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Frage von Photography Q & A – Welche Blitze nutzt Du?

Im Rahmen mei­ner Rezension des Buchs „Photography Q & A“ hat­te ich euch Leserinnen und Leser zu Fragen in den Kommentaren ermun­tert.

Einige die­ser Fragen will ich in loser Folge beant­wor­ten. Fangen wir mit Manne an, der frag­te:

Nutzt du eher natür­li­ches vor­han­de­nes Licht oder Blitze?
Wenn Blitze, was ist dein Lieblingslichtformer?“

Klare, ein­fa­che Fragen.

Früher hat­te ich Angst vor Blitzen. In mei­nen Augen waren sie unbe­re­chen­bar. Ich foto­gra­fier­te lie­ber Blumen und Landschaften.

Als ich dann jedoch Ende 2005 das ers­te Mal begann, Menschen für Bildagenturen zu foto­gra­fie­ren, nahm ich als Lichtquellen zuer­st auch kei­ne Blitze, son­dern erst wei­ßes Papier als Aufheller für das Tageslicht, dann bau­te ich mir aben­teu­er­li­che Konstruktionen aus bil­li­gen Baustrahlern mit wei­ßen Bettlacken als Diffusor. Im Nachhinein betrach­tet sehr gefähr­li­che, aber unschlag­bar bil­li­ge Aufbauten. Trotzdem hat­ten sie den Vorteil, dass es Dauerlicht war und ich mich nicht um Blitze küm­mern mus­s­te. Schnell merk­te ich aber, dass Halogenlicht von der Farbtemperatur und Lichtleistung unge­eig­net für schö­ne Portraits ist.

Ich kauf­te mir also ein paar Studioblitze und arbei­te­te mich lang­sam in das rich­ti­ge Blitzen ein. Für das Verständnis sehr gehol­fen hat mir neben Tutorials im Internet auch das Buch „Heute schon geblitzt?“, was sich vor allem mit den klei­nen Systemblitzen beschäf­tigt und einem gut die Angst für die­sen heim­tü­cki­schen Lichtwerfern neh­men kann.

Outdoor-Foto
Heute bin ich zwar sicher immer noch kein per­fek­ter Blitzfotograf, weil die Lichtanforderungen der Stockfotografie (hel­les, wei­ches Licht) rela­tiv ein­fach sind und mich nicht aus mei­ner „Komfortzone“ zwin­gen. Trotzdem mer­ke ich, dass ich mich ein Shooting ohne künst­li­che Lichtquellen kaum noch zu pla­nen traue.

Im Studio arbei­te ich immer mit einer gro­ßen Octobox* an einem Studioblitz (500W), meist mit 90 cm Durchmesser, manch­mal auch mit 150 cm.

On loca­ti­on, also in ande­ren Räumlichkeiten als mei­nem Studio neh­me ich immer die­sen Blitzaufbau für ent­fes­sel­tes Blitzen. Von die­sem Aufbau habe ich meist zwei Versionen gleich­zei­tig im Einsatz, mit eine 60x60cm und eine mit 38x38cm-Softbox. Beim Shooting sieht das dann so aus wie hier. Dieser Aufbau hat den gro­ßen Vorteil, dass ich nicht nach Steckdosen suchen muss, nie­mand über Kabel stol­pert und alles so leicht und kom­pakt ist, dass es auch ohne Auto im Koffer trans­por­tie­ren kann. So sieht das dann aus.

Ich lie­be die Lastolite-Softboxen*, sowohl was die wei­che Lichtwirkung als auch den unschlag­bar ein­fa­chen und schnel­len Auf- und Abbau angeht. Da bin ich rich­tig­ge­hend ver­wöhnt und ärge­re mich jedes Mal, wenn ich die wider­spens­ti­gen Stäbe in mein Studio-Softbox frim­meln muss.

Wenn ich kom­plett drau­ßen foto­gra­fie­re, kommt ent­we­der der obi­ge Blitzaufbau mit nur einem Blitz zum Einsatz oder noch öfter ein­fach nur die­ser Ringblitz auf Aufheller und zur Kontrastkontrolle. Gegenüber dem ent­fes­sel­ten Blitzen hat der Ringblitz den Vorteil, dass er bei Wind nicht ein­fach umkippt, dass ich nicht immer bei einem Ortswechsel von eini­gen Metern den Blitz umstel­len oder mit­neh­men muss und er ist auch zusam­men­ge­packt noch mal viel kom­pak­ter.

Wenn ich die Ausgangsfrage gestellt wür­de: Wie wür­det ihr sie beant­wor­ten?

