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Wie läuft ein Foto-Shooting ab? Mein Business-Team-Shooting als Beispiel

Wow, es ist schon ein drei­vier­tel Jahr her.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist vor allem eins in Erinnerung geblie­ben bei mei­nem letz­ten gro­ßen Shooting: Die brü­ten­de Hitze in Köln, bei der ich die Models genö­tigt hat­te, trotz­dem lan­gär­me­li­ge Hemden zu tra­gen und in einem unkli­ma­ti­sier­ten Büro her­um­zu­sit­zen.

Diskussion in einem dynamischen Business Team mit Tablet Computer im Freien

Großes Shooting“ heißt für mich: Ein Shooting mit mehr als 6 Models, in die­sem 7 Models, mit dabei im Hintergrund mei­ne Kollegin Jasmin, wel­che vor allem Videos gemacht hat sowie ein Assistent.

Die Idee

Uns stan­den eini­ge Schulungsräume in Köln zur Verfügung, wel­che leer rela­tiv unspek­ta­ku­lär wir­ken. Gefüllt mit vie­len Models jedoch ergibt das eini­ge glaub­wür­di­ge Business-Situationen, die wir dar­stel­len woll­ten. Die Räume hat­ten den wei­te­ren Vorteil, dass sie eben­er­dig waren, wir konn­ten also nicht nur innen, son­dern auch drau­ßen vor der Tür foto­gra­fie­ren und somit die spie­geln­den Glasfassaden nut­zen.

Junge Business Frau surft mit ihrem Tablet PC im Internet und nutzt Apps

Die Models

Geplant waren acht Models, es gab lei­der eine kurz­fris­ti­ge Absage, was wir bei der Anzahl der gebuch­ten Models jedoch berück­sich­tigt hat­ten. Mit fast allen Models hat­te ich schon – oft mehr­mals – zusam­men­ge­ar­bei­tet, ich wuss­te also, dass ich mich auf sie ver­las­sen konn­te.

Business Team bei Planung der Finanzen mit Tablet PC am Tisch

Die Gruppe soll­te bunt gemischt sein, sowohl vom Alter, den Haarfarben und Geschlechtern. Das ist uns ganz gut gelun­gen, lei­der ist uns der mul­ti­kul­tu­rel­le Touch durch die Absage des afri­ka­nisch­stäm­mi­gen Models ver­lo­ren gegan­gen.

Den Models habe ich eini­ge Kleidungsvorschläge mit­ge­ge­ben, damit deren Kleidung wäh­rend des Shootings gut zusam­men­pas­sen wird.

Das Thema

Das Thema des Shootings war „Business-Team“ und wegen der Hitze haben wir auf die Jackets, Anzüge und Krawatten ver­zich­tet. Das war eine gute Entscheidung, fin­de ich, weil die Bilder dadurch trotz der Business-Atmosphäre locker und weni­ger for­mal wir­ken.

Die Requisiten

Zur Vorbereitung hat mei­ne flei­ßi­ge Assistentin unzäh­li­ge gene­ri­sche Balkendiagramme, Tortendiagramme, Tabellen, Kursverläufe und ande­re sta­tis­ti­sche Spielereien erstellt, die jedoch auf ech­ten Daten basie­ren, damit sie auch rea­lis­ti­sch aus­se­hen. Wer gen­au hin­schaut, sieht sogar mei­ne Modelverträge, wel­che die Models gleich vor lau­fen­der Kamera aus­fül­len konn­ten.

Tisch im Büro mit Händen und vielen Dokumenten von oben

Die Models wur­den gebe­ten, wenn vor­han­den, ihre Tablet Computer, Aktenmappen etc. mit­zu­brin­gen und wir haben selbst alle unse­re Tablets, Laptops und einen gro­ßen Packen neu­tra­li­sier­ter Kugelschreiber ein­ge­packt. Neutralisiert heißt, dass wir vor­her alle Logos, Markennamen etc. von den Geräten ent­fernt haben, damit die Bilder spä­ter leich­ter zu retu­schie­ren sind.

Die Technik

Zum Einsatz kam mei­ne bewähr­te Kombination aus Canon 5D Mark III*, als Objektiv das Arbeitstier 24–70 mm f2.8 II von Canon*, zwei exter­ne Speedlites* mit pas­sen­der Lastolite-Softbox* und diver­sem Zubehör. Die genaue Zusammenstellung für das ent­fes­sel­te Blitzen könnt ihr in die­sem Artikel nach­le­sen.

