Schlagwort-Archive: Fotosession

Wie läuft ein Foto-Shooting ab? Mein Business-Team-Shooting als Beispiel

Wow, es ist schon ein drei­vier­tel Jahr her.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist vor allem eins in Erinnerung geblie­ben bei mei­nem letz­ten gro­ßen Shooting: Die brü­ten­de Hitze in Köln, bei der ich die Models genö­tigt hat­te, trotz­dem lan­gär­me­li­ge Hemden zu tra­gen und in einem unkli­ma­ti­sier­ten Büro her­um­zu­sit­zen.

Diskussion in einem dynamischen Business Team mit Tablet Computer im Freien

Großes Shooting“ heißt für mich: Ein Shooting mit mehr als 6 Models, in die­sem 7 Models, mit dabei im Hintergrund mei­ne Kollegin Jasmin, wel­che vor allem Videos gemacht hat sowie ein Assistent.

Die Idee

Uns stan­den eini­ge Schulungsräume in Köln zur Verfügung, wel­che leer rela­tiv unspek­ta­ku­lär wir­ken. Gefüllt mit vie­len Models jedoch ergibt das eini­ge glaub­wür­di­ge Business-Situationen, die wir dar­stel­len woll­ten. Die Räume hat­ten den wei­te­ren Vorteil, dass sie eben­er­dig waren, wir konn­ten also nicht nur innen, son­dern auch drau­ßen vor der Tür foto­gra­fie­ren und somit die spie­geln­den Glasfassaden nut­zen.

Junge Business Frau surft mit ihrem Tablet PC im Internet und nutzt Apps

Die Models

Geplant waren acht Models, es gab lei­der eine kurz­fris­ti­ge Absage, was wir bei der Anzahl der gebuch­ten Models jedoch berück­sich­tigt hat­ten. Mit fast allen Models hat­te ich schon – oft mehr­mals – zusam­men­ge­ar­bei­tet, ich wuss­te also, dass ich mich auf sie ver­las­sen konn­te.

Business Team bei Planung der Finanzen mit Tablet PC am Tisch

Die Gruppe soll­te bunt gemischt sein, sowohl vom Alter, den Haarfarben und Geschlechtern. Das ist uns ganz gut gelun­gen, lei­der ist uns der mul­ti­kul­tu­rel­le Touch durch die Absage des afri­ka­nisch­stäm­mi­gen Models ver­lo­ren gegan­gen.

Den Models habe ich eini­ge Kleidungsvorschläge mit­ge­ge­ben, damit deren Kleidung wäh­rend des Shootings gut zusam­men­pas­sen wird.

Das Thema

Das Thema des Shootings war „Business-Team“ und wegen der Hitze haben wir auf die Jackets, Anzüge und Krawatten ver­zich­tet. Das war eine gute Entscheidung, fin­de ich, weil die Bilder dadurch trotz der Business-Atmosphäre locker und weni­ger for­mal wir­ken.

Die Requisiten

Zur Vorbereitung hat mei­ne flei­ßi­ge Assistentin unzäh­li­ge gene­ri­sche Balkendiagramme, Tortendiagramme, Tabellen, Kursverläufe und ande­re sta­tis­ti­sche Spielereien erstellt, die jedoch auf ech­ten Daten basie­ren, damit sie auch rea­lis­ti­sch aus­se­hen. Wer gen­au hin­schaut, sieht sogar mei­ne Modelverträge, wel­che die Models gleich vor lau­fen­der Kamera aus­fül­len konn­ten.

Tisch im Büro mit Händen und vielen Dokumenten von oben

Die Models wur­den gebe­ten, wenn vor­han­den, ihre Tablet Computer, Aktenmappen etc. mit­zu­brin­gen und wir haben selbst alle unse­re Tablets, Laptops und einen gro­ßen Packen neu­tra­li­sier­ter Kugelschreiber ein­ge­packt. Neutralisiert heißt, dass wir vor­her alle Logos, Markennamen etc. von den Geräten ent­fernt haben, damit die Bilder spä­ter leich­ter zu retu­schie­ren sind.

