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Keyword-Analyse: Wie (nicht nur) Bildkäufer suchen

Vor einer Weile wies mich der Schweizer Texter Aurel Gergey auf sein kürz­li­ch ver­öf­fent­lich­tes kos­ten­lo­ses PDF „Keyword-Analyse: Was Kunden wol­len“ hin.

Normalerweise lan­den sol­che unan­ge­frag­ten Vorschläge von SEO-Marketing-Leuten schnell im digi­ta­len Papierkorb, aber der Untertitel der Analyse „Keyword-Tools aus­rei­zen und pro­fi­ta­ble Suchbegriffe fin­den“ lies mich als Fotoproduzent doch auf­hor­chen. Profitabel? Als Vollzeit-Stockfotograf ist mir die Wichtigkeit tref­fen­der Suchbegriffe bewußt und nahm mir die Zeit, die ca. 50 Seiten zu lesen.

Eine gute Entscheidung. Aurel Gergey erklärt in kla­rer Sprache und mit vie­len Beispielen, wie man vor­ge­hen soll­te, um gute Suchbegriffe zu fin­den. Seine Analyse bezieht sich zwar auf die Keywords für Webseiten und Google Adwords und ande­re Werbeprogramme, damit die­se Seiten bei Google pro­mi­nen­ter ange­zeigt wer­den. Aber egal, ob Webseiten oder Stockfotos: Der Mechanismus bleibt der Gleiche.

Auf Seite 12 zeigt Gergey bei­spiels­wei­se, dass ca. 25% aller Leute bei Suchen nur einen Suchbegriff ver­wen­den, über 29% nut­zen zwei Wörter, gefolgt von gut 24%, die drei Wörter ein­ge­ben. Das bedeu­tet, dass 80% aller Suchanfragen mit höchs­tens drei Wörtern erfol­gen. Das Wissen wird wie­der auf Seite 21 inter­es­sant, wenn er die Vorteile von Getrenntschreibung erläu­tert, weil damit mehr Chancen bestehen, bei Suchanfragen ange­zeigt zu wer­den.

Hilfreich sind auch die Ausführungen auf Seite 18 über die Gründe und Möglichkeiten unter­schied­li­cher Schreibweisen. Zum Beispiel wer­de der Arzneistoff Cortison von Ärzten und Fachpersonal mit C geschrie­ben, von Laien jedoch „Kortison“. Je nach­dem, wel­che Zielgruppe ein Foto anspre­chen soll, kann hier bei der Auswahl des geeig­ne­te­ren Begriffs hel­fen.

Generell fin­de ich die PDF hilf­reich, weil sie völ­lig unab­hän­gig von der Stockfotografie die Nützlichkeit von guten Suchwörtern erklärt und auch eine ganz ande­re Herangehensweise auf­zeigt, um auf eben die­se Begriffe zu kom­men. Und da die PDF kos­ten­los ist, kann man nichts fal­sch machen…

Welche Erkenntnisse habt ihr beim Lesen gewin­nen kön­nen?

Das Problem der richtigen Verschlagwortung und Suchbegriffe

Vor paar Wochen gab es im Blog der Bildagentur AGE Fotostock einen Artikel mit dem – frei über­setz­ten – Titel „Ist das das Beste, was Stockfotografen kön­nen?

Zu lesen war eine Polemik, dass vie­le Stockfotografen total unkrea­tiv sei­en und ihnen nur Klischees ein­fal­len wür­den. Als Beispiel wür­de das Thema „Energie spa­ren“ gewählt. Gezeigt wur­den vie­le Fotos von Personen, die Geldscheine und wahl­wei­se eine Energiesparlampe oder einen Stromstecker in der Hand hiel­ten. In der Tat nicht sehr ori­gi­nell.

Als Gegenbeispiel wur­de die­ser Werbe-Clip eines Supermarktes gewählt, der vie­le klei­ne Dinge zeigt, die Energie spa­ren kön­nen:

Tropfende Wasserhähne, recy­cle­te Getränkedosen, Schaltknüppel im Auto, mit der Hand getrock­ne­tes Geschirr, Wäscheleinen und so wei­ter. Diese Positiv- und Negativbeispiele zei­gen zwei Dinge deut­li­ch: Das Problem der Innovation und das der Suchbegriffe. Über den „Widerspruch zwi­schen Originalität und Verkäuflichkeit“ habe ich vor einem Jahr schon geschrie­ben. Deshalb will ich heu­te auf die pro­ble­ma­ti­schen Suchbegriffe ein­ge­hen.