Foto: Tim E. Klein
Foto: Tim E. Klein

Um das Licht noch bes­ser len­ken zu kön­nen, war mein treu­er California Sunbounce in der Größe Mini* in der Silber/Weiß-Bespannung dabei und auch hilf­reich. Vor Ort konn­ten wir auch eine Leiter nut­zen für eini­ge Bilder:

Geschäftsleute stehen als dynamisches Team in einer Formation

Die Aufnahme-Daten

Am häu­figs­ten kam die Brennweite im Bereich 40–50mm zum Einsatz, gefolgt von den bei­den Extremen 24mm und 70mm. ISO-Wert war fast immer ISO 200, Belichtungszeit war meist 1/125 Sekunde. Als Blende habe ich meist Blende f/5.0 bis f/7.1 gewählt.

Entgegen mei­ner Predigt, dass sich Hoch- und Querformat-Bilder die Waage hal­ten soll­ten, habe ich dies­mal fast nur hori­zon­tal gear­bei­tet, was sicher auch dar­an liegt, dass sich die­ses Format bei Gruppen ein­fach anbie­tet, wenn ich die Leute nicht über­ein­an­der sta­peln will.

Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)
Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)

Vor dem Shooting

Einen Tag vor dem Shooting haben Jasmin und ich alle Bilder von den Wänden gehängt und die Tische und Stühle so ange­ord­net, wie wir sie brau­chen. Außerdem haben wir liter­wei­se Getränke im haus­ei­ge­nen Kühlschrank gela­gert, damit unse­re Models am nächs­ten Tag bei der Hitze nicht dehy­drie­ren.

Am Shootingtag habe ich die Models begrüßt, sie unter­ein­an­der vor­ge­stellt, falls sie sich noch nicht kann­ten und mir deren Kleidung zei­gen las­sen.

Jedes Model bekam eine Anweisung, wel­che Kleidung er oder sie anzie­hen sol­le sowie eine „Wechselkleidung“, wel­che sie ca. nach der Hälfte des Shootings auf mein Kommando wech­seln soll­ten.

Gruppe Geschäftsleute im Kreis stapelt die Hände zur Motivation

In der Zwischenzeit haben wir mit dem Assistenten das Licht ein­ge­rich­tet und die ers­te Szene mit Requisiten ein­ge­rich­tet.

Das Shooting beginnt

Zuerst soll­ten die Models sich an den Tisch set­zen und die Verträge unter­schrei­ben. Dabei habe ich das Licht mit den Models getes­tet und gleich eini­ge ver­käuf­li­che Fotos gemacht.

Danach habe ich vor allem Szenen vor­ge­ge­ben (Vertragsverhandlung, etc.) und die Models unter­ein­an­der agie­ren las­sen. Zwischendurch habe ich aber manch­mal auch ganz kon­kre­te Aufstellungen vor­ge­ben.

Wichtig ist es, immer die Augen offen zu hal­ten. So durf­te zum Beispiel ein Teil der Models zwi­schen­durch Pause machen und als die­se vor der Tür Smalltalk mach­ten, sah das so gut aus, dass wir das dana­ch gleich als nächs­te Szene über­nom­men haben.

Drei Geschäftsleute stehen im Gespräch miteinander in der Pause vor dem Büro

Zwischendurch habe ich auch eini­ge Videos pro­biert, aber das habe ich schnell wie­der Jasmin über­las­sen.

Mittags gab es eine hal­be Stunde Pause, in der wir Pizza für alle geor­dert haben (mer­ke: hung­ri­ge Models haben grim­mi­ge Gesichter). Danach kam der Kleidungswechsel und wei­ter ging’s.

An die­ser Stelle noch mal einen herz­li­chen Dank an alle Models und die ande­ren Beteiligten, die trotz über 35°C stand­haft bei der Sache waren und sich die Anstrengung nicht haben anmer­ken las­sen.

Nach dem Shooting

Jetzt beginnt der lang­wei­li­ge­re Teil. Die Räume wer­den wie­der her­ge­rich­tet, die lee­ren Flaschen abge­ge­ben und die Daten dop­pelt gesi­chert.

Am nächs­ten Tag mit einer Nacht Schlaf dazwi­schen wer­den die Bilder gesich­tet, sor­tiert und für die aus­ge­wähl­ten Bilder ent­wi­ckelt und von RAW ins TIFF-Format umge­wan­delt. Meinen Capture-One Workflow dazu fin­det ihr hier.

