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Stockfotografie-Quick-Tipp 1: Geldscheine stehen lassen

Ein erfolg­rei­ches neu­es Jahr wün­sche ich euch allen!

Das neue Jahr möch­te ich mit einer neu­en Rubrik begin­nen, wel­che haupt­säch­li­ch aus kur­zen „Making-Ofs“ oder schnel­len Tipps besteht, die für mich im Alltag ganz prak­ti­sch sind und euch viel­leicht auch hel­fen, aber die nicht immer einen lan­gen Blog-Artikel fül­len wür­den: Den „Stockfotografie-Quick-Tipps“.

Beginnen wir mit einem der belieb­tes­ten Stockfoto-Themen, dem Geld. Wie schaf­fe ich es eigent­li­ch, dass die Geldscheine so schön auf­recht ste­hen wie auf die­sem Foto?

Frau als Makler mit Haus und Dollar
Nun, zuer­st wer­den die Geldscheine natür­li­ch „gewa­schen“, in unse­rem Fall ein­ge­sprüht und glatt gebü­gelt:

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Damit die Geldscheine im Fächer auch auf­recht ste­hen, hal­ten wir ein­fach einen Stift dahin­ter. Der Euroschein auf dem Making-Of-Foto hin­ge­gen ist eher eine sym­bo­li­sche Stütze… 🙂

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Just Handy-Pics 2

Mein ers­tes Handy hat jetzt drei Jahre auf dem Buckel und es wur­de Zeit, auf den neus­ten Stand der Technik auf­zu­rüs­ten. Dabei ist mir auf­ge­fal­len, dass ich hier im Blog mei­ne Handy-Serie etwas ver­nach­läs­sigt habe.

Deswegen kommt heu­te als Reminiszenz auf das alte Handy noch eine Auswahl mei­ner bes­ten alten Handyfotos (kei­ner Angst, die Familienfotos habe ich nicht berück­sich­tigt), bevor ich euch das nächs­te Mal mit einen Berg Instagram-Bilder zuschüt­ten beglü­cken kann. Zwar gehe ich nicht so weit wie Martin Gommel, der sich zwangs­wei­se sei­nem iPho­ne ver­schrie­ben hat, aber es ist schon echt bequem, sei­ne Kamera wirk­li­ch immer immer immer dabei zu haben.

Ich komm nicht davon weg: Auch bei Handy-Schnappschüssen darf der berühmt-berüchtigte „Daumen nach oben“ nicht feh­len. Immerhin ist das Foto* nicht gestellt.

Dafür hier ein tie­fer Griff in die Klischee-Kiste. Vielleicht soll­te ich das Bild bei Pinterest pos­ten?

Das Bild des Briefkastens kann übri­gens hier kos­ten­los bei Pixelio her­un­ter­ge­la­den und redak­tio­nell genutzt wer­den, wenn ihr euch an deren Lizenzbedingungen hal­tet.

Wie oft nutzt ihr euer Handy zum Fotografieren?

* Affiliate

Im Theater fotografieren: „Glazba“ beim Kroatisch-serbisch-deutschen Festival

Vorgestern war ich wie­der im Theater. Genauer: In einem Tanztheater. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Theaterszene Europa – En kroatisch-serbisch-deutsches Festival“ im Juni 2011 gab es in der Studiobühne eine Aufführung von „Glazba“. Produziert wur­de das Stück von „eks­ce­ne“, einer unab­hän­gi­ger Organisation mit dem Schwerpunkt zeit­ge­nös­si­scher Tanz, die Choreografin war Isabelle Schad aus Berlin.

Was auf dem Foto oben so wild aus­sieht, ist der Versuch von Tänzern, „Tanz zu schrei­ben, indem der Körper als Instrument begrif­fen wird“ (Zitat Veranstaltungsheft). Müsste ich das Stück beschrei­ben, wür­de ich sagen, dass neun Frauen und vier Männer ent­we­der ein­zeln, in klei­nen Gruppen oder gemein­sam sich mal schnell und mal lang­sam ele­gant durch den Raum bewegt haben. Es sah gut aus und ich glau­be, es gab kei­ne Geschichte dahin­ter, die ich über­se­hen hät­te.