Es gibt genug Bildagenturen, die ein Foto von einem Schaltknüppel ableh­nen wür­den, wenn die Suchbegriffe „Energie“ oder „spa­ren“ dar­in vor­kom­men wür­den. Das glei­che gilt für vie­le Motive des als posi­tiv gelob­ten Videos. Andererseits gibt es in Bildagenturen kei­nen Mangel an sol­chen Motiven. Wer nach Wäscheleine oder Geschirr sucht, fin­det genug Bildmaterial. Es ist nur nicht immer mit „Energie spa­ren“ ver­schlag­wor­tet.

Für die Agenturen ist es immer leicht, nach krea­ti­ven Bildideen zu rufen. Sobald aber die Verschlagwortung etwas krea­ti­ver wird, gibt es Ärger. Bestes Beispiel ist neben der super­kri­ti­schen Agentur istock­pho­to auch Dreamstime, die vor kur­zem ein Programm gestar­tet haben, bei denen Fotografen und Bildkäufer unpas­sen­de Suchbegriffe eines frem­den Fotos mel­den kön­nen und pro erfolg­rei­cher Meldung Geld ver­die­nen. Als Strafe kann es sein, dass der gemel­de­te Fotograf sein kom­plet­tes Portfolio neu ver­schlag­wor­ten muss, nicht nur das bean­stan­de­te Bild.

Da über­le­gen sich Fotografen zwei Mal, ob sie lie­ber ein Suchbegriff zuviel oder zu wenig benut­zen. Ich habe am Anfang mei­ner Verschlagwortung vor paar Jahren noch locker 100–150 Suchbegriffe pro Bild gehabt. Als immer mehr Bildagenturen jedoch ein Limit von maxi­mal 50 Wörtern pro Bild ein­ge­führt hat­ten, habe ich mei­ne Suchbegriffe auf 50 redu­ziert. Mittlerweile nut­ze ich manch­mal nur noch 30–40 Wörter, um ein Foto zu ver­schlag­wor­ten.

Der Grund ist: Es gibt zwei Ansätze bei der Verschlagwortung: Den Long-Tail-Ansatz und den Bestseller-Ansatz:

Der Long-Tail-Ansatz basiert auf der Annahme, dass vie­le sel­ten gekauf­te Produkte in einem Laden zusam­men mehr Umsatz erwirt­schaf­ten als die weni­gen häu­fig ver­kauf­ten Produkte zusam­men. Der Long-Tail-Ansatz wur­de auch schon kon­kret auf den Microstock-Bereich z.B. hier in mei­nem Blog oder hier und hier bespro­chen.

Der Bestseller-Ansatz basiert auf dem Pareto-Prinzip, wel­ches besagt, dass 80% eines Ziels in 20% der Gesamtzeit erreicht wer­den und für die rest­li­chen 20% die ande­ren 80% der Zeit gebraucht wird. In der Wirtschaftswelt wird das Prinzip so for­mu­liert: 20% der Kunden sor­gen für 80% der Umsätze.

Was heißt das kon­kret für die Stockfotografie und die Verschlagwortung?

Wer nach dem Long-Tail-Prinzip ver­schlag­wor­tet, benutzt so vie­le Wörter wie mög­li­ch, in der Hoffnung, dass sich bei die­sen „exo­ti­sche­ren“ Suchbegriffen über die Zeit hin­weg trotz­dem genug Verkäufe ansam­meln, weil es eben weni­ger Fotos mit die­sen spe­zi­el­len Suchbegriffen gibt. Ein gutes Beispiel ist die­ser Bildverkauf, bei dem die Bildredakteurin der FAZ gezielt nach der Farbe „Falunrot“ gesucht hat­te.