Dann folgt die übli­che Bildretusche, die Verschlagwortung und das Hochladen. Die Models erhal­ten alle eine DVD mit den fer­ti­gen Bildern sowie eini­ge Abzüge (wie hier beschrie­ben).

Mittlerweile fin­den sich die Bilder vom Shooting auf Webseiten und in Werbematerial von Anwälten, Versicherungen, Medien, Unternehmungsberatungen, Weiterbildungsinstituten und so wei­ter.

Die fertigen Bilder

Die Bilder könnt ihr zum Beispiel bei Fotolia* oder Shutterstock* kau­fen, die Videos auch. Zusätzlich habe ich ein ein­mi­nü­ti­ges Showreel mit den bes­ten Ergebnissen erstellt:

Was sagt ihr zu den Bildern?

* Affiliate-Link

10 Tipps für ein gelungenes Shooting (Gastbeitrag)

Die Macrostock-Bildagentur Westend61 bie­tet ihren Fotografen unter ande­rem die Westend61-E-Learning Academy, wo de Fotografen hilf­rei­che Tipps für bes­se­re Shootings und Briefings zu beson­ders gefrag­ten Themen erhal­ten.

Aus die­ser Reihe stellt heu­te – mit freund­li­cher Genehmigung von Westend61 – Michael, Art Director bei Westend61 zehn Tipps für ein gelun­ge­nes Shooting vor. Michael hat mich auch bei mei­nem Supermarkt-Shooting tat­kräf­tig unter­stützt, ich weiß also, dass er weiß, wovon er redet. Los geht’s:

10 Tipps für ein gelungenes Shooting

1. Das Briefing

“Make a dif­fe­ren­ce”! Die krea­ti­ve Idee eines Shootings und die Einzigartigkeit des Themas oder Details der Umsetzung machen den Großteil des Erfolges aus. Daher soll­te vor jedem Shooting ein detail­lier­tes Briefing erstellt wer­den, wel­ches das Shooting beschreibt und die Ziele für den Tag fest­hält. Das Briefing (oder auch Shootingplan) kann ent­we­der nur dem Fotografen und sei­nen Mitarbeitern am Set hel­fen sich zu fokus­sie­ren oder auch als Hilfestellung für die Models genutzt wer­den. Das Briefing soll­te min­des­tens 5–10 “Must Have – Motive” beinhal­ten, also die Topmotive, die man auf jeden Fall beim Shooting rea­li­sie­ren möch­te. Neben der Motivauflistung ist es auch rat­sam, eine kon­zep­tu­el­le Keywordliste ein­zu­bau­en, mit der man am Set spon­tan impro­vi­sie­ren kann. Diese Keywords sind gen­au die Suchbegriffe, unter denen die Endkunden spä­ter die Bilder in den Suchmaschinen fin­den sol­len.

2. Gutes Styling

Grundsätzlich raten wir bei pro­fes­sio­nel­len People-Shootings immer dazu, auch einen Stylisten zu buchen. Oft genug ist es das Styling der Models, das den Erfolg der Bilder zu gro­ßen Teilen aus­macht. Unbedingt vor dem Shooting mit den Maßen der Models und den Größen der Garderobe aus­ein­an­der­set­zen. Zu gro­ße oder zu klei­ne, nicht per­fekt pas­sen­de Kleidung wirkt schnell bil­lig und min­dert den viel­leicht son­st guten Eindruck eines Fotos. Lassen Sie die Models ruhig auch ihre Lieblingsoutfits zum Shooting mit­brin­gen. Zudem ist eine mobi­le Bügelmöglichkeit ist am Set äußer­st rat­sam. Das Styling soll­te je Shootingthema geschmack­voll, pas­send und zeit­ge­mäß sein. Weniger ist oft mehr, daher sind “Basics” oft eine gute Wahl für die Ausstattung der Models. Diese anspre­chend zu kom­bi­nie­ren und mit Accessoires zu gar­nie­ren will gekonnt sein! Grundsätzlich muss man sich gera­de beim Styling vor Augen hal­ten, dass Westend61 Stockbilder fast ein Jahrzehnt auf die welt­wei­te Reise schickt und die Bilder auch noch in ein paar Jahren als Aushängeschild für Fotograf und Agentur die­nen.

