Archiv der Kategorie: Bildagenturen

Schlösserstiftung verklagt Bildagentur wegen Fotonutzung

Am 3.7. gab es im Tagesspiegel einen Artikel über die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, wel­che vor allem die Bildagentur Ostkreuz ver­klagt, da die­se Fotos von ihren Schlössern ver­kau­fe. Für Agenturfotorafen ein Muss zum Lesen.

(Danke an Zoomfeed für den Link.)

Bildagentur AP verbietet Weiternutzung von Outtake-​Fotos

Unbestätigten Gerüchten zufol­ge (via StockPhotoTalk) soll der neu­en Fotografenvertrag der Nachrichten- und Bildagentur Associated Press (AP) ver­bie­ten, Outtakes von Aufträgen selbst wei­ter­zu­nut­zen.

Outtakes sind Fotos, die im Rahmen eines bezahl­ten Auftrags ent­stan­den sind, für die­sen aber dann nicht benö­tigt wer­den.

Bisher konn­ten AP-​Fotografen die­se Fotos an ande­re Bildagenturen wei­ter­ver­kau­fen und so etwas Geld zusätz­lich ver­die­nen. Da dem neu­en Vertrag nach angeb­lich alle Fotos AP gehö­ren sol­len, wäre das nicht mehr mög­lich.

Auch an ande­rer Front ballt sich Ärger gegen AP zusam­men, der am bes­ten von TechCrunch zusam­men­ge­fasst wird.

Welche Themen suchen Bildkäufer?

Oft heißt es in Anleitungen für Stockfotografen: „Versetzen sie sich in die Lage des Kunden!

Noch bes­ser ist es jedoch, gleich die Kunden zu fra­gen, was für Fotos sie ger­ne kau­fen. Da das für jeden ein­zel­nen sehr auf­wän­dig wäre, bin ich froh, dass die Bildagentur Photoshelter das für alle gemacht hat.

Hier das kurz zusam­men­ge­fass­te Ergebnis der Umfrage:

Gesucht, aber nicht genug gefun­den wer­den vor allem und in die­ser Reihenfolge:

  • glaub­haf­te, ehr­lich, unge­küns­tel­te Motive
  • Bildungsmotive
  • nicht-​gestellte Handlungen
  • Frauen
  • Religion
  • Männer
  • Parties
  • Erwachsene über 50
  • Musiker
  • humor­vol­le Situationen
  • Übergewicht
  • locke­res Business-​Outfit (casu­al)

Mehr und genaue­re Analysen im Blog von Photoshelter.

(Danke an den StockPhotoTalk für den Link.)

Wie geht es Getty Images?

Als bör­sen­no­tier­te Firma muss die Bildagentur Getty Images ab und zu Einblick in ihre Zahlen gewäh­ren. Das kann ganz unter­halt­sam sein, auch wenn die klei­nen Zahlen und Fließtexte schwer zu lesen sind.

Demnach hat Getty zwei Trends aus­ge­macht, die auch ande­re längst erkannt haben dürf­ten:

  1. Die Verlagerung der Bildnutzung von den Printmedien zum Internet.
  2. Die Verbreitung von Microstock-Bildern, also Fotos für 1–20 Euro.

Es ist auch zu sehen, dass die Umsätze von istock­pho­to den Verlust hoch­prei­si­ger Fotoverkäufe über Getty Images halb­wegs auf­ge­fan­gen haben. Ob das im nächs­ten Jahr auch so sein wird?

Am inter­es­san­tes­ten ist jedoch, wie Getty ver­sucht, die Auswirkungen von istockpo­ho­to auf das Kerngeschäft klein­zu­re­den.

  • Fotos in Microstock-​Agenturen sei­en von gerin­ge­rer Qualität,
  • wür­den für allem von Kleinunternehmen benutzt wer­den und
  • gro­ße Firmen wür­den die­se Fotos nur für inter­ne Zwecke wie Präsentationen nut­zen.

Wie iro­nisch, dass aus­ge­rech­net das Times-Magazin in der Ausgabe vom 02. Juni 2008 ein istock-​Foto auf dem Titelblatt hat­te. Und Fotografen wie Yuri Arcurs foto­gra­fie­ren längst mit einer digi­ta­len Mittelformat-Hasselblad-Kamera für Microstock-​Webseiten.

In dem Bericht sind noch vie­le ande­re, wich­ti­ge, span­nen­de oder kurio­se Fakten zu lesen. Oder wuss­tet ihr, dass Getty Images in jedem Land Marktführer ist – außer in Japan?

(Danke an „Thoughts Of A Bohemian“ für den Link und wei­te­re inter­es­san­te Interpretationen.)