Wer den Bestseller-Ansatz benutzt, hält sei­ne Keywords so knapp wie mög­li­ch und nur so aus­führ­li­ch wie nötig. Das hat zwei Gründe: Zum einen suchen die meis­ten Kunden nach ganz ein­fa­chen Begriffen. Die Bildagentur Dreamstime zeigt dem Fotografen an, mit wel­chen Suchbegriffen ein Foto gefun­den wur­de und oft ist es ganz banal: Eine Frau mit Schnupfen? Kunde such­te nach „cold tis­sue“ (wobei „cold“ hier nicht mit „kalt“ son­dern mit „Erkältung“ über­setzt wer­den soll­te). Eine Frau mit Spiegel in der Hand? Suche nach „mir­ror woman“. Mein Lieblingsbeispiel ist das fol­gen­de Foto, was bei Dreamstime bis­her 13x ver­kauft wur­de. Fast immer wur­de nur nach „women“ gesucht:


Da die belieb­ten und häu­fig gesuch­ten Begriffe ja auch beim Long-Tail-Ansatz ver­wen­det wer­den, bleibt die Frage nach dem Vorteil von weni­ger Suchwörtern für den Fotografen? Einerseits hat der Fotograf weni­ger Arbeit bei der Verschlagwortung, ande­rer­seits – und das ist für mich viel wich­ti­ger – erhöht es die Relevanz eines Bildes. Viele Bildagenturen sor­tie­ren die Suchergebnisse nach Relevanz und benut­zen dafür kom­pli­zier­te Formeln, die häu­fig geän­dert und wie ein Betriebsgeheimnis gehü­tet wer­den. Nur Alamy erklärt das Prinzip ihres „AlamyRanks“ deut­li­ch und offen. Es besagt, dass unter ande­rem die Formel „Views / Klicks + Verkäufe“ benutzt wird, um die Suchergebnisse zu sor­tie­ren. Je nied­ri­ger der Wert, desto bes­ser.

Angenommen, Bild A hat vie­le Suchbegriffe, wird des­halb bei einer Suche häu­fi­ger ange­zeigt, aber nicht jedes Mal ange­klickt, weil die ent­fern­te­ren Suchbegriffe nicht zum Bild pas­sen. Bei dem Frauenfoto oben hät­te ich z.B. „Haarschmuck“ als Suchbegriff neh­men kön­nen, weil eine Frau eine Stoffblume im Haar trägt. Wenn jemand nach dem Wort sucht, wird mein Bild ange­zeigt. Aber der gezeig­te Haarschmuck ist dem Bildsucher nicht groß genug im Bild, des­we­gen klickt er es nicht an und kauft ein ande­res.

Bild B ent­hält weni­ger Suchbegriffe, die das Bild aber alle sehr pas­send beschrei­ben. Deswegen wird es zwar weni­ger häu­fig ange­zeigt, aber öfter ange­klickt und gekauft. Sagen wir, Bild A bekommt 20 Ansichten, 15 Klicks und 10 Verkäufe. Der AlamyRank wäre 0,8. Bild B bekommt nur 10 Ansichten, aber 10 Klicks und eben­falls 10 Verkäufe. Der AlamyRank wäre 0,5 und damit vor­teil­haf­ter. Obwohl Bild B nur halb so oft ange­zeigt wur­de und weni­ger Klicks und gleich viel Verkäufe hat, ist der AlamyRank bes­ser und des­halb wird es bei den Suchergebnissen höher und öfter ange­zeigt.

Andere Bildagenturen haben ähn­li­che Formeln. Die Qualität der Verschlagwortung ist dem­nach ein wich­ti­ger Faktor, der beein­flußt, wie pro­mi­nent die eige­nen Fotos bei den Suchergebnissen ange­zeigt wer­den. Da ich anhand mei­ner eige­nen Daten eher der Auffassung bin, dass die Bildkäufer nach weni­gen, aber sehr rele­van­ten Begriffen suchen, ver­schlag­wor­te ich immer öfter nach dem Bestseller-Prinzip statt wie frü­her nach dem Long-Tail-Prinzip.

Das führt jedoch dazu, dass die von AGE Fotostock bemän­gel­te Kreativität den Bildern nicht sicht­bar wird, weil sie nicht in den Schlagwörtern beschrie­ben wird. Oder weil die Bilder wegen „zu gerin­ger Verkaufschancen“ abge­lehnt wur­den.

Wie ver­schlag­wor­tet ihr? Eher kurz oder aus­führ­li­ch? Und wel­che Vor- und Nachteile sehr ihr dar­in?

Top 10 der meistgesuchten Stockfoto-Keywords

Wer mit Stockfotografie Geld ver­die­nen will, soll­te wis­sen, wel­che Motive sich gut ver­kau­fen. Einige Bildagenturen ver­öf­fent­li­chen des­halb regel­mä­ßig ihre Listen mit den Begriffen, die Käufer am meis­ten suchen.