3. Haare und Make-Up

Ohne Make-Up (in wel­cher Form und Variante auch immer) funk­tio­niert eigent­li­ch kaum ein People-Shooting. Ausser, man möch­te ein Model in der Situation “der mor­gend­li­che Blick in den Spiegel” foto­gra­fie­ren. Und auch das Styling der Haare darf nicht unter­schätzt wer­den. Die Frage nach aktu­el­ler Haarlänge und -far­be der Models soll­te also nie ver­ges­sen wer­den. Während der Aufnahmen muss immer wie­der ein kri­ti­scher Blick auf Haare (auch Strähnen!) und Make-Up gewor­fen wer­den. Das nach­träg­li­che Retuschieren von Haaren kann sehr zeit­auf­wen­dig sein. Das Make-Up erfüllt in den meis­ten Fällen unter ande­rem die Funktion, die Haut der Models matt und nicht zu glän­zend erschei­nen zu las­sen, Vorsicht also vor zu star­kem Make-Up, das nicht zur Situation und Stimmung passt.

4. Die Technik

Hierzu gäbe es viel zu schrei­ben, aber auf­grund der fast unüber­schau­ba­ren Fülle an pro­fes­sio­nel­ler Kamera-, Licht und Objektivtechnik wür­de dies den Rahmen an die­ser Stelle spren­gen. So banal es auch klingt: Bitte vor jedem Shooting die Technik von A bis Z prü­fen, säu­bern, Akkus laden, Ersatzgeräte und -akkus bereit­hal­ten und wenn mög­li­ch ver­schie­de­nen Optiken zum Set mit­brin­gen. Natürlich ist es oft prak­ti­sch mit Zoomobjektiven zu arbei­ten, aber manch­mal las­sen ein paar Aufnahmen mit Festbrennweiten hun­der­te ande­rer Bilder im Schatten ste­hen. “Make a dif­fe­ren­ce” gilt auch beim Einsatz der Technik!

5. Gutes Auge

Ein gutes foto­gra­fi­sches Auge ist unheim­li­ch wich­tig für das Bildergebnis. Der Bildaufbau soll­te eine eige­ne Dynamik haben, einen “Drive”, den Blick des Betrachters füh­ren. Auch ein pas­sen­des, unter­stüt­zen­des Schärfe/Unschärfe-Verhältnis und mög­li­cher­wei­se Textfreiraum (Copyspace) sind wich­tig für Stockbilder. Hier hilft es, immer wie­der Magazine und Zeitschriften zu wäl­zen und sich ganz­sei­ti­ge und dop­pel­sei­ti­ge Bildnutzungen anzu­schau­en. Wie wer­den Bilder ein­ge­setzt, wann wirkt das Verhältnis von Text und Bild aus­ge­wo­gen? Was gen­au macht ein gutes Bild aus, das einem sofort ins Auge springt und einen begeis­tert?

6. Assistenz und Unterstützung

Ein (kräf­ti­ger?), fleis­si­ger Assistent ist eine wesent­li­che Erleichterung und Unterstützung beim Shooting. Es gibt am Set stän­dig so vie­le Dinge zu beach­ten und zu prü­fen (Licht, Schärfe, Details, Überblick über die Dateien selbst, etc.) dass sich ansons­ten schnell Fehler ein­schlei­chen oder die Kreativität augrund die­ser Arbeiten lei­det. Verlässt man das Shooting, soll­te schon an die­ser Stelle ein Backup der fer­ti­gen Aufnahmen gemacht wer­den.

7. Stay cool!

Locker und cool zu blei­ben ist für das Endergebnis äußer­st wich­tig. Man sieht Bildern ein­fach an, ob sie mit Spaß und Freude ent­stan­den sind oder unter Zeitdruck und Stress. Sollte ein­mal nicht alles wie ursprüng­li­ch geplant ablau­fen, ist Mut zum krea­ti­ven Improvisieren gefragt! Oft ent­ste­hen die schöns­ten und auch brauch­bars­ten Bilder zwi­schen den eigent­li­chen geplan­ten Motiven. Die moder­ne Bildsprache lebt von Echtheit, Authentizität und “unbe­ob­ach­te­tem” Fotografieren. So komi­sch es auch klin­gen mag: Anspruchsvolle Stockbilder dür­fen nicht zu “sto­ckig” aus­se­hen. Natürlich gibt es Ausnahmen und gera­de sehr kon­zep­tio­nel­le Shootings sind und blei­ben Stock-Shootings.

8. Technische Prüfung und Überblick

Am bes­ten direkt mit Funk- oder Kabelverbindung mit dem Laptop/Tablet ver­bin­den. Nur so kann man alles gen­au beur­tei­len und bekommt ein Gefühl fürs Format, die Technik und Details. Ein Shooting nur auf dem Kameradisplay zu beur­tei­len ist sehr ris­kant und man ver­liert schnell den Überblick.

