhr: The Future Of Microstcock (Halle 1)
    Referent wird Bruce Livingstone sein, Gründer und CEO von istock­pho­to. In sei­nem Vortrag geht es unter ande­rem um eine Übersicht über den aktu­el­len Microstock-Markt, erfolg­rei­che Geschäftsmodelle, die Käufer von Microstock-Bildern und wel­che Trends in Zukunft erwar­tet wer­den – als Vergleich Microstock/Macrostock, aber auch wel­che ande­ren Medienarten inter­es­sant wer­den.
  • Mittwoch, 24.9., 14:30 Uhr: „So kom­men sie an gute Modelle“ (Halle 9, fotocommunity-Stand B54/D55)
    Der Foto-Designer Georg Banek erklärt, wie man gute Models fin­det.
  • Mittwoch 24.9., 16 Uhr: „Panoramafreiheit, Prominentenfotografie und der Appell von Perpignan: Fotojournalismus im Paragraphenkorsett?“ (Halle 1)
    Referent ist Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). In sei­nem Vortrag geht es vor allem um recht­li­che Einschränkungen, denen Fotojournalisten häu­fig aus­ge­setzt sind.
  • Donnerstag, 25.9., 12 Uhr: „Von der Bildercommunity zu Gettys Bauchladen – Bildvermarkung in Zeiten des digi­ta­len Lifestyle“ (Halle 1) (Wiederholung am Samstag, 27.9., 11 Uhr)
    Referent ist Thomas Schmidt, Geschäftsführer der Bildagentur medi­cal­pic­tures. Die Fragen sei­nes Vortrags: Wie sieht der Bildermarkt der Zukunft aus? Wie ent­wi­ckeln sich die welt­wei­ten Bilderströme? Wer ver­dient an und mit Fotos? Wie sehen die unter­schied­li­chen Geschäftsmodelle im Zeitalter des Web 2.0 aus?
  • Donnerstag, 25.9., 13 Uhr: „Produktmarketing in Social Media – ohne Fotos geht es nicht“ (Halle 1)
    Referent ist Kai Strieder, Geschäftsführer von pixel­bo­xx, einer Fotoverwaltungsfirma. Er beschäf­tigt sich mit der Frage, wie Fotos im Web 2.0 ein­ge­setzt wer­den und was für Chancen und Gefahren in die­sem digi­ta­len Lifestyle lie­gen.
  • Freitag, 26.9., 12 Uhr: „Bilder der Forschung – Wissenschaftsfotografie in den Medien“ (Halle 1)
    Eine Diskussionsrunde mit dem Leiter der FOCUS-Bildredaktion, Rüdiger Schrader, dem Bildchef der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Bernd von Jutrczenka und Fotografen. Hier geht es dar­um, was Fotografen beach­ten müs­sen, damit sie in Laboren und Forschungseinrichtungen erfolg­reich Fotos machen kön­nen und wor­auf geach­tet wer­den muss, damit die Bilder in Medien Verwendung fin­den.
  • Freitag, 26.9., 17 Uhr: „Berufsfotografie heu­te. Chance und Risiken. Was kön­nen Berufsverbände leis­ten?“ (Halle 1)
    Ein Gespräch mit Lutz Fischmann, Geschäftsführer des Fotografenverbandes FreeLens und Bernd Weise, Geschäftsführer des Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive e.V. (BVPA).
  • Samstag, 27.9., 17:30 Uhr: „‚Mein Foto, dein Recht?‘ Die Urheberrechte des Fotografen“ (Halle 9, fotocommunity-Stand B54/D55)
    Der Rechtsanwalt Amin Negm führt durch recht­li­che Fallstricke der Fotografie.