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Verbesserter Blitzaufbau für entfesseltes Blitzen

Vor ca. vier Jahren habe ich hier im Blog mei­nen Blitzaufbau vor­ge­stellt, den ich nut­ze, wenn ich unter­wegs Fotos mache.

Im Laufe die­ser vier Jahre habe ich mich jedoch – hof­fent­li­ch – immer etwas ver­bes­sert. Dazu gehört auch eine Verbesserung mei­nes dama­li­gen Blitzaufbaus. Viele Teile habe ich aus­ge­tauscht oder gegen bes­se­re Versionen ein­ge­tauscht. Deshalb stel­le ich euch heu­te mei­nen ver­bes­ser­ten Blitzaufbau für das ent­fes­sel­te Blitzen vor. Diesen nut­ze ich im Grunde fast immer, wenn ich on loca­ti­on Fotoshootings habe, wenn ich nicht gera­de einen Ringblitz-Adapter nut­ze.

Mein ers­ter Blitzaufbau leg­te vor allem Wert auf gerin­ge Kosten, was lei­der manch­mal zulas­ten der Bequemlichkeit und/oder der Lichtqualität ging. Zusammen kos­te­te alles ca. 200 Euro, wenn man statt der Canon-Blitze und der Pocketwizard-Funkauslöser den Yongnuo Speedlight YN-560 II* (ca. 70 Euro) und Funkauslöser RF-602 C3 (ca. 35 Euro) nimmt. Mein heu­ti­ger Blitzaufbau ist vor allem dafür gedacht, licht­stark und kom­for­ta­bel und gleich­zei­tig trans­por­ta­bel zu sein.

Woraus besteht der Aufbau?

  1. Mini-Compact-Stativ AC 1051 von Manfrotto (ca. 68 Euro). Der Vorteil die­ses Stativs ist, dass es zusam­men­ge­klappt sehr klein ist und trotz­dem auf eine Höhe von bis über 2 Meter aus­ge­fah­ren wer­den kann. Mehrere Stative der glei­chen Art kön­nen für den Transport platz­spa­rend zusam­men­ge­hakt wer­den. Spartipp: Im Dreierpack* kos­ten die Stative nur je ca. 54 Euro.
  2. Schirmneiger Lite-Tite MA 026 von Manfrotto (ca. 32 Euro). Beim die­sem Schirmneiger ist der eben­falls benö­tig­te Zapfenadapter im oben genann­ten Preis ent­hal­ten, bei eini­gen bil­li­ge­ren Angeboten muss er extra gekauft wer­den.
  3. Funkauslöser FlexTT5* und MiniTT1* (nicht im Bild, kommt auf die Kamera) von Pocketwizard (zusam­men ca. 390 Euro). Gegenüber vie­len ande­ren Auslösern haben die­se den Vorteil, dass sie die E-TTL-Blitzsteuerung von Canon bzw. die iTTL-Steuerung von Nikon unter­stüt­zen und garan­tiert zuver­läs­sig aus­lö­sen. Hinweis: Die Links füh­ren zu den Canon-Modellen, hier die Nikon-Variante*.
  4. Canon Speedlite 600EX-RT* (ca. 540 Euro). Günstigere Blitze funk­tio­nie­ren eben­falls, die­ser hat jedoch die größ­te Leistung und unter­stützt E-TTL. Im Bild ist noch der 580 EX II zu sehen, aber da wer­de ich bald auf­rüs­ten. Theoretisch bräuch­te man dann auch den FlexTT5 nicht mehr, da ein Funkempfänger im Blitz ein­ge­baut ist, aber die Reichweite der Pocketwizards ist höher und je nach Geschmack ist es beque­mer, Blitzgruppen zu ord­nen oder den Blitz abzu­stel­len.
  5. LastoLite Ezybox 60 x 60 cm* (ca. 170 Euro). Diese falt­ba­re Softbox gibt es von ver­schie­de­nen Firmen und in unter­schied­li­chen Größen. LastoLite ist eine der teu­re­ren Firmen, dafür las­sen sich deren Softboxen sehr schnell und ein­fach fal­ten und sie „lei­ern“ nicht aus. Der Vorteil der gro­ßen Variante (im Gegensatz zu 38 x 38 cm) ist, dass das Licht wei­cher wird, was gera­de für Stockfotos oft erwünscht ist.

Zusammen kos­tet der kom­plet­te Aufbau ca. 1.200 Euro, was deut­li­ch mehr als die 200 Euro des ers­ten Aufbaus sind. Für den Preis könn­te man fast auch eine trans­por­ta­ble Studioblitzanlage bekom­men. Dafür ist die­se Variante leich­ter, kom­pak­ter und damit ein­fa­cher zu trans­por­tie­ren und beim Fotografieren beque­mer, weil man kei­ne manu­el­le Blitzleistung ein­stel­len muss und das meis­te über die ETTL-Automatik gere­gelt wer­den kann.