9. Die Models

Das A und O eines jeden People-Shootings. Wirklich. Es sind die Gesichter und Körper der Models, die Endkunden zur Lizenzierung eines Fotos bewe­gen.

10. Wetter

Gerade in unse­ren Breitengraden immer ein Risiko, daher am bes­ten eine “Schlechtwetteroption” ein­pla­nen bzw. 1–2 Tage Puffer für das Shootingdatum ermög­li­chen. Nichts ist frus­trie­ren­der, als im Regen zu ste­hen wenn man für ein Shooting Sonne pur gebraucht hät­te. Hier gilt also: Wetterberichte beob­ach­ten, gen­au vor­pla­nen und not­falls ein Shooting lie­ber ver­schie­ben als es unter ungüns­ti­gen Bedingungen “durch­zu­zie­hen”. Übrigens: Auch bei vie­len Indoor-Shootings ist tol­les Wetter drau­ßen wich­tig für das Endergebnis. Zusätzlich aber immer genug Licht dabei haben!

Fazit

Ein gutes Shooting erfor­dert sehr viel Vorbereitung, eine gute Portion Selbstvertrauen, eine gewis­se tech­ni­sche Sicherheit, einen Spritzer Mut und gute Stimmung im Team den gan­zen Tag lang. Et voi­là!

Viel mehr Tipps gibt es für Westend61-Fotografen hier in der Westend61 Academy.

Jung, aber zeitlos: Shooting einer Business-Frau

Vor einer Weile hat­te ich wie­der eine jun­ge Frau im Studio, die sich direkt per Email bei mir bewor­ben hat­te. Bei jun­gen Frauen lege ich sehr hohe Kriterien an, weil vie­le Mädchen Models wer­den wol­len und daher die „Auswahl“ sehr groß ist und zwei­tens die Themenbereiche etwas beschränkt sind, die glaub­haft mit die­ser Altersgruppe abge­deckt wer­den kön­nen.

Friederike war zum Zeitpunkt der Fotos erst 20 Jahre alt, aber hat ein sehr zeit­lo­ses Gesicht, mit dem sie eine sehr brei­te Alterspanne abde­cken kann, von der Schülerin bis zu Chefin. Das kön­nen nicht vie­le, des­we­gen war es ein sehr schö­nes, pro­duk­ti­ves Shooting.

Ich moch­te auch ihren Vorschlag, eine wei­ße Bluse mit einem roten Pullunder zu kom­bi­nie­ren, weil das Rot schon aus dem Foto leuch­tet und opti­sch eine schö­ne Verbindung zwi­schen Business und Freizeit her­stellt. Eine sehr ele­gan­te Balance. Das Geldschein-Foto oben erin­nert übri­gens dar­an, dass es immer wie­der Anlässe gibt, auch zeit­los schei­nen­de Motive neu auf­zu­set­zen, weil sich doch Details ändern kön­nen. In die­sem Fall wäre das der neue Fünf-Euro-Schein, den ich natür­li­ch gleich in mei­ne Requisiten-Sammlung auf­ge­nom­men habe.

Interessant war auch, dass Friederike etwas eher Unscheinbares konn­te, was nur weni­gen Models gelingt: Sie kann auf Zuruf vie­le ver­schie­de­ne, authen­ti­sch wir­ken­de Handhaltungen aufs Bild zau­bern. Hier ist eine davon.

Hier eine – wenn auch ähn­li­che – ande­re Handhaltung.

Das Bild war wie­der einem der Zufälle geschul­det, die ich mitt­ler­wei­le auf­merk­sam ein­zu­fan­gen ver­su­che, auch wenn sie logi­scher­wei­se nicht vor­her­seh­bar sind. Ich hat­te Friederike gefragt, ob sie etwas trin­ken wol­le und sie bat um einen Tee. Kein Problem, habe ich ihr kurz einen Tee gemacht und ins Regal nach einer Tasse gegrif­fen. Als ich ihr die Tasse an den Shooting-Schreibtisch brach­te und sie trank, fiel mir auf, dass das knal­li­ge Gelb super zum roten Pullunder pass­te und – schwupp – habe ich paar Fotos von der Geschäftsfrau beim Kaffeetrinken gemacht.

Abgerundet haben wir das Shooting durch eini­ge locke­re Portrait-Aufnahmen und eini­ge Bauarbeiter-Fotos, bei denen sie eben­falls sehr über­zeu­gend wirkt.