Von Shutterstock gibt es z.B. eine „Top 100“-Liste, die nach meh­re­ren Kriterien sor­tiert wer­den kann,aber auch Bildagenturen wie PantherMedia, ImagePoint oder Digitalstock haben sol­che Statistiken im Nutzerbereich.

Paar am StrandIch habe die Listen der meist­ge­nutz­ten Suchbegriffe von sie­ben ver­schie­de­nen Bildagenturen zusam­men­ge­fasst und die geball­te  „All-Time-Top 10“-Keyword-Liste erstellt:

  1. Familie
  2. Weihnachten
  3. Frau
  4. Menschen
  5. Business
  6. Auto
  7. Wasser
  8. Kinder
  9. Blumen
  10. Mann

Fairerweise muss ich anmer­ken, dass sich „Familie“ und „Weihnachten“ die Spitzenposition tei­len, aber da Weihnachten ein sai­so­nal benutz­ter Begriff ist, habe ich ihn auf Platz 2 ver­wie­sen.

Familie beim Frühstücken
Weitere belieb­te Begriffe (aus den Plätzen 11–30 ohne Sortierung) sind:

  • Erotik
  • Hintergrund
  • Medizin
  • Natur
  • Strand
  • Wellness
  • Büro
  • Arbeit
  • Frühling
  • Musik
  • Ostern
  • Computer
  • Massage
  • Baby
  • Sport
  • blau
  • alt
  • Akt
  • Fußball

Für die Reisefotografen sicher wis­sens­wert: Die meist­ge­such­ten deut­schen Städte sind:

  1. Berlin
  2. Hamburg
  3. München

Wie wür­de wohl ein Foto aus­se­hen, was ALLE der 10 belieb­tes­ten Suchbegriffe ver­eint? Eine Familie in Business-Kleidung im blu­men­de­ko­rier­ten Auto mit Weihnachtsbaum auf dem Dach im Teich ver­sin­kend?

Aber mal im Ernst: Obiges Foto ver­eint allein vier der zehn Begriffe (Frau, Mann, Menschen, Wasser) und drei wei­te­re aus den Top 30 (Strand, Natur, Wellness). Das zwei­te Foto ent­hält gleich die Hälfte der Top 10 (Familie, Kinder, Frau, Mann, Menschen). Es ist also mög­li­ch, vie­le der Begriffe zu einem Foto zu kom­bi­nie­ren.

Übrigens sind auch die Mehrzahl/Einzahl-Formen belieb­te Suchvarianten, also z.B. Kind, Frauen, Blume oder Männer. Die Suchbegriffe „Erotik/Akt“ tau­chen zwar bei den belieb­tes­ten Suchen immer weit vor­ne auf, ver­kau­fen sich aber eher sel­ten. Hier reicht es den Suchern oft, sich an den Suchtreffern zu erfreu­en.

Wie sieht Euer Foto aus, auf das die meis­ten der obi­gen Suchbegriffe zutref­fen wür­den?

Frag den Fotograf: Tipps zur Verschlagwortung

Durch die­sen Blog häu­fen sich Anfragen von Fotografen in mei­nem Postfach, die Fragen an mich haben. Da die­ser Blog nur ein klei­ner Teil mei­ner Arbeit als Fotoproduzent ist, fin­de ich lei­der nicht immer die Zeit, jedem aus­führ­li­ch zu ant­wor­ten. Deswegen picke ich mir für die Rubrik „Frag den Fotograf“ ab und zu eini­ge Fragen her­aus, die ich in grö­ße­rer Runde beant­wor­ten möch­te, damit gleich alle Leser (und Leserinnen) an der Antwort teil­ha­ben kön­nen. Und bit­te, scheut euch nicht. Wer zusätz­li­ch Antworten hat, kann sie ger­ne in den Kommentaren hin­ter­las­sen. Der Fragesteller wird die­se eben­falls lesen.