In der Praxis nut­ze ich mitt­ler­wei­le auch zwei die­ser Setups, weil bei nur einer Lichtquelle vor allem bei Gruppenfotos doch an der einen oder ande­ren Ecke etwas Licht feh­len kann.

Was nutzt ihr, um ent­fes­selt zu blit­zen?

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Tutorial: Kreatives Blitzen draußen mit dem Porty

Drüben bei der Model-Kartei hat der Hobbyfotograf Bent Jessen ein klei­nes Tutorial ver­öf­fent­licht, wel­ches den Umgang einer trag­ba­ren Blitzanlage drau­ßen (oder auch drin­nen) erklärt. Das ist für den Einstieg ganz hilf­reich, wes­halb ich Bent gefragt habe, ob ich das mit mei­nen Lesern tei­len darf. Am Ende des Artikels gibt es das Tutorial auch als PDF-Download. Ab jetzt schreibt Bent:

Ein por­ta­bler Blitz (auch „Porty“ genannt) ist schon eine fei­ne Sache. Wir wol­len schließ­li­ch nicht nur bei opti­ma­lem Wetter foto­gra­fie­ren. Aber wie setzt man den Porty eigent­li­ch ein? Dazu habe ich die­se klei­ne Anleitung geschrie­ben.

Was man braucht:

Eine Kamera (egal ob digi­tal oder ana­log), in mei­nem Fall eine Nikon D90*, einen exter­nen Belichtungsmesser (am bes­ten digi­tal) mit Blitz-Messfunktion, z. B. einen Gossen Digipro F* und natür­li­ch den Porty, z. B. den Elinchrom anger Quadra*. Grundsätzlich funk­tio­niert die­se Anleitung aber auch mit ande­ren Blitzen, zum Beispiel ent­fes­sel­ten Speedlites.

Los geht’s:

Der ers­te Gedanke, den man sich machen muss, ist, die Verschlusszeit zu bestim­men. Dabei muss man zwei Dinge berück­sich­ti­gen.

Zuerst muss man wis­sen, wel­che Zeit die maxi­ma­le Blitz-Synchronisationszeit der Kamera ist. Diese ist von Modell zu Modell ver­schie­den. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt hier Auskunft. Meine Kamera kann Blitze bis maxi­mal 1/200 Sekunde syn­chro­ni­sie­ren. Das bedeu­tet – ver­ein­facht – fol­gen­des: Bis zu die­sem Zeitwert ist der Verschluss der Kamera voll­stän­dig geöff­net, wenn mit einem Blitz foto­gra­fiert wird. Wählt man eine schnel­le­re Zeit (z. B. 1/250 Sekunde) ist die Kamera bereits im Begriff, den Verschluss zu schlie­ßen, wäh­rend der Blitz noch das Bild belich­tet. Das Ergebnis wäre, dass im Bild schwar­ze Balken auf­tau­chen und Teile des Bildes ver­de­cken. Und das wol­len wir nicht…

Ein Zitat aus Wikipedia:
„Als Blitzsynchronzeit oder Synchronzeit (auch X-Sync) bezeich­net man in der Fotografie die kür­zes­te wähl­ba­re Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurz­zei­tig voll­stän­dig geöff­net ist und das Licht eines Blitzgerätes (Fotoblitz) somit das gesam­te Filmbild bzw. den Bildsensor voll­stän­dig beleuch­ten kann. Die Blitzauslösung ist mit dem Verschluss der­art syn­chro­ni­siert, dass jener voll­stän­dig geöff­net ist, bevor der Blitz beginnt.“

Die zwei­te Sache, die man bei der Wahl der Verschlusszeit berück­sich­ti­gen muss, ist die Zeit, in der man die Kamera noch in der Hand hal­ten kann, ohne zu ver­wa­ckeln. Eine alte Formel besagt, dass die­se Zeit unge­fähr dem Kehrwert der Brennweite ent­spricht. Damals gab es noch kein „Anti- Shake“ und so. Demnach soll­te man bei einer Brennweite von 50 mm einen Wert wäh­len, der unge­fähr die­sem Wert ent­spricht. Man neh­me 1/60 Sekunde.

Wichtig ist auch, dass die ISO- Zahl gewählt wird. Als Beispiel ISO 200.