Beim Fotoshooting neue Dinge ausprobieren und aus Fehlern lernen

Okay, lang­sam habt ihr von die­sem Model sicher genug gese­hen. Er befin­det sich auf dem Cover mei­nes Buchs, wirbt für das Stockfotografie-Forum und wird auch ger­ne in Zeitungen und Werbeanzeigen abge­druckt.

Hheute gibt es aber noch mal die Geschichte hin­ter dem Shooting. Das Model Daniel habe ich über die Model-Kartei.de ken­nen­ge­lernt und weil er nicht der ein­zi­ge ist, mit dem ich über die­se Plattform gewinn­brin­gend zusam­men­ar­bei­ten konn­te, ver­ste­he ich nicht, wie­so sich regel­mä­ßig Models und Fotografen über die Unzuverlässigkeit und Unprofessionalität der dor­ti­gen Mitglieder auf­re­gen. Für mich gibt es kaum eine gute Alternative.

Zum Einsatz kam Daniel das ers­te Mal eini­ge Monate vor­her bei die­sem Universität-Shooting von mir. Sein Aussehen und Lächeln hat mich über­zeugt, wes­halb ich ihn ein zwei­tes Mal gebucht habe, als der Verlag ein neu­es Cover für die drit­te Auflage mei­nes Stockfotografie-Buchs haben woll­te. Nach zwei Frauen auf dem Titel war mal ein Mann dran. Und weil ich Shootingzeit effek­tiv nut­zen möch­te, haben wir neben den Entwürfen für das Cover auch eini­ge ande­re Fotos umge­setzt.

Wie es oft so ist, sind die Bestseller des Shootings ganz ande­re Motive, unter ande­rem die­se eher klas­si­sche Motiv eines Geschäftsmanns.

Das Shooting war übri­gens auch eine ande­re Première. Erinnert ihr euch an den Gastartikel von Jörg Hempelmann, wie man eine Küche für 99 Euro als Requisite nut­zen kann? Das moti­vier­te mich dazu, end­li­ch selbst zu einem Einrichtungshaus zu fah­ren und eben­falls einen Tisch, eini­ge Schränke und Deko-Artikel als Hintergrund zu kau­fen. Witzigerweise kam ich trotz eini­ger ande­rer Artikel auch auf ca. 100 Euro Einkaufskosten. Was ihr oben in den Bildern hin­ten seht, sind die Regale und Aktenordner etc., die ich nicht nur für das Shooting ein­ge­kauft habe. Aber allein das Business-Bild hat die Kosten für den Einkauf um ein Mehrfaches wie­der ein­ge­spielt.

Einen Fehler habe ich jedoch auch gemacht. Obwohl schnell nach dem Shooting klar war, wel­ches Bild das Titelbild mei­nes Buches wer­den wür­de, habe ich in mei­ner Routine auch das Titelbild zum Verkauf bei Bildagenturen ange­bo­ten. Das führ­te dazu, dass kürz­li­ch ein win­di­ger Geschäftsmann das glei­che Bild für ein Ebook mit fast dem glei­chen Titel ver­wen­det hat­te. Das Ebook hat aber einen höhe­ren Preis, deut­li­ch weni­ger Seiten und – ich leh­ne mich da sicher nicht zu weit aus dem Fenster – ist auch inhalt­li­ch weni­ger gehalt­voll. Trotzdem könn­te es zu Verwechslungen füh­ren, die mei­nem Ruf sicher nicht nütz­li­ch sind. Deshalb: Wenn ich beim nächs­ten Buch schon ein extra Shooting für das Cover mache, wird das Siegerbild auch exklu­siv dafür ver­wen­det wer­den.

So lie­be ich mei­ne Shootings: Einige neue Dinge aus­pro­biert, lukra­ti­ve Motive fest­ge­hal­ten und aus Fehlern ler­nen kön­nen.

Was war euer größ­ter Fehler in der Stockfotografie?
Kommentiert, damit wir gegen­sei­tig davon ler­nen kön­nen.

Immer noch betrügerische Scam-Mails an Models im Umlauf

Ich hat­te schon vor vier Jahren an die­ser und die­ser Stelle vor Scam-Mails gewarnt, wel­che Models und Fotografen betrü­gen wol­len.

Da gera­de wie­der die nächs­te Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ anläuft und Models immer noch berich­ten, dass sie sehr frag­wür­di­ge Jobangebote bekom­men, die ein­fach zu gut klin­gen, um wahr zu sein, möch­te ich wie­der kurz ein Beispiel vor­stel­len, was ich hier im Forum der Model-Kartei gefun­den habe.

