Schlagwort-Archive: PantherMedia

Ergebnisse der Panthermedia-​Kundenumfrage

Nach Photoshelter (wie hier berich­tet) hat auch die Bildagentur Panthermedia eine Kundenumfrage gestar­tet. Hier eine kur­ze Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Der Bedarf an Print-​Bildern, also Fotos mit hoher Auflösung, stei­ge (ent­ge­gen der Marktprognosen) an.
  • Die Kunden von Panthermedia sind vor allem Unternehmen, die einen kon­stan­ten Bildbedarf haben, wie Agenturen und Verlage. Trotzdem zählt bei die­sen Kunden eher Klasse statt Masse.
  • Die meis­ten Bildkäufer kau­fen bei nur ein bis vier Bildagenturen ein.
  • Unter den Kunden, die zusätz­lich bei ande­ren Bildagenturen ein­kau­fen, bevor­zugt der Großteil Microstock-Agenturen, wäh­rend klas­si­sche RF-​Lieferanten (Macrostock) ins Hintertreffen gera­ten.
  • Bilder aus Microstock-​Agenturen wer­den meist für eine häu­fi­ge und schnel­le Nutzung gekauft, vor allem für den Einsatz im Internet.
  • Die wich­tigs­ten Einkaufskriterien las­sen sich wie folgt anord­nen: Als ers­tes kommt die Qualität, dicht gefolgt von den Preisen. Es fol­gen die Suchfunktionen und die Lizenzbedingungen, gekop­pelt mit der recht­li­chen Sicherheit des Materials.

Tipps von Bildagenturen als PDF

Wer sich bei Bildagenturen bewer­ben will, soll­te wis­sen, wor­auf es inhalt­lich und tech­nisch zu ach­ten gilt. Fast alle Agenturen haben die­se Richtlinien auf ihren Webseiten zu ste­hen. Einige Bildagenturen haben sogar ganz hilf­rei­che PDFs ver­fasst, die über die übli­chen Hinweise hin­aus gehen (aber natür­lich trotz­dem etwas Werbung ent­hal­ten).

  • PantherMedia: Der PantherGuide
  • Photostock: Der Stockguide
  • Adpic: Erfolgreiche Bildvermarktung
  • Imagesource: Starter Kit
  • Moodboard: Tutorial
  • Zoonar: Die 10 häu­figs­ten Bildfehler
  • Arbeitskreis Digitale Fotografie: Digipix 3 – Leitfaden für digi­ta­le Fotografie (zwar kei­ne Agentur, aber für pro­fes­sio­nel­le Fotoproduzenten eine Pflichtlektüre)
  • Getty Images: Die haben auch eine PDF namens „The Big Six Image Guidelines“, aber da fin­de ich den Link gera­de nicht. Dafür sind hier paar Tipps von Getty.

Habe ich noch wel­che ver­ges­sen?

Sind ihr Geld wert: Suchfunktion und Suchwörter

Was sind die Kriterien, die eine Bildagentur von ande­ren unter­schei­det? Die drei wich­tigs­ten sind sicher Preis, Service und das Angebot.

Am wich­tigs­ten ist mei­ner Meinung nach aber ein Unterpunkt von „Angebot“. Das bes­te Bildmaterial nützt nichts, wenn der Kunde nicht das Foto fin­det, was ihm vor­schwebt. Die Suchfunktion ist des­halb mei­ner Meinung nach aus­schlag­ge­bend für den Erfolg einer Bildagentur.

Das wis­sen die meis­ten Agenturen eben­falls und ver­su­chen mit vie­len krea­ti­ven Möglichkeiten, die­se zu opti­mie­ren. Mit Abstand am bes­ten gefällt mir die Suchfunktion des Marktführers Getty Images.

Trotz rela­tiv weni­ger Suchbegriffe pro Foto bin ich mit zwei bis drei Suchwörtern in der Lage, ziem­lich genau das Foto zu fin­den, was ich mir vor­ge­stellt habe. Grundlage die­ses Erfolgs ist ein „kon­trol­lier­tes Vokabular“ gepaart mit einem cle­ve­ren Thesaurus. Zusätzlich kann im Suchmenü nach­träg­lich nach Alter, Anzahl und Ethnien der dar­ge­stell­ten Personen, nach Konzepten, Blickwinkel, Bildtechnik und Komposition des Fotos gefil­tert wer­den.

Doch auch ande­re Agenturen haben hilf­rei­che Ideen zur Verbesserung der Suche. Die Getty-​Tochter istock­pho­to bie­tet eine Copyspace-​Suche, die nur Fotos anzeigt, die an der gewünsch­ten Stelle einen Textfreiraum haben.

Die Schweizer Agentur ImagePoint expe­ri­men­tiert mit einer „Emotionalen Suche“. Auch ande­re Agenturen wie PantherMedia oder Shotshop ver­su­chen, Emotionen abseits der ent­spre­chen­den Suchwörter in die Suche auf­zu­neh­men. Der Haken bei den bis­he­ri­gen System ist jedoch, dass die aus­zu­wäh­len­den Emotionen nur begrenzt sind. „Freude“ ist jedoch etwas ande­res als „Begeisterung“ und „Verlegenheit“ anders als „Angst“.

Ich bin jedoch zuver­sicht­lich, dass sol­che Anfangsschwierigkeiten beho­ben wer­den und viel­leicht gehört eine Emotionensuche bald zum Suchstandard. Die vor weni­gen Jahren noch inno­va­ti­ve Suche nach Farben im Foto ist mitt­ler­wei­le bei vie­len Agenturen zu fin­den.

Das Hauptproblem sind jedoch die Suchwörter, da die meis­ten Kunden ein­fach einen oder zwei Begriffe in die Suchmaske ein­tip­pen und auf pas­sen­de Ergebnisse hof­fen. Die Agenturen, wel­che die Fotografen ihre Bilder selbst ver­schlag­wor­ten las­sen, sind da natur­ge­mäß im Nachteil (Stichwort „Keyword-​Spamming“ und unter­schied­li­che Qualität der Verschlagwortung).

Mittlerweile gehen eini­ge Agenturen dazu über, die Suchwörter zu gewich­ten: Die ers­ten paar Suchwörter wer­den bei einer Suchanfrage bevor­zugt behan­delt. Die Entscheidung, wel­che Wörter stär­ker gewich­tet wer­den sol­len, trifft bei vie­len Agenturen jedoch wei­ter­hin der Fotograf und bleibt somit mit­ver­ant­wort­lich für den Erfolg oder Mißerfolg eines Fotos.

Ich bin gespannt, wel­che Überraschungen die jun­gen, fri­schen Agenturen bei dem Wettrennen um das bes­te System aus „Suchwörtern“ und „Suchalgorithmus“ bereit hal­ten. Dann das ist für mich der Schlüssel einer erfolg­rei­chen Bildagentur.