Die Technik

Zum Einsatz kam mei­ne bewähr­te Kombination aus Canon 5D Mark III*, als Objektiv das Arbeitstier 24–70 mm f2.8 II von Canon*, zwei exter­ne Speedlites* mit pas­sen­der Lastolite-Softbox* und diver­sem Zubehör. Die genaue Zusammenstellung für das ent­fes­sel­te Blitzen könnt ihr in die­sem Artikel nach­le­sen.

Foto: Tim E. Klein
Foto: Tim E. Klein

Um das Licht noch bes­ser len­ken zu kön­nen, war mein treu­er California Sunbounce in der Größe Mini* in der Silber/Weiß-Bespannung dabei und auch hilf­reich. Vor Ort konn­ten wir auch eine Leiter nut­zen für eini­ge Bilder:

Geschäftsleute stehen als dynamisches Team in einer Formation

Die Aufnahme-Daten

Am häu­figs­ten kam die Brennweite im Bereich 40–50mm zum Einsatz, gefolgt von den bei­den Extremen 24mm und 70mm. ISO-Wert war fast immer ISO 200, Belichtungszeit war meist 1/125 Sekunde. Als Blende habe ich meist Blende f/5.0 bis f/7.1 gewählt.

Entgegen mei­ner Predigt, dass sich Hoch- und Querformat-Bilder die Waage hal­ten soll­ten, habe ich dies­mal fast nur hori­zon­tal gear­bei­tet, was sicher auch dar­an liegt, dass sich die­ses Format bei Gruppen ein­fach anbie­tet, wenn ich die Leute nicht über­ein­an­der sta­peln will.

Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)
Voller Einsatz, hier mit einem Ringflash-Adapter (Foto: Tim E. Klein)

Vor dem Shooting

Einen Tag vor dem Shooting haben Jasmin und ich alle Bilder von den Wänden gehängt und die Tische und Stühle so ange­ord­net, wie wir sie brau­chen. Außerdem haben wir liter­wei­se Getränke im haus­ei­ge­nen Kühlschrank gela­gert, damit unse­re Models am nächs­ten Tag bei der Hitze nicht dehy­drie­ren.

Am Shootingtag habe ich die Models begrüßt, sie unter­ein­an­der vor­ge­stellt, falls sie sich noch nicht kann­ten und mir deren Kleidung zei­gen las­sen.

Jedes Model bekam eine Anweisung, wel­che Kleidung er oder sie anzie­hen sol­le sowie eine „Wechselkleidung“, wel­che sie ca. nach der Hälfte des Shootings auf mein Kommando wech­seln soll­ten.

Gruppe Geschäftsleute im Kreis stapelt die Hände zur Motivation

In der Zwischenzeit haben wir mit dem Assistenten das Licht ein­ge­rich­tet und die ers­te Szene mit Requisiten ein­ge­rich­tet.

Das Shooting beginnt

Zuerst soll­ten die Models sich an den Tisch set­zen und die Verträge unter­schrei­ben. Dabei habe ich das Licht mit den Models getes­tet und gleich eini­ge ver­käuf­li­che Fotos gemacht.

Danach habe ich vor allem Szenen vor­ge­ge­ben (Vertragsverhandlung, etc.) und die Models unter­ein­an­der agie­ren las­sen. Zwischendurch habe ich aber manch­mal auch ganz kon­kre­te Aufstellungen vor­ge­ben.

Wichtig ist es, immer die Augen offen zu hal­ten. So durf­te zum Beispiel ein Teil der Models zwi­schen­durch Pause machen und als die­se vor der Tür Smalltalk mach­ten, sah das so gut aus, dass wir das dana­ch gleich als nächs­te Szene über­nom­men haben.

Drei Geschäftsleute stehen im Gespräch miteinander in der Pause vor dem Büro

Zwischendurch habe ich auch eini­ge Videos pro­biert, aber das habe ich schnell wie­der Jasmin über­las­sen.

Mittags gab es eine hal­be Stunde Pause, in der wir Pizza für alle geor­dert haben (mer­ke: hung­ri­ge Models haben grim­mi­ge Gesichter). Danach kam der Kleidungswechsel und wei­ter ging’s.