Tänze zu foto­gra­fie­ren, ist  aus Fotografensicht meist sehr loh­nend und ergie­big, weil die Tänzer gute Körperspannung haben und meist auto­ma­ti­sch beim Tanzen foto­ge­ne Posen ein­neh­men. Wie ihr an die­sem Foto sehen könnt, war es jedoch etwas schwie­ri­ger als son­st, weil es kei­ne sym­me­tri­sche Choreographie, son­dern das Ensemble mehr wie ein Ameisenhaufen wirk­te: Sieht aus wie Chaos, hat aber System.

Durch die schein­bar feh­len­de Struktur des Stücks gab es vie­le foto­ge­ne Momente, die zu uner­war­tet kamen oder an ande­rer Stelle auf der Bühne als dort, wohin ich gera­de mein Objektiv gerich­tet hat­te.

Irgendwann dach­te ich mir, dass sich Tanz ja durch die Bewegung defi­niert. Da lag es nahe, zum bewähr­ten Hilfsmittel zu grei­fen, um Bewegung fest­zu­hal­ten: Der Langzeitbelichtung. Die ver­wisch­ten Bilder habe ich mit Belichtungszeiten zwi­schen 1/6 und 1 Sekunde auf­ge­nom­men. Die Kamera habe wäh­rend des gesam­ten Shootings mit einem Einbeinstativ sta­bi­li­siert, wes­halb die Personen im Hintergrund auch trotz­dem scharf abge­bil­det wer­den.

Da mir das Ergebnis gut gefiel, pro­bier­te ich noch eini­ge Einzelaufnahmen von ver­schwom­me­nen Tänzerinnen. Leider waren die­se „Solodarbietungen“ oft ohne Musikbegleitung. Mit ande­ren Worten: Es herrsch­te Stille im Saal. Ich woll­te das zah­len­de Publikum nicht zu sehr mit lau­ten Auslösegeräuschen ner­ven, wes­halb mir nichts ande­res übrig blieb als manch­mal gute Chancen unge­nutzt ver­strei­chen zu las­sen.

Ein ande­rer Fotograf neben mir hat­te sei­ne Kamera klu­ger­wei­se in eine Art Stoffbeutel gepackt, um den Auslöser zu dämp­fen. Da soll­te ich mich das nächs­te Mal bes­ser vor­be­rei­ten. Die Canon 1D Mark III hat auch einen „Silent Mode“, die 5D Mark II lei­der nicht.

Das Fotografieren des Stücks zer­riß mich übri­gens fast inner­li­ch. Zum einen dach­te ich stän­dig: „Wow, die machen tol­le foto­ge­ne Bewegungen, die hät­te ich ger­ne mal im Studio“, aber gleich­zei­tig immer auch: „Mist, das sah toll aus, aber jetzt haben sie sich schon wie­der bewegt, kön­nen die nicht mal still hal­ten?“.

Welches Foto fin­det ihr am bes­ten? Und habt ihr einen Tipp für eine Geräuschdämmung an mei­ner Canon 5D Mark II?

Tutorial: Geniale Tropfenfotos selbst machen

Vor paar Monaten ent­deck­te ich im Newsstream mei­nes Facebook-Accounts paar wirk­li­ch coo­le Fotos. Im Grunde sehr sim­pel: Bunte Tröpfchen, die ins Wasser fal­len. An sich nichts Neues. Aber: Der Fotograf Daniel Nimmervoll per­fek­tio­nier­te die­se Art der Fotos immer wei­ter, bis aus den ein­fa­chen Tropfenfotos plötz­li­ch kom­ple­xe Wassergebilde wur­den. Deshalb habe ich ihn gefragt, ob er uns ver­ra­ten möch­te, wie er gelernt hat, sol­che genia­len Bilder zu machen:


Deshalb heu­te Vorhang auf für den Gastartikel von Daniel Nimmervoll:

______ab hier schreibt Daniel____ 

Mein Name ist Daniel Nimmervoll, ich bin aus Österreich und foto­gra­fie­re nun seit drei Jahren. Ich wür­de mich als ambi­tio­nier­ter Hobbyfotograf bezeich­nen. Seit zwei Jahren ver­su­che ich mich auch in der Stockfotografie. Bisher begeis­ter­te mich die Makro-Fotografie, vor allem Insekten haben es mir ange­tan. Doch seit neu­es­tem bin ich einer neu­en „Sucht“ ver­fal­len.