Messung des Hintergrundlichts

Die ers­te Messung:

Für die ers­te Messung müs­sen die gewähl­ten Werte im Belichtungsmesser ein­ge­stellt wer­den. Dies geschieht in der „Dauerlicht“-Messfunktion. Nachdem die Taste gedrückt wur­de, erhält man einen Messwert, der angibt, mit wel­chen Werten bei dem vor­han­de­nen Licht ein kor­rekt belich­te­tes Foto ent­steht. Bei den Aufnahmen ist die­ser Messwert unse­re „Hintergrund- Helligkeit“. Die Messung soll­te in unmit­tel­ba­rer Nähe eines Fensters (sofern Indoor) vor­ge­nom­men wer­den, da dies die Lichtquelle dar­stellt. Als Beispiel haben wir einen Wert von 8,0 für die Blende erhal­ten und mer­ken uns die­sen Wert.

Und nun?

Nun schal­tet man den Belichtungsmesser in die „Blitz- Messfunktion“ und stellt die Werte ein, die man sich am Anfang über­legt hat (t= 1/60 Sekunde, ISO 200). Drückt man nun den Schalter am Belichtungsmesser, „war­tet“ die­ser auf einen Blitz, sofern der Blitz nicht mit Kabel direkt aus­ge­löst wird. Nun erhält man den zwei­ten Wert, z. B 11,5 (der Wert hängt natür­li­ch von der ein­ge­stell­ten Blitz-Leistung ab). Aus die­sem Wert ergibt sich, ob die Leistung des Blitzes hoch oder her­un­ter gere­gelt wer­den muss, um auf den zuvor gemes­se­nen Wert „ohne Blitz“ zu kom­men.

Wichtig: Nach jedem Griff zum Leistungsregler muss ent­we­der ein­mal der Blitz manu­ell aus­ge­löst wer­den um die Kondensatoren zu ent­la­den oder – sofern der Porty eine Automatik hat – es muss das Bereitschaftssignal der Blitzanlage abge­war­tet wer­den.

Wird nun foto­gra­fiert, erhält man ein Foto mit aus­ba­lan­cier­tem Vorder- und Hintergrundlicht.

Das Foto ist korrekt belichtet, wirkt aber leicht langweilig.
Das Foto ist kor­rekt belich­tet, wirkt aber leicht lang­wei­lig.

Kreatives Blitzen – Variante 1: Ausblenden durch Überbelichtung

Möchte man z. B. bei einem Indoor- Shooting (hier­für ist dies Variante beson­ders geeig­net) etwas mehr Schwung in die Fotos brin­gen, kann man „glei­ßen­des Sonnenlicht“ simu­lie­ren, indem der Hintergrund über­be­lich­tet wird.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­län­gert wer­den. Dabei ent­spricht eine Verdoppelung der Zeit (also von 1/60 auf 1/30 Sekunde) einer Blendenstufe. Bei ein­ge­schal­te­tem „Anti- Shake“ kann man das auch noch hal­ten, ohne zu ver­wa­ckeln.

Der Effekt im Foto zeigt sich dadurch, dass der Hintergrund über­strahlt dar­ge­stellt wird.

Hintergrund 1 Blende überbelichtet (t= 1/30 Sek.)
Hintergrund eine Blende über­be­lich­tet (t= 1/30 Sek.)

Kreatives Blitzen – Variante 2: Abdunkeln des Hintergrundes

Diese Variante eig­net sich beson­ders bei Outdoor- Shootings, wo man einen „dra­ma­ti­schen“ Effekt zau­bern möch­te. Dazu wird das Hintergundlicht redu­ziert und der Blitz dient zur Aufhellung des Hauptmotivs.

Hierzu muss die Verschlusszeit manu­ell ver­kürzt wer­den. Dabei ent­spricht eine Verkürzung der Zeit von 1/60 auf 1/125 Sekunde einer Blendenstufe. Um das Hintergrundlicht noch wei­ter zu redu­zie­ren, kann man die Zeit noch wei­ter ver­kür­zen, jedoch nur bis zur maxi­ma­len Blitz- Synchronisationszeit (mer­ken!).

Das Foto auf die­ser Seite wur­de mit den Werten t= 1/125 Sekunde & Blende 8 auf­ge­nom­men. Achten sie beson­ders auf die Helligkeit des Laubwerks im Hintergrund im Vergleich zu Bild 2 und Bild 3.

Hintergrund 1 Blende unterbelichtet (t= 1/125 Sek.)
Hintergrund eine Blende unter­be­lich­tet (t= 1/125 Sek.)

Man kann zum Ausprobieren auch ande­re Werte als Basis neh­men. Wenn man statt 1/60 Sek. nun 1/30 Sek. als Ausgangswert nimmt („Anti- Shake“ sei dank ist das durch­aus mach­bar) hat man bei einer max. Synchronisationszeit von 1/200 Sek. die Möglichkeit, das Hintergrundlicht um gan­ze 3 Blendenstufen abzu­dun­keln.

Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., eingestellt 1/200 Sek.)
Beispiel mit max. Blitz- Synchronisationszeit (Ausgangswert 1/60 Sek., ein­ge­stellt 1/200 Sek.)

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch ein Hinweis:

Die Fotos in die­sem Tutorial sind direkt aus der Kamera und nur gerich­tet und beschnit­ten. Ich hät­te ger­ne ein „rich­ti­ges“ Modell gehabt, aber die Suche war in der kur­zen Zeit lei­der erfolg­los, des­halb mus­s­te ich impro­vi­sie­ren.

Das Tutorial als PDF könnt ihr hier kos­ten­los run­tern­la­den.

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Ringblitz-Adapter Roundflash und Ray Flash im Vergleich

Seit eini­gen Jahren benut­ze ich bei Außenaufnahmen regel­mä­ßig einen Ringblitz-Adapter als Fülllicht, um einen wei­che­ren, gleich­mä­ßi­ge­ren Look auf mei­nen Fotos zu erzeu­gen. Aus meh­re­ren Gründen kamen „rich­ti­ge „Ringblitze für mich nicht in Frage: Zu teu­er, zu schwer, zu emp­find­li­ch, vor allem, wenn man oft ohne Assistenten arbei­tet.

Deshalb war ich froh, als ich vor knapp drei Jahren einen Plastik-Aufsatz für den Systemblitz fand, der sich „Ray Flash“ nann­te. Er war trans­por­ta­bel, güns­tig (im Verhältnis zu einem rich­ti­gen Ringlicht) und konn­te allei­ne bequem bedient wer­den. Darüber habe ich eine aus­führ­li­che Rezension mit vie­len Beispielbildern im Blog geschrie­ben.


Da Konkurrenz bekannt­li­ch das Geschäft belebt, habe ich mich gefreut, dass es seit eini­gen Monaten eine ähn­li­che Alternative gibt. Diese nennt sich „Roundflash“ und kommt aus Polen. Der Erfinder Bartek Szumilak hat mir freund­li­cher­wei­se eins der ers­ten ver­kaufs­fer­ti­gen Exemplare zum Testen zur Verfügung gestellt und ich muss sagen: Ich bin beein­druckt.

Im Grunde hat der Roundflash die glei­chen Vorzüge wie der Ray Flash, wenn bei­de Adapter mit rich­ti­gen Ringblitzen wie dem Elinchrom Eco* oder dem Linkstar Ringblitz* ver­gli­chen wer­den. Unabhängig vom Stromanschluss, kei­ne Hilfe oder Stative beim Benutzen nötig und deut­li­ch güns­ti­ger. Außen vor las­sen wir mal Makro-Ringblitze, dir nur für Nahaufnahmen aus­ge­legt sind und aben­teu­er­li­che Eigenkonstruktionen, die meist bei Sicherheit, Lichtqualität und Design Minuspunkte bekom­men. Wenn aber der Roundflash und der Ray Flash mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den, sind jedoch vie­le – auch wich­ti­ge – Unterschiede erkenn­bar.

Den Ray Flash hat­te ich ja in einem eige­nen Artikel aus­führ­li­ch beschrie­ben, des­we­gen erst eine Beschreibung des Roundflash:


Der Aufbau des Roundflash gleicht in wei­ten Teilen einer trans­por­ta­blen Softbox wie der Lastolite Ezybox*. Auf dem ers­ten Bild ist er in zusam­men­ge­klapp­ter Form zu sehen. Wenn er auf­ge­klappt ist, wird der Rand mit sechs klei­nen Carbonfaser-Stangen fixiert. Der Durchmesser des Roundflash beträgt auf­ge­klappt ca. 44 cm.


Der Blitz wird oben mit einem Klettband befes­tigt und das Objektiv der Kamera in der Mitte durch das Loch gescho­ben. Gummischnüre sor­gen für den Halt. Das Loch ist für Objektive bis ca. 10 Zentimeter Durchmesser aus­ge­legt, also auch die eher dicke 85mm Festbrennweite* von Canon passt. Im Bild ist unter dem Blitz eine graue Lasche zu erken­nen, die nach unten geklappt wer­den kann, und auch oben ist eine klapp­ba­re Lasche (im Bild unten zu erken­nen), wodurch der Ringblitz-Adapter ver­schie­de­ne Kamera-Blitz-Kombinationen unter­stüt­zen kann. Meine Canon 5D Mark II mit dem 580 EX II Speedlite* pass­te wie ange­gos­sen. Der Zoomring kann gut von hin­ten gedreht wer­den, wer manu­ell fokus­sie­ren will, hat es etwas schwe­rer, aber unmög­li­ch ist es nicht.