An die­ser Stelle noch mal einen herz­li­chen Dank an alle Models und die ande­ren Beteiligten, die trotz über 35°C stand­haft bei der Sache waren und sich die Anstrengung nicht haben anmer­ken las­sen.

Nach dem Shooting

Jetzt beginnt der lang­wei­li­ge­re Teil. Die Räume wer­den wie­der her­ge­rich­tet, die lee­ren Flaschen abge­ge­ben und die Daten dop­pelt gesi­chert.

Am nächs­ten Tag mit einer Nacht Schlaf dazwi­schen wer­den die Bilder gesich­tet, sor­tiert und für die aus­ge­wähl­ten Bilder ent­wi­ckelt und von RAW ins TIFF-Format umge­wan­delt. Meinen Capture-One Workflow dazu fin­det ihr hier.

Dann folgt die übli­che Bildretusche, die Verschlagwortung und das Hochladen. Die Models erhal­ten alle eine DVD mit den fer­ti­gen Bildern sowie eini­ge Abzüge (wie hier beschrie­ben).

Mittlerweile fin­den sich die Bilder vom Shooting auf Webseiten und in Werbematerial von Anwälten, Versicherungen, Medien, Unternehmungsberatungen, Weiterbildungsinstituten und so wei­ter.

Die fertigen Bilder

Die Bilder könnt ihr zum Beispiel bei Fotolia* oder Shutterstock* kau­fen, die Videos auch. Zusätzlich habe ich ein ein­mi­nü­ti­ges Showreel mit den bes­ten Ergebnissen erstellt:

Was sagt ihr zu den Bildern?

* Affiliate-Link

Das Microstock-Shooting-Experiment – Teil 1: Die Vorstellung

Es ist ein Experiment. Schon über ein Jahr tra­ge ich die­sen Gedanken in mir. Nein, seit mehr als zwei Jahren. Bei der ers­ten Microstock Expo in Berlin fiel mir auf, dass alle Profi-Fotografen ihren Workflow mehr oder weni­ger iden­ti­sch in fol­gen­de fünf Phasen unter­teil­ten:

  1. Die Analyse
  2. Die Planung
  3. Das Shooting
  4. Die Bearbeitung
  5. Der Vertrieb

Auch ich ori­en­tie­re mich an die­sem Schema. Nun hat­te ich die Idee, ein kom­plet­tes Microstock-Shooting, von der Idee bis hin zum Upload kom­plett mit euch Leserinnen und Lesern zu machen.

Sozusagen ein „Gemeinschaftsprojekt“, bei dem wir alle Ideen zusam­men­le­gen und dar­über abstim­men, wel­che die­ser Idee ich umset­zen soll.

Ich weiß nicht, ob sich genü­gend Leute betei­li­gen wür­den, was für Ideen wir aus­brü­ten wür­den und wie die Ergebnisse aus­se­hen wür­den.

Ich stel­le mir das so vor:
Jede der oben genann­ten fünf Phasen besteht aus zwei oder drei Runden. In der ers­ten Runde erklä­re ich, wor­auf zu ach­ten ist, was für Möglichkeiten bestehen und bit­te euch Leser dann um wei­te­re Ideen, Kommentare, Vorschläge, Kritik und so wei­ter. In der zwei­ten Runde stim­men wir über die viel­ver­spre­chends­ten Vorschläge ab und ggf. stel­le ich in der drit­ten Runde die jewei­li­gen Ergebnisse vor.

Wer will, kann ger­ne selbst mit­ma­chen und par­al­lel an einem ähn­li­chen Shooting arbei­ten oder sogar eben­falls in sei­nem Foto-Blog dar­über berich­ten, sodass wir unse­re Vorschläge und Ergebnisse ver­glei­chen und auch von­ein­an­der ler­nen kön­nen. So als „Fotoproduktions-Blogparade“.

In mei­nem Kopf stel­le ich mir das als „gro­ßes sozia­les Live-Making-Of einer Fotoproduktion“ vor.

Aber viel­leicht sieht die Idee in mei­nem Kopf auch bes­ser aus als in der Realität.