Im Dezember 2010 stieß ich zufäl­lig auf die­sen Thread im DSLR-Forum und habe mir dabei prompt den Tropfenvirus ein­ge­fan­gen. Dieser Thread ist für mich beson­ders, weil sich hier alle gegen­sei­tig wei­ter­hel­fen. [Anmerkung R. Kneschke: Der Thread ist wirk­li­ch sehr lesen­wert und ein Paradebeispiel für das Lernen von Fototechniken im Internet] Fast alle geben ihre Erfahrungen preis und tei­len sie mit ande­ren. Das möch­te ich heu­te auch. Wie mache ich mei­ne Tropfenfotos?


Mein Aufbau

Angefangen habe ich mit einem nor­ma­len Infusionsset. Da ist aber das Timing recht schwie­rig. Deshalb habe ich mir den Stopshot von Cognisys zuge­legt. Damit lässt sich jeder Tropfen per­fekt auf Millisekunden gen­au ein­stel­len. Ein Magnetventil öff­net sich z. B. für 50 ms (Damit wird der 1. Tropfen erzeugt. Ist die Zeit kür­zer, wird er klei­ner), ist dann für z. B. 90 ms geschlos­sen und öff­net sich dann noch­mal für z. B. 44 ms für den 2. Tropfen. Das lässt sich mit dem Controller ein­stel­len. Wenn der 2. Tropfen nun die Lichtschranke pas­siert hat, löst z.B. nach 120 ms die Kamera aus.

Damit kann man sich wesent­li­ch bes­ser auf die Formen und das Licht inkl. der Farben kon­zen­trie­ren.

Für die Beleuchtung ist es wich­tig, dass man Blitze ver­wen­det, die eine sehr kur­ze Abbrenndauer haben, um die schnel­len Bewegungen ein­zu­frie­ren. Ich ver­wen­de dazu den Canon 580 EX II* und wei­ters hab ich mir zwei gebrauch­te Canon 540 EZ gekauft. Hier ist es wich­tig, die Leistung auf 1/32 oder 1/64 bzw. 1/128 zu dros­seln. Dadurch erreicht man die Abbrennzeiten von <1/10000 sek. Die Kamera stel­le ich dabei auf ISO 200 und ver­wen­de die Blende 16, um genü­gend Schärfentiefe zu bekom­men.

Die Wanne besteht aus Plexiglas und soll­te mög­lichst flach sein (z.B. so eine*). Optimaler Wasserstand ist 1,5 bis 2,5 cm. Meine Wanne ist 85 cm lang. Je län­ger die Wanne ist, umso fla­cher kann man die Tropfen foto­gra­fie­ren ohne den Rand hin­ten bzw. vor­ne zu sehen. Die Wanne könn­te also auch noch län­ger sein. Um das Licht wei­cher zu machen, steht vor den hin­te­ren Blitzen eine mat­te Plexiglasscheibe. Hier muss man etwas expe­ri­men­tie­ren, um ein schö­nes Licht zu bekom­men. Bereits klein­s­te Veränderungen kön­nen eine gro­ße Auswirkung haben. Zum Beispiel wie schräg die Plexiglasscheibe steht, wie weit die Blitze ent­fernt ste­hen oder wel­che Brennweite bei den Blitzen ein­ge­stellt ist.

Auf dem Bild ist mein Canon Speedlight 580 EX II* mit einem selbst­ge­bau­ten Snoot zu sehen. Die Blitze wer­den über Funk (RF-602 von YongNuo*) aus­ge­löst. Um Farbe ins Spiel zu bekom­men ver­wen­de ich das Lee Musterheft. Diese Filterfolien haben die per­fek­te Größe für die Blitze.

Damit die Tropfenfotos nicht flau, son­dern schön kna­ckig wer­den, ist es wich­tig, dass das meis­te Licht von hin­ten kommt. Der vor­de­re Blitz soll nur den „Fuß“ vom Tropfen etwas auf­hel­len und somit habe ich mir einen Snoot gebas­telt. Einfach schwar­ze Strohhalme abge­schnit­ten und in einem zurecht geform­ten Karton hin­ein geklebt.