Da der Roundflash nur ca. 230 Gramm ohne Hülle wiegt (mit Hülle 270g), habe ich kei­ne Angst, dass der Blitz, der die Last trägt, zusam­men­bre­chen wür­de. Außerdem stützt je nach Aufbauhöhe das Objektiv einen Teil der Last. Der Ray Flash hin­ge­gen ist mit ca. 400 Gramm schwe­rer und hier liegt die Last kom­plett auf dem Blitz, was schon an der Grenze des Zumutbaren ist.

Sowohl Ray Flash als auch der Roundflash unter­stüt­zen die TTL-Blitzmessung, was ein wei­te­rer Vorteil gegen­über vie­len ande­ren Ringblitzen ist. Das AF-Hilfslicht sowie der exter­ne Blitzsensor funk­tio­nie­ren ver­mut­li­ch nicht, weil da der Aufbau vor den Sensoren sitzt. Ebenfalls bei­de Ringblitz-Adapter schlu­cken ca. 1,5 Blenden Licht, wes­halb man beim Blitzgerät manu­ell die­se Blendenwerte hin­zu­ge­ben soll­te.

Der Ray Flash kos­tet ca. 150 Euro*, der Roundflash kos­tet zur Zeit ca. 140 Dollar (ca. 115 Euro) und ist damit etwas güns­ti­ger. Im Internet sind immer wie­der Kommentare über den zu hohen Preis zu lesen, was ich ehr­li­ch gesagt nicht ver­ste­hen kann, ver­glei­che ich die Leistung mit einem ech­ten Ringblitz oder den selbst­ge­bau­ten Varianten, wo ich viel Zeit inves­tie­ren müss­te. Mir ist die­ses wei­che Licht das Geld wert.

Doch genug von den tech­ni­schen Daten. Wie sehen die Fotos aus? Ich habe mit dem Model Daniel eini­ge Testfotos drau­ßen gemacht:


Das Foto habe ich mit mei­nem Canon 24–70mm f2.8-Objektiv * gemacht bei 52mm, ISO 200 und 1/80 Sekunde und Blende 3,5.


Gleiches Objektiv, aber bei 62mm, ISO 100, Blende 3,5 und 1/160 Sekunde Belichtungszeit.

Durch die sehr gleich­mä­ßi­ge, schat­ten­freie Ausleuchtung ist der Roundflash wie geschaf­fen für Stockfotos. Was Fotografen immer wie­der inter­es­siert, ist der Lichtreflex in den Augen. Der sieht beim Ray Flash wegen der gerin­gen Leuchtfläche meist etwas mick­rig aus. Beim Roundflash hin­ge­gen ist er per­fekt rund. Hier eine kom­plett unbe­ar­bei­te­te Aufnahme aus der Kamera in 100%-Ansicht:


Wer ganz gen­au hin­schaut, erkennt, dass es links und rechts einen mini­ma­len Helligkeitsabfall gibt, wäh­rend die Lichtwirkung oben und erstaun­li­cher­wei­se auch unten fast gleich stark ist. Das wird erreicht durch ein raf­fi­nier­tes System mit reflek­tie­ren­dem Material im Inneren.

Roundflash und Ray Flash im Direktvergleich

Nachdem ich bei­de Blitzaufsätze getes­tet habe, sind mir eini­ge Vor- und Nachteile der jewei­li­gen System auf­ge­fal­len.

Im Vergleich zum Ray Flash sind die Vorteile des Roundflash ganz klar die deut­li­ch grö­ße­re Leuchtfläche, die in einem noch wei­che­ren Look als beim Ray Flash resul­tiert. Dadurch sieht auch der Lichtreflex in den Augen viel schö­ner aus.

Durch den etwas fle­xi­ble­ren Aufbau im Gegensatz zum star­ren Plastik des Ray Flash ist ein Blitz für mehr Kamera/Blitz-Kombinationen nutz­bar. Ein wei­te­rer Pluspunkt: Ganz knapp funk­tio­niert bei mir sogar der Blitzaufbau mit einem MiniTT1*-Funkauslöser zwi­schen Kamera und Blitz, was vor allem die Strobisten unter Euch in hel­le Freude ver­set­zen dürf­te, denn so sind Blitzaufbauten mit dem Roundflash und wei­te­ren ent­fes­sel­ten Blitzen mög­li­ch; kabel­los und ohne Steckdose!