Deshalb fra­ge ich:
Würdet ihr mit­ma­chen? Wie wür­det ihr die Teilnahme oder Interaktion gestal­ten? Wollen wir es wagen?

10 Tipps für ein gelungenes Shooting (Gastbeitrag)

Die Macrostock-Bildagentur Westend61 bie­tet ihren Fotografen unter ande­rem die Westend61-E-Learning Academy, wo de Fotografen hilf­rei­che Tipps für bes­se­re Shootings und Briefings zu beson­ders gefrag­ten Themen erhal­ten.

Aus die­ser Reihe stellt heu­te – mit freund­li­cher Genehmigung von Westend61 – Michael, Art Director bei Westend61 zehn Tipps für ein gelun­ge­nes Shooting vor. Michael hat mich auch bei mei­nem Supermarkt-Shooting tat­kräf­tig unter­stützt, ich weiß also, dass er weiß, wovon er redet. Los geht’s:

10 Tipps für ein gelungenes Shooting

1. Das Briefing

“Make a dif­fe­ren­ce”! Die krea­ti­ve Idee eines Shootings und die Einzigartigkeit des Themas oder Details der Umsetzung machen den Großteil des Erfolges aus. Daher soll­te vor jedem Shooting ein detail­lier­tes Briefing erstellt wer­den, wel­ches das Shooting beschreibt und die Ziele für den Tag fest­hält. Das Briefing (oder auch Shootingplan) kann ent­we­der nur dem Fotografen und sei­nen Mitarbeitern am Set hel­fen sich zu fokus­sie­ren oder auch als Hilfestellung für die Models genutzt wer­den. Das Briefing soll­te min­des­tens 5–10 “Must Have – Motive” beinhal­ten, also die Topmotive, die man auf jeden Fall beim Shooting rea­li­sie­ren möch­te. Neben der Motivauflistung ist es auch rat­sam, eine kon­zep­tu­el­le Keywordliste ein­zu­bau­en, mit der man am Set spon­tan impro­vi­sie­ren kann. Diese Keywords sind gen­au die Suchbegriffe, unter denen die Endkunden spä­ter die Bilder in den Suchmaschinen fin­den sol­len.

2. Gutes Styling

Grundsätzlich raten wir bei pro­fes­sio­nel­len People-Shootings immer dazu, auch einen Stylisten zu buchen. Oft genug ist es das Styling der Models, das den Erfolg der Bilder zu gro­ßen Teilen aus­macht. Unbedingt vor dem Shooting mit den Maßen der Models und den Größen der Garderobe aus­ein­an­der­set­zen. Zu gro­ße oder zu klei­ne, nicht per­fekt pas­sen­de Kleidung wirkt schnell bil­lig und min­dert den viel­leicht son­st guten Eindruck eines Fotos. Lassen Sie die Models ruhig auch ihre Lieblingsoutfits zum Shooting mit­brin­gen. Zudem ist eine mobi­le Bügelmöglichkeit ist am Set äußer­st rat­sam. Das Styling soll­te je Shootingthema geschmack­voll, pas­send und zeit­ge­mäß sein. Weniger ist oft mehr, daher sind “Basics” oft eine gute Wahl für die Ausstattung der Models. Diese anspre­chend zu kom­bi­nie­ren und mit Accessoires zu gar­nie­ren will gekonnt sein! Grundsätzlich muss man sich gera­de beim Styling vor Augen hal­ten, dass Westend61 Stockbilder fast ein Jahrzehnt auf die welt­wei­te Reise schickt und die Bilder auch noch in ein paar Jahren als Aushängeschild für Fotograf und Agentur die­nen.

3. Haare und Make-Up

Ohne Make-Up (in wel­cher Form und Variante auch immer) funk­tio­niert eigent­li­ch kaum ein People-Shooting. Ausser, man möch­te ein Model in der Situation “der mor­gend­li­che Blick in den Spiegel” foto­gra­fie­ren. Und auch das Styling der Haare darf nicht unter­schätzt wer­den. Die Frage nach aktu­el­ler Haarlänge und -far­be der Models soll­te also nie ver­ges­sen wer­den. Während der Aufnahmen muss immer wie­der ein kri­ti­scher Blick auf Haare (auch Strähnen!) und Make-Up gewor­fen wer­den. Das nach­träg­li­che Retuschieren von Haaren kann sehr zeit­auf­wen­dig sein. Das Make-Up erfüllt in den meis­ten Fällen unter ande­rem die Funktion, die Haut der Models matt und nicht zu glän­zend erschei­nen zu las­sen, Vorsicht also vor zu star­kem Make-Up, das nicht zur Situation und Stimmung passt.