Um die Oberflächenspannung des Wassers zu ver­rin­gern, gebe ich 1–2 Tropfen Klarspüler in die Wanne. Beim Tropfwasser kann man viel expe­ri­men­tie­ren. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Guarkernmehl* gemacht. Für einen Liter reicht hier schon ein Teelöffel. Dieses koche ich kurz auf und wird dann zwei Mal mit einem Kaffeefilter fil­triert. Das ers­te Mal, wenn’s noch heiß ist und das zwei­te Mal, wenn das Wasser dann Zimmertemperatur hat. Einige haben auch mit Zuckerwasser recht gute Erfahrungen gemacht. Probiert habe ich auch schon Glycerin, jedoch war ich mit den Ergebnissen nicht so zufrie­den. Was auch immer gut aus­sieht, ist Milch, vor allem, weil es die Farben des Blitzlichtes sehr gut absor­biert. Je nach Geschmack kann man auch Lebensmittelfarbe* rein geben. Mache ich öfters beim Guarkernmehl. Der Kreativität sind also kei­ne Grenzen gesetzt.

Mit die­sem Aufbau erhält man dann unter ande­rem sol­che Fotos:

Eines mei­ner ers­ten Foto mit dem Stopshot, hier mit nor­ma­lem kal­ten Leitungswasser.

Für sol­ch ein Foto braucht man 3 Tropfen. Der 3. ist qua­si vor weni­gen Millisekunden ein­ge­schla­gen. Hier habe ich Milch ver­wen­det, die grün ange­blitzt wor­den ist. Übrigens, das Foto schaff­te es im Fotowettbewerb 29 der ColorFoto auf Platz 2.

 

Im Tropfenwasser hat­te ich hier Guarkernmehl mit roter Lebensmittelfarbe.

Eine Handvoll Leute im DSLR Forum haben her­aus­ge­fun­den, das man unter bestimm­ten Umständen auch sehr hohe Tropfen erzeu­gen kann. Dadurch, dass wir sol­che Fotos vor­her noch nir­gend­wo anders in die­ser Form gese­hen haben, hal­ten sich bis­her alle zurück, das Geheimnis preis­zu­ge­ben. Nur soviel: Mit viel Geduld und Übung kann jeder dahin­ter kom­men. Die Tropfen stei­gen dabei auf über 20 cm Höhe und dadurch erge­ben sich wie­der­um ganz ande­re Möglichkeiten in der Form und der Bildgestaltung.

Ich hab das Foto „Dildo“ genannt 😉 Ich hat­te hier Glycerin ver­wen­det und den Blitz nur auf den oberen Bereich mit dem Snoot und einer roten Folie gerich­tet.


„Chaos-Tropfen“


Ob sich sowas auch ver­kau­fen lässt? Ich hät­te es bei der Bildagentur Stockfood ver­sucht. Die haben bis­her jedoch wenig Interesse gezeigt. Bei Fotolia bekom­me ist eine Ablehnung nach der ande­ren. Bisher haben es nur weni­ge Fotos geschafft, ange­nom­men zu wer­den. Ich den­ke, dass die­se Bildagenturen sol­che Fotos nicht gebrau­chen kön­nen. Sind wohl zu viel Kunst.

Deshalb habe ich es bei WhiteWall ver­sucht und sie­he da, hier wur­den sogar schon eini­ge in den Kunstmarkt auf­ge­nom­men. Auch bei Flickr fin­det ihr mei­ne Tropfen-Galerie mit den bes­ten Ergebnissen.

Vielleicht noch kurz für alle Stopshot-Interessenten. Ich habe mich vor allem auch des­halb dafür ent­schie­den, weil man damit auch Ballistik-Shootings machen kann. Habe mir dafür schon mal den Cross Beam Sensor mit­be­stellt. Für den Fall, dass ich mal plat­zen­de Luftballons oder der­glei­chen im span­nends­ten Moment foto­gra­fie­ren will, hab ich mir damals auch noch das Mikrofon mit­be­stellt, wel­ches die Kamera durch Geräusche aus­lö­sen kann.

Ich hof­fe das euch mei­ne Fotos gefal­len. Aktuelle wer­det ihr auch immer auf mei­ner Webseite www.nimmervoll.org fin­den. [Update:] Außerdem gibt es von mir jetzt das Buch „Highspeed Fotografie“* mit viel mehr Tipps zum Thema.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr die­se ger­ne in den Kommentaren stel­len, ich ver­su­che sie dann zu beant­wor­ten.

Update 23.7.2011: Auf Wunsch des Fotografen wur­den eini­ge Bilder aus­ge­tauscht oder ent­fernt.