Mit Lupe im Internet

Dieses Mal schrieb mir ein Fotograf aus Mannheim:

Hallo Robert,
habe mal eine Frage zu Deiner Stock-Fotografie, vor­aus­ge­setzt, Du möch­test mir ant­wor­ten:
Wie sind Deine Erfahrungen im Bereich Verschlagwortung?
Kann man ohne wei­te­res alles in Deutsch bear­bei­ten, oder bringt es Vorteile, das gan­ze von vor­ne­her­ein in Englisch durch­zu­füh­ren.
Wie viel Anlaufzeit hat­test Du, bis Du eini­ger­ma­ßen zufrie­den warst mit den Verkaufsergebnissen?“

Ich ver­schlag­wor­te grund­sätz­li­ch alle mei­ne Fotos in deut­scher Sprache. Zum einen des­halb, weil die meis­ten mei­ner Bildagenturen deut­sche Suchbegriffe akzep­tie­ren und eini­ge Agenturen ver­schlag­wor­ten die Fotos sowie­so selbst. Bei den weni­gen Agenturen, die eng­li­sche Schlagworte ver­lan­gen, bedie­ne ich mich eines Tricks. Ich nut­ze die Übersetzungsfunktion für das kon­trol­lier­te Vokabular einer gro­ßen Bildagentur und kopie­re mir die­se Suchbegriffe.

Wichtiger als die Sprache der Suchbegriffe ist jedoch die Wortwahl. Meine Tests haben bei­spiels­wei­se erge­ben, dass ein Wort in sei­ner ursprun­glü­chen Wortart, vor allem bei Verben und Substantiven, am meis­ten gesucht wird. Deshalb ist  „lau­fen“ als Suchbegriff sinn­vol­ler als „Lauf“ oder „Haus“ nütz­li­cher als „häus­li­ch“. Bei Adjektiven ist ent­ge­gen die­ser Regel lie­ber nach dem Substantiv gesucht, also z.B. „Stärke“ statt „stark“ oder „Größe“ statt „groß“.

Vor weni­gen Tagen habe ich bei einer Bildagentur die Suche eines Kunden ver­fol­gen kön­nen. Dieser such­te erst nach „Größenverhältnis“, fand nur 6 Fotos, ver­such­te es dana­ch mit „Größen“ und erhielt 33 Treffer und erst bei der Suchkombination „groß klein“ erhielt er 353 Bilder zur Auswahl, auf denen es genug Beispiele für das ursprüng­li­ch gesuch­te „Größenverhältnis“ gab.

Auch ande­re Ergebnisse sind inter­es­sant: So ver­kau­fen sich Fotos mit dem Suchbegriff „Flagge“ bes­ser als „Fahne“. Mehr Leute suchen nach „Fotografie“ als nach „Fotograf“. Je län­ger ein Suchbegriff ist, desto sel­te­ner wird er genutzt. Trotz aller Konzeptwörter soll­te die kon­kre­te Beschreibung der Gegenstände auf einem Foto nicht ver­ges­sen wer­den. Wenn ein Verkehrsschild auf einem Foto zu sehen ist, reicht nicht der Begriff „Verkehrsschild“, son­dern auch die dar­ge­stell­te Verkehrsregel soll­te als Suchbegriff genutzt wer­den, z.B. „Parkverbot“, „Vorfahrt beach­ten“ etc.

Einige Bildagenturen hel­fen den Fotografen, indem sie z. B. wie Dreamstime ange­ben, wel­che Suchbegriffe zum Verkauf eines Fotos führ­ten. Ich weiß, dass eini­ge ande­re Agenturen die­se Daten eben­falls intern aus­wer­ten. Es wäre hilf­reich, wenn die­se mit den Fotografen geteilt wer­den wür­den. Shutterstock, Panthermedia, Digitalstock und eini­ge ande­re Bildagenturen zei­gen bei­spiels­wei­se Listen der Suchbegriffe, die am häu­figs­ten von den Kunden genutzt wer­den.

Dreamstime-Keyword-Sales
Regelmäßige Zeitschriftenlektüre trai­niert auch die Sensibilität für die rich­ti­gen Suchbegriffe. Wer sich in einer bun­ten Zeitschrift die Fotos nicht nur anschaut, son­dern über­legt, war­um das Foto gekauft wur­de, fin­det vie­le Informationen. Vor allem im Titel des Textes, Untertitel  oder in der Bildunterschrift ste­hen oft die Worte, nach denen der Bildredakteur gesucht hat, um das Foto zu fin­den.