4. Die Technik

Hierzu gäbe es viel zu schrei­ben, aber auf­grund der fast unüber­schau­ba­ren Fülle an pro­fes­sio­nel­ler Kamera-, Licht und Objektivtechnik wür­de dies den Rahmen an die­ser Stelle spren­gen. So banal es auch klingt: Bitte vor jedem Shooting die Technik von A bis Z prü­fen, säu­bern, Akkus laden, Ersatzgeräte und -akkus bereit­hal­ten und wenn mög­li­ch ver­schie­de­nen Optiken zum Set mit­brin­gen. Natürlich ist es oft prak­ti­sch mit Zoomobjektiven zu arbei­ten, aber manch­mal las­sen ein paar Aufnahmen mit Festbrennweiten hun­der­te ande­rer Bilder im Schatten ste­hen. “Make a dif­fe­ren­ce” gilt auch beim Einsatz der Technik!

5. Gutes Auge

Ein gutes foto­gra­fi­sches Auge ist unheim­li­ch wich­tig für das Bildergebnis. Der Bildaufbau soll­te eine eige­ne Dynamik haben, einen “Drive”, den Blick des Betrachters füh­ren. Auch ein pas­sen­des, unter­stüt­zen­des Schärfe/Unschärfe-Verhältnis und mög­li­cher­wei­se Textfreiraum (Copyspace) sind wich­tig für Stockbilder. Hier hilft es, immer wie­der Magazine und Zeitschriften zu wäl­zen und sich ganz­sei­ti­ge und dop­pel­sei­ti­ge Bildnutzungen anzu­schau­en. Wie wer­den Bilder ein­ge­setzt, wann wirkt das Verhältnis von Text und Bild aus­ge­wo­gen? Was gen­au macht ein gutes Bild aus, das einem sofort ins Auge springt und einen begeis­tert?

6. Assistenz und Unterstützung

Ein (kräf­ti­ger?), fleis­si­ger Assistent ist eine wesent­li­che Erleichterung und Unterstützung beim Shooting. Es gibt am Set stän­dig so vie­le Dinge zu beach­ten und zu prü­fen (Licht, Schärfe, Details, Überblick über die Dateien selbst, etc.) dass sich ansons­ten schnell Fehler ein­schlei­chen oder die Kreativität augrund die­ser Arbeiten lei­det. Verlässt man das Shooting, soll­te schon an die­ser Stelle ein Backup der fer­ti­gen Aufnahmen gemacht wer­den.

7. Stay cool!

Locker und cool zu blei­ben ist für das Endergebnis äußer­st wich­tig. Man sieht Bildern ein­fach an, ob sie mit Spaß und Freude ent­stan­den sind oder unter Zeitdruck und Stress. Sollte ein­mal nicht alles wie ursprüng­li­ch geplant ablau­fen, ist Mut zum krea­ti­ven Improvisieren gefragt! Oft ent­ste­hen die schöns­ten und auch brauch­bars­ten Bilder zwi­schen den eigent­li­chen geplan­ten Motiven. Die moder­ne Bildsprache lebt von Echtheit, Authentizität und “unbe­ob­ach­te­tem” Fotografieren. So komi­sch es auch klin­gen mag: Anspruchsvolle Stockbilder dür­fen nicht zu “sto­ckig” aus­se­hen. Natürlich gibt es Ausnahmen und gera­de sehr kon­zep­tio­nel­le Shootings sind und blei­ben Stock-Shootings.

8. Technische Prüfung und Überblick

Am bes­ten direkt mit Funk- oder Kabelverbindung mit dem Laptop/Tablet ver­bin­den. Nur so kann man alles gen­au beur­tei­len und bekommt ein Gefühl fürs Format, die Technik und Details. Ein Shooting nur auf dem Kameradisplay zu beur­tei­len ist sehr ris­kant und man ver­liert schnell den Überblick.