* Affiliate-Link

Wie plane ich ein Outdoor-Shooting? Ein Praxisbeispiel

Mein ers­ter Artikel dar­über, wie gen­au ich ein Shooting pla­ne, in dem Fall in einer Bibliothek, kam ganz gut an.

Deshalb heu­te eine Art Making-Of eini­ger Frühlingsbilder im Freien, von denen ich eins hier schon kurz vor­ge­stellt hat­te.

Frau schüttelt Kirschbaum

1. Das Model

Mit dem Model, einer jun­gen blon­den Frau, habe ich vor eini­gen Wochen schon ein Shooting gehabt, was über eine Anfrage von mir über die Model-Kartei zustan­de kam. Wir kann­ten uns des­halb beim zwei­ten Shooting schon. Die meis­ten Bilder waren als Studio-Aufnahmen geplant, aber da das Wetter herr­li­ch war, woll­ten wir es uns nicht neh­men las­sen, zusätz­li­ch eini­ge Fotos im Freien zu machen.

2. Die Vorbereitung

Ich könn­te jetzt behaup­ten, dass ich akri­bi­sch den Wetterbericht und den Stand der Kirschblüten ver­folgt hät­te, um den rich­ti­gen Termin zu fin­den. Ist aber Quatsch. Die Outdoor-Fotos waren nur „Bonus“, des­halb reich­te ein Blick aus dem Fenster und die Erinnerung an mei­nen Spaziergang einen Tag vor­her im glei­chen Park.

Ich ließ das Model ein wei­ßes Oberteil anzie­hen, weil das neu­tral, zeit­los und fri­sch wirkt. Im Studio nut­ze ich wei­ße Kleidung nicht so gern, da wei­ßes Shirt auf wei­ßem Hintergrund oft kon­tur­los wirkt und schwie­rig aus­zu­leuch­ten ist. Hier pass­te es jedoch.

Um Bewegung ins Bild zu brin­gen, hielt das Model die lin­ke Hand am Ast des Kirschbaums, rüt­tel­te paar Mal und dann drück­te ich auf den Auslöser.

3. Die Ausrüstung

Fotografiert habe ich mit mei­ner Canon EOS 5D Mark II* und dem Canon 85mm IS USM L 1.2-Objektiv*. Neben dem vor­han­de­nen Licht nutz­te ich einen Speedlite 580EX II*-Blitz mit einem drauf­ge­steck­ten Rayflash-Ringblitz-Adapter*. Ich hat­te noch mein 50mm-1.8-Objektiv mit, was aber nicht zum Einsatz kam.

4. Die Technik

Das obi­ge Bild wur­de bei ISO 100 mit Blende 2.8 und 1/500 Sekunde Belichtungszeit auf­ge­nom­men. Die Tiefenschärfe soll­te mög­lichst gering sein, um mehr räum­li­che Tiefe ins Bild zu brin­gen. Ich hät­te zwar bis Blende 1.2 gehen kön­nen, aber das hät­te mir einen Bereich von ca. 4 mm gege­ben, der scharf geblie­ben wäre, das ist bei so einem beweg­ten Motiv (Model und Fotograf bewe­gen sich mini­mal vor und zurück) zuwe­nig. Mit Blende 2.8 hat­te ich mit ca 9 mm über das Doppelte an Schärfe.

Weil die Blitzsynchronzeit nur bis 1/200 reicht, mus­s­te ich den High-Speed-Modus akti­vie­ren. Das kos­tet Strom, des­halb hat­te ich meh­re­re Packen Ersatz-Batterien bei, von denen ich auch zwei ein­wech­seln mus­s­te. Der Ringblitz-Adapter vor dem Blitz sorgt dafür, dass das Licht auch auf der Kamera nicht flach wirkt, son­dern die natür­li­ch vor­han­de­nen Schatten sanft und gleich­mä­ßig redu­ziert. Da der Adapter etwas Licht schluckt, habe ich die Blitzleistung auf +1 erhöht, was eben­falls mehr Batteriepower frisst.

Entspannung durch Blütenduft

5. Die Variationen

Während das ers­te Foto fast eine Art Wimmelbild ist, soll­te das zwei­te gezeig­te Bild einen schlich­ten, medi­ta­ti­ven, rei­nen Charakter haben. Deshalb habe ich die gerin­ge­re Blende 2 risikiert und die Belichtung manu­ell um eine 1/3 Blende erhöht, um das Bild ganz leicht über­zu­be­lich­ten. Auch sind viel weni­ger Details im Bild, fast nur der Kopf und die Blüten.