Im Internet gibt es vie­le hilf­rei­che Programme, die bei der Erstellung oder der Analyse von Suchbegriffen nütz­li­ch sind, zum Beispiel:

  • Photo/Image Keywording Tool erlaubt das Verschlagworten anhand belieb­ter ähn­li­cher Fotos
  • Stocktagger schlägt ähn­li­che Suchbegriffe anhand des „kon­trol­lier­ten Vokabulars“ von Getty Images und istock­pho­to vor
  • Photokeywords erlaubt eben­falls die Suche nach ähn­li­chen Fotos und schlägt pas­sen­de Suchbegriffe vor
  • Findphotokeywords wie das vori­ge Programm, nur viel aus­führ­li­cher, dafür aber häu­fi­ge Nutzung nur gegen Entgelt
  • PicNiche ana­ly­siert Angebot und Nachfrage bestimm­ter Suchbegriffe

Darüber hin­aus gibt es Programme, die zwar nicht für die Stockfotografie erfun­den wur­den, aber hel­fen, das Suchverhalten der Menschen bes­ser zu ver­ste­hen:

Nach die­ser Informationsflut soll­te der Verschlagworter noch mal sein Werk begut­ach­ten und einen Schritt zurück tre­ten. Ist wirk­li­ch jedes der gewähl­ten Suchbegriffe für mein Foto rele­vant? Wenn Dich ein Bildredakteur anru­fen wür­de und jedes Wort mit Dir durch­ge­hen wür­de, könn­test Du jeden Deiner Begriffe glaub­haft ver­tei­di­gen? Wenn nicht, fällt Dein Foto viel­leicht dem „Keyword-Spam“ zum Opfer. Keyword-Spam bedeu­tet, dass sehr belieb­te Suchbegriffe für ein Foto benutzt wer­den, damit es bei Suchen häu­fig ange­zeigt wird, obwohl die­se Wörter nicht zum Foto pas­sen. Das ist bei vie­len Bildagenturen ein Ablehnungsgrund. Vor allem istock­pho­to und Alamy sind in die­ser Hinsicht sehr streng.

Meine Art der Verschlagwortung ist bestimmt nicht die bes­te, aber bis­her bin ich damit klar gekom­men. In regel­mä­ßi­gen Abständen schaue ich in mei­ne und die Statistiken der Bildagenturen, wel­che Suchbegriffe beson­ders beliebt sind und rich­te mei­ne Fotosessions dana­ch aus. Danach nut­ze ich eini­ge der oben ange­ge­be­nen Webseiten, um bei unsi­che­ren Keywords her­aus­zu­fin­den, wel­che Variation am gelun­gends­ten wäre. Danach ver­schlag­wor­te ich das Foto nach sicht­ba­ren Motivteilen (Mann, Tisch, Akte, Telefon, Anzug, …), dann fol­gen die Konzeptwörter (Business, Arbeit, Hektik, Bürokratie, …) und zum Schluss tech­ni­sche Beschreibungen (Freisteller, Studioaufnahme, iso­liert, Textfreiraum, …). Zum Schluß wer­den alle Wörter nach Relevanz geord­net, also die wich­tigs­ten nach vorn, der Rest nach hin­ten.

Nach einer Weile habe ich so einen kom­pak­ten Satz an Suchbegriffen, die ich für neue Fotos schnell über­neh­men kann. Ich mache das mit Copy & Paste in einem Textprogramm, wer will, kann auch Adobe Bridge kom­for­ta­ble dafür ein­rich­ten. Hier eine Anleitung. Wer bequem ist, kann sich sogar fer­ti­ge Keyword-Listen dafür kau­fen.

Puh, das war eine lan­ge Antwort. Jetzt inter­es­siert mich, wie ihr Eure Fotos ver­schlag­wor­tet. Wie ist Eure Vorgehensweise? Was für Erfahrungen habt ihr mit unter­schied­li­chen Methoden gemacht?

Suchwörter-Verbesserungen für Bildagenturen

Die Keywording-Firma KEEDUP hat ein Whitepaper zur Verbesserung der Verkäufe durch opti­mier­te Suchwörter ver­öf­fent­licht. Das eng­lisch­spra­chi­ge PDF mit 10 Seiten kann auf deren Webseite nach einer kos­ten­lo­sen Angabe von Name, Mailadresse und Telefon run­ter­ge­la­den wer­den.

Die Hinweise und Vorschläge rich­ten sich in ers­ter Linie an Bildagenturen, auch wenn es Fotografen nicht scha­det, sich den Text durch­zu­le­sen.