9. Die Models

Das A und O eines jeden People-Shootings. Wirklich. Es sind die Gesichter und Körper der Models, die Endkunden zur Lizenzierung eines Fotos bewe­gen.

10. Wetter

Gerade in unse­ren Breitengraden immer ein Risiko, daher am bes­ten eine “Schlechtwetteroption” ein­pla­nen bzw. 1–2 Tage Puffer für das Shootingdatum ermög­li­chen. Nichts ist frus­trie­ren­der, als im Regen zu ste­hen wenn man für ein Shooting Sonne pur gebraucht hät­te. Hier gilt also: Wetterberichte beob­ach­ten, gen­au vor­pla­nen und not­falls ein Shooting lie­ber ver­schie­ben als es unter ungüns­ti­gen Bedingungen “durch­zu­zie­hen”. Übrigens: Auch bei vie­len Indoor-Shootings ist tol­les Wetter drau­ßen wich­tig für das Endergebnis. Zusätzlich aber immer genug Licht dabei haben!

Fazit

Ein gutes Shooting erfor­dert sehr viel Vorbereitung, eine gute Portion Selbstvertrauen, eine gewis­se tech­ni­sche Sicherheit, einen Spritzer Mut und gute Stimmung im Team den gan­zen Tag lang. Et voi­là!

Viel mehr Tipps gibt es für Westend61-Fotografen hier in der Westend61 Academy.

Fotosession: Paarfotos im Herbstlaub

Mit den bei­den Models hat­te ich schon ein Shooting in einer Apotheke gehabt. Beide woll­ten als fri­sch ver­lieb­tes Paar ger­ne eini­ge Paarfotos haben und da noch Herbst war, bot es sich an, im bun­ten Herbstlaub eini­ge Bilder zu machen.

Da ich als Stockfotograf ger­ne immer noch ein zusätz­li­ches Thema abde­cken möch­te, ent­schie­den wir uns für „Tourismus“. Gewappnet mit Stadtplan, Reiseführer und Smartphone streif­ten wir durch Berlin.

Wichtig war aber auch, dass der kon­kre­te Ort nicht erkenn­bar sein soll­te, damit die Bilder in mög­lichst vie­len Regionen ein­ge­setzt wer­den könn­ten.

Romantisch, gell? Den in Wahrheit eher trist-trüben Himmel habe ich mit einem leich­ten Verlaufsfilter ein­ge­färbt, der mit den Herbstblättern unten farb­li­ch abge­stimmt ist. Insgesamt war die ver­wen­de­te Technik sehr ein­fach gehal­ten: Ich habe die Canon 5D Mark II mit der Festbrennweite 85mm f1.2* genutzt, aber da ich fast nur bei Blende 2–3 foto­gra­fiert habe, hät­te auch das güns­ti­ge­re Objektiv* mit Offenblende f1.8 gereicht. Das Licht war wegen des bewölk­ten Himmels rela­tiv kon­tras­t­arm, somit gab es kaum Lichtprobleme. Trotzdem habe ich den Roundflash* (mei­ne Rezension dazu hier) als Aufhelllicht von vor­ne benutzt, um vor allem unauf­fäl­lig etwas Zeichnung in den dunk­len Mantel zu bekom­men.

Eines der Bestseller ist die­ses Motiv, ver­mut­li­ch, weil es den Wandel von Touristen gut illus­triert, die nicht mehr mit der Kompaktkamera am Strand lie­gen, son­dern mit dem Smartphone auf Städtereisen gehen.

Einer der ande­ren Bestseller ist die­ses Motiv vom Paar beim Fahrradfahren. Es ist gar nicht so ein­fach, zwei Leute beim Radfahren in der Stadt scharf und foto­gen abzu­bil­den. Deshalb haben wir uns eines Tricks bedient. Beide Räder stan­den in einem sta­bi­len Fahrradständer für Leihfahrräder, was die Aufnahme deut­li­ch erleich­ter­te. Ein gutes Beispiel für eine spon­ta­ne Nutzung der Gegebenheiten, die nicht immer, aber doch manch­mal mit guten Verkäufen belohnt wird.