Die Masche des Tricks funk­tio­niert im Prinzip immer gleich, nur die Details ändern sich. Der Ablauf sieht meist so aus:

  1. Ein angeb­li­cher Fotograf, fast immer aus dem Ausland, fragt ein Hobby-Model, wel­ches sich bei der Model-Kartei, Stylished, Facebook oder einer ande­ren Plattform ange­mel­det hat, kurz per Privatnachricht o.ä., ob es Interesse an einem Shooting habe.
  2. Wenn das Model Interesse bekun­det und nach Details fragt, kommt eine sehr aus­führ­li­che Mail, in denen vie­le tol­le Sachen und ein hohes Honorar ver­spro­chen wer­den. Diese lau­tet z.B.

Hello [Name des Models],
Thank for your inte­rest and Nice rea­ding from you,here is more infor­ma­ti­on about the assi­gn­ment is a £1600 pay Fashion job (Assignment) for you, My cli­ent wants to update her Catalog with her new year release Fashion out­fits and to host one of the 2013 model event with her new fashion from Italy this assi­gn­ment is to encou­ra­ge the upco­m­ing models in the indus­try she is affi­lia­ted with the Academy Art, you don’t have to be worried about your expe­ri­en­ce or pre­sent look becau­se we have spe­cia­list sty­list and make artist who will bring the real beau­ty out of you, I’m a pro­fes­sio­nal photographer/Manager with 7years expe­ri­en­ced :). Find all details for the job below..

Job Location
The shoo­ting will hold at a ren­ted pho­to­graph­ers stu­dio in your loca­ti­on, so you don’t have to worry about tra­ve­ling ‚the name and address of the stu­dio will be for­war­ded to you befo­re the date of the shoo­ting, all make up will be taken care of in the stu­dio. You can come along with any body of your choice on the day of the shoo­ting, your mum, dad, fri­end, body-guard any­bo­dy you wish to come with just for you to feel more com­for­ta­ble.

Job details
You have 12 dif­fe­rent Fashion out­fits to cover,which would be pro­vi­ded by our cli­ent on the day of the shoo­ting.

Types of cloths
Jeans and Jackets

Name of cli­ent
[Name einer seriö­sen US-Designerin inklu­si­ve deren Webseite]

Company Name/Designer
[Name einer seriö­sen Designerin inklu­si­ve deren Webseite]

Job per­cen­ta­ge
The total pay for the jobs is £1600 as your part pay­ment befo­re the shoot to assu­re you that the job is yours and for you to get the necessa­ry thing you nee­ded for the shoot . Shooting Date the date for the shoo­ting is not fix,i will have to make arran­ge­ment for that ahead from now,I will email you the exact date for the shoo­ting a week befo­re as soon as the arran­ge­ment is com­ple­ted with our cli­ent.

Requirements
Very Attractive, Classy, In Great Shape, Extremely Outgoing & Personable, out spo­ken, Must be Reliable.

Payment Policy
As part of my working poli­cy and ethics,i recei­ve part pay­ment from any cli­ent befo­re I pro­ceed with any job and balan­ce imme­dia­te­ly after the shooting,this is to iden­ti­fy a serious cli­ent and ascer­tain the job,I hope you com­pre­hend this fact.

I will keep you updated as to when our cli­ent wants to make upfront pay­ments

Expectation
you need to have good and attrac­tive poses .(start prac­ticing) Basically this is all requi­red of you,for your make up my cli­ent will be taken care of it,you don’t have to be bother for any make up,please get in touch with me if you will take the job and we can go from there,just let me know if you will take the job to com­men­ce with next arran­ge­ment.

Do send your recent pic­tu­re to me .

My home­page
[erwäh­ne ich mal nicht, sieht aber schick aus]

Please I’d like you to check your email on a regu­lar bases, I might have updates for you..

Thank And God Bless You …“

3. Es ist jetzt egal, was das Model ant­wor­tet. WENN es ant­wor­tet, bekommt es auf jeden Fall die Zusage für den „Job“, wel­che unge­fähr so aus­sieht:

Hello [Name des Models],

I’m glad to inform you have read back from my cli­ent and she was plea­sed by working to work with you for the cata­log shoot and assu­red me that part pay­ment will be mai­led to you, until you recei­ve
and con­firm pay­ment we will not shoot, your total pay for the job is £1,600 and part pay­ment will be mai­led to you first and the balan­ce after the shoo­ting, i hope you under­stand ? Send me your pay­ment
details as to which our cli­ent is to mail out your part pay­ment to you in the form below

Your Full Name ( As it will be writ­ten on Cheque) :.….….….….…
Full Address :.….…..
Home Phone #.….….….….….…
Cell Phone.….….….….….…..
Age :.….….….
Height:.….……
Weight.….….…
Waist.….….….
Shoe Size.….….
Waist size.….…
Clothing Size:
Burst size.….….
Outseam.….….…
Inseam:.….….…
Suit/Jacket:.….…
Shirt/Nec.….……
Shoe Size.….…..
Any Exscort (If Yes Who?)