Allerdings gibt es auch eini­ge Nachteile: Im Gegensatz zum Ray Flash, der nur auf­ge­steckt wer­den muss, fällt beim Roundflash eine kur­ze Aufbau- und Abbau-Zeit an. Vor allem drau­ßen (Waldboden oder Sandstrand) kön­nen die klei­nen Befestigungsstreben beim Umbau auch leicht ver­lo­ren gehen, wes­halb gleich eine zusätz­li­che Strebe mit­ge­lie­fert wird. Der Abbau ist etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig. Er funk­tio­niert ähn­li­ch wie bei vie­len run­den Reflektoren, die mehr­fach in sich ver­dreht wer­den. Wer sich da nicht traut, mal beherzt zuzu­pa­cken, wird eine Weile rum­fum­meln. Wer voll­kom­men ver­zwei­felt, fin­det hier Hilfe. Wenn er jedoch ver­staut ist, ist er leich­ter und fle­xi­bler, wäh­rend der Ray Flash durch das Plastik sper­rig ist.

Durch den gro­ßen Durchmesser wird der Roundflash an win­di­gen Tagen gut durch­ge­schüt­telt und dann kos­tet es schon etwas Kraft, die Kamera zu hal­ten. Aber alle­mal bes­ser als dar­auf ach­ten zu müs­sen, dass einem Blitzkopf und Stativ umfal­len. Der aus mei­ner Sicht größ­te Nachteil besteht jedoch dar­in, dass die Kommunikation mit dem Model durch den Roundflash stark ein­ge­schränkt ist. Wie ihr am Bild oben sehen könnt, muss das Model in eine gro­ße run­de wei­ße Scheibe mit einem klei­nen Objektiv in der Mitte schau­en. Vor allem wenn sich Model und Fotograf noch nicht gut ken­nen, kann das blöd sein. Wer mit dem Roundflash hin­ge­gen Makroaufnahmen oder Stills foto­gra­fie­ren will, den soll­te das nicht stö­ren.

Sowohl Ray Flash als auch der Roundflash sind durch ihre unge­wöhn­li­che Form bzw. Größe drau­ßen ein ech­ter Hingucker. Das kann man cool fin­den, weil einen die Leute als Fotograf ern­st neh­men oder stö­rend fin­den, wenn alle gaf­fen, wie man das Model foto­gra­fiert. Sucht es euch aus.

Von der Lichtqualität hat für mich der Roundflash auf jeden Fall die Nase vorn, beim Handling ist der Ray Flash hin­ge­gen schnel­ler und beque­mer.

Welche Lichtformer benutzt ihr am liebs­ten und wel­che Vor- und Nachteile haben sie für euch?

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Erste Erfahrungen mit Funkauslösern FlexTT5 und MiniTT1 von PocketWizard

Vor vier Monaten habe ich mir die lang ersehn­ten neu­en Funkauslöser der Firma PocketWizard gekauft, den FlexTT5* und den MiniTT1*. Mittlerweile habe ich sie mehr­mals unter­wegs benutzt und will über die ers­ten Erfahrungen berich­ten.

Im Vergleich zu den alten PocketWizards (Plus II Transceiver*) sind sie nur gering­fü­gig teu­rer, sol­len aber dafür auch die auto­ma­ti­sche Blitzsteuerung (bei Canon E-TTL) beherr­schen. An einer Version für Nikons i-TTL-System wird gear­bei­tet.

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Zuerst fällt auf, dass mit dem – fin­de ich – genia­len Prinzips des Transceivers (Funk-Sender und -Empfänger in einem Gerät) gebro­chen wur­de. Das hat den Vorteil, dass die rei­ne Sendeeinheit bedeu­tend klei­ner kon­stru­iert wer­den kann, aber den Nachteil, dass nicht bei Bedarf schnell auf ein ande­res Gerät gewech­selt wer­den kann. Das ist in der Praxis nötig, wenn die Batterie ver­sagt, ein Gerät defekt ist oder dem Kollegen ein Gerät gelie­hen wer­den soll.

Während in den FlexTT5 (der Empfänger) zwei nor­ma­le AA-Batterien kom­men, benö­tigt der MiniTT1 (der Sender) eine CR2450-Knopfzelle. Die AA-Batterien sind welt­weit immer leicht und güns­tig zu fin­den. Außerdem sind vie­le gute Akkus erhält­li­ch (ich schwö­re auf eneloop-Akkus*). Die Knopfzellen sind zum einen teu­rer und zum ande­ren schwie­ri­ger zu fin­den, vor allem bei ent­le­ge­nen Outdoor-Shootings. Dazu kommt, dass sie nicht als Akkus ver­füg­bar sind und – ähn­li­ch wie bei den vie­len Ladegeräten – nun eine wei­te­re Sorte Energiequellen im Gepäck berück­sich­tigt wer­den muss. (Update: Ich wur­de in den Kommentaren dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die FlexTT5 immer noch als „Transceiver“ genutzt wer­den kön­nen. Das Auch das Batterieproblem wür­de sich damit lösen…)