Mein drittes Apotheken-Shooting für Bildagenturen

Langsam bekom­me ich Routine. Vor drei Jahren hat­te ich ein einer oran­ge­nen Apotheke ein Model foto­gra­fiert und ein ein Jahr spä­ter in einer ande­ren Apotheke mit vier Models. Weil bei­de Shootings gut lie­fen und medi­zi­ni­sche Themen wei­ter­hin gefragt sind, woll­te ich das wie­der­ho­len. Die Apthekerin der ers­ten Apotheke erklär­te sich bereit und sprach wie­der mit ihrer Chefin, um uns die Erlaubnis für die Nutzung der Apotheke zu geben.

Wie beim letz­ten Mal galt: Das ist eine der größ­ten Apotheken, in denen ich je war, was den Vorteil hat, sich räum­li­ch sehr gut bewe­gen zu kön­nen und ich viel Platz hat­te, um Blitz, Reflektor etc. auf­zu­stel­len. Einer der bei­den Kritikpunkte beim letz­ten Shooting in der Apotheke war, dass mit einem Model nur eine begrenz­te Anzahl von Motiven mög­li­ch ist. Deswegen frag­te ich ein ande­res Model, wel­ches ich schon foto­gra­fiert hat­te. Er schlug auch sei­ne neue Freundin als drit­tes Model vor und da die­se sich vom Typ von der Apothekerin unter­schied, pass­te das sehr gut.

Der zwei­te schwie­ri­ge Punkt war die Farbtemperatur wegen der gan­zen oran­ge­nen Regale. Deshalb nahm ich sowohl eine grö­ße­re Softbox und nutz­te mehr Aufhellicht von vor­ne, um den Farbstich bes­ser aus den Gesichtern der Models zu bekom­men. Die Kittel hat­te ich von vom letz­ten Apotheker-Shooting. Merke: Sinnvoll ein­ge­kauf­te Requisiten kön­nen gut wie­der­ver­wen­det wer­den.

Meine Bestseller der letz­ten bei­den Shootings zeig­ten mir deut­li­ch, was für Motive gut lau­fen und so kon­zen­trier­te ich mich dar­auf.

Selbst wenn der Fokus bei einem Bild auf einem Model lag, konn­te ich die ande­ren bei­den zum „Füllen“ des Hintergrunds ein­set­zen. Wie schon bei bei­den Apotheken-Shootings zuvor war es wie­der eine Qual, die Logos und Markennamen von den Medikamenten im Hintergrund zu ent­fer­nen. Einige Bilder wur­den des­we­gen auch trotz inten­si­ver Retusche abge­lehnt. Das unte­re Bild habe ich mit Blende 2,8 foto­gra­fiert. Zwar hat­te ich auch das 85mm-Objektiv mit Blende 1.2 in der Tasche, aber das nütz­te sel­ten was, denn bei meh­re­ren Personen im Bild hät­te die Blende 1,2 schnell dafür gesorgt, dass min­des­tens eins der Models zu unscharf gewe­sen wäre. Der Tresen ließ sich auch nicht nach vor­ne ver­schie­ben und so mus­s­te ich einen Kompromiss schlie­ßen.

Damit ich trotz glei­cher Location und Models etwas Neues hin­zu­fü­ge, habe ich dies­mal am Ende der Fotosession kur­zer­hand die Kamera aufs Stativ gestellt, eine sehr offe­ne Blende gewählt und die Models gebe­ten, kur­ze Beratungssituationen zu mimen:

So bekam ich ca. 15 nutz­ba­re kur­ze Videoclips. Da nur ein Reflektor und das vor­han­de­ne Licht genutzt wur­de, sind die Videoaufnahmen garan­tiert ver­bes­se­rungs­fä­hig, aber für die zusätz­li­che hal­be Stunde hat sich der Aufwand finan­zi­ell gelohnt.

Was sagt ihr zu den Fotos? Wie hät­tet ihr die Videos ver­bes­sert?