All Your infor­ma­ti­on will be well kept,Also she said after we con­firm the part pay­ment, we will all have a fixed date and loca­ti­on for the shoo­ting that best fits. Make-up, hair etc would be taken cared of at
the Studio as we are pre­sent­ly deli­be­ra­ting with some stu­dio agents over loca­ti­on, remem­ber you can come along with anyo­ne of your choice.You have 12 dif­fe­rent fashion out­fits to cover as i alre­a­dy
men­tio­ned which would be pro­vi­ded by our cli­ent on the day of the shooting.most type of clot­hing will be Jeans and Jackets Regards your poses just be prac­tice the one you know for now as time goes on befo­re
the shoo­ting date the­re will be someo­ne to prac­tice with you and teach you more pose and sty­les that will suit the shoot as i know you are pro­fes­sio­nal too.,as you know this cata­log will publish world wide this may be your open way oppor­tu­ni­ty. I hope all is well sta­ted, make sure you get back with requi­red pay­ment details at once thank you.

Regards,
Peter“

Wie funk­tio­niert der Betrug?

Ganz ein­fach: Der Täter schickt wirk­li­ch vor­ab einen Scheck, sogar mit einer höhe­ren Summe als in der Email ver­ein­bart. Kurz dar­auf kommt eine Nachricht, dass man ver­se­hent­li­ch zuviel Geld geschickt habe und das Model die Differenz auf ein Konto (oder via Moneybookers oder Western Union o.ä.) über­wei­sen sol­le. Das Model macht das brav, weil es ja den gut­be­zahl­ten Modeljob haben will. Kurz dar­auf teilt die Bank dem Model mit, dass der ers­te Schick nicht gedeckt sei und das Model des­halb kein Geld bekom­me. Das über­wie­se­ne Geld ist aber weg!

Was soll­te das Model stut­zig machen?

Ein angeb­li­ch Fotograf will für ein Shooting in den USA ein deut­sches Model buchen und in bri­ti­schen Pfund? Das klingt schon mal komi­sch. Und selt­sam, dass der angeb­li­ch eng­li­sche Muttersprachler so vie­le Schreibfehler in sei­nen Nachrichten hat. Außerdem sind £1.600 ca. 1.850 Euro, das ist eine Tagesgage, wel­che selbst Topmodels nei­di­sch wer­den lie­ße. Bei sol­chen Summen wer­den Models auch nicht mehr nur „nach Fotos“ gebucht, son­dern es fin­den immer Castings statt. Generell kann der Betrüger in sei­ner Mail so vie­le, tol­le, schö­ne Sachen (Flug, Unterkunft, Verpflegung umson­st, Modeltraining etc.) ver­spre­chen wie er will, weil es sowie­so nur um den fal­schen Scheck geht und dana­ch kein Shooting statt­fin­den wird.

Die im Text erwähn­ten rea­len Firmen und Designer habe ich übri­gens kon­tak­tiert und die­se bestä­tig­ten mir, dass sie mit die­sen Mails nichts zu tun haben.

Welche Varianten des Betrugs gibt es?

Da die Art des Auftrags voll­kom­men egal ist und das Ziel des Betrügers nur ist, dem Empfänger einen glaub­haf­ten Grund zu geben, ihm einen unge­deck­ten Scheck zu schi­cken und um eine Rücküberweisung des zuviel gezahl­ten Geldes zu bit­ten, kann er viel erzäh­len. Fotografen wer­den mit fürst­li­chen bezahl­ten Bikini-Shootings auf einer Karibik-Insel gelockt, Visagisten wird eine Zusammenarbeit mit Top-Models ver­spro­chen, Tänzern wird erzählt, dass sie einen gro­ßen Auftritt in einem renom­mier­ten Haus bekä­men und so wei­ter.

Wie soll mit sol­chen Mails umge­gan­gen wer­den?

Löschen und ver­ges­sen. Ganz ein­fach.

Habt ihr auch schon sol­che Mails bekom­men? Wie habt ihr reagiert?