Beim Aufbau macht sich stö­rend bemerk­bar, dass kei­ne Lasche vor­han­den ist, an der eine Schlaufe befes­tigt wer­den kann. Bei den alten war die Schlaufe sogar dabei. Damit konn­te man die Dinger irgend­wo an den Blitz hän­gen. Klar, wenn die neue TTL-Funktion genutzt wer­den soll, muss der Funkauslöser sowie­so am Blitzfuß befes­tigt wer­den. Aber nicht immer ist das sinn­voll. Zum Beispiel ist die Kombination der neu­en Pocket Wizards mit der Lastolite-Softbox*, die ich unter­wegs ger­ne nut­ze, schwie­rig, da der FlexTT5 tie­fer ist und damit der Blitz nicht mehr rich­tig in die Softbox gescho­ben wer­den kann.

Auch die Benutzung selbst ist kom­pli­zier­ter. Während die alten Pocket-Wizards Knöpfe, über­sicht­li­che Schiebeschalter (Plus II) oder ein ver­ständ­li­ches Display (MultiMax) hat­ten, kom­mu­ni­zie­ren die neu­en Funkempfänger über Blinksignale, die in Frequenz und Farbe vari­ie­ren. Da zum Beispiel das Blinksignal „Funkfrequenz wird erlernt“ (3 kurz grün) mit dem Signal „Warten auf Auslöser“ (kurz grün bli­cken alle 2 Sekunden) sehr ähn­li­ch sind, ist schwer zu erken­nen, in wel­chem Modus sich das Gerät gera­de befin­det.

Früher wur­den bei­de Funkauslöser akti­viert und wenn die Auslöser auf den sel­ben Kanal ein­ge­stellt waren, konn­te es los­ge­hen. Fertig. Das geht auch bei den neu­en Geräten. Aber um die neue E-TTL-Unterstützung zu nut­zen, muss an allen Geräten meh­re­re Sekunden lang ein Testknopf gedrückt gehal­ten wer­den, der eini­ge Testblitze aus­sen­det und die Geräte „kali­briert“. Danach funk­tio­niert das ent­fes­sel­te Blitzen per TTL – wenn die Blinksignale rich­tig gedeu­tet wer­den.

In der Praxis brauch­te ich am Anfang meh­re­re Anläufe, in denen ich die Knöpfe in ver­schie­de­nen Kombinationen ver­schie­den lan­ge gedrückt gehal­ten habe (auch ein Mindestabstand zwi­schen den Geräten muss berück­sich­tigt wer­den), bis ich mir sicher sein konn­te, dass die E-TTL-Erkennung funk­tio­nier­te. Wer genaue­re Einstellungen an den Funkauslösern vor­neh­men will, muss die Dinger sogar via USB an einen Computer anschlie­ßen und eine wei­te­re Software instal­lie­ren. Das nen­ne ich einen Rückschritt.

Selbst wenn E-TTL funk­tio­niert, habe ich bei mei­nen letz­ten Shootings oft gemerkt, dass TTL nicht immer sinn­voll ist. Genau wie sich Joe McNally* gro­ße Mühe gibt, das TTL-System mög­lichst oft und krea­tiv aus­zu­trick­sen, so schal­te­te auch ich schnell auf „Manuell“ um. Das war immer dann der Fall, wenn der Blitz nicht mehr nur als Aufhellblitz benutzt wer­den konn­te, weil es zu dun­kel wur­de. Wird der Blitz zur Hauptlichtquelle, blit­ze ich lie­ber indi­rekt mit gro­ßer Leistung an die Decke, um trotz­dem den wei­chen, mög­lichst schat­ten­frei­en Look zu erzie­len, den Bildagenturen so lie­ben. Nichts gegen schat­ti­ge Bilder, aber mei­ne Motive gehen nun mal mehr in die „hap­py go lucky“-Richtung.

Alles in allem bin ich lei­der ernüch­tert. Am meis­ten stört mich wirk­li­ch die Kommunikation nur über Blinksignale, gefolgt vom Batterie-Risiko. Klar, die Dinger funk­tio­nie­ren. Anstecken und Auslösen geht immer. Aber alles dar­über hin­aus ist umständ­li­cher als vor­her gewor­den.

Welche Erfahrungen habt ihr mit den (neu­en) Pocket Wizards oder ande­ren Funkauslösern gemacht? Welche Vor- und Nachteile habt ihr fest­ge­stellt?

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