Insgesamt habe ich von den Kirschblüten 13 ver­schie­de­ne Fotos aus­ge­sucht, die ich über die Bildagenturen anbie­te. Mit dabei sind Varianten mit blau­em Himmel, mit sprin­gen­dem Model, hori­zon­tal, ver­ti­kal, gekipp­ter Horizont, Draufsicht, leich­te Froschperspektive, Blick in die Kamera, Blick weg von der Kamera und so wei­ter.

6. Die Fehler

Ja, ich mache immer noch wel­che. In die­sem Fall war es Bequemlichkeit. Obwohl ich mein 50mm-Objektiv dabei hat­te, woll­te ich nicht stän­dig die Objektive wech­seln, was dazu führ­te, dass die Ausschnitte rela­tiv ähn­li­ch sind und wie beim unte­ren Bild etwas zu oft die Arme ange­schnit­ten sind. Außerdem habe ich anfangs erst spät gemerkt, dass die Batterien schlapp machen, wes­halb ich eini­ge schö­ne Motive habe, auf denen der Aufhellblitz fehlt und dadurch die Schatten zu stark sind.

Kein rich­ti­ger Fehler, aber nicht opti­mal war der Blütezeitraum der Kirschen. Ein oder zwei Tage frü­her hät­ten die Kirschbäume noch roman­ti­scher aus­ge­se­hen.

Frau wirft Blütenblätter

7. Die Nachbearbeitung

Bei die­sen Outdoor-Bildern habe ich deut­li­ch die Farbsättigung nach oben gedreht, den Kontrast und die Helligkeit leicht ange­ho­ben, die chro­ma­ti­sche Abberation raus­rech­nen las­sen und die rosa/lila-Töne etwas abge­dun­kelt, damit auch die­se Farben sat­ter wir­ken. Beim Model gab es kaum etwas zu retu­schie­ren. Nur auf eini­gen Bildern blitz­ten schwar­ze BH-Träger unter dem Oberteil her­vor, was unpas­send aus­sah und ich ent­fer­nen mus­s­te.

8. Die Verschlagwortung

Das obi­ge Bild habe ich dann mit fol­gen­den Suchbegriffen ver­se­hen:

Frau; Frühling; Spaß; Kirschbaum; rosa; flie­gen; Bewegung; Frische; Blüte; lachen; Kirschblüte; Natur; fri­sch; Baum; wer­fen; Blütenblätter; Heiterkeit; blü­hen; Park; schüt­teln; Zweig; Ast; Japanische Blütenkirsche; Portrait; Blütenblatt; Umwelt; Freude; Freiheit; Kirschblüten; glück­li­ch; grün; Freizeit; Garten; Landschaft; Lebensfreude; Schönheit; schön; lächeln; jung; Mensch; Kopf; Gesicht; blond; 20–30; Jahre; Europäer; Außenaufnahme; drau­ßen; Tag“

Das zwei­te Foto ent­hält die Keywords:

Frau; Blüte; Baum; Frühling; Duft; rie­chen; Kirschblüte; Garten; Kirsche; Natur; Gesicht; glück­li­ch; Genuss; Entspannung; Schönheit; Park; fri­sch; Zweig; Portrait; rosa; duf­ten; Kirschblüten; Blüten; Ast; Geruch; grün; Reinheit; Harmonie; Sommer; Romantik; Umwelt; Wellness; schön; Saison; attrak­tiv; jung; weib­li­ch; Mensch; Person; Kopf; blond; 20–30; Jahre; Europäer; Außenaufnahme; son­nig; im Freien; drau­ßen; Tag“

Bei der Baumsorte habe ich im Internet recher­chiert, wel­che Sorte wahr­schein­li­ch die rich­ti­ge ist (Japanische Blütenkirsche). Ganz sicher bin ich mir jedoch immer noch nicht. Da fehlt halt das Botanik-Studium. Es sind jeweils ca. 50 Begriffe, je nach Bildagentur lösche ich jedoch auch die Hälfte. Jetzt nur noch hoch­la­den und die Bilder ver­kau­fen.

Mehr Informationen für gelun­ge­ne Stockfotos fin­det ihr übri­gens in mei­nem Buch „Stockfotografie. Geld ver­die­nen mit eige­nen Fotos“*.

* = Affiliate-Link